Vermasselt

Dabei
10 Sep 2020
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@Twi-n-light
Ja, da hast du wohl Recht. Es ist sicher keine Schande, nach Hilfe zu suchen, auch wenn man nicht depressiv ist. Trotzdem ist für mich erstmal die Frage, ob das notwendig ist oder ob ich es nicht auch alleine schaffe.
Darüber habe ich die letzten Wochen nachgedacht und wenn ich mir überlege, was bisher so mit mir passiert ist, dann sehe ich schon mehrere Phasen oder Schritte, die eigentlich eine gute Entwicklung zeigen:

Phase 1 war der typische akute Liebeskummer, da habe ich sie einfach vermisst, war eifersüchtig, wollte sie noch irgendwie zurückgewinnen und konnte die Situation nicht so ganz akzeptieren. Diese Phase endete spätestens im November, da kam dann die Info, dass sie eine feste Beziehung hat und damit die Erkenntnis, dass das zwischen uns erstmal definitiv nichts mehr wird.

Dann kam Phase 2, in der ich mir den Kopf darüber zerbrochen habe, warum es denn nicht geklappt hat bzw. warum ich mich damals nicht mehr um sie bemüht habe, obwohl ich sie doch offensichtlich sehr mag. Und damit kam dann langsam das Verständnis über meine eigene Situation und Entwicklung in den letzten Jahren. Damit meine ich, dass ich früher ein ganz anderer Typ war, der unbedingt jemand Besonderen finden wollte und dann auch viel in diese Person investiert hat, der dann aber nach einigen schlechten Erfahrungen einfach komplett aufgegeben hat und versucht hat, Gefühlen aus dem Weg zu gehen.

Und mit diesem Verständnis kam dann erstmal eine Menge Unzufriedenheit mit mir selbst. Denn mir wurde auch klar, dass vieles in meinem Leben abhängig ist von meiner Gefühlswelt. Da meine Gefühlswelt vor ein paar Jahren irgendwo den Bach runtergegangen ist, habe ich mich also auch in anderen Bereichen stark gehen lassen, Stichwort Arbeit, Hobbies, Rauchen, Sport, ...
Ein Stück weit habe ich mich dann sozusagen "vom Leben verarscht" gefühlt; Wenn man doch eigentlich ein "good guy" ist, der einfach nur mit jemandem zusammen glücklich sein möchte, warum muss man dann vorher so ein Labyrinth durchlaufen, verliert zwischendurch völlig den Faden und verletzt auf diesem Weg noch den ein oder anderen Mitmenschen? Eine Zeit lang war ich darüber sehr wütend/ frustriert, aber irgendwann habe ich gedacht: das geht leider den allermeisten ähnlich, so ist einfach das Leben.
Ich will mich damit auch nicht rausreden, ich bin natürlich verantwortlich für das, was ich tue, aber ich würde zumindest behaupten, dass es anderen genauso passieren könnte und ich deshalb per se kein schlechter Mensch bin.

Ich glaube, nun bin ich an dem Punkt, an dem ich das alles so für mich zufriedenstellend analysiert habe, d.h. Phase 2 ist abgeschlossen.
Und jetzt brauche ich vielleicht einfach erstmal ein paar Monate, um mich "zu finden" oder mich wieder an mein altes Ich zu gewöhnen. Das, was man anfangs zwanghaft versucht hat, etwa sich mit Sport oder Arbeit abzulenken, wird langsam wieder zur Normalität. Und viel wichtiger, die wiedergefundene positive Einstellung zum Thema Dating/ Beziehungen, die über Jahre hinweg ad absurdum geführt wurde, wird langsam wieder zur Normalität.
Also ich denke, das schaffe ich alleine, auch ohne einen Coach, es braucht einfach ein wenig Zeit.
 
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Dabei
10 Sep 2020
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Das einzige Manko ist, dass ich mich nach wie vor nicht von ihr lösen konnte. Es erscheint mir ja so, dass es zwischen uns nur nicht geklappt hat, weil ich Beziehungen damals so sehr vermieden habe. Dieses Gefühl, dass es also "situationsbedingt" nicht geklappt hat, ist einfach scheiße, denn das führt bei mir direkt zu dem Glauben, dass es irgendwann in einer anderen Situation klappen kann. Dieser Gedanke hat sich irgendwie festgesetzt und jetzt wartet ein Teil von mir einfach darauf, dass man irgendwann in eine solche Situation kommt. Selbst wenn ich jetzt eine Beziehung mit jemand anderem gestartet habe, ist sie quasi die Robin aus HIMYM, bei der ich insgeheim hoffe, irgendwann mal wieder eine Chance zu haben.

Das muss euch furchtbar nerven und vielleicht spricht da nach wie vor der "dämliche Ex" aus mir, der einfach nicht loslassen kann. Ich wünschte, ich könnte euch in diesem Punkt andere Dinge erzählen. Aber so ist einfach meine Gefühlswelt... ich habe mir das ja nicht ausgesucht.

Ich kann nun weiter versuchen, mich irgendwie von diesem Gedanken zu lösen. Da sehe ich derzeit als einzige Möglichkeit, mir wirklich aktiv zu verbieten, an sie zu denken, vielleicht vergisst man dann nach einer Zeit diese Gefühle oder begräbt sie zumindest irgendwo, wo man nicht mehr so schnell drauf zugreift.
Oder ich kann das einfach erstmal so hinnehmen und das Beste aus der Situation machen. Dann schwärme ich halt insgeheim weiter für sie, auch wenn ich keine große Aussicht darauf habe, dass das irgendwann mal was wird. Vielleicht ist das an sich erstmal nicht so tragisch und es ist wichtiger, mich darauf zu konzentrieren, dass ich in den anderen Aspekten meines Lebens vorwärtskomme. Und vielleicht werden die Gefühle für sie dann doch mit der Zeit auch einfach weniger.
 
Dabei
22 Mai 2010
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Ich klinke mich auch kurz ein. Habe eine Weile mitgelesen.

Dieses Gefühl, dass es also "situationsbedingt" nicht geklappt hat, ist einfach scheiße, denn das führt bei mir direkt zu dem Glauben, dass es irgendwann in einer anderen Situation klappen kann
Wahrscheinlich hätte es unter anderen Umständen mit Ihr geklappt. Ja.
Wahrscheinlich hätte es bis jetzt auch mit einer anderen Frau genau so, wenn nicht besser, geklappt.
Wahrscheinlich wärst du jetzt wirklich glücklicher, hättest du Ihr nocht so lange so viel Gewichtung geschenkt.
Überall gibt es Möglichkeiten. Einen"Fehler" (den du jetzt im Nachhinein bei Ihr so siehst) begehst du evtl. jetzt nun in einer anderen Form.
Nur so als Denkanstoß.

Ich würde Sie als schöne und interessante evtl. sogar lehrreiche Erfahrung einsortieren und dankbar dafür sein, was und wie alles gekommen ist. Das Leben besteht aus vielen verpassten Gelegenheiten. Das macht es auf der anderen Seite ja auch so spannend und schön. Ich hoffe du sammelst noch mit anderen Menschen und evtl einer anderen Angebeteten weitere und schöne Erfahrungen :)
 
Dabei
6 Mrz 2013
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5.957
Irgendwie lahmt das Forum gerade ...

und ich deshalb per se kein schlechter Mensch bin.
Das bist du selbstverständlich nicht.

Das einzige Manko ist, dass ich mich nach wie vor nicht von ihr lösen konnte.
Ähm ... Das ist nicht "das einzige Manko", das ist dein Problem, das also nach wie vor leider fortbesteht.

Da sehe ich derzeit als einzige Möglichkeit, mir wirklich aktiv zu verbieten, an sie zu denken
Das ist eine gute Methode, von der hab ich auch schon Gebrauch gemacht :002:
 
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