Umgang mit der Angst

Dabei
23 Nov 2016
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#1
Hallo ihr Lieben,

aus aktuellem Anlass möchte ich euch fragen, wie ihr mit der latenten Sorge / Angst / Befürchtung, die gerade wegen des Corona-Virus im Alltag da ist, umgeht.

Ich möchte hier keine Diskussion lostreten, ob die Maßnahmen sinnvoll sind oder nicht o.ä., sondern mich interessiert, wie ihr mit der Belastung umgeht, falls es für euch überhaupt eine Belastung darstellt.

Ich frage euch deshalb, weil es mich schon beschäftigt. Gestern Abend habe ich zusammen mit meinem Lebensgefährten auf dem Sofa vor dem TV gesessen, als er plötzlich zu mir meinte, dass er wieder mit Spannungs- und Beklemmungsgefühlen zu kämpfen habe. Es fiel ihm schwer, ruhig zu sprechen, seine Stimme war zittrig und er war kurzatmig. Zum Hintergrund muss ich sagen, dass mein Freund 2017 sehr mit Panikattaken zu kämpfen und eine Angststörung entwickelt hatte. Seit 2 Jahren hat er das aber im Griff und er hatte in der gesamten Zeit keine einzige Panikattacke mehr.

Gestern Abend war also das erste Mal wieder so ein kritischer Punkt erreicht. Er meinte, dass ihn diese Corona-Sache unterschwellig so belasten würde, dass er es darauf zurückführt. Es triggert ihn irgendwie. Vielleicht weil ständig von Krankheit und Tod in den Medien die Rede ist. Er war gestern Vormittag Lebensmittel Einkaufen und kam total niedergeschlagen wieder.

Ich habe ihm zugehört, versucht ihn zu beruhigen und den Fernseher ausgeschaltet. Wir haben uns dann später einen Film gestreamt, der nichts mit Krankheit und Tod zu tun hatte und uns abgelenkt. Aber das löst natürlich auch nicht das Problem.

Mir selbst macht die Situation nicht so viel aus wie ihm. Wir haben das große Glück, dass wir sehr ländlich wohnen und einen großen Garten haben. Außerdem können wir in die Natur raus, ohne anderen Menschen zu begegnen, weil es hier keine öffentlichen Flächen gibt. Vormittags bin ich im Homeoffice, meine Kinder bearbeiten ihre Schulaufgaben und nachmittags buddeln wir im Garten. Meine Kinder finden es ätzend, dass sie sich mit ihren Freunden nicht verabreden können, aber sie finden es prima, dass ich mit ihnen koche und spiele und Zeit für sie habe. Da ich normalerweise viel arbeite und ihnen nicht viel Aufmerksamkeit schenken kann, finden sie es gerade toll.

Aber die Menschen sind ja auch sehr unterschiedlich. Ich bin jemand, der auch gut zuhause bleiben kann und nicht immer unterwegs sein muss. Mein Lebensgefährte ist nicht so "häuslich". Ihn belastet es, dass er nicht so viel raus und in die Stadt gehen kann. Manche Menschen pflegen viele soziale Kontakte, anderen reichen einige wenige intensive.

Während ich der Situation auch etwas Positives abgewinnen kann, weil sich der Arbeitsstress etwas reduziert hat und ich den Kindern Zeit widmen kann, mache ich mir um meinen Freund Sorgen.

Wie geht es euch mit der derzeitigen Situation?
 
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Dabei
6 Feb 2017
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#2
Mir persönlich geht es ganz gut. Ich habe meine Beschäftigungen nicht offiziell verloren, aber ich werde nicht mehr eingesetzt und da ich in keinem Job fest angestellt war, bekomme ich so nun auch kein Gehalt mehr.

Aber ich hatte auf einen größeren Urlaub im Spätsommer gespart und da der nun sowieso nicht stattfinden kann, kann ich dieses Geld erst mal verwenden. Ich bin also beeinflusst, aber nur minimal. Wenn ich Nachrichten gucke und Bilder aus Venezuela sehe, in denen Leute kein Geld mehr haben und gerne ihr Hab und Gut verkaufen würden, aber niemand momentan etwas abkaufen würde und sie deshalb einfach hungern, ich dann aus dem Haus gehe und alles was ich sehe, ist, dass es etwas ruhiger ist als sonst, Menschen vor Geschäften Schlange stehen und mehr Abstand zueinander halten, dann wird mir wieder so richtig bewusst, wie gut man es hat, die Krise hier zu erleben und nicht woanders.

Meine Familie hat Freunde in China (sind auch Chinesen) und als Corona in unserem Land ankam und es erste Infizierte gab, meldeten die sich alle. Fragten, ob es uns gut gehen würde und ob wir unseren Mundschutz tragen würden. Und auf die Erklärung, dass man das hier nicht so macht und wir noch niemanden mit Mundschutz gesehen haben, kam die Reaktion "Wieso seid ihr so verantwortungslos? Ihr habt doch gesehen, wie es sich verbreitet. Was, wenn ihr auf einmal Symptome bekommt, warum schützt ihr die anderen nicht?"
Und es ging eigentlich kaum, denen das zu erklären. Insofern finde ich die "deutsche Perspektive", die ich hier mitbekomme und interpretiere als "Ja, ich bleib bisschen mehr zu Hause und halte Abstand, aber nur solange es nicht zu unbequem für mich ist, das zu tun!" echt armselig.
Ich fände es nicht zu viel verlangt, wenn man beruflich nicht raus muss, nur noch ein bis höchstens zwei mal die Woche das Haus zu verlassen. Was Hunde angeht, könnte man sich mit Nachbarn koordinieren, sodass, wer sowieso rausgeht, mal klingelt und den Hund mitnimmt oder so.
Ich hab das Gefühl, es sind überall die Hunger Games und ich lebe im Capitol.
Das ist das, was mich persönlich am meisten beschäftigt. Wie ich mein Leben momentan koordiniere, um möglichst selten rausgehen zu müssen, mich gesund zu halten, während ich zu Hause (in einer 1-Zimmer-Wohnung ohne Balkon mit Fenster zum Innenhof) bleibe, zu helfen, wo ich helfen kann, den Überblick über meine Nächsten zu behalten und wie es denen damit geht, und meine Zeit zu Hause sinnvoll zu füllen, damit ich als improved-Version aus der Krise herauskomme und nicht als abgebauter Mensch.

Aber ich reagiere psychisch eben auch nicht besonders stark auf die negativen News. Mein Bruder ist da zB anders, der war schon immer empathischer als ich. Und wenn der die steigenden Zahlen liest und mitbekommt, wie viele Menschen sterben, dann wird der innerlich mehr als unruhig. Ihn zieht das richtig runter. Nicht, weil er Angst um sich selbst hat, sondern weil er weiß, dass der Welt gerade etwas Schlimmes passiert und er es dann auch spürt. So ist er einfach, so war er schon immer.
Während es mir also eher hilft, mich mit der Thematik zu beschäftigen und zu überlegen wo ich vielleicht etwas beitragen kann, auch wenn es nur was super kleines sein mag, wovon nicht mal bewiesen ist, ob es überhaupt eine positive Auswirkung haben wird, würde es ihm eher helfen, sich abzulenken und mehr auf sich selbst und darauf, dass er psychisch gesund bleibt, zu fokussieren.
 
Dabei
6 Mrz 2013
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#3
Liebe Badesalz, danke für diesen Thread. Es ist gut, wenn man sich über die Gefühle, die man iVm dieser Krise hat, gezielt Gedanken macht.

Ich habe ein eher beklemmendes Gefühl.

Allerdings, wenn ich mich so frage: Eine konkrete Angst um meine Gesundheit und die meiner Familienangehörigen und Freunde habe ich eigentlich eher nicht. (Das muss ich mir immer wieder vor Augen halten, wenn sich die Beklemmung breit macht.) Die Risikogruppenangehörigen gehen halt nicht raus und werden von uns versorgt. Zum Glück sind sie vernünftig und kommen mit dem physischen Alleinesein gut klar. Und ich verhalte mich auch vernünftig, da ist die Gefahr hoffentlich geringer. Und wenn man es dann doch kriegt, muss es ja nicht gleich die schwerste Variante sein.

Es ist sehr unheimlich, die leeren Züge und Straßen zu sehen, sich im Zug auf dem Weg zur Arbeit möglichst mit Abstand zu anderen zu bewegen, sich zum Einkaufen lieber große Geschäfte und ungewöhnliche Uhrzeiten auszusuchen usw. Und ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass wir das mit den Maßmahmen wie Kontaktverbote und Ausgangsbeschränkungen so hinkriegen, dass unser Gesundheitssystem das packt, bei diesen irren Zahlen. Selber habe ich keine Existenzsorgen, aber ich sehe jetzt schon, wie trotz angeblicher staatlicher Hilfen das einige Betriebe nicht überleben werdem. Ich hab zwar keine großen Ansprüche und könnte mich gut einschränken, aber wenn es jetzt reihenweise Firmen und Geschäfte erwischt - was nicht nur persönlich schlimm ist, sondern auch für die Infrastruktur - dann macht mir das schon Sorgen.

Mir hilft Folgendes:

Um mich herum habe ich eigentlich nur Menschen, die überhaupt nicht zur Panik neigen, auch soweit sie zu Risikogruppen gehören. Das ist beruhigend, wenn man dann der einzige Hysterische wäre, der noch dazu wenig Grund dazu hat.

Ich bin ein Mensch, der sehr gut allein sein kann und sich sehr gut mit sich selbst beschäftigen kann. Solange man noch Spazieren gehen darf, ist das ok, dann erkunde ich halt die Gegend hier.

Man muss sich zwingen, auch die Chancen zu sehen.
Leute mit Kindern haben einerseits große organisatorische und psychologische Probleme (Kinder würden in verlängerten Ferien halt lieber Party machen als lernen), aber sie erzählen mir auch, dass "Familie" gerade eine ganz neue Qualität hat.
Ich fand Skypen bisher immer überflüssig (man muss den anderen beim Telefonieren ja nicht sehen), aber jetzt mach ich das mit alten Leuten, die ja wg Risiko nicht raus sollen, so: Ich lasse sie per Skype am Handy an meinem Ausflug teilhaben.
Ich habe gelernt, dass es TeamViewer gibt, womit man jetzt Leuten aus Risikogruppen, die man nicht aufsuchen darf, von der Ferne den Computer einrichten kann. Das kann man in normalen Zeiten sicher auch gut nutzen.

Wenn Angst aufkeimt, denke ich an andere, die in einer sehr viel schlimmeren Lage sind als ich, dann erscheint mir meine Angst geradezu lächerlich. Der Mann einer Bekannten hat unheilbaren Lungenkrebs. Die wollten demnächst noch ein paar schöne Reisen machen, bis das gar nicht mehr geht. Jetzt "darf" er ärztlicherseits nicht mal Spaziergänge draußen machen, und wer weiß ob er noch eine andere Zeit erlebt. Auch für seine Frau ist das nun noch furchtbarer als vor corona. Jetzt ist auch sie an Haus und Garten gekettet, damit sie ihm nicht den Tod ins Haus bringt.

In der Arbeit probieren wir jetzt verschärft homeoffice und sonstige digitale Lösungen aus. Die Stimmung dort ist nach wie vor relativ gut, bis auf eine noch unterschwellige Neiddiskussion, wer nun homeoffice machen darf. Die Arbeit lenkt mich auch ab. Und in den Räumen dort fühle ich mich relativ sicher, weil es dort einen extrem hohen Prozentsatz vernünftiger Menschen gibt.
 
Dabei
2 Nov 2015
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#4
Mir geht es soweit gut. Ich persönlich habe das Glück in einem gesunden Unternehmen zu arbeiten, das in einem systemrelevanten Bereich tätig ist. Insofern fahre ich nach wie vor täglich zu meiner Arbeitsstätte. Ein Teil der Belegschaft (Bereiche, die nicht vor Ort sein müssen, Alleinerziehende uvm) sind im Homeoffice, in den anderen Bereichen wurde eine räumliche Entzerrung vorgenommen, so dass die verbliebenen Mitarbeiter nun soweit möglich ein eigenes Büro haben.

In meinem Umfeld sind viele in Bereichen tätig, in denen ein Ausweichen auf das Homeoffice problemlos möglich ist, ich habe aber auch Freunde, die inzwischen in Kurzarbeit sind und in deren Firmen auch Probezeitkündigungen vorgenommen wurden. Ich merke auch bei uns, dass in der Probezeit trotz aller Stabilität die Sorge auf eine Kündigung da ist. Ich denke ein Jobwechsel zu dieser Zeit ist einfach mit besonders viel Unsicherheit verbunden.

Im Privaten hat sich vieles ins Virtuelle verlagert. So finden in meinen Freundeskreisen Videochats und dergleichen statt. Das ist schön, wenngleich es den privaten Kontakt natürlich nicht ersetzen kann.

Was das Haus verlassen und den Partner sehen angeht, sehe ich es nicht so eng wie idkat.
Unter der Woche fahre ich täglich (mit dem Auto) zur Arbeit. Die Wochenenden verbringe ich mit meinem Freund. Gerade da wir noch nicht so lange zusammen sind, tut es uns gut. Glücklicherweise haben wir einen sehr ähnlichen Umgang mit der Situation und nehmen sie ähnlich wahr. Wir gehen viel Fahrradfahren und spazieren, ansonsten mal einkaufen. Ich bin dabei sein einziger sozialer Kontakt. Er ist seit Wochen im Homeoffice und abgesehen vom Partner treffen wir uns konsequent mit niemandem. Alle Einladungen schlage ich freundlich aber bestimmt aus und meine Familie sehe ich auch nur noch virtuell derzeit. Ohne Spaziergänge und Fahrradfahren wäre ich vermutlich noch um einiges hibbeliger, so ist es erträglich und durch die Arbeit komme ich auch regelmäßig unter Menschen.

Unter der Woche bin ich dann in meiner Wohnung. Kümmere mich um meine Pflanzen und habe angefangen, all die vielen Dinge zu erledigen, zu denen man sonst oft nicht so kommt: Ausgiebiger Frühjahrsputz, Keller entrümpeln uvm.

Auch wenn es mich selbst bisher nicht so schwer trifft, tut es mir um diejenigen Leid, deren Existenz auf dem Spiel steht. Allein schon deshalb ist es für mich selbstverständlich im Freien und beim Einkauf Abstand zu halten und meine Kontakte sehr konsequent einzuschränken und regelmäßig die Hände zu waschen und desinfizieren. Ich persönliche habe keine Angst vor dem Virus, aber ich respektiere die Angst mancher Kollegen und Mitmenschen.
 
Dabei
24 Sep 2017
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#5
Hallo,
weniger Autos, weniger Flugzeuge, weniger Fabriken, die sozialen Medien schlagen einen empathischeren Ton an, wenngleich die Hetze immer noch da ist.
Es trifft bei sowas immer die gleichen Menschen in unserem System, doch diese bekommen jetzt Beifall und hoffentlich Unterstützung in ihrem nächsten Kampf für angemessene Bezahlung und Arbeitszeiten.
Mir geht's mal so, mal so.
Wenn's mir schlecht geht, wiederhole ich Gegenargumente gegen Solidarität, die ich mir die letzten Jahre immer wieder angehört habe, in der Hoffnung, dass sie jemand, der sie mal sagte, wiedererkennen könnte, um sie nach der Corona-Welle nicht mehr zu sagen.

Hoffe, dass es euch und euren Liebsten auch schon wieder besser geht, die Situation ist ja auch nicht leicht.
 
Dabei
15 Jun 2019
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#6
Ein beklemmendes Gefühl habe ich eigentlich nicht. Die einzige Sorge, die umtreibt, ist aktuell nur die, wie es nun eigentlich mit dem Studium weiter gehen soll. Noch hält man sich da recht bedeckt. Ansonsten halte ich mich einfach an das, was sinnvoll ist. Ich wasche mir regelmäßig die Hände, das mach ich aber sowieso immer, nicht nur in Coronazeiten. Raus gehe ich aktuell nur alleine zum Spazierengehen oder mit meiner Mum, wenn wir was einkaufen. Oder halt draußen im Garten, wenn das Wetter mitspielt. Mit Freunden treffe ich mich gerade gar nicht, wir halten über WhatsApp Kontakt. Mein Freund ist aktuell bei seiner Familie, sodass wir zwei uns gerade auch nicht sehen.

Angst habe ich keine, weil ich realistisch bin. Vielleicht sehe ich die Sache als angehende Biologin auch generell entspannter. Krankheiten hat es schon immer gegeben, es wird sie immer geben und die aktuelle Pandemie überrascht mich nicht wirklich. Zu Robert Kochs Zeiten starb noch jeder siebte in Deutschland an Tuberkulose. Streng genommen war eine neue Pandemie längst überfällig.
Was mich aktuell aber ein wenig wütend macht ist, dass man trotz der Warnschüsse in den vergangenen Jahren -SARS 2002, Schweinegrippe 2009 und 2010 und MERS 2014, 2015 und 2016- nix gelernt hat bzw. die Verantwortlichen nicht reagiert haben. Etliche Professoren haben kürzlich beklagt, dass sie schon längst an einem Impfstoff gegen Corona-Viren geforscht haben und es ihn schon lange auf dem Markt geben könnte, wenn man ihre Forschung finanziert hätte. Doch alle Anträge seien abgelehnt worden und die Pharmaindustrie war an der Forschung nicht interessiert. Der Markt dafür schien zu wenig lukrativ zu sein. Auf der anderen Seite wurde unser Gesundheitssystem in der Vergangenheit viel zu stark auf Kostensenkung und Effizient getrimmt, das rächt sich nun. So schlimm wie in Spanien und Italien ist es hier zum Glück noch nicht und ich hoffe echt, dass wir die Kurve kriegen und es nicht erst zu einem Kollaps des Gesundheitssystems kommen lassen. Aber vielleicht wird die Corona-Krise ja auch eine echte Chance, dass man wenigstens mal wieder darüber offen diskutiert, was man hier dringend verbessern muss. Bessere Ausstattung, mehr Personal, weniger Kosteneffizienz und dafür höhere Qualität. Krankenhäuser sollen nun mal die Bevölkerung gesund erhalten und keine wirtschaftlich rentablen Betriebe sein.

Gleichzeitig finde ich es einfach nur peinlich, dass man nun in blinden Aktionismus verfällt. Ich find's ja auch richtig, dass man alles tut, um die Krankheit einzudämmen und die Infektionskurve zu verlangsamen. Ich habe einen Opa daheim, der ist jetzt 80 und natürlich sorge ich mich, dass er sich i-wo anstecken könnte. Es ist richtig, dass das öffentliche Leben weitgehend runtergefahren wurde. Aber bei vielen Maßnahmen denkt man einfach nicht nach, sondern tut nur, damit die Bevölkerung sieht, dass man nicht tatenlos zusieht.
In meiner Heimatstadt soll z. B. jetzt jeder Bürger mit einer Schutzmaske ausgestattet werden. Weil es nicht genug gibt, sollen die Leute sich selbst welche schneidern. Die Stadt hat sogar extra eine Schnittvorlage auf ihrer Homepage hochgeladen. Dabei ist gar nicht erwiesen, dass der Mundschutz bei gesunden Menschen überhaupt etwas nützt und noch wirksamer schützt als Abstand zu halten. Sinnvoll ist ein Mundschutz bei Personen, die bereits infiziert sind und ihre Tröpfchen fröhlich ausbreiten oder bei Pflege- und Arztpersonal, das engen Kontakt mit Infizierten haben muss. Warum verteilt man dann also die ohnehin schon knappen Ressourcen unter der gesunden Bevölkerung anstatt damit die Krankenhäuser auszustatten, wo sie wirklich gebraucht werden und immer knapper noch dazu? Klarer Fall von gut gemeint, aber nicht nachgedacht.

Passt bitte alle auf euch auf, bleibt gesund und macht das Beste aus der momentanen Situation! Gemeinsam werden wir das schon schaukeln.
 
Dabei
6 Feb 2017
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#7
@JuliaA Deinen Punkt, was die Verteilung der Mundschutzmasken angeht, verstehe ich. Aber das eigene Nähen und dann auch Tragen einer, klaut ja niemandem Ressourcen und tut niemandem weh. Das ist für mich dann eher so ein Fall von "Schadet niemandem und bringt eventuell ein bisschen was". Und da bin ich dann schon eher die Vertreterin, es einfach zu machen, anstatt monatelang zu diskutieren, ob es denn wirklich etwas bringt und wenn ja, wie viel.
 
Dabei
3 Jan 2019
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#8
Hallo allerseits,

ehrlich gesagt habe ich keine Angst um mich selber, aber um meine Kinder und besonders um meine Enkeltochter. Meine Eltern sind längst verstorben und leider auch mein Bruder. Mir ist klar, dass ich dann der nächste bin, wenn nichts unvorhergesehenes geschieht. Zu den Risikogruppen gehöre ich inzwischen selbst.

Da ich aufgrund eines Schlaganfalls berentet bin, bin ich einer beruflichen Belastung nicht mehr ausgesetzt. Bei mir ist die Belastung eher finanzieller Natur und hat mit Corona nichts zu tun. Klar, wenn wegen der Krise plötzlich keine Mieten mehr eingingen, müsste ich Sozialhilfe beantragen. Das sind aber eher Sorgen und Befürchtungen, noch kein wirkliches Thema.

Ich befinde mich seit 16 Tagen in selbstauferlegter Quarantäne und war in der Zeit nur einmal bei der Apotheke. Da ich auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen bin, habe ich bis jetzt auf deren Benutzung verzichtet. Meine Kinder haben zum Großteil für mich eingekauft, aber auch Menschen aus meiner Gemeinde. Wir rufen uns gegenseitig an und sprechen miteinander. Skypen ist bei uns weniger möglich, da die Leute schon etwas älter sind und teilweise weder Computer, noch Webcam oder Handy besitzen (Ja, das gibt's!) - Telephon hat aber jeder.

Allerdings muss ich zugeben, dass es mir langsam reicht. Wie ich das noch bis zum 20. April durchstehen soll, weiß ich nicht. Und dann ist es ja auch noch nicht vorbei. Insofern auch einmal Danke an dieses Forum. Als junger Mensch hätte ich das ganze wahrscheinlich lockerer gesehen. Ich denke aber, dass die Sterberate in Deutschland im Vergleich recht niedrig ist. Folglich waren die getroffenen Maßnahmen nicht so verkehrt.

Ich wünsche uns allen, dass wir gesund bleiben und diese Krise bald vorüber ist.
 
Dabei
5 Nov 2007
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#9
........Während ich der Situation auch etwas Positives abgewinnen kann, weil sich der Arbeitsstress etwas reduziert hat und ich den Kindern Zeit widmen kann, mache ich mir um meinen Freund Sorgen.

Wie geht es euch mit der derzeitigen Situation?
Zuerst, auch ich freue mich, dass du wieder unter uns bist. Deine Beiträge sind immer eine Bereicherung für das Forum.

Die jetzigen Einschränkungen empfinde ich nicht als Problem und sie machen mir auch keine Ängste, obwohl ich weiß, dass ich zur Risikogruppe gehöre. Ich hab mir schon selber Beschränkungen erteilt, bevor die Politik sich auf die jetzigen Regelungen verständigte. Meine Frau und meine Töchter passen auch auf, dass ich alles einhalte. Traurig finde ich, dass ich vorerst nicht mehr reisen kann. Eine gebuchte Reise nach Spanien und nach Russland mussten wir abschreiben und niemand weiß, wie das weitergeht.

Mit meiner Tochter in Spanien sind wir in regelmäßigem Kontakt. Und ich höre, dass dort alles schlimmer ist. Ein Onkel über 80 lebt in seiner Familie in einer verlassenen Gegend,wo fast alle vor einer Generation weggezogen sind . Er ist infiziert und alle machen sich Sorgen, weil es dort gar kein funktionierendes Gesundheitssystem gibt. Auch ein junger Mann aus der Abi-Klasse meiner Enkelin war zu Studienzwecken in Südamerika, kam gerade noch zurück nach Spanien, ist aber, wie sich jetzt herausstelle, infiziert, und hat auch die Mutter angesteckt.

Da ist mir bewusst geworden, dass es auf der Welt viel schlimmer sein kann, wie in Deutschland.
 
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Dabei
5 Jun 2015
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#10
ich sehe das wie du Nick.
Mir ist einmal mehr bewußt wie previlegiert wir hier in Deutschland leben.
ich denke viel an die Menschen, die keine Chancen haben vernünftig versorgt zu werden.
Ich bin zur Zeit bei meiner Tochter um sie zu unterstützen, da ihr Kind Hilfe braucht.
Da sie selbständig in einer Branche arbeitet, die zur aktuellen Situation große Einbußen hat, mache ich mir natürlich Sorgen um ihre finanzielle Situation, da ihr Mann mit seiner Zweitausbildung noch eine Weile braucht, ehe er ein gesichertes Einkommen hat.
Doch die Beiden sind klug und umsichtig und werden mit Krisen fertig, hoffe Ich.

Ich wünsche Euch allen Gelassenheit und ein gutes Abwehrsystem.
 
Dabei
15 Jun 2019
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#11
@JuliaA Deinen Punkt, was die Verteilung der Mundschutzmasken angeht, verstehe ich. Aber das eigene Nähen und dann auch Tragen einer, klaut ja niemandem Ressourcen und tut niemandem weh. Das ist für mich dann eher so ein Fall von "Schadet niemandem und bringt eventuell ein bisschen was". Und da bin ich dann schon eher die Vertreterin, es einfach zu machen, anstatt monatelang zu diskutieren, ob es denn wirklich etwas bringt und wenn ja, wie viel.
Schadet vielleicht nicht, solange jeder sich die Masken selbst anfertigt. Aber warum dann noch schon vorhandene Masken an die Bevölkerung verteilen wollen, wenn sie woanders weit dringender gebraucht werden? Und warum fordert man denn die Bürger nicht auf, Masken für die Krankenhäuser anzufertigen, wo sie sinnvoll eingesetzt werden könnten? Das RKI empfiehlt schon für die Krankenhäuser, Einmalschutzmasken mehrmals zu verwenden, weil es zu wenige gibt. Warum also nicht für die welche anfertigen lassen?

Es ist auch nicht das einzige Beispiel. Im städtischen Krankenhaus dürfen werdende Väter jetzt nicht mehr mit in den Kreißsaal, um das Personal vor einer Ansteckung zu schützen. Nicht mal in Bayern, wo die Ausgangssperre schon sehr streng ist, gibt es so eine überzogene und nicht zu Ende gedachte Regelung. Wenn ein Vater infiziert sein sollte, dann ist es die werdende Mutter mit Sicherheit ebenfalls und das Personal könnte sich trotzdem infizieren.

Noch so'n Beispiel: in die Supermärkte darf man nur noch mit Einkaufswagen. Selbst wenn ich nur eine weinzige Kleinigkeit brauche, die ich problemlos tragen kann, muss ich einen Einkaufswagen nehmen. Warum? Weil den vor mir bestimmt schon jemand angefasst hat und der Griff anschließend natürlich nicht desiinfiziert wurde, werde ich gezwungen, die Keimschleuder anzufassen und mich einem wahrscheinlich höheren Ansteckungsrisiko auszusetzen als meinen Einkauf schnell ohne Wagen zu erledigen. Diese Logik muss mir erst mal einer vernünftig erklären können.

Deshalb finde ich schon, dass man über Sinn und Unsinn von Schutzmaßnahmen diskutieren können muss und soll. Was sinnvoll ist, unterstütze ich voll und ganz und da halte ich mich bereitwillig dran.
 
Dabei
6 Feb 2017
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#12
Ich habe heute auf Youtube einen Kommentar gelesen, in dem eine Frau davon schrieb, dass sie blind ist und es faszinierend findet, wie die Pandemie sehende Menschen dazu zwingt physische und emotionale Isolation zu erfahren. Sie schrieb, dass sie, weil sie Menschen, wenn sie unterwegs ist, nicht sieht, auch weniger beiläufige Konversationen mit Fremden hat und dass sie nie Augenkontakt oder ein Lächeln erfährt. Dass es sich sehr isolierend anfühlen kann und Blinde überlegte Schritte gehen müssen, um dieses Gefühl zu ändern. Und dass oft auch emotional intelligente, sehende Menschen nicht verstehen können, was für Langzeitfolgen das emotional und sozial für sie haben kann.
Sie schrieb dann noch weiter, dass sie es interessant findet, wie Corona nun die sehenden Menschen in ihrem Leben emotional beeinflusst und wie schwer es da manche erwischt. Aber dass alles eine Frage der Perspektive und Anpassungsfähigkeit ist und diese Menschen sich anpassen werden, so wie auch die Menschen in ihrem Leben sich angepasst haben, die auf einmal ihre Fähigkeit zu Sehen verloren haben. Einfach weil es das ist, was Menschen tun. <3

Ich fand das einerseits total interessant, aber ich fand es auch Mut machend. Deshalb wollte ich es hier gerne teilen. Ich hoffe es geht allen hier nach wie vor gut und deinem Freund, Badesalz, schon wieder besser! :)
 
Dabei
2 Nov 2015
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#15
Hilft euch das Wetter?
Ich muss gestehen, ich habe mich das Wochenende nicht eingeschränkt gefühlt. Im Grunde war Corona am Wochenende einfach außen vor. Ich war Fahrradfahren, spazieren, habe die Sonne auf dem Balkon genossen, mein Fahrrad Saisonfertig gemacht und mich um meine Pflanzen gekümmert. Und natürlich lecker gekocht. Natürlich hätte ich auch bedauern können, dass ich meinem üblichen Sport nicht nachgehen und nicht grillen konnte, aber warum sollte ich ein so schönes, sonnig-entspanntes Wochenende grundlos verderben? Meine Antwort ist daher: ja, das Wetter macht es uns gerade leichter. Seht ihr das anders? Wie ist es bei euch?

Wie steht ihr zu einer Corona-App?
Ich persönlich habe kein Problem damit und werde sie auch installieren, wenn sie kommt.
 
Dabei
6 Mrz 2013
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#16
Mich stört es bei schlechtem Wetter weniger, wenn ich draußen nicht das machen kann was ich normalerweise draußen mache. Aber was soll’s, ist jetzt eben so, lernt man halt mal die Heimat besser kennen.

Den Sinn einer Corona App hab ich noch nicht kapiert. Wenn ich infiziert bin und rumlaufe, was ich nicht sollte/ darf, teilt die das anderen mit? Wenn ich irgendwo einem Infizierten begegnet bin, teilt die mir das mit, und was soll ich dann machen?
 
Dabei
2 Nov 2015
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#17
Die soll über Bluetooth Kontaktinformationen sammeln. Wenn dann jemand positiv getestet wird, mit dem man (längeren) Kontakt hatte, bekommt man eine Information mit der Empfehlung sich in Quarantäne zu begeben. Die genauen Parameter sind mir allerdings nicht bekannt. Vielleicht kann jemand mit Expertise in diesem Bereich das aber auch noch schöner und korrekter erklären :)
 
Dabei
6 Feb 2017
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#18
Ich hätte nichts gegen die App, was die Datensammlung angeht. Aber dauerhaft mein Bluetooth anzuhaben wär mir zu gefährlich. Ich hab mich aber auch noch nicht näher damit beschäftigt, ob das überhaupt nötig wäre.

Das Wetter spielt für mich eher weniger eine Rolle, weil ich ja (vor allem am WE) zu Hause bleibe. Ich glaube so im Vergleich hat mir der Regen an der Fensterscheibe besser gefallen. Aber solange es sich abwechselt und nicht jeder Tag gleich ist, bin ich eigentlich am glücklichsten. :)
 
Dabei
6 Feb 2017
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#19
Hallo ihr Lieben,

ich wollte hier noch mal reinschreiben und nach eurer Gefühlslage jetzt etwa einen Monat später fragen..

Bei mir ist es so, dass sich mein Gefühl etwas verändert hat. Als es anfing war meine Einstellung "Das ist jetzt Zeit um Raum, um deine Unabhängigkeit, Belastbarkeit und Anpassungsfähigkeit zu testen und gegebenenfalls zu trainieren, vergeude das nicht!"
Jetzt ist es einen Monat später und ich hab das Gefühl, das meine Anpassungsfähigkeit recht gut war. Ich hatte manchmal sensible Tage, an denen mich schnell etwas zum Weinen bringen konnte (also nicht unbedingt negativ, auch ein rührender Film oder so konnte das, aber ich war eben sensibel), aber abgesehen davon hab ich keine große Negativwirkung auf mich feststellen können.
Jetzt habe ich letztens eine Umfrage mitgemacht und festgestellt das neben einigen Dingen, die sich bei mir positiv entwickelt haben (mehr Sport, weniger Alkohol, gesündere Ernährung) sich auch was negativ entwickelt hat: Mehr Bildschirmzeit und weniger Zeit in einer aufrechten, stehenden Haltung. Etwa zeitgleich hat sich die Tafel bei mir zurückgemeldet, dass sie nun doch Hilfe brauchen würden (war letzten Monat noch nicht so). Also dachte ich, das passt ja gut zusammen, dann hab ich 1-2 Tage die Woche mit einer Arbeit in einer aufrechten Haltung und keiner Bildschirmzeit.
Und jetzt mache ich das also seit kurzem und diese Tage machen mich voll fertig. Dieses ganze Stehen und dann noch unter Menschen... Obwohl man nicht mal viel redet, weil wir ja auch Abstandsregeln haben usw.
Obwohl ich während Corona immer Übungen (auch Rückenübungen) gemacht hab, tut nach 4 Stunden stehen mein Rücken weh. Und obwohl ich immer ein geselliger Mensch war, denke ich jetzt nach 2 Stunden unter Menschen "Ich will nach Hause".
Ich hab großen Respekt davor, wie das für mich wird, wenn alles wieder gelockert wird. Jetzt sind die ersten Lockerungen gekommen und die Menschen stürmen teilweise raus (ich seh das nur auf Bildern, die mir ein Freund schickt, der in der Nähe einer Fußgängerzone wohnt, und das immer auf seinen Spaziergängen mitbekommt, wie voll die wieder ist) und ich hab überhaupt kein Bedürfnis danach. Obwohl ich schon einiges vermisse, so ist es nicht. Aber ich denke eben, dass es mich anfänglich trotzdem überfordern wird, wieder überall Menschen zu treffen, die sich mit mir unterhalten wollen.
Ich frag mich, wie lange das dauern wird, ehe ich wieder der gesellige Mensch bin, der jeden Tag eine Verabredung hat und viel Zeit in Bars und Restaurants verbringt. Ich glaube, dass ich mich da wieder langsam dran gewöhnen werden muss, was ich irgendwie verrückt finde, wo ich mich an die Quarantäne so vergleichsweise schnell gewöhnt hatte.

Wie ist das bei euch? Zählt ihr die Tage, bis ihr endlich wieder dies und das machen dürft, oder werdet ihr auch langsam wieder daran gewöhnen müssen?
 
Dabei
6 Mrz 2013
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#20
Bei mir ist es eher so, dass ich mich an dieses corona Dings gewöhnt habe. Der geplante Auslands-Sommerurlaub ist eh futsch, das war mir schon länger klar. Gibt aber auch hier schöne Möglichkeiten, in der Natur was zu machen. So gesellig bin ich eh nicht, also Treffen usw haben mir jetzt nicht so wahnsinnig gefehlt. Das ist ja nicht für immer passe, und seit einiger Zeit habe ich einen so stressigen Job, dass ich mir zB abendliche Treffen mit Freunden eh wo rausschneiden muss und am WE dann froh bin, noch in Ruhe was arbeiten zu können und ansonsten mich zu entspannen.

Ich hab eher Schiss, dass das alles jetzt zu schnell hochgefahren wird und die Leute leichtsinnig werden und dann wieder alles von vorne losgeht.
Vor dem ersten Friseurtermin hab ich auch Schiss. Beim Einkaufen ist mir jetzt ein bisschen wohler, nachdem alle eine Maske tragen müssen. Die Züge sind mir dagegen allmählich wieder zu voll, das finde ich sehr unangenehm.

Was ich schade finde, ist, dass es jetzt keine Kaffeerunden im Kollegenkreis usw mehr gibt. Aber dafür quatscht man mal (am Tel oder in Entfernung) intensiver mit Leuten, mit denen man sonst nicht so geredet hat.

Nur dass man zZt alte Leute nicht besuchen darf/ soll, macht mir Kopfzerbrechen. Nicht so sehr wegen mir, sondern wegen denen. Da müssen wir uns irgendwas einfallen lassen, denn so ist das kein Leben für die (im Pflegeheim, oder ganz allein zuhause).
 
Dabei
24 Sep 2017
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#21
Hallo,
ich hatte am Donnerstag beim Einkaufen fast eine Panikattacke wegen all der Leute. Ich habe einige Zeit in Asien verbracht (Thailand und Japan) und gehe "sonst" gerne auf Konzerte (mein letztes Konzert war noch Mitte Februar in Birmingham, kommt mir vor wie letztes Jahr), also bin ich eigentlich an viele Menschen und Menschen mit Gesichtsmasken gewöhnt... also, bin ich wohl mal irgendwann gewesen.
Ich gebe zu, vor einem Feiertag einkaufen zu gehen ist mega dumm, aber ich habe Brot vergessen (Booort) und außerdem richtig Lust auf Cola...
Es waren so verdammt viele Leute da; ich kam darauf nicht klar. Und Abstand war egal. Ich habe gern Abstand gehalten und bin gern aus dem Weg gegangen, ich finde es nicht schlimm, wenn jemand an mir vorbei geht, aber eine Frau hat mir auf die Schulter getippt, ein Mann hat sich hinter mir um mich herum gebeugt, um etwas aus dem Regal zu holen, das vor mir auf Kniehöhe stand.
Ich bin schon sicher, dass ich nicht infiziert bin, aber in dem Moment fühlte ich mich wie die letzte Seuchenschleuder, überall alte Leute, überall die, die man ja eigentlich beschützen will... naja, ich bin dann einfach sehr verdächtig und unvernünftig mit dem Einkaufswagen losgerannt um schnell abhauen zu können.
Aber ich frage mich auch, wie lange es dauert bis ich größere Veranstaltungen wieder besuchen kann. :(

Dafür habe ich neulich zufällig eine Freundin getroffen, als ich beim Arzt war. ❤️... wir hatten so viel zu erzählen, obwohl wir uns jeden Tag schreiben und einmal die Woche Gruppen-telefonieren.
BTW,
https://skribbl.io/
https://pyx-1.pretendyoure.xyz/zy/game.jsp
... wenn ihr einfach nur mal mit Freunden lachen wollt. :)
 
Dabei
6 Feb 2017
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1.831
#22
Twin hat gesagt.:
Ich hab eher Schiss, dass das alles jetzt zu schnell hochgefahren wird und die Leute leichtsinnig werden und dann wieder alles von vorne losgeht.
Das geht mir auch so. In meinem Bekanntenkreis wurde sogar schon wieder ein Geburtstag gefeiert. Ich weiß nicht, wie viele Leute letztlich da waren, aber dass da betrunken Abstandsregeln eingehalten wurden, braucht mir niemand zu erzählen....

Twin hat gesagt.:
Vor dem ersten Friseurtermin hab ich auch Schiss.
Ich auch!! Ich denke, ich werde meine Haare das erste Mal von einer Freundin oder so schneiden lassen und dann einen richtigen Schnitt erst viel später machen lassen.

Twin hat gesagt.:
Nur dass man zZt alte Leute nicht besuchen darf/ soll, macht mir Kopfzerbrechen. Nicht so sehr wegen mir, sondern wegen denen. Da müssen wir uns irgendwas einfallen lassen, denn so ist das kein Leben für die (im Pflegeheim, oder ganz allein zuhause).
Das ist bei uns auch ein Problem, da aus meiner Familie auch niemand in derselben Stadt wohnt, wie mein Opa. Man kann also nicht mal an der Fensterscheibe Tic Tac Toe spielen (ist aus so einem Video, das in den amerikanischen Nachrichten gezeigt wurde. Da hat ein Sohn seine Mutter im Altersheim besucht, indem er sich außen vors Fenster gesetzt hat und sie dann an der Fensterscheibe mit so Filzstiften Spiele gespielt haben).
Bei meinem Opa ist es auch so, dass wenn man ihn anruft, er einen leider auch schlecht versteht und das Gespräch sehr holprig ist und er dann schnell wieder auflegen will. Ich weiß auch nicht so genau, was man da machen könnte.. Skypen wäre das gleiche Problem, zumal er sich ungern mit neuer Technik auseinandersetzt.

Zufallsgenerator hat gesagt.:
BTW,
https://skribbl.io/
https://pyx-1.pretendyoure.xyz/zy/game.jsp
... wenn ihr einfach nur mal mit Freunden lachen wollt. :)
Danke! Von dem ersten hatte ich schon gehört und wollte das eh mal suchen. :) Das zweite sieht noch sehr unausgereift aus... Was soll das am Ende werden?
 
Dabei
6 Feb 2017
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#24
Ah, doch, das Spiel kenn ich! Witzig, meine beste Freundin liebt das, lebt aber in Australien. Aber dann ist diese Brücke ja nun geschlagen :)
 
Dabei
6 Mrz 2013
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#25
Es waren so verdammt viele Leute da; ich kam darauf nicht klar. Und Abstand war egal.
In meinem Bekanntenkreis wurde sogar schon wieder ein Geburtstag gefeiert.
Das ist doch beides in ganz Deutschland nach wie vor verboten. Den Laden würde ich anzeigen, wenn da nicht auf Menge der Käufer und Abstand geachtet wird. Geburtstag im Bekanntenkreis, puh, meldet man natürlich nicht gleich der Polizei, find ich aber trotzdem zum Kotzen!
Selber ist man vorsichtig, und dann wird man von solchen +#xa%%§§ angesteckt!
 
Dabei
6 Feb 2017
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#26
Twin hat gesagt.:
Geburtstag im Bekanntenkreis, puh, meldet man natürlich nicht gleich der Polizei, find ich aber trotzdem zum Kotzen!
Ich stimme dir voll zu. Ich finde es auch anderen Geburtstagskindern gegenüber, die nicht feiern, einfach unfair. Und ich mag den Gedanken nicht, dass man sich selbst an Regeln hält, damit andere sie reinen Gewissens brechen können. Denn dass denen nichts passiert dabei, basiert ja mitunter darauf, dass alle anderen es ernst nehmen und sich daran halten.
 
Dabei
24 Sep 2017
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#28
Den Laden würde ich anzeigen, wenn da nicht auf Menge der Käufer und Abstand geachtet wird.
Das Kaufland? :D
Naja, es gibt keine Verpflichtung, dass die Securities einstellen, die auf die Leute aufpassen, oder? Es staut sich halt an manchen Stellen doch sehr. So wie am Brot. Alle brauchen Brot....
Ich werde jedenfalls künftig andere Läden aufsuchen, in denen eventuell weniger los ist. Und nicht mehr vor einem Feiertag, das ist unklug...
 
Dabei
24 Sep 2017
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#30
Ja, eine gewisse Anzahl hinein zu lassen, aber im Laden selbst gibt es keine Kontrolle darüber, wie sich Menschen verteilen, wer wie nah an wem vorbei geht... und wenn doch, dann müsste jemand das Brot überwachen. :D
Ich würde mir wünschen, dass das alleine geht... naja, da kann man nicht mehr machen als woanders zu anderen Zeiten zu gehen.
 
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