Gehen Fernbeziehungen immer in die Brüche?

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Unregistriert

Gast
#1
Ich habe schon oft mitgekriegt, dass die Fernbeziehungen von Freunden tragisch endeten. Er hat eine Neue, sie liebt ihn nicht mehr oder beide haben sich auseinander gelebt. Es war immer das Gleiche. Ich war deshalb immer der Meinung, ich würde niemals eine Fernbeziehung eingehen,, ich würde lieber alleine bleiben oder Schluss machen.

Und jetzt hat es mich betroffen. Mein Freund, mit dem ich über ein Jahr zusammen bin, wird nächstes Jahr einen neuen Job anfangen, ein paar Stunden Autofahrt entfernt. Es ist sein absoluter Traumjob und ich bin so froh für ihn. Ich freue mich echt, dass das geklappt hat. Aber ich sehe das grade mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Wird es bei mir genauso enden, wie bei meinen Freunden? Woran erkenne ich, dass ich es lieber sein lassen soll? Wir werden uns am Wochenende sehen, um jeden Preis, aber wird das nicht zu stressig?

Ich habe Angst vor dieser Veränderung, gerade weil ich es nur so gesehen habe bei Freunden.

Mir würde es helfen, wenn hier jemand über seine eigene Erfahrung berichten kann oder mir zumindest sagen kann, worauf ich achten sollte in einer Fernbeziehung.
 
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Dabei
15 Mai 2011
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#2
Eins der wichtigsten Dinge ist, ein absehbares Ziel zu haben. Und dieses sollte sein, beieinanderzuwohnen, zusammenzuwohnen bzw. in eurem Fall wieder zusammenzuwohnen. Je länger eine Fernbeziehung geht, desto kleiner ist die Chance, dass sie hält. Dieser Zustand ist kostenintensiv und nervenraubend. Man versucht, die fehlende Zeit sehr intensiv am Wochenende nachzuholen, was oft dazu führt, dass man die freien Wochenenden für sich selbst oder die Freunde kaum mehr nutzen kann. Zudem kann eine Überkompensation durch virtuelle Medien und Telefon entstehen, sodass man sich recht schnell gegenseitig auf den Geist geht. Ein weiteres Problem ist die allgemeine Entfremdung und die Einsicht, dass der Partner fast nie da ist, wenn man ihm gerade nahe sein will. Beides führt zur Abkühlung, und früher oder später taucht dann immer deutlicher die Frage auf, weswegen man sich das weiterhin antun sollte, wenn es doch so viele Leute vom Zielgeschlecht in der eigenen Nähe gibt, bei denen diese Problematiken nicht gegeben sind und die somit eine viel erfüllendere Partnerschaft ermöglichen.

Ergo: Ihr müsst fest aneinander glauben, vermeiden euch mit übertriebenem Kontakt gegenseitig zu stressen und so bald wie möglich eine Lösung für die Distanz schaffen; insofern, dass einer von beiden in die Nähe des anderen zieht.

Euer Vorteil ist der, dass ihr bereits eine Basis habt. Aber auch die wird nicht ewig halten.
 
Dabei
10 Dez 2013
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1
#3
Hey

das was Jesse Blue schreibt ist Richtig. Ihr müsst ein Gemeinsames Ziel haben.Zieh später zu Ihm.ich selber habe 14 Monate in einer Fernbeziehung gelebt.Es waren 400 Km daher konnten wir uns nicht Jedes Wochenende sehen. wir waren zum zeitpunkt als ich wegzog 2Jahre zusammen.
 
Dabei
27 Mai 2013
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#5
Ich werde nicht wegziehen, denn ich habe selbst mein Traumstudium hier. Das mit der virtuellen übermäßigen Kontaktaufnahme wird nicht der Fall sein, da wir zur Zeit auch eine Wochenendbeziehung führen. Wir wohnen 10 min voneinander entfernt. Aber wenn er den Job dort anfängt, wird die größte Veränderung der Stress durchs Pendeln sein. Entweder für ihn, wenn er am WE nach Hause kommt, oder für mich, wenn ich zu ihm fahre. Meine Befürchtung ist auch, dass er unglücklich ist, weil auch für ihn alles ungewohnt ist. Aber ich glaube wir werden das schaffen. Ich hoffe er wird es genauso wollen wie ich. Wirklich Gedanken über eine Zukunft haben wir noch nicht gemacht. Ich will ihn damit auch nicht bedrängen, weil ich selbst auch noch nicht mit ihm zusammenwohnen will.
 
P

Papatom

Gast
#6
Hi,
sorry, aber ich zweifel da ein wenig dran.

Ihr wohnt 10 Min auseinander, kriegt aber trotzdem nur Wochenendbeziehung hin
Ihr habt beide Euren Traumjob weit weg vom Partner
Pendeln macht Euch jetzt schon Sorgen
Zusammenwohnen wollt ihr eh nicht
Keiner würde zum anderen ziehen
Kompromisstypen seid Ihr nicht
Ein "wir" scheint nicht vorhanden

Sorry, aber wirkliches Interesse an der Partnerschaft klingt für mich anders. Zumal scheint Ihr nicht viel über Eure Pläne zu reden, denn man muss ja nicht zwingend so an der Beziehung vorbei planen.

Letztlich zeigt es, dass Eure Selbstverwirklichung wesentlich mehr Priorität hat. Das ist ja nicht verkehrt, jedoch solltest Du Dir dann nicht zu viel Illusionen für Deine Beziehung machen

Grüße
 
Dabei
15 Mai 2011
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#7
Stimmt. Wer 10 Minuten auseinanderwohnt und trotzdem nur eine Wochenendbeziehung zustandebekommt, der hat keine wirklich Beziehung, allenfalls ein Alibi, nur um jedermann erzählen zu können, man sei gebunden. Euer Vorteil ist jedoch, dass ihr diese Sache aufgrund der niederen Priorität, die ihr der Sache beimisst, wohl problemlos aufrechterhalten könnt. Bleibt nur die Frage, weswegen man sich jede Woche viele hundert Kilometer für so etwas antun sollte, wenn man sich offensichtlich nicht wirklich zu vermissen scheint.
 
Dabei
27 Mai 2013
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#8
Es ist keineswegs so, dass wir uns nicht so oft sehen, weil wir der Partnerschaft nicht genug beimessen. Es ist viel mehr so, dass wir uns zu nichts gezwungen fühlen wollen. Da ich für mein Studium etwa drei Stunden am Tag Zugfahre, möchte ich auch meine Ruhe und Zeit für mich haben. Wenn mir mal danach ist, gehe ich auch mal in der Woche zu ihm. Wir sind beide der Meinung, dass zusammenziehen erst in ein paar Jahren in Frage kommt. Für mich ist diese Entscheidung richtig, ich bin erst 19 und das ist für mich nicht der richtige Zeitpunkt, mich mit einer Wohnung an ihn zu binden. Ich denke nicht, dass ich ihn deshalb weniger liebe als Paare, die zusammen wohnen. Es ist auch kein Alibi für Freunde oder der Gleichen, ich prahle nicht mit sowas.
 
Dabei
5 Sep 2011
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#9
Ich denke nicht, dass ich ihn deshalb weniger liebe als Paare, die zusammen wohnen.
Liebe hat nichts mit Zusammenleben zu tun, sondern mit der Qualitätszeit, die man gemeinsam verbringt.

Fakt ist: 19 ist sehr jung für eine dauerhafte und feste Bindung. Unter diesem Gesichtspunkt ist es aber auch unwahrscheinlich, dass ihr eine Fernbeziehung aufrechterhalten könnt, weil ihr eben nicht das Ziel verfolgt, die Distanz (sowohl räumlich als auch emotional) möglichst bald zu verkleinern oder ganz aufzulösen.
 
Dabei
15 Mai 2011
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#10
Es geht nicht ums Zusammenziehen, sondern darum, dass Du aussagtest, dass ihr euch trotz der geringen Distanz nur am WE seht (was Du jetzt ja widerrufen hast). Da ihr letztendlich die gleiche Einstellung dazu habt und distanzierter als andere Paare zueinander seid, habt ihr einerseits sogar größere Chancen als die meisten, dass diese Partnerschaft auch als Fernbeziehung hinhaut. Dass das andererseits jahrelang hält, ist eher zu bezweifeln. Denn der finanzielle Aspekt steht im Raum, sowie der Aufwand, den es braucht, um sich zu sehen. Letztendlich müsst ihr es einfach versuchen, wenn es euch wert erscheint.
 
P

Papatom

Gast
#11
Hi,

Es ist viel mehr so, dass wir uns zu nichts gezwungen fühlen wollen..
Du musst Dich dafür gar nicht rechtfertigen. Denn es wirft Dir ja keiner Vor, Prioritäten zu setzen. Das ist gut und wichtig. Es macht nur keinen Sinn, wenn man seine Prioritäten komplett weg von einem Thema setzt, dann zu jammern oder sich zu frage, ob und was das wird....denn das kann man sich dann auch elber beantworten.

Grüße
 
Dabei
27 Mai 2013
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#12
Ich weiß, dass ich zur Zeit meine oberste Priorität auf mein Studium lege und dass daran nichts verwerflich ist, da ich selbst für mein Glück verantwortlich bin. Aber das heißt ja nicht, dass mir meine Beziehung unwichtig ist. Ich liebe meinen Partner sehr und das beruht auf Gegenseitigkeit. Genau das ist letztendlich auch der Grund aus dem ich Angst habe, dass sich das ändert. Ich habe meinen Partner gefragt, wie es aussieht mit uns wenn er dort arbeitet. Er meinte, er würde nach Hause kommen an den Wochenenden. Schließlich hat er hier auch vieles, was ihm wichtig ist. Ich hoffe nur, das die Qualität der gemeinsam verbrachten Zeit nicht darunter leiden muss. Ich werde ihm den Vorschlag machen, auch mal zu ihm zu fahren, wenn er mal keine Lust hat, nach Hause zu fahren. Weiterhin werde ich mal ganz vorsichtig nach einer gemeinsamen Zukunftsvorstellung fragen. Wie macht man sowas am besten?
 
P

Papatom

Gast
#15
Ich meine natürlich ohne mit der Tür ins Haus zu fallen.
Was wäre daran so schlimm? Ich meine, es ist auf Dauer wichtig für eine Fernbeziehung, dass ein Ende absehbar ist. Es sei denn bei sind extrem wohlhabend, beruflich in der Lage ihre Arbeitszeiten selber frei festlegen zu können und innerlich unabhängig genug, wobei der Beziehung trotzdem genug Wert beigemessen wird. Klingt für mich eher unwahrscheinlich.

Du musst ja nix fest machen. Auch nicht auf den Tag genau planen. Aber man kann doch mal drüber reden, wie das Interesse ist, zusammenzuleben. Ich fände, das wäre sogar ein schönes Thema. Wovor hast Du Angst?

Gruß
 
Dabei
27 Mai 2013
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#16
Ja es ist schon ziemlich unwahrscheinlich, dass wir das über Jahre hinbekommen. Auch wenn er das Glück hat, sich seine Arbeit einzuteilen (Firma seines Vaters), wird es bei mir anders aussehen. Ich habe Angst davor, darüber zu reden, weil er genauso ist wie ich. Wenn er oder irgendjemand mit mir über eine gemeinsame Zukunft reden würde würde ich denken, es wäre zu früh und überstürzt. Man hat hat ja noch sooo viel Zeit. Klar ist es auch irgendwie schön, aber man möchte ja nicht in Illusionen schwelgen, da es immer anders kommt als man denkt.
 
Dabei
15 Mai 2011
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#17
Genau deswegen versucht es einfach und zerdenkt nicht alles. Wichtig für euch ist lediglich, ob ihr eine Fernbeziehung führen wollt oder nicht. Einen Versuch schadet es nicht, zumal ihr die gleiche Sprache sprecht. Ihr erhaltet das eben so lang aufrecht, wie es euch lohnenswert erscheint.
 
Dabei
27 Mai 2013
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#18
An dieser Stelle möchte ich mich bei euch allen bedanken. Noch vor ein paar Stunden war ich echt bedrückt und jetzt kann ich guten Gewissens an die Sache herangehen.
Ich werde die Sache auf mich zukommen lassen und schauen, wie es sich entwickelt. Einen Versuch ist es wert.
 
Dabei
11 Dez 2013
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#19
Nicht immer muss sowas in die Brüche gehen, ich hatte mit meinem Freund eineinhalb Jahre eine Fernbeziehung , ich in Spanien er in Deutschland . Mittlerweile lebe ich in Deutschland und sind schon über 3 Jahre zusammen. Das ist immer unterschiedlich
 
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