Zu sehr Fan?

Dabei
12 Mrz 2020
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#1
Ich habe einen Fanbrief für meine Lieblingsschauspielerin geschrieben, und ich wollte mal von euch wissen, ob ihr meint, dass man das so abschicken kann, oder ob ihr das eher aufdringlich und peinlich findet.
Ich bin Autistin, daher fällte es mir schwer zu beurteilen, ob das so angemessen ist, oder ob ich vielleicht zu aufdringlich wirke in dem Brief.
Wäre echt lieb, wenn ihr mir eure Meinung dazu sagt.
Würdet ihr das so abschicken, oder würdet ihr eher sagen, das geht so gar nicht der Text?
Ist es vielleicht zu persönlich? Bin ich der Frau vielleicht zu nahe getreten mit dem Brief?
Wäre froh, wenn Nichtautisten hier mir mal ihre Meinung dazu sagen würden.
Ich will mich ja nicht blamieren bei der Schauspielerin mit meinem Brief.
Ich werde das an ihre deutsche Autogrammadresse schicken und einen Brief an das Management beifügen, und eine ärztliche Bescheinigung, damit sie sehen, dass ich wirklich Autistin bin und nicht lüge, vielleicht geben sie ihr ja dann den Brief, was meint ihr?
Ist schon seit 18 Jahren ein sehnlicher Wunsch von mir, sie mal zu treffen. Oder ist das zu unverschämt, sie darum zu bitten?
Tun ja bestimmt viele Fans in ihren Briefen?
Wie findet ihr den Fanbrief? Hab keine Ahnung ob ich den so abschicken kann oder nicht, bin mir da echt unsicher.

Bin ich vielleicht zu sehr Fan? Ich bin mir ziemlich sicher, nicht in diese Schauspielerin verknallt zu sein, aber wieso muss ich dann so oft an die denken?
Und wie kann man so ein Fansein abstellen und es hinkriegen nicht mehr so viel an die zu denken? Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich nicht lesbisch bin, bisher fand ich immer eher Männer interessant.
Aber warum muss ich dann immer an sie denken und finde wirklich alles was sie macht faszinierend, egal was es ist? Normal ist das ganz sicher nicht, einen Star so zu bewundern, kommt das vielleicht von den vielen Defiziten und Problemen in meinem eigenen Leben?
Sollte ich diesen Brief wirklich abschicken oder das lieber lassen? Ich meine, auf solche Briefe kriegt man eh nie eine Antwort, die Stars kriegen ja hunderte davon.

Hier ist der Brief:


Ich bin ein großer Fan von Ihnen, seit ich vor 18 Jahren zum ersten Mal Herr der Ringe im Kino gesehen habe. Ihre Filme sind für mich etwas ganz Besonderes, ein Lichtblick in meinem Leben. Ich bin Autistin und lebe sehr isoliert, die einzigen Menschen zu denen ich Kontakt habe sind meine Eltern, meine Verwandten und meine Therapeutin
Während meiner gesamten Schulzeit und auch danach bin ich ständig gemobbt worden, weswegen ich heute unter massiven Minderwertigkeitskomplexen und schweren Depressionen leide. Depressionen zu haben, das fühlt sich oft so an, als ob man in der Dunkelheit stehen und schreien würde, und keiner kann einen hören, ich kämpfe aber dagegen an, weil ich mich nicht in der tiefen Traurigkeit verlieren will. Wenn ich richtig traurig bin, schaue ich mir Ihre Filme an und oft hilft das dann auch und ich fühle mich hinterher ein bisschen besser.
Ich bin nicht nur ein Fan von Ihnen, weil Sie eine gute Schauspielerin sind, sondern auch, weil Sie sich von ganzem Herzen für Flüchtlinge einsetzen. Es hat mich sehr beeindruckt, dass Sie für diese Menschen, denen in unserer Gesellschaft oft keine Stimme gegeben wird, sprechen. Das zeigt mir, dass Sie ein gutes Herz haben und ich hoffe, dass Sie mit Ihrer Arbeit dazu beitragen können, dass viele Flüchtlinge in einem sicheren Land eine neue Heimat finden.
Aufgrund des jahrelangen Mobbings dem ich ausgesetzt war, fällt es mir extrem schwer, noch an das Gute im Menschen zu glauben, aber Ihr Beispiel gibt mir Hoffnung, dass ich vielleicht eines Tages wieder anderen Menschen vertrauen und das Gute in ihnen sehen kann
Ich habe gelesen, dass sie als Teenager extrem schüchtern gewesen sein und auch heute noch manchmal Selbstzweifel haben sollen. In diesem Moment habe ich mich Ihnen sehr verbunden gefühlt, das hat Sie für mich nur noch sympathischer gemacht. Ich finde es beeindruckend, dass Sie trotz aller Rückschläge in Ihrem Leben hart gearbeitet und als Schauspielerin so viel erreicht haben.
Meine Depressionen und die Einsamkeit stürzen mich oft in tiefe Verzweiflung, dann habe ich das Gefühl, keine Kraft mehr zu haben. Seit meiner Kindheit ist es mein Traum, Schriftstellerin zu werden, das Schreiben ist meine größte Leidenschaft im Leben, aber in depressiven Momenten glaube ich, das nicht schaffen zu können, und eine Versagerin, ein wertloses Nichts zu sein.
Aber dann sehe ich wieder, wie aus Ihnen, dem einst schüchternen Mädchen, eine mutige und selbstbewusste Frau geworden ist, die tapfer ihren Weg gegangen ist und stolz auf das sein kann was sie erreicht hat.
Dann weiß ich, dass ich mich und meinen Traum nicht aufgeben darf und gegen meine Depressionen kämpfen muss, denn nur so wird es mir gelingen, aus meiner Isolation herauszukommen und irgendwann ein normales Leben zu führen.
Ich wünsche mir so sehr, Sie einmal treffen zu können, ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir das ermöglichen könnten.
Ich bin fasziniert von ihrem Optimismus, durch den aus einem schüchternen Teenager eine starke Frau wurde. Damit sind Sie für viele Frauen ein Vorbild, egal ob sie Schauspielerin, Schriftstellerin oder Mechanikerin werden wollen. Für mich sind Sie ein Vorbild, und zwar eines, das mir Mut macht, dass ich es vielleicht eines Tages schaffe, meine Schüchternheit ein wenig ablegen und selbstbewusster werden zu können.
Ich danke Ihnen, dass Sie meinen Brief gelesen haben und wünsche Ihnen alles gute für die Zukunft.
 
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Dabei
5 Jun 2015
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#2
Hallo Elbenkönigin
so ein Brief zwischen zwei Menschen ist eine sehr private Sache.
Wenn wir mit Menschen Kontakt aufnehmen, die wir nie real gesehen haben,
können wir nie wissen, was zu uns zurückkommt.
Und ob überhaupt etwas zurückkommt.
Wie du selber schon geschrieben hast, wird eine Person, die durch Filme bekannt ist, sicher häufiger Post von Fans bekomme.
Das heißt sie ist daran gewöhnt von Unbekannten angeschrieben zu werden.
Ich glaube nicht, das die Gefahr besteht, das du ihr mit deinem sehr persönlichen Brief zu nahe trittst.
Du schreibst respektvolle,freundliche Dinge über sie.
Das wird ihr gefallen.
Dann erzählst du noch ein bisschen von deiner eher traurigen Vergangenheit.
Das finde ich in Ordnung.
Wir Menschen sind soziale Wesen und dürfen uns bemerkbar machen.
Im Allgemeinen reagieren wir Menschen auf solche Anstoße positiv.
Dir ist klar, das es passieren kann, das du keine Antwort bekommst.
Es wäre gut, wenn du es schaffst, dann nicht enttäuscht oder traurig zu sein.
Du wirst sicherlich eine ganze Weile insgeheim warten, ob du nicht doch eine Antwort bekommst.
Aber diese Schauspielerin ist auch ein ganz normaler Mensch mit einem vielleicht manchmal frustrierenden Alltag, mit eventuellen Beziehungsproblemen oder finanziellen Engpässen.
Da kann es gut sein, das die Energie nicht reicht um fremden Mensch eine Antwort zu geben.
Wenn du mit diesen Gedanken leben kannst, spricht für mich nichts dagegen, ihn abzuschicken.
 
Dabei
6 Mrz 2013
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#3
Ich finde den Brief gut, man merkt dass du dich gut ausdrücken kannst.
Ein Begleitbrief ans Management ist ok, aber ein Attest würde ich nicht beifügen, das fände ich schräg. Obwohl, schaden würde das wohl auch nicht,vielleicht ist das sogar so ungewöhnlich dass du damit dein Ziel erreichst.
 
Dabei
12 Mrz 2020
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#4
@Cybele

Ja, ich denke damit kann ich gut leben. Selbst wenn sie niemals antworten wird, hat sie den Brief ja aber vielleicht gelesen und Freude daran gehabt zu lesen, welch positiven Einfluss sie auf das Leben eines Fans haben kann.
Ich erwarte keine Antwort, wenn sie keine schreibt ist auch okay, sie hats ja auch nicht leicht, ständig wird sie von Fans beobachtet und auf Twitter kann man immer sehen wo sie gerade ist, ist bestimmt nicht immer leicht, so eine öffentliche Person zu sein.
Aber vielleicht bekommt sie den Brief ja wenigstens und auch wenn sie nicht antwortet kann sie so sehen, dass sie nicht für jeden Fan nur ein begehrtes Selfieobjekt ist, sondern für manche Fans auch ein echtes Vorbild und ein Mutmacher.

@Twi-n-light

Naja, vielleicht lasse ich das Attest ja dann doch lieber weg.
Das freut mich, dass du findest, dass ich mich gut ausdrücken kann, mein Lebenstraum ist es nämlich, Schriftstellerin zu werden und ich schreibe auch sehr gerne und viel. Einen Fanbrief wollte ich schon seit Jahren schreiben und jetzt dachte ich mir einfach, ich wage es mal.
 
Dabei
27 Feb 2013
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#5
Hallo Elbenkönigin!

Unbedingt musst du Schriftstellerin werden. Du hast so einen schönen Schreibstil, ich habe dich jetzt wirklich gern gelesen - das kannst du richtig gut!

Und deinen Brief finde ich echt toll! Überhaupt nicht aufdringlich, sondern richtig schön und berührend.

Ja, so ein Brief kommt nie direkt zum Star und wird von seiner Mannschaft abgefangen und aussortiert, aber wer sagt, dass sie überhaupt keinen zum Lesen bekommt? Ich mein, du kannst es ja ausprobieren und ihn schicken - mehr, als dass er nie zu ihr durchdringt, kann ja nicht passieren - aber dann hast du es wenigstens versucht.

Ich hatte auch nicht den Eindruck, dass du verliebt in sie bist. Ich denke, dass du so oft an sie denkst, weil sie ein großes Vorbild ist und du recht isoliert lebst und sich somit "sonst nichts tut". Also du mit nicht so vielen Sachen abgelenkt bist.

Selbstzweifel haben auch Nicht-Autisten. Ich denke, die haben wir alle. Oder die allermeisten.

Ich finde es toll, wie du deine Depression beschreibst. Ich denke, du könntest so vielen helfen, wie diese Schauspielerin dir auch eine Inspiration ist. Du MUSST dein Talent in die Welt rauslassen! Bitte mach das!

Also wegen dem Brief nochmal: tu es.

Und wir werden sehen, was dabei rauskommt (ich hoffe doch, du hälst uns dann am Laufenden).

Du bist eine wirklich tiefgründige, interessante Persönlichkeit. Da können sich einige ein Scheibchen von dir abschneiden.

Weiter so! (y)

Ganz liebe Grüße Peachy
 
Dabei
12 Mrz 2020
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#6
@Peachy

Danke, freut mich, dass dir mein Schreibstil gefällt. Ich schreibe gerade an mehreren Romanen und bin in einem Schreibforum angemeldet, wo ich auch öfters an Schreibübungen teilnehme um noch was dazuzulernen.
Vor ein paar Jahren hatte ich schon einmal meine Texte an zwei Verlage geschickt und daraufhin nur Absagen bekommen, aber ich will es bald wieder versuchen, ich denke oft, dass ich damals vielleicht viel zu früh entmutigt aufgegeben habe. Ich bin da leider immer sehr schnell entmutigt, wenn ich eine Absage bekomme, dauert es immer, bis ich es noch einmal wage. Aber da das Schreiben meine große Leidenschaft ist, will ich es einfach wieder probieren.
Und es freut mich, dass du den Brief berührend und nicht aufdringlich findest, dann kann ich es wohl doch wagen, den abzuschicken. Und falls ich eine Antwort bekommen sollte, werde ich hier natürlich davon erzählen.
Und wenn ich keine Antwort bekomme, werde ich trotzdem froh sein, dass ich den Mut hatte, den Brief abzuschicken.
Und ja, ich denke du hast Recht, ich denke wahrscheinlich deswegen so viel an sie, weil sie eben ein großes Vorbild und eine Inspiration für mich ist und ich eben auch sehr isoliert lebe und es deswegen an Kontakten im realen Leben mangelt. Da hilft es mir doch immer sehr, wenn ich mal wieder depressiv bin ihre Filme zu schauen, oder mich mit anderen Fans im Internet auszutauschen.
Und die Romane die ich schreibe handeln auch teilweise von Autisten, die es schwer haben in der Gesellschaft einen Platz zu finden, außerdem schreibe ich Romane über die Gefahr die von Rechts ausgeht und auch über andere aktuelle Themen wie Flüchtlinge, über die leider sehr viel, aber mit denen leider viel zu selten geredet wird. Außerdem schreibe ich auch noch Horror und Fantasy.
Ich werde auf jeden Fall weiter versuchen, einen Verlag für die Romane zu finden und vielleicht können manche dieser Romane die Leute ja auch zum Nachdenken anregen.

Liebe Grüße
Elbenkönigin
 
Dabei
27 Feb 2013
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#7
Elizabeth Gilbert schreibt in ihrem Buch "Big Magic" (kennst du das, ich mochte es) auch über ihre Absagen bei Verlagen und wie sie am Anfang niemand wollte und sie heute aber eine Weltbestsellerautorin ist. Vielleicht magst du das Buch von ihr ja lesen.

Auch hat mich deine Geschichte an zwei junge Männer erinnert, die Riesenfans von Bud Spencer sind. Einer hatte eine Wirbelsäulenverletzung und Ärzte meinten, er würde für immer querschnittsgelähmt bleiben. Im Liegen und unter Depressionen hat er damals angefangen, seine Filme zu schauen und die gaben ihm so viel Zuversicht und Kraft, dass er letztlich seine Gesundheit in die Hand genommen und heute ganz gesund ist. Der andere ist blind. Mit diesem Handicap hatte er es halt auch sehr schwer - aber die Filme mit Bud Spencer und Terence Hill gaben ihm auch so viel Kraft, dass er heute verheiratet ist und ein schönes Leben führt.

Die Doku heißt "Sie nannten ihn Spencer". Hier hab ich einen Artikel drüber gelesen, vielleicht findest du die Doku ja und kannst sie anschauen: https://www.ruhrnachrichten.de/nachrichten/zwei-filmfans-suchen-ihren-helden-bud-spencer-8223.html

Wow, sehr toll, wie viel du schreibst! Folge deiner Berufung! :049:
 
Dabei
12 Mrz 2020
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#8
Nein, das Buch kenne ich noch nicht, aber danke für den Tipp, das werde ich auf jeden Fall mal lesen.
Ich habe aber die Biographie von Stephen King "Über das Leben und das Schreiben" gelesen und das hat mir sehr viel Mut gemacht, weil auch er darin von den ersten schweren Jahren schreibt, als alle Verlage ihn abgelehnt haben. In dieser Biographie lese ich oft um mir Mut zu machen.
Aber ich werde auch mal das Buch von Elizabeth Gilbert lesen, ich denke auch das könnte für mich sehr interessant und mutmachend sein.

Die Geschichte mit den beiden Bud Spencer Fans gefällt mir auch sehr gut, das ist ja durchaus vergleichbar mit meiner Begeisterung für die Filme dieser Schauspielerin...denn auch die geben mir ja viel Zuversicht und Kraft. Ich werde mal nach der Doku suchen, vielleicht gibt es sie ja bei You Tube oder einem anderen Videoportal oder auf DVD oder Blu Ray zu kaufen.
Mir gefällt das sehr gut, dass Bud Spencer diesen beiden jungen Männern mit seinen Filmen so viel Kraft geben konnte. Leider ist Bud Spencer ja mittlerweile schon ein paar Jahre tot, aber auf der Seite, zu der du mir den Link geschickt hast, stand, dass die beiden jungen Männer noch das Glück hatten, ihn treffen und ihm mal die Hand schütteln zu können.
Eine sehr schöne, berührende Geschichte, falls ich die Doku irgendwo finde, werde ich sie auf jeden Fall schauen.

Ja, das Schreiben hilft mir auch immer sehr, wenn ich Depressionen habe, wenn ich dann ein paar Stunden schreibe, geht es mir sofort besser. Und ich kann mich mündlich nicht so gut ausdrücken, als Autistin fehlen mir da oft die Worte und ich weiß nicht was ich sagen soll, dafür sagen mir die Leute aber oft, ich könnte mich schriftlich gut ausdrücken.
Deswegen liebe ich das Schreiben auch so, weil ich mich auf diesem Weg besser anderen Leuten mitteilen kann.
 
Dabei
27 Feb 2013
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#9
Ja, in der Doku sieht man, dass sie ihn dann letztlich tatsächlich getroffen haben. Sie waren bei ihm zuhause. Aber das klappte auch nicht auf Anhieb. Ich habe die Doku im Fernsehen zufällig gesehen - also denke ich, die wirst du schon irgendwie irgendwo finden :)

Musiker sagen übrigens, dass sie auch die besten Stücke in einer Krise schreiben. Wenns ihnen nicht gut geht. Offenbar kann man in diesen Situationen seiner Kreativität besonders freien Lauf lassen.

Ich hatte in der Arbeit einen Autisten als Kollegen, mit dem die meisten nicht umzugehen wussten und ihn als "dumm" abgestempelt haben. Das hat mich immer maßlos geärgert, aber heute weiß ich, dass es ihre eigene Unzulänglichkeit war.

Ich brauchte einmal Hilfe und die Chefitäten meinten, mir eins auswischen zu können und boten ihn mir als Hilfe an. Ich nahm das gerne an und ging ganz normal mit ihm um. Und siehe da - er hat es erstens gern für mich gemacht und zweitens mit so einer Gewissenhaftigkeit, dass es eine Freude war. Später bei einem größeren Projekt brauchte ich wieder Hilfe und wieder wurde er mir angeboten - ich freute mich sehr darüber, weil ich wusste, dass das hinhaut. Ich ging wieder ganz normal mit ihm um, erklärte, was ich brauchte, fragte ihn, ob alles klar sei, ja war es und er arbeitete schneller und genauer als die anderen, es war echt eine Freude. Für seine Begriffe wurde er richtig "redselig" bei mir (du weißt schon, wie ich das meine). Fand ich schön, dass er sich bei mir so sicher fühlte. Selbst ein früherer "Gegner" von ihm war ganz angetan von ihm und seiner Arbeit und hat ihn in den höchsten Tönen gelobt. Auf Autisten passt die Aussage "Stille Wasser sind tief" sehr gut finde ich ;)

Man merkt, dass du das Schreiben liebst ;) Mach das, was dein Herz zum Singen bringt ;)
 
Dabei
12 Mrz 2020
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#10
Ja, ich werde gleich morgen früh mal alle Videoportale danach durchsuchen :)
Das war bestimmt ein total faszinierendes, schönes Erlebnis für die beiden, dass sie ihr Idol noch treffen konnten...kurz darauf ist er ja leider gestorben und wenn sie nicht den Mut gehabt hätten, sich ihren Wunsch zu erfüllen, wäre ihnen ein Treffen gar nicht mehr möglich gewesen.
Mir ging es genauso wie deinem Kollegen, mich stempeln leider auch viele Leute als dumm ab, weil ich eben oft den Mund nicht aufkriege, weil mir nicht einfällt, was ich sagen soll. Wenn ich schreibe, dann muss ich jedoch ne lange überlegen und kann mich gut und schnell ausdrücken. Das ist bei Autisten oft so, manche können sich auch nur schriftlich anderen Menschen mitteilen und gar nicht sprechen.
Ich kann zwar sprechen, bin aber meistens so nervös wenn ich auf andere Leute treffe, dass ich gar nichts, oder nur verlegenes Gestammel herausbekomme.
Ja, wenn ich depressiv bin, bin ich auch kreativer als sonst, dann schreibe ich oft 10 Seiten mehr als an Tagen wo es mir gut geht, vielleicht ist das wirklich so, dass viele Menschen kreativer sein können, wenn es ihnen gerade nicht so gut geht.
Ich finde das echt toll, dass du deinem Kollegen geholfen und normal mit ihm gesprochen hast, du bist echt ein netter, sympathischer Mensch mit einem guten Herz. Leider kommt es nicht oft vor, dass Menschen uns Autisten so freundlich und verständnisvoll begegnen, deswegen finde ich das echt toll von dir. :)
Und du hast ja dann auch gesehen, dass wir Autisten auch gar nicht so unsoziale Wesen sind, wie viele Menschen uns denken, man durchaus auch gut mit uns zusammenarbeiten kann, wenn man den richtigen Zugang zu uns findet.
Bei uns Autisten ist es meistens so, dass wir uns tief in uns zurückziehen, wenn wir von anderen gemobbt und ausgelacht werden, aber wenn jemand freundlich zu uns ist und uns so nimmt wie wir sind, dann können wir uns auch öffnen und du hast ja an deinem Kollegen gesehen, wie gut das dann funktioniert und dass dann sogar normale Gespräche möglich sind. :)
Ja, ich liebe das Schreiben sehr, und ich bin auch froh, dass es das Internet gibt, weil ich mich so in einem Schreibforum mit anderen Schreibbegeisterten austauschen kann, und mich außerdem im Internet auch ganz normal mit anderen Menschen unterhalten kann.
Für Autisten wie mich ist das Internet ein Segen, bevor das erfunden wurde, hatten wir meistens gar keine Möglichkeit mit anderen Menschen in Kontakt zu treten.
 
Dabei
6 Mrz 2013
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#11
Es ist bestimmt generell sehr schwer einen Verlag zu finden, der Werke von Neulingen veröffentlicht, weil es dann ja auch Leute geben muss die dafür bezahlen wollen.
Aber wenn es dir nicht ums Geldverdienen geht, warum veröffentlichst du dann nicht im Internet? Du kannst ja in deinem Schreibforum fragen wie man das macht damit nicht andere deine Texte klauen usw.
 
Dabei
27 Feb 2013
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#12
Stimmt, man kann auch über Amazon Bücher veröffentlichen. Schau da mal rein, wird alles genau beschrieben, wies geht. Man braucht nicht unbedingt einen Verlag, um ein Buch rauszubringen.
 
Dabei
12 Mrz 2020
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#13
@Twi-n-light

Ja, da muss ich wirklich mal fragen, denn ich hätte da wirklich Angst, dass jemand da meine Texte klauen könnte, und die dann einfach an einen Verlag schickt und als seine ausgibt.
Ich hatte schon mal in nem Fanfiktion Forum Geschichten gepostet und dann musste ich später vorstellen, dass ein anderer User die in anderes Forum gestellt und als seine ausgegeben hatte.

@Peachy

Hab mal nachgeschaut, danke für den Tipp. Das Veröffentlichen dort ist sogar kostenlos, was meinem kleinen Geldbeutel sehr zugute kommt, das versuche ich wohl wirklich mal :)
Vielleicht hab ich ja Glück und viele Leute wollen das dann auch lesen.
 
Dabei
27 Feb 2013
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#14
Sehr gerne, meine Liebe. Es war noch nie so leicht, Buchautor zu werden wie heute.

Ich habe mich schon sehr viel mit diesen vielen neuen Möglichkeiten beschäftigt ;)
 
Dabei
27 Feb 2013
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#16
Sagen wir so, ich habe meine Fühler weit ausgestreckt, um festzustellen, was heute alles möglich ist :) Ja, ich habe immer schon gerne geschrieben, aber aktuell hat das kaum Priorität bei mir, aber ich bin mir sicher, das kommt wieder, wenn es dran ist :)
 
Dabei
12 Mrz 2020
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#17
Schön, dass du auch schreibst :)
Ich finds immer schön, mich mit anderen Schreiberlingen zu unterhalten :)
Was für Genres schreibst du denn so am liebsten?
 
Dabei
27 Feb 2013
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#18
Naja, als Schreiberling würde ich mich jetzt nicht bezeichnen. So weit wie du bin ich nicht.

Aktuell bin ich auch an anderen Dingen dran, obwohl mich meine Schreiberei auch immer wieder ruft. Ich bräuchte hundert Hände und mehrere Gehirne, um all das unter einen Hut zu bringen, was aus mir raus will bzw. mich interessiert :geek: Ich bin gerade dabei meinen Weg zu finden, wo das alles Platz hat. :giggle:
 
Dabei
12 Mrz 2020
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#19
Du wirst ganz sicher deinen Weg finden, und wenn du mal was schreibst, würde ich mich freuen, mal eine deiner Geschichten zu lesen :)
Ich habe ja wahrscheinlich mehr Zeit zu schreiben als du, weil ich Frührentnerin bin, wer nebenbei noch arbeitet muss da ganz andere Prioritäten setzen. Da hat man wahrscheinlich wirklich nicht die Zeit, alle Ideen aufzuschreiben.
 
Dabei
24 Sep 2017
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#20
Hallo Elbenkönigin,
ich würde den Brief übersetzen und dann abschicken! :)
Auch gibt es ja immer wieder Schreibwettbewerbe für junge Autoren - unter anderem auch mit einem kleinen Preisgeld oder einer Veröffentlichung. Vielleicht gibt es da ja etwas für dich!
 
Dabei
12 Mrz 2020
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#21
@Zufallsgenerator

Ich hab den Brief schon übersetzt und will ihn jetzt nächste Woche losschicken :)
Ja, in dem Schreibforum in dem ich angemeldet bin, werden solche Wettbewerbe immer ausgeschrieben und ich wollte es jetzt mal wagen, an einem teilzunehmen, hab mir schon einen passenden ausgesucht, bis 31. Oktober kann man da seine Geschichte einreichen.
Denke auch, dass das eine gute Möglichkeit wäre, vielleicht mal ein paar Geschichten veröffentlichen zu können.
 
Dabei
12 Mrz 2020
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#22
Ein anderer Fan, der in ihrem Nachbardorf wohnt, hat, mir jetzt erzählt, dass die Schauspielerin jahrelang Nachbarn mit zwei autistischen Kindern hatte, die Familien waren auch befreundet mit ihr und ihrem Mann. Sie weiß also was Autismus ist und kennt auch die damit verbundenen Einschränkungen im Leben.
Falls der Brief es zu ihr schaffen sollte, habe ich ja vielleicht wirklich Chancen auf eine Antwort....die meisten Stars wissen ja gar nicht was Autismus ist, oder können sich nicht wirklich vorstellen wie schwer es ist damit zu leben. Bin gespannt, ob ich da eine Antwort bekomme.
 
Dabei
12 Mrz 2020
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#24
Ja, ich war auch total happy als ich das erfahren hab, also ist Autismus für sie nichts Fremdartiges, von dem sie nicht weiß, was es ist. Da stehen die Chancen vielleicht höher, dass sie den Brief auch bis zum Ende liest. Und ich finde das so sympathisch, dass sie diese Kinder so akzeptiert hat wie sie als Autisten sind und dafür gesorgt hat, dass diese Kinder und ihre eigenen Freunde wurden. Da ist man als Fan einfach nur begeistert, gerade weil ja nicht jeder so viel Verständnis für Autisten hat.
Bei mir war das eher so, dass, als ich ein Schulkind war, die anderen Mütter meine Mutter gemobbt und der gesagt haben, sie müsse eine schlechte Mutter sein, weil sie so ein "seltsames, eigenbrötlerisches Kind" hätte.
Da finde ich das dann schon toll, dass diese Schauspielerin so viel Verständnis für autistische Kinder und ihre Eltern hat.

Und danke fürs Daumenhalten, falls ne Antwort zurückkommt, sage ich Bescheid.
 
Dabei
27 Feb 2013
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#25
Ja, sag unbedingt Bescheid.

Ich denke, die Zeiten haben sich geändert. Ich weiß nicht, wie alt du bist, aber heutzutage sind die Menschen viel aufgeklärter durch das Internet, sodass die meisten wissen, was Autismus ist. Die, die nicht damit umgehen können, habe ein Problem, nicht der autistische Mensch selbst. Viele wissen nicht, wie sie mit Autisten umgehen sollen und befürchten, etwas falsch zu machen.

Aber ich finde deine Schauspielerin auch toll :) Und verstehe, dass du Fan bist :)
 
Dabei
12 Mrz 2020
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#26
Ja, ich werd Bescheid sagen. Und falls keine Antwort kommen sollte, nehme ich das nicht persönlich, weil die ja sicherlich Millionen Fanbriefe bekommt und nicht auf alle antworten kann.
Viele Leute wissen aber leider immer noch nicht was Autismus ist, im Internet habe ich oft feststellen müssen, dass Autisten als Geisteskranke beschimpft werden, (beispielsweise beim Thema Greta Thunberg) oder Autismus mit Empathielosigkeit gleichgesetzt wird. Ja, leider gibts Leute die denken, Autisten fühlen nichts.
Deswegen bin ich froh, dass es Leute wie dich gibt, die da so viel Verständnis haben. Und wie diese Schauspielerin, die auch jeden Menschen so zu nehmen scheint wie er ist :)
 
Dabei
12 Mrz 2020
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#28
Leider habe ich keine Antwort bekommen, bin schon irgendwie enttäuscht....hatte doch gedacht, dass da vielleicht ne nette Antwort zurückkommt.
 
Dabei
6 Mrz 2013
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5.169
#29
Ich hätte eher gedacht, dass eine "Massenantwort" zurück kommt, also etwas, das man jedem schreiben kann. Gar nichts finde ich unprofessionell - wobei ich keine Ahnung habe wie sowas läuft, vielleicht sind es einfach zuviele Zuschriften und daher lässt man das Antworten ganz.
Aber es ist trotzdem gut dass du es gemacht hast.
 
Dabei
12 Mrz 2020
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19
#30
@Twi-n-light

Naja, vielleicht war der Brief etwas zu persönlich und sie war damit überfordert. Aber enttäuscht und traurig bin ich schon irgendwie, ich dachte, der Brief wäre gut geschrieben. Anscheinend hat er sie nicht berührt und vielleicht hat sie ihn nicht mal gelesen.
 
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