Mist. Interessanter Punkt, Jungs, darum...
Also ich persönlich empfinde dieses "was ist normal?" oft ein sehr schwieriges Thema.
Leicht allergisch reagiere ich bei allem, was festlegen will, was für ein traumatisiertes Opfer normal ist und wie es sich zu verhalten hat. Böses Faul, denn da gibt es wie eigentlich im normalen Leben auch ganz unterschiedliche Reaktionen und Möglichkeiten. Aber um ehrlich zu sein, sehe ich noch keine Bestätigung dafür, dass die TE wirklich traumatisiert ist. Aber überrascht und geschockt war sie schon, mindestens im Nachhinein. Auch in solchem Zustand reagieren die Menschen unterschiedlich. Und da passt das, was sie getan hat, für mich noch eher in das Bild, dass ich von ihr habe, als dass es mich stört, aber im Grunde ist mir das, was sie danach getan hat, total egal, weil es nicht der Punkt ist. Mich wundert aber nicht wirklich sehr, dass sie sich in einer Decke gewickelt dazu setzte und das ganz selbstverständlich tat. Sie wäre vielleicht nie auf eine andere Idee gekommen. Ähnlich wie ich erstmal fragen musste, wie frau sich denn wohl wehren würde. Das mag blöd klingen, aber es ist manchmal so. Zudem ist es ihre Wohnung und sie ohnehin verunsichert, aber nicht panisch. Was macht man meist, wenn man verunsichert, aber nicht panisch ist? Man hält sich an Altbekanntes, bis man sich wieder beruhigt hat.
Eine der Auswirkungen meiner Geschichte ist die, dass ich heute leichter verunsichert bin und in manchen Situationen nicht weiß, was eigentlich normal wäre. Dabei denke ich (und hoffe doch sehr, ihr wisst das auch), bin ich weder total unintelligent, noch, nicht in der Lage, mir ne eigene Meinung zu bilden. Aber es ist eine Auswirkung der Traumatisierung, die mir heute noch zu schaffen macht, mich nervt und ärgert und ein wesentlicher Motivationsgrund ist, weiterhin Therapie zu machen. Wobei ich anpeile, dass es zum Jahresende hin dann endlich mal reichen soll. Aber ob es das wird? Wer weiß das schon? Traumatisierungen, so logisch manche Abläufe und Vorgänge da auch zu erklären sein mögen, wirken sich irrational aus. Was mich beruhigt, ist, dass ich weiß, ich bin dran, Problem erkannt, Gefahr nicht gebannt, aber ich weiß, wann ich genug gelernt haben und es überwunden haben werde. Letztlich geht es für die Opfer immer nur darum, Strategien zu lernen, mit der Sache zu leben und dabei solche zu lernen, die ein Leben mit einer Lebensqualität annähernd an die eines nicht traumatisch belasteten Lebens zu gewinnen.
DAS WIRD ABER NIE FUNKTIONIEREN; SO LANGE MAN NOCH MIT DEM MENSCHEN; DER EINEM ETWAS ANGETAN HAT; UNTER EINEM DACH WOHNT. DARUM RATE ICH DRINGEND ZUM RAUSSCHMISS ODER NOTFALLS AUCH DAZU; SELBST UMZUZIEHEN! (okay so, WMA?

)