Wenn sexuelle Identität und Sexualität alles verändert

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Thaddäus2024

Gast
#1
Ich bin 19 männlich und meine beste Freundin ist ebenfalls 19 und wir kennen uns schon seit der 6. Klasse.
Wir sind seit dem beste Freunde, allerdings ist sie erst seit der 8. Meine beste Freundin. Wie das geht, ganz einfach, sie wurde als Junge geboren und ist damit transsexuell.
Das war für alle erstmal ein Schock als sie sich geoutet hat.
Aber sowohl ihre Familie, die Klasse und ich natürlich auch haben es akzeptiert und stehen hinter ihr.
Das hat zunächst unsere tiefe Freundschaft nicht beeinflusst, lediglich hatte ich jetzt keinen besten Freund sondern eine beste Freundin. Das war ok für mich, dann wir haben immer noch die gleichen Interessen und Unternehmen viel zusammen und vertrauen uns alles an.
Am Anfang hab ich sie, trotz des ich sie als Mädchen akzeptiert habe, sie nicht als Mädchen im sexuellen oder dating Sinne wahrgenommen.
Doch seit ihrem 18. Geburtstag ist sie in Hormonbehandlung und wird nun auch körperlich immer weiblicher.
Natürlich ist mir das aufgefallen und ich hab angefangen sie langsam mit anderen Augen zu sehen.
Am Oster Wochenende hat sie, wie schon seit unserer Kindheit so oft, bei mir übernachtet und natürlich wie immer bei mir im Zimmer.
Als wir uns Abends umgezogen haben, bemerkte ich wie ich mich plötzlich körperlich zu ihr hingezogen gefühlt und mich sexuell erregt habe wenn ihr versteht.
Das bemerkte sie auch und sie küsste mich.
Sie hat mir gestanden schon lange in mich verliebt zu sein, sich aber auf Grund der Umstände nie getraut hat es mir zu sagen.
Dann ist es passiert, wir hatten Sex. Wir haben in dieser Nacht mehrmals miteinander geschlafen.
Es war ihr erstes und mein zweites Mal.
Seit der Nacht, Sonntag auf Montag, bin ich total verunsichert und durch den Wind.
Ich weiß nicht wie es weiter gehen soll und wie ich mich verhalten soll.
Ich weiß nur das sie mir wichtig ist.
Wie soll ich mich verhalten?
Habt ihr vielleicht einen Rat für mich, ich bin total verwirrt, was unsere ganze Freundschaft, meine eventuellen Gefühle für sie und meine Sexualität betrifft.
 
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Dabei
22 Mrz 2021
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#2
Ich gratuliere dir von Herzen!
Gibt es etwas Schöneres als eine Freundschaft, die sich zu einer Liebe entwickelt?
Und da deine Freundin offenbar ihren Weg konsequent geht und nicht irgendwas-nonbinär-dingsbums-divers, sondern konsequent eine ganz binäre Frau sein will (bzw. ist), kann es im Endeffekt und objektiv gesehen ziemlich egal sein, ob sie eine Trans- oder eine Cis-Frau ist.

Offtopic:

Ein Freund von mir war in 2. Ehe mit einer Trans-Frau verheiratet. Aber soweit ich weiß, hatte er sie nie als Mann gekannt. Dass die Ehe scheiterte, hatte Gründe, die es genauso gegeben hätte, wenn sie 'ne Cis-Frau gewesen wäre, sagt er.
Auch ich kenne mehrere Trans-, männliche wie weibliche. Bei gleich zwei Trans-Frauen habe ich lange nicht mal gewusst, dass sie bei ihrer Geburt männlich waren. Eine der beiden, inzwischen 'ne gute Kumpeline von mir, hat auch echt das ganze Programm durchgezogen, einschließlich der geschlechtsangleichenden Operation. Jetzt liebt sie Männer, ist also eindeutig heterosexuell, jedoch - noch aus ihrer Zeit als Mann - mit einer Frau verheiratet. Die beiden verstehen sich wohl nach wie vor, und auch der gemeinsame Sohn kommt wohl gut damit klar, dass sein Vater nunmehr eine "zweite Mutter" ist.

Allerdings verstehe ich dich durchaus. Es ist sicher ein enormer Unterschied, ob man jemandes Wandel von einem zum anderen Geschlecht quasi direkt miterlebt hat - wie die Ehefrau meiner Kumpeline - oder diesen Menschen von vornherein erst mit dessen "neuem" Geschlecht kannte, wie mein Kumpel seine einstige Ehefrau.
Und da ich nicht weiß, wie dieses direkte Miterleben sich anfühlt, kann ich dir da auch nicht wirklich gut raten.
Doch du schreibst selbst,
ich hab angefangen sie langsam mit anderen Augen zu sehen.
Das finde ich irgendwie sehr klasse. Ob ich das ebenfalls so könnte, weiß ich nicht, da fehlt mir die Erfahrung.
Aber wenn's so ist - ja, warum zum Teufel soll das eigentlich nicht gehen wie mit 'ner Cis-Frau auch?
 
Dabei
24 Sep 2017
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#3
Ist doch egal welche Geschlechteridentität jemand hat, ihr fühlt euch zueinander hingezogen und habt was miteinander.
N Mädel war sie ja vorher schon, bevor sie Hormone genommen hat, so viel hat sich ja nicht verändert außer dass es dir so jetzt besser gefällt.
 
Dabei
15 Jun 2019
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#4
Lieber @Thaddäus2024, wenn du weiter diskutieren möchtest, müsstest du dich kurz kostenlos im Forum anmelden.
ich bin total verwirrt, was unsere ganze Freundschaft, meine eventuellen Gefühle für sie und meine Sexualität betrifft.
Ist es nicht völlig egal, welche Sexualität du hast? Ihr habt euch verliebt und nur das zählt. Das Geschlecht ist völlig egal.
Lass es langsam angehen und schau einfach, wohin die Reise mit euch gehen wird. Dazu gehört auch zu zweifeln und abzuwägen was einem wichtig(er) ist. Ich will das auch nicht beschönigen. Es kann sein, dass es mit euch nicht klappt und danach die Freundschaft kaputt ist. Und wenn es doch klappt, dann muss euch klar sein, dass die Familienplanung bei euch ein bisschen komplizierter sein wird als bei einem Cis-Cis-Paar.
Natürlich wird's auch immer ein paar Ewiggestrige geben, denen ihr ein Dorn im Auge sein werdet und die sich über euch die Mäuler zerreißen werden. Aber die sollten für eure Liebe wirklich kein Hinderungsgrund sein.
 
Dabei
22 Mrz 2021
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#5
Natürlich wird's auch immer ein paar Ewiggestrige geben, denen ihr ein Dorn im Auge sein werdet und die sich über euch die Mäuler zerreißen werden.
Das ist ebenso deren gutes Recht wie es dein gutes Recht ist, diese Leute als "Ewiggestrige" zu schmähen, nur weil sie nicht dem Trend folgen, demonstrativ jubelnd den Regenbogen zu putzen.
 
Dabei
7 Sep 2023
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#6
Seit der Nacht, Sonntag auf Montag, bin ich total verunsichert und durch den Wind.
Ich weiß nicht wie es weiter gehen soll und wie ich mich verhalten soll.
Ich weiß nur das sie mir wichtig ist.
Wie soll ich mich verhalten?
Habt ihr vielleicht einen Rat für mich, ich bin total verwirrt, was unsere ganze Freundschaft, meine eventuellen Gefühle für sie und meine Sexualität betrifft.
Macht weiter, wie es euch gefällt. Redet miteinander, liebt euch, macht was miteinander. Genießt das, was für euch passt. Ich kann keinen Grund entdecken, das nicht zu tun.
 
Dabei
6 Mrz 2013
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#7
Das ist ebenso deren gutes Recht wie es dein gutes Recht ist, diese Leute als "Ewiggestrige" zu schmähen, nur weil sie nicht dem Trend folgen, demonstrativ jubelnd den Regenbogen zu putzen.
Darum ging es JuliaA doch gar nicht. Ich finde, dass niemand sich die Mäuler über sowas zu zerreißen brauchen und wenn sie es tun, kann man sie durchaus als "Ewiggestrige" bezeichnen. Deswegen wird ja noch lange nicht verlangt, irgendeinen "Trend" zu "hypen". Es wird nur erwartet, dass Menschen, die anders orientiert sind als der Durchschnitt, in Ruhe gelassen werden.
 
Dabei
15 Jun 2019
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#8
nur weil sie nicht dem Trend folgen, demonstrativ jubelnd den Regenbogen zu putzen.
Toleranz zu zeigen hat nichts mit einem Trend zu tun. Toleranz steht jeder und jedem jederzeit gut zu Gesicht.
Es verlangt ja niemand, dass alle nun die Regenbogenfahne schwenken müssen. Einfach nur jeden nach seiner Fasson glücklich werden lassen. Das tut doch nun wirklich niemandem weh, ist weder schwer noch zu viel verlangt.


Darum ging es JuliaA doch gar nicht. Ich finde, dass niemand sich die Mäuler über sowas zu zerreißen brauchen und wenn sie es tun, kann man sie durchaus als "Ewiggestrige" bezeichnen.
Eben. So seh ich das auch. :)

Das hat auch nicht mal etwas mit der sexuellen Orientierung oder der geschlechtlichen Identität zu tun, finde ich. Ich bin zwar nicht hetero, lebe aber in einer als heterosexuell gelesenen Beziehung und will ja auch nicht, dass sich andere hinter meinem Rücken darüber das Maul zerreißen. Es ist gottverdammt meine Beziehung, die nur meinen Freund und mich was angeht und keinen sonst.
Geredet wird natürlich trotzdem und über eine Beziehung, die abseits der heteronormativen Norm ist, wird von bestimmten Leuten noch stärker und leider oft auch besonders bösartig und abschätzig geredet. Verhindern kann man das leider nicht, da braucht man ein dickes Fell, das solche Kommentare nicht zu sehr an einen heranlässt.
 
Dabei
24 Sep 2017
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#9
Das ist ebenso deren gutes Recht wie es dein gutes Recht ist, diese Leute als "Ewiggestrige" zu schmähen, nur weil sie nicht dem Trend folgen, demonstrativ jubelnd den Regenbogen zu putzen.
Finde nicht, dass das Gleiche ist. Klar kann jede:r was auch immer denken, aber die eine Gruppe muss sich weniger über die eigene Sicherheit machen als die andere.
Ich weiß auch nicht, ob es der Definition eines Trends entspricht, wenn immer mehr Menschen aus dieser Gruppe länger leben als vorher und man demnach mehr von ihnen sieht. Und ich weiß auch nicht, warum du dich bei "Ewig-Gestrig" angesprochen fühlst, du bist doch flott für dein Alter. 💖
 
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