Schaffen wir es?

Dabei
13 Sep 2021
Beiträge
1
#1
Hallo zusammen,

ich wende mich heute an das Forum mit der Hoffnung, hier Menschen zu finden, mit denen ich mich über mein aktuelles Problem austauschen kann.

Mein Ex hat vor 4 Wochen die Beziehung beendet. Wir waren 5 Monate zusammen, Fernbeziehung über 200 km, jedes Wochenende gesehen, teils auch mal eine Woche am Stück.

Im letzten Monat hat er sich langsam aber sicher zurück gezogen. Ungefähr zeitgleich begann auch eine große berufliche Belastung für ihn (er ist selbstständig). Ich habe auf seine Distanzsuche mit Nachrücken reagiert, auch, weil ich selbst gerade eine schwierige Zeit hatte und ich Angst hatte, ihn jetzt auch noch zu verlieren. Habe es persönlich genommen, wenn er mich ein Wochenende nicht sehen wollte. Dadurch gab es Stress, und er hat letzlich nach 2 Wochen ständiger Streitereien die Trennung ausgesprochen.

Habe den Kontakt daraufhin eingestellt, ich wollte nicht noch mehr klammern. Nach einer Woche ein vorsichtiger Kontakt seinerseits. Ab da immer wieder einmal. Aber alles recht oberflächlich bis auf ein "Du fehlst mir" seinerseits, was wohl im nicht ganz nüchternen Zustand erfolgte :censored:

Nun war er beruflich auf einem Lehrgang, ich hatte schon vor der Trennung gesagt, dass ich in der Woche auf seinen Hund aufpasse, der mir im Laufe der Monate natürlich sehr ans Herz gewachsen ist. Und es ihm auch nach der Trennung nochmal angeboten. Übrigens nicht, weil ich mir dadurch etwas erhofft habe - ich habe da lange mit mir gerungen weil ich wusste, dass es mich emotional zurück werfen könnte. Der Hund hat aber außer meinem Ex und mir keine wirklichen Kontaktpersonen und ich wollte, dass es ihm gut geht und er nicht in eine Tierpension muss oder zu Menschen, die er zwei-, dreimal gesehen hat in seinem Leben.

Nachdem wir uns das erste Mal nach der Trennung dann bei der Übergabe wiedersahen schrieb er mir später, dass er es schön fand mich zu sehen. Den ersten Morgen dann "Na meine zwei Schnuckis, wie habt ihr geschlafen?". Im Laufe der Woche auch immer mal ein Kusssmiley, oder er schrieb mich beispielsweise mit Spitznamen an, so wie früher. Aber halt auch wieder recht oberflächlicher Kontakt, in erster Linie Austausch über den Hund.
Er hat dann gefragt, ob wir vielleicht das Übergabewochenende zusammen verbringen möchten. Er wollte zu mir kommen, ich habe mich dann aber doch lieber bei ihm eingeladen.
Wir haben uns gut verstanden, viel gelacht, einmal sogar eine halbe Stunde gekuschelt, was von ihm ausging. Er hat mich oft berührt, indem er mir die Füße gekitzelt oder durch die Haare gewuschelt hat. Mehr passierte nicht, auch von seiner Seite aus dahingehend keine Anstalten.
Er hat dann den Sonntag Unterlagen sortiert, ich lag auf dem Sofa, hab mit dem Hund gekuschelt und vielleicht liefen da gedankenverloren ein, zwei Tränen, weil ich mir dachte, dass das jetzt vielleicht die letzten Stunden sind und ich die beiden dann nicht mehr wiedersehe. Er hat es dummerweise gesehen und gleich gefragt was los ist. "Ich finde die Situation gerade einfach nur so schwer, ich weiß nicht, ob ich nachher meine restlichen Sachen mitnehmen soll oder wie, wo, was."
Er hat daraufhin energisch "Nein" gesagt, und ein wenig leiser, dass er es langsam angehen will.

Beim Abschied meinte er, er müsse wegen dem nächsten Wochenende schauen, er weiß nicht, wie er da so arbeiten müsste. Das klang so, als würden wir uns wohl eher nicht sehen. Mir schossen daraufhin wieder Tränen in die Augen weil ich die Hoffnung hatte, dass er ein wenig euphorischer ist - ein Königreich dafür, in so einer Situation einfach mal cool bleiben zu können :cry: Er meinte dann, dass wir nochmal sprechen und er vielleicht auch zu mir kommt. Mal nicht arbeiten, und wieder runter kommen.

Ihm wurde vermutlich der Stress mit der Arbeit in Kombination mit den Wochenenden mit mir zuviel. Er hatte mir in der Zeit unmittelbar vor der Trennung gesagt: "Einerseits möchte ich dich unbedingt hier haben, andererseits stresst es mich gerade auch. Ich habe immer Angst, etwas falsch zu machen oder beispielsweise zu müde zu sein und dir dadurch nicht gerecht zu werden."

Wisst ihr, ich bin wirklich kein Fan von aufgewärmten Dingen. Aber in dem Fall hier ist die Situation anders. Ich weiß, dass es einfach für beide zuviel wurde aufgrund der besonderen Umstände. Hab in seinen Augen und an seinem Verhalten gesehen, dass da noch was ist bei ihm :cautious:

Wie schätzt ihr als neutrale Personen die Situation ein? Wie sollte ich mich verhalten? Ich ziehe mich aktuell zurück, möchte ihn nicht bedrängen. Ich habe aber natürlich auch große Angst, dass er mich warm hält oder mich ausnutzt, um nicht alleine zu sein und ich es durch die rosarote Brille nicht checke.

Ich bedanke mich fürs Lesen, für eure Antworten und wünsche einen erfolgreichen Start in die neue Woche :giggle:
 
Anzeige:
Dabei
6 Mrz 2013
Beiträge
6.288
#2
Ich finde, das hier ist noch nicht im Stadium des Aufwärmens. Es ist ja noch gar nicht richtig abgekühlt.
Von daher könnte ich mir schon vorstellen, dass ihr es noch(mal) herumreißen könnt. Allerdings kenn ich das dann eher so, dass es halt nochmal eine Aufwallung gibt, weil man sich eben doch sehr mag, aber die Probleme (Fernbeziehung, Rundherum-Stress) bleiben leider, und daher ist es eher wahrscheinlich, dass das nicht von Dauer sein wird.

Ich hab die Erfahrung gemacht: Entweder man "kann Fernbeziehung" oder man kann nicht. Wenn man es nicht kann, kann man die eine oder andere Stressphase überwinden, aber es ist dann leider kein tragfähiges Modell.
 
Anzeige:

Ähnliche Themen


Oben