Eigentlich liebe ich ihn...

Dabei
1 Jan 2021
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#1
Hallo!
Ich bin neu hier und ich weiß nicht weiter.

Ich habe meinen Ehemann vor ca 10 Monaten verlassen. Vor allem, weil es nicht mehr ging. Wir haben uns gut verstanden, aber mehr war nicht. Wir haben 2 gemeinsame Kinder die uns nie als Paar wahrnahmen.

Soweit so gut. Kurz vor der Trennung habe ich einen Mann kennengelernt, der mir die Trennung erleichtere. Es sollte nur Sex sein, Ablenkung. Aber wie es denn so ist, habe ich mich verliebt. Wir hatten schöne Zeiten und die Gefühle intensivierten sich. Es funktioniert alles echt gut und ich fühle mich auch geliebt. Allerdings erwarte ich nach meiner Ehe die GROSSEN Gefühle. Romantik...ich liebe das und habe es mir immer gewünscht und nie bekommen.

Auch mein neuer Partner kann mir nicht das geben, was ich mir wünsche.. ich verzweifel ein wenig... Ich liebe ihn ja und er ist ein toller Mann. Aber ich fühle mich nicht wirklich gewertschätzt. Im normalen Sinne schon... aber nicht wie ich es erwarte.. eigentlich möchte ich keine Erwartungen haben...hach...hilllfeeeee
 
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Dabei
6 Mrz 2013
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#2
Was erwartest du denn, also wie soll ein Mann dir seine Wertschätzung zeigen?

Und nachdem du dich ja geliebt fühlst: Wie zeigt dein Freund dir, dass er dich liebt?
 
Dabei
1 Jan 2021
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#3
Ich bin sehr aufopferungsvoll. Ich tue für Menschen, die ich liebe einfach alles! Ich erwarte keine Dankesreden, aber einfach auch Mal ein wenig Aufopferung oder zusammenreißen. Gestern feierten wir mit meinen Kindern Silvester. Während ich immer alles für ihn tue, egal ob ich eigentlich zu müde bin, zu faul, zu beschäftigt etc (ich tue es, weil ich es will, und aus liebe, nicht um zu gefallen) legte er sich einfach irgendwann hin mit den Worten: "ich lege mich dann jetzt hin, ne? Ciao!" Ohne Mal dran zu denken oder zu fragen, was wir denn noch vorhaben, ob ich seine Hilfe bräuchte oder sonst irgendwas.
Andererseits denke ich schon, dass er mich liebt. Ab und zu schaut er mich einfach an (während des Fernsehens z.b.) streichelt mich, küsst mich plötzlich und sagt mir, dass er sich angekommen fühlt, dass er noch nie eine Frau wie mich kennengelernt hat, dass er mich liebt und alles für mich tun würde.
Es ist wie immer im Leben. Wir haben einfach andere Auffassungen von liebe.
Ich wünsche mir Romanzen-film-liebe mit großen Worten aber auch großen Gesten.
Ist das zuviel verlangt??
 
Dabei
6 Mrz 2013
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#4
Ich erwarte keine Dankesreden, aber einfach auch Mal ein wenig Aufopferung oder zusammenreißen.
"Aufopferung" und "Zusammenreißen" sind für mich 2 auseinanderliegende Extreme. Ich finde, "Aufopferung" kann man von niemandem verlangen. Und "zusammenreißen" hat für mich noch nichts mit "Wertschätzung zeigen" zu tun.

Während ich immer alles für ihn tue, egal ob ich eigentlich zu müde bin, zu faul, zu beschäftigt etc (ich tue es, weil ich es will, und aus liebe, nicht um zu gefallen)
Du tust es, weil du es willst. Also tust du es freiwillig, nicht weil du eine Gegenleistung dafür erwartest, oder?
Warum machst du denn sogar dann was, wenn du dafür zu müde bist? Das braucht es doch gar nicht. Vermutlich verlangt er das nicht von dir. Vielleicht wäre er irritiert, wenn er wüsste, dass du müde bist und es trotzdem machst.
legte er sich einfach irgendwann hin mit den Worten: "ich lege mich dann jetzt hin, ne? Ciao!" Ohne Mal dran zu denken oder zu fragen, was wir denn noch vorhaben, ob ich seine Hilfe bräuchte oder sonst irgendwas.
Da kann ich jetzt ehrlich gesagt nichts Schlimmes dran finden. Die wenigsten Menschen - besonders Männer :002: - können hellsehen. Wenn du möchtest, dass er dir bei was hilft, dann bitte ihn doch, dir zu helfen.
Ich wünsche mir Romanzen-film-liebe mit großen Worten aber auch großen Gesten.
Ist das zuviel verlangt??
Also bei mir wäre das zuviel verlangt :mrgreen:
Andererseits denke ich schon, dass er mich liebt. Ab und zu schaut er mich einfach an (während des Fernsehens z.b.) streichelt mich, küsst mich plötzlich und sagt mir, dass er sich angekommen fühlt, dass er noch nie eine Frau wie mich kennengelernt hat, dass er mich liebt und alles für mich tun würde.
Das klingt für mich sehr schön. Dass er sich angekommen fühlt, SIND große Worte!
 
Dabei
1 Jan 2021
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#5
Erst einmal wow! Danke, dass du dir soviel Zeit nimmst zu antworten! Bin fast sprachlos...danke!

Du hast ja Recht...in den Momenten fühle ich mich ja auch geliebt und bin unendlich glücklich.

Ich verstehe selbst nicht, warum ich immer nach den ABER suche...
Ich glaube, ich habe Angst, dass die Beziehung zum scheitern verurteilt ist. Bei meinem Exmann dachte ich ja auch, dass er es sei. Ich will eigentlich ja auch nur die Zeit mit ihm genießen
Ob es jetzt für ein Jahr ist oder mehrere oder gar für immer...das weiß ja keiner und das sollte nicht wichtig sein. Ständig finde ich aber immer etwas, was mich nervt. Heute haben wir uns auch gestritten, weil ich ihn für zu negativ halte. Ich sage es ihm dann auch direkt, er sagt, dass es gar nicht so gemeint ist etc..dann das nächste und wieder was... Ich glaube es hat mit meiner hypersensibilität zu tun, dass ich nicht einfach genießen kann, was wir haben.

Du hast Recht! Aufopferung soll und kann man von niemanden verlangen.

Und ich Versuche auch immer, nicht zu viel zu geben. Aber so bin ich...

Du hast in vielem so Recht...ich weiß das eigentlich auch..aber dann ist da der Zweifel in mir...
 
Dabei
6 Mrz 2013
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#6
Bei "Zweifel-Gefühlen" finde ich es immer gut, wenn man sich selber ganz konkrete Fragen stellt, um herauszufinden, ob man konkrete Probleme sieht (dann kann man immer noch daran gehen, diese zu lösen) oder nicht. Und wenn es keine konkreten Probleme gibt, dann braucht man sich nicht den Kopf zu zerbrechen. Außerdem finde ich es dann gut, wenn man sein Augenmerk ganz gezielt auf das Positive lenkt.
Ich glaube, ich habe Angst, dass die Beziehung zum scheitern verurteilt ist.
Und woher kommt diese Angst? Jede Beziehung kann irgendwann scheitern. Also ist das eine abstrakte Angst? Weil bisherige Beziehungen von dir gescheitert sind? Oder weil dieser Mann ganz konkrete Verhaltensweisen hat, die dir nicht gut tun, weil seine Werte und Einstellungen mit deinen nicht übereinstimmen?
Ständig finde ich aber immer etwas, was mich nervt. Heute haben wir uns auch gestritten, weil ich ihn für zu negativ halte.
Ähm ... DU hältst IHN für zu negativ? Aber du redest hier und dir doch gerade eure Beziehung schlecht, ohne dass du zumindest hier konkrete Gründe dafür anführst. DAS ist negativ :002: Kritisiert er dich denn auch dafür? Oder weiß er das etwa gar nicht?
Und ich Versuche auch immer, nicht zu viel zu geben. Aber so bin ich...
Kannst du ja machen. Nur sollte man halt nicht dasselbe Maß von einem anderen Menschen verlangen. Ich würde mich für einen anderen ja nicht "aufopfern", denn dann steigert man sich zu sehr in die Beziehung zu ihm hinein, und vielleicht passiert dann genau deswegen das, was bei dir gerade passiert.
Ich will eigentlich ja auch nur die Zeit mit ihm genießen
Dann mach das doch. Freu dich aktiv über schöne Unternehmungen mit ihm und schalte diese Gedanken mal zumindest für 1 Tag ab.

Wie kommt er eigentlich mit deinen Kindern klar? Wie kommst überhaupt du mit der Situation klar - mit der Trennung, mit den Kindern ...?
 
Dabei
23 Nov 2016
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#7
Dieses "Sich-für-andere-aufopfern" ist im Grunde sehr egoistisch. Denn der andere erwartet und will das im Grunde nicht. Aber du zwingst es dem anderen ungefragt auf. Und erwartest dafür noch Anerkennung und Dank. Also tust du es letztlich nur aus der Motivation heraus, vom anderen eine Bestätigung deiner selbst zu bekommen. Du brauchst diese Bestätigung, um dich nicht unzufrieden, schlecht und minderwertig zu fühlen. Das ist der Klassiker. Daran solltest du unbedingt arbeiten, sonst geht die Beziehung garantiert schief. Und zwar nicht, weil dein Mann irgendwas falsch gemacht hat, sondern weil du kein Selbstwertgefühl hast. Deshalb auch diese überzogenen Romanzen-Erwartungen: es muss ganz toll sein, weil du bestätigt haben willst, wie toll du bist. Denn sonst zerfrisst dich deine eigene Unzufriedenheit.

Entschuldige, dass ich hier so "herumpsychologiere", das finde ich selbst uncool. Aber es ist wirklich eine klassische Geschichte bei dir.
 
Dabei
1 Jan 2021
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#8
Ihr habt definitiv recht!!! Und auch wenn's erstmal hart ist das zu lesen, überdenke ich mich und mein Verhalten absolut. Er ist wirklich ein wahnsinnig toller Mann und ich habe einfach zu utopische Erwartungen. Ob ihr es glaubt oder nicht...heute bin ich mit einer anderen (für mich auch leichteren) Einstellung an alles gegangen und habe mich einfach nur glücklich mit ihm gefühlt. Er tut so viel für mich, was mir vorher vielleicht gar nicht aufgefallen ist... Danke euch!!!
 
Dabei
1 Jan 2021
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#9
Er mag sie wirklich sehr gerne. Er hat selber eine Tochter und ich hab sie wirklich sehr lieb. Die Kinder haben ihn voll akzeptiert und die große findet es total schön, mich Mal verliebt zu sehen. Mit der Trennung komme ich gut klar...habe nur ständig ein schlechtes Gewissen, weil ich so glücklich bin und mein Exmann anscheinend nicht. Es kommen auch versteckte Vorwürfe von seiner Seite und das hat mich vor allem am Anfang sehr gebremst. Aber ich weiß, was ich will und möchte mir da auch nicht reinreden lassen!!
 
Dabei
1 Jan 2021
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#10
Kapiere das mit den Zitaten noch nicht so...sorry... Er kritisierte mich bisher noch nie. Wenn ich so darüber nachdenke... Er akzeptiert mich komplett wie ich bin..und ich mecker mir rum... furchtbar...
 
Dabei
1 Jan 2021
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#11
Und woher kommt diese Angst? Jede Beziehung kann irgendwann scheitern. Also ist das eine abstrakte Angst? Weil bisherige Beziehungen von dir gescheitert sind? Oder weil dieser Mann ganz konkrete Verhaltensweisen hat, die dir nicht gut tun, weil seine Werte und Einstellungen mit deinen nicht übereinstimmen?
Ich würde sagen, dass es eine abstrakte Angst ist.. unsere Werte und Einstellungen stimmen absolut überein.. er sagte schon einige Male , dass ich seine "Seelenverwandte" sei..
 
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