Wie "funktioniert" Verlieben eigentlich?

Dabei
25 Jan 2018
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#1
Hallo miteinander,

Die obige Frage ist für mich nicht nur theoretisch interessant. Ich bin 31 Jahre alt und Absolute Beginner. Konkret bedeutet das, ich hatte noch nie(!) in meinem ganzen Leben eine Beziehung oder auch nur Körperkontakt zu einer Frau, der über eine kurze Umarmung zur Begrüßung hinausging. Ich weiß, das hört sich unglaublich an, doch knapp 10% der Männer in Deutschland sind schätzungsweise davon betroffen. Wer mir nicht glaubt, am Besten kurz googlen (Verlinken geht hier ja leider nicht) ;). Darauf tiefer einzugehen, würde nämlich leider den Eingangspost deutlich sprengen, daher beantworte ich alle weiteren Fragen gerne in folgenden Posts, gar kein Problem!

Dennoch ein paar Randfakten: Ich bin introvertiert, aber nicht schüchtern (wie wohl viele "ABs"), habe inzwischen ein recht stabiles Selbstbewusstsein - worüber ich sehr glücklich bin -, Hobbys, die mich ausfüllen (wenn auch eher in meinen vier Wänden) und einen kleinen, aber wirklich sehr guten Freundeskreis. Beruflich läuft es gerade nicht so, aber mein Gott? Irgendwas ist immer...

Kurzum, wenigstens 50% aller ABs haben wohl mehr Baustellen als ich, zumindest gefühlt. Und bis vor etwa einem Jahr war ich noch recht sicher, es wäre nur noch eine Frage der Zeit, bis auch ich zum Zug käme. Ich sah hauptsächlich zwei Probleme, an denen ich weiterhin arbeite:

1) Mangelnde Gelegenheiten, Frauen kennenzulernen
2) Schlechtes Körperbewusstsein (ich nehme Frauen quasi gar nicht als sexuelle Wesen wahr, ebenso wenig wie mich selbst)

Wie gesagt, beides ist mir bewusst und, soweit eben machbar, in Bearbeitung.

Nun fanden 2017 mehrere Trennungen im Freundes- und Bekanntenkreis statt, die ich in dieser Form niemals(!) vermutet hätte: Diese Menschen passten in jeder Hinsicht zusammen, Interessen, Charakter, Intelligenz, Lebensentwurf... Und vor knapp einem Dreivierteljahr schaffte es ein anderer AB aus dem erweiterten Freundeskreis (wir sehen uns alle vier bis sechs Wochen) dann plötzlich, von buchstäblich heute auf morgen eine extrem glückliche Beziehung mit einer Person einzugehen, die charakterlich und in Bezug auf ihre Werteinstellungen, ihren Humor, etc., eigentlich gar nicht zu ihm passte. Auch war sein Selbstbewusstesein damals völlig im Keller, ihres auf dem Höchststand, was ja gemeinhin als das Killerkriterium für eine Beziehungsanbahnung gilt.

Ich bin nun einigermaßen verwirrt, habe aber insbesondere nach längerem Nachdenken festgestellt, dass ich selbst noch nie wirklich "rosarot" verliebt war. Meine unhinterfragte Meinung war bis vor Kurzem, dass zur Liebe ein gewisses Maß an ähnlicher Lebenseinstellung notwendig wäre. Ich beobachte Menschen immer erst eine ganze Weile - Wochen - bevor ich sie wirklich an mich heranlasse. Ich sehe nun ein drittes Problem:

3) Ich kann mich nicht verlieben, mir fehlt die Voraussetzung dafür - welche auch immer das ist. Ich weiß es gar nicht.

Letzteres ist meine Frage an euch. Tut mir Leid, dass dieser Eingangspost recht lang geworden ist, laut Forenregel ist das ja eigentlich zu vermeiden. Aber in einem AB-Forum kann ich das so nicht fragen, dort schreiben natürlich genau die Menschen, die es auch nicht besser wissen.

Liebe Grüße und danke euch für eure Antworten :)!
 
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Papatom

Gast
#2
Moin,

3) Ich kann mich nicht verlieben, mir fehlt die Voraussetzung dafür - welche auch immer das ist. Ich weiß es gar nicht.
ich bin da kein Experte, aber meiner Meinung nach wäre Dein Anliegen sinnfrei. Du empfindest nichts, aber möchtest. Warum dann? Sehnsucht hast Du aber bei Frauen kommt emotional nichts? Willst Du dann eine Beziehung simulieren?

Das wird nix

Grüße
 
Dabei
25 Jan 2018
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#3
Hallo Papatom,

Danke für deine Antwort! Die Frage ist natürlich völlig berechtigt, ich musste da auch selbst kurz in mich gehen. Das ist tatsächlich nicht ganz einfach in Kürze zu erklären, wenn die AB-Problematik ganz neu ist - zumal auch dort die Bedürfnisse sehr weit(!) auseinandergehen. In meinem speziellen Fall ist es wohl so, dass ich mir zwei Dinge wünsche.

Erstens, und das ist noch einfacher zu verstehen, ein gewisses Maß an körperlicher Nähe (ausdrücklich zu unterscheiden von Sex - den ich mir allerdings auch nur abstrakt vorstellen kann). Gleichzeitig habe ich natürlich ein gesundes Maß an Angst vor genau der Erfüllung dieses Wunsches, da ich ja Null Praxiserfahrung habe, aber sei's drum, dass ist eine abgespaltene Problematik (siehe Punkt 2) im Eingangspost) und muss hier nicht unmittelbar Thema sein.

Zweitens, und das ist jetzt schwieriger... Naja, Vollständigkeit. Ich weiß nicht, ob das ein zu hohes Ideal ist. Rational weiß ich natürlich genau, dass eine Beziehung auch viele Probleme, Kompromisse, etc. mit sich bringt. Dazu wäre ich - theoretisch - bereit. Mir fehlt auf der emotionalen Ebene etwas, was Freunde einem nicht geben können. Tatsächlich sollte ich aber dazusagen, dass es mir in Zeiten, in denen ich öfter weibliche Freunde sehe, z.B. auch erheblich besser geht, als in solchen, in denen das nicht der Fall ist. Mir fehlt das weibliche Element im Leben. Ich bin mir unsicher, wie ich das besser formulieren kann. Oder vielleicht so: Ich weiß zwar nicht genau, wie sich Leibe anfühlt, aber ich merke schon, dass es ein Gefühl gibt, dass ich eigentlich mal empfinden sollte. Ist das verständlich?
 
Dabei
27 Feb 2013
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#4
Hi Callister,

Was ist AB?

Zu dem hier:

Auch war sein Selbstbewusstesein damals völlig im Keller, ihres auf dem Höchststand, was ja gemeinhin als das Killerkriterium für eine Beziehungsanbahnung gilt.
Das hab ich noch nie gehört, woher hast du diesen Schwachsinn?

ich nehme Frauen quasi gar nicht als sexuelle Wesen wahr, ebenso wenig wie mich selbst
Du hast also keine sexuellen Gelüste? Auch nicht auf Männer? Also gar nicht. Dann bist du womöglich asexuell. War das schon mal Thema bei dir?

Verlieben funktioniert so:

Man sieht jemanden und ist völlig fasziniert. Da ist eine ganz unbewusste magische Anziehung, eine Elektrizität, sehr euphorisierend.

Man findet den Menschen plötzlich unwiderstehlich, mag seinen Geruch, mag einfach alles an ihm. Fühlt sich sehr angezogen von ihm und möchte Nähe, möchte Zeit mit ihm verbringen.

Und es setzt dann auch sexuelles Verlangen ein. Man möchte sich mit diesem Menschen vereinigen, so nah wie möglich sein.

Liebe Grüße
 
Dabei
27 Feb 2013
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#5
So, ich habe mir jetzt deinen letzten Post durchgelesen.

Du hast einen Gedankenfehler - VOLLSTÄNDIG bist du schon. Nur allen du kannst dir dieses Gefühl geben.

Du lässt dich einfach zu sehr von der Gesellschaft beeinflussen, die einem suggeriert, nur als Paar ist man GANZ. Das stimmt aber nicht.

Dir fehlt das weibliche Element. Was spricht gegen eine Freundschaft mit einer Frau?
 
Dabei
25 Jan 2018
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#6
Hallo Peachy, vielen Dank dir für deine Rückmeldung! "AB" ist einfach nur die Kurzform für "Ansolute Beginner" - und ein solcher zu sein. ändert leider so ziemlich alles in Sachen Liebe, das ist ein Universum für sich.

Das hab ich noch nie gehört, woher hast du diesen Schwachsinn?
Internetrecherche, da findet man das überall - nicht nur in der AB-Community, von der ich weiß, dass sie kein guter Anlaufpunkt für sachliche Infos zum Thema ist. Wann immer Menschen mit chronischen Beziehungsproblemen zum Therapeuten gehen (ich selbst war noch bei keinem, wie ich zugeben muss), scheint deren erster Schritt zu sein: Selbstbewusstsein verbessern! Aber alle meine Quellen sind rein akademisch, in diesem Sinne, ich nehme dich durchaus vollkommen ernst, wenn du das Gegenteil in den Raum stellst. Interessant...


Du hast also keine sexuellen Gelüste? Auch nicht auf Männer? Also gar nicht. Dann bist du womöglich asexuell. War das schon mal Thema bei dir?
Naja, das war dann wohl ungeschickt von mir formuliert, um den Eingangspost nicht noch weiter aufzublasen. Ich habe schon ein gewisses Maß an Verlangen, aber man erkennt schnell, dass es massiv unterdurchschnittlich ist. Weder sehe ich Frauen auf der Straße hinterher - auch nicht flüchtig - noch spreche ich über dieses Thema oder denke x mal am Tag an Sex, auch wenn es durchaus vorkommt. Insbesondere aber flirte ich nicht, ich kann es nichtmal wirklich. Ich habe auch keinen "Jagdinstinkt" in diesem Sinne, das geht mir völlig ab. Ich rede mit Frauen so, wie ich es mit Männern auch tue. Ich bin nicht ungepflegt, aber nicht sehr auf mein Äußeres bedacht, das muss ich leider zugeben. Und iregdnwie sogar froh, dass mein Sexualtrieb nicht so stark ist. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie die meisten Menschen mit dieser dauerhaften Ablenkung leben können. Andererseits weiß ich natürlich, dass dies ein Hindernis für mich darstellt...

Verlieben funktioniert so:

Man sieht jemanden und ist völlig fasziniert. Da ist eine ganz unbewusste magische Anziehung, eine Elektrizität, sehr euphorisierend.

Man findet den Menschen plötzlich unwiderstehlich, mag seinen Geruch, mag einfach alles an ihm. Fühlt sich sehr angezogen von ihm und möchte Nähe, möchte Zeit mit ihm verbringen.

Und es setzt dann auch sexuelles Verlangen ein. Man möchte sich mit diesem Menschen vereinigen, so nah wie möglich sein.
Hm, das hört sich jetzt so an, als käme Verliebtheit buchstäblich aus dem Nichts. Setzt das sexuelle Verlangen unmittelbar mit ein, oder eher verzögert? Bei mir selbst ist es so, dass ich Menschen immer erstmal kennenlernen muss. Um Freundschaften zu schließen, ist das ja auch nötig. Mir völlig schleierhaft, wie ein Gefühl von noch größerer Tragweite als Freundschaft - die Liebe - dann entstehen kann, wenn noch buchstäblich nichts über sein Gegenüber weiß. Diese Erfahrung entzieht sich mir komplett.


Du hast einen Gedankenfehler - VOLLSTÄNDIG bist du schon. Nur allen du kannst dir dieses Gefühl geben.
Du lässt dich einfach zu sehr von der Gesellschaft beeinflussen, die einem suggeriert, nur als Paar ist man GANZ. Das stimmt aber nicht.
Ich denke, hier liegt ein Missverständnis vor, dass ich aber auch nur schwer ausräumen kann. Es geht mir dabei nicht so wirklich um die gesellschaftlichen Erwartungen - würden du und ich uns kennen - würdest du mir das garantiert sofort glauben ;) . Das Problem findet auf einer viel tieferen, emotionalen Ebene statt. Ein bisschen, als wäre die Landkarte der eigenen Gefühle ein Puzzle, bei dem bis heute ein Teil fehlt - auch, wenn man sich nur grob vorstellen kann, wie das wohl aussieht. Das trifft es aber auch nur unzureichend; vielleicht muss man wirklich AB sein, um das voll verstehen zu können. Sorry!

Dir fehlt das weibliche Element. Was spricht gegen eine Freundschaft mit einer Frau?
Grundsätzlich nichts, solche Freundschaften pflege ich ja auch schon ;) . Nur fehlt dann eben wieder dieses "Etwas". Ich denke, es hat - neben Körperlichkeit - auch damit zu tun, dass eine Freundschaft eben nicht bedeutet, sich in diesem Maße einander zu verpflichten. Mein Ideal an eine Beziehung ist da schon relativ hoch, zugegeben.
 
Dabei
27 Feb 2013
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#7
Ich denke, dass dein Knackpunkt dieser ist:

Angst vor genau der Erfüllung dieses Wunsches, da ich ja Null Praxiserfahrung habe
Genau deswegen versuchst du dir selber so vieles einzureden...

Ich glaube dir, dass das ein wesentlicher Faktor ist, so ein "Spätzünder" zu sein.

Du hast dich sehr in dein Schneckenhaus zurückgezogen und redest dir somit viele Ausreden dafür ein.

Übrigens... du nennst dich AB - also Absolute Beginner - hast du denn schon begonnen? ;)

Hm, das hört sich jetzt so an, als käme Verliebtheit buchstäblich aus dem Nichts. Setzt das sexuelle Verlangen unmittelbar mit ein, oder eher verzögert?
Es ist rein wissenschaftlich gesehen ein chemischer Prozess - darüber gibt es Dokus.

Das sexuelle Verlange setzt je nach Erfahrungsgrad und Typ früher oder später ein. Es gibt keine Formel.

Ich bin nicht ungepflegt, aber nicht sehr auf mein Äußeres bedacht, das muss ich leider zugeben.
Und wieso nicht? Legst du bei deinem Gegenüber (oder auch bei der Frau) auch keinen Wert darauf oder magst du schon auch gerne etwas Gepflegtes ansehen?

Und iregdnwie sogar froh, dass mein Sexualtrieb nicht so stark ist. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie die meisten Menschen mit dieser dauerhaften Ablenkung leben können.
Diese von dir bezeichnete Ablenkung ist die schönste "Nebensache" der Welt. Du kannst es mit gutem Essen vergleichen - nervt dich da die Ablenkung auch? Oder legst du kein Wert drauf, bist kein Genießer?
 
Dabei
25 Jan 2018
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#8
Genau deswegen versuchst du dir selber so vieles einzureden...

Ich glaube dir, dass das ein wesentlicher Faktor ist, so ein "Spätzünder" zu sein.

Du hast dich sehr in dein Schneckenhaus zurückgezogen und redest dir somit viele Ausreden dafür ein.
Da hast du bis zu einem gewissen Maß sicher Recht mit. In jedem Fall erschwert es mir das Arbeiten an mir selbst sehr stark, gar keine Frage. Wichtig an deiner Antwort erscheint mir das hier, auch wenn ich es gerne weiter ausgeführt sähe - wahrscheinlich führt uns das zu ganz anderen Problemen...

Übrigens... du nennst dich AB - also Absolute Beginner - hast du denn schon begonnen? ;)
Hängt stark von deiner Definition ab. wenn du fünf Jahre persönliche Arbeit am eigenen Charakter, Selbstreflektion, Lektüre von Fachliteratur und intensiven Austausch mit anderen Menschen in Foren wie diesen hier dazuzählst - dann definitiv ja. Falls du meinst, ein Date zu haben: Nein.

Es ist rein wissenschaftlich gesehen ein chemischer Prozess - darüber gibt es Dokus.
Ich weiß, auch das ist mir in den letzten fünf Jahren mehr und mehr klar geworden. Zudem bin ich durchaus Anhänger der Idee, dass wir Menschen uns in den letzten 10.000 Jahren nicht wirklich soooo viel verändert haben. Trotzdem: Das Entstehen einer Beziehung kann doch nicht zu 100% von ein paar Molekülen abhängen? So recht mag ich das nicht glauben, da muss mehr im Spiel sein... Oder, anders gesagt: Natürlich heißt verlieben noch nicht, dass auch die Beziehung entsteht - nach deiner Antwort können sich ja problemlos Menschen verlieben, die in jeder sonstigen Hinsicht - Charakter, gesellschaftliche Einstellung etc. - ganz und gar nicht zueinander passen. Dann wird das wohl tragischerweise eher nichts. In diesem Fall wäre es bei mir mutmaßlich so, dass ich vion vorneherein so stark auf solche Dinge achte, dass die Moleküle im Zweifel erst gar nicht zum Zug kommen. Ich hatte noch nie eine Beziehung, aber eben auch noch nie eine schlechte, das wird oft übersehen. Mein Wunsch wäre es eben, dass es bei jemandem "funkt", die auch charakterlich passt. Und bisher hatte ich angenommen, das würde Mutter Natur schon ein Stück weit automatisch so einrichten. Liege ich da wirklich komplett falsch? Alles nur Glückssache? Das wäre natürlich fatal...

Das sexuelle Verlange setzt je nach Erfahrungsgrad und Typ früher oder später ein. Es gibt keine Formel.
Okay, danke.

Und wieso nicht? Legst du bei deinem Gegenüber (oder auch bei der Frau) auch keinen Wert darauf oder magst du schon auch gerne etwas Gepflegtes ansehen?
Ungesunde Aufschieberitis. Das ganze Thema Beziehungsanbahnung mit seinen diversen Nebenaspekten - inklusive Aussehen etc. - ist in meinem Leben zwar geisteig sehr präsent, aber dán den Lösungen zu arbeiten... Naja, im Grunde hast du die Antwort ja schon gegeben, wo es hier hapert.

Diese von dir bezeichnete Ablenkung ist die schönste "Nebensache" der Welt. Du kannst es mit gutem Essen vergleichen - nervt dich da die Ablenkung auch? Oder legst du kein Wert drauf, bist kein Genießer?
Allerdings bin ich ein Genießer ;)! Leider muss das Essen dafür auch vorhanden sein! Nur Hunger zu haben, ist nicht so der Bringer... Darf ich ganz kurz konkreter werden? Lass mich einfach wissen, wenn dir das schon zu weit geht (ich kann dich da nicht einschätzen): Ich habe nie begriffen, wie Männer sexuelle Erregung, beispielsweise beim Amblick einer hübschen Frau, einfach so genießen können - und das auch noch mitten im Alltag, wo sich dieser "Druck" doch nirgends abbauen lässt ("Hunger"). Es seie denn vielleicht, man verschwindet mal kurz im Badezimmer ("essen"). Okay, das war explizit genug ;). Aber vielleicht bekomme ich hier die Antwort?
 
Dabei
27 Feb 2013
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#9
Allerdings bin ich ein Genießer ;)! Leider muss das Essen dafür auch vorhanden sein! Nur Hunger zu haben, ist nicht so der Bringer... Darf ich ganz kurz konkreter werden? Lass mich einfach wissen, wenn dir das schon zu weit geht (ich kann dich da nicht einschätzen): Ich habe nie begriffen, wie Männer sexuelle Erregung, beispielsweise beim Amblick einer hübschen Frau, einfach so genießen können - und das auch noch mitten im Alltag, wo sich dieser "Druck" doch nirgends abbauen lässt ("Hunger"). Es seie denn vielleicht, man verschwindet mal kurz im Badezimmer ("essen"). Okay, das war explizit genug ;). Aber vielleicht bekomme ich hier die Antwort?
Da kommt es eben drauf an, ob ein - in diesem Falle - Mann ausgehungert oder recht gesättigt ist.

Wenn du maßlosen Hunger hast, schon lang, dann kannst du an keinem Essen vorbeigehen, ohne halb verrückt vor Hunger zu werden.

Isst du aber regelmäßig, bist du nie so hungrig, deswegen bist du da wesentlich entspannter.

Wenn du hungrig bist, siehst du auch überall Essen. Bist du nicht hungrig, fällts dir nicht so auf.

Vielleicht ist es jetzt besser verständlich?

Denk bei dem Thema "sich verlieben" nicht so sehr an die Antwort aus wissenschaftlicher Hinsicht oder such eine exakte Definition. Es ist nicht wichtig.

Denk dir einfach, es ist Magie im Spiel :) Ein wunderbarer Zauber. :)

Ungesunde Aufschieberitis. Das ganze Thema Beziehungsanbahnung mit seinen diversen Nebenaspekten - inklusive Aussehen etc. - ist in meinem Leben zwar geisteig sehr präsent, aber dán den Lösungen zu arbeiten... Naja, im Grunde hast du die Antwort ja schon gegeben, wo es hier hapert.
Es ist ja gut, dass du innerlich an dir arbeitest - aber es wäre Zeit, es auch äußerlich zu tun.

Lass dich mal von einem Frisör beraten, welcher Haarschnitt dir stehen würde und in einem Klamottengeschäft, was dir für Gewand passen würde.

Befolge die Ratschläge und schau, was passiert.... Du wirst dich auf jeden Fall selber attraktiver fühlen. Besser, selbstsicherer - das werden die Damen merken. Und schon bist du wieder ein stück anziehender.
 
Dabei
6 Feb 2017
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#10
Callister, ich liebe wie du schreibst. Du erinnerst mich ein bisschen an einen ziemlich guten Freund von mir.... der ist auch so überlegt. :)

Ich hab deinen Namen mal gegoogelt, weil ich wissen wollte, was er bedeutet. Ich habe nur William Callister als Ergebnis bekommen, aber spielst du auf den an? Der wirkt nicht so bekannt..

Ich habe ein paar Fragen an dich.

1. Dein Ideal. Gibt es ein Abbild, das dem nahe kommt? Ich kenne ja deine Hobbies nicht, aber zum Beispiel ein fiktives? Gibt es Charaktere oder sonst irgendwelche weiblichen Personen von denen du "schwärmst"?
2. Das wird jetzt privat und du musst es nicht beantworten. Dein bestimmtes Maß an Verlangen, das du hast - wie drückt sich das aus?
3. Bist du autistisch?

Ich würde wild spekulierend ehrlich gesagt einfach nur denken, dass das geringe Verlangen nach Körperkontakt der Grund ist. Ich aus meiner eigenen Erfahrung fühle mich immer erst körperlich hingezogen und erst dann emotional. Was ich im Freundeskreis beobachten kann, sind das auch eher "kuschelige" Menschen, die sich oft in Beziehungen einfinden. Wie ist es bei den ganzen Menschen, die du beobachtet hast?
 
Dabei
25 Jan 2018
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#11
Hallo idontknowaboutthis,

Vielen Dank dir für diese Antwort :D! Schön zu lesen, dass ich sympathisch rüberkomme. Falls das nicht zu privat ist (und nur dann): Hat dein Freund denn auch Probleme in der Beziehungsanbahnung (ohne direkt AB sein zu müssen)? Das wäre interessant zu wissen...

Ich hab deinen Namen mal gegoogelt, weil ich wissen wollte, was er bedeutet. Ich habe nur William Callister als Ergebnis bekommen, aber spielst du auf den an? Der wirkt nicht so bekannt..
Den musste ich jetzt googlen ;). Wobei ich mich schon von Kindheit an für Naturwissenschaft interessiert habe, so ganz am Ziel vorbeigeschossen ist das also nicht. Es gibt sicher einen Zusammenhang zu meiner - offen gesagt, sehr spontanen - Intention bei der Namenswahl: Falls der Titel dir nichts sagen sollte, füttere doch Wikipedia mal mit der britischen Fernsehserie "Black Mirror". Eine der besten Episoden (wenn man so etwas mag) trägt den Titel "USS Callister", vermutlich wiederum in Anspielung auf diesen Herrn. Aber wir gesagt, das war ein spontaner Entschluss, ich habe inzwischen zu viele Nicknames, da ich sehr auf Privatsphäre bedacht bin.
Ich habe ein paar Fragen an dich.


1. Dein Ideal. Gibt es ein Abbild, das dem nahe kommt? Ich kenne ja deine Hobbies nicht, aber zum Beispiel ein fiktives? Gibt es Charaktere oder sonst irgendwelche weiblichen Personen von denen du "schwärmst"?
Danke, sehr gute Frage... Darüber habe ich schon oft nachgedacht, weil davon natürlich auch abhängt, ob meine Ansprüche vielleicht viel zu hoch sind. Oder ob ich, umgekehrt, zu wenig weiß, was ich will. Die FRage zu beantworten ist schwer, wenn man in meinem Alter keine Erfahrung hat. In einer sehr langen Forendiskussion vor gut sechs Monaten habe ich in einem anderen Forum mal folgende drei Kriterien für mich herausgearbeitet:

1) Die Dame sollte tolerant sein, in einem recht umfassenden Sinne.
2) Sie sollte neugierig sein - anders kann man sich kaum gemeinsam weiterentwickeln, zumindest nicht in der Form, in der ich das verstehe.
3) Und: Selbsthumor ist ganz wichtig! Der fehlte mir selbst lange Zeit, ich weiß also, wovon ich rede...

Das sind unverhandelbare Punkte, alles andere - Raucherin, Veganerin, Hund oder kein Hund - ließe sich klären. Kinderwunsch wäre wahrscheinlich noch kontrovers, zugegeben.

Übrigens hat es bei Punkt 1) gerade nochmal "Klick" gemacht. Als mein Freund, den ich im Eingangspost erwähnte, von heute auf morgen glücklich vergeben war, waren die verschiedenen Werteinstellungen im Grunde auch "nur" politischer, gesellschaftlicher und sonstiger Art. Aber beide waren und sind sehr tolerante Menschen, und das ist ihnen wichtig. Auffällig ist allerdings, dass sie Gespräche über solche Themen konsequent meiden, während ich gerade solche Gespräche - kontrovers oder nicht - immer sehr genieße, durchaus auch mit Frauen. Wahrscheinlich ist mir gar nicht klar, wie Kommunikation in einer Beziehung überhaupt funktioniert und was den Reiz daran ausmacht. Im Freundeskreis, auch im weiblichen, führe ich immer nur Fachgespräche und alle Beteiligten haben großen Spaß daran. Naja, und gelegentlich reden wir über persönliche Probleme. Das sollte in einer Beziehung auch der Fall sein, aber man hofft ja auch auf gute Momente. Worüber spricht man denn dann???

2. Das wird jetzt privat und du musst es nicht beantworten. Dein bestimmtes Maß an Verlangen, das du hast - wie drückt sich das aus?
Naja, diese Frage kommt irgendwann immer, und ein Grund, ein Forum zu verwenden, ist sicher auch, genau darauf mit eingehen zu können. Insofern, kein Problem ;). Die Antwort ist einfach: Auch ich habe ein gewisses Maß an, wie drückt man das salonfähigig aus, "Geilheit", die ab und an abgebaut weerden möchte. In den letzten Jahren zunehmend weniger, worüber ich subjektiv froh bin, obwohl ich vermute, dass das für die Partnersuche in Sachen Ausstrahlung eher schlecht ist. Aber es wirkt ablenkend. Vermutlich ist mein Empfinden da auch ein anderes als das des Durchschnittsmannes, wie peachy ja schon anmerkte. Abbauen kann ich nur im Handbetrieb ;). Poros konsumiere ich quasi gar nicht mehr, was sicher gesünder ist. Es gibt mir auch nichts. Der Handbetrieb übrigens auch nicht, aber die Energie muss irgendwo hin, so einfach ist das leider.

Ich habe mich da noch nicht ärztlich untersuchen lassen, aber soweit eine Selbstdiagnose möglich und sinnvoll ist, liege ich sicher irgendwo im Spektrum. Asperger oder etwas in dieser Richtung wäre durchaus denkbar, zumindest in leichter Form. Die Grenzen sind da ja fließend. Mit Menschen Kontakt aufzunehmen, kostet mich sehr viel Energie, generell interessieren mich Menschen auch nicht wirklich, ohne dass dies herabwertend gemeint wäre. Vieles ist mir zu oberflächlich, ich mag lange, tiefgehende Gespräche. Leider jimmt sich kaum noch jemand die Zeit dafür, oder auch nur für ein langsames Kennenlernen. Und wenn doch, dann kommt man als Beziehungskandidat meist nicht mehr in Frage. Ich bin auch, vorsichtig gesagt, kein Freund von Konkurrenzsituationen, ich sehe den Sinn darin nicht - schon gar nicht bei der "schönsten Sache der Welt". Ich will nicht um eine Frau kämpfen, ich möchte eine friedliche Beziehung führen. Vor gut zwei Jahren habe ich einem Bekannten zu später Stunde mal offen und ohne Selbstmitleid meine ganze Geschichte erzählt; er selbst ist ein recht offensiver und extrovertierter Mensch. Zitat: "Du musst mal auf die Fresse fliegen." Vermutlich meinte er damit, dass mich das anspornen würde. Leider ist bei diesem Thema stets das Gegenteil der Fall, da ich dann merke, ich müsste im Schnitt weniger zimperlich und umgänglich sein und mehr Energie in Menschen investieren, um zum Erfolg zu kommen. Eigentlich bin ich aber Optimist, zumindest bei anderen Dingen ;).

Ich würde wild spekulierend ehrlich gesagt einfach nur denken, dass das geringe Verlangen nach Körperkontakt der Grund ist. Ich aus meiner eigenen Erfahrung fühle mich immer erst körperlich hingezogen und erst dann emotional. Was ich im Freundeskreis beobachten kann, sind das auch eher "kuschelige" Menschen, die sich oft in Beziehungen einfinden. Wie ist es bei den ganzen Menschen, die du beobachtet hast?
Gegenfrage: Sind das dann glückliche Beziehungen? Schließlich kennt man die Menschen zu diesem frühen Zeitpunkt der Anziehung nicht und könnte z.B. eben nicht sagen, wie tolerant etwa sie sind. Die Frage ist nicht vorwurfsvoll gemeint, es interessiert mich nur. UNd es wundert mich, dass zwei Menschen, die charakterlich z.B. nie Freundschaft schließen würden, sich dann dennoch darauf einlassen.
Bei den von mir beobachteten Menschen bleibe ich einigermaßen ratlos zurück. Offen gesagt waren einige selbst bis Ende zwanzig oder Anfang dreißig AB und hatten dann ihre erste Beziehung, die aber oft sehr erfolgreich. Ich weiß: Eigentlich sollte mich das extrem hoffnungsvoll stimmen. Tut es nicht, weil ich keine Erklärung habe, außer, dass es pures Glück war. An Schicksal oder dergleichen glaube ich nicht, und Atheist bin ich auch. Es muss einen rationalen Mechanismus geben, oder es war nur Glück. Das könnte ich dann nicht zwangsweuise auch füpr mich erwarten. Sorry, wenn sich das verbohrt anhört ;). In einem anderen Fall hat ein Freund seine bis heute andauernde Beziehunf mit Mitte zwanzig gefunden, sie ist stabil, aber für beide Seiten anstrengend - ich würde nicht tauschen, selbst wenn ich könnte. Einem anderen Freund, den ich sehr regelmäßig sehe, geht es genauso. Er ist jetzt fast vierzig und hatte seine letzte Beziehung mit Anfang zwanzig. Ein wenig Kosten-Nutzen-Rechnung ist also auch dabei, schließlich will ich danach ja glückjlicher sein als jetzt. Momentan beschäftigt mich das Thema sehr - im Grunde täglich - aber ich kann mein Leben kontrolliert und normal leben und will es nicht gegen das Chaos eintauschen, dass andere Menschen mitmachen. Die reine Existenz eines Forums wie diesem hier reicht ja, um dieses Argument zu stützen. Tja, alles nicht so einfach...

Sorry für den langen Post, nimm's als Kompliment ;)!

EDIT: Jetzt hab' ich deine letzte Frage gar nicht wirklich beantwortet, tut mir Leid! Das ist aber gar nicht so einfach... Im Falle des "unglücklichen" Pärchens kann ich deine Theorie nicht bestätigen, da liegen sogar klare Probleme vor - wobei das natürlich zusammenhängen könnte. Bei den glücklichen, speziell bei einem, fällt schon auf, dass der Körperkontakt stark gepflegt wird. Allerdings kann ich schwer sagen, wie "kuschelig" diese - in meinem Fall - Männer vorher schon waren, das ist meist eher nicht so das Thema gewesen ;). Naja, und der Freund um die vierzig hat wohl ein starkes Problem in Bezug auf seine sexuelle Energie, die dort mehr zu- als abnimmt. Trotzdem wünscht er sich etwas auf Augenhöhe und sucht vergeblich, da auch er die Phase des Kennenlernens braucht. Über "Kuscheligkeit" zu sprechen, ist aber nicht so seins...
 
Zuletzt bearbeitet:
Dabei
27 Feb 2013
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5.263
#12
Ich möchte nochmal das Thema Freund aufgreifen, der so eine für dich unpassende Frau gefunden hat und doch eine offenbar glückliche Beziehung führt. Wie lange eigentlich schon?

Ich habe so ein bisschen den Eindruck, dass für dich Verlieben sowas endgültiges ist. So als würde man sich einmal verlieben und das wars.

Gerade an dem Beispiel deines Freundes kann man gut herauslesen: man verliebt sich nicht prinzipiell immer in die richtige Person. Und auch nicht nur einmal im Leben. Es gibt auch nicht nur eine einzige passende Person.

Sich verlieben ist irgendwie eine Art Training. Ich glaube, je öfter man sich verliebt und mit einem Menschen eine Bindung eingeht, desto besser lernt man sich selber kennen, was zu einem passt.

Man geht auch mal Bindungen ein, die einem gar nicht guttun und an Grenzen bringen, von denen man nichteinmal wusste, dass man sie hat. Aber man lernt daraus. Es sind wichtige Erfahrungen.

Es trennen sich auch Paare, von denen man es nie erwartet hätte, weil sie doch so gut zusammenpassten. Wir sehen nur die äußere Schicht. Es kann auch manchmal recht langweilig werden, wenn man sich zu ähnlich ist. Das ist aber von Mensch zu Mensch verschieden - in der Liebe lassen sich keine Regeln aufstellen.

Hast du übrigen schon einen Frisörtermin? ;)
 
Dabei
25 Jan 2018
Beiträge
8
#13
Hast du übrigen schon einen Frisörtermin? ;)
Seit gestern? Nein ;). Aber ich nehme diesen Punkt durchaus ernst, keine Sorge! Ich muss nur gerae wirklich viel Nachdenken, und ich bin ziemlicher "Stapelverarbeiter"...

Ich möchte nochmal das Thema Freund aufgreifen, der so eine für dich unpassende Frau gefunden hat und doch eine offenbar glückliche Beziehung führt. Wie lange eigentlich schon?
Noch nicht sehr lange, da hast du vollkommen Recht. Klar, könnte durchaus noch böse in die Brüche gehen. Im Falle des anderen Pärchens geschah das nach über zehn Jahren, wissen kann man es nie, das stimmt wohl.

Ich habe so ein bisschen den Eindruck, dass für dich Verlieben sowas endgültiges ist. So als würde man sich einmal verlieben und das wars.
Nein, das ist nicht so sehr ser Punkt. Natürlich kann man sich wieder auseinanderleben, und natürlich muss man an jeder Beziehung zu jedem Zeitpunkt stetig arbeiten - das ist mir klar, und dazu wäre ich auch bereit. Mir geht es um Folgendes: Ich glaube nicht, dass sich jeder in jeden verlieben kann. Und meine Frage ist nun: Was sind die Ausschlusskriterien? Ja, das klingt sehr wissenschaftlich, wahrscheinlich ist es das auch. Aber genau so erklärt sich der Threadtitel ;). Für mich persönlich geht es dabei um weit mehr als pure Wissenschaft:

1) Ich war, so scheint es mir, selbst noch nie verliebt - zumindest nach allen Indizien und Schilderungen dieses Zustandes.
2) Ich muss Menschen erst kennenlernen und erachte das als eigentlich selbstverständlich (ist ja bei Freunden auch so); alle anderen scheinen darauf gut verzichten zu können...
3) In meiner Umgebung trennen und verpartnern sich Menschen, bei denen ich das absolut nicht nachvollziehen kann.

Wenn man 31 ist und noch nie auch nur Händchen gehalten hat, treibt einen dann natürlich die Frage um: Was geht da eigentlich vor? Denn nur, wenn ich das weiß, kann ich ja etwas verändern an meiner Lage.


Sich verlieben ist irgendwie eine Art Training. Ich glaube, je öfter man sich verliebt und mit einem Menschen eine Bindung eingeht, desto besser lernt man sich selber kennen, was zu einem passt.

Man geht auch mal Bindungen ein, die einem gar nicht guttun und an Grenzen bringen, von denen man nichteinmal wusste, dass man sie hat. Aber man lernt daraus. Es sind wichtige Erfahrungen.
Auch das ziehe ich gar nicht prinzipiell in Zweifel. Allerdings zeigen sich solche Grenzen ja immer erst, wenn man schon eine Weile in der Beziehung ist - daher wohl deine Frage bezüglich meines Freundes. Was ich nicht begreife, ist der Anfang des Prozesses. Die meisten Menschen wirken da erstaunlich "wahllos" (nicht abwertend gemeint). Diese Tatsache als solche ist ja noch verkraftbar, so läuft das in der Natur eben. Das es danach trotzdem oft für Jahre(!) funktioniert, will mir nicht in den Schädel. Da ist die Verliebtheit doch längst vorbei, die dauert nur ein paar Wochen. Eigentlich müsste man die Menschen erst kennenlernen, um solch eine stabile Bindung zu gewährleisten - wie ich es gerne würde. Aber genau so läuft es ja im Regelfall eben nicht. Warum ist das so?

Sorry für diese langen Ausführungen, aber meine Problematik (und die der restlichen geschätzt 10% ;) ) ist halt recht speziell. Vielen Dank auf jeden Fall für die Rückmeldung!
 
Dabei
6 Feb 2017
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1.871
#15
Callister hat gesagt.:
Hat dein Freund denn auch Probleme in der Beziehungsanbahnung (ohne direkt AB sein zu müssen)?
Ich finde das sind zwei unterschiedliche Dinge. Ich denke, dass er ein AB ist, aber wir sprechen da eigentlich nicht drüber. Ich vermute aber nicht, dass es ein Problem für ihn ist.

Callister hat gesagt.:
Eine der besten Episoden (wenn man so etwas mag) trägt den Titel "USS Callister"
Ja, kenn ich, ist aber meiner Ansicht nach eine der schlechtesten Folgen ;) Die Auflösung war komplett unlogisch.
Meine Lieblingsfolge ist Staffel 1, Folge 3. Mit den Viedeoaufnahme- und abspielfähigen Kontaktlinsen.

Callister hat gesagt.:
Wahrscheinlich ist mir gar nicht klar, wie Kommunikation in einer Beziehung überhaupt funktioniert und was den Reiz daran ausmacht.
Hier musste ich lachen. Ich denke die Gespräche sind die gleichen wie sonst auch und die Unterschiede zur Freundschaft finden sich auf anderen Ebenen.

Callister hat gesagt.:
aber die Energie muss irgendwo hin, so einfach ist das leider.
Interessant....

Callister hat gesagt.:
Ich will nicht um eine Frau kämpfen, ich möchte eine friedliche Beziehung führen.
Du wolltest bis jetzt noch nicht kämpfen, aber du warst ja auch noch nicht verliebt.. Oder? Ohne Gefühle auf einmal für jemanden zu kämpfen, wäre ja auch komisch und nur ein Ego-Ding.

Callister hat gesagt.:
Zitat: "Du musst mal auf die Fresse fliegen."
Vielleicht hat er das Problem auch in deiner Angst vor schlechten Erfahrungen begründet gesehen a la
Angst vor genau der Erfüllung dieses Wunsches, da ich ja Null Praxiserfahrung habe
oder
schließlich will ich danach ja glückjlicher sein als jetzt
und er dachte, dann merkst du, dass man daraus auch was gewinnen kann. Aber das ist auch nur Spekulation und ich kenne den Typen ja auch nicht.

Callister hat gesagt.:
Gegenfrage: Sind das dann glückliche Beziehungen?
Haha :) Hmmm... Kommt drauf an, wie man Glück definiert. Ich würde sagen nein. Aber sie wollen es ja so, also für sie selbst vielleicht schon..?
Ich kenne ein Paar, das ich als glücklich bezeichnen würde. Ein Freund von mir aus der Uni und seine Freundin. Die sind seit ich glaube 7 Jahren zusammen und kannten sich davor auch schon länger. Ich denke das was sie ausmacht, ist diese enorme gegenseitige Zuneigung. Genauer kann ich es aber leider auch nicht erklären.

Peachy hat gesagt.:
Sich verlieben ist irgendwie eine Art Training. Ich glaube, je öfter man sich verliebt und mit einem Menschen eine Bindung eingeht, desto besser lernt man sich selber kennen, was zu einem passt.
Trotzdem kann man ja weder steuern, wem man begegnet, noch in wen man sich verliebt.. oder?

Ich fürchte ich helfe gerade gar nicht, sondern demotiviere noch mehr, aber ich hab mal noch eine andere Frage...
Callister hat gesagt.:
Momentan beschäftigt mich das Thema sehr - im Grunde täglich
Warum auf einmal?
 
Dabei
25 Jan 2018
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#16
Genau wie bei einer Freundschaft. Nur, dass auch noch Sex im Spiel ist.
Hmm, Danke dir! Bezogen auf die mir bekannten Paare ergibt das durchaus Sinn. Aber dann kann ich mit meiner Herangehensweise im Grunde nicht so falsch liegen; für eine Freundschaft muss man den Charakter der anderen Person definitiv besser kennen. Das sexuelle Element lässt sich dann ja noch einbringen - war bei den von mir beobachteten Beziehungen auch erst später der Fall. Wie ich selbst das dann praktisch umsetze, naja, anderes Problem...

Jedenfalls hatte ich die Bedeutung des Charakters für eine Beziehung dann bisher wohl einfach überbewertet. Ich dachte immer, das müsste die Tiefe einer Freundschaft auf dieser Ebene übersteigen. Zumal ich selbst weibliche Freunde habe, die ich sehr mag, aber mir nie als Partnerinnen vorstellen könnte. Unattraktiv sind sie nicht, aber in diesem Kontext nicht vergessen: Mein Fokus ist da primär ein anderer. Offen gesagt wäre es mir auch unangenehm, bei platonischen Freundinnen und Partnerinnen männlicher Freunde solche Gedanken zu haben.
 
Dabei
5 Jun 2015
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#17
Hallo Callister
ich finde diesen Tread sehr spannend.
Ich habe ihn mehrmals durchgelesen um zu verstehen,
um was es dir 'wirklich' gehen könne.
Es klang für mich so 'kopfig' und abstrakt,
dass ich keinen Plan hatte, was du hier wirklich willst.

glücklicherweise hat mir dein Dialog mit Idontknowaboutthis ein wenig Ahnung vermittelt,
was dich bewegt.
Also erst mal vorweg, ich habe mir selber über dieses Thema,
warum und wie verliebt man sich viele Gedanken gemacht.
Und ich habe sicherlich jede relevante Wissenschaftliche Studie zu diesem Theama mitbekommen.
Und ich habe mich in meinem Leben schon sehr oft verliebt.
Aber ich weiß keine korrekte Antwort auf deine Frage und ich bezweifele auch,
dass es da eine eindeutige Antwort gibt.
ich vermute mal, dass du dich auf der ' wissenschaftlichen' Ebene selber schon lange damit beschäftigt hast
und alle relevanten Kriterien, die Menschen im Allgemeinen zu Paaren zueinander bringen,
ausgiebig beschäftigt hast.

nun versuche ich mal meine persönliche These in Kurzform aufzustellen.
Wir verlieben uns, weil es unserem biologschem Fortpflanzungstrieb entspricht.
weil unser inneres Programm einfach so funktioniert.
Wären wir Tiere, würden wir da auch nicht viel Federlesen machen
und uns das zur Arterhaltung atraktivste Gegenstück schnappen und je nach
Nützlichkeit eine längere oder kürzere Partnerschaft eingehen.
mit unserer Menschwerdung, sprich mit der Entdeckung und Entwicklung unserer Individualität
begannen wir Partner nach sehr viel mehr Kriterien auszusuchen, als zur reinen Fortpflanzung.
Da brauche ich auf denkbare Beweggründe hier sicherlich nicht im einzelnen eingehen.

Die Menscheit hat als Gruppe im Laufe ihrer Entwicklung
dieses soziale Modell der Paar und Familienbildung für ihr Überleben
wohl als die effektiveste Methode der Arterhaltung erkannt.


Nun beginne ich mal zu spekulieren.
Wir suchen im Partner, das von dem wir uns Ergänzung und Bereicherung erwarten.
In der Steinzeit galten da zwar andere Kriterien als heute, aber das Prinzip ist geblieben.
Ich vermute, je autonomer ein Individuum ist,
desto anspruchsvoller wird es auch bei seiner Partnerwahl sein.
Versorgungs und Gesellschaftliche Aspekte,
die zu früheren Zeiten mehr relevanz zur Parbildung hatten,
werden hier unwichtiger.
Und bei dem hohen Maß an Beschäftigung und Ablenkung unserer Sinne in unserem Zeitalter,
nimmt der biologische Druck unseres Arterhaltungstriebes deutlich ab.

Doch unsere Prägung und unsere sozialen Vorbilder unserer Gruppe bleiben erst mal.
Und somit für dich auch die Beschäftigung mit einem Thema, das dich überall umgibt.
Somit komme ich nun auch zu dir als Fragesteller.

Du schriebst für deine persönlichen Such Kriterien für eine potenzielle Partnerin
Toleranz, Neugier und Humor.

Das hört sich für mich auf der geistigen Ebene sehr reflektiert und besonnen an.
Es zeigt aber auch, das du einen sehr "erwachsenen" und reifen Menschen suchst.
das ist nach meiner Erfahrung schwer zu finden.

Wenn ich es richtig verstanden habe,
ist auf deiner emotionalen Ebene wenig " Bedürftigkeit" vorhanden
oder bewußt.
Also gibt es aus meiner Sicht für dich eine größere Hürde,
sich überhaupt so weit emotional einzulassen, das dein Körper,
die für das biologische Programm vorgesehen Botenstoffe und Hormone zu produzieren in der Lage ist.
Denn diese beaucht es ja, um diesen " Rauschzustand" von " verliebt sein, zu erleben
,


Es scheint für mich so, als wäre es eine recht logische Situation, dass ein Mensch,
der sehr reflektiert Beziehungen im Umfeld beleuchten kann und
wenig Bedürfnisse auf andere Personen reflektiert,
dazu warscheinlich aus einem Umfeld stammt,
das aus welchen Grund auch immer,
den lockeren Umgang mit Sexualität und Emotionalität nicht gepflegt hat,
den Schlüsselreiz, der 'Verliebtseins' nicht so ohne weiteres empfinden kann
 
Dabei
25 Jan 2018
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#18
Hallo und pardon für die kurze Abwesenheit, aber das Leben geht offline halt weiter ;)

Wow, wo fange ich denn da jetzt an? Danke natürlich zunächst für eure Antworten! Ich glaube, jetzt einzelne Zitate ineinander zu verschachteln (wie ich das früher gern gemacht habe), ist nicht so sinnvoll, also lieber im Freitext:

@idontknowaboutthis:
Deine Antwort hatte ich letztes Mal gar nicht angezeigt bekommen, muss wohl am Zeitfenster gelegen haben; wir hatten recht kurz aufeinander folgend geschrieben. Ach, und schön, dass du Black Mirror kennst ;)! Ich mag die Folge einfach wegen diesem Augenzwinkern der originalen Star-Trek-Serie gegenüber, gebe dir aber bezogen auf die Auflösung recht. S1E3 ist aber auch ziemlich beeindruckend. Meine Lieblingsepisode ist allerdings "Nosedive" (die mit den Smartphones). Im Grunde gibt es keine wirklich schlechte Folge (okay, außer dieser schwarz-weiß gedrehten, wie ich finde).

...Ich schweife ab, BTT. Zum Thema "Kommunikation in Beziehungen" hat mich deine Antwort ziemlich überrascht - in ähnlicher Weise, wie mich Peachys Antwort überrascht hat, die Kriterien zum Verlieben seien die selben wie bei Freundschaft, wenn man die körperliche Komponente weglässt. Ich habe in den letzten Tagen mal darüber nachgedacht. Das Problem ist, dass ich ein wirklich sehr analytisch-logisch denkender Mensch bin, und dann ergibt das Ganze gar keinen so richtigen Sinn mehr. Ich bitte, die folgende Darstellung nicht überzuinterpretieren - sie ist nur symbolisch gemeint - aber für mich stellt sich das Ganze nun so dar:

Verlieben = Freundschaft + Sex
Kommunikation in Beziehungen = Normale Kommunikation (wie in Freundschaften)

Hmm, okay, das bedeutet - wenn Sex für mich persönlich kein so relevanter Faktor ist, und das unterstreiche ich hier nochmal - dass platonische Freundschaften (zu Frauen?) mir eigentlich gänzlich genügen müssten, oder? Wobei das witzigerweise nicht einmal so flasch ist: Gestern ist mir klar geworden, dass die ganze Thematik mich insbesondere dann besonders umtreibt, wenn ich auch sonst wenig sozialen Kontakt habe. Das ist momentan der Fall, da ich schon länger auf Jobsuche bin. Zu anderen Zeiten war es besser. Dennoch, ein Restgefühl bleibt. Ist das ausschließlich körperlich bedingt? Wer weiß... Btw.: Auf welchen "anderen Ebenen" finden sich denn die Unterschiede zur Freundschaft (vermuten kann ich es ja)?

Über deine Anmerkung, ohne Verliebtheit sei das Kämpfen kein zu erwartender Impuls, musste ich auch etwas nachdenken. Bzogen auf eine ganz spezielle Frau hast du damit natürlich Recht, trotzdem trifft das meinen Punkt nuzr teilweise. Der ist aber auch schwer zu erklären. Das Problem ist, denke ich, der Begriff "Kämpfen", der viel zu speziell belegt ist und aggressiv klingt. Es geht um weit mehr als das, um meine ganze psychische Grundeinstellung als solche. So habe ich ja beispielsweise bereits erwähnt (oder?), dass ich nicht flirte - oder zumindest nicht bewusst. Gelegentlich existieren in letzter Zeit Situationen im Alltag, bei denen ich mir im Nachhinein denke: Oh, war das jetzt etwas in dieser Richtung? Aber das passiert wirklich sehr, sehr selten und nur dann, wenn die Frau die "Initiative" ergreift und wir gut harmonieren. Dabei hat so ein Flirt, zumindest von Seite des Mannes (für die Frau kann ich nicht sprechen), ja auch schon eine leicht "aggressive" Komponente. Die Anführungsstriche stehen dort nicht umsonst ;). Oder nehmen wir das Beispiel meines AB-Freundes, der nun unverhofft zu einer Beziehung gelangt ist: Ich bin nicht im geringsten neidisch, ich gönne es den beiden aus vollem Herzen. Da könnte man nun sagen, wunderbar, so soll es doch sein! Nun, das Gönnen im Grunde schon, aber manchmal frage ich mich, ob dieses völlige Fehlen von Neid - das mich selbst überrascht und ja nicht im Widerspruch zum Gönnen stehen muss - mich nicht behindert. Neid könnte, wohldosiert, auch ein Motor zur Aktivität sein... Aber da ist nichts, außer Neugierde, die mich hier im Forum schreiben lässt. Das meine ich, wenn ich sage, dass ich nicht kämpfen will. Im Großen natürlich schonmal gar nicht. Tatsächlich schrecke ich auch jedesmal ein wenig zurück, wenn ich merke, dass die Stimmung doch mal wieder auf Flirt ausgerichtet ist. Ob ich beziehungsängstlich bin? Zumindest glaube ich inzwischen, dass das Gefühl der Verliebtheit, so wie es oft beschrieben wird, helfen könnte, deen berühmten "ersten Schritt" zu tun, also auch ein Motor sein könnte. Wenn man, wie ich, alles sehr rational betrachtet, ist dieser Schritt im Grunde immer eine schlechte Idee...

Und das vermutlich Verwirrendste daran für Außenstehende: Zwar schreibe ich hier lang und breit darüber, es interessiert mich auch wirklich, aber (und das soll sich jetzt wirklich nicht eitel anhören) mein reflektiertes Denken über all diese Sachverhalte zurückschrauben möchte ich keinesfalls. Ich könnte es auch gar nicht.

Was meinen entfernten Freund betrifft, der mir den Ratschlag erteilte, so hast du natürlich ebenfalls Recht ;) ! Genau so wird er es, wie ich ihn einschätze, wohl gemeint haben. Leider schlägt sich genau hier das "Problem" (ich selbst empfinde es eher als "Phänomen") nieder, dass ich im letzten Absatz geschildert habe: Bei den allermeisten Menschen lösen solche Negativerfahrungen den Reflex aus: "Jetzt erst Recht!", bei mir hingegen immer: "Hmm, interessant, das muss ich besser verstehen... ich schreib' mal in einem Forum dazu ;)!" Nebenbei bemerkt beschränkt sich diese Besonderheit aber auf den Bereich auf Liebe, in allen anderen Belangen des Lebens bin ich durchaus ein "Kämpfer" und das auch einigermaßen erfolgreich.

Deine Antwort auf meine Frage bezüglich glücklicher Beziehungen spricht auch Bände; genau diese Art Antwort ist es, die mir mutmaßlich "im Wege steht". Wenn das Prinzip

Liebe = Freundschaft+Sex

tatsächlich gilt und mein Verlangen nach körperlicher Zuwendung nicht soooooo groß ist (größer Null, aber moderat), dann läuft es auf eine einfache Kosten-Nutzen-Abwägung heraus: Lohnt der Stress einer Beziehung, die hauptsächlich auf Freundschaft beruht, wenn ich diese Freundschaft doch auch ohne den Stress haben kann - plus ein verkraftbarer Leidensdruck in Bezug auf das Körperliche? Ich würde sagen: Nein. Also bin ich eigentlich gern Single, freiwillig. Warum beschäftigt mich dann dieses Thema so sehr?

Weißt du, du hast mir sogar sehr geholfen! Einfach deshalb, weil ich wieder einen Schritt weiter im Prozess bin, wenn auch noch nicht an dessen Ende. Danke schonmal jetzt dafür ;)! Zu deiner Frage: Tja, wie zu erkennen, weiß ich es selbst nicht genau, warum mich das so stark beschäftigt. Ich kann dir sagen, wann es mich beschäftigt. Immer dann nämlich, wie erwähnt, wenn ich längere Zweit wenig Sozialkontakt habe. Das ist jetzt der Fall. Keine Ahnung, warum mein Unterbewusstsein dann dieses Thema bemüht und nicht den fehlenden Sozialkontakt selbst. Was das Warum betrifft, so weiß ich rational ganz genau, dass eine Beziehung und mehr noch die Suche danach momentan sehr stressig für mich wäre und ich gewiss Vieles dauerhaft aufgeben müsste, was mir lieb und teuer ist. Das will ich eigentlich nicht, dennoch vermisse ich irgendetwas Diffuses, schwer Fassbares. Ich werde nicht schlau daraus.

Ach, und btw.: Was genau ist denn interessant daran, dass meine sexuelle Energie "entladen" werden muss ;)?


@Cybele:

Danke dir für deine Antwort :)! Tja, weißt du, das Problem ist: Es ist kopfig und abstrakt ;)! Und ich selbst bin zweifelsohne ein Kopfmensch par excellence, und das übrigens gar nicht mal so ungerne, auch wenn der Begriff nicht nur positiv belegt ist. Was ich hier will, weiß ich selbst nur bis zu einem bestimmten Punkt, denn solch ein Thread dient ja auch der Selbstreflektion. Fragestellungen können sich also ändern. Leider ist die AB-Thematik nach außen ganz schwer zu vermitteln, auch wenn ich mich in den letzten Jahren zunehmend freue, dass ein erhöhtes Interesse und Verständnis dafür vorhanden zu sein scheint.

Du liegst auch dahingehend richtig, dass ich auf der wissenschaftlichen Ebene gut darüber informiert bin, was Menschen im Großen und ganzen zu Paaren macht - ohne allerdings diverse Studien zu kennen ;). Bis zu einem gewissen Grad hilft diese Art von wissenschaftlichem Verständnis Menschen wie mir - denen ja zunächst auch nichts anderes bleibt - durchaus weiter. In letzter Zeit musste ich allerdings mitunter in mich gehen und mir die sehr unangehme Frage stellen, ob man bei diesem ganz speziellen Thema nicht auch zu viel wissen kann. Vielleicht blockieren einen die vielen Infos irgendwann mehr, als mir lieb ist. Mir widerstrebt diese Vorstellung wirklich hochgradig, denn Neugierde und der Hang zur Wahrheit sind, auch jenseits des AB-Seins - meine elementaren Grundwerte und ich stelle sie für gewöhnlich niemals in Frage. Andererseits: Gerade deshalb muss ich eben auch diese Frage stellen...

Ich kann - und ich schreibe das jetzt in Kurzform, falls du gestattest? - alle deine Thesen, vom grundlegenen evolutionären Sinn des Verliebtseins bis hin zu meiner persönlichen Situation, zu 100% so unterschreiben. Das hast du sehr gut erfasst und eingeschätzt. Die Ausgangsfrage "Wie funktioniert Verlieben?" erscheint mir damit in der Tat durch dich und die anderen hier Schreibenden hinreichend beantwortet, was jedoch nicht bedeutet, dass das Problem aus der Welt wäre (wie gesagt: Fragen ändern sich).

Im Grunde stellt sich für mich nun die Frage, wie meine persönliche Situation zu bewerten ist. Bis dato hatte ich immer angenommen, eine Beziehung - inklusive des Verliebens - liefere einen sozialen Austausch, der tiefer und intimer ist als Freundschaft. Das haben nun übereinstimmend alle hier Anwesenden verneint und erklärt, der einzige Unterschied sei im Grunde, dass eben noch Sex und Zärtlichkeiten hinzukommen. Ja, ein wenig wünsche ich mir das auch, ein wenig. Ich bin mir auch absolut sicher, dass ich hier nichts unterdrücke, im Rahmen des Vorhandenen lasse ich diesen Wunsch zu. Groß ist er nicht. Vermutlich ist auch mein ganzer Wunsch nach einer Beziehung dann nur auf diesen kleinen Aspekt zurückzuführen, denn Freundschaften zu Frauen habe ich genug, das ist kein Problem. Dummerweise gibt es dann zwei Probleme: Erstens, rational scheine ich überzeugter Single zu sein. Vielleicht fehlt mir die Beziehung auch nur, weil ich halt ncoh nie eine hatte. Aber beides ist reine Vermutung. Und zweitens, ohne das Gefhl des Verliebtseins oder auch nur der Körperlichkeit allgemein fehlt wohl ein entscheidendes Stück "Antriebsenergie", um - sollte ich etwas ändern wollen - in die Gänge zu kommen. Stichwort "kein Kämpfer". Das ist nun mein neuer Ausgangspunkt.
 
Dabei
6 Feb 2017
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#19
Oh, ein bisschen Text! Wie schön :)

Black Mirror:
Witzig, dass Nosedive deine Lieblingsfolge ist. (Ist auch irgendwie der Kehrwert zu meiner, weil S3E1 :p). Dachte das wäre eine an Mädchen gerichtete ;) Die finde ich aber auch gut. Bei der Schwarz-Weißen bin ich noch nicht (die letzten beiden fehlen mir noch).

Kommunikation/Beziehung:
Nee, da hast du mich falsch verstanden. Ich habe nicht gesagt (zumindest nicht gemeint), dass der einzige Unterschied zur Freundschaft das Körperliche ist. Ich habe gesagt, dass die Gespräche die gleichen sind und die Unterschiede sich auf anderen Ebenen finden und gemeint habe ich damit, dass ich nicht denke, dass man in einer Beziehung automatisch Themen meiden müssen sollte. Denn so kam ja deine Frage zustande - weil dein Freund mit seiner Freundin politische und gesellschaftliche Themen gemieden hat.
Für mich persönlich ist eine Freundschaft mit Sex einfach nur eine Freundschaft Plus und für eine Beziehung würde ich mir ein tieferes Verständnis um meine Person erwarten, als ich das von Freunden tue. Freunde habe ich mehrere unterschiedliche und je nach Situation wende ich mich da an A, B oder C, aber ein Partner wird mich ja über kurz oder lang in allen möglichen Zuständen erleben. Da hätte ich dann gerne einen, der möglichst viel davon auch nachvollziehen kann.
Auf theoretischer Ebene gehe ich da glaube ich sogar ziemlich weit mit dir mit - das Einzige, was ich nicht denke, ist dass diese Vorstellungen am Ende wirklich so stark darauf einwirken, in wen man sich verliebt. Denn das sind doch dann Hormone, oder? Das stelle ich mir eher wie einen Reflex vor, nicht wie eine Entscheidung.
---Ich bin allerdings auch kein Experte und ich war auch noch nicht in einer Beziehung, in der ich verliebt gewesen wäre. Ich war aber schon verliebt.

Das "Kämpfen":
Also meintest du kein "durch den Regen zum Flughafen rennen und durch die Sprechanlage die längst fällige Liebeserklärung aussprechen" damit, sondern einfach nur allgemein den ersten Schritt zu machen?
Nagut, das ändert meine These minimal, weil man für den ersten Schritt ja sowieso noch nicht verliebt sein kann, aber dennoch: Du hast kein sexuelles Interesse an den meisten Frauen, denen du begegnest, und kein Verlangen nach Intimität. Warum solltest du den ersten Schritt machen? Das wäre bei dir doch einfach nur erzwungen und klar fühlt es sich dann wie "kämpfen" an.
Ich würde dir keine Beziehungsangst unterstellen. Das wird mir oft unterstellt und da unterscheiden wir uns ja - du bekommst gar nicht erst die Gefühle.
Du hast keinen Neid auf deine Freunde, weil sie nicht das haben was du gerne hättest. Sie sind zusammen - okay - aber dass es dir nicht einfach nur darum geht eine Bindung mit irgendjemandem einzugehen, haben wir ja nun schon geklärt.
Es gibt Menschen, deren Libido wird mehr von Geistigem angesprochen wird, als von rein Körperlichem. Vielleicht ist das bei dir so. Und dann sähe ich dein Problem darin, dass dich auf dieser Ebene erstmal jemand faszinieren müsste. Ich kann mir vorstellen, dass du nicht vielen Frauen "auf Augenhöhe" begegnest, was ich darauf schiebe, dass du im Bereich der Reflektion überdurchschnittlich begabt zu sein scheinst und du dich aber auch genau mit solchen Menschen, die gerne reflektieren und philosophieren, umgeben zu scheinst.
Du sagst Toleranz ist dir wichtig, aber du bist nicht so wirklich tolerant, ne?
Vielleicht würdest du, wenn du eine Aufgeschlossenheit und Faszination für Menschen entwickeln könntest, die einfach so durch ihr Leben gehen und sich keine Sorgen um die Zukunft machen, dich in eine Frau verlieben, die - keine Ahnung - Künstlerin ist, oder so. Die würde vielleicht nicht deinen Vorstellungen entsprechen, aber sie würde deinen Horizont auf jeden Fall erweitern. Und wenn du erstmal fasziniert wärst, wären dir deine Ideale auch egal. Dann würde die Neugier schon die Arbeit machen.


Zuletzt dann noch hierzu:
Ach, und btw.: Was genau ist denn interessant daran, dass meine sexuelle Energie "entladen" werden muss ;)?
Ich finde es interessant, dass du dich dann einfach entlädst ohne auch nur die Vorstellung von Sex anscheinend ansprechend zu finden. Du sagst du reagierst ja auch nicht auf Pornos. An was denkst du denn dann, wenn du dich entlädst?
(Sehr intim, ich weiß, aber du hast ja gefragt. Wenn das jetzt zu weit geht, dann lass es einfach aus ;) )
 
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