Du willst mir also erzählen, dass man innerhalb EINER WOCHE eine Entscheidung treffen kann, dass man sofort mit seinem besten Freund eine Beziehung eingeht, aber die Wochen davor IMMER abgestritten hat, dass man ihn ja nur symphatisch findet und da keinerlei Gefühle mit im Spiel wären.
Wie bereits geschrieben: Es gibt Menschen, die nicht allein sein können. In dem fall wäre eher der neue Typ der Angeschmierte, weil er als Lückenfüller herhält. Du kannst nicht hergehen und den Leuten Deine Art der Verarbeitung mitsamt der Wertegefühle anheften. Ich kannte mal ein Girl, die 3 Jahre brauchte, um über ihren Ex hinwegzukommen. Und dabei war
sie es, die schlussmachte. Wiederum ein guter Freund rief mich gleich nach der Trennung (am selben Tag) an und wollte mit mir auf die Piste, um zu flirten und zu feiern. Sagte: "Das Leben ist zu kurz, um zurückzublicken". Jeder hat seine Art, es zu verarbeiten. Und deswegen ist es kurzsichtig, einfach mal zu behaupten, diese Frau hätte die Beziehung nicht zu schätzen gewusst. Ich meine, klar kann es auch sein, dass Du recht hast. Aber das ist eine von vielen Möglichkeiten, die noch nicht mal zu den Wahrscheinlichsten gehört. Denn - wie bereits gesagt - wäre es so gewesen, hätte sie mit diesem kumpel schon viel früher zusammenkommen können. Viel wahrscheinlicher ist also, dass sie ihn zwar anziehend fand (was ja legitim sein darf, schließlich ist der Partner nicht der einzig attraktive Mann auf der Welt), aber eben ihren Platz an der Seite ihres Partners kannte. Und als Schluss war, war dies eben hinfällig.
Also wenn ich es mit jemand ernst meine, dann würde ich nicht so sehr an jemand anderem festhalten, vorallem nicht wenn es "nur" ein Freund wäre. Da es aber nicht nur ein Freund war, sondern sie ihn wohl schon immer anziehend fand hat sie damit bestätigt, dass sie sofort mit ihm zusammen war, als ihr tatsächlicher Freund sich von ihr getrennt hatte. Hätte sie die Beziehung zum TE ernst gemeint würde sie das Gespräch aufsuchen und eventuell sogar um ihn kämpfen, da er lediglich ein Problem wegen dem anderen mit ihr hatte. Da sie ganz genau wusste, dass er recht hatte, dass da "mehr" läuft als nur Freundschaft, sucht sie natürlich kein Gespräch, weil sie sich selber was vor machen würde. Daraus schließe ich, dass ihr "richtiger" Freund nicht so viel bedeutet hat, wie ihr Kumpel.
Eine beziehungfähige Person versucht
niemals, seinem Partner seine/ihre Freundschaften abzusprechen. Und erst recht nicht muss der Partner dann hinter einem herlaufen, nur weil man es nicht verkraftet, dass Freundschaften gepflegt werden und deswegen auf beleidigt macht oder gar einfach mal so schlussmacht. Das ist ein Verhalten, das zurecht nicht beachtet werden darf, bzw. von dem man sich nicht erpressen lassen darf. Ganz zu schweigen davon, dass jemand, der nur aus Strategie schlussmacht (also weil er hofft, dass man ihm dann nachläuft) sich ohnehin als ernstzunehmenden Menschen disqualifiziert. Ein beziehungsfähiger Mensch lässt dem Partner die Möglichkeit seine/ihre Freundschaften zu pflegen und vertraut darauf, dass dies ordentlich gehandhabt wird. Dabei spielt es keine Rolle, was der Kumpel empfindet, sondern, dass man selbst Grenzen nicht überschreitet. Und nichts, was angeführt wurde, lässt darauf schließen, dass sie diese Grenzen überschritten hatte.
Wenn deine Freundin dich die ganze Zeit verarscht und dich belügt und schließlich die Beziehung aus ist und sie sofort ne Woche später mit dem Kumpel zusammen ist, sagst du dir also, dass es alles seine Richtigkeit hat und du das so akzeptierst ? Dein Verdacht hat sich bestätigt, aber spielt ja keine Rolle mehr dann. Sie hat wohl alles richtig gemacht.
Meine Partnerin (und auch ein paar meiner Ex-Partnerinnen) hängt sehr viel mit Männern herum, die sie zum Teil auch attraktiv und sympathisch findet. Verliebt haben sich schon ein paar Mal Typen in sie. So what? Wenn ich deswegen jedesmal Stress machen würde, wäre ich wahrscheinlich schon lang an einem Herzkasper gestorben. Und ganz davon abgesehen: Wenn ich mit meiner Partnerin weswegen auch immer schluss mache, dann fange ich nicht an, mir den Kopf zu zerbrechen, wie ich ihre nächsten Aktionen auslegen kann. Getrennt ist getrennt und ihr steht es frei, zu tun, was immer sie will.
Wenn es um Gefühle und Menschen geht, vorallem um Fremde, die man nicht kennt hat das alles sehr viel mit Interpretation zu tun, vorallem wenn man nicht den ganzen Sachverhalt kennt. Ich kann nur aus meiner eigenen Erfahrung heraus argumentieren und meine Meinung vertreten. Es gibt kein richtig oder falsch, denn jeder sieht es oftmals einfach anderst und erachtet seine Meinung als "richtig".
Gerade wenn man emotional aufgewühlt ist, gilt es, sich klarzumachen, dass man sehr schnell durchdrehen und sich in Dinge reinsteigern kann. Vermutungen reichen einfach nicht aus, um den Wert einer Sache beizumessen. Was man hingegen machen kann und auch sollte, ist, für sich die Entscheidung zu treffen, sich von einer Sache zu distanzieren, die einem nicht mehr guttut. Nur sollte man sich davor ausreichend reflektiert haben. In meinen Augen hatte dies keine Trennung gerechtfertigt, aber das ist nur meine Einschätzung, und der Fragesteller hat seine Wahl getroffen. Im Nachhinein aber weiterzusinnieren und den gesamten Wert der Partnerschaft infrage zu stellen..---wozu? Nicht nur, dass man es nie definitiv wissen wird, man macht sich auch vollkommen unnötig das Leben schwer.
In diesem Fall wurde der TE einfach hintergangen, vielleicht nicht direkt in der Beziehung aber sind wir mal ehrlich. Normal ist das doch nicht, wenn man immer wieder beteuert, es sei nur ein Freund, da ist nichts und ne Woche später ist man mit ihm zusammen. Meiner Meinung nach ist das Verarsche und deshalb hat so eine Frau keine Sympathie verdient und schon gar nicht dafür, dass sie ihren Freund angelogen hat.
Es scheint ein weit verbreiteter Irrglaube zu sein, dass der Partner selbst nach der Trennung noch irgendwelchen Richtlinien zu folgen habe. Das fängt damit an, dass der gesamte Freundeskreis nichts mit der Ex haben darf bishin zu der Vorgabe von Verarbeitungszeit oder Interaktionsform. Dabei ist das nichts anderes als verletzter Stolz. Hätte der Fragesteller selbst ein neues Girl getroffen, wäre es ihm vollkommen schnurz, was seine Ex gemacht hätte, und auch die Freundschaft hätte er vielleicht begrüßt. Das einzige, was an ihm nagt, ist die Tatsache, dass sie jemanden hat und er nicht. Es wird schlichtweg nicht mehr die Eitelkeit, die Egozentrik genährt, wenn einem klar wird, dass vorbei auch wirklich vorbei ist. Stattdessen muss der Expartner am besten auf dem zahnfleisch kriechen, Depri sein und nächtelang Kissen vollheulen - ganz zu schweigen von der obligatorischen Abstinenz vom Zielgeschlecht. Das ist Kinderkram auf ganzer Linie. Leute, die sich schnell wieder aufraffen, schauen nach vorne und versinken nicht in Selbstmitleid. Und
das ist definitiv zu begrüßen.