Plötzliche Trennung nach 3-monatiger Fernbeziehung

Dabei
21 Jan 2023
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2
#1
Hallo zusammen,
erst einmal vielen Dank für das Forum und die großartige Community. Der Austausch hier bedeutet mir viel!

Vor einer Woche hat sich meine Freundin von mir getrennt. Ich versuche es zu verarbeiten und auch teilweise noch die Gründe nachzuvollziehen.
Tut mir leid, dass der Text so lang geworden ist.

Zur Vorgeschichte:
Wir haben uns erst vor einem halben Jahr auf einer Weiterbildung nach dem Studium kennengelernt und waren beide nicht auf der Suche. Wir haben uns einfach gut verstanden und beide ein Faible für lange und vielfältige Gespräche entdeckt. Wir hätten den ganzen Tag reden können... Wir haben beide schon etwas länger studiert, sind Anfang 30 und kamen zufällig aus derselben Stadt. Wir hatten eine Verbindung zueinander, vielleicht auch, weil wir beide noch jew. eine schwierige Vorgeschichte hatten und nach dem Studium etwas auf verlorenem Posten standen. Haben uns seitdem auch fast täglich SMS geschickt, es fühlte sich an wie eine Freundschaft. Als die Weiterbildung vorbei war, ging unser Kontakt weiter.
Sie hatte in der Heimatstadt einen Job angenommen, ich dann 1.5 Monate später einen Job in einer anderen Stadt. In diesen 1.5 Monaten wurde unser Austausch intensiver und wir haben uns öfter bei ihr getroffen. Ab dann ist die Initiative eigentlich stets von ihr ausgegangen, hat aber gleichzeitig auch abgewartet, ob ich mitmache. So entwickelte sich dann relativ schnell immer mehr daraus (Kuscheln, Küssen, S.). Das haben wir so nicht kommen sehen, sie kommt auch aus einer langjährigen Beziehung (im Guten getrennt) und kann sich noch nicht so öffnen. Irgendwie ist es dann doch passiert, und sie meinte sie hat bei mir das Gefühl, dass sie mir vertrauen kann. Wir waren sehr verliebt (haben uns lange in die Augen geschaut) und wollten uns nicht loslassen, gleichzeitig aber sehr traurig über meinen Umzug. Daraufhin habe ich sie gefragt, ob sie sich eine Beziehung vorstellen kann, auch wenn es dann eine Fernbeziehung würde. Dies bejahte sie. Wir wollten uns eine Chance geben, und da wir beide relativ gut allein auskommen, haben wir gesagt, dass „wir aus der Situation das Beste machen“. Das war gefühlsmäßig der Höhepunkt, wir waren beide sehr verliebt und das hielt auch für den nächsten 4 Wochen an. In der ersten Phase plante sie sofort einen Aufenthalt bei mir in der neuen Stadt für 1 Woche.

Treffen in der neuen Stadt:
Zu Anfang war es noch sehr schön, ich habe sie am WE besucht (was sehr locker uns schön war) und 2 Wochen darauf hat sie mich für eine ganze Woche in meiner Stadt besucht und es war insgesamt gut. Jedoch habe ich gemerkt, dass sie in der zweiten Hälfe der Woche eher müde und etwas bedrückt war. Gemerkt hatte ich es, thematisiert habe ich es aber nicht. Erst eine Woche später sagte sie mir am Telefon, dass sie nicht weiß, ob das mit der Beziehung so richtig ist und sie sich doch nicht ganz einlassen kann bzw. Probleme hat, Vertrauen aufzubauen. Ich fragte wieso, was denn passiert sei in der Woche? Es waren wohl ein paar Dinge in Gesprächen oder Verhaltensweisen, die sie irritiert und verunsichert hatten. Eine Situation hatte sie da als Beispiel angeführt:

Wir saßen auf dem Bett und ich wollte ihr am Laptop kurz ein Computerspiel (Hobby) vorstellen, von dem ich ihr auch schon erzählt habe. Nach einer Weile hatte sie mal den Kopf abgewendet und ich hatte sie wieder zum Schauen ermutigt. Irgendwann hatte sie ein Buch in die Hand genommen und gesagt: "Du kannst ja erstmal weiterspielen, ich lese jetzt". Ich sagte dann etwas witzelnd: "Ist das jetzt eine Trotzreaktion?" Sie genervt: "Nein, es ist doch ok, du spielst das Spiel. Und ich habe gesagt, dass ich das Buch jetzt lese". Und über meinen Satz hatte sie dann lange nachgedacht, wie ich das gemeint haben könnte bzw. was das denn soll. Diese Nebenbemerkung hat sie dann verunsichert, da ich damit ihre Grenze (in dem Fall: "ich will lesen") nicht respektiert habe. Dabei hatte ich ja nichts dagegen, es war ja nur eine überspitzte Reaktion aus Verwunderung, da es den Anschein gemacht hatte, dass es sie gerade nicht interessiert was ich mache. Auch wenn ich es für übertrieben hielt, habe ich versucht sie zu beschwichtigen und gesagt, dass ich manchmal was unaufmerksam und tollpatschig sein kann bzw. im falschen Moment lustig sein will, und es dann mal falsch ankommen kann. Dass es nichts bedeutet und keine besondere Absicht dahintersteckt. Ich habe gemerkt, dass ihr das Thema sehr am Herzen zu liegen scheint und sie da Vertrauensprobleme hat. Schlussendlich hatten wir uns vorerst geeinigt, dass sie vielleicht doch da nur zu unsicher ist, dass wir das Thema jetzt vergessen und dass sie solche 'Überschreitungen' sofort ansprechen kann. Außerdem hatten wir da über das Thema Kommunikation diskutiert, da sie nur einmal die Woche telefonieren wollte. Ich sagte, dass unsere Kommunikation aber immens wichtig ist in einer Fernbeziehung und ich lieber 4-5 mal die Woche telefonieren wollen würde (da auch das sms schreiben für uns beide eher anstrengend ist). Eben damit wir uns in der Fernbeziehung nicht „aus den Augen verlieren“ und uns weiter kennenlernen können. Sie findet Telefonieren aber eher anstrengend… Der Kompromiss war 2-3 mal die Woche, was sich auch so eingependelt hat. Abschließend hatte ich ihr gesagt, dass wir das Thema Beziehung und unsere Wünsche/Vorstellungen nochmal zusammen besprechen sollten, da es akut zu sein scheint und ich den Eindruck hatte, dass wir noch nicht alles ausgesprochen haben. Von ihrer Seite kam keine Rückmeldung mehr diesbezüglich, obwohl ich ihr gesagt hatte, wie wichtig mir die Absprache in der Kommunikation ist.

Letztes Treffen in ihrer Stadt:
Das nächste Treffen war leider erst wieder in 3 Wochen (Corona) zwischen den Jahren, wo ich 5 Tage bei ihr war. Hier merkte ich auch wieder eine eher bedrückte Stimmung, auch durch verschiedene Faktoren: Weihnachten, Stress mit den Eltern, ihre Periode, und sicher auch die schwankende Beziehungssituation mit mir. Schon als ich in der Wohnung ankam, war ich etwas irritiert: Das Licht war aus, sie kam zu mir mit müden Augen und wollte schnell wieder aus dem Licht raus... erst dann haben wir uns begrüßt. Als ich ihr noch nachträglich ein Weihnachtsgeschenk geben wollte, wollte sie es auf den nächsten Tag verschieben. Zudem gab es noch ein Treffen mit ihren Freunden, dazu hatte sie mit einigen von ihnen noch abgesprochen, dass niemand ein großes Thema aus unserer Beziehung mache, wenn ich dann mitkomme. Das war ihr wichtig und hatte sie scheinbar auch belastet.

In der Woche hatten wir mehrere Streitereien. Einmal ging es um eine hitzige Diskussion, wo wir beide auf derselben Seite waren; jedoch dachte sie, ich würde plötzlich gegen sie argumentieren, weil ich das Argument der anderen Seite analysiert habe. Ein anderes Beispiel war ein Tag, wo es ihr schlecht ging und sie meinen Vorschlag zum Billard spielen aber dennoch annahm. Der Abend war eher mäßig, was wir aber auch nicht anders erwarteten. Am Ende des Abends umarmte und lobte sie mich, weil ich so schön rücksichtsvoll und achtsam war. Im selben Moment merkte sie, dass ich einen von ihren Keksen gegessen hatte (die sie bei dem Treffen geschenkt bekommen hatte und extra für sie waren) obwohl sie vorher sagte, dass sie sie für sich haben will. Ich hatte mich entschuldigt, aber ihre Stimmung ging sofort in den Keller. Das hat sie wieder als Vertrauensbruch angesehen und aus Prinzip sehr hochgeschaukelt. ("Du weißt doch, dass ich da Vertrauensprobleme habe. Du könntest ja im Prinzip auch in meinen Sachen wühlen und mich ausspionieren"). Gefühlt war einfach alles nur noch angespannt und ein Minenfeld. Von den anfänglichen lockeren, tiefen Gesprächen mit Witz und Weitsicht war gar nichts mehr zu erkennen. Es ging eher um Kleinigkeiten und moralische Prinzipien, die missachtet wurden. Ich verstehe ja das Prinzip, aber es wirkte für mich eher so, als suche sie bei mir förmlich das Haar in der Suppe. Ich habe nur noch versucht, auf sie richtig einzugehen. Im Bett meinte sie, dass sie mir das mit dem Keks verzeihen kann. Später am Abend hatten wir noch S. (hatten wir an 4 Tagen; einmal war er wirklich gut, die anderen Male eher normal/mäßig). Sylvester konnte ich leider nicht mit ihr feiern, da ich vorher schon zurück musste. Neujahr haben wir nicht viel geschrieben. Am nächsten Tag schrieb sie mir, dass sie nicht schlafen konnte, die Woche zu verarbeiten hatte und sie wollte ein Telefongespräch für die nächsten Tage.

Trennungsgespräch:
Das Gespräch ist zweiteilig gelaufen an 2 verschiedenen Tagen. Das erste Gespräch ging relativ lang und war sehr emotional und streitgeladen, und auch ziemlich chaotisch. Im Prinzip ging es um solche Streitpunkte wie oben genannt: Dass es nicht passt, ihre Grenzen überschritten wurden. Dass sie nicht verstehen kann, dass ich mich nicht auch so verhalte, wenn ich doch die selben Prinzipien hätte. Dass sie mich nicht ständig korrigieren will, und dafür keine Kraft habe, sie es einfach nicht kann... sie es sich für uns beide so sehr gewünscht hat, und bei Unstimmigkeiten in ihrer Gefühlslage stets angenommen hat, dass es nicht an mir liegt. Aber in der letzten Woche sie gemerkt habe, dass es wohl doch an anders ist, und sie das nicht wahrhaben wollte. Dass es einfach nicht passt...
Zudem hat sie die genannten Streitpunkte genommen und immer weitere 'Kleinigkeiten' hinzuaddiert. Sie wurde richtig sauer und sagte weitere verletzende Dinge wie, dass ich ja schon viele Macken hätte, sie die Schnauze voll habe. Gleichzeitig fragte sie mich, ob ich 'das hier' (soviel Streit etc) wirklich will ? Auf meine Frage hin, warum sie mir davon nicht früher erzählt hat, wir dieses Gespräch nicht früher führen konnten und ich jetzt vor vollendete Tatsachen gestellt werde, hatte sie nur die Antwort, dass sie doch alles versucht habe. Aber außer das eine Telefonat über das Thema, welches wir eigentlich fortsetzen wollten, kamen von ihr keine Vorschläge für Gespräche, Themen oder Wünsche mehr... Zum Schluss des Gesprächs waren wir ausgelaugt und ich sagte ihr, dass wir nochmal in Ruhe darüber nachdenken sollten, dass sich jeder Probleme, Wünsche, Bedürfnisse aufschreibt und wir in 2 Tagen weiter klären, wie bzw. ob man die Beziehung fortsetzen kann. Sie willigte ein.

Das zweite Gespräch war etwas ruhiger. Jedoch hatte sie ihre Entscheidung bereits getroffen. Ich sagte, dass wir doch etwas anderes ausgemacht haben und wir über Problemlösungen sprechen wollten. Sie sehe aber keine Lösung...
Ihr tue alles so unfassbar leid und ich solle nicht denken, dass sie mich nur hingehalten hätte. Sie habe zu jedem Zeitpunkt die Beziehung genauso gewollt und habe es bis zum Schluss halt nicht wahrhaben wollen. Dass es nicht passt. Dass es für eine romantische oder offene Beziehung nicht ausreicht. Ich aber ein guter Kerl wäre und ich keine Schuld hätte. Und sie meine Freunde mag sowie ihre Freunde mich mögen. Ihr tue es wirklich leid. Daraufhin haben wir beide geweint.
Abschließend konnten wir noch ein bisschen über unsere ersten Treffen witzeln. Wahrscheinlich wollte sie, dass wir uns im Guten trennen.

Ich fühle seitdem ziemlich vor den Kopf gestoßen und weiß nicht wie ich das alles einordnen soll. Nicht falsch verstehen, ich habe sie als intelligente, lustige und liebe Frau kennengelernt, welche offen und locker im Umgang mit Menschen ist und niemanden ausnutzen wollen würde. Es gab viele gute und sehr liebevolle Momente. Deshalb konnte ich es zum Schluss nicht richtig glauben. Waren dies wirklich die Probleme? Wieso habe ich ihr nicht gut getan bzw. sie wurde müde in meiner Anwesenheit? Oder ging es vielleicht um den Sex? (obwohl sie mir dort eigentlich vermittelte, dass man es auch langsam angehen kann) Wieso sagt sie, dass sie die Beziehung bis zum Schluss mit ganzem Herzen wollte, aber bindet mich gleichzeitig nicht in ihre Problematik ein und macht es mit sich selbst aus? Wieso scheint ihr meine Sicht auf die Dinge so egal zu sein?

Ich verstehe es leider nicht. Die Trennung hat mich überrascht und schmerzt...
 
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Dabei
22 Mrz 2021
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#2
Wieso habe ich ihr nicht gut getan bzw. sie wurde müde in meiner Anwesenheit?
Anstatt euch miteinander an-, auf- und untereinander zu freuen, habt ihr viel zuviel "an eurer 'Beziehung' gearbeitet" - sprich, daran herumdiskutiert, herumgedoktert, herumoptimiert.
Sie wollte 'n Kerl zum Lieben. Einfach so. Stattdessen hat sie sich einen aufgegabelt, der aus Nichtigkeiten "Problematiken" konstruiert.
Das ermüdet tatsächlich.
 
Dabei
6 Mrz 2013
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6.969
#3
Ich finde auch, dass ihr viel zu viel herumdiskutiert und an der Beziehung "gearbeitet" habt.
Ich hatte beim Lesen aber eher den Eindruck, dass die Frau für dich nicht einschätzbar war und du irgendwie hinter ihr her gearbeitet hast, ohne das zu treffen, was aus ihrer Sicht das Richtige gewesen wäre (falls sie das überhaupt hätte benennen können).

Dein Beispiel zu dem PC Spiel:
Du wolltest ihr dein Hobby zeigen. Das hat sie offensichtlich von Anfang an null interessiert. Das hätte sie einfach ehrlich (und natürlich höflich, zB "Das ist nicht so mein Ding, aber ich hab natürlich auch nichts dagegen wenn andere das toll finden") sagen sollen. Oder sie hätte es sich ne Weile angucken sollen und dann augenzwinkernd sagen "OK, danke, jetzt weiß ich BEscheid". Stattdessen reagiert sie gelangweilt und ist sauer dass du (wie die allermeisten Männer) nicht hellsehen kannst und selber merkst, dass sie gelangweilt ist von deiner "Vorstellung". Oder hast du 2h gespielt und sie keines Blickes gewürdigt? Klar ist das mit dem "ich lese jetzt" eine Trotzreaktion iSv "Du schenkst mir nicht genug Aufmerksamkeit".
Auch bei der Billard-Sache hätte sie einfach sagen sollen: Du, ich hab keine Lust auf Billard, wollen wir nicht lieber Spazierengehen? Stattdessen latscht sie hin und verdirbt anderen die Stimmung.
Was sie Weihnachten gebracht hat, verstehe ich auch nicht. Was kannst du dafür wenn sie Stress mit ihrer Familie hat? Wenn man da nicht abschalten kann, wenn der Freund kommt, und sich freut dass jetzt die schöne Zeit anfängt, sollte man lieber gar keine Beziehung eingehen.

Und dann habe ich den Eindruck, immer wenn irgendwas zwischen euch nicht passt, redet sie was von "Vertrauen" daher. Das meiste hat für mich überhaupt nichts mit Vertrauen zu tun. Am Anfang kann es zwischen 2 Menschen, die sich kaum kennen, halt Missverständnisse geben. Und wenn es zu viele sind, dann kommt man eben nicht zusammen, weil es nervig ist, ständig Missverständnisse aufzuklären. Da braucht man gar keine so großmächtige Themen wie Vertrauen aus dem Hut zu ziehen.

Nur bei der Keksgeschichte hab ich dich nicht verstanden. Du isst etwas von Keksen, die sie geschenkt bekommen hat, ohne dass sie dir das angeboten hat? Was war das denn für eine dämliche Aktion? Noch dazu da du doch weißt dass diese Frau extrem empfindlich ist (was mich bei einem potenziellen Partner auch stören würde).

Nur interessehalber gefragt: Wie weit lagen eure Wohnorte denn auseinander? Wie langt brauchte man, um sich zu besuchen?
 
Dabei
24 Sep 2017
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2.202
#4
Hi,
was war das für ein Spiel, Bayonetta 3? Hast du von vorn angefangen und es ihr erklärt? Warum hat sie nicht gespielt? Was hast du dir dabei gedacht, als du den Keks gegessen hast?
 
Dabei
21 Jan 2023
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2
#5
Danke für eure Beiträge, das hat mir schon sehr geholfen.

Ja, es sieht so aus, als hätten wir uns in den Diskussionen verloren. Wir sind beide schon vom Typ her eher 'locker' (auch wenn dies aus meinem Beitrag sicher nicht zu entnehmen ist). Wir wollten auch unbeschwert einfach existieren, Spaß haben und uns 'einfach lieben'. Das war der Startpunkt. Nachdem ich sie das erste WE in der Fernbeziehung besucht hatte, meinte sie auch, wie toll sie es findet, dass wir uns so unkompliziert lieben können 'ohne Drumherum', einfach so, wie es gerade passt. Das fand ich auf der einen Seite zwar schön, andererseits zeigte mir dies auch, dass sie evtl. weniger kompromissbereit als ich ist, um die Bindung weiter aufzubauen. Erschwerend zur Entfernung (400 km bzw. 5h Fahrt) kam hinzu, dass ich in eine neue Stadt kam, wo alles neu war und ich niemanden kannte. Sie blieb in der bekannten Umgebung und hatte ihren alten Freundeskreis vor Ort. Also von vornherein ein schwieriger Balanceakt.

Ich hatte auch nicht vor, irgendeine Form von Druck auszuüben bzw. Diskussionen anzuzetteln, sondern so wie sie es locker zu nehmen und die gemeinsame Zeit einfach zu genießen. Als sie im Telefonat dann plötzlich die Beziehung anzweifelte wegen den oben genannten Gründen (fehlendes 'Vertrauen', Einordnung der 'Trotzreaktion' etc.), habe ich auch zunächst noch beruhigend erklärt, dass wir uns erstmal noch weiter kennenlernen und wir uns einfach Zeit geben sollten. Da sie dann aber weiter argumentierte (dass ihr noch Vertrauen fehlt und sie über Dinge nachdenkt, wie ich es gemeint haben könnte), konnte ich nicht anders und habe eben das Thema Beziehung bzw. Kommunikation aufgemacht. Daher dann auch die Diskussion über das Telefonieren. Mir ging es ja nicht um das Telefonieren selber, sondern darum, daran zu erinnern, dass eine Fernbeziehung fragil ist und irgendein Rahmen hergestellt werden sollte, dass sich das nicht verläuft und mit der Zeit die Gefühle einfach abflauen. SMS schreiben gefiel uns beiden nicht, und ohne Telefonate beschränkt sich das Kennenlernen eben auf die WEs (ca. 2-3 mal im Monat). Für mich war klar, dass man dies vielleicht eher diskutieren sollte, als eben gleich große Wörter wie 'Vertrauen' ins Spiel zu bringen. Besonders da ich auch eine gute Portion Vertrauen einbringen musste. Ich weiß, dass solche Diskussionen nicht optimal und auch beschwerend sind, aber es ist nun mal ein schmaler Grat und wir hatten uns beide dafür entschieden ('Wir machen das beste draus'). Falls ihre Gründe (wenn auch wahr) eher vorgeschoben waren und ihr diese FB eigentlich zu schwer war bzw. sie keine Chance sieht, hätte ich mit einer direkten Antwort wesentlich besser umgehen können.

Zum PC-Spiel:
Ich hatte ihr vorher schon von dem Spiel erzählt und Freunde von ihr spielen es auch. Sie hatte auch schon Fragen dazu gestellt. Deswegen dachte ich, ich stelle ihr das Spiel kurz vor in 15-20 Minuten. Ich hatte also gar nicht vor, lange zu spielen. Zunächst hatte sie auch zugeguckt, aber nach ca. 10 Minuten sich abgewendet, daher mein Kommentar. Es war ja auch kein Thema für mich, und auch dass sie lesen wollte, war kein Thema. Später hat sie mich ja noch weiter ausgefragt zu dem Spiel. Es ging wohl wirklich nur um diesen Kommentar.

Zum Keks:
Es war nicht richtig von mir, keine Frage. Und ich hätte da aufmerksamer sein können. Ich war dennoch verwundert, warum das so groß thematisiert wird, wenn es ihr evtl. doch um was anderes geht. Und sie mich vorher auch noch lange umarmen und küssen konnte, weil ich so verständnisvoll am Abend war. Als ob sie mich auf Fehler gescannt hätte. Andererseits ging es ihr an dem Tag eh schon nicht so gut. Aber ja, ich habe mich da einfach unaufmerksam verhalten und weiß selbst nicht mehr genau warum.
 
Dabei
24 Sep 2017
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2.202
#6
Unkompliziert war es halt nicht mehr, als sie mit dir mehrmals die Woche telefonieren "musste" obwohl ihr das nicht liegt, oder als sie sich darüber Gedanken gemacht hat, wie du manches meinst - oder als es eine Fernbeziehung wurde, die von euch beiden Arbeit abverlangt. Ich hätte das mit dem Vertrauen zwar ernster genommen (was das überhaupt für sie bedeutet, wovor sie sich fürchtet, warum sie es immer wieder erwähnt, etc.), aber am Ende hat sie wohl schon richtig erkannt, dass ihr beide nicht wirklich zusammenpasst.
 
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