Komplizierte Gefühlslage zum Ex-Freund

Dabei
21 Jan 2013
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#1
Hallo ihr Lieben,

es gibt da so ein Thema, was schon lange aktuell ist, aber in letzter Zeit wieder etwas schwieriger geworden ist.

Und zwar gibt es einen Ex-Partner in meinem Leben, den ich nie so wirklich aus den Augen verloren habe.
Selbst für andere ist eigentlich im Laufe der Jahre nie so ganz ersichtlich gewesen, wie wir nun eigentlich zueinander stehen.
Angefangen hat alles vor ca. zehn Jahren, damals habe ich ihn in einer Discothek kennengelernt und angesprochen.
Zuerst wollte er mir seine Nummer gar nicht geben, letztlich haben wir uns aber doch zu einem Date getroffen.
Aus diesem Date sind dann ca. sechs Jahre Beziehung und gemeinsame Wohnung geworden.
Es gab verschiedene Gründe, die zur Trennung geführt haben: Damals war er sehr unzufrieden mit seinem Leben.
Er ist mir quasi hinterhergezogen in eine andere Stadt und hatte dort auch kaum Freunde. Ich hingegen, die schon Jahrelang dort gewohnt hatte, hatte einen stabilen und von ihm unabhängigen Freundeskreis. Konflikte waren da dann vorprogrammiert, weil er sich vernachlässigt vorkam und nicht damit zurecht kam, bei meinen Unternehmungen nicht dabei zu sein.
Ein weiteres Problem war eine schlimme Krankheit, die ich zeitweise hatte und die mich äußerlich und innerlich komplett verändert hat.
Mehrere Monate Krankhaus, tagein tagaus irgendwelche Arzttermine.. er kam damit natürlich nicht so zurecht, war überfordert und deshalb vermutlich auch nicht so für mich da, wie ich es damals gebraucht und mir gewünscht hätte.
Nach meinem Krankenhausaufenhalt haben wir beide geredet und damals beschlossen, dass wir beide erst einmal einen Rückzugsort voneinander brauchen.
Ich bin wieder eine Zeit lang zurück zu meinen Eltern gezogen, er hatte genug Ruhe um sich auf seine Arbeit zu konzentrieren.

Das ganze ist jetzt rund 4-5 Jahre her. Eine Funkstille/kompletten Kontaktabbruch gab es bei uns eigentlich nie.
Ich bin ein Jahr später in eine WG eingezogen, was er mehr oder minder zähneknirschend hingenommen hat.
Allerdings hat er zu diesem Zeitpunkt auch schon wieder neue Dates gehabt und meinte, es wäre auch gar kein Problem wenn ich wieder jemanden kennenlerne.
Dennoch hat sich diese Aussage bisher nicht unbedingt bewahrheitet. Wann immer ich jemanden getroffen habe, war er sehr eifersüchtig und wollte das eigentlich gar nicht wissen.

Abgesehen von den ersten schwierigen 1-2 Jahren nach der Trennung haben wir uns in den letzten 2-3 Jahren wieder positiv angenähert.
Wir unternehmen viel zusammen, haben gemeinsame Freunde, lachen und reden viel. Ich kenne keinen anderen Mann, dem ich so bedingungslos vertraue und mit dem ich über alles sprechen kann.
Immer wieder haben uns Leute schon damit aufgezogen, warum wir eigentlich nicht wieder zusammen sind, wo wir auch gemeinsam in den Urlaub gefahren sind etc.
Offen gestanden gibt es keinem Mann, dem ich so vertraue wie ihm und bei dem ich mich einfach nur Zuhause fühle.
Natürlich hat er seine Macken und manchmal bringt er mich auch aus dem Konzept, aber umgekehrt bin ich ja auch alles andere als perfekt.
Ist dieses "Zuhause" fühlen denn Liebe? Ich weiß einfach nicht, wie ich es anders beschreiben soll..
Das Grundproblem, warum wir wohl nicht mehr zusammen sind, ist die von meiner Seite fehlende sexuelle Anziehung, die im Laufe der Zeit irgendwie verloren gegangen ist.
Selbst als wir zusammen im Urlaub waren, hatte ich die Vermutung er wolle in der Hinsicht nochmal irgendwas probieren. Aber irgendwie kann und konnte ich nicht, ich fühle mich schmutzig und unwohl, weil ich das Gefühl habe damit etwas zwischen uns kaputt zu machen. Manchmal glaube ich selbst, mit mir ist irgendwas nicht in Ordnung.
Diese Tatsache steht einfach im krassen Gegensatz zu dem, was ich auf emotionaler Ebene für ihn empfunden habe oder immer noch empfinde.
Natürlich hat ihn diese Tatsache sehr verletzt, wer würde sich da nicht zurückgesetzt fühlen.
Jedenfalls haben wir beide seitdem schon ein bis zwei andere Beziehungen gehabt. Seine letzte Freundin hatte ich sogar kennengelernt und fand sie nett.
Auf emotionaler Ebene konnte ich damals damit irgendwie ausgesprochen gut klarkommen, wobei das ein Zeitpunkt war, an dem wir beide uns ohnehin etwas distanziert hatten.

Seit einigen Wochen hat er eine neue Beziehung, was ich allerdings um drei Ecken von Bekannten erfahren habe.
Normalerweise ist er ein ziemlicher Chaot, nicht unbedingt ordentlich.
Von meinen Bekannten hab ich mir nun sagen lassen, dass er nun quasi alles für sie umkrempelt, sich total bemüht etc..
Dieses Mal liegt mir das ganze allerdings echt schwer im Magen und hat mich emotional echt aus der Bahn geworfen.
Wir hatten uns die letzte Zeit eigentlich wieder positiv angenähert, der gemeinsame Urlaub ist nur zwei Monate her.

Vor zwei Tagen haben wir uns gesehen und er war freundlich wie immer, aber eben sehr distanziert und war der Meinung, "ich hätte es mir ja so ausgesucht".
Heute wollte er sich eigentlich wieder mit mir treffen, aber bei mir bricht sich das alles emotional gerade so richiig Bahn, obwohl ich es ihm nicht missgönne und mich eigentlich mit ihm freuen möchte. Vor einiger Zeit habe ich ja ebenfalls jemanden kennengelernt, mit dem ich gerne Zeit verbringe und mir mehr oder weniger schon mehr vorstellen kann.
Doch je mehr Zeit ich mit diesem Mann verbringe, stelle ich doch immer wieder fest, dass es gefühlsmäßig nicht dasselbe wie mit ihm ist.
Zwar spüre ich zu ihm diese sexuelle Anziehung, die mir bei meinem Ex-Freund fehlt, aber emotional betrachtet ist es einfach nicht dasselbe.
Ist das einfach eine Sache der Gewohnheit und damit zu erklären, dass wir beide (mein Ex und ich) uns schon fast unser halbes Leben kennen?
Und warum schaffe ich das irgendwie nicht, sexuelles und emotionales in Einklang zu bringen?
Ich habe erst zwei, drei Männer in meinem Leben wirklich von Herzen gemocht, aber sexuell richtig aufgeblühen konnte ich immer nur bei/mit Männern, die mir emotional nicht so nah standen.

Für die kommende Zeit habe ich schweren Herzens den Entschluss getroffen, ihn erst einmal in Ruhe zu lassen und Abstand zu nehmen.
Dann kann er sich auf sich und seine neue Beziehung konzentrieren und ich muss ihn mit meinem emotionalen Kram nicht belästigen.
Gleichzeitig hab ich die Gelegenheit, mir Zeit für mich zu nehmen und einfach endlich loszulassen auf irgendeine Art und Weise.
Gestern hatte ich ihm das auch kurz und knapp per Whatsapp mitgeteilt.
Seitdem hat er mir schon dutzende Nachrichten geschrieben, möchte unbedingt mit mir reden und mich sehen. Aber warum eigentlich?!
Ich weiß einfach nicht, was er sich davon eigentlich verspricht und warum er sich nicht einfach auf seine neue Beziehung konzentiert.
Genau genommen sollte er doch erleichtert sein, dass ich ihm in der Situation jetzt nicht hinterherlaufe, sondern ihm einfach seine Freude lassen möchte und möchte, dass er glücklich ist?
Doch obwohl ich das Gefühl habe, jetzt wäre wohl der richtige Zeitpunkt für eine Auszeit, hängt er ja auch offensichtlich noch an mir.
Die Frage ist, auf welche Weise? Rein freundschaftlich schien es mir in der Vergangenheit ja nicht zu sein, doch zum Thema "Neuer Versuch" hat er sich auch nie konkret geäußert oder eben gemeint, es war ja gewissermaßen mein Wunsch damals, dass wir uns trennen.
Warum kann er mich dann gerade jetzt nicht einfach in Ruhe lassen?
Ich finde es merkwürdig, wie er es sich vorstellt. Nur weil wir im Laufe der Jahre so eine Art freundschaftliches Verhältnis, obwohl das meiner Meinung nach auch nicht zu 100 Prozent zutrifft, begonnen haben, hat sich doch ohnehin schon immer die Frage gestellt, was passiert, wenn der andere einen neuen Lebenspartner hat.
Es gibt immer Menschen, die mit sowas gut klarkommen und zum neuen Partner gar ein freundschaftliches Verhältnis aufbauen.
Ich würde uns beide aber zu den Menschen zählen, die das emotional nicht so gut packen.
Ich verstehe momentan nicht, was er von mir erwartet. Ein gewisser Abstand würde uns da doch eher guttun, nur ist das von ihm ja anscheinend nicht so gewollt.
Irgendwie überfordert mich die derzeitige Situation und ich weiß nicht recht, wie ich mit ihm umgehen soll. So wie vorher geht es nicht, irgendwas hat sich da in den letzten Monaten doch emotional verändert, nur habe ich das eine ganze Zeit lang erfolgreich von mir weggeschoben.

Sorry für den langen Text. Vielleicht habt ihr einfach ein paar Gedanken dazu.
Ganz liebe Grüße
Love
 
Dabei
27 Mrz 2012
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#2
Hey Love_hurts7,

Ist dieses "Zuhause" fühlen denn Liebe? (...) irgendwie kann und konnte ich nicht, ich fühle mich schmutzig und unwohl, weil ich das Gefühl habe damit etwas zwischen uns kaputt zu machen.
Könntest du das etwas mehr beschreiben? Ich verstehe nicht genau, wie du dich "schmutzig" fühlen kannst, wenn du etwas kaputt machst... oder Sex mit dem Ex hast?

Ansonsten könnte das eine mentalen Blockade an, geboren z.B. durch Moral "nichts mit dem Ex anfangen". Oder nach freundschaftlichen Gefühlen. Dieses "Zuhause" scheint mir einfach Vertrautheit zu sein. Ihr kennt euch so lange und so intim... das ist ein schönes Gefühl.

Sexuell musst du dich ja nicht von ihm angezogen fühlen?

möchte unbedingt mit mir reden und mich sehen. Aber warum eigentlich?!
Wieso findest du es nicht heraus? Vielleicht lernst du etwas über dich. Schlimmer wird es nach einem Gespräch sicher nicht... und wenn du Angst hast... ist es auch nicht wirklich "Zuhause", oder?
 
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Dabei
21 Jan 2013
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#3
Hallo Insomnius,

Danke für deine Antwort.
Wie kommst du darauf dass ich mich sexuell von ihm angezogen fühle?
Offen gestanden hat das meinerseits schon in unserer Beziehung nachgelassen.
Wie ich dir das jetzt erklären soll, weiß ich nicht.
Ich habe einfach das Gefühl, es ist nicht richtig dasit ihm zu tun.
Muss dazu sagen, dass ich während wir zusammen waren damals betrunken meinen besten Freund geküsst habe.
Seitdem hatte ich extreme Schuldgfühle ihm gegenüber, zumal er mir diese Geschichte teilweise heute noch subtil verhält.
Also Angst davor habe ich eigentlich nicht, ich mag ihn nur momentan nicht so gerne sehen seitdem ich das mit seiner Beziehung erfahren habe.
Ehrlich gesagt verstehe ich auch nicht, wieso mich das jetzt so belastet, unsere Trennung ist ja schon eine Weile her?!
Na, ich verstehe eben nicht was er jetzt unbedingt mit mir sprechen möchte, eigentlich sollte er ja gerade andere Dinge im Kopf haben.
Gefühlsmäßig komme ich mir da ohnehin blöd vor, wir waren ja jahrelang mehr oder weniger auf dieser Kumpelebene und jetzt fahre ich so emotional Achterbahn obwohl ich mich ja theoretisch auch einfach für ihm freuen könnte.
Lg
Die Love
 
Dabei
27 Mrz 2012
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#4
Sorry vertippt, ich meinte "Sexuell musst du dich ja nicht von ihm angezogen fühlen?"... habs gerade noch schnell verbessert in #1.

Okay, wenn es schon während der Beziehung nachließ, dass klingt das für mich eher so, als ob er sexuell halt nicht so dein Fall ist... ihr nur sozial und emotional eben sehr gut harmoniert.

Was genau belastet dich denn jetzt? Irgendwie scheinst du selber nicht genau definieren zu können, wo es drückt.
Insgesamt hört sich das zwischen euch sehr verworren an. Erst Beziehung, dann Kumpel, jetzt ein Zwischenfall. Immer andere Dates und Partner zwischendrin... das stelle ich mir schon turbulent vor. Sich ändernde Erwartungs-, Hoffnungs- und Verhaltensweisen von 2 Personen. Manchmal denkst du so, aber er verhält sich so...

Kann mir schon gut vorstellen, dass da das emotionale Gehirn nicht immer hinterherkommt... eure Trennung ist ja lange her, aber ihr seid ja auch im ständigen Kontakt. Sogar zusammen im Urlaub. Kontakt zwischen Exen wird nicht ohne Grund reduziert oder gar abgebrochen...

Kannst du dich denn neu verlieben? ...wenn dir ständig dein Ex im Blickfeld rumtanzt?
 
Dabei
6 Feb 2017
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#5
Hey Love :)

Damit hattest du also zu tun, als du meintest du wärst mit deinem eigenen Liebesleben beschäftigt ;)

Ich habe auch noch Kontakt zu meinem Exfreund, den ich jetzt seit insgesamt 9 Jahren kenne. Nach einem Jahr waren wir für quasi fünf zusammen und jetzt seit drei getrennt. Er hält sozusagen den Rekord im "am längsten mir am nächsten sein" und auch wenn ich mich zu ihm nicht mehr hingezogen fühle und ich mir da nichts mehr vorstellen könnte, wurde er eben noch nicht richtig abgelöst. Also es gibt Dinge, bei denen ich denke, dass er mir am besten weiterhelfen kann, weil er diese Dinge bei mir schon am öftesten oder intensivsten miterlebt hat und er ja weiß wie ich genau bin.
Er hat auch eine neue Freundin (schon länger) und eigentlich stört mich daran nichts, aber wenn ich mitbekomme, dass er bei ihr jetzt der Mensch ist, den ich mir damals gewünscht habe, dann zieht es sich schon noch etwas in mir zusammen. Wenn ich höre, dass er Dinge, um die ich früher immer kämpfen und argumentieren musste, jetzt einfach so für sie macht, weil "er jetzt verstanden hat, dass man das in einer Beziehung einfach tut".
Und ich hab sogar auch schwache Momente gehabt, in denen ich dachte vielleicht sollte ich einfach zurückgehen. War alles viel einfacher, weil ich da zumindest genau wusste woran ich bin. Ich hab in der Beziehung mit ihm zwar auch gelitten, aber das ging bei mir mit der Zeit zurück, weil ich meine Erwartungen immer mehr an die Realität angepasst hab und irgendwann so neutral eingestellt war, dass die Anziehung zu ihm auch verschwunden war. Die Emotionen waren dann einfach nicht mehr so vorrätig, die hatte ich überwiegend eingestellt, um die Enttäuschungen zu vermeiden.

Es fällt mir jetzt super schwer, mich anderen Männern zu öffnen und ich habe, sobald es in die Richtung geht, immer sofort den Fluchtinstinkt es zu beenden und zurück ins "Gewohnte" zu gehen. Es war vielleicht nicht alles toll, aber ich wusste zumindest immer, was mich da erwartet.

Ich weiß nicht, ob du in irgendeiner Form ähnliche Gedanken mit deinem Ex verbindest, aber ich dachte es hilft ja vielleicht schon, wenn ich es mal so aufschreibe und du die Parallelen für dich selbst ziehen kannst.
Was ist ähnlich, was ist ganz anders. Vielleicht kommen wir damit der Ursache des momentanen Chaos ja näher :)

Wie ist es denn mit deinem jetzigen Freund? Wie geht ihr miteinander um, wie oft denkst du an ihn, in was für Momenten kommen deine Zweifel auf?
 
Dabei
21 Jan 2013
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#6
Hallo IDKAT,

vielen Dank für deine Antwort.
In der Tat entdecke ich da einige Parallelen, wenn auch nicht alle sozusagen.
Zum einen ist es eben immer schwer, alles auf "Gewohnheit" zu schieben.
Dazu liegt unsere Trennung ja schon zu lange zurück.

Mi fällt eben einfach auf, dass ich irgendwie noch diese extrem starke emotionale Verbindung zu meinem Ex-Freund habe.
Und bei ihm ist es genauso. Im Endeffekt haben wir ja beide neue Partner, aber immer wenn darum geht, Abstand voneinander zu nehmen, bekommen wir es nicht hin, weil es uns beiden irgendwie wehtut.
Einerseits möchte ich mich gerne für etwas neues öffnen - er sicherlich auf eine gewisse Art und Weise auch - aber wir könnn auf eine seltsame Art und Weise nicht ohneinander.
Anders als bei anderen Männern habe ich bei ihm das Gefühl, dass mir ohne ihn etwas fehlen würde und das Leben dann nur halb so schön ist.
Irgendwie habe ich das aber erst so wirklich zu dem Zeitpunkt realisiert, als sowohl er als auch ich neu gebunden waren...
Es ist für mich eben gerade wirklich schwierig, das emotional einzuordnen.

Ich denke schon oft an meinen Freund, sonst wären wir ja nicht zusammen.
Wir haben sehr viele Gemeinsamkeiten, er ist ein sehr fürsorglicher und sensibler Mann und egentlich könnte ich mich mit ihm sehr glücklich schätzen.
Doch es ist emotional eben nicht dasselbe - es ist nicht diese tiefe Verbindung, dieses "angekommensein", was ich teilweise in einigen Momenten spüre, wenn ich z.B. mit meinem Ex-Freund unterwegs bin.

Es ist jedenfalls so, dass wir uns zu einem Gespräch verabredet haben.
Als logische Konsequenz werden wir wohl auf Abstand gehen müssen.
Da ich seine Sicht der Dinge nicht kenne, kann ich momentan auch nicht sagen, wie es bei ihm aussieht.
Alles sehr kompliziert eben. Aber danke für deine Antwort, das muntert mich etwas auf..

liebe Grüße
Die love
 
Dabei
6 Mrz 2013
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#7
So ungewöhnlich finde ich die Geschichte gar nicht. Es kommt öfter vor, dass jemand an einem anderen emotional hängenbleibt, obwohl eine Beziehung mit diesem nicht funktioniert hat.

Ich weiß einfach nicht, was er sich davon eigentlich verspricht und warum er sich nicht einfach auf seine neue Beziehung konzentiert.
Du konzentrierst dich doch auch nicht auf Neues bzw auf dein Leben ohne ihn. Auch der Kontaktabbruch, den du jetzt vorschlägst, ist ein Gewaltakt aufgrund einer Vernunftentscheidung, nicht das, was du dir in deinem Innern wünschst und als richtig ansiehst.

Leider kann ich dir keinen Rat geben, wie du da raus kommen könntest. Ich kann dir nur schreiben, was ich erlebt habe bzw erlebe:
Ich habe auch noch eine gewisse mentale Bindung an meinen Ex-Freund (habe ich in einem anderen Thread mal beschrieben). Der Kontaktabbruch damals war auch eine Vernunftentscheidung von mir. Ich habe mir danach gedacht: Wenn wir damals von Anfang an nur eine Freundschaft gehabt hätten, würde die noch bestehen - schade also. Andererseits finde ich eine Beziehung mit einem Menschen, mit dem ich eine sehr enge Freundschaft habe, auch sehr schön, also ärgere ich mich trotzdem nicht dass ich mit ihm diesen Versuch gemacht habe. Ich habe schon eine Zeit gebraucht, um das zu verarbeiten. Während dessen hab ich mich für keinen anderen Mann interessiert. Meinen jetzigen Freund kenne ich schon sehr lange, fand ihn auch schon immer attraktiv und spannend, es hat sich halt nie was ergeben. Ich hab irgendwie gespürt, als ich wieder bereit war für was Neues, und das war dann auch so. Er ist ein ganz anderer Typ als der Ex, das finde ich gut und interessant. Ich vergleiche die beiden nicht miteinander (hab ich nie mit Freunden gemacht). Die Beziehung mit dem Ex hat nicht geklappt, die mit dem Aktuellen klappt (bisher), das ist ja auch eine wichtige Erkenntnis.
 
Dabei
21 Jan 2013
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#8
Hallo Twin,

lieben Dank für deine Erfahrungen.
Ich finde es toll, wie stark du mit der Situation umgegangen bist und dass du die Kraft hattest, diese Entscheidung zu treffen.
Leider kann mir niemand auf die Frage, wie sich die Situation lösen lässt, eine recht Antwort geben.
Ich für meinen Teil halte diese "Vernunftsentscheidung" aber für richtig und notwendig, wahrscheinlich kommt sie einige Jahre zu spät.
Das Gespräch mit meinem Ex-Freund hat die gesamte Situation leider um ein zehnfaches verschlimmert, sodass mir auch gar nihts anderes übrig bleibt, als den vorläufigen Kontaktabbruch zu wählen.
Es ist ein grausames Gefühl, auf der einen Seite diese emotionale Verbindung zu einem anderen Menschen zu fühlen, und auf der anderen Seite so oft gezeigt zu bekommen, warum es nicht funktioniert hat und auch nicht mehr funktionieren würde.

viele Grüße
Love
 
Dabei
18 Dez 2011
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#9
(...)
Es fällt mir jetzt super schwer, mich anderen Männern zu öffnen und ich habe, sobald es in die Richtung geht, immer sofort den Fluchtinstinkt es zu beenden und zurück ins "Gewohnte" zu gehen. Es war vielleicht nicht alles toll, aber ich wusste zumindest immer, was mich da erwartet.
(...)
ich hoffe, ich darf diesen punkt mal aufnehmen und allgemein dazu nachhaken. ich habe ja gerade ein "ähnliches problem...
kannst du für dich sagen wie sich dieser "fluchtinstinkt" auflösen lässt? ich würde jetzt ja logisch einfach sagen: geduld und vertrauen. aber sonst? oder gar im detail?
 
Dabei
6 Mrz 2013
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#10
Es ist ein grausames Gefühl, auf der einen Seite diese emotionale Verbindung zu einem anderen Menschen zu fühlen, und auf der anderen Seite so oft gezeigt zu bekommen, warum es nicht funktioniert hat und auch nicht mehr funktionieren würde.
Ich weiss nicht genau wie du das meinst, aber es ist doch gut, wenn einem klargemacht wird, dass etwas, was vorbei ist, zurecht vorbei ist. Dann ziehen auch die Emotionen nach.
 
Dabei
6 Feb 2017
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#11
pete hat gesagt.:
kannst du für dich sagen wie sich dieser "fluchtinstinkt" auflösen lässt? ich würde jetzt ja logisch einfach sagen: geduld und vertrauen. aber sonst? oder gar im detail?
Das wird kein Typ der Welt bei mir auflösen können, pete. Das muss ich selbst wollen und mich einfach zwingen dem nicht nachzugeben. Bei dem letzten Typen habe ich dem ja nie nachgegeben, dafür war er mir diesmal zu wichtig. Bei dem vorher bin ich gerannt und hab kurz darauf gejammert und wollte zurück. Der war aber klug und hat mich nicht mehr genommen ;)

@Love
Wünsche dir alles Gute mit deiner Entscheidung. Halt doch gerne auf dem Laufenden, wie es läuft und dir in nächster Zeit damit geht?
 
Dabei
21 Jan 2013
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#12
Hi IDKAT,

naja, gut geht es mir irgendwie nicht gerade.
Mein Ex-Freund hat sich am Freitag leider - wie ich bereits geahnt habe - mehr oder minder unmöglich benommen.
Zuerst hat er erklärt, ich könne ja die zehn Jahre zwischen uns nicht einfach wegwerfen.
Er hat meinen Standpunkt überhaupt nicht verstanden. Bereits früher hat er meine Grenzen nicht respektiert und mich damit immer wieder verletzt.
Als er dann zu allem Überfluss begonnen hat, mich mit seiner aktuellen Flamme zu vergleichen, war es bei mir vorbei.
Ich habe ihn aus meiner Wohnung geworfen und ihm gesagt, er solle nicht mehr wiederkommen.
Auch das hat er wiederum nicht akzeptiert, mir hinterher fleißig Whatsapp Nachrichten geschrieben und mir gesagt, wir können ja schauen, was sich jetzt so zwischen uns entwickelt.

Seine Spielchen bin ich wirklich leid, der Abend war schwer genug für mich und mit seinem Verhalten hat er mich noch zusätzlich verletzt.
Manchmal erscheint es mir, als ginge es ihm nur um sich selbst! Als würde er sich keinerlei Gedanken um die Gefühle von anderen Menschen machen.
So bewerte ich es auch als reinen Egoismus, dass er mich überhaupt zu diesem Treffen überedet habe, wo ich ihm erklärt habe dass ich gefühlsmäßig Abstand brauche um das emotional irgendwann alles zu verarbeiten. Ich hätte mir ein versönlicheres Ende gewünscht, auch wenn ich nicht glaube dass er das akzeptieren wird. Weder verstehe ich, was er sich am Freitag bei bestimmten Dingen gedacht hat, noch, was er eigentlich von mir möchte. Wie ein bester Freund hat er sich ja nie verhalten, dennoch erzählte er mir theatralisch etwas von den zehn Jahren und dass ich ja die einzige Konstante in seinem Leben bin. Sein Verhalten sprach da aber eine andere Sprache.
Und auch meinem Freund gegenüber habe ich keinerlei Lust mehr, mich mit seinen Eskapaden auseinanderzusetzen.
In mir ist jetzt so eine komische Mischung aus unendlicher Traurigkeit und Wut über seine Vergleiche, sein Unverständnis und diese Gefühlskälte.
Ich hoffe, bald wieder zu mir und meiner inneren Mitte zu finden..
Danke an alle, die hier geschrieben haben. :)

Grüße
die Love
 
Dabei
6 Feb 2017
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#13
Love hat gesagt.:
Nachrichten geschrieben und mir gesagt, wir können ja schauen, was sich jetzt so zwischen uns entwickelt.
Wie war das gemeint?

Wie ist es jetzt? Meldet er sich immer noch? Hast du ihm geantwortet oder die Nachrichten ignoriert?
Spätestens bei den WhatsApp-Nachrichten hätte auch ich mich an deiner Stelle übergangen gefühlt. Du hast ihn ja rausgeworfen und damit Kontrolle über die Situation gewonnen und die zitierten Nachrichten klingen, als ob er das gar nicht ernst nimmt.

Ich kann verstehen, warum du Abstand suchst.
 
Dabei
21 Jan 2013
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#14
Hallo IDKAT,


Wie das gemeint war? Na in Richtung, wir könnten ja wieder was festes anfangen, weil ich ihm gesagt habe, dass ich emotional noch etwas für ihn empfinde und deshalb Abstand benötige.
Er hat das vorher im Gespräch gesagt, aber dann eben gleichzeitig mit seiner Neuen angefangen.
Hat angefangen, unsere Eigenschaften miteinander zu vergleichen, was ich gelinde gesagt einfach nur widerlich und abstoßend finde.
Natürlich habe ich mich in den Jahren auch mit anderen Männern getroffen und natürlich gehen einem einige Dinge durch den Kopf, die mit dem anderen nicht funktioniert haben.
Aber ich würde niemals auf die Idee kommen, das auf solche Art und Weise einem nahestehenden Menschen zu sagen, da es einfach tief verletzt.
Ich weiß nicht, ob ich da einfach zu sensibel reagiere?
Er hat auch gesagt, wäre ich zwei Wochen früher mit diesen Gedanken zu ihm gekommen, hätten wir vielleicht eine Chance gehabt oder so einen Blödsinn..??!
Mal davon abgesehen, dass sich richtige Gefühle nicht in zwei Wochen ändern, nur weil man eine neue Person kennenlernt und andererseits weiß er ja auch genau, dass ich mit jemandem in der Kennenlernphase und quasi fast zusammen bin?!

Nun, also er hat mich direkt an der Tür gefragt ob wir uns kommende Woche sehen und ist sagte nein. Ich brauche Abstand.
Er meinte dazu bloß, ich sei eben gerade emotional durch den Wind und hat dann direkt einen Tag vorgeschlagen, an dem wir uns sehen. o_O
Daraufhin hat er mir eben Stunden später wieder ein Bild von sich geschickt, bzw. was er so macht.
Ich habe nicht darauf reagiert und ihm gestern eine Mail geschrieben, dass er mich erstmal in Ruhe lassen soll.
Sollte er das nicht tun, wäre ich gezwungen, ihn auf allen Kanälen zu blockieren.
Keine Ahnung, ich bin so traurig und fassungslos im Moment wie er mit der Situation umgegangen ist.
Er hat mich nicht immer so respektlos behandelt. Ich bin fassungslos, dass er dieses Verhalten an den Tag legt und mir gleichzeitig etwas von Konstante und ich bin das einzig Gute in seinem Leben erzählt.
Aus momentaner Sicht will ich ihn erstmal gar nicht mehr sehen, muss das erst einmal verarbeiten.
Glaube auch nicht, dass er sich darüber ernsthaft Gedanken machen wird. So wie er ja verglichen hat, scheinen Menschen für ihn ja austauschbar zu sein.
Dieser Schritt tut mir unendlich weh, aber spätestens nach dem 1001. Mal Grenzüberschreitung muss man diesen eben irgendwann gehen.


viele Grüße
Love
 
Zuletzt bearbeitet:
Dabei
23 Nov 2016
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#15
Liebe Love,

wenn ich "Grenzüberschreitung" und deine Beschreibung des Treffens mit deinem Ex höre, klingeln bei mir alle Alarmglocken.

Man kann emotional an einer Person sehr hängen, die aber im Grunde schädlich für einen selbst ist. Im Grunde ist das ein typisches psychologisches Muster, was dahinter steckt. Dein Ex scheint in irgendeiner Form emotional etwas zu triggern, was du evtl. als Kind mal als Muster in deiner Primärfamilie erlernt hast und deshalb fühlst du dich ihm so tief verbunden.

Auf der anderen Seite ist es offenbar aber nicht gut für dich. Es verletzt dich und das hat er, wie du es beschreibst, in der Vergangenheit auch schon getan. Es ist gut möglich, dass es daher auch sexuell zwischen euch nicht passte. Manchmal ist der Körper so ein "Frühwarnsystem", das einem eine ungesunde Beziehung schon früh anzeigt, auch wenn die Psyche es noch nicht wahrhaben will.

Wie dem auch sei, ich finde es gut, dass du dich jetzt distanzierst von ihm. Ich würde das auch konsequent und auf Dauer tun.

Es gibt wirklich nichts Besseres, als einen Mann an seiner Seite zu haben, der einen wirklich respektiert. Selbst wenn dir das zunächst eventuell "langweiliger" oder emotional weniger tiefgreifend zu sein scheint: ein solcher Mann ist im Endeffekt ein Schatz für die eigene Persönlichkeitsentwicklung und nicht an jeder Ecke zu finden. Wenn dein jetziger Freund respektvoll und sensibel mit dir umgeht, dann vergiss den Ex endgültig und vertraue auf deinen jetzigen.

Wünsche dir da alles Gute!
 
Dabei
6 Mrz 2013
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#16
Bereits früher hat er meine Grenzen nicht respektiert und mich damit immer wieder verletzt.
So wie du deinen Ex beschreibst, wirkt er nicht wie jemand auf mich, der dir jemals gutgetan hat. Und so jemandem hängst du hinterher, mit so jemandem triffst du dich noch, aus welchem Grund auch immer? Ich hab das grad nicht auf dem Schirm, aber wie klar ist das deinem jetzigen Freund?
 
Dabei
18 Dez 2011
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#17
Das wird kein Typ der Welt bei mir auflösen können, pete. Das muss ich selbst wollen und mich einfach zwingen dem nicht nachzugeben. Bei dem letzten Typen habe ich dem ja nie nachgegeben, dafür war er mir diesmal zu wichtig. Bei dem vorher bin ich gerannt und hab kurz darauf gejammert und wollte zurück. Der war aber klug und hat mich nicht mehr genommen ;)
klar, entscheidest du das alleine. aber es gehört dazu immer eine zweite person, die irgendetwas in dir auslöst, bewegt, dich beeindruckt etc.pp.
wieso hast du es bei dem letzten typen z.b. "nie aufgegeben"? irgendetwas muss da ja sein, was dich dazu veranlasst hat, dir eine fluchtmöglichkeit offen zu halten (z.b. fehlendes vertrauen oder was auch immer).
 
Dabei
21 Jan 2013
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#18
So wie du deinen Ex beschreibst, wirkt er nicht wie jemand auf mich, der dir jemals gutgetan hat. Und so jemandem hängst du hinterher, mit so jemandem triffst du dich noch, aus welchem Grund auch immer? Ich hab das grad nicht auf dem Schirm, aber wie klar ist das deinem jetzigen Freund?
Hallo Twin, mein Freund weiß darüber Bescheid. Also über fast alles aus unserer Vorgeschichte und auch, dass wir uns sporadisch auf Partys etc. noch gesehen haben.
Toll fand er es nicht, aber er ist ein sehr lieber und friedfertiger Mensch und meinte, ich würde schon wissen, was ich mache.

Mein Ex-Freund war nicht immer so. Zum Anfang unserer Beziehung damals war er sehr liebevoll, wir haben jeden Tag mehrere Stunden telefoniert.
Irgendwie hat sich das aber im Laufe der Jahre dann erst gewandelt bzw. war für mich erst sichtbar, als wir damals zusammengezogen sind.
Nach der Trennung hat er sich dann einigermaßen gefangen, diese "Ego-Probleme", weiß nicht wie ich das sonst nennen soll, und Grenzüberschreitungen hab ich eigentlich erst zum Ende unserer Beziehung beobachtet und erst dann, nachdem ich meinen besten Kumpel halt im Suff geküsst habe.
Zu den sexuellen Dingen muss ich sagen: Es hat nicht gepasst, weil er diesbezüglich sehr egozentrisch veranlagt war und eigentlich immer nur das gemacht hat, was er wollte.
So richtig aufgefallen ist mir das erst nachdem wir getrennt waren. Vorher hatte ich nicht wirklich viele Beziehungen, um das beurteilen zu können.
Irgendwie hat mir da immer diese Liebe gefehlt, auch wenn das etwas komisch klingen mag, selbst wenn er so im Alltag liebevoll zu mir war.

Eigentlich hat sich der Kontakt in den letzten Jahren auf alle 2-3 Wochen beschränkt, bloß ist letztes Jahr meine Mom gestorben und zu dieser Zeit ging es mir wirklich dreckig.
Er hat mir ein offenes Ohr angeboten und war auch für mich da, ohne dass er irgendwas wollte oder dass es Stress gab. Aufgrunddessen dachte ich einfach, er hätte gewisse Verhaltensweisen einfach in den Griff bekommen..
Das Problem ist, dass er sehr liebe- und verständnisvoll sein kann und im nächsten Moment switscht das um und er sagt wahnsinnig empathielose und verletztende Dinge.
Wenn ich ihn darauf anspreche, schiebt er das immer auf den Stress oder sagt schlicht und einfach "du kennst mich doch".


Wie dem auch sei, irgendwie hat er am Freitag einfach eine Grenze bei mir überschritten, die er nicht überschreiten hätte sollen.
Ich melde mich gar nicht mehr bei ihm, zumal er meine Mail gestern entweder nicht gelesen oder, was ich für wahrscheinlicher halte, wieder mal nicht für voll nimmt, und mir wieder geschrieben hat.
Mit meinem Dad hatte ich darüber auch ein Gespräch, der ihn ja kennt, und er hat auch feststellen müssen, dass er so nachdem, was er hört sich wirklich negativ verändert hat.
Ich möchte keine voreiligen Schlüsse daraus ziehen aber für mich scheint es so, als hätte er nun irgendwie einen Hass auf Frauen, oder zumindest so etwas wie Verbitterung?
Das war jedenfalls nicht immer so. Aber ich habe es aufgegeben, ihm da irgndwie unter die Arme zu greifen, da würde ich mich nur selbst kaputt machen.
Er hat am Freitag z.B. auch irgendwas von "ambivalentem" Kontakt geredet, wir würden ja nicht mit-, oder ohneeinander können.
Komisch finde ich da allerdings, dass ihn das ja nicht im Geringsten zu stören scheint und er nicht gewillt ist, an diesem Zustand etwas zu ändern.


Jedenfalls ist zwingend Distanz angesagt, ich habe von seinem Verhalten die Nase voll.
Vielleicht muss ich mich auch mehr auf Ursachenforschung begeben und eine Therapie machen.
Es muss ja einen Grund geben, warum ich mich gefühlsmäßig so krass nie von ihm lösen konnte. Da gehören leider immer zwei dazu.
Von seinen negativen Seiten erkenne ich offen gesagt viel von meinem Vater wieder, von dem sich meine Mom in jungen Jahren schon hat scheiden lassen.
Ich habe mal gehört, dass sich Frauen manchmal emotional an Männer binden, die von den Eigenschaften her dem Vater oder einer anderen Bezugsperson in der Vergangenheit ähnlich sind.
Allerdings bin ich keine Expertin. Hoffe nur, ich komm da irgendwann raus und auch, dass er für sich meine Konsequenzen akzeptiert, vor allem jetzt wo er ja wieder gebunden ist sollte es keinen Grund geben sich noch so auf mich zu "fixieren".
 
Zuletzt bearbeitet:
Dabei
6 Feb 2017
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#20
Twin hat gesagt.:
So wie du deinen Ex beschreibst, wirkt er nicht wie jemand auf mich, der dir jemals gutgetan hat. Und so jemandem hängst du hinterher, mit so jemandem triffst du dich noch, aus welchem Grund auch immer?
Menschen sind ja nicht nur gut oder schlecht. Das wäre ja einfach.

@Love
Wie war das für dich, als du in der Beziehung warst? War dir da schon klar, dass du schlecht bzw. respektlos behandelt wirst? Oder hast du es erst später realisiert und wenn ja, durch was?
Hast du noch ein Bedürfnis in dir drin, dich an ihm zu rächen oder ihn bereuen zu lassen?
Kompensieren diese tiefen Emotionen und das ewige Hin und Her was euch verbindet die negativen Erfahrungen für dich?
Stellt sich, wenn du an den endgültigen Kontaktabbruch denkst ein Gefühl des Gewinnens oder ein Gefühl des Verlierens bei dir ein?
Was denkst du würdest du wirklich verlieren, wenn du den Kontakt zu ihm endgültig abbrichst ohne ein Zurück? Gibt es etwas, was du so vermissen würdest, dass du denkst du könntest auf Dauer nicht ohne das leben?

@pete
Ich kann dir leider kein Regelwerk geben, wie man einer Frau ihren Fluchtinstinkt nimmt. Der ist bestimmt auch nicht bei jeder gleich begründet. Auf einmal war der Anziehungseffekt zum Mann hin halt stärker als der Fluchtinstinkt vom Mann weg. Keine Ahnung warum.
 
Dabei
5 Jun 2015
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#21
Zum Thema Fluchtinstinkt fällt mir ein,
das ich dann nicht flüchten will, wenn ich Angst habe, dass der Andere geht.
es ist immer eine Frage, wer der 'Begehrtere' von den Partnern ist.
einer versucht Bindung herzustellen, einer ist noch nicht so weit.
je mehr jemand etwas wünscht/ will desto bedrängter fühlt sich der Andere.
also je mehr Distanz ich bewahre, desto weniger wird der Andere flüchten wollen.
 
Dabei
5 Nov 2007
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#23
.....je mehr jemand etwas wünscht/ will desto bedrängter fühlt sich der Andere.
also je mehr Distanz ich bewahre, desto weniger wird der Andere flüchten wollen.
Mir fällt spontan ein: Je mehr ein Mann eine Frau begehrt hat, um so weniger ist sie erreichbar. Und umgekehrt. sobald der Mann sie erobert hat, wird es schal und die Begehrlichkeit läßt nach.

Diese Botschaft höre ich jedenfalls in den Romanen großer Schriftsteller heraus, die ja auch immer als gute Menschenkenner gelten. Zum Beispiel der Franzose Henri Stendhal bei Rot und Schwarz. Ich hab das früher oft mit meinem Freund F durchdiskutiert. Und Stendhal gilt allgemein als Realist in der Literatur.

Aber ob die Liebe durch die reale Lebenserfahrung abgebildet wird? Vom Alter her müsste ich es eigentlich wissen. Aber ich bin nicht sicher......:roll::eusa_naughty::eusa_hand:
 
Dabei
5 Jun 2015
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#24
Mir fällt spontan ein: Je mehr ein Mann eine Frau begehrt hat, um so weniger ist sie erreichbar. Und umgekehrt. sobald der Mann sie erobert hat, wird es schal und die Begehrlichkeit läßt nach.

Diese Botschaft höre ich jedenfalls in den Romanen großer Schriftsteller heraus, die ja auch immer als gute Menschenkenner gelten. Zum Beispiel der Franzose Henri Stendhal bei Rot und Schwarz. Ich hab das früher oft mit meinem Freund F durchdiskutiert. Und Stendhal gilt allgemein als Realist in der Literatur.

Aber ob die Liebe durch die reale Lebenserfahrung abgebildet wird? Vom Alter her müsste ich es eigentlich wissen. Aber ich bin nicht sicher......:roll::eusa_naughty::eusa_hand:
hallo Nic
in meinem Leben ist das so.
ich bin nun auch alt genug um mir eine Menge angeguckt zu haben,
bei mir und bei Anderen.
die Spielregeln und das erhalten müssen des Gleichgewichts,
müssen auch im Alter inoch in einer lebendigen Beziehung funktionieren,
wenn wir über Liebe sprechen.
sonst hält uns nur die Gewohnheit oder gegenseitige Abhängigkeit aneinander.
aber dann bleiben Zugewandtheit, Liebe, Romantik oder gar Leidenschaft sicherlich auf der Strecke.
 
Dabei
21 Jan 2013
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#25
Menschen sind ja nicht nur gut oder schlecht. Das wäre ja einfach.

@Love
Wie war das für dich, als du in der Beziehung warst? War dir da schon klar, dass du schlecht bzw. respektlos behandelt wirst? Oder hast du es erst später realisiert und wenn ja, durch was?
Hast du noch ein Bedürfnis in dir drin, dich an ihm zu rächen oder ihn bereuen zu lassen?
Kompensieren diese tiefen Emotionen und das ewige Hin und Her was euch verbindet die negativen Erfahrungen für dich?
Stellt sich, wenn du an den endgültigen Kontaktabbruch denkst ein Gefühl des Gewinnens oder ein Gefühl des Verlierens bei dir ein?
Was denkst du würdest du wirklich verlieren, wenn du den Kontakt zu ihm endgültig abbrichst ohne ein Zurück? Gibt es etwas, was du so vermissen würdest, dass du denkst du könntest auf Dauer nicht ohne das leben?
Hi IDKAT, nein, ehrlich gesagt habe ich das erst nach einem gewissen Abstand realisiert, bzw. dann, als ich mit anderen Männern in Kontakt gekommen bin.
Vor allem was der Sex mit ihm angeht, ist mir heute klar was genau ich vermisst habe und warum dies der ausschlaggebende Grund für die Trennung gewesen ist.
Nun, ich weiß nicht ob Emotionen immer alles kompensieren können.
Bisher ist es so gewesen, dass ich ihm alles verzeihen konnte, weil es in meinen Augen nichts unverzeihbares gegeben hat, doch das ist jetzt anders.
Er hat, wie gesagt, eine Grenze überschritten und irgendwo tief in mir beginnen sämtliche Sympathien für ihn zu sterben.
Es mag sein, dass Männer alle anders gestrickt sind als Frauen, aber diese Emotionskälte und Berechenbarkeit die mir am Freitag begegnet ist passt nicht zu seiner fast hilfesuchenden Mail, die er mir dann vorgestern geschrieben hat, jetzt wo er langsam begreift, dass es nichts mehr bringt.
Und nein, ich habe kein Gewinnergefühl, mir wird einfach der ganze Mensch an sich fehlen. Seine ganovige Art, seine Spitznamen, unsere gemeinsame Zeit und dass wir über alles stundenlang reden konnten.
Doch möchte ich meine wertvolle Zeit einem Menschen, der mich offenkundig für austauschbar hält, nicht mehr schenken. Dazu bin ich mir selbst viel zu viel wert.
 
Dabei
6 Mrz 2013
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#26
Menschen sind ja nicht nur gut oder schlecht.
Natürlich nicht, das hab ich auch nicht geschrieben. Ein Partner, der einem als solcher "gut tut" (um das ging es mir), muss aber bestimmte Voraussetzungen erfüllen bzw darf bestimmte NoGos nicht erfüllen. Er muss zB mich so respektieren wie ich bin, er darf meine Grenzen nicht überschreiten, uvm.
 
Dabei
6 Feb 2017
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#27
Twin hat gesagt.:
er darf meine Grenzen nicht überschreiten, uvm.
Wenn man ganz logisch vorgeht, kann eine Grenze bei derer Überschreitung keine Konsequenzen folgten ja keine wirkliche Grenze gewesen sein... Ich vermute irgendwie, dass bei dir, Love, die Bedürfnisse und Grenzen irgendwie anders gesetzt sind als du es vom Verstand her gerne hättest.
 
Dabei
6 Mrz 2013
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#28
Wenn man ganz logisch vorgeht, kann eine Grenze bei derer Überschreitung keine Konsequenzen folgten ja keine wirkliche Grenze gewesen sein...
Also zum einen sollte man da glaub ich eher nicht "ganz logisch" vorgehen :002:
Zum anderen haben bei mir Grenzüberschreitungen durchaus Konsequenzen.
Und zum Dritten haben Grenzüberschreitungen bei ganz vielen Menschen ganz lange keine Konsequenzen, jedenfalls keine externen. Der Mensch, dessen Grenze übertreten wurde, fühlt sich dadurch unwohl, aber häufig äußert er das nicht.

Man muss ja vielleicht auch nicht jede Grenzüberschreitung gleich beim 1. Mal "ahnden", oder? Kann ja ein Versehen, ein Missverständnis, oderoder gewesen sein. Selber ist man ja auch nicht perfekt, also was solls. Es kann ja auch erst mal eine Weile dauern, bis man merkt, ob man es mit jemandem zu tun hat, der grundsätzlich fremde Grenzen missachtet.
 
Dabei
6 Feb 2017
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#29
Twin hat gesagt.:
Zum anderen haben bei mir Grenzüberschreitungen durchaus Konsequenzen.
Hatte ich auch nie bezweifelt. Also nur die zitierte Aussage war Auslöser für meine Überlegungen. Nichts was jetzt mit meinem Bild von deiner Person zu tun hätte.

Beim Rest gebe ich aber glaub ich Recht.
 
Dabei
6 Feb 2017
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#30
Twin hat gesagt.:
Zum anderen haben bei mir Grenzüberschreitungen durchaus Konsequenzen.
Hatte ich auch nie bezweifelt. Also nur die zitierte Aussage war Auslöser für meine Überlegungen. Nichts was jetzt mit meinem Bild von deiner Person zu tun hätte.

Beim Rest gebe ich aber glaub ich Recht.
 
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