Kinderwunsch

Dabei
15 Mrz 2020
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#1
Hallo!
Mein Freund und ich sind seit fast 2 Jahren in einer Beziehung und wohnen seit 8 Monaten zusammen. Ich bin zu ihm gezogen.Ich bin seine erste richtige Freundin. Vorher hatte er nur Bekanntschaften, die sich nach ein paar Monaten endeten. Er ist in Beziehungsangelegenheiten unerfahren und das ist für ihn Neuland. Das sagte er mir so. Für mich stellte das überhaupt kein Problem dar. Er ist seit 7 Jahren im Beruf und wohnte 3 Jahre alleine.
Das zusammenziehen war Anfangs nicht sein Wunsch, er fühlt sich überrumpelt und es ging ihm zu schnell. Für mich war das eine normale Sache, da ich mir mit ihm meine Zukunft vorstellen kann und das zusammenziehen als eine positive Entwicklung betrachte.
Das ist der erste Punkt, was mir immer noch Bauchweh bereitet. Seine Gedanken und Gefühle dieser Angelegenheit ist für mich heute immer noch nicht nachvollziehbar. Ich habe mich sehr schlecht gefühlt und dachte er will und kann sich keine Zukunft mit mir vorstellen. Geredet haben wir immer darüber. Er sagt aber und versicherte mir, daß es so nicht stimmt und er will einfach nix überstürzen. Ich bin dann zu ihm gezogen, da ich aus meiner WG ausziehen wollte und mit ihm zusammen leben wollte.
Mein beruflicher Werdegang ist sehr holprig und schliesste mein Studium erst mit 31 ab. Aktuell bin ich in einem neuen job und hab noch keinen fixen vertrag. Ich merkte aber schon die letzten Jahre, dass mich das Studium nicht mehr unteressierte und eigentlich schon länger arbeiten wollte. Für mich war es nicht leicht das Studium abzuschließen, weil ich gedanklich schon viel weiter war. Ich glaube auch deshalb ging es mir nicht gut als rundum viele schwanger wurden heirateten und zusammenwohnten mit ihren Partnern.
Kinderwunsch haben wir Anfangs besprochen und für beide war klar dass beider irgendwann Kinder möchten.
In letzter Zeit ist dieses Thema sehr präsent und andere Träume wie eine Weltreise ist für mich plötzlich nicht mehr wichtig.
Als ich ihn darauf angesprochen habe, war er nicht erfreut auch über das Heiratsthema. Mit dieser Reaktion haette ich nie gerechnet, da er mir versichert hat, er möchte Kinder irgendwann. Ich war am Boden zerstört und konnte es nicht fassen. Bis heute weiss ich nicht was mir so zu schaffen macht, seine Reaktion mit der ich nicht gerechnet habe oder dass er bald (in einem halben Jahr) Kinder möchte.
Natürlich gab es und gibt es heute noch Auseinandersetzung deswegen und ich bin immer mehr beim grübeln ob er das überhaupt will mit mir. Ich bin 32 und mir lässt das keine Ruhe. Die biologische Uhr tickt sozusagen und ich kann mich auf fast nichts anders mehr konzentrieren. Beruflich ist es nicht so gelaufen wie ich mir das vorgestellt habe und dann kam er mit dieser Reaktion.
Sehr oft reden wir darüber und kommen auf keinen klaren Punkt, da er nicht so schnell Kinder möchte und auch nicht weiss ob er heiraten will. Für mich nicht verständlich. Die Themen nerven ihn und er fühlt sich unter Druck gesetzt wie damals mit dem zusammen ziehen.
Ich frag mich oft was ich Flasch mache und ob er mich schon möchte und ob er sich überhaupt weiteres mit mir vorstellem kann. Auch das haben wir besprochen und er kann sich das durchaus vorstellen aber er will nichts überstürzen und fühlt sich unter Druck gesetzt.
Für mich nicht nachvollziehbar und beängstigend, weil solche Dinge doch eigentlich einem Freude machen sollten und sich jemand geehrte fühlen sollte. Zudem ist er 30 und keine 20 mehr. Das macht für mich keinen Sinn und zerbreche mir den Kopf dabei. ICH weiss nicht mehr weiter und überlege sehr oft wie sich das herausfinden könnte ob wir eine gemeinsame Zukunft haben werden oder ob ich es überhaupt mit ihm sein lassen sollte.
 
Dabei
24 Sep 2017
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#2
Hallo Aylin,
zunächst möchte ich dir sagen, dass ich dir nichts unterstellen und dir kein schlechtes Gefühl geben will. Ich hoffe, es gelingt mir. :)
Du bist keine Versagerin, weil du dein Studium später beendet hast. Es ist eine super Leistung, dass du geschafft hast und du hast jeden Grund, jeden Tag stolz auf dich zu sein!
Kinder sind eine vorübergehende Sache. Nach ein paar Jahren brauchen sie nicht mehr so viel Aufmerksamkeit - weißt du dann, was du mit deiner Zeit machst, bist du dann noch immer eine eigene Person mit eigenen Aufgaben? Vermutlich können Kinder einen für eine Weile glücklich machen, aber gibt es da nicht noch anderes, was dich glücklich macht? Willst du Kinder, weil du Kind möchtest, oder weil du dich nicht mit deiner beruflichen Situation auseinander setzen möchtest? Macht dich dein Partner jetzt schon glücklich oder nur wenn du daran denkst, was sein könnte?
 
Dabei
23 Nov 2016
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#3
Für mich persönlich ist Heiraten doch zweitrangig. Warum bist du darauf so fokussiert? Was glaubst du, ändert sich dadurch? Man bindet einen Partner nicht fester an sich dadurch, dass man einen Trauschein hat. Ob ihr nun verheiratet seid oder nicht, sagt nichts über die Qualität oder zukünftige Dauer eurer Beziehung aus.

Für viele Menschen ist Heiraten nicht so wichtig. Versuche, das nicht so persönlich zu nehmen und sehe es nicht als Maßstab seiner Gefühle zu dir.

Den Kinderwunsch finde ich da schon elementarer. Davon kann man sich nicht dem Partner zuliebe einfach verabschieden. Das Problem ist nur, dass je mehr Druck zu aufbaust, desto mehr wird er sich dagegen an sehen. Ihr streitet mehr und damit bestätigt du ungewollt seine Befürchtung, dass du nicht die Frau bist, mit der er Kinder haben sollte.

Denn wenn man Kinder hat, ist es umso wichtiger, dass man die Wünsche und Bedürfnisse des Partners nicht aus dem Blick verliert. Denn Kinder sind anstrengend und können phasenweise belasten. Wenn er dich jetzt schon als unentspannt und stressig erlebt, wie soll das dann mit Kindern werden?

Sei doch froh, dass er grundsätzlich Kinder haben möchte. Er braucht offenbar für jeden Step etwas mehr Zeit als du. Gib sie ihm. Du bist mit 32 noch nicht allzu alt. Es würde vollkommen reichen, wenn du innerhalb der nächsten 3 oder 4 Jahre das erste Mal schwanger werden würdest.

Warum setzt du dich so unter Druck? Und ihn auch?

Ähnlich wie Zufallsgenerator musste ich auch daran denken, dass es evtl. mit deinem beruflichen Misserfolg, deiner ganz persönlichen Vorstellung von deinem Leben und evtl. deinem Selbstwert zu tun hat. Ich finde es wirklich völlig verständlich, einen Kinderwunsch zu haben. Aber bei dir hört es sich etwas nach Kompensation an.

Gib deinem Partner Zeit, sich an den Gedanken zu gewöhnen. Sprich es ab und zu an, nicht zu oft. Und ohne Vorwürfe, Drängen oder Streit. Sondern ganz normal. Niemand lässt sich gerne unter Druck setzen. Er muss sich mit dem Gedanken auseinandersetzen, in ruhigen Momenten, ganz allein. Wenn du ihm die Zeit nicht gibst, gewinnst du nichts. Im Gegenteil, dann kann es sein, dass es ihm zu viel wird und du am Ende allein dastehst.

Versuche in der Zwischenzeit, deine Aufmerksamkeit deinem beruflichen Fortkommen zu widmen. Es ist sehr wichtig, dass du auch beruflich und somit finanziell eine gewisse Unabhängigkeit erreichst.
 
Dabei
27 Feb 2013
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#4
rundum viele schwanger wurden heirateten
Wärst du in deiner jetzigen Situation, wäre es nicht so? Würden nicht viele schwanger werden und heiraten?

Möchtest du einfach dazugehören? Weil es alle so machen, willst du auch?

Erhoffst du dir, durch ein Kind mehr Glück und Fülle im Leben - dafür ist es nicht zuständig. Das sollte nicht der Grund sein, eines zu bekommen.
 
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