Jemanden kennengelernt - Bitte um Meinung/Rat

R

Ralf P.

Gast
#1
Hallo liebes Forum,

da ich (M-32) mich vom Gefühl her an niemandem mit dem Thema wenden kann, wollte ich hier meine Situation darstellen.

Ich bin mit meiner Freundin schon 8 Jahre zusammen und mit dem Auf und Abs in der Beziehung bin ich aber immer glücklich gewesen.
Wir hatte schon viele schöne Momente und auch gemeinsame Interessen geteilt.

Jetzt ist es so, dass ich vor ca. 1 1/2 Jahren "heimlich" mit einer Frau gechatted habe.
Ich hatte keine richtigen Gefühle für diese Person aber meine Freundin wusste, dass mich diese Person zumindest körperlich angezogen hat.
Als meine Freundin diese Nachrichten gelesen hat und mich damit konfrontiert hat, ist die Situation eskaliert, so dass ich einen Schlussstrich gezogen habe.
Ob es es die richtige oder falsche Entscheidung war, weiß ich bis heute nicht. Im Nachhinein hat es wahrscheinlich einen ordentlichen Schaden angerichtet.

Wir haben dann eine Zeit lang getrennt gewohnt aber nach einigen Wochen habe ich es nicht mehr ohne sie ausgehalten.
Nach einigem Hin und Her haben wir uns entschlossen der Beziehung, also sie mir, noch eine Chance zu geben.
Wir haben uns richtig zusammengesetzt und alles woran wir arbeiten wollen besprochen.
An den Problemen haben wir dann auch wirklich gearbeitet.

Jetzt kommen wir zum eigentlichen Problem.
Ich musste die letzte Zeit öfters beruflich verreisen und irgendwie hat es diesmal der Beziehung überhaupt nicht gut getan.
Ich bin schon früher weggereist aber da war es nie zu einem wirklichen Problem geworden.
Als wir dann einmal telefoniert haben hat Sie mir Vorwürfe gemacht, dass ich damals Schluss gemacht habe, und dass Sie nicht mehr sicher bei uns ist.
Ich war ziemlich sauer, weil ich so ein Thema nicht am Telefon besprechen wollte und ich auch nichts mehr ändern kann was schon passiert ist.
Als ich dann wieder in Deutschland war haben wir etwas über das Thema geredet und es war alles wieder "OK".

Bei meiner nächsten Geschäftsreise gab's auf einmal genau das gleiche Thema.
Ich saß also im Ausland fest und konnte nicht wirklich etwas unternehmen und der Frust war groß.
Durch diesen Frust bin ich dann mit meinen Arbeitskollegen in die Disko mitgegangen.
Und irgendwann hat sich ein Gespräch mit einer netten Dame ergeben.
Mehr wollte ich auch in dem Moment nicht aber es war ein gutes Gefühl wieder mal mit jemandem zu flirten, was ich mich sonst nie traue.

Dann eine Woche später, immer noch im Ausland, wollte ich einfach ein paar Kneipen durchforsten, mich einfach mal was trauen.
Dadurch habe ich dann zwei Frauen kennengelernt, viel geredet und bin einer der beiden dann auch körperlich näher gekommen. (umarmt, usw.)
In dem Moment war das ein gutes Gefühl.
Sonst waren keine anderen "Gefühle" im Spiel, dennoch hat Sie mir ihre Nummer gegeben und wir haben uns verabschiedet.
Ich hatte am nächsten Tag jedoch ein sehr schlechtes Gefühl.
Am selben Tag habe ich mit meiner Freundin telefoniert und es war ein schönes Gefühl mit ihr zu reden.

Ich überlege aber tatsächlich, ob ich mich melde aber dann einfach ein rein freundschaftliches Treffen habe,
wo man einfach redet und Spaß hat, ohne jeglichen "Kontakt".
Natürlich ist die "Angst" da, dass es etwas mehr wird...

Ich möchte eine ehrliche Meinung dazu. Wie würdet Ihr handeln?
Das Vernünftigste wäre wohl, es zu stoppen bevor es größere Ausmaße annimmt. Das ist mir klar.
Wiederrum frage ich mich, ob das nicht eher ein Fall für den Psychotherapeuten ist.
 
Dabei
6 Mrz 2013
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#2
Ich denke nicht, dass man wegen allem gleich zum Therapeuten rennen muss.

Du bist mit deiner Freundin schon länger zusammen, und seit einiger Zeit knirscht es. Du bandelst seit einiger Zeit immer wieder mit anderen Frauen an. Denk einfach mal drüber nach, ob nicht deine "Beziehungszeit" mit deiner aktuellen Freundin mittlerweile einfach abgelaufen ist.
 
Dabei
18 Okt 2012
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856
#3
Ich überlege aber tatsächlich, ob ich mich melde aber dann einfach ein rein freundschaftliches Treffen habe,
wo man einfach redet und Spaß hat, ohne jeglichen "Kontakt".
Natürlich ist die "Angst" da, dass es etwas mehr wird...
Dabei wird es wohl nicht bleiben. Da es in eurer Beziehung nicht mehr so läuft - warum auch immer. Du bist mittlerweile schon auf der Suche nach kleinen Alternativen und Abwechslung.

Willst du was Neues oder an deinem Bestehenden festhalten bzw. daran etwas ändern?
 
Dabei
27 Feb 2013
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#5
Wir haben dann eine Zeit lang getrennt gewohnt aber nach einigen Wochen habe ich es nicht mehr ohne sie ausgehalten.
Das war die Gewohnheit. Acht Jahre sind eine lange Zeit.

Eine Veränderung ist anfangs immer neu, man muss sich daran gewöhnen. Da fällt man leicht wieder ins alte Muster, weil man es kennt und gewohnt ist. Und es einfach bequemer ist.
 
Dabei
6 Feb 2017
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1.159
#6
Das
Papatom hat gesagt.:
Was war denn das genau?
würde mich auch interessieren, denn das
Ralf P. hat gesagt.:
Nach einigem Hin und Her haben wir uns entschlossen der Beziehung, also sie mir, noch eine Chance zu geben.
klingt für mich, als ob du wieder gut zu machen hattest, aber das
Ralf P. hat gesagt.:
Als wir dann einmal telefoniert haben hat Sie mir Vorwürfe gemacht, dass ich damals Schluss gemacht habe, und dass Sie nicht mehr sicher bei uns ist.
klingt als ob sie auch an sich arbeiten könnte, denn Vertrauen funktioniert meiner Ansicht nach anders.

Wie ist die Stimmung zwischen euch, wenn du nicht verreist bist?

Und woher kommt der Gedanke:
Ralf P. hat gesagt.:
Wiederrum frage ich mich, ob das nicht eher ein Fall für den Psychotherapeuten ist.
?
 
Dabei
7 Mrz 2018
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#7
Dankeschön für die zahlreichen Antworten.

@Twi-n-light
Das große Problem ist, dass ich die ganzen Jahre nicht einfach wegschmeißen will.
Wir hatten so viele schöne Momente.

...
Willst du was Neues oder an deinem Bestehenden festhalten bzw. daran etwas ändern?
Am liebsten würde ich das bestehende aufpeppen aber so langsam gehen mir die Ideen aus.

Moin,
Was war denn das genau?
Gruß
Ich bin absichtlich nicht so sehr ins Detail gegangen damit ich nicht so leicht erkannt werde.
Es war hauptsächlich so, dass man nur noch den Abend Zuhause mit dem Fernseher verbracht hat.
Zusätzlich hat sich meine Freundin gehen lassen.
Es war leider keine kurze Phase sondern ging über mehrere Jahre.

Wir haben dann beschlossen daran zu arbeiten. Wieder mehr zusammen andere Sachen unternehmen und haben Ordnung in unser Leben gebracht.
Haben auch beschlossen uns mehr mit Freunden und Familie zu treffen. Auch einmal unabhängig voneinander, was auch ein Problem war.

Das war die Gewohnheit. Acht Jahre sind eine lange Zeit.
Das kann sein aber wir haben versucht uns zu ändern was auch relativ lange geklappt hat.

..
klingt für mich, als ob du wieder gut zu machen hattest, aber das
Ja. Ich habe auch geäußert, dass ich körperlich nicht mehr so stark zu ihr hingezogen fühle.
Für mich ist Sex in einer Beziehung sehr wichtig. Nur so kann man eine starke Bindung aufrecht erhalten.

idontknowaboutthis hat gesagt.:
klingt als ob sie auch an sich arbeiten könnte, denn Vertrauen funktioniert meiner Ansicht nach anders.
Das hat mich extrem hart erwischt. Nach dem Telefonat hatte ich einen emotionalen Ausbruch gehabt.
Ich dachte erst einmal: Das wars dann.

idontknowaboutthis hat gesagt.:
Wie ist die Stimmung zwischen euch, wenn du nicht verreist bist?
Eigentlich ganz normal, nur dass ich erst einmal viele Sachen nachholen muss und etwas weniger Zeit habe.
Die Stimmung ist locker und wir unternehmen auch einige Sachen.

idontknowaboutthis hat gesagt.:
Und woher kommt der Gedanke:
?
In meinem Alter müsste man schon verheiratet sein und Kinder haben oder zumindest planen.
Ich weiß selber, dass ich da nicht wirklich normal bin.
Ich hatte als junger Erwachsener viele negativen Erlebnisse zu dem Thema in meinem Umfeld mitgekriegt.
Das hat mich irgendwie stark beeinflusst. Vielleicht auch noch andere Sachen. Schwer zu sagen.
 
Dabei
27 Feb 2013
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#8
In meinem Alter müsste man schon verheiratet sein und Kinder haben oder zumindest planen.
Sagt wer?

Willst du ein Leben führen, das dich glücklich macht oder ein Leben führen, wie es die Gesellschaft von dir erwartet? Also anderen Recht machen?
 
Dabei
6 Feb 2017
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#9
Ralf P. hat gesagt.:
In meinem Alter müsste man schon verheiratet sein und Kinder haben oder zumindest planen.
Ich weiß selber, dass ich da nicht wirklich normal bin.
Das sehe ich anders. Eins meiner Traumpaare sind mein Onkel und meine Tante. Die sind seit 25 Jahren zusammen und sind weder verheiratet noch haben sie Kinder. Das macht sie nicht weniger perfekt zusammen - im Gegenteil. Ich finde es immer wieder erstaunlich, dass sie sich gefunden haben, wo sie ja eindeutig nicht die Norm sind.

Ralf P. hat gesagt.:
Ich hatte als junger Erwachsener viele negativen Erlebnisse zu dem Thema in meinem Umfeld mitgekriegt.
Das hat mich irgendwie stark beeinflusst. Vielleicht auch noch andere Sachen. Schwer zu sagen.
Wenn du das aufarbeiten möchtest, könntest du dir natürlich Hilfe suchen.. Aber ich denke nicht, dass deine Sichtweise auf Beziehung ein Indiz ist, dass etwas nicht mit dir stimmt. In den zwei Beiträgen, die ich von dir gelesen habe :)D), klingt es als hättest du ein sehr gesundes Bild.. Für meinen Geschmack eher noch zu vorsichtig, weil du es schon als Verbrechen darstellst betrunken eine Frau umarmt zu haben.

Ralf P. hat gesagt.:
Die Stimmung ist locker und wir unternehmen auch einige Sachen.
Gut, also gefällt es dir wie es an sich ist, ja? Auch auf längere Sicht.
 
Dabei
6 Mrz 2013
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#10
Das große Problem ist, dass ich die ganzen Jahre nicht einfach wegschmeißen will.
Wir hatten so viele schöne Momente.
Ich finde, das ist der falsche Ansatz. Wenn man eine Beziehung beendet, weil die schönen Momente vorbei sind und nichts Entsprechendes nachkommt, ist das kein "Wegschmeißen". Und die schönen Momente der Vergangenheit nimmt euch ja keiner mehr. Die Frage ist doch, wie die Zukunft für euch aussieht.
 
Dabei
30 Nov 2014
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#11
Dass es sich gut anfühlt einer (anderen) Frau körperlich näher zu kommen ist doch klar. Das gilt i.d.R. auch für das schlechte Gewissen danach. Die Frage ist, was willst du? Suchst du Bestätigung für dein Ego, die du in der langjährigen Beziehung nicht bekommst? Oder bist du am Flirten und rumfummeln weil der Trieb dich lenkt? Wie sieht euer Sexleben aus?

Spontan würde ich sagen: DU wolltest deine Freundin zurück obwohl es ja ein Leichtes gewesen wäre die Beziehung dann endgültig zu beenden, schliesslich hattet ihr schon getrennt gewohnt. Letztendlich kannst du nur selber wissen was du willst. Vielleicht mal aufs Bauchgefühl hören, rational lässt sich die Situation vermutlich nur schlecht lösen.

Ein Fall für einen Psychotherapeuten ist das sicherlich nicht.
 
Dabei
7 Mrz 2018
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#12
Noch einmal Danke an Alle für die guten Worte.

Sagt wer?

Willst du ein Leben führen, das dich glücklich macht oder ein Leben führen, wie es die Gesellschaft von dir erwartet? Also anderen Recht machen?
Ich habe viel Zeit zum Nachdenken gehabt und bin genau zu dem Schluss gekommen.
Mein Schlussfolgerung kam aber nicht von deinem Post, auch wenn dieser verdammt passend ist.

Ich habe mein Leben bis jetzt so gelebt, dass ich alles was ich mache für andere getan habe.
Sei es für meine Eltern mit Schulbildung etc. oder Freunde und Bekannte mit meinem Job oder irgendwelchen Dingen (versuchen!) zu beeindrucken.
Es gibt auch andere Beispiele. Aber einige "Errungeschaften" sind jetzt natürlich nützlich im Alltag auch wenn es aus den falschen Gründen passiert ist.
Ich habe einige wenige gute Freunde, ja, und ich liebe meine Familie aber trotzdem war es nicht der richtige Weg.

Als mir das wirklich klar geworden ist bin ich in Tränen ausgebrochen. Ja als Mann(!)
Ich habe irgendwie losgelassen und es ist so als ob eine schwere Bürde von mir abgefallen ist.
Ich konnte an dem Abend das erste mal seit Wochen wieder durchschlafen. Da habe ich gemerkt dass die Scheiße real war.

Ich habe dann überlegt welche Menschen in meinem Umfeld mich herunterziehen.
Auf der Arbeit gibt es fast niemanden. Das sind wirklich tolle Kollegen.
Man sitzt quasi immer im selben Boot. Das schafft ein Gemeinschaftsgefühl.
Leider ist mir ein bestimmter Kumpel aufgefallen der mich scheinbar extrem herunterzieht.
Er hat es nicht wirklich leicht aber er tut auch nicht viel dagegen und jammert viel was mir mit Sicherheit nicht gut tut.

Zudem glaube ich, bin mir aber nicht sicher, dass meine Freundin mich auch herunterzieht.
Es ist nur ein Verdacht. Vor allem war es früher nicht so!! Da haben wir uns gegenseitig viel gepusht.
Ich weiß nicht was die Gründe sind. Evtl. habe ich sie auch heruntergezogen und dann kam Eines zum Anderen.
Ich möchte die Beziehung trotzdem noch nicht aufgeben.
Ich werde mich jetzt komplett meinem Umfeld widmen, so dass ich mich darüber mehr erfreuen kann.

Wie ihr seht schreibe ich hier schon einen beschissenen Roman, aber es ist extrem wenn man sich solchen Sachen bewusst wird.
Es fallen einem so viele Sachen ein und man sieht alles aus einem anderen Blickwinkel.
 
Dabei
7 Mrz 2018
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#13
Ich finde, das ist der falsche Ansatz. Wenn man eine Beziehung beendet, weil die schönen Momente vorbei sind und nichts Entsprechendes nachkommt, ist das kein "Wegschmeißen". Und die schönen Momente der Vergangenheit nimmt euch ja keiner mehr. Die Frage ist doch, wie die Zukunft für euch aussieht.
Da hast du vollkommen Recht. Mir ist vor Allem klar geworden, dass es nie zu spät ist sein Leben zu ändern um wieder wirklich glücklich zu sein.

Dass es sich gut anfühlt einer (anderen) Frau körperlich näher zu kommen ist doch klar. Das gilt i.d.R. auch für das schlechte Gewissen danach. Die Frage ist, was willst du? Suchst du Bestätigung für dein Ego, die du in der langjährigen Beziehung nicht bekommst? Oder bist du am Flirten und rumfummeln weil der Trieb dich lenkt? Wie sieht euer Sexleben aus?

Spontan würde ich sagen: DU wolltest deine Freundin zurück obwohl es ja ein Leichtes gewesen wäre die Beziehung dann endgültig zu beenden, schliesslich hattet ihr schon getrennt gewohnt. Letztendlich kannst du nur selber wissen was du willst. Vielleicht mal aufs Bauchgefühl hören, rational lässt sich die Situation vermutlich nur schlecht lösen.

Ein Fall für einen Psychotherapeuten ist das sicherlich nicht.
Also meine Triebe sind es wahrscheinlich nicht. Natürlich finde ich Frauen, die ich attraktiv finde, anziehend und interessant.
Im ersten Moment will ich einfach nur reden und Spaß daran haben und die Person kennenlernen.
Das war diesmal zumindest die Motivation. Ob es auch teilweise mit dem Ego zu tun hatte, kann ich aber nicht verneinen.

Ja, ich muss eine Entscheidung treffen, aber mittlerweile wüsste ich genau aus welchem Grund.(s. Text oben)
Ich möchte aber erst mich selber beobachten und Schlüsse daraus ziehen.
 
Zuletzt bearbeitet:

Papatom

Moderator
Dabei
12 Sep 2012
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#16
Moin,
ich finde es recht interessant...

Ich habe mein Leben bis jetzt so gelebt, dass ich alles was ich mache für andere getan habe.
Das ist eine gute Erkenntnis. Aber Du solltest aufpassen, dass Du daraus nicht die falschen Schlüsse ziehst.

Ich habe dann überlegt welche Menschen in meinem Umfeld mich herunterziehen.
Ein Neuanfang kann natürlich durch ein "Reset" unterstützt werden. Der Punkt ist nur, das ist nicht das Ausschlaggebende. Wichtig ist, was Du für DICH draus lernst. Du musst Dich nicht nur eher mit "positiven" Menschen umgeben. Denn erstens gibt es die eh nicht und zweitens kannst Du keinem die "Schuld" dafür geben, dass er genommen hat, was Du angeboten hast.
Das was Dich stört liegt doch nicht in Deinen Mitmenschen. Es ist ein Verhalten, dass Du selber ändern musst. Die Frage sollte dann eher sein, wie reagiert Dein Umfeld darauf, wenn Du Dich änderst....

Wie sah das denn überhaupt aus? Du hast für alle immer alles gemacht und nichts bekommen? Oder Du hast für Dich persönlich schlicht aus den falschen Motiven heraus gehandelt? Das ist ein großer Unterschied....

Gerade in Bezug auf Deine Freundin....wie "ziehen" sie und der Freund Dich denn aktu runter? Warum lässt Du Dich runter ziehen usw.

Grüße
 
Dabei
7 Mrz 2018
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#17
Moin,
ich finde es recht interessant...



Das ist eine gute Erkenntnis. Aber Du solltest aufpassen, dass Du daraus nicht die falschen Schlüsse ziehst.



Ein Neuanfang kann natürlich durch ein "Reset" unterstützt werden. Der Punkt ist nur, das ist nicht das Ausschlaggebende. Wichtig ist, was Du für DICH draus lernst. Du musst Dich nicht nur eher mit "positiven" Menschen umgeben. Denn erstens gibt es die eh nicht und zweitens kannst Du keinem die "Schuld" dafür geben, dass er genommen hat, was Du angeboten hast.
Das was Dich stört liegt doch nicht in Deinen Mitmenschen. Es ist ein Verhalten, dass Du selber ändern musst. Die Frage sollte dann eher sein, wie reagiert Dein Umfeld darauf, wenn Du Dich änderst....

Wie sah das denn überhaupt aus? Du hast für alle immer alles gemacht und nichts bekommen? Oder Du hast für Dich persönlich schlicht aus den falschen Motiven heraus gehandelt? Das ist ein großer Unterschied....

Gerade in Bezug auf Deine Freundin....wie "ziehen" sie und der Freund Dich denn aktu runter? Warum lässt Du Dich runter ziehen usw.

Grüße
Danke für deine kritischen Worte.

Du hast vollkommen Recht. Ich habe es zu negativ ausgedrückt.
Ich habe natürlich gegeben und auch genommen. So schlimm war es dann doch nicht.
Aber ich habe unbewusst immer eine Gegenleistung erwartet. Und wenn mal nichts kam, war ich zu sehr enttäuscht.
Das sind natürlich alles Vermutungen. es ist so ein Gefühl.

Und zu dem runterziehen meine ich es eigentlich auch nicht so negativ.
Die Personen die das machen machen es sehr oft unbewusst. Es ist sehr schwer zu beschreiben.
Ein Beispiel:
Du möchtest etwas probieren, was dich sehr interessiert und dein Gegenüber sagt dann, dass es eben keine Gute Idee ist.
Die Person sagt dies aber, weil sie selber nichts neues probieren würde und sie meint es auch sehr ehrlich weil sie es nicht anders kennt.
Letztendlich hat man dann auch keine Lust mehr was anderes zu machen.
Ich hoffe das passt so von der Erklärung. Das ganz kann auch viel unbewusster stattfinden so dass man nicht merkt dass das Gegenüber einen beeinflusst hat.

Anderes Beispiel:
Man möchte einem alten Freund helfen weil er einen darum gebeten hat und wirklich Hilfe möchte.
Jetzt kommt eine andere Person und fragt wieso man da helfen soll.
Dann kommt von der anderen Person noch ins Gespräch, dass die hilfsbedürftige Person sich selber helfen soll oder jemand anderen Fragen soll.
Und schon hat man Zweifel ob man helfen soll obwohl man es zunächst wirklich tun wollte.
Für die andere Person sind diese Zweifel selbstverständlich und deswegen versucht es diese zu vermitteln.

Und mir ist ganz klar, dass ich als aller Erstes an mir arbeiten muss.
Und ja ich möchte mein Umfeld bei diesem Prozess viel klarer wahrnehmen als ich es bis jetzt gemacht habe.
Vielleicht irre ich mich mit den Personen und es lag an mir. Ich weiß es jetzt noch nicht.
 

Papatom

Moderator
Dabei
12 Sep 2012
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#18
Moin,
das passt ja...

Du hast gegeben um zu bekommen....das klappt nie. Kenn ich von mir selber, hatte dasselbe Problem. Man muss geben, weil man geben möchte. Punkt ende aus. Wenn man eine Gegenleistung möchte, sollte man eine Dienstleistung einkaufen ;) Wenn das nicht passt, sollte man überhaupt nicht geben.

Das ist auch völlig ok. Wenn man das jetzt nicht als Egotrip lebt, nach dem Motte "Los hol Bier aus dem Kühlschrank" dann sollte das Umfeld damit auch klar kommen. Letztlich wirkst Du authentischer und souveräner, was tendenziell sogar attraktiver wirkt.

Das mit dem Runterziehen....ich kenne das auch. Aber dann nimmt man halt jemand Anderen. Oder macht es alleine. Der ausschlaggebende Punkt ist ja nicht, dass da jemand Kritik übt, sondern dass Du es dann nicht machst. Das wäre auch andersrum ein Problem. Du müßtest immer bei anderen mitmachen. Oder Du machst eben nur, wenn andere mitmachen. Generell sollte Dir das aber bei eigenem Interesse egal sein....

Grüße
 
Dabei
5 Jun 2015
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#19
Hallo Ralf
mir gefallen deine Einsichten und Gedankengänge sehr gut.
ich finde es toll, wie vorsichtig du dich ausdrückst und wie du versuchst einen Blickwinkel zu bekommen,
der dein Wünschen und Handeln objektiv beurteilen kann.
Wenn du es schaffst, diese neuen Erkenntnisse in dein tägliches Leben zu integrieren,
werden sich ganz sicher auch bestehende Beziehungen und Freundschaften stark wandeln.
Denn Menschen die wir öfter um uns herum haben reagieren meist wie ein Spiegel auf unser Verhalten.
Du erntest das, was du säst.
Wenn du, wie Papatom so schön sagt, gibst, weil du geben willst,
wird das dein Gegenüber unterschwellig wissen.
Und er wird, wenn er ein normaler und gesunder Mensch ist,
auch nicht abwägen und nachrechnen, wieviel er zurückgeben will.
Im Gegenteil.
Geben aus innerem Reichtum heraus, ist eine ansteckende Sache.
Da will sich doch keiner Lumpen lassen.
So funktioniert unser soziales System seit Jahrtausenden.
Sonst hätten wir es auch nicht so weit gebracht.
Wir Menschen sind zutiefst soziale Wesen.
Wir setzen uns ZB im Feierabend hin und beantworten anonyme Fragen.
Nur so, weil es Freude macht das zu können.
Und in Beziehungen kann es ganz genau so laufen.
Wenn wir unsere Angst verlieren, ausgenutzt zu werden.
Nicht genug geliebt zu werden.
Alles bedingt einander und wir ziehen Partner an, die auf unserem 'Level' sind.
Wenn wir abgeklärt und liebevoll sein können, würden wir mit niemanden zusammen sein mögen,
Der unreif und egoistisch ist.
Wir wüßten sofort, das uns diese Person nicht gut tut.
Darum ist der beste Weg für eine gute Beziehung,
selber zu wachsen und großmütiger und vorurteilsfreier zu werden.
Aber mir scheint, du bist gerade dabei,
das für dich selbst heraus zu finden:)
 

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