Beziehungsphobie oder nur faule Ausrede?

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Restart

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März 2015
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Hallo Zusammen,


ich hab mich hier angemeldet, um ein paar Meinungen zum Thema "Beziehungsphobiker" zu erhalten.

Gibt es diese Beziehungsangst wirklich, oder nehmen manche Menschen das nur als Ausrede, um nicht die Verantwortung für eine feste Beziehung übernehmen zu müssen?

Vor 3 Jahren hab ich (47) einen Mann (52) kennen gelernt. Wir haben uns gut verstanden und uns öfter getroffen.
Am Anfang war es eher eine lockere Sache. Doch im Lauf der Zeit haben sich auf meiner und (angeblich) auch auf seiner Seite starke Gefühle füreinander entwickelt. Es wurde enger und ernster zwischen uns. Wir hatten eine schöne Zeit, voller Gemeinsamkeiten, gegenseitiger Offenheit und Vertrauen. Wir haben uns auch den uns nötigen Freiraum gelassen…


Er sagte "Ich liebe Dich" und hat auch erzählt, dass er über Heirat nachdenkt.


Vor 5 Monaten zog er sich dann zurück. Er schloss mich langsam aber sicher aus seinem Leben aus. Er hatte immer weniger Zeit für mich, gestaltete sein Leben wieder ohne mich. Wir trafen uns nur noch alle 1 bis 2 Wochen Sonntag nachmittags für ein paar Stunden. Er betonte immer wieder, dass er mich lieben würde, und mich auf keinen Fall verlieren möchte, aber dass er sich auf keine feste Beziehung einlassen kann, dass er das nicht zulassen kann, weil er Angst davor hat, obwohl er sich nichts sehnlicher wünscht als eine feste Beziehung.


Trotz einiger sehr intensiven und offenen Gespräche fehlte von seiner Seite aus jede Konsequenz.
Da hab ich meine Konsequenz getroffen...
Er hat mich so sehr verletzt und ich kam mir nur noch ausgenutzt vor. Um mich zu schützen hab ich mich vor 5 Wochen von ihm getrennt, soweit man eine Nicht-Beziehung beenden kann.
Ich habe das Gefühl, dass er mich mit seinen schmeichelnden Worten nur hinhalten wollte (wer weiß, ob sich während dessen nicht doch eine Bessere findet!?).


Er versucht immer wieder Kontakt zu mir aufzunehmen, aber ich reagiere nicht. Mag ihn nicht mehr sehen, von ihm nichts mehr hören oder lesen, obwohl ich ihn unendlich vermisse und grad noch leide wie ein Hund.


Ich habe keine Ahnung, ob er wirklich eine Beziehungsphobie hat wie er sagt, oder ob er nur mit mir gespielt hat.


In seinem Leben hatte er bisher 2 lange Beziehungen (12 und 15 Jahre), war nie verheiratet und hat keine Kinder. Er wuchs in einem Kinderheim auf und hatte bis er 18 Jahr alt war, und auf eigenen Beinen stehen konnte, wirklich kein leichtes Leben.


Wie kann er zu mir sagen "Ich liebe Dich", aber nicht danach handeln?


Ich danke Euch fürs Lesen.


LG,
Restart.




















 
Gibt es diese Beziehungsangst wirklich, oder nehmen manche Menschen das nur als Ausrede, um nicht die Verantwortung für eine feste Beziehung übernehmen zu müssen?
Es ist eine Ausrede. Das sagt mir einfach meine Erfahrung, die ich bisher sammeln "durfte".

Auch ich selbst habe die Rechtfertigung schon einmal benutzt.
Ich mochte diese Frau wirklich sehr, aber es fehlte einfach etwas.
Warum ich es ihr nicht klar gesagt habe ?!

-Ich wurde enttäuscht und brauchte einfach Aufmerksamkeit. Es ist schön, wenn man das Gefühl hat begehrenswert zu sein.

Doch entweder ist es so, dass irgendwann wirklich eine "Bessere" kommt oder das man sich schlecht fühlt und Klartext redet.

Ich denke, dass der Mann in deinem Fall einfach nicht auf die "Annehmlichkeiten" verzichten will.
Und wenn eines Tages eine andere Frau kommt, wird er sich darauf berufen, dass ihr ja keine Beziehung hattet.

Im Klartext bist du der Lückenfüller. So hart die tatsache auch ist
 
Hallo Izzy,

Danke für Deine ehrlichen Worte.

Tja, da ist es wohl ganz gut, dass ich mich als "Lückenfüller" nicht mehr zum Lücken füllen ausnutzen lasse und mich getrennt hab.

LG,
Restart
 
Hallo Restart,

erstmal tut mir das schrecklich Leid was du da durchmachst. Ich habe schonmal ähnliches erlebt. Aus eigener Erfahrung kann ich dir nur sagen, diese Muster von An- und Abstoßung werden sich im Verlaufe immer wieder Wiederholen. Ja, es gibt etwas wie Bindungsphobie. Ein bisschen Genugtuung kann dir aber auch geben, dass er wahrscheinlich selbst sehr darunter leidet. Ich denke schon, dass er ernste Gefühle für dich hatte. Aber Männer distanzieren sich ja auch schnell wenn sie merken, dass eine Frau ihre eigene Unabhängikeit zugunsten des Mannes aufgibt. Ich weiß nicht wie du dich die Zeit verhalten hast wo es gut lief, aber du siehst eigentlich daran das er sich jetzt wieder bemüht und du keinen Kontakt suchst, dass er merkt das du wieder deinem eigenen Leben nachgehst. Das macht dich in seinen Augen wieder unabhängig und Interessant. So dumm das klingt, aber die Gefühle von Männern verblassen wenn man sich viel zu früh schon reinsteigert und sich selbst für die Beziehung aufgibt und meint mit mehr Nähe, Zuneigung und Liebe das Problem lösen zu können. Wenn du wirklich Gefühle für ihn hast und dir sicher bist, dass du das mit Ihm durchstehen wollen würdest, geh deinem Leben nach, halte sporadisch Kontakt zu ihm und warte. Ich würde dir aber eher raten es zu unterlassen, weil sich a) die Muster wenn es irgendwann wieder gut läuft wiederholen und b) du eine Gefühlsachterbahn nach der anderen fahren würdest.

Lg :*
 
Hallo Schnubbel,

Danke für Deine Worte.

Meine Unabhängigkeit hab ich nie zugunsten für ihn aufgegeben. Dafür hab ich die Jahre zuvor viel zu sehr um meine Unabhängigkeit gekämpft.

Ich weiß wer ich bin, ich weiß, was ich will und ich weiß sehr wohl, was ich nicht mehr will.
Ich steh mit beiden Beinen fest im Leben, hab einen tollen Job, der mir sehr viel Spaß macht, bin finanziell unabhängig und hab alles, was man (Frau) so braucht.
Ich brauch also keinen "Versorger", ich wünsche mir einen Partner mit dem ich auf gleicher Augenhöhe mein Leben verbringen kann.

Unsere "Beziehung" haben wir wachsen lassen haben sie einfach laufen lassen. Aus meiner Sicht haben wir, habe ich auch nichts überstürzt.

Ich liebe diesen Mann von ganzem Herzen.
Aber mein Kopf sagt mir, dass wenn ich mich wieder auf ihn einlasse, sich alles früher oder später wiederholen wird, dass ich daran kaputt gehen werde.

Kann sein, dass er mich auch liebt…aber das ist jetzt sein Problem. So wie mein Liebeskummer mein Problem ist.
Das mag jetzt vielleicht hart klingen, aber die letzten 5 Monate waren einfach zu viel für mich. Das möchte ich nicht noch mal durchmachen.

Mein Herz muss jetzt einfach auf meinen Kopf hören!

LG,
Restart










 
Moin,
eigentlich ist es doch egal, wie Du das nennst. Bindungsangs, Faulheit, Egoismus, Desinteresse, Ausrede....letzlich läuft es immer auf das Selbe hinaus. Die persönlichen Vorlieben, bzw. Unzulänglichkeiten sind ihm "wichtiger" als an sich/ Euch zu arbeiten und sich weiter zu entwickeln.....

Klar ist das nicht immer schön. Klar tut das auch mal weh. Aber mit Glück hat man liebevolle Partner und wenn das nicht geht kann man ja auch eine Therapie machen, ein Coaching, eine Beratung. Da gibt es so viel.

Wenn das alles nicht in Frage kommt, warum auch immer, dann muss man sich eingestehen, dass die Beziehung einfach nicht wichtig genug dafür war. Traurig, aber ist dann so.

Richtig was Du getan hast.

Weißt Du, manchmal liebt man so sehr, dass man zu viel hofft. Zu sehr denkt, die eigene Liebe müßte doch reichen. Dabei übersieht man dann, dass das Feedback dem gar nicht gerecht wird. Wie bei Dir. Worte gibt es schon, aber es folgt nichts. Also letztlich Schall und Rauch und es ist ihm nicht wichtig genug.

Wäre es das, würde er nämlich handeln.

Grüße
 
Hallo Zusammen,

da hat mir der Osterhase gestern eine große Überraschung ins Nest gelegt.

Meine "Beziehungsphobiker" stand am Nachmittag mit einem großen Blumenstrauß vor meiner Haustüre.

Er wollte mit mir reden.
Ich hab ihm gesagt, dass ich nichts zu sagen hab (weil ich schon alles gesagt habe), aber dass ich ihm zuhören werde.

Er meinte, dass er in den letzten 6 Wochen genug Zeit zum Nachdenken hatte, um mich zu vermissen, um zu merken, wie sehr er mich lieben würde und dass er viele Fehler gemacht hat.
Er hat auch gesagt, dass er weiß, dass ich keinen Wert auf seine Worte lege, sondern dass mir wichtig ist, dass er seinen Worten Taten folgen lässt.
Hat er wohl auch getan.
Er hat eine Therapie angefangen, um seine Vergangenheit aufzuarbeiten.
Ich glaube ihm, denn er hat mir Dinge erzählt, die ich selber auch aus meiner Therapie (die ich vor Jahren gemacht hab) kenne.

Es war ein anstrengender Nachmittag. Aber dem folgte ein schöner Abend. Er hat mich zum Abendessen eingeladen, danach gingen wir noch ein bisschen spazieren.
Wir haben dann noch bei mir auf der Couch gekuschelt, Musik gehört und ein Glas Wein getrunken.
Irgendwann hab ich ihn gebeten, heim zu fahren.
Mein Herz wollte, dass er bleibt, aber mein Kopf sagte: pass auf Dich auf…und mach gaaaanz langsam!

Ich zwar total verliebt in diesen Mann, aber meine Erfahrung mit ihm hat mich vorsichtig werden lassen.
In den letzten 6 Wochen ohne ihn, hab ich noch mehr gelernt, auf mich zu aufzupasse.

Mal schauen, was die Zeit so für mich, vielleicht für uns bereit hält.

LG,
Restart
 
Aber Männer distanzieren sich ja auch schnell wenn sie merken, dass eine Frau ihre eigene Unabhängikeit zugunsten des Mannes aufgibt.[...]So dumm das klingt, aber die Gefühle von Männern verblassen wenn man sich viel zu früh schon reinsteigert und sich selbst für die Beziehung aufgibt und meint mit mehr Nähe, Zuneigung und Liebe das Problem lösen zu können.

Kann ich so nicht stehen lassen. Das Prinzip ist schon richtig, aber das ist nichts männerspezifisches, sondern ist bei Frauen genauso, da kenne ich genug Beispiele aus dem eigenen Umfeld.

Mal schauen, was die Zeit so für mich, vielleicht für uns bereit hält.

LG,
Restart

Dann kannst du dich ja jetzt von Restart zu To be continued umbenennen. Na hoffen wir mal, dass er es jetzt auch ernst meint. Auf jeden Fall viel Glück!
 
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