Wie soll ich mich verhalten? Angst sie zu verlieren (sie distanziert sich)

Dabei
11 Aug 2020
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#1
Hallo liebe Community,

ich (28) bin noch relativ frisch (seit etwas über einem Monat) mit meiner Freundin (24) zusammen. Die letzten Tage habe ich mich persönlich jedoch sehr schlecht gefühlt und ich verzweifle gerade daran, wie ich mich jetzt weiterverhalten soll; ich werde euch die Sitaution mal versuchen zu schildern:

Sie und ich kennen uns seit Anfang des Jahres und hatten eine sehr schöne "Anfangs/Kennenlernzeit", bevor ich studienbedingt für 4 Monate ins Ausland musste. Diese Zeit haben wir wirklich sehr gut überstanden und sind uns (obwohl wir ja vorher nicht wussten, wie sich dieses zunächst natürlich nicht feste Verhältnis entwickelen wird) trotz der sehr großen Distanz im Laufe der Zeit näher gekommen und haben täglich sehr viel geschrieben und uns so schon recht gut kennengelernt und auch viel imtimes etc geschrieben. Das soll aber garnicht der Fokus dieses Textes sein, soviel nur zum Hintergrund.
Seit Juni war ich wieder in Deutschland und nach einem ersten Wiedersehen am ersten Tag hat sich dann ca weitere 4 Wochen später im Juli auch offiziell die Beziehung entwickelt, welche nun seit einem Monat besteht.

Die Wochen liefen auch gut und sehr schön, sie hat mir gesagt, wie glücklich sie ist, dass es jetzt so gekommen/offiziell ist etc. Alles "negativere" ging jetzt los, als wir für eine gute Woche bei ihrem Vater und Großeltern waren, die ich dann auch zum ersten Mal kennenlernen konnte und durfte, was mich natürlich sehr gefreut hat. Wir haben beide im Vorfeld darüber schon geredet und wussten, dass das auch eine "Belastungsprobe" sein kann, da man das erste Mal eben nicht "nur" 2-3 Tage die Woche "aufeinandersitzt", sondern es generell einfach viel neues ist und sich das ja alles eingrooven muss.
An sich lief es wirklich gut, wir haben alle gemeinsam viel unternommen, aber auch Zeit für uns gefunden. Es war für sie nur auch sehr stressig, da sie nebenher arbeiten muss (HomeOffice), Dinge für ihre Abschlussarbeit tun musste und natürlich auch das Gefühl hatte, ihrem Vater (da sie ja nicht soo oft da ist) und ihren Großeltern gerecht zu werden, und dann bin ich ebenfalls ja noch da.
Wie dem auch sei, habe ich gemerkt, dass ihr die Nähe zu mir manchmal zu viel war und sie sich teilweise distanziert hat. So weit so gut, haben wir darüber geredet und sie hat es mir erklärt und ich habe versucht, ihrem Wunsch nachzukommen und es lief an sich auch. In den Tagen gab es eben immer mal wieder Phasen, wo sie dann mehr die Nähe gesucht hat und dann mal eben wieder nicht, alles ja noch okay. Aber ich habe irgendwie gemerkt, dass irgendwas ist, sie hat mich nicht mehr so häufig angesehen, nicht mehr so gelächelt und auch nicht so über Gefühle/Pläne für Unternehmungen etc geredet.

Dazu muss ich sagen, dass ich (und so bin ich sonst nicht) mich etwas gestresst habe, was den Vater angeht, da ich diesen schwer einschätzen kann und ich einfach wollte, dass er mich eben auch mag/akzeptiert (ihr Exfreund war da etwas speziell und hat sich dort oft nicht soo gut benommen, daher wohl auch etwas Vorbelatung/Druck meinerseits). Das habe ich ihr auch gesagt, weil sie es schon gemerkt hat und mich auch dafür entschuldigt und es dann besser gemacht. Ich habe sie dann viel unterstützt und viel für sie gemacht (weil sie eben auch viel im Kopf hatte/zu tun hatte). Im Nachhinein denke ich mir, dass ich sie die Tage wohl zu sehr bedrängt habe emotional und durch zu viele Sätze (wie toll sie sei, dass sie gut ist, wie sie ist und ich Verständnis für vieles habe etc.), zu viel gemacht habe ("Helfersyndrom") und ihr nicht die emotionale Stabilität gegeben habe, die ich ihr sonst gebe/sie bräuchte. Wir haben auch offen geredet und gesagt, dass es völlig normal und ok ist, wenn sie jetzt etwas Abstand/Zeit einfach für sich braucht (so ist aber generell auch) und das ist auch voll in Ordnung. Ich habe aber gemerkt, dass sie mir die Tage deutlich weniger schreibt und auch garnicht mehr so Dinge wie "ich denke an dich" oder "würde dich jetzt gerne küssen" etc schreibt, was sie damals sehr oft hat. Und das geht jetzt seit quasi 4 Tagen so.

Ich fasse es mal zusammen:
Ich spüre von ihr einfach eine Distanzierung und emotionale "Kälte", und habe einfach Angst, durch mein "Beta-Männchen-Gehabe" der letzten Woche bei ihrem Vater meinen Respekt/Gefühle ihrerseits bei ihr verloren zu haben. Die 3 Worte sind übrigens noch bei keinem gefallen, da wollte ich sowieso noch etwas warten, da ich den richtigen Zeitpunkt abwarten wollte und sich sowas ja nach und nach entwickelt..
Wir sehen uns wahrscheinlich diese Woche noch, bevor sie am Wochenende wegfährt, aber ich weiß einfach nicht, wie ich mich dann verhalten soll:
Einfach so weitermachen wie zuvor und sich nichts anmerken lassen/stark sein? Nochmal mit ihr drüber reden/ihr meine Gefühle der letzten Tage gestehen (und somit das ganze wieder groß thematisieren und sie somit bedrängen/Schwäche zeigen)? Womit ich mir sicher bin ist aber, dass ich wohl einfach zu viel für sie gemacht habe und sie mich gerade wohl etwas als selbstverständlich sieht/gerade einfach gefühlskälte ausstrahlt. Habe einfach Angst sie zu verlieren und alles aufs Spiel zu setzen.

Ich habe ihr die Tage wirklich Freiraum gegeben, aber ich weiß einfach nicht, woran ich bin gerade, da sie sich teilweise so anders verhält/schreibt. Bin gerade echt verzweifelt und merke, dass ich mich sehr schlecht fühle und etwas mehr "Sicherheit" ihrerseits, woran ich denn nun bin/dass alles gut ist, mir das alles nehmen würde.
 
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Dabei
6 Feb 2017
Beiträge
1.810
#2
Hi :)

Ich muss sagen, dass ich auch dazu neige auf Distanz zu gehen, wenn mir etwas zu viel wurde. Ich brauche dann erst mal Luft, um mich selbst wieder in meine Mitte zu bringen und dann bin ich auch wieder bereit für andere Menschen und ihre Erwartungen/Hoffnungen/Wünsche an mich. Es ist so gesehen eigentlich ein Zeichen von Sensibilität und nicht von Kälte. ;) Ich reagiere eben sensibel auf Außeneinwirkungen und Nähe und deshalb verursacht eine Überdosis, dass ich mich alleine erholen möchte.
Wenn ich diese Erholung dann nicht bekomme, weil sie ständig durch Unsicherheiten oder Erwartungen der anderen Menschen unterbrochen wird, dann kann es passieren, dass ich diese Menschen gänzlich cutte, weil die Unruhe in mir zu groß ist und ich so ja nicht mehr zu meiner Mitte finde.
Ich hoffe, das ergibt Sinn. Es ist natürlich nur meine persönliche Erfahrung und kann bei deiner Freundin ganz anders sein, aber ich würde an deiner Stelle es jetzt nicht noch mal thematisieren, sondern ihr einfach ihre Pause geben. Bei mir kann die ehrlich gesagt auch mal bis zu 2 oder 3 Wochen dauern.. Musst du wissen, ob du damit klarkommst.

Meine Mutter sagt immer "Manche Menschen muss man frei lassen, um sie zu binden." :)
 
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