Um mich auch kurz mal einzumischen:
Robse, deine Argumentation ist begründet, verliert aber sofort an Halt wegen etwas, was Jesse bereits versuchte zu sagen:
[...]
Er kann aber nichts erwarten. Jeder Mensch kann einem anderen Menschen etwas daher lügen, um selber zu einem Vorteil zu kommen. Er mag ihr direkt sagen, dass er nur eine Beziehung möchte. Und genauso könnte sie ihm dasselbe sagen, obwohl das nicht der Fall ist, um an ein ONS zu kommen.
Er kann also nie erwarten, dass die andere Person die Wahrheit erzählt. Selbst wenn er anfing erst Sex während einer laufenden Beziehung zu haben, könnte die Frau direkt danach wieder abspringen, weil sie nur auf Sex aus war.. und sicherlich will er nicht sein Leben lang auf Sex verzichten, nur aus Angst die Zielperson könnte ihn belügen.
Es ging mir hier alleine um die Möglichkeit (die man jetzt nicht unbedingt als gering einschätzen sollte, aber man kann natürlich sagen, dass er nur irgendetwas erzielen will), ihn zu verletzen. Da die Möglichkeit besteht, würde ich es nicht riskieren, ihn zu verletzen, nur um selbst Sex zu bekommen, den man sich auch wo anders holen kann.
=> Das zeigt deutlich, dass er sich insofern ein Bein stellt, wenn er allein darauf hofft, dass sein Gegenüber ihm die Wahrheit erzählt. Tatsächlich schreckt die Aussage, er sei nicht auf ONS und Affären aus, schon potenzielle Partnerinnen für Beziehungen ab, da diese sich ja nicht sofort binden lassen wollen und ab hier tritt dann sofort das in Kraft, was Jesse versuchte klarzustellen.
As I already mentioned. Natürlich stellt er sich selbst ein Bein, aber das ist ja nicht unsere Sache hier. Wir müssen die Gegebenheiten hinnehmen und mit der Fragestellerin diskutieren.
Ungeachtet all dem, finde ich es sehr interessant zu beobachten, dass du hier mit Moral argumentierst, aber bei der Frage, ob es "in Ordnung sei, einen Teil einer Beziehung anzumachen und mit diesem zu flirten", mir von einer egoistischen Gesellschaft, bei der der Stärkste gewinnt, und folglich vom Nutzen des Ellebogen-Gebrauches erzähltest.
True. Aber das sind für mich zwei unterschiedliche Wertigkeiten von Moral, lieber Insomnius. Wenn ich mir dauerhaft einen Vorteil erarbeiten kann, aber dazu den dauerhaften Vorteil eines anderen opfern muss, soll es mir recht sein.
Opfere ich aber den dauerhaften "Vorteil" (aka die positive Gefühlslage eines Menschen) für eine einmalige Sache bzw. nur einen Abend, dann ist das eine andere Gewichtung.
Dazu kommt dann noch, dass bei der einen Situation 3 im Spiel sind und man einen rausboxt, wobei es hier nur um die Beziehung zwischen zwei Menschen geht.
Aber das führt eigentlich alles viel zu weit, das ist eine andere Diskussion (und meine eigenen Moralvorstellungen, die keiner teilen muss).
An die Fragestellerin:
Ich sehe das im Großen und Ganzen gleich wie die anderen beiden hier. Du findest ihn interessant und überlegst ja offensichtlich, irgendwas mit ihm anzufangen, was auch immer. Das kann allerdings nur funktionieren, wenn du einfach wirklich unvoreingenommen an die Sache ran gehst, dir nicht zu viele Gedanken machst, ganz du selbst bist und dann wirst du schon sehen.
Auf jeden Fall musst du dich dann mit ihm treffen und es herausfinden, was aus euch wird.