Wenn der Partner die Gesundheit schleifen lässt...

Dabei
2 Nov 2015
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#1
Hallo,

mein Partner hat eine chronische Erkrankung und bekommt es derzeit einfach nicht auf die Reihe, sich ordentlich um seine Gesundheit zu kümmern und ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll.

Kurz zu den Fakten:
Wir sind Anfang 30, seit 9 Monaten ein Paar und es handelt sich um eine Erkrankung, die nicht ansteckend ist, die aber - sofern schlecht eingestellt - für ihn erhebliche Spätfolgen nach sich ziehen und sein Leben verkürzen kann.

Er hat bei der Arbeit derzeit einfach so wahnsinnig viel Stress und eine so hohe physische und vor allem auch psychische Belastung, dass er es gerade einfach nicht besser hinbekommt. Ich mag da nicht zu sehr drängen, weil ihn das nur zusätzlich noch stresst, mache mir aber auch Sorgen um ihm. Kennt jemand von euch eine solche Situation? Hat sie vielleicht selbst erlebt und mag erzählen, wie er damit umgegangen ist?

LG
LilaKuh
 
Dabei
27 Mrz 2012
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#2
Hallo LilaKuh,

Steht denn bald wieder eine signifikante physische und psychische Entlastung dieses Stresses in Aussicht? Kommt so ein Stress regelmäßig bei ihm vor? Möglicherweise wäre dann langfristig über einen Jobwechsel nachzudenken...

Es stimmt, dass du da momentan wenig machen kannst als ihn behutsam zu erinnern, ein paar alltägliche Dinge abnehmen oder zum Beispiel den Termin für ihn ausmachen (mit seiner Absprache). Denn er ist natürlich für sich verantwortlich und selber erwachsen.
Du kannst ihm deine Sorge mitteilen, aber nichts erzwingen, sonst würde er die Stressquelle abstellen, die am leichtest abzustellen wäre: eure Beziehung.

Was löst die jetzige Situation denn in dir aus?
 
Dabei
6 Mrz 2013
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#3
Du kannst ihm deine Sorge mitteilen, aber nichts erzwingen, sonst würde er die Stressquelle abstellen, die am leichtest abzustellen wäre: eure Beziehung.
Das ist ein sehr wichtiger und sehr realistischer Hinweis.

Ich hatte noch nie einen Partner, Freund, nahen Verwandten o.Ä., der seine Gesundheit gravierend gefährdet hat, aber ich finde grundsätzlich, dass jeder für sich selber verantwortlich ist. Wenn Rauchen zB nicht stinken und mich deswegen abstoßen würde, würde ich nichts unternehmen, um meinen Partner vom Rauchen abzuhalten. Ich würde da nur Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Also zB ihm, wenn er diese hören will!, Tips geben wie er zu weniger Stress im Job kommen könnte.

Worauf ich achten würde, wäre auch Folgendes: Ich möchte einen Partner nicht deswegen noch rücksichtsvoller behandeln, weil er selber weniger Rücksicht auf sich nimmt als er meiner Meinung nach könnte und sollte. Soll heißen: Wenn ich mich zurücknehmen muss, damit er nicht noch mehr belastet ist, bloß weil er selber nichts für seine Entlastung tut, dann wird die Beziehung nicht von Dauer sein. Ich hab mit gewissen Einschränkungen kein Problem, wenn mir der Mensch was bedeutet, aber nachdem das Problem nicht bei mir liegt, möchte ich schon, dass auch der, bei dem das Problem liegt, zur Problemlösung seinen Teil beiträgt. (Klingt irgendwie abgebrüht, das ist es wohl auch. Ich glaube meine Selbstschutzmechanismen sind besonders stark ausgeprägt, das muss also nicht unbedingt für dich so anwendbar sein.)

Wusstest du von Anfang an von der Krankheit und wie er damit umgeht?
 
Dabei
2 Nov 2015
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#4
@Insomnius: wir hoffen beide, dass auf der Arbeit bald auch wirklich die angekündigten und dringend notwendigen Umstrulturierungen kommen.

Was es in mir auslöst ist in der Tat eine interessante Frage, die ich jetzt den Tag über mit mir herum getragen habe. Ich glaube es ist eine Mischung aus Hilflosigkeit und Wut. Hilflos, weil ich keinen Einfluss auf die Situation bei der Arbeit habe und Wut weil wir Zukunftspläne basteln und er sich so wenig um seine persönliche gesundheitliche Zukunft kümmert, was dann ja auch Einfluss auf eine gemeinsame Zukunft hätte.

@Twi-n-light: ich weiß seit dem 2. Date von der Erkrankung. Der Umgang damit war damals noch ein anderer, der Stress bei der Arbeit aber auch nicht so groß. Da fing es dann auch an, dass er dafür weniger einen Kopf hatte. Anfangs hab ich ihn öfter mal erinnert, das aber dann gestoppt, als ich gemerkt habe, dass das zulasten unserer Beziehung geht.

Im Alltag merkt man es ja auch nicht. Da unterstütze ich ihn aber einfach gerade in der Hinsicht, dass ich mehr im Haushalt mache, weil er einfach vor mir das Haus verlässt und nach mir heim kommt (und auch ich arbeite Vollzeit in einer 40-Stunden-Woche).

Ich mag diesen Menschen einfach sehr und es tut mir weh zu sehen, dass er sein eigenes Wohl gerade nur stiefmütterlich behandelt...
 
Dabei
12 Jun 2011
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#6
Ich möchte mich da nur anschließen. Probiere es eine Weile aus und schau wie du damit umgehen kannst. Aber gib ihm auch die nötige Zeit. Letztlich ist es seine Gesundheit. Relevant ist nur, wie sehr dich die Aussicht und der Gedanke belastet, dass ein geliebter Mensch seine Gesundheit riskiert.
Das tun Raucher letztlich auch. Eine Freundin von mir hat sich deshalb von ihrem Partner getrennt. Nicht weil sie es nicht riechen konnte oder ihn nicht mehr geliebt hat, sondern weil sie den Gedanken daran, eines Tages an seiner Seite die Diagnose Lungenkrebs mittragen zu müssen, nicht ausgehalten hat. Jeder tickt anders und jeder muss für sich schauen was er/sie verpacken kann!
 
Dabei
2 Nov 2015
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#7
Vielen Dank auf jeden fall schon einmal für die Antworten. Die Beziehung wollte ich deshalb aber eigentlich nicht in Frage stellen, nur besser damit umgehen können und vielleicht ein paar Ideen, was da helfen kann. Aber vermutlich kann ich gerade wirklich nur hoffen, dass es entweder besser wird oder so vor die Wand fährt, dass er dann doch kündigt (er war bereits kurz davor und sein Chef gibt auch schon davon aus...).
 
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