Von "bester" zu "fester" Freund [allgemein]

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Basti1589

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Hallo zusammen,


ich wurde heute Früh durch den Fall einer anderen Person wieder auf dieses wie ich finde interessante Thema aufmerksam. Ich selbst trete mit meinen Gedanken bei diesem Thema aber ehrlich gesagt etwas auf der Stelle. Deshalb würde ich mich freuen, wenn der ein oder andere von euch seine Meinung dazu sagt.

Die zwei Fragen, mit denen ich mich in diesem Zusammenhang beschäftige:

1. Wie wahrscheinlich ist es, dass sich aus einer langjährigen Freundschaft (!) urplötzlich eine Beziehung entwickelt? Wie weiß ich, dass die Gefühle nicht nur freundschaftlicher Art sind?

2. Lohnt es sich, für die Beziehung eventuell die Freundschaft zu riskieren? Das hängt sehr mit der Antwort zu Frage 1 zusammen.


Ich war selber in meine aktuell beste Freundin verliebt und habe auch immer noch starke Gefühle für sie. Aber würde sie zu mir kommen und mich fragen, ob ich mit ihr zusammen sein will, dann wüsste ich nicht, was ich darauf antworten soll. (Nur als Beispiel, d.h. die Diskussion bitte nicht auf mich beziehen)

Einerseits ist es natürlich schon so, dass ich mich erst so richtig in jemanden verlieben kann, wenn ich ihn besser kennenlerne. Aber wo ist die Grenze, ab der die Freundschaft dann so groß ist, dass die vermeintlichen Liebes-Gefühle lediglich sehr starke freundschaftliche Gefühle sind, die ich z.b. aus Sehnsucht nach einer Freundin als "verliebt sein" interpretiere?

Um den Eingangspost nicht zu sehr aufzublähen, belasse ich es erst einmal dabei :D.

Bin gespannt auf eure Antworten.
 
Zu 1) Recht unwahrscheinlich. Ebenso kannst Du Dich fragen, weswegen Geschwister nichts miteinander anfangen. Das liegt nicht nur am Gesetz, welches das verbietet, sondern auch deswegen, weil man sich so sehr aufeinander auf diese etwas distanzierte Interaktion eingespielt hat, dass die Lustphase verschwunden ist. Ist sie das nicht, dann bedeutet dies, dass man sich entweder lange Zeit nicht mehr gesehen hat (sodass das Freundschaftsbild verwischt wurde) oder, dass man sich schon am Anfang verliebt hat und diesen Gedanken nie aufgegeben hat.

Zu 2) Die Freundschaft mit der Flamme klappt sowieso nicht, weil es einer Selbstqual gleichkommt. Zudem muss man sich fragen, weswegen man eine Freundschaft überhaupt anstreben wollte, wenn man doch in Wirklichkeit mehr will.

Der Unterschied zwischen Freundschaft und mehr ist sicher zunächst einmal der Sex und alle Intimitäten, die dazugehören. Aber auch generell besteht eine Freundschaft aus einer gewissen Hemmschwelle, einer gewissen Distanz. Selbst gute Freunde bringen sich in das Leben des jewels anderen nicht derart ein, wie es Partner miteinander machen. Die Intensität zeigt also, welchen Status man hat.
 
Wie weiß ich, dass die Gefühle nicht nur freundschaftlicher Art sind?

Wozu wissen? Erde ist rund und 2+2 ist 4. Mehr brauchst Du nicht wissen. Lass Dich doch überraschen! Macht doch mehr Spaß!

Lohnt es sich, für die Beziehung eventuell die Freundschaft zu riskieren?

Allgemeinregel: es lohnt sich nicht, nicht zu riskieren. Man muss sich stets den Preis bewusst sein und wissen, ob man ihn zahlen kann/will.
 
1. Wie wahrscheinlich ist es, dass sich aus einer langjährigen Freundschaft (!) urplötzlich eine Beziehung entwickelt? Wie weiß ich, dass die Gefühle nicht nur freundschaftlicher Art sind?

99%

2. Lohnt es sich, für die Beziehung eventuell die Freundschaft zu riskieren? Das hängt sehr mit der Antwort zu Frage 1 zusammen.
Ja, immer und immer wieder

Ich war selber in meine aktuell beste Freundin verliebt und habe auch immer noch starke Gefühle für sie. Aber würde sie zu mir kommen und mich fragen, ob ich mit ihr zusammen sein will, dann wüsste ich nicht, was ich darauf antworten soll. (Nur als Beispiel, d.h. die Diskussion bitte nicht auf mich beziehen)
Das wäre ein Fehler. Du empfindest etwas von Ihr.
Das minimale wäre eine Fickfreundschaft um zu sehen ob es mehr werden könnte.
Und auf jeden Fall würde es Spass machen.

Einerseits ist es natürlich schon so, dass ich mich erst so richtig in jemanden verlieben kann, wenn ich ihn besser kennenlerne. Aber wo ist die Grenze, ab der die Freundschaft dann so groß ist, dass die vermeintlichen Liebes-Gefühle lediglich sehr starke freundschaftliche Gefühle sind, die ich z.b. aus Sehnsucht nach einer Freundin als "verliebt sein" interpretiere?
Es gibt keine Freundschaft zwischen männer und Frauen. Das was Du emfpindest ist schon eine Form von liebe.

]
 
Dass Du keine guten Freundinen hast, bedeutet noch lange nicht, dass es Freundschaft zwischen Männern und Frauen nicht gibt/geben kann. ;)

Ich habe tonnenweise Besten Freundinnen gehabt, und die auch entsprechend in Ihren Status vollkommen gewürdigt.
Und Ich rede hier nicht von mir....Wenn man wirklich wirklich wirklich beste Freunde ist dann
schaltet es um zu liebe rüber und man ist ein Paar.
 
Ich denke das geht sehr wohl das Mann/Frau sehr gut befreundet sein kann.

Aber ich gebe zu das das Risiko natürlich höher liegt,mal im Bett zu landen als wenn man sich nur mal ab und zu sieht.
Gerade wenn es einem schlecht geht und sich vielleicht nach ein bisschen nähe sehnt.

Man denkt zumindestens mal darüber nach. Aber dafür die Freundschaft riskieren?
Nö....
 
Ok. Ich dachte es geht stück- oder min. kopfweise.
Wenn es ein Paar sind schon....aber irgendwann musst Du den Bagger vorfahren sonst passen alle "gute Freundinnen " nicht rein.

Bei der erste Beste Freundin hatten wir Oralverkehr mit 8.
Nach Aertzte spielen.....wollten wir Vater und Mutti spielen!
Nur zum sagen dass Freundschaften schon ab frühen Alter gepflegt werden sollten....
:mrgreen:
 
Offtopic


Ich auch!!!!!

Schöne Filme auch!!!
Am liebsten habe Ich den Film mit Deinen Name gesehen.
Schade ist Silvya Crystel gestorben.....
Das war ein Film..OMG...Ich trage seid dem eine Fette Brille.....
:eusa_think:
aber blind bin ich davon nicht geworden!!
:mrgreen:
 
Aber ich gebe zu das das Risiko natürlich höher liegt,mal im Bett zu landen als wenn man sich nur mal ab und zu sieht.
Gerade wenn es einem schlecht geht und sich vielleicht nach ein bisschen nähe sehnt.

Das hat mir meine beste Freundin auch erzählt. Sie hat sich damals nach der Trennung von ihrem aktuellen Ex nach Liebe und Nähe gesehnt und hat dann bewusst andere Freunde gefragt, ob sie mit ihnen schmusen will. Dabei bleib es dann aber laut ihrer Aussage auch...Und aus verschiedenen Gründen glaube ich ihr das absolut.

Ich glaube auch, dass die Wahrshceinlichkeit, mit einer Freundin im Bett zu landen, relativ groß ist. Allerdings gibt es zumindest bei mir eine Grenze, aber der ich eben nicht mehr so einfach mit jemandem ins Bett steigen kann. Da würde ich mir dann Gedanken machen, ob das nicht die Freundschaft belastet. Denn Sex ist immer noch etwas "Besonderes" und es ist trotz allem menschlichen Verhaltens nicht gewöhnlich, dass man sich durch seinen halben weiblichen Freundeskreis vögelt. Jede Freundschaft wird dadurch deshalb für mich in irgeneiner Weise beeinflusst. Und bei richtig guten Freundschaften möchte ich das Risiko nicht eingehen.
 
Die Freundschaft zwischen Mann und Frau klappt entweder, wenn man anderweitig sexuell ausgelastet ist oder sich nicht attraktiv findet oder einfach generell anspruchsvoll ist und deswegen weiß, weswegen er mit jemandem nur eine Freundschaft und nicht mehr hat.
 
Ich hab lange über diese Aussage nachgedacht, weil ich egtl. immer der Meinung war, dass es schon eine Hemmschwelle unter Freunden gibt. Aber je länger ich darüber nachgedacht habe und je mehr ich in meinen eigenen Freundeskreis geschaut habe, desto mehr wurde mir klar, dass vor allem die Distanz entscheidend dafür ist, wie ich meine Freundinnen sehe. Je intensiver ich mit jemandem Kontakt habe, desto wichtiger werden deine 3 genannten Punkte (sexuell ausgelastet, Attraktivität, Anspruchshaltung).

Nun aber zurück zur Ausgangsfrage: Ist dies bei der besten Freundin genauso? Oder gibt es hier wirklich eine größere Hemmschwelle? Und dann angenommen, ich habe den Eindruck, dass ich für meine beste Freundin Gefühle entwickle...Sollte ich diese Gefühle dann zulassen oder sie eher versuchen zu unterdrücken, weil ich zum Beispiel die Freundschaft nicht zerstören will.

Ich hoffe, ihr versteht meinen Konflikt. Mir wäre eine sehr gute Freundschaft in diesem Punkt fast (!) wichtiger als eine Beziehung! Gleichzeitig muss man aber irgendwie mit den Gefühlen umgehen.


Was würdet ihr jemandem raten, der sich in seine beste Freundin verliebt hat?
 
Ist dies bei der besten Freundin genauso? Oder gibt es hier wirklich eine größere Hemmschwelle?

Beste Freundin ist nichts weiter als ein Titel, eine Bezeichnung.

Und dann angenommen, ich habe den Eindruck, dass ich für meine beste Freundin Gefühle entwickle...Sollte ich diese Gefühle dann zulassen oder sie eher versuchen zu unterdrücken, weil ich zum Beispiel die Freundschaft nicht zerstören will. [...] Mir wäre eine sehr gute Freundschaft in diesem Punkt fast (!) wichtiger als eine Beziehung!

Das ist eine in sich unsinnige Aussage. Denn entweder kann man Deine sogenannten Gefühle nicht ernstnehmen, wenn sie Dir nicht wichtig genug sind, um sich dafür einzusetzen oder aber Du bist ein Feigling und benutzt die Freundschaft, die Du eigentlich gar nicht haben willst, als Ausrede für Deine Inaktivität. In diesem Fall wärst Du nicht ernstzunehmen.

Was würdet ihr jemandem raten, der sich in seine beste Freundin verliebt hat?

Ganz einfach: Befriedige Dich 2x hintereinander selbst und überleg direkt danach nochmal, ob Du in sie verliebt bist oder gar mit ihr zusammen sein wolltest (dann solltest Du Dir überlegen, ob Du nicht nur einfach generell einsam bist und sie einfach nur immer zur Stelle ist, ohne dass es explizit um sie geht) oder es Dir nur auf dem Senkel geht, dass Du ihrer Pussy nicht weiter als bis auf 20 cm Entfernung kommen kannst. In dem Fall bietet sich eine Sexfreundschaft an (sofern sie mitzieht), aber eben nicht mehr.
 
Ich glaube an die Macht der Titel ;) Das hab ich schon einmal in einer Diskussion gesagt (Ich glaub, es ging um die Frage, ob man eine Beziehung "offiziell" machen muss, d.h. ob man den anderen Fragen muss: "Führen wir eine Beziehung?").

Du denkst sehr rational. Da bin ich inzwischen auch ein Fan von. Allerdings kommt bei mir immer noch eine emotionale Komponente ins Spiel, die sich logisch nicht erklären lässt. Für mich ist an sich nichts logisch, wenn richtig Gefühle mit im Spiel sind. Da ticken Menschen ganz anders. Deshalb glaube ich auch, dass Bezeichnungen einen großen Einfluss auf eine Person haben. In diesem Fall hier: Betitel ich jemanden jahrelang als "beste Freundin", dann ist sie mehr als nur eine Freundin. Dann hat sie im Kopf einer Person irgendwann einen ganz anderen Stellenwert. Mir hatte einmal eine Freundin gesagt: "Person XY ist mein bester Freund, deshalb unternehme ich so viel mit ihm. Allerdings würde ich NIE eine Beziehung mit ihm anfangen...Beste Freunde fangen extrem selten etwas miteinander an."
 
Ich glaube an die Macht der Titel

Deswegen bist Du auch leicht manipulierbar. Du bist eigentlich in diesem Sinne eine Frau. Den meisten Frauen kann ein Mann auch einen vom Pferd erzählen, und schon wechselt ihre Gefühlslage, weil sie sich eben an Gefasel klammern, weil sie nicht aktiv handeln. Für mich nicht nur oberflächlich, sondern kompletter Schwachsinn. Der Titel ist nur Gelaber. Die Taten allein zählen. Wenn man den Wert eines Menschen an seinem Titel misst, ist das nichts weiter als ein Kind, das heute die Barbiepuppe als Lieblingsspielzeug hat und morgen das Puppenhäuschen. Oder in der Grundschule, wenn man sagt: "Ab morgen um 15 Uhr gehen wir miteinander."

Allerdings kommt bei mir immer noch eine emotionale Komponente ins Spiel, die sich logisch nicht erklären lässt. Für mich ist an sich nichts logisch, wenn richtig Gefühle mit im Spiel sind. Da ticken Menschen ganz anders.

Falsch. Insbesondere Emotionen sind rational erklärbar. Alles ist rational erklärbar. Hier kommen täglich Menschen rein, die emotional verloren sind, weil sie ihren Kopf nicht dazu einschalten. Wären Emotionen nicht rational/logisch erklärbar, könnte man 99% aller Leute hier nicht helfen.

Dass Menschen unterschiedlich ticken, liegt oft daran, dass sie sich auf unterschiedlichen mentalen Reifelevel befinden.

Deshalb glaube ich auch, dass Bezeichnungen einen großen Einfluss auf eine Person haben. In diesem Fall hier: Betitel ich jemanden jahrelang als "beste Freundin", dann ist sie mehr als nur eine Freundin. Dann hat sie im Kopf einer Person irgendwann einen ganz anderen Stellenwert. Mir hatte einmal eine Freundin gesagt: "Person XY ist mein bester Freund, deshalb unternehme ich so viel mit ihm. Allerdings würde ich NIE eine Beziehung mit ihm anfangen...Beste Freunde fangen extrem selten etwas miteinander an."

Der Gipfel an Oberflächlichkeit. Hier wird der Stellenwert am Titel gemessen, anstatt der Titel am Stellenwert. So denken 10-jährige, keine erwachsenen Menschen. Als ob der Entschluss, jemanden als etwas zu bezeichnen, den Mensch irgendwie verändert oder zu etwas Besserem machen. Wenn man derart drauf steht, sich Dinge vorzumachen und in Illusionen zu schwelgen, dann darf man sich nicht wundern, wenn man Opfer seiner Emotionen wird und von einer Enttäuschung oder Ratlosigkeit in die nächste fällt.
 
Falsch. Insbesondere Emotionen sind rational erklärbar. Alles ist rational erklärbar. Hier kommen täglich Menschen rein, die emotional verloren sind, weil sie ihren Kopf nicht dazu einschalten. Wären Emotionen nicht rational/logisch erklärbar, könnte man 99% aller Leute hier nicht helfen.

Dennoch gibt es auch hier immer wieder Fehldeutungen, was das Verhalten von Personen anbelangt. Mir schrieb einmal jemand: "Zum Glück habe ich nicht auf die Ratschläge dieser "Experten" gehört, sondern einfach auf mein Herz vertraut...Denn es kam alles anders, als jeder hier vorhergesagt hatte und nun bin ich mit der Person zusammen".

Was rational erklärbar ist, ist das Zustandekommen der Emotionen. Was ich aber nur ganz selten als in Stein gemeiselt ansehe, sind die Aussagen, die die handelnden Personen getroffen werden. Mal ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass man richtig liegt...Mal nicht. Klar, im Endeffekt entscheidet dann jeder selbst, ob er 100% rational handeln möchte, dadurch kaum Risiko geht, aber wirklich ALLES selbst in der Hand hat...Oder ob er doch einmal von dieser Schiene abweicht und vielleicht etwas macht, was 99% der hier angemeldeten User als falsch beurteilen...In der Hoffnung, dass es doch das Richtige ist. Und wer weiß...Vielleicht ist es sogar das Richtige?


Zum Thema Titel: Man gibt ja niemandem einfach so einen Titel. Titel sind auch nicht auf Dauer. Sowohl das "Verleihen" dieser Titel als auch das Behalten und daran Festhalten ist an die Taten gebunden, die für dich so wichtig sind. Da sind wir beide ja auch einer Wellenlänge. Wenn sich meine beste Freundin wie das letzte Arschloch verhält, dann darf ich nicht an ihr festhalten, nur weil sie eben offiziell meine beste Freundin ist.


btw: Besteht nicht das Leben für einen Großteil der Menschen aus Illusionen? Versuchen nicht viele, sich das Leben in irgendeiner Weise durch kleinere oder größere Illusionen schön zu "denken", auch wenn sie dies gar nicht nötig hätten?

Du siehst mir die Dinge häufig immer nur in ihrer Extremform. Ich sage ja nicht, dass es wichtig ist, jemandem einen Titel zu geben, damit man etwas hat, an das man sich klammern kann. Titel entstehen aus den Taten heraus. Und insgeheim gibst ja selbst du bestimmten Personen einen Titel...In deinem Kopf. Oder würdest du deine Freundin / Partnerin nicht so betiteln?

Wichtig ist doch wie immer, dass man die Mishcung findet. Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass man ein Leben führen kann, in dem zwar Gefühle eine wichtige Rolle spielen und in dem man auch einmal irrational handelt und etwas total verrücktes macht! Entscheidend ist, dass man sich des Risikos immer bewusst ist. Dann bekommen nämlich Enttäuschungen auch einen ganz anderen Charakter. Dann denkt man sich nicht "Warum wieder ich? Was hab ich falsch gemacht? Ich bin so traurig"...Sondern "War einen Versuch wert."
 
Dennoch gibt es auch hier immer wieder Fehldeutungen, was das Verhalten von Personen anbelangt. Mir schrieb einmal jemand: "Zum Glück habe ich nicht auf die Ratschläge dieser "Experten" gehört, sondern einfach auf mein Herz vertraut...Denn es kam alles anders, als jeder hier vorhergesagt hatte und nun bin ich mit der Person zusammen".

Rationales Denken hat nichts mit Hellsehen zu tun. Wir rechnen hier in Wahrscheinlichkeiten. Wenn eine Frau fragt, ob sie sich von einer Affäre mit einem verheirateten Mann mehr erhoffen kann, dann werde ich und auch fast alle anderen ihr sagen, dass der Ehemann seine Frau und Familie nicht für die Affäre verlässt. Dass in 1 von 100 Fällen das Gegenteil eintrifft, hat ja damit nichts zu tun. Es geht ja darum, sinnvolle Entscheidungen zu treffen, um sich vorprogrammierte Enttäuschungen zu ersparen. Deswegen stellt man sich für den Selbstmord auch nicht auf einem feld und hofft, dass ein Blitz einen trifft, und deswegen kommt man nicht mit einem Knacki zusammen, der schon 3x wegen Körperverletzung eingesessen hat.

im Endeffekt entscheidet dann jeder selbst, ob er 100% rational handeln möchte, dadurch kaum Risiko geht, aber wirklich ALLES selbst in der Hand hat...Oder ob er doch einmal von dieser Schiene abweicht und vielleicht etwas macht, was 99% der hier angemeldeten User als falsch beurteilen...In der Hoffnung, dass es doch das Richtige ist. Und wer weiß...Vielleicht ist es sogar das Richtige?

Rationales Handeln ist nicht mit reiner Kontrolle zu verwechseln. Rationales Handeln bedeutet nur, dass man sich Dinge bewusst macht, die andere unreflektierte Menschen nur unterbewusst wahrnehmen und es denen deswegen so wenig präsent sind, dass sie sie ignorieren und deswegen vorhersehbare Enttäuschungen erleiden. Rationalität ohne EMotionalität bringt natürlich gar nichts. Aber ein rationaler Mensch mit emotionaler Intelligenz kann seine Gefühle lenken und zielgerichtet weitaus intensiver fühlen, als jemand, der verzweifelt emotional in alle Richtungen schießt und nichts kapiert. Sich fallen zu lassen, muss immer eine Komponente sein. Aber es macht viel mehr Spaß, dass Fallen zu genießen, wenn einem bewusst ist, dass man mit größter Wahrscheinlichkeit weich fällt, anstatt vom Krater des Vesuvs zu springen, weil man sich in den kopf gesetzt hat, dass rote Flüssigkeit einfach zu schön ist, um weh zu tun.

Zum Thema Titel: Man gibt ja niemandem einfach so einen Titel. Titel sind auch nicht auf Dauer. Sowohl das "Verleihen" dieser Titel als auch das Behalten und daran Festhalten ist an die Taten gebunden, die für dich so wichtig sind. Da sind wir beide ja auch einer Wellenlänge. Wenn sich meine beste Freundin wie das letzte Arschloch verhält, dann darf ich nicht an ihr festhalten, nur weil sie eben offiziell meine beste Freundin ist.

Titel haben generell das Problem, dass man sich ihren Regeln unterwirft. Diese Regeln und Schranken hat man jedoch nicht selbst festgelegt, sondern wurde von anderen menschen vor einem festgelegt. Das bedeutet, dass man verlent, sich seine eigene Interaktion mit eigenen Regeln zu schaffen. Wenn ich dieses Gesülze schon höre "Möchte nicht die Freundschaft wegen Sex, Beziehung, blabla riskieren". Das ist einfach Mitläuferdenken pur. Und weswegen? Weil man das ganze "Freundschaft" nennt. Und bei einer Freundschaft weiß "man" ja, dass "man" so etwas nicht riskiert, weil "man" dann ja damit alles kaputt macht. Klar, weil Sex ja auch etwas kaputt macht.

So geht das immer weiter. kaum einer hinterfragt seine Interaktionsformen. Die Leute müssen dahingehend immer plappern. Es wird nicht hinterfragt, weswegen man Affären nicht liebevoll führen kann, nicht hinterfragt, weswegen man so auf sexuelle Treue in der Partnerschaft beharrt oder wieso ONS etwas Oberflächliches sein sollte.

Deswegen sollte man mit Betitelungen sehr vorsichtig sein. Weil man aufhört, seinen Verstand einzuschalten und sich sein privatleben fremdbestimmen lässt.

Besteht nicht das Leben für einen Großteil der Menschen aus Illusionen? Versuchen nicht viele, sich das Leben in irgendeiner Weise durch kleinere oder größere Illusionen schön zu "denken", auch wenn sie dies gar nicht nötig hätten?

Nein. In Illusionen schwelgen nur mental schwache Menschen. Wer mit der Realität zurechtkommt und es somit - wie Du sagtest - nicht nötig hat, der macht sich auch nichts vor.

Und insgeheim gibst ja selbst du bestimmten Personen einen Titel...In deinem Kopf. Oder würdest du deine Freundin / Partnerin nicht so betiteln?

Früher habe ich oft auch so gedacht. Z.B. führe ich derzeit eine offene Partnerschaft mit einer Bi-Frau, bei der es öfter mal 3. Frauen gibt. Win-Win für alle. Wie viele Menschen würden das hinkriegen? Früher habe ich auch oft in Schranken gedacht. Davon habe ich mich aber weitgehend gelöst. Und mein Girl rufe ich eigentlich immer "Süße". Letztendlich ist es aber meine Partnerin. Aber ich lasse mich eben auch nicht in eine Schablone drängen, sondern schaffe mir mit ihr unsere eigene "Partnerschaft" mit den eigenen eigenwiligen Regeln, die uns wirklich frei und glücklich machen und sich nicht dem Massendenken unterwerfent.

Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass man ein Leben führen kann, in dem zwar Gefühle eine wichtige Rolle spielen und in dem man auch einmal irrational handelt und etwas total verrücktes macht! Entscheidend ist, dass man sich des Risikos immer bewusst ist. Dann bekommen nämlich Enttäuschungen auch einen ganz anderen Charakter. Dann denkt man sich nicht "Warum wieder ich? Was hab ich falsch gemacht? Ich bin so traurig"...Sondern "War einen Versuch wert."

Irraltionales gibt es nicht. Das widerspräche den physikalischen Gesetzen. Alles, was man macht ist rational. Irrational ist ein an sich schwachsinniges Wort in diesem zusamenhang. Man kann unlogische oder unvernünftige Dinge machen. Aber auch dafür gibt es dann logische Gründe (z.B. fehlende Reife, trotzig-demonstrativ-rebellisches Verhalten, etc...).

Und der Risiken ist sich kaum jemand bewusst. Viele bauen nicht deswegen Schwachsinn, weil sie wider jeglicher Vernunft und Wahrscheinlichkeit Dinge mit Verantwortungsgefühl austesten wollen, sondern, um hinterher plärrend hierher zu kommen und Jammerthreads à la "Warum ist die Welt so gemein zu mir" zu schreiben. Aber selbst wenn man die Verantwortung übernimmt, sollte man immer überlegen, ob das Risiko, das man eingehen möchte, wirklich deswegen passiert, weil man es für wert hält oder, weil man emotional derart versklavt ist, dass man verzeifelt nach allem greift, was einem grünen Halm gleicht.
 
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Klaus Lage sang doch schon "tausend Mal berührt". So kann es im Leben wirklich sein. Man kennt sich aus dem Sandkasten oder der Schule und ist eng befreundet. Zu diesem Menschen hat man Vertrauen aufgebaut-er/sie hört zu und kann Ratschläge geben. Gegenseitig wird unterstützt und das sind doch auch die Grundpfeiler einer Liebe. Das ist natürlich nicht die Liebe, die dich umhaut. Wo ein Blick genügt und du bist verloren-aber es kann die Liebe sein die auf Vertrauen aufbaut.
 
Nur, dass es hier nicht um "Bruder/Schwester"-ähnliche Zuneigung geht, sondern, weswegen daraus urplötzlich eine Partnerschaft entstehen sollte.
 
Die Freundschaft zwischen Mann und Frau klappt entweder, wenn man anderweitig sexuell ausgelastet ist oder sich nicht attraktiv findet oder einfach generell anspruchsvoll ist und deswegen weiß, weswegen er mit jemandem nur eine Freundschaft und nicht mehr hat.

Absolut....aber genau weil Sexuelle Auslastung eine Utopie ist (weil wir so oder so zum Neuem/Abwechslung gezogen sind
selbst wenn wir eigentlich schon mit dem zufrieden sind was wir haben oder genau darum -wird sind ja schliesslich Menschen und Neugierde ist nun mal ein Treiber- wir tendieren aus Natur her Neues zu erschliessen) ist Freundschaft zwischen Mann und Frau eine Utopie. Und wenn man wirklich Freunde ist
sind Ansprüche massiv gemindert (weil man den Mensch liebt so wie er ist -Kröte inkl.) somit die Strasse eben für Experimente.
 
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