Suizidgefährdete Liebe

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Gast
#1
Ich hab mal meine Gedanken in einem Text verfasst, wollte einfach mal meine Gedanken aufschreiben... :

Nichts läuft so, wie ich es mir erhoffe, nichts läuft, wie’s geplant war. Warum plane ich dann noch etwas? Warum hoffe ich auf etwas?
Die Liebe hat mir mit ihren spitzen Stiefeln ins Gesicht getreten. Es war Rache. Doch weshalb rächt sich die Liebe an sich selbst? Ich tue jemandem weh und mir wird dafür von jemand anderem ebenfalls weh getan. Doch waren es nicht wir, die anderen Menschen Schmerz zufügten, vielmehr war es die Liebe. Sie tut sich immer wieder selbst weh. Doch wieso tut sie das? Sobald sie sich selbst weh tut, tut sie auch den Menschen weh.
Es ist nicht fair, das Leben ist nicht fair. Das sagt und denkt scheinbar jeder.
Ist es wirklich so, oder bilde ich es mir nur ein?
Das Einzige auf der Welt, das mich niemals enttäuscht ist die Musik. Ich dachte mal, die Liebe stünde an allererster Stelle, doch darin bin ich mir immer weniger sicher. Sie hat mir nur selten mal gut getan, eigentlich noch nie so richtig.
Warum lasse ich mich immer wieder auf sie ein? Warum lasse ich mich von ihr so dermaßen beeinflussen und kontrollieren?
Wenn ich mich nicht darauf einlasse, fehlt etwas, es schmerzt trotzdem.

Die Menschen entscheiden selbst über ihr Handeln – dass ich nicht lache. Tun sie eben nicht. Die Liebe und der Hass entscheiden darüber. Man liebt jemanden, doch irgendwann verschwinden die Gefühle, man empfindet nichts mehr für ihn. Soll das eine eigene Entscheidung sein? Sicher nicht. Die Liebe kontrolliert alles, nicht wir. Die Liebe kommt und geht und hinterlässt nichts als Leid.


Doch immer noch ist es mir ein Rätsel, warum sie sich selbst Schaden zufügt…
 
Dabei
18 Dez 2009
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#2
Interessante These. Trotzdem schiebst Du da etwas zuviel die Schuld von Dir weg auf die Liebe. Aber ich mach mir keine allzugroßen Sorgen um Dich, denn Du liebst die Musik. Ist Musik nicht auch ne Form von Liebe?
 
Dabei
19 Mrz 2008
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#3
Schöner Thread.

Man kann es vielleicht so sehen, dass es auf der einen Seite die reine biologisch-sexuelle Funktionalität des gegengeschlechtlichen Miteinanders, auf der anderen die Sozialkontakte mit anderen Menschen in ihrer Schutzfunktion gibt. Besteht zu einem Sexualpartner eine hohe soziale Affinität, dann ergibt sich ein Zustand, der wohl als Liebe bezeichnet wird. Eine Seite kann die andere überleben. Das passiert sogar oft und ergibt, je nach Konstellation, als tragische Resultate Seitensprünge oder Trennungen.

Die romantische Sichtweise auf die Liebe ist eine Selbstlüge. Aber sie ist eine sehr schöne Lüge, an die wir, so oft sie platzen mag, immer wieder aufs neue glauben sollten :).

Titel hat gesagt.:
Suizidgefährdete Liebe
Aber auch Liebe als Lazarus.
 
Dabei
21 Okt 2008
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#4
Schöner Thread.

Man kann es vielleicht so sehen, dass es auf der einen Seite die reine biologisch-sexuelle Funktionalität des gegengeschlechtlichen Miteinanders, auf der anderen die Sozialkontakte mit anderen Menschen in ihrer Schutzfunktion gibt. Besteht zu einem Sexualpartner eine hohe soziale Affinität, dann ergibt sich ein Zustand, der wohl als Liebe bezeichnet wird. Eine Seite kann die andere überleben. Das passiert sogar oft und ergibt, je nach Konstellation, als tragische Resultate Seitensprünge oder Trennungen.

Die romantische Sichtweise auf die Liebe ist eine Selbstlüge. Aber sie ist eine sehr schöne Lüge, an die wir, so oft sie platzen mag, immer wieder aufs neue glauben sollten :).


Aber auch Liebe als Lazarus.
Hi Doc, schön mal wieder etwas von dir zu lesen :)

Nun, der Liebestod gehört zur Liebe leider dazu. Im Limerenzbuch der Tennov ist sogar der Doppelselbstmord eines lesbischen Pärchen beschrieben, das im Zustand höchsten Liebesglücks sterben wollte, weil die beiden wußten, daß diese Gefühlsintensität nicht zu toppen ist.
Ohne mein Kind hätte ich mich auch umgebracht.
 
Dabei
18 Dez 2009
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#5
Im Limerenzbuch der Tennov ist sogar der Doppelselbstmord eines lesbischen Pärchen beschrieben, das im Zustand höchsten Liebesglücks sterben wollte, weil die beiden wußten, daß diese Gefühlsintensität nicht zu toppen ist.
Boah, das erinnert mich daran, dass ich Max auch irgendwann mal geschrieben habe, dass ich das voll schön fände, in so einem Moment zu sterben, wo man gerade größte Liebe erlebt... Ich bin doch krank und mir ist wohl nicht mehr zu helfen...
 
Dabei
21 Okt 2008
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#6
Boah, das erinnert mich daran, dass ich Max auch irgendwann mal geschrieben habe, dass ich das voll schön fände, in so einem Moment zu sterben, wo man gerade größte Liebe erlebt... Ich bin doch krank und mir ist wohl nicht mehr zu helfen...
Nö - wieso? Jeder muß mal sterben und jeder hat das Recht auf Freitod, solange er nicht für andere Menschen Verantwortung trägt. Die beiden Lesben sind ja im Zustand höchsten Glücks gestorben. An sich ein Privileg...
 
Dabei
18 Dez 2009
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#7
Da isses wieder, das liebe Kreuz mit der Verantwortung.... Ich wusste, da war irgendwas, warum wir es nie getan haben.

Ein Privileg? Vielleicht. Aber wer weiß, vielleicht haben sich die beiden auch geirrt und wären noch glücklicher geworden. Dann haben sie was verpasst. Aber zumindestens haben sie für sich selbst entschieden. Und doch waren sie auch da egoistisch, , Eltern und Freunde werden die beiden bestimmt trotzdem vermisst haben.
 
Dabei
21 Okt 2008
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#8
Da isses wieder, das liebe Kreuz mit der Verantwortung.... Ich wusste, da war irgendwas, warum wir es nie getan haben.

Ein Privileg? Vielleicht. Aber wer weiß, vielleicht haben sich die beiden auch geirrt und wären noch glücklicher geworden. Dann haben sie was verpasst. Aber zumindestens haben sie für sich selbst entschieden. Und doch waren sie auch da egoistisch, , Eltern und Freunde werden die beiden bestimmt trotzdem vermisst haben.
Limerenz ist immer egoistisch. Unschön wird es nur, wenn man sich mit Menschen umgibt, die auch ohne Limerenz egoistisch sind. :mrgreen:
 

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