Meinungen

Dabei
4 Jul 2023
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#1
Hallo,
ich würde gerne eure Meinung zu etwas wissen, da ich nicht weiß, was ich davon halten soll.

Eine Arbeitskollegin, mit der ich mich gut verstehe, hat ihren Ehemann vor einiger Zeit verloren. Seitdem, wenn wir uns unterhalten, erzählt sie mir offen und ehrlich, u.a. wie leer ihre Wohnung und besonders ihr Bett derzeit ist. und jetzt vor kurzem hat sie mir, während wir uns unterhalten haben, angeboten, irgendwann Mal ans Meer mitzukommen, wo ihr Mann bestattet wurde.

Was meint ihr? Ist sie einfach nur einsam und sucht einfach nur ein Gespräch mit mir oder will sie vielleicht mehr? Was meint ihr?
 
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Dabei
6 Mrz 2013
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#2
Dabei
4 Jul 2023
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#3
Ich würde mit keinem Mann, von dem ich nichts will, von der Leere in meinem Bett reden.
Meinst du damit, sie will mir damit etwas sagen?


Das finde ich gruselig. An deiner Stelle hätte ich das Gefühl, ich sollte irgendwie die Stelle ihres Mannes einnehmen.
Ich finde, niemand kann das, und sie möchte es bestimmt auch nicht.
 
Dabei
24 Sep 2017
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#4
Trauer ist komplex. Es kann sein, dass sie sich einfach mitteilen möchte, es kann sein, dass sie flirtet. Was wäre dir denn lieber?
 
Dabei
22 Mrz 2021
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#6
Ist sie einfach nur einsam und sucht einfach nur ein Gespräch mit mir
Das halte ich für gut möglich.

wie leer ihre Wohnung und besonders ihr Bett derzeit ist.
Die leere Wohnung zu erwähnen kann ich nachvollziehen - das leere Bett zu erwähnen finde ich entweder 'ne grobe Anmache oder - falls nicht so gemeint - etwas fahrlässig. Denn das ist so'n Detail, dass sie mit ihrer besten Freundin bereden kann. Im Plausch mit einem "Nur"-Kollegen könnte es falsch 'rüberkommen, weil zweideutig - q.e.d.

oder will sie vielleicht mehr?
Vielleicht. Vielleicht auch nicht, und sie hat sich nur verquasselt.
Falls doch, dann stellt sich die Frage: Will sie wirklich dich? Oder will sie nur was fürs Bett und einen Chauffeur für gelegentliche Ausflüge ans Meer,

Die nächste zu beantwortende Frage wäre: Willst du denn sie? Wenn ja: wofür?
Falls ganz klar nein, dann geh darüber hinweg und bleib ihr einfach der nette Kollege, mit dem sie sich bisher so gut verstanden hat, dass es nicht schlimm ist, sich auch mal aus Versehen verquasselt zu haben.
 
Dabei
24 Sep 2017
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#7
Die leere Wohnung zu erwähnen kann ich nachvollziehen - das leere Bett zu erwähnen finde ich entweder 'ne grobe Anmache oder - falls nicht so gemeint - etwas fahrlässig. Denn das ist so'n Detail, dass sie mit ihrer besten Freundin bereden kann. Im Plausch mit einem "Nur"-Kollegen könnte es falsch 'rüberkommen, weil zweideutig - q.e.d.
Fahrlässig? Wenn man über seine Trauer spricht und offen darüber ist? Im Übrigen bezieht sich "das Bett" nicht nur auf Sex, es bezieht sich auch auf alleine einschlafen und aufwachen und Schnarchen, kalte Füße etc. Und das soll man "mit ihrer besten Freundin" bereden? Wenn man sich unterhält? Man sm als trauernder Mensch dann auch noch filtern weil professionell und vor allem weil man aufpassen muss, dass Männer irgendwas falsch verstehen? Und nur weil @jonnyb den Raum nicht lesen kann, soll das irgendwas beweisen?
Es ist völlig okay, die Situation nicht richtig zu verstehen und nachzufragen, aber dass es zu der Verantwortung nur einer Person liegen soll, ist doch Quatsch, das ist doch eine Interaktion! Und er hat ja schon gesagt, er mag das nicht, dann ist das doch nicht so schwer, eine kleine Anteilnahme zu sprechen (das tut mir leid zu hören) und freundlich abzusagen (e.g. Ich sollte nicht die Person sein, mit der du dorthin fährst).
Jede:r trauert anders und es steht niemandem zu, darüber zu urteilen. Es kann niemand etwas dafür, dass man deiner Generation Trauer nicht wirklich erlaubt hat.
 
Dabei
6 Mrz 2013
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#8
Und er hat ja schon gesagt, er mag das nicht,
Was meinst du denn damit?
Er hat uns gefragt, wie wir denken dass ihre Äußerungen zu verstehen sind. Er hat nicht geschrieben dass er nicht an ihr interessiert ist.

Und ja, Kommunikation hat einen Empfänger, der was missverstehen kann, aber sie hat auch einen Sender, dem daran liegen sollte, dass er nicht missverstanden wird. Wenn ich „vor einiger Zeit“ meinen Mann verloren habe, bin ich nicht mehr im Schockzustand. Und dann rede ich nicht mit einem männlichen Kollegen, mit dem ich mich gut verstehe, über mein leeres Bett, wenn ich nichts von diesem Kollegen will.
 
Dabei
24 Sep 2017
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#9
Er hat nicht geschrieben dass er nicht an ihr interessiert ist.
Na, hier:
Ich denke auch, das sie einfach offen darüber reden möchte, was mir lieber ist.
Und ja, Kommunikation hat einen Empfänger, der was missverstehen kann, aber sie hat auch einen Sender, dem daran liegen sollte, dass er nicht missverstanden wird.
Eben, das ist nicht sie allein.
Und dann rede ich nicht mit einem männlichen Kollegen, mit dem ich mich gut verstehe, über mein leeres Bett, wenn ich nichts von diesem Kollegen will.
Warum nicht? Wenn man sich mit einem guten Kollegen/fast-Kumpel darüber unterhält (wann ist überhaupt "vor einiger Zeit"?), wieso muss man immer vorher irgendeine Akrobatik machen, um Männer zu beruhigen? Männer sind keine sexbesessenenen leeren Hüllen, zu denen die Gesellschaft sie immer machen will. Man muss sie nicht dauernd mit Samthandschuhen anfassen. Sie überleben es, wenn man ihnen sagt, dass man alleine im Alltag ist ohne dass man mit ihnen schlafen möchte. Aber wer weiß, vielleicht möchte sie es ja. Und das lässt sich klären und Männer können das auch, sie können auch ein bisschen interagieren.
 
Dabei
4 Jul 2023
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#10
Fahrlässig? Wenn man über seine Trauer spricht und offen darüber ist? Im Übrigen bezieht sich "das Bett" nicht nur auf Sex, es bezieht sich auch auf alleine einschlafen und aufwachen und Schnarchen, kalte Füße etc. Und das soll man "mit ihrer besten Freundin" bereden? Wenn man sich unterhält? Man sm als trauernder Mensch dann auch noch filtern weil professionell und vor allem weil man aufpassen muss, dass Männer irgendwas falsch verstehen? Und nur weil @jonnyb den Raum nicht lesen kann, soll das irgendwas beweisen?
Es ist völlig okay, die Situation nicht richtig zu verstehen und nachzufragen, aber dass es zu der Verantwortung nur einer Person liegen soll, ist doch Quatsch, das ist doch eine Interaktion! Und er hat ja schon gesagt, er mag das nicht, dann ist das doch nicht so schwer, eine kleine Anteilnahme zu sprechen (das tut mir leid zu hören) und freundlich abzusagen (e.g. Ich sollte nicht die Person sein, mit der du dorthin fährst).
Jede:r trauert anders und es steht niemandem zu, darüber zu urteilen. Es kann niemand etwas dafür, dass man deiner Generation Trauer nicht wirklich erlaubt hat.
Da gebe ich dir recht. Ich finde auch, das "das Bett"mehr ist als nur ein Ort für Sex. Und ich kann irgendwo auch verstehen, das sie es erwähnt, schließlich hat sie jemanden verloren, mit dem sie jahrelang zusammen war.
 
Dabei
4 Jul 2023
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#11
Das halte ich für gut möglich.

Die leere Wohnung zu erwähnen kann ich nachvollziehen - das leere Bett zu erwähnen finde ich entweder 'ne grobe Anmache oder - falls nicht so gemeint - etwas fahrlässig. Denn das ist so'n Detail, dass sie mit ihrer besten Freundin bereden kann. Im Plausch mit einem "Nur"-Kollegen könnte es falsch 'rüberkommen, weil zweideutig - q.e.d.

Deshalb wollte ich wissen, was andere (ihr) dazu denkt.

Vielleicht. Vielleicht auch nicht, und sie hat sich nur verquasselt.
Falls doch, dann stellt sich die Frage: Will sie wirklich dich? Oder will sie nur was fürs Bett und einen Chauffeur für gelegentliche Ausflüge ans Meer,

Ich denke nicht, dass sie sich verquasselt hat, weil sie es mehrmals erwähnt, wenn wir uns immer unterhalten.



Die nächste zu beantwortende Frage wäre: Willst du denn sie? Wenn ja: wofür?
Falls ganz klar nein, dann geh darüber hinweg und bleib ihr einfach der nette Kollege, mit dem sie sich bisher so gut verstanden hat, dass es nicht schlimm ist, sich auch mal aus Versehen verquasselt zu haben.
Nein, mir ist erstmal wichtig, der nette Kollege zu sein. Alles andere ist fehl am Platz.
 
Dabei
6 Mrz 2013
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#12
Seinen Satz hatte ich nicht richtig verstanden, aber jetzt hat er es ja bestätigt.

Warum nicht? Wenn man sich mit einem guten Kollegen/fast-Kumpel darüber unterhält (wann ist überhaupt "vor einiger Zeit"?), wieso muss man immer vorher irgendeine Akrobatik machen, um Männer zu beruhigen? Männer sind keine sexbesessenenen leeren Hüllen, zu denen die Gesellschaft sie immer machen will. Man muss sie nicht dauernd mit Samthandschuhen anfassen. Sie überleben es, wenn man ihnen sagt, dass man alleine im Alltag ist ohne dass man mit ihnen schlafen möchte. Aber wer weiß, vielleicht möchte sie es ja. Und das lässt sich klären und Männer können das auch, sie können auch ein bisschen interagieren.
Zum einen sind „Kollegen, mit denen man sich gut versteht“ keine Fast-Kumpel, sondern Kollegen. Und Missverständnisse zwischen Kollegen auf diesem Gebiet sind besonders heikel. Zum anderen mach ich kleine „Akrobatik“, um Männer zu beruhigen, ich habe auch nicht behauptet dass alle Männer sexbesessen sind, ich habe aber schon häufig die Erfahrung gemacht, dass etwas fehlgedeutet wird. Deswegen lasse ich Äußerungen, die nach meiner vielseitigen Erfahrung so ein Fehldeutungspotenzial haben, schlicht und einfach weg. Das macht mir keine Mühe und ich habe meine Ruhe.
Und die Erwähnung von Einsamkeit und einem leeren Bett nach dem Tod des Mannes hat ein solches Fehldeutungspotenzial. Auch der TE ist ja unsicher was sie damit sagen wollte.
 
Dabei
24 Sep 2017
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#13
Zum einen sind „Kollegen, mit denen man sich gut versteht“ keine Fast-Kumpel, sondern Kollegen.
Naja, das kommt auf das Verhältnis miteinander an. Hier hat man Leute, die sich "gut verstehen" und die sich über Pirvates unterhalten. Kollegen, die sich ganz kollegial über Trauer unterhalten? Nein, in so einem Moment ist man sich näher als Kollegen. Beispielsweise ist eine Kollegin, die im Büro weint, weil sie privat gestalked wird, und mit der ich in diesem Moment mitfühle, in diesem Moment auch nicht einfach nur eine Kollegin, mit der ich Mitleid habe. Man kann sich aus der Situation entziehen und es damit auf kollegialer Ebene belassen, aber sobald man emotional involviert ist und zuhört, kommt zur "Kollegen-Rolle" noch eine weitere Ebene hinzu. Genau wie bei einem Trauerfall. Es gibt so viele oberflächliche und kollegialer Arten darüber zu sprechen bzw. nicht zu sprechen, aber sobald man es tut, ist "aber sie sind ja bloß Kollegen" ein bisschen zu schwach für das was passiert, und wird der Verbindung zwischen ihnen nicht gerecht.
Und Missverständnisse zwischen Kollegen auf diesem Gebiet sind besonders heikel.
Zum anderen mach ich kleine „Akrobatik“, um Männer zu beruhigen, ich habe auch nicht behauptet dass alle Männer sexbesessen sind, ich habe aber schon häufig die Erfahrung gemacht, dass etwas fehlgedeutet wird.
Es ist also heikel, aber besonders häufig, und du machst keine Akrobatik um es zu vermeiden, weil du persönlich schon in dieser unangenehmen Situation warst und sie vermeiden möchtest, sondern bist daran gewöhnt? Man kann sich auch daran gewöhnen, auf Eierschalen zu laufen, das bedeutet jetzt aber nicht, dass man nicht auf Eierschalen läuft.
Ich kann mir heiklere Missverständnisse vorstellen, aber ich sag auch mal so, die weiblichen Kolleginnen, die wissen, dass ich mit einer Frau verheiratet bin, sind in meiner Gegenwart nicht so verschreckt wie in der Gegenwart von Männern, die mit Männern verheiratet sind.
 
Dabei
6 Mrz 2013
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#14
Ich weiß nicht warum du jetzt meinst, das verdrehen zu müssen. Dem TE hilft das jetzt nicht weiter, also belassen wir es doch dabei.
 
Dabei
22 Mrz 2021
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#15
Und ja, Kommunikation hat einen Empfänger, der was missverstehen kann, aber sie hat auch einen Sender, dem daran liegen sollte, dass er nicht missverstanden wird.
Genau so meinte auch ich das.

@Zufallsgenerator
Und nein, natürlich bedeutet "leeres Bett" nicht zwangsläufig nur fehlenden Sex, sondern eben auch fehlende Nähe, fehlende Wärme, kalte Füße und meinetwegen auch das vertraut gewesene und nun fehlende Schnarchen des Partners.
Aber auch das fehlende Schnarchen des Partners und die eigene nächtliche Fußtemperatur gehen im Kollegenkreis niemanden wirklich was an.

Bleibt trotzdem immer noch die Möglichkeit offen, dass die Frau sich damit ganz einfach nur mal kurz verquasselt hat. Was ich bei Trauernden durchaus für denkbar halte, weil da die Trauer in dem Moment möglicherweise größer ist als die Fähigkeit, als Sender abzuwägen, welcher Empfänger welche Worte vielleicht in welchen Hals bekommen könnte.

@JohnnyB
Nein, mir ist erstmal wichtig, der nette Kollege zu sein. Alles andere ist fehl am Platz.
Gut so.
 
Dabei
4 Jul 2023
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#16
Ich danke auf jedenfall sehr für eure Meinungen. Mal schauen, wie es sich weiter entwickelt. Abwarten und Tee trinken. ;)
 
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