Hey Insomnius,
genau diese Frage beschäftigt mich auch gerade, freut mich sehr, dass du das aufgefasst und so schön erläutert hast, wie ich es nie gekonnt hätte.
Vorab:
In meiner letzten Beziehung ist vieles falsch gelaufen. Das Hauptproblem war, dass wir viel zu abhängig voneinander waren, wir haben nur noch für den anderen gelebt und als ich mich getrennt habe, eben weil ich wusste, dass es absolut ungesund für mich war, habe ich gemerkt, wie sehr mich das ganze eigentlich verändert und meinen wahren Charakter verdrängt hat. Ich wusste nach den Jahren nicht mehr wer ich bin, wer ich sein will und was mir gefällt. Nach der Trennung hab ich mich eines Abends mit ner Flasche Wein hingesetzt und angefangen mich genau unter die Lupe zu nehmen.

Ich hab durch diesen Prozess irgendwie gelernt mich selbst zu akzeptieren und vor allem zu erkennen, wer ich wirklich bin - was ich für Ziele im Leben hab, was mich als Person ausmacht, etc. Du frägst dich sicher weshalb ich dir den ganzen Mist jetzt erzähle, aber genau diese Sache (und dadurch bändel ich an Papatom an) hat mich "auf den Boden der Tatsache" zurückgeholt. Ich bin mit mir selbst im Reinen, ich liebe es auf eigenen Füßen zu stehen und zu tun und zu lassen, was mir gefällt.
Und um auf deine Fragestellung zurückzukommen:
Ich glaube genau das macht dieses "gewisse etwas" aus, was du in deinem Eingangsfred angesprochen hast. Ich fühl mich wie ein Vogel, den man nach jahrelanger Käfighaltung freigelassen hat, der zwar erst das fliegen lernen musste, mittlerweile aber nicht mehr zu bremsen ist - und genau das scheine ich auch
auszustrahlen.
Ich will garkeinen Mann kennenlernen, weil ich es
nicht brauch, aber genau deswegen scheine ich gerade so einen hohen Erfolg in dieser Hinsicht zu haben.

Wenns passiert, ists natürlich schön, wenn nicht, dann eben nicht! Who cares!
Mein neues Lebensmotto: Jeder muss seinen Frieden in sich selbst finden, und soll der Friede echt sein, darf er nicht von äußeren Umständen beeinflusst werden.
Deswegen rate ich dir dringend dich von der Illusion zu lösen eine Beziehung als Pfeiler eines erfüllten Lebens anzusehen, wie es bei mir auch der Fall war. Ich weiß nicht, ob man das einfach so abschalten kann, ohne negative Erfahrungen in dieser Hinsicht gemacht zu haben, aber ich persönlich hab mir vorgenommen es ist nicht mehr so weit kommen zu lassen - weil ich da echt an meine persönlichen Grenzen gekommen bin, als ich plötzlich wieder alleine war. Aber Papatom hat das ja bereits schön erläutert.
In diesem Prozess, den ich vorhin schon angesprochen hab, ist mir auch bewusst geworden, dass ich wohl sehr speziell bin. Ich kann nicht mit jedem - und andersrum genauso. Aber ich hab das akzeptiert und verbiege mich nicht mehr, um Sympathiepunkte zu sammeln. Ich hab das Gefühl, dass es einfach nicht so viele von meiner Sorte gibt und dass es deswegen eher unwahrscheinlich ist, dass ich jemandem begegne, der mich vom Gesamtpaket her wirklich anspricht, sodass ich mich auf die nächste Ebene einlasse.
Den meisten Menschen fehlt mir persönlich auch eindeutig der Tiefgang und wenn von meiner Seite aus etwas in diese Richtung kommt, dann kommt es auch mal vor, dass sie abgeschreckt davon sind. Sie wollen sich mit nichts auseinandersetzen und blühen vollkommen in unserer kurzlebigen Erlebnisgesellschaft auf, die meiner Meinung nach einen hohen Anteil an der Scheidungsrate trägt und nicht gerade beziehungsfördernd wirkt. Ich denke, dass es vielen "Denkern" so geht und kann mir vorstellen, dass du auch dieser Kategorie einzuordnen bist, die mit diesem Phänomen zu kämpfen hat. Wobei ich persönlich das bei Männern äußerst anziehend find, wohingegen Frauen oftmals als "langweilig" abgestempelt werden, nur weil sie nicht auf jeder Party wild kreischend inmitten einer Menschenmasse stehen und die ganze Männerwelt unterhalten.
Ich hoffe, ihr konntet die Essenz meiner wirren und abschweifenden Gedankengänge erkennen und entschuldige mich schonmal falls ich zu sehr abgedriftet bin, aber es tat gut sich zumindest einen Teil einfach mal von der Seele zu schreiben.
