Leben fühlt sich grade so schwer an / Ängste

Dabei
25 Okt 2020
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#1
Hallo ihr Lieben,
hoffentlich bekomme ich von euch ein paar wertvolle Meinungen und Tipps zu meiner aktuellen Situation...

Ich fange mal an... ich bin 30 und habe vor fast 4 Jahren meinen Freund kennen gelernt. Bei uns ging alles recht schnell, denn wir haben nun schon eine bezaubernde Tochter (1 1/2 Jahre) und bauen grade Haus.

Vielleicht war aber doch alles etwas zu schnell... uns trennen eine Stunde Fahrtzeit... der eigentliche Plan war, dass mein Freund mir ein wunderschönes Grundstück gezeigt hat auf dem wir baldmöglichst ein Haus bauen wollten. Dann wurde ich geplant schwanger und seitdem hat sich vieles geändert.

Plötzlich wollte er nicht mehr auf das Grundstück, sondern lieber ein altes Haus kaufen. Das wollte ich nicht und so gab es oft Streit. Schließlich beschloss er mehr oder weniger ein Doppelhaus zu bauen auf dem Grundstück seiner Eltern. Die wohnen ca. 2 km davon entfernt. Ich stimmte irgendwann zu, da unsere Tochter schon da war und wir irgendeine Lösung brauchten, um zusammenwohnen.

Das Verhältnis zu seiner Familie war gut, bis sie sich meiner Meinung nach zu sehr in die Erziehung unserer Tochter einmischten. Trotzdem habe ich mich hier immer wieder „zusammen gerissen“, um das Verhältnis zu wahren, aber auch Grenzen gezeigt. Inzwischen passt es wieder. Das einzige das mich noch sehr stört ist, dass der Bruder meines Freundes ständig Kommentare abgibt, wenn ich wieder heim fahre, dass er das nicht versteht, dass wir nach 4 Tagen „schon wieder fahren“... seit dem Hausbau pendle ich mit der kleinen zwischen meiner Heimat (da arbeite ich auch 2 Tage die Woche) und unserem neuen zu Hause.

Jetzt zum eigentlichen Problem... irgendwie fühlt sich das alles nicht richtig an. Ich weine und nörgle oft, obwohl ich meinen Freund wirklich liebe und meine kleine Familie das wichtigste für mich ist. Habe solche Angst dorthin zu ziehen, für mich ist das zur Zeit alles so anstrengend und schwer... ich vermisse in der Zeit in der ich dort bin meine Familie und habe Angst, weil ich hier keine Freunde habe. Und dann zweifle ich alles an und habe Angst hier unglücklich zu werden und keine Lust, dass seine Familie ständig vor unserer Nase ist... keine Ahnung, aber manchmal kommt es mir schon so vor, als suche ich nach Gründen warum alles schlecht ist.

Mein Freund ist sehr verständnisvoll, aber langsam auch genervt von meiner ständigen jammerei. Er jammert nie und ist jetzt über ein Jahr sehr viel für uns gependelt. Ich weiß einfach nicht mehr weiter und würde ihn manchmal am liebsten verlassen und weglaufen, aber das geht nicht und eigentlich will ich das auch nicht... 😔

danke für eure Meinungen
 
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Dabei
6 Feb 2017
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#2
Was sagt denn deine Familie zu deinen Sorgen dann zu weit von ihnen weg zu sein?

Empfindest du die Familie deines Freundes jetzt immer noch belastend oder nur noch den Bruder?
 
Dabei
6 Mrz 2013
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#3
Ich finde es furchtbar dass dein Freund sich nicht an eure Abmachungen gehalten hat und dir ein Leben mit seiner Familie auf deren Grundstück aufgezwungen hat. Hast du gar nicht gemerkt, worauf er da hinaus will? Wenn ein Familienmensch die Möglichkeit hat, auf dem Grundstück seiner Eltern zu bauen, sucht er normalerweise nicht erst ein anderes Grundstück. Auf mich wirkt das wie ein Plan, dich in seine Heimat zu locken und dich dann vor vollendete Tatsachen zu stellen. Da ich mit so einem Versuch schon mal schlechte Erfahrungen gemacht habe, wäre das für mich das Ende der Beziehung - das vertrauen wäre dahin und zu seinen Eltern aufs Grundstück würde ich niemals ziehen. Ich hab aber auch kein Kind, und für das musst du natürlich mitdenken.

Apropos: Wie handhabt ihr das eigentlich jetzt? So mit Kind, euren Jobs, und dem Hausbau? Stell ich mir organisatorisch schon schwierig vor. Auch sowas kann an den Nerven zerren, und wenn sich alle bemühen, kann das dann, wenn das Haus steht, ja doch noch was werden. Vielleicht solltest du, nachdem du schon mal so weit bist, dem Ganzen doch eine ehrliche Chance geben. Wenn es überhaupt nicht klappt kann man immer noch die Reißleine ziehen. Eine Stunde Fahrzeit zu deiner Familie ist kein Weltuntergang, du pendelst jetzt ja auch.
Wo/ wie wohnst du denn jetzt? Die Wohnung müsstest du dann natürlich aufgeben?
 
Dabei
25 Okt 2020
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#4
Was sagt denn deine Familie zu deinen Sorgen dann zu weit von ihnen weg zu sein?

Empfindest du die Familie deines Freundes jetzt immer noch belastend oder nur noch den Bruder?
Was sagt denn deine Familie zu deinen Sorgen dann zu weit von ihnen weg zu sein?

Empfindest du die Familie deines Freundes jetzt immer noch belastend oder nur noch den Bruder?
Meine Familie ist schon auch traurig, wenn ich wegziehe. Mag aber meinen Freund sehr gerne und finden es glaub an sich gut, dass ich den Schritt mache. Es war hald eigentlich von vornerein klar, dass wir entweder in meine oder seine Heimat ziehen. Da er hier mehr Verpflichtungen hat als ich in meiner Heimat haben wir dann so entscheiden. Ich denke nur, dass mir zu dem Zeitpunkt die Konsequenzen nicht ganz klar waren oder ich mir schon viel schön geredet hab... seine Familie ist sehr nett, nur auch sehr anders als meine und mit der einen oder anderen Eigenart (z.B. Sind sie sehr direkt) muss ich mich immer noch anfreunden.
 
Dabei
25 Okt 2020
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#5
Ich finde es furchtbar dass dein Freund sich nicht an eure Abmachungen gehalten hat und dir ein Leben mit seiner Familie auf deren Grundstück aufgezwungen hat. Hast du gar nicht gemerkt, worauf er da hinaus will? Wenn ein Familienmensch die Möglichkeit hat, auf dem Grundstück seiner Eltern zu bauen, sucht er normalerweise nicht erst ein anderes Grundstück. Auf mich wirkt das wie ein Plan, dich in seine Heimat zu locken und dich dann vor vollendete Tatsachen zu stellen. Da ich mit so einem Versuch schon mal schlechte Erfahrungen gemacht habe, wäre das für mich das Ende der Beziehung - das vertrauen wäre dahin und zu seinen Eltern aufs Grundstück würde ich niemals ziehen. Ich hab aber auch kein Kind, und für das musst du natürlich mitdenken.

Apropos: Wie handhabt ihr das eigentlich jetzt? So mit Kind, euren Jobs, und dem Hausbau? Stell ich mir organisatorisch schon schwierig vor. Auch sowas kann an den Nerven zerren, und wenn sich alle bemühen, kann das dann, wenn das Haus steht, ja doch noch was werden. Vielleicht solltest du, nachdem du schon mal so weit bist, dem Ganzen doch eine ehrliche Chance geben. Wenn es überhaupt nicht klappt kann man immer noch die Reißleine ziehen. Eine Stunde Fahrzeit zu deiner Familie ist kein Weltuntergang, du pendelst jetzt ja auch.
Wo/ wie wohnst du denn jetzt? Die Wohnung müsstest du dann natürlich aufgeben?
Ich denke mit deiner Meinung mich vor vollendete Tatsachen stellen zu wollen hast du recht. Und das war für mich auch tatsächlich ein Vertrauensbruch. Aber wie du schon schreibst- wir haben ein Kind und da überlegt man sich das schon gut sich zu trennen. Davon abgesehen, dass er diesen Fehler gemacht hat (er gibt auch zu, dass es so nicht in Ordnung war) ist er aber wirklich ein liebevoller Freund, der mich sehr glücklich macht. Die Situation macht mich aber zur Zeit nicht glücklich und ich fühle mich so hin und her gerissen. Du hast Recht, es zerrt bei mir gewaltig an den Nerven. Auch hier habe ich das Gefühl ständig hin und her gerissen zu sein zwischen all meinen Verpflichtungen. Den Hausbau zu organisieren, arbeiten und immer am wichtigsten: mein Mädchen! Soziale Kontakte zu Freunden stehen da zur Zeit auch hinten an. Ich liebe meine Freiheit und so viele Verpflichtungen auf einmal stressen mich sehr... aber was soll ich daran jetzt ändern? Ich wohne derzeit bei meinen Eltern in einer separaten Wohnung im Haus und mein Freund, der im Aussendienst arbeitet versucht jeden Tag nach der Arbeit direkt mit dem Arbeitsauto zu kommen. Ab Donnerstag sind wir dann meistens bei ihm fürs Wochenende.
 
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