Kamasutra - Die Kunst der Liebe wurde neu übersetzt

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4 Okt 2004
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#1
Jeder kennt den Kamasutra als eine altehrwürdige, indische Gebrauchsanleitung für ausgefallene Stellungen beim Sex. Doch wer sich die Illustrationen einmal näher angesehen hat, denkt eher an schmerzhafte Verrenkungen mit unabsehbaren Folgen, als an unbeschwerte Lust: Männer mit überdimensionierten Geschlechtsorganen penetrieren junge Nymphen in Positionen, die ohne langjähriges Yoga-Training völlig ausgeschlossen wären.

Doch wer dabei an die sexuelle Unterdrückung der Frau denkt, der irrt. Frauen haben im Kamasutra das gleiche Recht auf Sexualität wie Männer und Vatsyayana, der den Ratgeber ca. 300 v. C. verfasst hat, erklärt den Männern im Detail, wie sie es schaffen, der Frau sexuelle Lust zu vermitteln. Viele der Regeln sind aus heutiger Sichtweise jedoch definitiv politisch nicht korrekt: So ist es dem Ehemann unter bestimmten Umständen erlaubt, seine Frau zu vergewaltigen, und Ehebruch ist solange unbedenklich, solange es der gehörnte Ehemann nicht merkt.

Der Kamasutra ist ein nachdenklich stimmender, stellenweise amüsanter Wegweiser durch den verwirrenden Dschungel von Sexualität und Beziehung – ein „Sex & the City“ für Männer in alter Zeit. Im ersten Buch richtet der Mann sich sein Leben standesgemäß ein, im zweiten verfeinert er seine sexuellen Fertigkeiten, im dritten verführt er die ein oder andere Jungfrau, im vierten führt er eine gute Ehe im fünften verführt er die Frauen anderer Männer, im sechsten lässt er sich von Kurtisanen verwöhnen und im siebten erlernt er Rezepte, die seine Attraktivität und Potenz erhalten.

Die Verfasser der Neuübersetzung sind
Wendy Doniger, Professor für Religionsgeschichte an der Universität Chicago und Sudhir Kakar. Er Ist Psychoanalytiker und arbeitet am „Center für Study of World Religions“ in Harvard. Erschienen ist das Buch im Verlag Klaus Wagenbach, Berlin.

Quelle: focus.msn.de
 
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