Ich habe gestern viel über eure Beiträge nachgegrübelt.
Vielleicht stimmt das... ich glaube aber, dass die Betrachtungsweise zu einseitig ist. Vielleicht sieht es nach dem, was ich bisher alles geschrieben habe, genau danach aus.
Aber damit sagt ihr ja, dass sämtliche Probleme komplett von mir selbst verschuldet sind. Rumeiern, Inkonsequenz, was auch immer. Aber was ist denn mit der Tatsache, dass wir seit 8 Jahren zusammen wohnen und das die letzte Weiterentwicklung war, die unsere Beziehung hatte? Seit einigen Jahren schon mache ich mir Gedanken, wieso das so ist... denn er weiß, wie mir die Punkte Heiraten und Kinder am Herzen liegen. Wir hatten das Thema im Laufe der Jahre immer wieder... und es war eigentlich immer klar, dass das "mal" passiert. Aber warum passiert es dann nicht? Ich habe angefangen, bitter zu werden, wenn wir von Freunden Einladungen zu deren Hochzeiten bekamen. Ich hasse es, so zu sein. Seine Begründung, wenn wir darüber gesprochen haben (egal ob Heirat oder Kinder kriegen) war immer unsere finanzielle Situation. Schließlich würden wir nur einmal heiraten, und er möchte, dass das vernünftig ist, dass ich mich da gerne dran zurück erinnere. Er möchte, dass wir unseren Kindern etwas bieten können. Mir ging es nie um die Hochzeitsfeier, das habe ich ihm auch immer gesagt. Ich brauche keine tolle Party und kein teures Kleid. Und, Entschuldigung, aber wenn ich mit dem Familie gründen warten muss, bis ich irgendwann mal finanziell besser dastehe als jetzt... dann kann ich das gleich knicken. Wir sind Musiker und leben, ohne Übertreibung, von der Hand im Mund. Aber wir leben, wir können die Miete für unser Häuschen zahlen, wir zahlen die Raten fürs Auto ab, und dass uns zuletzt der Strom abgestellt wurde weil wir die Rechnung nicht bezahlen konnten, ist 7 Jahre her. Wir kommen zurecht. Ich sehe nicht ein, dass ich auf Kinder verzichten muss, obwohl wir beide arbeiten gehen und finanziell zurecht kommen, während jeder Hartz IV Empfänger Kinder haben kann und das auch hinbekommt.
Und verdammt nochmal, ich bin nicht für alle Probleme, die zu diesem Punkt geführt haben, allein verantwortlich. Ich liebe diesen Mann, aber ich will diesen Stillstand nicht mehr.
Ich glaube, dass das für mich eine ganz große Rolle dabei gespielt hat, dass ich mich von dem Engländer so angezogen fühlte. Und am alleranziehendsten fand ich ihn, als ich in England war und sein Neffe und seine Nichte waren da und hatten ihre Kinder mitgebracht... 5 kleine Kinder, die da rumwuselten, im Alter von wenigen Wochen bis 3 Jahren... und er war so großartig mit den Kindern. Ich konnte die Augen nicht von ihm abwenden, wie er dastand, ein Kind auf dem Arm und das andere an der Hand, während er sich unterhalten hat... als wäre es das natürlichste der Welt. Er ist einer dieser "Secondhand-Typen", er ist 36 und geschieden und als der jüngste von 3 Kindern hat er die Kinder seiner Geschwister aufwachsen sehen und jetzt halt schon deren Kinder. Er ist Familienmensch pur... und mein Freund scheint in der Richtung einfach mal kaum Ambitionen zu haben.
Ihr stellt mich echt als völlig unverantwortlich und inkonsequent dar... ok, inkonsequent war ich... aber sowas ist leider auch nicht immer so klar und offensichtlich, wie es für Außenstehende scheint.