Die Sache mit dem Geld ...

Dabei
23 Nov 2016
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#1
Ich muss euch mal zu einem ganz profanen Thema fragen, das mich ab und zu beschäftigt. Weil ich nicht weiß, wie andere das handhaben, wäre ich für eure Sichtweisen dankbar!

Wie ihr ja wisst, wohnt mein Freund seit etwa 1 Jahr bei mir. Nach seiner Strahlentherapie im März/April geht es ihm momentan gesundheitlich ganz gut. Ab September will er wieder auf Jobsuche gehen, aber voll arbeitsfähig wird er wohl nicht. Zurzeit bezieht er Krankengeld. Wie viel das genau ist, weiß ich nicht.

Ich selbst arbeite wegen der Kinder zu 2/3. Mein Ex zahlt Unterhalt, allerdings nur die Hälfte des gesetzlichen Mindestunterhalts. Wenn ich wenigstens den Mindestunterhalt für die Kids haben will, müsste ich vor Gericht ziehen. Das schaffe ich aber momentan nicht.

Mein Freund zahlt mir monatlich 200€ für's Wohnen. Das ist eine Pauschale, denn alle Rechnungen gehen ja auf meinen Namen, da mir das Haus gehört, in dem wir wohnen (ca. 160qm, Garten, Keller, Parken): Strom, TV, Heizöl, Wasser, alle Versicherungen, Telefon, Internet, Steuern, Müll, Zeitung ...).

Mein Freund war schon immer sehr sparsam, er achtet sehr auf sein Geld. Ich schmeiße das Geld auch ganz bestimmt nicht zum Fenster hinaus, aber wenn ich z.B. Nahrungsmittel einkaufe, dann kaufe ich für uns alle ein und z.B. für die gesamte Woche. So kommen schnell mal 70 oder 80 € pro Einkauf zusammen. Mein Freund kauft mehr wie ein Single ein, v.a. für sich und ca. 20-30€.

Wenn neue Möbel angeschafft werden, ein Sichtschutz im Garten ansteht, Reparaturen oder etwas fest am Haus installiertes, bezahle ich das,,weil "mir ja das Haus gehört".

Vom Finanzamt bin ich in eine andere Steuerklasse umgestuft worden, weil ich jetzt nicht mehr als alleinerziehend gelte. Vergünstigungen fallen weg.

Ihr merkt schon: ich bin etwas unzufrieden mit der Situation, weiß aber gar nicht, ob das berechtigt ist bzw. wie man das Ganze transparenter machen könnte. Außerdem will ich meinen Freund auch nicht belasten. Wie regelt ihr die finanziellen Dinge, sodass alle zufrieden sind?
 
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Dabei
12 Dez 2010
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#2
Da kommt eine Menge an Kosten zusammen . Ich könnte mir als alleinerziehende Mutter keinen Mann leisten, der 200 Euro zum Leben und andere allfällige Kosten beiträgt . Er würde auch um 200 Euro keine Wohnung anmieten können - da würde dann auch Strom, Heizkosten, Lebensmittel anfallen und mit 280 - 320 Euro würde er nicht durchkommen . Bei uns bekäme er dafür nicht mal eine Wohnung .

Warum sprichst du mit ihm nicht darüber, dass durch den Wegfall der Subventionen, da er bei euch wohnt, du viele Nachteile hast ?

Das mit der Hälfte des gesetzlichen Mindestunterhaltes kannst du ja auch mal angehen - ich würde das meinem Ex nicht schenken, wobei ich auch toleranter bin - und er nicht den vollen Unterhalt bezahlen muss, allerdings würde ich das in Anbetracht der Summe als frech betrachten .

Die anfallenden Kosten und somit verbundenen Probleme sind und waren für mich immer ein Grund, dass ich mich von niemand abhängig machen möchte . Daher kommt mir das nicht mehr ins "Haus!"
 
Dabei
27 Mrz 2012
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#3
Hey Badesalz,

Schön zu hören, dass es deinem Freund jetzt besser geht. Habe mich öfters gefragt, wie das nach dem Ernstfall jetzt ausging...

Was erwartest du denn für Sichtweisen? Wenn du knapp über die Runden kommst und man dann das hier liest:

Mein Freund zahlt mir monatlich 200€ für's Wohnen. (...) Mein Freund kauft mehr wie ein Single ein, v.a. für sich und ca. 20-30€. (...) weil "mir ja das Haus gehört".
Schreit einem der erste Verbesserungsansatz ja förmlich ins Gesicht. 200€ für das Wohnen mit allen Annehmlichkeiten in dem 160 qm Haus, liebevoller Umgang (mit Sex), Fürsorge mit Essen Kochen Waschen(?) & Co, psychische Unterstützung für einen (schwer) Kranken... und dann denkt er beim Einkaufen weder für euch alle mit, noch hilft er das Haus aufzubessern (was er ja selber benutzt und "verbraucht")!

Krankengeld (...) Wie viel das genau ist, weiß ich nicht.
Wieso redest du nicht mit deinem Freund darüber? Mit ihm musst du die finanziellen Dinge besprechen, sodass alle zufrieden sind, nicht mit einem Forum.


=> Du schaufelst dir wieder selber die Misere, bist zu gutmütig. Du bist NICHT für alle verantwortlich. Scheinst aber ganz gerne diese Rolle einzunehmen. Denk einmal darüber nach, dass du auch für dich selber verantwortlich bist.
Du bist nicht glücklich.Also kümmere dich rechtzeitig (jetzt!). Der Frust wird sich aufstauen und ausbrechen... dann wird dein Freund viel mehr belastet als mit finanziellen Sorgen, und deine Beziehung und deine Kinder darunter leiden.
 
Dabei
23 Nov 2016
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#4
Danke ihr zwei für eure Antworten!

Also, erstmal ist mir natürlich klar, dass ich darüber als erstes mit meinem Freund sprechen muss. Aber bevor ich das tue, muss ich mir mal über bestimmte Dinge selber klar werden.

Es ist nämlich so, dass ich z.B. in Bezug auf die Kinder hin- und hergerissen bin. Es sind nicht seine Kinder, also kann ich ihm keine Verantwortung da geben und auch nicht erwarten, dass er für uns miteinkauft. Natürlich bringt er ihnen schon mal was mit, aber das ist ja absolut freiwillig. Er kann ja auch nichts dafür, dass der leibliche Vater seinen Unterhaltspflichten nur zu einem sehr geringen Teil nachkommt.

Andererseits scheint das Finanzamt das z.B. anders zu sehen: Sobald eine volljährige Person im Haushalt wohnt, gilt man finanziell nicht mehr als alleinerziehend, da davon ausgegangen wird, dass diese Person mitzahlt.

Soll/ Darf/ Kann ich das also erwarten? Schließlich hat er ja diese Kinder nicht in die Welt gesetzt.

Aber wir wohnen alle unter einem Dach und irgendwie ist man ja eine Familie. Deswegen kaufe ich z.B. für alle ein. Mein Freund hatte noch nie eine Familie und verhält sich einkaufstechnisch eben so, wie er das die letzten 25 Jahre gemacht hat.

Ein weiterer Punkt ist, dass eben das Haus mir gehört. Mein Freund meinte mal, dass er ja gerne etwas "investieren" würde, aber ich könne ihn ja theoretisch morgen vor die Tür setzen. Ich glaube, er denkt, dass er dann eben nichts mehr hat.

So gesehen besteht ja ein gewisses Machtverhältnis bzw. Abhängigkeitsverhältnis (auch wenn ich das natürlich nicht so sehe).

Dennoch denke ich, dass man mit diesem Argument, was ja nicht so weit hergeholt ist, alle notwendigen Investitionen auf mich übertragen kann und das theoretisch die nächsten 20 Jahre. Aber Investitionen sind notwendig, wenn man irgendwo wohnt. An einem Haus muss immer was gemacht werden und meins ist 40 Jahre alt.

Andererseits denke ich ganz oft, dass Geld an sich auch ziemlich egal ist. Ich bin nicht glücklich, wenn ich davon viel auf dem Konto habe. Ich bin nur unglücklich, wenn ich keins habe. Weil ich mir dann notwendigerweise Sorgen machen muss.

Es kann sehr gut sein, dass ich zu gutmütig bin. Andererseits will ich meinen Freund eben auch nicht belasten.

Es ist ja auch nicht so, dass ich quasi nichts davon habe, dass er bei mir wohnt. In seinen guten Phasen (und momentan hat er so eine) bringt er sich schon ein, was z.B. Gartenpflege und Haushalt angeht. Wenn ich ihn um etwas bitte, macht er es immer.
 
Dabei
27 Mrz 2012
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#6
Soll/ Darf/ Kann ich das also erwarten?
Das scheint der Knackpunkt bei dir zu sein. Jetzt verstehe ich.

Die simple Antwort darauf: Na klar!

Er ist bei dir eingezogen. Er war sich der Konsequenzen in Form von Kindern, Hausarbeit und alltäglichen Problemen bewusst. Er wollte dennoch einziehen, bzw war es sogar sein Vorschlag (oder wie war das?). Also muss er auch Verantwortung für die Konsequenzen tragen. Genauso wie Partner sich auch bewusst sind, dass ihre Beziehung selbst jederzeit enden könnte.

Und genauso umgedreht: Du hast ihn bei dir aufgenommen mit den Konsequenzen von einem hungrigen Mund mehr und so weiter... und natürlich seiner wackligen Gesundheit — mit mehr als nur dem Tumor, wenn ich mich recht entsinne. Und DU hast Verantwortung für das übernommen, hast dich um ihn gekümmert und unterstützt. Du warst sogar dem Zusammenbruch nahe...


Mein Freund meinte mal, dass er ja gerne etwas "investieren" würde, aber ich könne ihn ja theoretisch morgen vor die Tür setzen.
=> Das ist also für mich ein klarer Denkfehler. Jetzt lies dir das Zitat noch einmal durch und ersetze das "Haus" als Ziel der Investition mit "Beziehung"...

So ist das halt im Leben. Außerdem könnte er Schränke ja mitnehmen. Liebesinvestitionen dagegen sind keine handfesten Habseligkeiten... stattdessen steht man nach Trennungen vor den zerbrochenen Überbleibseln seiner Liebe, Hoffnungen und Erwartungen.
 
Dabei
6 Feb 2017
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#7
Ich finde selbst in Anbetracht seiner schlechteren Zustände ist 200€ im Monat einfach viel zu wenig. Man kann ja mal überlegen, wie viel es ihn kosten würde diesen "Singlehaushalt", den er laut dir noch lebt, wirklich zu finanzieren. Ich bin Studentin und zahle mit Miete und monatlichen Fixkosten (jetzt nur die auf die Wohnung bezogenen) irgendwas zwischen 450 und 500€ und ich lebe ja schon super super günstig, weil meine Wohnung meiner Mutter gehört und sie mich sehr preiswert hier wohnen lässt :)

Ich selbst hab mir das für zukünftiges Zusammenwohnen immer so vorgestellt, dass man seine Einnahmen offen legt und dann verhältnismäßig dazu die gemeinsamen Kosten aufteilt. Also sollte ich jetzt doppelt so viel verdienen wie mein Mann, würde ich eben 2/3 der Kosten tragen und er 1/3.
Genauso würde ich das dann aber auch mit Zeit und Haushalt regeln. Also wenn er dann auch doppelt so viel Zeit hat, darf er dann auch 2/3 der Arbeit machen.
So lief das in der Fantasiewelt meiner Zukunft.

Bei meiner Mutter und meinem Stiefvater weiß ich, dass gemeinsame Kosten immer auch gemeinsam bestritten wurden. Die haben soweit ich weiß ein Haushaltskonto auf das jeder jeden Monat einen bestimmten Betrag einzahlt und von diesem Konto werden Familieneinkäufe, Miete, gemeinsame Aktivitäten, Urlaube usw. finanziert.
Was dann extra nur für meinen Bruder und mich war (Taschengeld, Kleidung, Schulsachen etc.) hat natürlich meine Mutter bezahlt, das fiel ja nicht in "gemeinsame Ausgaben". Genauso mein Stiefvater für seine Tochter.

Mein Freund meinte mal, dass er ja gerne etwas "investieren" würde, aber ich könne ihn ja theoretisch morgen vor die Tür setzen. Ich glaube, er denkt, dass er dann eben nichts mehr hat.
Das Argument sehe ich überhaupt nicht. Auch wenn er mit dir zusammen eine Wohnung mieten würde und ihr euch dann trennt und beide aus der Wohnung raus müsstet, hätte er so gesehen "nichts".
Mein Stiefvater meinte mal, wenn man sich für eine Frau mit Kindern entscheidet, dann weiß man, dass man das Gesamtpaket bekommt. Da muss man sich schon eindeutig entscheiden, welche Rolle man einnehmen will: Teil der Familie, oder nicht.
Ich würde ihn denke ich fragen, in welcher Rolle er sich selbst sieht. Untermieter oder Familienmitglied. Dann kann man den Rest entsprechend regeln.
 
Dabei
5 Nov 2007
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#9
... Außerdem will ich meinen Freund auch nicht belasten. Wie regelt ihr die finanziellen Dinge, sodass alle zufrieden sind?
Zunächst: Meine Erfahrung ist, Wenn es um Geld geht, wird es irrational, spielen Menschen verrückt, auch die, die sonst vernünftig und aufgeklärt sind. Ich kenne das aus eigener Erfahrung in meinem sozialen Umfeld, zB als ich ein Testament machen wollte und das mit allen betroffenen zunächst besprechen wolle. Das ging nie so richtig. Am Schluss hab ich es nur noch mit dem Notar besprochen.

Ihr merkt schon: ich bin etwas unzufrieden mit der Situation, weiß aber gar nicht, ob das berechtigt ist
So wie du es darstellst, ist das sehr berechtigt. Vermutlich weiß dein Partner gar nicht genau, was das für Kosten sind, wenn man ein eigenes Haus/Wohnung hat, dass schon im Grundgesetz steht "Eigentum verpflichtet". Und was Kinder wirklich kosten.

Du bist eine lebenstüchtige Frau die gelernt hat, ihr Leben zu bestreiten, auch finanziell. Aber ich denke, dass es an dieser Stelle (wie andere auch schon sagen) jetzt für dich darum geht, zu erkennen und auch einzufordern, dass du diesen Anspruch hast. Du bist nicht der Typ Frau, der unangemessenes fordert, im Gegenteil. Du bist eher "zu verständlich", stellst dich zu schnell in Frage.

Das musst du jetzt lernen, dich da zu ändern, diesen Anspruch zu stellen. Unabhngig davon, wie es deinem Partner finanziell im Moment geht. Das läßt sich sicher regeln.
 
Zuletzt bearbeitet:
Dabei
3 Feb 2013
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#10
Hey Badesalz,

Schön zu hören, dass es deinem Freund jetzt besser geht. Habe mich öfters gefragt, wie das nach dem Ernstfall jetzt ausging...

Was erwartest du denn für Sichtweisen? Wenn du knapp über die Runden kommst und man dann das hier liest:


Schreit einem der erste Verbesserungsansatz ja förmlich ins Gesicht. 200€ für das Wohnen mit allen Annehmlichkeiten in dem 160 qm Haus, liebevoller Umgang (mit Sex), Fürsorge mit Essen Kochen Waschen(?) & Co, psychische Unterstützung für einen (schwer) Kranken... und dann denkt er beim Einkaufen weder für euch alle mit, noch hilft er das Haus aufzubessern (was er ja selber benutzt und "verbraucht")!

Wieso redest du nicht mit deinem Freund darüber? Mit ihm musst du die finanziellen Dinge besprechen, sodass alle zufrieden sind, nicht mit einem Forum.


=> Du schaufelst dir wieder selber die Misere, bist zu gutmütig. Du bist NICHT für alle verantwortlich. Scheinst aber ganz gerne diese Rolle einzunehmen. Denk einmal darüber nach, dass du auch für dich selber verantwortlich bist.
Du bist nicht glücklich.Also kümmere dich rechtzeitig (jetzt!). Der Frust wird sich aufstauen und ausbrechen... dann wird dein Freund viel mehr belastet als mit finanziellen Sorgen, und deine Beziehung und deine Kinder darunter leiden.
[FONT=&quot]Ich habe jetzt nicht weiter als bis zu diesem Posting gelesen. Aber ich hätte es auch nicht viel besser sagen können.

Du solltest dich mal in Ruhe hinsetzen und schauen was das Haus bzw. das Leben darin so an Kosten verursacht.
Also mit Strom, Heizung, Wasser, etc. Wenn du das zusammen geschrieben hast kannst du anhand davon ausrechnen was ein angemessener Anteil Miete ist die dein Freund auch zahlen sollte (Krank oder nicht) ist ja nicht dass du ihm nicht ein bisschen entgegen kommen kannst wenn du das unbedingt willst. Aber 200€ ist wirklich ein Scherz.

Beim Einkaufen macht ihr am besten eine Gemeinsame Haushaltskasse wovon dann die Sachen gekauft werden die alle brauchen. (Nahrungsmittel, Haushaltes Artikel etc.) Die gelegentliche Dose Deo, oder Tüte Chips oder was weiß ich was man nur für sich kauft kann sich ja jeder selber Kaufen. Man muss sich ja nicht sklavisch dran halten aber als Mittel um da mal etwas Ordnung in die Finanzen reinzubringen scheint mir das nicht schlecht.[/FONT]
 
Dabei
22 Aug 2011
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#11
Badesalz, warum beantragt Du keinen Unterhaltsvorschusd für die Kids? Bei der Gelegenheit kannst Du auch gleich das Jugendamt beauftragen, sich um einen Unterhaltstitel zu kümmern. Lass das nicht schleifen, rückwirkend gibt's nix.

Zum Thema: wenn mein Partner kein Geld hätte, könnte er gern im Haus mithelfen. Das ist ja auch was wert. Aber dass Du nicht mal weisst wie viel er bekommt, scheint mir merkwürdig.
 
Dabei
5 Nov 2007
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#12
Badesalz, warum beantragt Du keinen Unterhaltsvorschusd für die Kids? Bei der Gelegenheit kannst Du auch gleich das Jugendamt beauftragen, sich um einen Unterhaltstitel zu kümmern. Lass das nicht schleifen, rückwirkend gibt's nix ......
Hallo Nixe,
wenn man Badesalz hier beobachtet sieht man, dass sie eben nicht der Typ Frau ist, der für sich etwas beansprucht. Das muss sie jetzt noch lernen.
 
Dabei
6 Mrz 2013
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#13
Ich glaub es geht ihr mehr darum, neben dem ganzen sonstigen stress nicht auch noch stress mit dem Ex zu haben. Kann ich scho nachvollziehen ...
 
Dabei
30 Nov 2014
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#15
Du solltest dich mal in Ruhe hinsetzen und schauen was das Haus bzw. das Leben darin so an Kosten verursacht.
Also mit Strom, Heizung, Wasser, etc. Wenn du das zusammen geschrieben hast kannst du anhand davon ausrechnen was ein angemessener Anteil Miete ist die dein Freund auch zahlen sollte (Krank oder nicht) ist ja nicht dass du ihm nicht ein bisschen entgegen kommen kannst wenn du das unbedingt willst. Aber 200€ ist wirklich ein Scherz.
Genau das. Sollte bei einigermaßen geordneten Papieren auch kein Riesenaufwand sein, die laufenden Kosten als Basis einmal zusammen zu rechnen.

Er scheint ja der Meinung zu sein, dass die 200 Euro sogar größtenteils Nahrungsmittel enthalten wenn er bei seinen Einkäufen primär für sich selbst einkauft. Deswegen einfach seinen Anteil ausrechnen. Klare, sachliche Fakten.
 
Dabei
23 Nov 2016
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#16
Danke für eure wirklich konstruktiven Beiträge!

Die Idee mit der Haushaltskasse finde ich gut. Ich habe meinem Freund vorgeschlagen, dass wir mal für 2-3 Monate ein Haushaltsbuch führen (ja, etwas altmodisch), damit wir einen Überblick haben, was wir im täglichen Leben ausgeben.

Ich werde auch sowas wie eine Jahresendabrechnung machen, wo ich mal alle Nebenkosten aufliste. Das ist auch kein Problem.

Etwas schwieriger ist es mit den anfallenden Investitionen. Die liegen ja in meinem Ermessen. Man kann ein Haus "abwohnen" und nix machen, dann wohnt es sich günstig in einem geerbten Haus. Aber ich schätze dieses Haus, das meine Eltern mühselig gebaut haben und möchte es schön erhalten. Ich habe keine Rate eines Kredits (wie andere Paare, die ein Haus gekauft oder gebaut haben), aber im nächsten Jahr müsste beispielsweise das Dach gemacht werden. Was ich damit sagen will: Wohnen an sich kostet. Das sind nicht nur die Nebenkosten, die momentan anfallen.

Ich glaube, dass meinem Freund das nicht bewusst ist. Ich werde ihn auf jeden Fall in die Planungen stärker einbeziehen, damit der das nachvollziehen kann.

Dinge nutzen sich ab, allein dadurch, dass sie benutzt werden oder Zeit vergeht.

Grundsätzlich fällt es mir in der Tat sehr schwer, Dinge zu fordern oder durchzusetzen. Manchmal ist es mir auch einfach zu anstrengend und ich denke mir: Okay, das mache ich eben selbst oder allein, dann gibt es keine Diskussionen oder lange Erklärungen. Aber das ist natürlich nicht fair.

Ich sollte meinem Freund wohl wenigstens die Chance geben, das nachzuvollziehen.

Übrigens ist die Sache mit dem Unterhalt einfordern von meinem Ex auch sehr schwierig. Es gab im letzten Jahr einen enormen Stress, mit einigen Gerichtsterminen, zu denen das Jugendamt auch kam. Ich habe da sehr schlechte Erfahrungen gemacht. Ich müsste meinen Anwalt einschalten, um mehr Geld zu bekommen und der ganze Horror ginge wieder von vorne los. Dann lieber weniger Geld.
 
Dabei
3 Feb 2013
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#17
Danke für eure wirklich konstruktiven Beiträge!

Die Idee mit der Haushaltskasse finde ich gut. Ich habe meinem Freund vorgeschlagen, dass wir mal für 2-3 Monate ein Haushaltsbuch führen (ja, etwas altmodisch), damit wir einen Überblick haben, was wir im täglichen Leben ausgeben.

Ich werde auch sowas wie eine Jahresendabrechnung machen, wo ich mal alle Nebenkosten aufliste. Das ist auch kein Problem.
Sehr gut.


Etwas schwieriger ist es mit den anfallenden Investitionen. Die liegen ja in meinem Ermessen. Man kann ein Haus "abwohnen" und nix machen, dann wohnt es sich günstig in einem geerbten Haus. Aber ich schätze dieses Haus, das meine Eltern mühselig gebaut haben und möchte es schön erhalten. Ich habe keine Rate eines Kredits (wie andere Paare, die ein Haus gekauft oder gebaut haben), aber im nächsten Jahr müsste beispielsweise das Dach gemacht werden. Was ich damit sagen will: Wohnen an sich kostet. Das sind nicht nur die Nebenkosten, die momentan anfallen.

Ich glaube, dass meinem Freund das nicht bewusst ist. Ich werde ihn auf jeden Fall in die Planungen stärker einbeziehen, damit der das nachvollziehen kann.

Dinge nutzen sich ab, allein dadurch, dass sie benutzt werden oder Zeit vergeht.

Grundsätzlich fällt es mir in der Tat sehr schwer, Dinge zu fordern oder durchzusetzen. Manchmal ist es mir auch einfach zu anstrengend und ich denke mir: Okay, das mache ich eben selbst oder allein, dann gibt es keine Diskussionen oder lange Erklärungen. Aber das ist natürlich nicht fair.
Aber das fordern musst du üben.
Es kann nicht die Lösung sein dass du am Ende das Dach alleine bezahlst nur weil du da einer möglichen Auseinandersetzung aus dem Weg gehen willst.

Hilfreich ist hier sicher die Sachen Frühzeitig anzusprechen das mit dem Dach kannst du ja zum Beispiel jetzt schon ansprechen und kannst auch deinem Freund schon mal fragen wie es aussieht ob er sich an den Kosten beteiligt. Du kannst ihn ja auch in den Prozess mit einbeziehen, sofern er das möchte. Das letzte Wort hast natürlich du aber wenn er an der Entscheidungsfindung etc. beteiligt ist fällt ihm das auch einfacher.
 
Dabei
6 Mrz 2013
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#18
Mir ist nicht klar, wieso sich der Freund an der Dachreparatur beteiligen soll. Das Haus gehört Badesalz, er hat da nicht die Rolle des Miteigentümers, sondern eines Bewohners ähnlich einem Mieter. Als solcher sollte er für die Nutzung mitzahlen, nichts sonst.
 
Dabei
3 Feb 2013
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#19
Mieter können für Wartungskosten zur Kasse gebeten werden und müssen auch bei kleineren Reparaturen (bis zum Betrag von 400€ oder 8% der Jahresmiete) die Kosten tragen.
Badesalz könnte natürlich genau schauen was ist Wartung und was Reparatur.
Oder man sagt da beide einen gemeinsamen Haushalt führen, es vermutlich keinen Mietvertrag gibt und die Grenze da eh sehr verschwommen scheint versucht man das mit ein bisschen Nachsicht und gesundem Menschenverstand zu regeln.
 
Dabei
22 Aug 2011
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#20
Ich glaub es geht ihr mehr darum, neben dem ganzen sonstigen stress nicht auch noch stress mit dem Ex zu haben. Kann ich scho nachvollziehen ...
In dem Moment, als ich das Jugendamt beauftragt habe, die Ansprüche meiner Kinder durchzusetzen, hatte ich keinen Stress mit dem Ex mehr. Die haben alles übernommen und mir nur ab und zu ne Kopie des Schriftwechsels geschickt.

Unterhaltsvorschuss ging noch problemloser über die Bühne. Zwei Seiten Formular, paar Anlagen (damals hatte ich noch nicht mal nen Unterhaltstitel), das wars. Fand ich seeeehr entlastend.
 
Dabei
22 Aug 2011
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#21
Mieter können für Wartungskosten zur Kasse gebeten werden
Das ist etwas unpräzise. Instandhaltung ist Sache des Vermieters. Modernisierungskosten kann er auf die Miete umlegen. Und laufende Wartungskosten (z.B. den Hausmeister) kann er über die Nebenkosten auf die Mieter umlegen, sofern das mietvertraglich ausdrücklich vereinbart ist. Eine Dachreparatur fällt da nicht drunter.
und müssen auch bei kleineren Reparaturen (bis zum Betrag von 400€ oder 8% der Jahresmiete) die Kosten tragen.
Auch das müssen sie nur, Wenn es so im Mietvertrag steht (Kleinreparaturklausel).

Aber vermutlich gibt es hier nur einen mündlichen Vertrag ...
 
Dabei
3 Feb 2013
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#22
Das ist etwas unpräzise. Instandhaltung ist Sache des Vermieters. Modernisierungskosten kann er auf die Miete umlegen. Und laufende Wartungskosten (z.B. den Hausmeister) kann er über die Nebenkosten auf die Mieter umlegen, sofern das mietvertraglich ausdrücklich vereinbart ist. Eine Dachreparatur fällt da nicht drunter.

Auch das müssen sie nur, Wenn es so im Mietvertrag steht (Kleinreparaturklausel).

Aber vermutlich gibt es hier nur einen mündlichen Vertrag ...
Ich lag halt auch schon mitm Handy im Bett.
Mir ging es primär darum das es imho keine Lösung ist zu sagen
Yo ich wohn hier für 200€ (billiger wohnen geht nur mit Hausbesetzung auf Malle) wieso soll ich mich an Reparatur Kosten beteiligen? Bin doch im Grunde Mieter.
Wenn er das macht könnte Badesalz im Grunde sagen cool wir machen jetzt getrennte Haushalte und einen Mietvertrag Bazinga!
 
Dabei
6 Mrz 2013
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#23
Ich hab nicht geschrieben dass 200 eur reichen, sondern dass ein Nichteigentümer sich nicht an einer Dachsanierung beteiligen muss.

Nixe, die Situation mit dem Ex von Badesalz ist "etwas speziell" wenn ich mich recht erinnere.
 
Dabei
27 Feb 2013
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#25
Mein Freund meinte mal, dass er ja gerne etwas "investieren" würde, aber ich könne ihn ja theoretisch morgen vor die Tür setzen. Ich glaube, er denkt, dass er dann eben nichts mehr hat.
Liebe Badesalz,

hat er das vor der schweren Erkrankung gesagt oder danach - also jetzt in den letzten zwei drei Monaten erst?

Du hast damals geschrieben, was für eine schwere Zeit ihr miteinander durchgestanden habt, wie sehr ihr euch näher gekommen seid - ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass er immer noch die selbe Einstellung hat.

Ich denke eher, dass er sich um diese Dinge aktuell gar keine Gedanken macht, sondern vielmehr regeneriert und sich von den Strapazen erholt. Auch wird er nicht besonders viel Krankengeld bekommen, mich wundert, dass du nicht weißt, wie viel das ist.

Ich könnte mir gut vorstellen, dass wenn du mit diesem Anliegen an ihn herantrittst, egal wie vorsichtig und sanft, er sich vor den Kopf gestoßen fühlen wird und denken wird, kaum bin ich dem Tod von der Schippe gesprungen, will sie schon mehr Geld von mir.

Ich würde an deiner Stelle - auch wenn es sehr unangenehm und kompliziert ist - meine ganze Kraft aufwenden und Unterhalt von meinem Ex einfordern. Er ist gesetzlich dazu verpflichtet, es dir zu bezahlen. Dieses Thema schwächt dich permanent. Mach lieber diesem Energieraub ein Ende. Vielleicht kannst du ja jemanden beauftragen, der das für dich regelt? Vielleicht kann dir Nixe ja ein paar Tipps geben.
 
Dabei
6 Feb 2017
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#26
Peachy hat gesagt.:
...kaum bin ich dem Tod von der Schippe gesprungen, will sie schon mehr Geld von mir.
Ich finde er kann dankbar dafür sein, dass sich nicht von Anfang an mehr Geld gefordert hat. 200€ ist wirklich fast nichts. Rücksicht hat sie meiner Ansicht nach genug genommen, indem sie das erst jetzt thematisiert, wo er seinen Kampf überstanden und sich etwas erholt hat. Badesalz hat doch schon zwei Kinder.. Ihr Freund kommt mir immer mehr wie ihr drittes vor.

Peachy hat gesagt.:
Ich würde an deiner Stelle - auch wenn es sehr unangenehm und kompliziert ist - meine ganze Kraft aufwenden und Unterhalt von meinem Ex einfordern.
Ich kann zwar auch verstehen, dass man sich diesen Stress mit diesem Mann nicht auch noch zusätzlich antun will, aber ich stimme hier trotzdem auch zu. Mein Vater hat auch immer viel zu wenig gezahlt. Das wurde von meiner Mutter erst aufgegriffen, als ich 17 wurde, weil sie nicht wollte, dass ich das sonst selbst klären muss sobald ich 18 werde. Hat nicht so gut geklappt, weil sich der Streit mit den Anwälten so lange hingezogen hast, dass ich das dann doch ein Jahr lang noch selbst weiter ausdiskutieren musste. Das fand ich zwar nicht schlimm - finde nett, dass meine Mutter versucht hat es zu verhindern -, aber ich fand schon etwas krass, dass sie sich dazu erst überwunden hat als es darum ging für mich und was mit zusteht einzustehen und nicht schon, als es darum ging für sich selbst und was ihr zusteht einzustehen.
Du hast ja letztens selbst geschrieben, Badesalz, dass du bei Entscheidungen viel danach gehst was du deinen Kindern vorleben möchtest ;)
Wenn das aber gerade zu schwer ist, dann schieb es eben noch etwas weg... Nur nicht so lange vielleicht :)
 
Dabei
27 Feb 2013
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5.263
#27
Ich finde er kann dankbar dafür sein, dass sich nicht von Anfang an mehr Geld gefordert hat. 200€ ist wirklich fast nichts. Rücksicht hat sie meiner Ansicht nach genug genommen, indem sie das erst jetzt thematisiert, wo er seinen Kampf überstanden und sich etwas erholt hat. Badesalz hat doch schon zwei Kinder.. Ihr Freund kommt mir immer mehr wie ihr drittes vor.
Da stimme ich dir zu. Nur meinte ich, wäre jetzt nicht der richtige Zeitpunkt, nachzuholen, mehr einzufordern. Vielleicht sollte sie mal abwarten, wie es im Herbst mit einem Job aussieht und vielleicht kommt er ja von selber...
 
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23 Nov 2016
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#28
Peachy hat es richtig erfasst. Mein Freund macht sich jetzt natürlich einen großen Kopf, wie es mit seiner beruflichen Zukunft weitergeht. Das beschäftigt ihn sehr und er hat auch tierisch Angst, dass er quasi mit 44 Jahren ein Sozialfall wird und nicht mehr richtig ins Berufsleben findet.

Ich glaube, dass er so sparsam ist, weil er Angst vor Hartz4 hat, wenn ihm irgendwann kein Krankengeld mehr gezahlt wird. Da will er ein Pölsterchen für den Notfall haben.

Wenn ich da mit mehr Forderungen komme, stresst ihn das. Deswegen bin ich ganz vorsichtig und möglichst sachlich bei dem Thema.

Übrigens hatte er ja auch heftige Depressionen. Ein typisches Symptom waren da auch Zukunftsängste und Schwarzmalerei und Angst vor materiell-/finanzieller Notlage. Das kommt bei Depressionen wohl häufiger vor als ich bis dahin wusste.

Die Sache mit dem Dach sollte nur ein Beispiel dafür sein, dass man - abgesehen von den Nebenkosten - auch Investitionskosten hat. Natürlich soll er nicht das Dach bezahlen! Es geht nur grundsätzlich darum, dass es Instandhaltungskosten gibt. Das hat man evtl. nicht auf dem Schirm, wenn man bisher nur Mieter war und mit so etwas noch nie konfrontiert war.

Ich möchte meinen Freund da mental etwas mehr einbeziehen. Natürlich nehme ich Rücksicht darauf, wie hoch sein Einkommen ist. Ich verdiene zurzeit mehr als er und zahle auch mehr.

Nixes Meinung, dass man auch durch Helfen zum Leben beisteuern kann, teile ich. Es ist z.B. so, dass ich eigentlich immer die Farben, Möbel oder - letztens - den neuen Rasenmäher gekauft habe und er streicht, montiert oder schneidet den Rasen. Das ist dann auch okay.

Dieses Prinzip klappt leider nur nicht, wenn er eine depressive Phase hat. Denn dann tut er gar nichts mehr. Aber die letzte Phase liegt jetzt schon bestimmt 4 oder 6 Wochen zurück. Außerdem weiß ich ja mittlerweile, dass das vorbei geht.

Vom Jugendamt oder Gericht erwarte ich null Hilfe. Die Beteiligung des Jugendamts hat bei mir alles wirklich sehr schlimm gemacht. Es ging ja im letzten Jahr um die Regelung des Umgangs und die Dame vom Jugendamt hatte solch abstruse Gedanken, dass ich ehrlich gesagt nie wieder etwas mit dem Jugendamt zu tun haben will. Wahrscheinlich hängt die Qualität der Arbeit vom Personal ab. Für unseren Bezirk war eine Frau zuständig, die überhaupt keine Ahnung hatte und meiner Meinung nach grob fahrlässig gehandelt hat.

Sie war beispielsweise der Ansicht, dass mein Ex auf jeden Fall mit den Kindern nach Algerien reisen sollte, damit die Kinder "ihre Wurzeln" kennen lernen. Sie hat ihn dazu sogar ermutigt und das auch vor Gericht vorgeschlagen. Sie selber hatte aber natürlich null Ahnung von Algerien oder anderen muslimischen Ländern und ihren Gepflogenheiten. Dass es für Deutsche eine Reisewarnung vom Auswärtigen Amt gibt aufgrund der akuten Entführungs- und Terrorgefahr, wusste sie natürlich auch nicht, das hat sie aber auch nicht interessiert, was da drin steht.

Für sie war es auch gar kein Problem, dass mein Ex auf 17qm, also in einem 1-Raum-Appartement wohnt und nicht mal Bettwäsche für die Kinder hatte. Dennoch war ihr Vorschlag, dass die Kinder die Hälfte der Zeit im Jahr bei ihm sein sollten, weil er als Vater rechtlich da ja ein Anspruch drauf hätte. Dass es für meine Tochter, die ja immerhin schon 12 wird, und meinen Sohn (fast 9) dann gar keine Privatsphäre bzw. Rückzugsmöglichkeit gegeben hätte, fand sie nicht so schlimm. Schließlich sei es am wichtigsten Zeit mit dem Vater zu verbringen. Meine Tochter hat jedes Mal Heulanfälle bekommen, wenn sie dort übernachten sollte.

Wie dem auch sei, die Vorstellungen vom Wohl der Kinder gingen bei mir und der Jugendamt-Frau ziemlich auseinander. Lustig fand ich auch, dass diese Frau selbst gar keine Kinder hatte und auch überhaupt keine Ausbildung im pädagogischen Bereich. Trotzdem hatte ihr verworrenes Wort Gewicht beim Gericht. Weil die Richter gar keine Zeit haben, sich selbst eine Meinung zu bilden. Armes Deutschland.

Ich habe dazu mal eine wirklich gute ARD-Reportage gesehen, in denen diese Missstände bei Familiengerichten Thema war.

Nun ja, jedenfalls kooperiere ich nicht mehr mit dem Jugendamt. Ich will nicht wieder Dauerstress haben, denn das tut meinen Kindern garantiert nicht gut. Weil es mich dann wieder so extrem belastet.

Momentan klappt der Umgang einigermaßen gut, weil mein Ex ohnehin kein Interesse daran hat, die Kinder mehr als 2-3x im Monat zu nehmen. Für die Kinder ist das auch in Ordnung, denn sie sehen ihren Vater regelmäßig und kommen so gut klar.
 
Dabei
23 Nov 2016
Beiträge
655
#29
Um nochmal auf den Aspekt zurückzukommen, dass mein Freund denkt, ich könnte ihn jederzeit vor die Tür setzen:

Im Grunde sind wir mittlerweile durch so viele Hochs und Tiefs in so kurzer Zeit miteinander gegangen, dass wir schon sehr zusammengewachsen sind. Ich habe das Gefühl, dass unsere Verbindung fest ist und mein Freund sieht das sicherlich ähnlich. Das merkt man immer wieder an bestimmten Bemerkungen von ihm. Er sagt so etwas wie, dass er sich angekommen fühlt. Dass ich seine größte Stütze im Leben bin. Dass er mich so aufregend und attraktiv findet, wie am ersten Tag - nur noch schöner. Dass er hier nie wieder weggeht. Dass er mir gerne einen Ring schenken würde usw.

Er sagt mir das immer wieder. Er fragt mich auch immer wieder, ob ich ihn genauso lieb habe wie er mich.

Ich glaube, dass ich diejenige bin, die da zurückhaltender ist. Ich weiß aber gar nicht,,warum.

Ich liebe ihn ja auch und würde ihn und seine Art, mich ständig zum Lachen zu bringen, schon nach ganz kurzer Zeit schrecklich vermissen.

Irgendwie bin ich manchmal ängstlich. Vielleicht liegt das an meiner gescheiterten Ehe. Vielleicht liegt es daran, dass Patchwork schwierig ist. Ich weiß nicht.

Jedenfalls könnte ich mir vorstellen, dass er das merkt, auch wenn ich ihn natürlich nicht so einfach aufgeben würde.
 
Dabei
27 Feb 2013
Beiträge
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#30
Ich glaube, dass ich diejenige bin, die da zurückhaltender ist. Ich weiß aber gar nicht,,warum.
Dann stellen wir uns doch der Frage.

Vielleicht würde die Antwort darauf vieles einfacher für euch machen.

Klar ist für mich aber, dass die Erfahrungen in deiner Ehe dich vorsichtiger gemacht haben. Ich habe mir in letzter Zeit auch einige Gedanken dazu gemacht, wie sehr mich meine langjährige Beziehung prägte. Heute noch, obwohl sie seit 9 Jahren nicht mehr besteht.

Auch wenn wir hier immer wieder lesen und selber predigen, dass der neue Partner nichts dafür kann und ein komplett eigenes Individuum ist... Die Erfahrung gemacht zu haben, wie es aber sein kann, lässt uns nicht mehr so unbeschwert sein.

Man kann es mit Kochen vergleichen: zehn Mal die Griffe des Topfes angegriffen, ohne dass was war, beim 11. Mal verbrannt - man greift nie wieder unbekümmert hin.

Selbst beim neuen Topf, der isolierte Griffe hat, brauchen wir eine Weile....
 
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