Zu wenig Gefühle? Er scheint wie der Richtige aber reichen meine Gefühle?

Dabei
14 Nov 2018
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#1
Hallo,
ich bin seit fünf Monaten mit meinem Freund zusammen und es läuft eigentlich alles super und es geht mir nie schlecht wegen ihm und es ist alles recht "einfach".

Bisher hatte ich immer nur Beziehungen, in denen es ständig Streit gab und ich auch betrogen worden bin. Daher weiß ich einfach nicht ob ich eine richtige Vorstellung von Gefühlen hab wie sie sein sollten.
Aber bei meinem jetzigen Freund ist es so, dass er wie der "Richtige" wirkt und ich alle Probleme bezüglich Vertrauen etc. die ich vorher hatte auch sofort abgelegt hab, weil ich keine Zweifel hab was seine Gefühle für mich angeht.

Allerdings zweifle ich daran ob ich die richtigen Gefühle für ihn habe. Bei meinen Ex-Partnern war ja immer das große Drama und vielleicht auch dadurch bedingt immer große Gefühle. Natürlich auch viel Angst vor'm Verlassen werden etc..
Aber bei ihm habe ich manchmal das Gefühl, dass es einfach zu wenig ist. Wir streiten nie, es gibt nichts zu zweifeln, aber es ist eben auch keine große Leidenschaft [Link entfernt]in dem Sinne da. Wir haben sexuell keine Probleme, aber ich meine einfach mir fehlen manchmal diese richtig starken Gefühle.

Meine Angst ist, dass ich mit ihm jetzt lange zusammen bin, weil es ja so einfach ist, aber früher oder später denke es reicht gefühlsmäßig nicht und dann hab ich quasi seine und meine Zeit verschwendet und natürlich wird er mir auch nicht weniger wichtig, man gewöhnt sich ja an jemand und ich hab ihn als Mensch sehr gern, ich weiß nur nicht ob es wirklich Liebe ist.


Es ist dieses Gefühl, dass ich einerseits gerne wüsste ob es noch irgendwas "besseres" gibt mit mehr Gefühlen und dennoch Treue etc. aber andererseits denke ich mir, dass ich wahrscheinlich nie jemand besseren finde.


Habt ihr Erfahrung mit solchen Zweifeln?

Danke für eure Antworten.
 
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Dabei
7 Okt 2018
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#2
Hallo Victoria,

ich kann sehr gut verstehen wie du dich grade fühlst.
Fraglich ist jetzt erst mal, wie groß war die Pause zwischen deiner letzten Beziehung und der Jetzigen. Wenn da zu wenig Zeit dazwischen liegt, liegt hier sehr nah, dass du einfach mit der letzten Beziehung noch nicht richtig abschließen konntest . zwar warst du die letzten Monate glücklich und konntest dich von dem Schmerz ablenken, aber so langsam holt dich das ein. Jemand Neues zu nutzen um über die alte Beziehung hinweg zu kommen ist daher einfach immer schlecht. Weiß nicht ob das bei dir so ist, wollt es aber mal mit anschneiden.

Du erwartest aktuell zu viel von dir selbst und der Beziehung. Wenn es nie Probleme gibt, die man gemeinsam überwindet, kann man gar nicht inniger zusammenwachsen und tiefere Gefühle entwickeln. Das kommt alles erst mit der Zeit.

Dann gilt es jetzt auch erst mal für dich abzuwägen, was für dich welchen Rang in deinem persönlichen Glück einnimmt. Was willst du von der Beziehung? Willst du brennen und lodern und völlig ineinander aufgehen? Das hat natürlich ein großes Risiko: die Leidenschaftsphase ebbt irgendwann ab und dann ist die Beziehung auf einmal langweilig und irgendwer sucht sich neue Leidenschaft in Form einer Affäre o.Ä. (mal übertrieben dargestellt), oder du hast Sicherheit, Geborgenheit und Verständnis in deiner Beziehung. Beides gleichzeitig zu finden, halte ich für sehr unwahrscheinlich.

Das du Angst hast euer beider Zeit zu verschwenden ist auch nachvollziehbar. Aber sieh es mal so, alles was du erlebst, macht dich zu der Person die du bist. Auch wenn das nun noch ein Jahr weiter geht und du dir nicht sicher bist, weißt du dann beim nächsten mal vielleicht schneller worauf du achten musst um dir sicher zu sein. Wichtig ist jetzt erst mal, dass du nicht permanent in Panik verfällst, sondern dich erst mal drauf konzentrierst was du grade hast. Wenn du dich zu sehr in deine Angst hineinsteigerst (er könnte nicht der Richtige sein, ich könnte Zeit verschwenden, etc), verpasst du dabei die Zeichen, die dir zeigen, dass es doch das Richtige ist. Du wirst besessen davon, dass es das nicht ist, dass du dich damit selbst manipulierst. Auch dein Partner wird das merken und eventuell sabotierst du dadurch auch seine Gefühle und er wird unsicher, durch deine eigene Unsicherheit.
 
Dabei
6 Feb 2017
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#3
Ich denke schon, dass man Leidenschaft, Sicherheit, Geborgenheit und Verständnis kombiniert finden kann. Kenne da auch Paare (zugegeben rar gesät). Aber wenn es das nicht gäbe, würde das ja für leidenschaftliche Menschen bedeuten, dass sie niemals in einer auf Dauer funktionierenden Beziehung sein können. Das möchte ich gar nicht glauben ;)

Was ich nicht ganz verstanden habe, Victoria: Ist die Verliebtheitsphase in der man den anderen total toll findet und nicht glauben kann, dass man ihn getroffen hat, bei dir jetzt einfach schon abgeklungen, oder war die so in der Form überhaupt nie da? Und wenn letzteres: Wie seid ihr dann direkt in einer Beziehung gelandet?
 
Dabei
14 Nov 2018
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#4
Hallo Victoria,

ich kann sehr gut verstehen wie du dich grade fühlst.
Fraglich ist jetzt erst mal, wie groß war die Pause zwischen deiner letzten Beziehung und der Jetzigen. Wenn da zu wenig Zeit dazwischen liegt, liegt hier sehr nah, dass du einfach mit der letzten Beziehung noch nicht richtig abschließen konntest . zwar warst du die letzten Monate glücklich und konntest dich von dem Schmerz ablenken, aber so langsam holt dich das ein. Jemand Neues zu nutzen um über die alte Beziehung hinweg zu kommen ist daher einfach immer schlecht. Weiß nicht ob das bei dir so ist, wollt es aber mal mit anschneiden.

Du erwartest aktuell zu viel von dir selbst und der Beziehung. Wenn es nie Probleme gibt, die man gemeinsam überwindet, kann man gar nicht inniger zusammenwachsen und tiefere Gefühle entwickeln. Das kommt alles erst mit der Zeit.

Dann gilt es jetzt auch erst mal für dich abzuwägen, was für dich welchen Rang in deinem persönlichen Glück einnimmt. Was willst du von der Beziehung? Willst du brennen und lodern und völlig ineinander aufgehen? Das hat natürlich ein großes Risiko: die Leidenschaftsphase ebbt irgendwann ab und dann ist die Beziehung auf einmal langweilig und irgendwer sucht sich neue Leidenschaft in Form einer Affäre o.Ä. (mal übertrieben dargestellt), oder du hast Sicherheit, Geborgenheit und Verständnis in deiner Beziehung. Beides gleichzeitig zu finden, halte ich für sehr unwahrscheinlich.

Das du Angst hast euer beider Zeit zu verschwenden ist auch nachvollziehbar. Aber sieh es mal so, alles was du erlebst, macht dich zu der Person die du bist. Auch wenn das nun noch ein Jahr weiter geht und du dir nicht sicher bist, weißt du dann beim nächsten mal vielleicht schneller worauf du achten musst um dir sicher zu sein. Wichtig ist jetzt erst mal, dass du nicht permanent in Panik verfällst, sondern dich erst mal drauf konzentrierst was du grade hast. Wenn du dich zu sehr in deine Angst hineinsteigerst (er könnte nicht der Richtige sein, ich könnte Zeit verschwenden, etc), verpasst du dabei die Zeichen, die dir zeigen, dass es doch das Richtige ist. Du wirst besessen davon, dass es das nicht ist, dass du dich damit selbst manipulierst. Auch dein Partner wird das merken und eventuell sabotierst du dadurch auch seine Gefühle und er wird unsicher, durch deine eigene Unsicherheit.
Zwischen meiner Beziehung davor und der jetzigen lag ein Jahr Single-Da sein. Ich denke schon, dass ich das ganz gut verarbeitet habe und mein Ex ist auch so gut wie nie in meinem Kopf, selbst wenn ich Zweifel habe o.Ä. ist es auf keinen Fall so, dass ich mir auf irgendeine Art wieder so eine Beziehung wünsche wie mit meinem Ex, da das einfach nur ein dauerhaftes Hin und Her war. Ich hab damit eigentlich schon in der Beziehung angefangen es zu verarbeiten, weil mehrmals "Schluss" war und dann doch nicht.
Es ist halt irgendwie der "Traum" beides zu haben. Sicherheit und diese großen Gefühle. Aber tatsächlich war das was ich aus meiner letzten Beziehung mitgenommen hab eher, dass ich absolut keine Lust mehr auf Unsicherheit habe und das auch psychisch nicht mehr gebrauchen kann in so einer ständigen Angst zu leben verlassen oder betrogen zu werden. Allerdings denke ich mir, dass es doch auch Beziehungen gibt wo große Verliebtheit da ist und dennoch keine Psycho-Spielchen stattfinden oder Ähnliches.
Ich bin auch aus vergangenen Beziehungen gewohnt, dass ich all meine Zweifel immer am Partner festmachen konnte. Wenn ich Zweifel hatte war es, weil er was falsch gemacht hat und das war halt auch immer der Fall, weil ich immer mit ziemlichen Idioten zusammen war. Daher bin ich es überhaupt nicht gewohnt Zweifel zu haben ohne, dass mein Partner irgendwas falsch macht und ich es daher nur mein Problem ist. So eine Beziehung in der alles gut läuft hatte ich noch nie und hab daher wirklich Probleme meine Gefühle einzuschätzen, weil es da auch keinen Platz für Spielchen gibt. Er ist ehrlich, liebevoll und alles, aber ich weiß, wenn ich zu ihm sagen würde ich hab jetzt Zweifel, dann würde er mir auch nicht nachrennen und irgendwie "kämpfen", da er ja nichts falsch gemacht hat und das auch weiß.
Bei den anderen war es immer so, dass die im Falle, dass ich dann tatsächlich gehen wollte ein riesen Drama gemacht haben und große Liebesbekundungen um mich nicht zu verlieren. Sowas gibt es jetzt natürlich nicht, weil solche Situationen gar nicht entstehen und dadurch kommt es mir dann immer so vor als würde irgendwie Liebe fehlen.
 
Dabei
14 Nov 2018
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Ich denke schon, dass man Leidenschaft, Sicherheit, Geborgenheit und Verständnis kombiniert finden kann. Kenne da auch Paare (zugegeben rar gesät). Aber wenn es das nicht gäbe, würde das ja für leidenschaftliche Menschen bedeuten, dass sie niemals in einer auf Dauer funktionierenden Beziehung sein können. Das möchte ich gar nicht glauben ;)

Was ich nicht ganz verstanden habe, Victoria: Ist die Verliebtheitsphase in der man den anderen total toll findet und nicht glauben kann, dass man ihn getroffen hat, bei dir jetzt einfach schon abgeklungen, oder war die so in der Form überhaupt nie da? Und wenn letzteres: Wie seid ihr dann direkt in einer Beziehung gelandet?
Ja, das möchte ich eben auch nicht glauben.
Ich denke, dass bei mir nie die große Verliebtheit da war. Für mich war er einfach charakterlich alles was ich mir quasi je erhofft habe und irgendwie das Gegenteil von meinen bisherigen Freunden, daher dachte ich, dass es einfach dumm ist ihn gehen zu lassen. Er war sich sicher und er fand mich toll so wie ich bin und ich konnte sein wie ich bin und hab mich mit ihm super wohl gefühlt. Es hat einfach absolut nichts gegen die Beziehung gesprochen und sehr vieles dafür und da habe ich wohl in Kauf genommen, dass ich gar nicht richtig verliebt bin und hab vielleicht gehofft mit der Zeit entwickeln sich mehr Gefühle.
 
Dabei
5 Jun 2015
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#6
Hallo Victoria
wenn du bisher nur großes Drama gekannt hast und keine friedliche Beziehung geführt hast,
kann ich mir sehr gut vorstellen, dass du so eine Art Langeweile empfindest.
Doch wenn du diesen Mann wirklich wertschätzt und mit ihm gern zusammen bist und
wenn auch eure Sexualität gut funktioniert, dann sind 5 Monate noch keine lange Zeit.
ich habe mich in meinen letzten Freund auch erst ganz allmählich verliebt und er genauso in mich.
Die ganz großen Gefühle sind ganz langsam gewachsen wir sind nun gut 1,5 Jahre zusammen und ich glaube,
bei uns ist da nach oben auf der Leidenschaftsscala noch Luft nach oben.
Als ich mir wie du nach einem halben Jahr die Frage gestellt habe, reicht mir unser Mitteinander, habe ich mich für ja entschieden, weil er ein wunderbarer Mensch ist.
Dann habe ich mich ganz einbringen können, so mit Haut und Haaren, wie ma so sagt.
Und dann ist auch bei ihm irgendwie das Feuer so richtig angegangen.
ich glaube auch Leidenschaft und aufregende Intimität kann man in einer Beziehung
irgendwie lernen.
wir haben diese Sehnsucht ja in uns.
dann kann es ja auch mit gerade diesem Partner zu leben sein, wenn eigentlich alles stimmt,
oder?
Liebe ist eine Entscheidung
und wenn sich beide dafür entschieden haben, sind da so viele Überraschungen möglich.
da bin ich ganz sicher
 
Dabei
6 Feb 2017
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#7
Ich bin sehr zwiegespalten, was deine Situation angeht...

Einerseits denke ich, dass nicht jede Beziehung die große Liebe sein muss, sie kann auch so gut für einen sein und einen weiterbringen und es ist ja nicht so, als ob du gerade die Wahl zwischen starken Gefühlen oder dieser Beziehung hättest, sondern du hast die Wahl zwischen dieser Beziehung und weiterhin für dich zu bleiben. Und für dich warst du ja jetzt schon ein Jahr lang (wie lief das eigentlich für dich?).
Im Prinzip könntest du es also wirklich weiterlaufen lassen - trennen kann man sich ja immer noch. Da du dich als ziemlich angstfrei in der Beziehung mit ihm beschreibst, gehe ich davon aus, dass dich dann wohl eher ein schlechtes Gewissen überlegen lässt, es zu beenden. Wenn das stimmt - wann und warum hast du es?

Andererseits ist Liebe für mich keine Entscheidung. Mehr ein Wunsch oder noch stärker formuliert, ein Wille. Also eine Entscheidung wäre für mich "Das Studium ist zwar irgendwie nicht das richtige für mich, aber ich ziehe es jetzt durch, dann hab ich immerhin den Abschluss." Ein Wille ist "Ich weiß es wird nicht immer einfach sein, aber das ist es mir Wert, denn ich will diese Sache mit allem drum und dran."
Und Liebe fällt für mich eher in letzteres. Und ob bei dir ein Wille existiert lässt sich anzweifeln ;)

Aber dann wiederum bist du auch so vorbelastet... Und dann ist die Frage, ob du dich überhaupt so bald noch mal auf etwas einlassen würdest, was starke Gefühle in dir auslöst. Denkst du, wenn du jemandem begegnen würdest bei dem es sofort funkt, würdest du 100% investieren? Oder wärst du eher vorsichtig?
 
Dabei
14 Nov 2018
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#8
Ich bin sehr zwiegespalten, was deine Situation angeht...

Einerseits denke ich, dass nicht jede Beziehung die große Liebe sein muss, sie kann auch so gut für einen sein und einen weiterbringen und es ist ja nicht so, als ob du gerade die Wahl zwischen starken Gefühlen oder dieser Beziehung hättest, sondern du hast die Wahl zwischen dieser Beziehung und weiterhin für dich zu bleiben. Und für dich warst du ja jetzt schon ein Jahr lang (wie lief das eigentlich für dich?).
Das Jahr ging rum wie im Flug, die ersten paar Monate war ich aber hauptsächlich mit "Ausleben" beschäftigt und bin sehr viel feiern gegangen, hatte viele "kurzfristige" Beziehungen und nach den ersten Monaten habe ich dann versucht mich wieder ein bisschen selbst zu finden, was mir wichtig ist etc. und auf was ich in Zukunft Wert legen möchte in meinem Leben.
Einer der Hauptpunkte war auch, dass ich keine Beziehung mehr möchte, die mich von meinem "restlichen Leben" abhält oder negativ auswirkt. In meiner letzten Beziehung habe ich quasi zwei Semester meines Studiums verloren, weil ich psychisch und körperlich so am Ende war, dass ich mich auf nichts mehr konzentrieren konnte und habe Freunde vernachlässigt etc..
Und dann kam halt mein jetziger Freund und hat perfekt in dieses Bild gepasst - er macht mich quasi zu einem besseren Menschen, ich bin nicht traurig, habe Motivation und Energie für Studium und Arbeit und vernachlässige auch niemand anderen. Eigentlich kann ich sagen, dass mein Leben mit ihm so gut wie lange nicht mehr läuft, dennoch habe ich dann diese Zweifel - vielleicht kann ich aber auch einfach nie zufrieden sein, sondern suche immer den Fehler...


Im Prinzip könntest du es also wirklich weiterlaufen lassen - trennen kann man sich ja immer noch. Da du dich als ziemlich angstfrei in der Beziehung mit ihm beschreibst, gehe ich davon aus, dass dich dann wohl eher ein schlechtes Gewissen überlegen lässt, es zu beenden. Wenn das stimmt - wann und warum hast du es?
Diese Zweifel kommen eigentlich immer sobald ich mit mir alleine bin und auch keine extreme Ablenkung habe, sondern einfach mal nachdenke. Warum genau kann ich gar nicht sagen. Ich glaube ich frage mich dann oft warum ich mich nicht absolut glücklich fühle, wenn ich doch alles habe was ich wollte. Und dann vergleiche ich irgendwie und merke halt, dass ich meine Ex-Freunde irgendwie immer angehimmelt hab und mich über jede Nachricht und jede Zuneigung gefreut habe und bei meinem jetzigen Freund ist es eher so, dass er mich anhimmelt und mir das letztendlich manchmal völlig gleichgültig ist ob ich Kontakt mit ihm habe oder nicht. Klar fehlt er mir, wenn wir uns mal nicht sehen, aber vielleicht fehlt mir dann auch einfach jemand zu haben zum Reden etc. und nicht wirklich er. Das weiß ich eben nicht.


Andererseits ist Liebe für mich keine Entscheidung. Mehr ein Wunsch oder noch stärker formuliert, ein Wille. Also eine Entscheidung wäre für mich "Das Studium ist zwar irgendwie nicht das richtige für mich, aber ich ziehe es jetzt durch, dann hab ich immerhin den Abschluss." Ein Wille ist "Ich weiß es wird nicht immer einfach sein, aber das ist es mir Wert, denn ich will diese Sache mit allem drum und dran."
Und Liebe fällt für mich eher in letzteres. Und ob bei dir ein Wille existiert lässt sich anzweifeln ;)

Aber dann wiederum bist du auch so vorbelastet... Und dann ist die Frage, ob du dich überhaupt so bald noch mal auf etwas einlassen würdest, was starke Gefühle in dir auslöst. Denkst du, wenn du jemandem begegnen würdest bei dem es sofort funkt, würdest du 100% investieren? Oder wärst du eher vorsichtig?
Das kann ich ganz schlecht beurteilen...ich glaube schon, dass ich Angst bekommen würde, wenn ich sofort große Gefühle für jemand hätte. Das Problem bei mir ist da eher, dass ich wenn ich so stark fühle absolut nicht mehr rational handeln kann und ich mir alles gefallen lasse bzw. ständig streite, aber keine Konsequenzen ziehe. Von meinem Ex habe ich mich nach Strich und Faden verarschen lassen und trotzdem die Fehler irgendwie bei mir gesucht um ihn nicht verlassen zu müssen. Ich habe aber sogar schon während meiner letzten Beziehung eine Therapie nach seinem ersten Betrug angefangen, da ich körperlich und psychisch wirklich am Ende war und habe denke ich schon besser gelernt mich jetzt zu distanzieren, wenn mir jemand nicht gut tut. Witzigerweise hat mein Therapeut mir zu dem Thema, bevor ich meinen jetzigen Freund hatte, in etwa solche Worte gesagt "Ich habe viele Frauen erlebt, die eine Zeit lang immer die große Leidenschaft wollen und irgendwann aber merken, dass diese Spiele nichts sind womit man seine Zukunft verbringen kann und früher oder später nehmen sie dann den "netten" Typen um eine Familie zu gründen, auch wenn sie dann vielleicht etwas Leidenschaft einbußen." Er hatte das also auch als entweder/oder dargestellt und ich hadere eben im Moment damit ob das wirklich ein entweder/oder ist. Oder ob es nicht vielleicht doch die Leidenschaft und trotzdem die Sicherheit zusammen gibt.
 
Dabei
27 Aug 2012
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#9
Also ich halte es mal ganz einfach. Wenn du dir nach fünf Jahren diese Frage stellst, ist das ganz normal und du musst dir keine Gedanken machen. Nach fünf Monaten allerdings? Das ist ein eindeutiges Zeichen Für dich Schluss zu machen...
 
Dabei
27 Aug 2012
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#10
Noch ergänzend: Ich habe gestern nur den Eingangsthread gelesen, weil er mir für eine schnelle Antwort genügte. Ich habe jetzt nochmal alles gelesen und bleibe trotzdem bei der Einschätzung.

Ich verstehe Cybele's Ansatz, aber mir wäre er einfach zu riskant. Wenn man nach dem Prinzip lebt, kann man sich ja fast schon auf jeden einlassen mit der Hoffnung "das wird schon noch besser". Es freut mich, dass es für sie geklappt hat, aber für mich klingt das einfach nur nach einer gefährlichen "Wette". Ich habe das selbst auch lange Zeit probiert und dabei rückblickend betrachtet 2x 4 Jahre "verloren".

Heute kann ich von sowas nur abraten. Man kann ja eine Weile daten, um die Optionen auszuloten...vielleicht 2-3 Monate. Aber wenn sich bis dahin nicht wirklich was regt und man den Anderen nur objektiv "toll" findet, reicht das nicht aus und man sollte aussteigen. Ich glaube man ist ansonsten auch einfach viel zu anfällig für andere. Dann begegnet man jemand Neuem und kommt immer direkt ins Wanken. Eine unschöne Lage.

Insofern meine Empfehlung: Beende die Beziehung, du hast 5 Monate investiert und kannst nicht klar von romantischen Gefühlen reden. Ich sage, beides (Romantik und Geborgenheit) sollte zusammen möglich sein.
 
Dabei
7 Okt 2018
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#11
Ich möchte noch mal in der Vordergrund stellen, dass ich nicht glaube dass es die Kombination nicht gibt. Natürlich gibt es die und ich sage auch nicht, das es immer schief gehen muss. Es gibt nur einfach dieses erhöhte Risiko, das man bei der Abwägung nicht außer Acht lassen sollte. Für mich liest sich das so, als sucht sie die ultimative Flamme und ich möchte verhindern dass sie sich in diesem Gedanken verliert. Und wenn ich Leidenschaft rede, rede ich nicht von Romantik. Das ist zwei völlig unterschiedliche paar Schuhe!
Da besteht für mich auch ein klarer Unterschied zur normalen Leidenschaft. Die sollte jede Beziehung haben. Diese richtig starken Gefühle von denen sie spricht, kommen aber eben auch nicht von Nichts. Dass die von Anfang an da sind, ist absolut unrealistisch. Das wächst erst mit der Zeit und auch erst durch gemeinsam gelöste Probleme. Man lernt den Anderen auf einer anderen Ebene zu schätzen.
Ich denke, es ist für dich aktuell eine ganz andere Situation als bisher. Du kennst diese Sorte von Gefühlen nicht. Du zweifelst. Verständlich.

Er ist ehrlich, liebevoll und alles, aber ich weiß, wenn ich zu ihm sagen würde ich hab jetzt Zweifel, dann würde er mir auch nicht nachrennen und irgendwie "kämpfen", da er ja nichts falsch gemacht hat und das auch weiß.
Auch den Gedankengang kann ich verstehen. Es sind aber keine Spielchen die du spielst, du bist lediglich verunsichert. Du hast nicht wirklich was zu verlieren und ich sehe es so; ist er der Richtige, versteht er auch deine Probleme und will mit dir daran arbeiten. Fair wäre es, ehrlich mit ihm zu sein und ihm die Chance zu geben selbst darauf zu reagieren. Wenn er dann aussteigt weil er darauf keine Lust hast, dann ist das eben so, aber dann weißt du wo ihr hier beide steht. Aber vielleicht gibt es auch die Chance, dass er mit dir dran arbeiten will. Man muss für den Partner nicht perfekt sein und eine gute Beziehung macht es eben aus, dass man sich auch in schlechten Zeiten aufeinander verlassen kann, man muss auch Schwächen zeigen können. Wenn du jetzt schon Angst hast, er könnte dir weglaufen, nur weil du Zweifelst, ist es ohnehin vielleicht nicht das Richtige und du findest dich später in dieser Beziehung wieder, in einem Selbstzustand der dir verbietet deine eigenen Schwächen vor dem Partner zu zeigen. Ich glaube nicht dass das deiner optimalen Vorstellung von Beziehung entspricht.
 
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