Schwanger und neu in der Führungsrolle!

B

BeastModeOn

Gast
#1
Hallo zusammen,

hier schreiben zwei Brüder unter Waffen (also Sie und Er). Sie ist unerwartet mitten auf dem Schlachtfeld des Lebens zum zweiten mal schwanger geworden (es gibt schon ein 2.5J altes Kind) und jetzt gilt es, sich gemeinsam in den kommenden Wochen ein Manöver zu überlegen.

Kurz zum Background: Wir haben 2016 geheiratet, 2017 erste Teamleitung im E-Commerce IT bei Ihm, 2018 dann erstes mal schwanger. Sie hatte da einen unglücklichen Jobwechsel auf eine Sachbearbeiter-Stelle hinter sich und keine Perspektive. Darum 1 Jahr Elternzeit bei ihr, 2 Monate bei Ihm und ein Betriebskita-Platz. Wir haben zusammen beschlossen, dass ich (Er) mal versuche was Karrieretechnisch geht und sie erstmal nur Teilzeit macht mit 25 Stunden/Woche.

Dann kam Corona.

Neues Jobangebot für Ihn in München, gemeinsam beschlossen direkt umzuziehen statt pendeln. Jetzt Er auf Abteilungsleiter-Ebene. Sie nach Kündigung auch direkt neuen Job in Teilzeit mit 30 Stunden/Woche in München inklusive Beförderung. Kinderbetreuung des ersten kleinen Bärchens gut sichergestellt, viel Home Office bei beiden Jobs.

„Leider“ haben beide gute Leistung geliefert.

Zum Ende des Jahres wird er jetzt Bereichsleiter und verdreifacht Aufgaben/Mitarbeiter. Bei ihr gibt es das Angebot eine Teamleitung zum Jahreswechsel zu übernehmen (erste Führung). Chefin von ihr ist eine Frau ohne Kinder. Vor knapp vier Wochen sind wir in ein gekauftes Haus umgezogen. Nebenher verwalten wir noch ein paar Immobilien gemeinsam. Im Haushalt macht er praktisch nix, sie praktisch alles. Putzfrau/Haushaltshilfe haben wir aufgrund Umzügen gekündigt. Familie wohnt leider 800km entfernt, sodass wir auf uns gestellt bleiben.

Jetzt zeigt der Schwangerschaftstest zwei Streifen.



Wir fragen uns wie ihr (als Frau) einen schnellen Wiedereinstieg in den Job gewuppt habt? Habt ihr Tipps und Tricks? Gerade in Deutschland ist das ja nicht Standard. Und wie ihr eure Führungsfunktion mit Elternzeit vereinbart habt.

Uns würde einfach eure Erfahrung interessieren, da wir gerade in der Nachdenkphase sind.

Gruß
 
Anzeige:
Dabei
6 Mrz 2013
Beiträge
6.414
#2
Hallo, wenn ihr euch hier mit anderen unterhalten wollt, dann müsst ihr euch registrieren. Und dann bitte jeder mit je einem eigenen Account.
 
Dabei
24 Sep 2017
Beiträge
1.566
#3
Hey ho,
wollt ihr ein zweites Kind? Wenn ja, dann ist das mit dem Wiedereinstieg ja erstmal was für die Zukunft. Falls nicht, schnell nen Termin machen.
Wollt ihr in München bleiben oder könntet ihr auch weiter remote arbeiten? Zwecks Family und so.
Wollt ihr ändern, dass nur eine:r den Haushalt macht? Wollt ihr beide Karriere? Das kann man dann ja entsprechend planen.
 
Dabei
9 Feb 2021
Beiträge
52
#4
Ich war in so ner Situation glücklicherweise noch nicht, aber meine Mutter (Selbstständig und bei mir noch alleinerziehend) bei meiner Geburt und bei der meiner Schwester. Naja was soll ich sagen? Ich habe das erste Jahr im Büro verbracht. Meine Mutter ist nach wenigen Tagen wieder zur Arbeit gegangen. Mit einem Jahr bin ich dann zu einer Tagesmutter gekommen und mit drei halt in den Kindergarten. Meine Schwester ist dann schon unter ganz anderen Bedingungen auf die Welt gekommen. Das Haus stand nun fußläufig vom Unternehmen, weshalb meine Mutter von zuhause aus gearbeitet hat und nur im Notfall mal eben rüber gelaufen ist. Außerdem hatte meine Mutter da wieder einen Partner, der natürlich auch einen Teil übernommen hat. Sie hat aber auch da am selben Tag noch das Krankenhaus verlassen. Zu der Zeit hatten wir eine Dame für den Haushalt, die geputzt und gekocht hat.

Kommt halt ganz auf eure Prioritäten an. Viel Zeit für die Kinder ist halt nicht, wobei ich auch sagen muss, dass meine Kindheit dadurch nicht automatisch schlecht war. Durch die Haushaltsdame, dem Haus neben dem Unternehmen hatten und der Tatsache, dass meine Eltern nun zu zweit waren hatten sie aber deutlich mehr Zeit für meine Schwester.
 
Dabei
23 Nov 2016
Beiträge
528
#5
Hier kommt meine ganz persönliche Meinung (wenn die nix für euch ist, müsst ihr das natürlich nicht lesen) :

Erstmal vorweg: dieser Telegrammstil ist gruselig zu lesen. Es wirkt auf mich, als sei bei euch alles durchgeplant und durchgetaktet. Seid ihr solche Kopfmenschen? Wie alt seid ihr?

Ihr habt nicht verhütet (ihr wisst nämlich ganz genau, wie das geht), also wollt ihr das Kind. Das Problem ist nur, dass ihr alles wollt. Und das am besten sofort.

Kann ich sogar gut verstehen, diesen Anspruch. Ich wollte auch immer Kinder UND einen guten Job. Ich habe auch dann nicht eingesehen, dass ich mich mit einem geringeren Lebensstandard zufrieden geben sollte, als ich Alleinerziehende war. Gerade dann nicht!

Das geht, klar. Ist halt nur mega anstrengend.

Aber jetzt denke ich: Hallo? Warum um himmelswillen hast du dir diesen Stress angetan? Heute würde ich es anders angehen.

Meine Kinder sind das Größte für mich. Meine Prio wäre immer erst bei ihnen. Seid doch dankbar und zufrieden, dass ihr ein zweites bekommt!!! Das ist ein Geschenk, keine Selbstverständlichkeit. Wahrscheinlich seid ihr gesund und jung und euch ist bisher noch kein Schicksalsschlag über den Weg gelaufen. Sonst würdet ihr nicht so jammern, obwohl alles mega läuft für euch zurzeit. Ihr habt ja keine wirklichen Probleme, so wir ihr das schildert.

Wenn ich das richtig verstanden habe, geht es ja nur darum zu sehen, wie ihr alles organisiert.

Und da sage ich aus meiner heutigen Sicht: die Arbeit läuft einem nicht davon.

Meine Kids sind im Teenager-Alter und ich kann mich immer noch meiner Karriere und Immobilien widmen. Aber wenn ich damals auf Kinder verzichtet hätte, hätte ich sie heute nicht.

Das Leben endet (meist) nicht mit 40 oder 50 Jahren. Dann ist man immer noch jung (geht mir jedenfalls so). Also warum sich mit Mitte oder Ende 20 so stressen?

Kommt doch mal zur Ruhe, schaut auf das, was ihr alles habt! Setzt euch an einen Tisch, überlegt, wie ihr Aufgaben besser verteilen könnt, was ihr wirklich braucht und was wirklich wichtig ist. Geduld braucht es schon. Und Demut, dass niemand alles auf einmal bekommen kann. Dann schafft ihr es ganz sicher.
 
Dabei
3 Jan 2019
Beiträge
1.019
#6
Kommt doch mal zur Ruhe, schaut auf das, was ihr alles habt! Setzt euch an einen Tisch, überlegt, wie ihr Aufgaben besser verteilen könnt, was ihr wirklich braucht und was wirklich wichtig ist. Geduld braucht es schon. Und Demut, dass niemand alles auf einmal bekommen kann. Dann schafft ihr es ganz sicher.
Dem kann ich mich nur anschließen ;)
 
Dabei
22 Aug 2011
Beiträge
3.535
#7
Beantwortet euch erstmal die Frage: Wollt ihr dieses Kind - und wenn ja, warum? Abhängig von der Antwort werdet ihr dann schon ein Modell finden. Egal, ob das nun Abbruch, Adoption, Elternzeit, Teilzeit, Kündigung, Früh-Kindergarten oder Nanny heisst.
 
Dabei
24 Okt 2010
Beiträge
670
#8
Moin,

dann löse ich das mal auf: Ich war das da oben!

Mittlerweile haben wir mal ein paar Nächte über alles geschlafen und Gespräche geführt. Den Hauptunterschied hat aber nach knapp 1,5 Jahren Dauerstress ein kurzer Besuch in einem Spa ohne Kind (hatten wir seit Geburt 2019 nicht mehr) gemacht. Einfach mal entspannen und reden und einen Plan fassen statt noch hundert Kleinigkeiten nebenher erledigen.

Meine Frau hat sich darauf eingestellt, erstmal ohne Führungsverantwortung befördert zu werden und auch entsprechende Signale in Richtung AG gesendet. Dazu gibts ne Haushaltshilfe.

Ich hab meinem Arbeitgeber (als Erstem vor der Familie) im Rahmen eines Personalgesprächs von der Schwangerschaft berichtet und ein Angebot gemacht. Situation hier ist, dass das Unternehmen massiv wächst und meine Leidenschaft sich 100% mit den Bedürfnissen des Unternehmens deckt. Keine Elternzeit, weiterhin volles Commitment zum Unternehmen und volle Verfügbarkeit, dafür eine extra Schippe Geld mehr oben drauf. Wir reden hier von Top-Management. Mein Chef war nicht so begeistert und hat mich auf 3 Wochen Urlaub hochgehandelt und ich solle Leute entlassen die das verhindern, wenn nötig. Er hatte wohl nur wenige Tage Urlaub bei der Geburt seiner Kinder und bereut es. Und man will auf meine Arbeitszeiten achten. Ich denke da habe ich väterliche Triggerpunkte ausversehen gedrückt.

Uns ist natürlich klar, dass das alles First World Problems sind.

Hauptsächlich mache ich mir Vorwürfe, weil ich meiner Frau nicht die Chancen bieten kann, sich selbst und ihre beruflichen Neigungen zu verwirklichen.

Ich bin hochbegabt, seit einigen Jahren recht arbeitsam und habe meine Hobbies zum Beruf gemacht (Menschen, Technik, Wirtschaft). Da müsste sie nicht mehr arbeiten und könnte unsere Immobilien verwalten. Aber mehr als Teilzeit-Arbeit ist für sie bei meiner beruflichen Belastung (5x8-20 + Wochenende nach Bedarf) nicht drin. Und Geld ist halt nicht viel wert, wenn man nicht glücklich sein kann.

Danke euch allen für die Meinungen.
 
Dabei
24 Sep 2017
Beiträge
1.566
#9
Immer wieder erstaunlich, wie die Familienplanung bei anderen Menschen vonstatten geht. Ups, schwanger, ja weg mit dem Plänen, du bleibst zuhause und arbeitest, aber ich nenne es nicht so, Elternzeit interessiert mich nicht, mach das alleine, damit ich so tun kann, als hätte ich mir meine Karriere selbst aufgebaut. Ich hoffe, ihr verdient nicht weniger als ihr verliert. Alles Gute euch Vieren! ❤️
 
Dabei
6 Mrz 2013
Beiträge
6.414
#10
Darf ich mal fragen, wie das
dafür eine extra Schippe Geld mehr oben drauf.
mit dem hier
Und Geld ist halt nicht viel wert, wenn man nicht glücklich sein kann.
zusammenpasst? Die extra Schippe Geld ändert ja nichts an der (Un)zufriedenheit deiner Frau und bringt auch dir nicht mehr Kinderzeit, oder?
hat mich auf 3 Wochen Urlaub hochgehandelt und ich solle Leute entlassen die das verhindern, wenn nötig.
Wie meinst du das denn - wieso können andere einen Urlaub von dir verhindern und wieso muss man die dann gleich entlassen?
Hauptsächlich mache ich mir Vorwürfe, weil ich meiner Frau nicht die Chancen bieten kann, sich selbst und ihre beruflichen Neigungen zu verwirklichen.
Das finde ich eine eigenartige Denkweise in einer Partnerschaft auf Augenhöhe. Die Ursache der Problematik ist doch die Schwangerschaft, und für die seid ihr beide gleichermaßen verantwortlich. Und nun habt ihr in Ruhe gecheckt, was für die Familie aus euer beider Sicht die beste Lösung dieses unerwarteten Problems ist. Da brauchst DU dir doch nun keine extra-Vorwürfe machen, finde ich.
 
Dabei
24 Okt 2010
Beiträge
670
#11
Ja, wir haben das schon immer alles auf Augenhöhe besprochen und entschieden. Würde sagen unsere Beziehung ist die von zwei Kriegern die Rücken an Rücken aufs Feld ziehen statt einen zuhause lassen. Da muss der Schlachtplan von beiden unterzeichnet sein. Ist auch schöner statt Schild zwei Schwerter mehr dabei zu haben :)

Das Kind ist kein Problem. Ganz im Gegenteil, mit 35 tickt bei mir langsam die "Papa kann mit mir Fußball spielen"-Uhr. Nach dem dritten recht weiten Umzug waren wir nur beide überrascht, dass meine Frau ohne Studium eine Beförderung erhalten hat und im neuen Job jetzt eben auch den nächsten Schritt machen kann, wohin auch immer der führt.

Eigentlich hatten wir beide festgestellt, dass ich erst dann beziehungsfähig bin wenn ich mich 50-60 Stunden / Woche ausgetobt habe. Mich treibt es permanent voran, sonst bin ich rastlos, mache mich nebenher selbstständig, halte Vorträge oder komme mit recht teuren Projekten auf Kosten der Haushaltskasse (6 Satelliten ansteuern und Fernsehen+Internet für alle Nachbarn mit 10km Kabel verbuddeln und einrichten? Klingt doch nach einer tollen Beschäftigung für einen Sonntag!) ums Eck. Meine Frau sagt dann meist einfach: Starte doch ein neues Projekt, sonst bist du im Zoo unausstehlich.

Darum sind wir auch aus dem hohen Norden in den tiefesten Süden gezogen. Uns und Familie können wir überall haben war das Credo.

Da wir mindestens zwei kleine Keksmonster wollen ist Nummer zwei also ganz klar ein Wunschkind. Nur der Zeitpunkt ist überraschend da eben für den folgenden Schritt bei meiner Frau noch nichts gelaufen ist. Bei ihr steht klar Familie an erster Stelle, was aber nicht heisst, dass sie keine Ambitionen hat.

Meine Vorwürfe rühren eher daher, dass wir ihr diese Chance jetzt nicht so leicht möglich machen können, wie gedacht. Der Teil bei dem wir vorher wussten, dass mit meinem neuen Job harte Verpflichtungen verbunden sind und Elternzeit ein No-Go spielt da sicher mit rein.

Hoffe das klärt das ein wenig auf.
 
Dabei
5 Nov 2007
Beiträge
6.323
Alter
79
#12
.......Uns ist natürlich klar, dass das alles First World Problems sind.

.....ich bin hochbegabt, seit einigen Jahren recht arbeitsam und habe meine Hobbies zum Beruf gemacht ......
Am besten, du bewirbst dich in der dritten Welt für die Lösung von dortigen Problemen, aktuell Brasilien/Amazonas. Dort kann man hochbegabte und arbeitsame immer gut gebrauchen.

Und das würde deine Sinne für das wirkliche Leben schärfen, das ist immer gut.
 
Zuletzt bearbeitet:
Dabei
24 Sep 2017
Beiträge
1.566
#13
Hey @xymox,
ihr habt euch gemeinsam auf Augenhöhe für diese Vorgehensweise entschieden, glaubst du ihr denn nicht, dass sie mit diesem "Schlachtplan" zufrieden und einverstanden ist? Warum nicht? Glaubst du ihr nicht, wenn sie sagt, dass sie das so möchte, weil du selbst das nicht so mögen würdest? Oder meinst du, sie spielt dir etwas vor, weil sie fürchtet, in ihrer Mutterrolle nicht ernst genommen zu werden? Oder weil sie sich aussichtslos in ihrer Situation befindet? Meinst du, sie rückt nicht damit raus, wie es wirklich in ihr aussieht?
 
Dabei
24 Sep 2017
Beiträge
1.566
#14
Am besten, du bewirbst dich in der dritten Welt für die Lösung von dortigen Problemen, aktuell Brasilien/Amazonas. Dort kann man hochbegabte und arbeitsame immer gut gebrauchen.
Oha @nic99, wo kommt denn das jetzt her? Haha, klingt ein bisschen schnippisch? Und nein, die dritte Welt braucht keine white saviors und bestimmt keine "arbeitsamen" Leute - als wären "die da" alle faul und deren Probleme kämen daher, dass sie nicht genug arbeiten würden und keine guten Ideen hätten. @xymox hat ein anderes Nähebedürfnis zu seiner Familie... und ich verstehe, dass man da erstmal fragt, warum er überhaupt so eine große hat. Vielleicht geht es auch ein bisschen um Prestige, aber wer könnte es ihm in dieser Gesellschaft denn verübeln? Das Wichtigste ist, dass dem zukünftigen Kind nicht das Gefühl gegeben wird, irgendeine wichtige Chance sabotiert zu haben. Das hat es sich nämlich nicht ausgesucht.
Und das würde deine Sinne für das wirkliche Leben stärken, das ist immer gut.
First world problems ist ein Idiom, das quasi beschreibt, dass man auf hohem Niveau, auf postmaterialistischem Level, leidet. Vielleicht hast du das falsch verstanden?
 
Dabei
5 Nov 2007
Beiträge
6.323
Alter
79
#16
Oha @nic99

First world problems ist ein Idiom, das quasi beschreibt, dass man auf hohem Niveau, auf postmaterialistischem Level, leidet. Vielleicht hast du das falsch verstanden?
Ja, gut möglich, dass ich das alles in meinem Alter jetzt nicht mehr verstehe. Ist bei mir ja auch lange her, das mit den kleinen Kindern und dem Bedürfnis nach Nähe.

Und meine Enkel sind jetzt erwachsen. Ich bin zuversichtlich, dass die für sich herausfinden, wo es langgeht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Dabei
24 Sep 2017
Beiträge
1.566
#17
Ja, gut möglich, dass ich das alles jetzt nicht mehr verstehe. Ist bei mir ja auch lange her, das mit den kleinen Kindern und dem Bedürfnis nach Nähe.
Es ist ja alles kein Problem, wenn @xymox eine Person gefunden hat, der es in dieser semi-alleinerziehenden Konstellation gefällt; und er kann dann ab und zu Fußball (mit)spielen. Darum verstehe ich das wie @Twi-n-light auch nicht: Warum ein schlechtes Gewissen? Seine Frau scheint vkm Typ her auch jemand zu sein, der eine hohe Auslastung benötigt, um glücklich zu sein - die ist mit zwei Kindern definitiv gegeben, Job on top. Warum also das schlechte Gewissen? Wegen der ersten Chance auf eine leitende Position? Es wird nicht die letzte sein! Belastet es die Partnerin überhaupt?
 
Dabei
23 Nov 2016
Beiträge
528
#18
Mich irritiert diese Krieger-Metaphorik etwas. Sei mir nicht böse, Xymix, aber es hört sich an wie eine Passage aus Schillers Kabale und Liebe. Du hörst dich an wie Ferdinand. Du hörst dich an wie ein Stürmer und Dränger.

Es hat doch nichts mit Hochbegabung zu tun, wenn man Workoholic wird. Du bist ehrgeizig, willst die Anerkennung und die Kohle. Und willst beweisen, dass du mehr kannst als andere. Ne nette kleine Familie gehört da auch ins Bild.

Ehrlich, das soll sich nicht abwertend anhören. Im Gegenteil, ich kann sogar nachvollziehen, was du da gerade machst in deinem Leben. Das geht mit Mitte 30 auch, in dem Tempo.

Es wird nur nicht ewig so gehen. Irgendwer zahlt irgendwann den Preis. Weil ihr auch nicht anders seid als wir anderen alle, die auch gern einen tollen Job, Kohle und eine hübsche Familie wollen. Man ist nämlich nicht intelligenter oder fähiger oder taffer als all die anderen, die dann in einen Burnout oder eine Trennung oder Krankheit geraten sind, weil sich das Tempo doch nicht durchhalten ließ. Obwohl man alles gegeben hat und der IQ einigermaßen stimmt.

Entweder zahlt deine Frau den Preis, oder die Kinder oder am Ende du selbst. Vielleicht solltest du dich besser damit auseinandersetzen, wo dein persönliches Schlachtfeld ist, anstatt zu glauben, dass deine Frau oder die Gesellschaft um dich herum evtl. das Problem werden könnte.

Warum macht es dich nur zufrieden, wenn du beruflich alles gibst? Warum bist du nur dann "beziehungsfähig?" Oder anders gefragt: Warum macht es dich unzufrieden, wenn du nicht in Top-Position bist oder ausufernde arbeitest? Eine Arbeitssucht ist auch eine Abhängigkeit und hat in erster Linie mit einem selbst zu tun. Dass man glaubt, nur dann etwas wert zu sein, wenn man ständig alles gibt.
 
Dabei
6 Mrz 2013
Beiträge
6.414
#19
Mich irritiert diese Krieger-Metaphorik etwas.
Das ist mir auch aufgefallen, ich dachte mir aber erst "naja, Geschmacksache, meiner ist es halt nicht". Aber vielleicht macht es doch was aus in der Herangehensweise und auch beim mentalen Umgang damit, ob man etwas als "Krieg" begreift?
Gegen wen oder was "kämpft" ihr überhaupt? Wer ist euer Gegner?
Ihr liebt beide eure Arbeit, ihr liebt eure Kinder, überlegt euch doch vielleicht lieber, wie man das gemeinsame Leben für alle schön oder zumindest befriedigend gestalten könnte anstatt wie man einen Krieg gewinnen könnte.
 
Dabei
3 Jan 2019
Beiträge
1.019
#20
Das ist mir auch aufgefallen, ich dachte mir aber erst "naja, Geschmacksache, meiner ist es halt nicht". Aber vielleicht macht es doch was aus in der Herangehensweise und auch beim mentalen Umgang damit, ob man etwas als "Krieg" begreift?
Gegen wen oder was "kämpft" ihr überhaupt? Wer ist euer Gegner?
Wenn wir Glück haben bekommen wir morgen vielleicht eine Antwort. Dann ist nämlich Sonntag... ;)
 
Anzeige:

Ähnliche Themen


Oben