Er hat sich in eine andere verliebt

Dabei
23 Mai 2020
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#1
Hallo,
ich befinde mich aktuell in einer schwierigen Situation. Ich bin mit meinem Freund (beide 31) fast 7 Jahre zusammen. Vor kurzem hat er mir gesagt, dass er sich in eine andere verliebt hat. Ich war total fertig und überrascht. Als wir geredet haben hat er mir gesagt, was ihn gestört hat und das er sich von der anderen verstanden und akzeptiert gefühlt hat. Ich habe ihn zu sehr kritisiert und war zu dominant. Zudem muss ich sagen, dass wir uns in den letzten Monaten sehr häufig gestritten haben und er sich schon länger zurückzieht. Er wollte die Beziehung beenden, weil "da nichts mehr ist". Ich habe ihm gesagt, dass wir schon so lange zusammen sind und das ich ihn über alles liebe und wir die Probleme in den Griff kriegen werden. Daraufhin hat er dem zugestimmt und wir haben auf den Neuanfang angestoßen. Er hat aber auch gesagt, dass er nicht weiß, ob es so wie früher wieder werden kann.Nach einer Woche hat sich herausgestellt, dass er noch mit ihr schreibt. Ich habe dann gesagt, dass es so mit uns nicht funktionieren wird und dass er sich von ihr lösen muss. Erst hat er gesagt, dass er das nicht kann und am nächsten Tag kam er an und sagte, dass ich Recht habe und den Kontakt abbricht. Ihm fällt das aber wohl sehr schwer. Seitdem ist er relativ kühl mir gegenüber und auch nicht besonders gut drauf. Er zieht sich sehr zurück. Wir machen ab und zu was und später fängt er auch mal an zu lachen und das Eis taut etwas auf. Nur weiß ich nicht, in wie weit das alles noch einen Sinn hat. Ich weiß nicht, wie lange das noch so gehen soll, weil er aktuell auch keine Berührungen möchte. Ab und zu umarmt er mich und ich berühre ihn von mir aus nicht, da ich nicht weiß ob er das will. Das ganze ist nun seit etwa 14 Tagen so. Mir ist klar, dass sich das Problem nicht so schnell lösen lässt. Aber wann muss man sagen, dass es Zeit ist, ihn loszulassen? Und wie soll ich am besten mit ihm umgehen?
 
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Dabei
15 Jun 2019
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#2
Was genau willst du eigentlich? Willst du eure Beziehung retten oder suchst du nur einen Weg, um das Ende eurer Beziehung zu akzeptieren? Ihr seid jedenfalls an einem Punkt angekommen, an dem die allermeisten wohl die Beziehung beenden würden. Richtig glücklich seid ihr miteinander doch schon länger nicht mehr.
Die Ursache eurer Probleme ist wie so oft die fehlende Kommunikationsfähigkeit. Es gab Dinge, die deinen Freund gestört haben, aber anstatt sie zu benennen, hat er es lieber geschluckt und das führte dazu, dass er sich in eine andere Frau verliebt hat. Das macht dich wiederum eifersüchtig und plötzlich hinterfragst du alles, was dein Freund tut und schreibst ihm erst recht vor, was er deiner Meinung nach tun muss. Wenn das kein dominantes und bestimmendes Verhalten ist, weiß ich auch nicht. Falls sich in eurer Partnerschaft überhaupt noch etwas retten lässt, musst du einsehen, dass auch du Fehler gemacht hast und daran arbeiten solltest, sie künftig zu vermeiden. Und zweitens müsst ihr wieder einen Weg finden, wie ihr miteinander richtig kommunizieren könnt. Habt ihr es schon einmal mit einer Paartherapie versucht?
 
Dabei
6 Mrz 2013
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#3
Ich habe dann gesagt, dass es so mit uns nicht funktionieren wird und dass er sich von ihr lösen muss.
Da hast du also mal wieder deine Dominanz bewiesen und ihm eine Ansage gemacht.
Aber wann muss man sagen, dass es Zeit ist, ihn loszulassen?
Das muss man für sich selber spüren. So aus der Ferne betrachtet scheint eure Beziehungszeit abgelaufen zu sein. Er will doch ganz deutlich nicht mehr.
 
Dabei
23 Mai 2020
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#4
Eine Paartherapie hatte ich auch schon überlegt, aber er ist da etwas skeptisch. Ich habe mir daher im Internet einige Coaching-Ratgeber besorgt. Ja ich weiß, dass er aktuell nicht sonderlich begeistert von der Beziehung ist, da er sich in den letzten Monaten emotional von mir entfernt hat. Ich halte an der Beziehung so fest, weil er mir bevor das alles losging gesagt hat, dass er mich liebt und an unsere Beziehung glaubt. Wir haben auch schon von heiraten etc. gesprochen. Ich kann das einfach nicht aufgeben und hoffe, dass er wieder zu mir findet, wenn wir und insbesondere ich an der Beziehung arbeiten.
 
Dabei
13 Jul 2015
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#5
Hi Blümchen,
ich hab das Gefühl, wenn es jetzt nur an der Kommunikation liegt, könnt ihr das in den Griff bekommen.
Er sagt also, dass du ihm zu dominant bist und ihn zu viel kritisierst. Kannst du das nachvollziehen, oder findest du das unberechtigt?

Mich würde auch interessieren, bei was du ihn kritisierst, was ihn dann sich von dir entfernen lässt. Hast du eine Idee oder hat er das gesagt?

Ich glaube das viele Menschen ein starkes Bedürfnis nach Akzeptanz haben, und Kritik (grade vom Partner) dann sehr schmerzt, sie sagt aus der sicht der anderen quasi aus: du bist nicht gut genug. Man möchte sich aber gut und stark fühlen, und das bindet ja auch zusammen...
 
Dabei
15 Jun 2019
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#6
Ich halte an der Beziehung so fest, weil er mir bevor das alles losging gesagt hat, dass er mich liebt und an unsere Beziehung glaubt.
Gefühle können sich mit der Zeit verändern. Gerade wenn die Beziehung einem nicht gut tut und das hat sie deinem Freund offenbar nicht.

Ich kann das einfach nicht aufgeben und hoffe, dass er wieder zu mir findet, wenn wir und insbesondere ich an der Beziehung arbeiten.
Du musst akzeptieren, dass es in eurer Beziehung nicht nur um dich geht und du nicht immer deinen Willen durchsetzen kannst. Partnerschaft heißt, immer wieder für beide tragfähige Kompromisse auszuloten und nicht immer sein Ding durchzuziehen und der andere muss zurückstecken. Deshalb stellt sich die berechtigte Frage: will dein Freund an der Beziehung festhalten? Ganz offensichtlich ja wohl eher nicht. Das gilt es von deiner Seite aus zu respektieren.
Du schreibst, dass du es nicht einfach aufgeben kannst. Dein Freund aber offenbar schon - und wenn er eure Beziehung aufgegeben hat, dann führt ihr im Grunde genommen schon jetzt keine Beziehung mehr miteinander. In dem Fall musst du diese bittere Pille jetzt wohl schlucken und solltest seinem Glück nicht mehr im Wege stehen. Das macht dich auch frei für was Neues.
Natürlich kannst du versuchen, eure Beziehung zu retten. Aber da ja der Vorschlag einer Paartherapie nicht auf Gegenliebe stieß, sind die Chancen, dass du da wieder die Beziehung kitten kannst, eher gering.
Und dann frag dich mal: warum hältst du eigentlich noch an der Beziehung fest? Ist es, weil du ihn wirklich noch liebst? Oder ist es nicht viel eher Gewohnheit, weil ihr schon so lange Zeit zusammen seid und du Angst hast, nun allein zu sein? Wenn es letzteres ist, ist es ein ziemlich blöder Grund, um zusammen zu bleiben. Ist es ernsteres, solltest du dir die Frage stellen: hast du deinem Freund auch das Gefühl gegeben, dass du ihn liebst?
 
Dabei
13 Jul 2015
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#7
will dein Freund an der Beziehung festhalten? Ganz offensichtlich ja wohl eher nicht. Das gilt es von deiner Seite aus zu respektieren.
Du schreibst, dass du es nicht einfach aufgeben kannst. Dein Freund aber offenbar schon
Das finde ich etwas weit hergeholt. Weil man sich aufgrund von Problemen (Kommunikation etc) voneinander entfernt, heisst das noch lange nicht dass es nicht mehr funktionieren kann. Beziehung bedeutet mMn eben auch, Lösungen für diese Art von Problemen zu suchen, und das tut Blümchen ja grade. Skepsis heisst für mich nicht gleich Aufgabe.
Mit seinen Defiziten auseinandersetzten muss man sowieso (Blümchen: evt zu viel Kritik. Ihr Freund: spricht Dinge nicht an). Das wird sich auch nicht ändern, wenn man die Beziehung beendet, und holt ein spätestens in der nächsten Beziehung wieder ein. Warum also nicht gemeinsam jetzt daran arbeiten?
 
Dabei
23 Mai 2020
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#8
Gefühle können sich mit der Zeit verändern. Gerade wenn die Beziehung einem nicht gut tut und das hat sie deinem Freund offenbar nicht.


Du musst akzeptieren, dass es in eurer Beziehung nicht nur um dich geht und du nicht immer deinen Willen durchsetzen kannst. Partnerschaft heißt, immer wieder für beide tragfähige Kompromisse auszuloten und nicht immer sein Ding durchzuziehen und der andere muss zurückstecken. Deshalb stellt sich die berechtigte Frage: will dein Freund an der Beziehung festhalten? Ganz offensichtlich ja wohl eher nicht. Das gilt es von deiner Seite aus zu respektieren.
Du schreibst, dass du es nicht einfach aufgeben kannst. Dein Freund aber offenbar schon - und wenn er eure Beziehung aufgegeben hat, dann führt ihr im Grunde genommen schon jetzt keine Beziehung mehr miteinander. In dem Fall musst du diese bittere Pille jetzt wohl schlucken und solltest seinem Glück nicht mehr im Wege stehen. Das macht dich auch frei für was Neues.
Natürlich kannst du versuchen, eure Beziehung zu retten. Aber da ja der Vorschlag einer Paartherapie nicht auf Gegenliebe stieß, sind die Chancen, dass du da wieder die Beziehung kitten kannst, eher gering.
Und dann frag dich mal: warum hältst du eigentlich noch an der Beziehung fest? Ist es, weil du ihn wirklich noch liebst? Oder ist es nicht viel eher Gewohnheit, weil ihr schon so lange Zeit zusammen seid und du Angst hast, nun allein zu sein? Wenn es letzteres ist, ist es ein ziemlich blöder Grund, um zusammen zu bleiben. Ist es ernsteres, solltest du dir die Frage stellen: hast du deinem Freund auch das Gefühl gegeben, dass du ihn liebst?
Ich liebe Ihn ganz klar. Ich habe ihm aber nicht das Gefühl gegeben und das hat er mir selbst gesagt. Ich achte seit den letzten Wochen verstärkt darauf, ihm die Liebe zu beweisen und koche uns was schönes oder bringe ihm was leckeres mit. Das fand er auch ganz gut und sagte "das hätte ich so noch nicht gemacht".
 
Dabei
23 Mai 2020
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#9
Hi Blümchen,
ich hab das Gefühl, wenn es jetzt nur an der Kommunikation liegt, könnt ihr das in den Griff bekommen.
Er sagt also, dass du ihm zu dominant bist und ihn zu viel kritisierst. Kannst du das nachvollziehen, oder findest du das unberechtigt?

Mich würde auch interessieren, bei was du ihn kritisierst, was ihn dann sich von dir entfernen lässt. Hast du eine Idee oder hat er das gesagt?

Ich glaube das viele Menschen ein starkes Bedürfnis nach Akzeptanz haben, und Kritik (grade vom Partner) dann sehr schmerzt, sie sagt aus der sicht der anderen quasi aus: du bist nicht gut genug. Man möchte sich aber gut und stark fühlen, und das bindet ja auch zusammen...
Hallo Ida. Ich kann die Kritik nachvollziehen und das habe ich ihm auch gesagt und mich entschuldigt. Ich habe irgendwie nicht gesehen, dass ich ihn verletze. Es ging manchmal um das Äußere, er wollte abnehmen und ich ihn nur unterstützen. Ich habe über die Dinge, die er tut (z.B. Computer spielen) oft gemeckert. Er hat sich dann immer mehr zurückgezogen um mir nicht mehr die Möglichkeit zum meckern gegeben. Und manchmal habe ich Entscheidungen getroffen, weil ich dachte, dass ihm es egal ist (so hat er es zumindest vermittelt). Er fühlte sich wie ein "Hündchen an der Leine". Das habe ich alles nicht so wahrgenommen und gesagt, das ich mich ändere. Er ist allerdings skeptisch, ob ich das hinbekomme.
 
Dabei
13 Jul 2015
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#10
Darf ich dich fragen, was du vor hast zu ändern? Willst du versuchen, gar nicht mehr zu kritisieren (auch wenn es dich stört), oder deine Ausdrucksweise?

Entscheidungen getroffen, weil ich dachte, dass ihm es egal ist (so hat er es zumindest vermittelt)
Das klingt für mich jetzt nicht nach Dominanz von deiner Seite aus, sondern auch danach, dass er nicht klar ausdrückt was ihm wichtig ist- kann das sein?
 
Dabei
23 Mai 2020
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#11
Darf ich dich fragen, was du vor hast zu ändern? Willst du versuchen, gar nicht mehr zu kritisieren (auch wenn es dich stört), oder deine Ausdrucksweise?


Das klingt für mich jetzt nicht nach Dominanz von deiner Seite aus, sondern auch danach, dass er nicht klar ausdrückt was ihm wichtig ist- kann das sein?

Wenn ich gar nichts mehr sagen darf werden wir beide nicht glücklich. Ich meinte damit die Ausdrucksweise, weil ich anhand der whatsapp Nachrichten festgestellt habe, dass ich zu bestimmerisch war.

Ja, das habe ich auch schon oft gedacht. Er sagt es muss immer so laufen wie ich es möchte. Aber manchmal fehlt dann das letzte abschließende Signal von ihm, dass er was nicht möchte. Er sagte mir, dass er nacher gar nichts mehr sagt, weil er keine Lust hat weiter zu diskutieren und ich eh meinen Dickkopf durchsetzen will. Mir würde es in manchen Situationen an Empathie fehlen, wobei ich das nicht so so sehe, weil ich ihn ja auch frage, ob bestimmte Dinge ok sind. Beim letzten Spaziergang hat er im Vorfeld gesagt, dass er nur 30 min. gehen möchte und ich habe es dann doch ausgedehnt weil ich länger raus wollte. Das war dann von meiner Seite aus nicht ganz fair.
 
Dabei
27 Aug 2011
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#12
Hallo @Blümchen6789,

die Probleme, die ihr habt, haben viele Paare im Laufe der Zeit. Die Frauen kritisieren zu oft, die Männer sitzen vor dem PC. Man wird selbstverständlich für den anderen. Mein erster Freund war auch so. Aber das war nicht der Grund warum die Beziehung scheiterte...

Aus meinem näheren Umfeld habe ich folgendes gelernt: viele Dinge, die dich jetzt stören, haben dich auch schon lange vorher gestört, nur das man am Anfang eben noch viel verliebter ist und man eher darüber hinweg sieht. Dann fängt man an die Dinge anzusprechen, eine Zeit lang läuft es besser, dann spricht man wieder drüber, dann "meckert" man, es entsteht Frust, man schluckt es runter und sagt dann nichts mehr und dann fängt man wieder an zu "meckern".

Du scheinst eine Person zu sein, die weiß was sie im Leben will und was sie von einem Zusammenleben und von ihrem Partner erwartet. Doch das kann dein Partner einfach nicht erfüllen. Und vermutlich war das auch vorher schon so. Dein Partner wusste von Anfang an, dass du einen Dickschädel hast und hat sich trotzdem in dich verliebt und jetzt kommt es wie ein Boomerang zurück.

Kritik am Partner ist immer ein wunder Punkt in Partnerschaften. Da kommt es definitiv auf Feingefühl (insbesondere den Ton und Empathie) an. Wenn du bisher das Gefühl hattest, dass du Entscheidungen alleine treffen musstest, weil er keine Meinung dazu hatte, dann ist das auch frustierend und wirkt als sei dein Partner nicht an der Beziehung interessiert ODER er verlässt sich schlichtweg darauf, dass du die richtige Entscheidung für euch beide triffst. So funktioniert die Beziehung aber nicht. Beide müssen entscheiden und wie Peachy schon schrieb: Kompromisse schließen, die beide Seiten betreffen.

Wenn nur du dich jetzt änderst, bringt das wenig. Auch er muss das tun und vor allem wollen.
(Ich stoppe hier mal, weil es sonst noch mehr wird und vieles davon bereits gesagt wurde.)
CGL
 
Dabei
27 Feb 2013
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#13
und wie Peachy schon schrieb: Kompromisse schließen, die beide Seiten betreffen.
Das ist lieb, dass du mich zitierst, nur hab ich das niemals geschrieben :mrgreen:.

Wenn eine Beziehung so vieler Kompromisse benötigt, dass sie immer präsent und so spürbar sind, kann man sie (die Beziehung) getrost in die Tonne werfen.

Wenn ich zu viele Kompromisse schließen muss, kann ich nicht mehr ich selbst sein. Dann passen wir einfach nicht zusammen. Ein Kompromiss dient zur Lösung eines Konflikts. Zu viele Konflikte haben in den Liebe nichts verloren.
 
Dabei
13 Jul 2015
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#16
Beim letzten Spaziergang hat er im Vorfeld gesagt, dass er nur 30 min. gehen möchte und ich habe es dann doch ausgedehnt weil ich länger raus wollte. Das war dann von meiner Seite aus nicht ganz fair.
Ich verstehe nicht, was ihn daran hindert, dann einfach schon früher ohne dich nach hause zu gehen? Da sehe ich keine Unfairness von deiner Seite aus, ausser er ist aus irgendeinem Grund auf deine Begleitung angewiesen?

Sonst stimme ich CGL zu, dass auch er eine Bereitschaft zeigen muss, etwas ändern zu wollen, wenn nur du jetzt versuchst, dich zu ändern, ist das keine nachhaltige Lösung, denn deine Kritik entspringt ja auch einem (ungestillten) Bedürfnis deinerseits..
 
Dabei
27 Feb 2013
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#17
Ich verstehe nicht, was ihn daran hindert, dann einfach schon früher ohne dich nach hause zu gehen?
Da machte er wohl einen Kompromiss :mrgreen:

So wie das neutral siehst, gab es natürlich keinen Grund oder ein Hindernis.

Aber... du und wir alle wissen nicht, wie er sie die letzten sieben Jahre empfunden hat. Wenn sie ihren Dickschädel nicht durchsetzen konnte.

Ich war mal in so einer Beziehung, wo mein Partner so lange keine Ruh gab, bis er bekommen hat, was er wollte oder so schmollte, dass es mir den ganzen Tag verdarb. Sodass ich einfach gleich tat, was er wollte, damit ich meine Ruhe hatte. Vielleicht hat er zuvor ja schon mal nach seinem Empfinden gehandelt und empfand die Konsequenzen danach viel zu anstrengend, um sich ihnen immer wieder auszusetzen.
 
Dabei
15 Jun 2019
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#18
Das finde ich etwas weit hergeholt. Weil man sich aufgrund von Problemen (Kommunikation etc) voneinander entfernt, heisst das noch lange nicht dass es nicht mehr funktionieren kann.
Grundsätzlich stimme ich dir zu. Hier ist es doch aber schon so, dass ihr Freund schon Gefühle für eine andere Person entwickelt hat, also eine dritte Partei involviert ist. Und da muss man ganz klar sagen, dass in diesen Fällen sehr, sehr oft die Trennung emotional schon vollzogen ist. Das offizielle Ende der Beziehung ist dann oft nur noch Formsache. So sehe ich das zumindest. Etwas anderes wäre es, wenn noch keine andere Frau im Spiel wäre.

Wenn ich gar nichts mehr sagen darf werden wir beide nicht glücklich.
Genau deswegen solltest du dich mit Kritik auch nie zurückhalten. Das verlangt ja niemand von dir. Aber nicht okay ist es, wenn du einfach Entscheidungen triffst und dann erwartest, dass dein Freund einfach das tut, was du verlangst.
Natürlich darfst, sollst und musst du Dinge, welche dir nicht passen, immer ansprechen. Wenn mein Freund lieber immer nur vor dem PC sitzen würde und gar nichts anderes mit mir unternähme, würde mich das auch extrem stören und ich würde ihm das auch sagen. Es macht aber einen Unterschied, ob ich ihm sage: "Du musst jetzt aber mit mir raus zum Spazierengehen" oder kritisiere: "Findest du nicht, dass es mit dem Computer-Daddeln für heute reicht? Was hältst du davon, wenn wir draußen was gemeinsam machen?"

Wenn ich zu viele Kompromisse schließen muss, kann ich nicht mehr ich selbst sein.
Das sehe ich anders. Ein Kompromiss ist ja gerade eine Lösung für einen Konflikt, der für beide Seiten tragfähig ist, wo ich mich nicht verbiegen muss, dass ich am Ende nicht mehr ich selbst bin. Vielleicht muss ich dabei von meinem ursprünglichen Ziel abweichen und ein paar Abstriche in Kauf nehmen, insgesamt ist ein Kompromiss aber eine Lösung, mit der auch ich einverstanden sein kann. Ein guter Kompromiss ist etwas, wo beide Seiten bekommen, was sie wollen.
Wenn man immer nachgibt und mit der gefundenen Lösung nicht einverstanden ist, dann ist es kein Kompromiss. Dann ist es ein klassischer Fall von: "Du hast bekommen, was du willst und ich habe das Nachsehen, dir zuliebe hab' ich aber nachgegeben." Wenn man das zu häufig machen muss, dann ist es für das eigene Wohlbefinden und für die Beziehung auf Dauer wirklich nicht gut.

Ich verstehe nicht, was ihn daran hindert, dann einfach schon früher ohne dich nach hause zu gehen? Da sehe ich keine Unfairness von deiner Seite aus, ausser er ist aus irgendeinem Grund auf deine Begleitung angewiesen?
Das sehe ich auch so. Wenn man sich aber schon wegen solcher Kleinigkeiten in die Haare kriegt, muss man sich ernsthaft fragen, auf welcher gemeinsamen Grundlage die Beziehung eigentlich basiert. Eventuell ist die gemeinsame Schnittmenge einfach zu klein als dass man da mit dem Abflauen der Verliebtheitsgefühle eine längerfristige Zukunft miteinander sieht.

Wenn nur du dich jetzt änderst, bringt das wenig. Auch er muss das tun und vor allem wollen.
Absolut! Da muss auch schon der Wille des Freundes dahinter stecken, etwas in der Beziehung zu ändern. Wenn er nicht will, hat jeder Rettungsversuch keine Chance. Dann ist es ein Kampf gegen Windmühlen.

@Blümchen6789 eure Probleme sind auf jeden Fall nichts, was man von heute auf morgen löst. Wenn sich da was retten lässt, dann brauchst du auf jeden Fall viel Geduld, Einfühlungsvermögen und Mut. Ich wünsch dir dafür jedenfalls die notwendige Kraft.
 
Dabei
14 Mai 2020
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#19
Hi Blümchen,

vielleicht mal eine ganz andere Sichtweise, als von den anderen: Ich glaube nicht, dass ihr so massive Probleme habt, die ihr mit Mühe und Einfühlungsvermögen lösen müsst. Fakt ist, er hat sich verliebt. Und er hat dir Gründe genannt. ABER, das heißt nicht, dass das auch wirklich die Gründe sind. Ihr seid sehr jung zusammengekommen und schon ziemlich lange zusammen. Ich glaube, dass da einfach auch der Reiz des Neuen ist, die Neugier nach anderen (ganz egal wie eure Beziehung läuft, selbst wenn sie perfekt wäre).

Mein Rat wäre: Mach du einen Schritt zurück und komm ihm nicht noch entgegen. Konkret würde ich dir raten in etwa folgendes zusagen: "Ich habe jetzt nochmal über die Situation nachgesagt. Du bist verliebt und auch ich muss meine Gefühle ordnen, ob ich noch mit dir zusammen sein will. Daher brauche ich ein bisschen Abstand."

Wenn er wirklich verliebt ist, ist er eh weg... so oder so. Wenn ihr jetzt zusammenhockt und "Beziehungsarbeit" leistet, dann wird ihn das nur darin bestätigen, dass er weg will. Ihr quält euch gerade beide. Wenn du jetzt aber den Abstand schaffst, dann kann es sein, dass er dich vermisst und ihm klar wird, dass er mit dir und nicht der anderen zusammen sein will und sich wieder Verliebtheitsgefühle aufbauen.

Dazu bedarf es aus meiner Sicht aber den mutigen Schritt in die Gefahr, dass er durch deinen Vorschlag ganz zu der Neuen geht.
 
Dabei
27 Feb 2013
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#20
Das sehe ich anders. Ein Kompromiss ist ja gerade eine Lösung für einen Konflikt, der für beide Seiten tragfähig ist, wo ich mich nicht verbiegen muss, dass ich am Ende nicht mehr ich selbst bin. Vielleicht muss ich dabei von meinem ursprünglichen Ziel abweichen und ein paar Abstriche in Kauf nehmen, insgesamt ist ein Kompromiss aber eine Lösung, mit der auch ich einverstanden sein kann. Ein guter Kompromiss ist etwas, wo beide Seiten bekommen, was sie wollen.
Wenn man immer nachgibt und mit der gefundenen Lösung nicht einverstanden ist, dann ist es kein Kompromiss. Dann ist es ein klassischer Fall von: "Du hast bekommen, was du willst und ich habe das Nachsehen, dir zuliebe hab' ich aber nachgegeben." Wenn man das zu häufig machen muss, dann ist es für das eigene Wohlbefinden und für die Beziehung auf Dauer wirklich nicht gut.

Liebe JuliaA, ich schrieb von "zu vielen" Kompromissen. Du schreibst von "einem". :002:
 
Dabei
15 Jun 2019
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#21
Liebe JuliaA, ich schrieb von "zu vielen" Kompromissen. Du schreibst von "einem".
Liebe Peachy, was ich geschrieben habe, bezieht sich auf Kompromisse allgemein. Unabhängig von der Anzahl. Was ich damit meine: was du als Kompromiss beschrieben hast, ist eigentlich keiner. Es ist ein klassisches Nachgeben, um seine Ruhe zu haben und der eine bekommt alles, der andere aber nichts. Wenn man nur zurücksteckt, ohne dafür etwas zu bekommen, ist es ja aber kein Kompromiss mehr.
 
Dabei
27 Feb 2013
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#22
Liebe Julia, ein Kompromiss ist die Lösung eines Konflikts. Wenn ich zu viele Kompromisse schließen muss, schwebt immer eine Wolke des Konflikts über der Beziehung und damit die nicht ausbricht und gewittert, muss ich einen Kompromiss schließen. Und da hats dann was. Dann passt was nicht. Wenn es zu oft ist und ich zu viele Kompromisse schließen muss.

Wenn du das völlig anders siehst und dir Kompromisse schließen nichts ausmacht und zu einer guten Beziehung dazugehören, ist es für mich völlig in Ordnung. :002:
 
Dabei
5 Jun 2015
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#23
Hi Blümchen,

vielleicht mal eine ganz andere Sichtweise, als von den anderen: Ich glaube nicht, dass ihr so massive Probleme habt, die ihr mit Mühe und Einfühlungsvermögen lösen müsst. Fakt ist, er hat sich verliebt. Und er hat dir Gründe genannt. ABER, das heißt nicht, dass das auch wirklich die Gründe sind. Ihr seid sehr jung zusammengekommen und schon ziemlich lange zusammen. Ich glaube, dass da einfach auch der Reiz des Neuen ist, die Neugier nach anderen (ganz egal wie eure Beziehung läuft, selbst wenn sie perfekt wäre).

Mein Rat wäre: Mach du einen Schritt zurück und komm ihm nicht noch entgegen. Konkret würde ich dir raten in etwa folgendes zusagen: "Ich habe jetzt nochmal über die Situation nachgesagt. Du bist verliebt und auch ich muss meine Gefühle ordnen, ob ich noch mit dir zusammen sein will. Daher brauche ich ein bisschen Abstand."

Wenn er wirklich verliebt ist, ist er eh weg... so oder so. Wenn ihr jetzt zusammenhockt und "Beziehungsarbeit" leistet, dann wird ihn das nur darin bestätigen, dass er weg will. Ihr quält euch gerade beide. Wenn du jetzt aber den Abstand schaffst, dann kann es sein, dass er dich vermisst und ihm klar wird, dass er mit dir und nicht der anderen zusammen sein will und sich wieder Verliebtheitsgefühle aufbauen.

Dazu bedarf es aus meiner Sicht aber den mutigen Schritt in die Gefahr, dass er durch deinen Vorschlag ganz zu der Neuen geht.
mir gefällt dieser Ansatz sehr gut👍🏼
 
Dabei
3 Jan 2019
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#24
Ich habe jetzt alles nur überflogen, aber es erinnert mich sehr an meine eigene Geschichte. Damals war ich in meiner Ehe auch sehr unzufrieden, fühlte mich nicht genug wertgeschätzt und meine "Arbeit" in der Familie einfach nicht honoriert. Wenn das bei Deinem Freund auch so ist, dann fürchte ich, dass da nichts mehr zu retten ist. Meine Frau hatte damals auch eine Paartherapie vorgeschlagen, aber dafür war es von meiner Seite aus einfach zu spät. Ich hatte meinen Frust solange in mich hinein gefressen, dass ich die Lösung schon selbst erkannte - ohne Paartherapie. Und die war schlicht: Trennung.

Ich wünsche Dir, dass es anders verläuft, möchte Dir da aber auch keine falschen Hoffnungen machen.
 
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