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Hummel2006
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- Feb. 2026
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Hallo zusammen, ich bin 34 Jahre alt und weiblich. Ich habe meinen Freund vor fast zwei Jahren kennengelernt. Wir haben uns relativ schnell ineinander verliebt. Es war intensiv, vertraut und besonders.
Ich habe eine eigene Wohnung. Simon hat mit seiner Exfreundin ein Haus gebaut. Sie hat sich kurz vor der Fertigstellung nach ein paar Jahren Beziehung von ihm getrennt – ein paar Monate, bevor wir uns kennengelernt haben.
Von Anfang an gab es jedoch auch Probleme bei uns, vor allem beim Thema Ordnung und Haushalt. Simon ist ein sehr ordentlicher, strukturierter, direkter und ehrlicher Mensch. Ich hingegen komme aus einer schweren Vergangenheit mit mehreren Schicksalsschlägen. In dieser Zeit habe ich eine Depression entwickelt und phasenweise kaum die Kraft gehabt, meinen Alltag zu bewältigen. Das hat sich folgendermaßen geäußert:
Aus Scham, Angst und Überforderung habe ich in der Anfangszeit der Beziehung etwas getan, was ich heute zutiefst bereue:
Ich habe ihn elf Monate lang angelogen, weil ich ihn nicht in meine Wohnung lassen konnte. Ich habe es einfach nicht geschafft, Ordnung zu halten, und hatte panische Angst, ihn zu verlieren, wenn er das sehen würde.
Nach elf Monaten Beziehung, vielen Streits und mehreren Trennungen auf Zeit habe ich ihm schließlich alles gesagt. Ich war ein Messi geworden. Das habe ich ihm Griff. Ich mache eine Therapie, um die Dinge aufzuarbeiten, ich bin umgezogen in eine neue Wohnung und habe meinen Haushalt im Griff. Er hatte Verständnis für meine Situation, aber gleichzeitig hat es etwas in ihm zerstört: sein Vertrauen in mich. Er sagte, er habe das Gefühl, ich hätte mein Leben nicht im Griff und könne ihm nicht mehr ehrlich begegnen. Er kann mit dem Chaos und dem, was ich damals an mir hatte, nicht umgehen.
In dieser Zeit bin ich vor dem Problem weggelaufen und habe quasi bei ihm gewohnt und seinen Haushalt geführt. Das hat ohne Probleme funktioniert.
Im Januar letzten Jahres hat er sich deshalb von mir getrennt, weil ich ihm alles erzählt habe. Danach folgte eine lange On-off-Phase. Viele Menschen sagen, dass wir eigentlich ein sehr gutes Paar sind: Wenn wir uns nicht streiten, ist alles gut. Wir haben ähnliche Interessen, lachen viel miteinander und teilen ähnliche Vorstellungen vom Leben, vieles passt. Aber es gab immer nur kleine Situation, die gegen seine Werte fallen: Ordnung, Sauberkeit, Struktur, sich an sein Wort halten, Verlösslichkeit und Ehrlichkeit
Im September letzten Jahres haben wir beschlossen, es noch einmal miteinander zu versuchen.
Ich war und bin davon überzeugt, dass wir das schaffen können.
Es gibt auch schöne Phasen: Nähe, Liebe, Aufmerksamkeit und gemeinsame Momente, in denen alles leicht ist. Doch immer wieder geraten wir in dieselben Konflikte – oft wegen nur Kleinigkeiten.
Simon hat das Gefühl, dass ich mich nicht an Absprachen halte. Früher kam ich oft zu spät, das habe ich mittlerweile geändert. Trotzdem passieren immer wieder Dinge, die ihn extrem triggern. Er hat schon sehr konkrete Vorstellungen von einer Frau und einer Beziehung. Am Anfang war ich diesbezüglich auch verunsichert, aber ich habe gemerkt, dass ich diese Ziele und Vorstellungen auch teile. Allerdings gibt es immer wieder Kleinigkeiten, wo er das Gefühl hat, dass ich lange brauche, damit ein Lerneffekt eintritt, dass er mir manchmal das Leben erklären muss, dass ich mich nicht an mein Wort halte und das er mir manche Dinge so häufig erklären muss (als wäre ich ein kleines Kind) Folgende Beispiele:
– Ich kaufe etwas ein, obwohl ich mir nicht sicher bin ob er das meint - Die Absprache ist eigentlich, ich lasse es dann weg oder ich rufe ihn an bevor ich etwas falsches mitbringe
– Ich mache Dinge anders, als er sie logisch richtig findet (z. B. Milch eingießen, Flaschen ausspülen, Türen schließen, abspülen, Fenstergriffe im 90 Grad Winkel schließen, etc)
– Ich vergesse Kleinigkeiten oder Absprachen
– Ich bin manchmal schusselig - Beim Kochen spritzt etwas daneben, ich habe Essenreste an den Fingern beim Essen, ich habe etwas Schnott in der Nase, Ich koche und wasche mir nicht direkt die Hände - Essenreste landen dann an Griffen wo es eigentlich nicht hingehört ...
Wir verbringen aktuell die meiste Zeit bei ihm, weil sich dort unser gemeinsames Leben abspielt. Ich mache dort den Haushalt, kümmere mich um ihn und bin aufmerksam, weil ich mir genau so ein gemeinsames Leben wünsche. Parallel kümmere ich mich auch um meinen eigenen Haushalt, den ich inzwischen wieder im Griff habe. Ich bin in Therapie, arbeite meine Vergangenheit auf und gehe meine Depression aktiv an – und es klappt gut.
Trotzdem hat er das Gefühl, ich sei nicht ordentlich genug, nicht zuverlässig genug und dass er mir ständig erklären müsse, „wie man lebt“.
Ich empfinde mich selbst als normal: nicht perfekt, aber lernbereit. Ich nehme seine Kritik an und versuche wirklich, mich zu verbessern, weil ich es sehe und weil ich es möchte, weil ich merke, dass er Recht und vieles auch einfacher macht.
Mittlerweile eskaliert es jedoch fast jedes Mal, wenn so etwas passiert – und das beinahe täglich. Er wird sehr schnell wütend, fühlt sich überfordert und zieht sich zurück. Wir kommen aus dieser Dynamik nicht mehr heraus, und ihm geht es dann richtig schlecht, weil ihn das alles sehr belastet.
Wenn es ihm zu viel wird, braucht er Abstand.
Und genau damit kann ich nicht gut umgehen.
Abstand fühlt sich für mich wie Ablehnung an, wie Liebesentzug. Ich bekomme Angst und schreibe ihm Nachrichten, weil ich denke: Abstand kann doch nicht die Lösung sein.
Dann raufen wir uns wieder zusammen. Zwei Tage ist alles gut.
Und dann beginnt der Kreislauf von vorne.
In solchen Momenten hat er da Gefühl, er kann sich nicht auf mich verlassen, mir nicht vertrauen, ich kann es ja sowieso nicht oder er hat das Gefühl, er muss alles kontrollieren und für alles die Verantwortung alleine tragen. Und somit verschließt er sich gegenüber mir und vertraut mir auch immer weniger an.
Erschwerend kommt hinzu, dass seine frühere Freundin – seine einzige Beziehung vor mir, die fünf Jahre gedauert hat – all diese Dinge offenbar besser konnte. Und dass er meine Lüge bis heute nicht vergessen kann. Sie tut ihm immer noch weh. Auch, dass ich zwischenzeitlich wegen Kleinigkeiten noch lüge. Ich weiß, dass diese Lügen unnötig sind, aber manchmal denke ich nicht nach.
Ich weiß nicht mehr, was ich noch tun soll, um diese Beziehung zu retten und diese Dynamik zu verändern. Ich weiß nur, dass ich davon überzeugt bin, dass wir zusammenpassen – sonst würde ich nicht so sehr kämpfen. Ich weiß, dass ich auch alleine gut zurechtkomme, aber ich hatte bereits viele Beziehungen und merke einfach, dass er der Richtige ist. Aber wenn ich sage: Ich stelle all diese Fehler ab, ist eine Lüge, aber nur versuchen reicht ihm nicht. Er möchte, dass das Resultat stimmt. Und dabei gebe ich mir wirklich Mühe und sehe auch die Dinge. Ich verstehe, das was er sagt richtig ist und nehme es an. Aber ich brauche für manches einfach länger.
Ich möchte diese Dynamik verändern. Wir haben bereits so viele Gespräche geführt. Ich möchte es ändern, ich kann es ändern, und ich arbeite an mir. Allein im letzten Jahr habe ich viele positive Veränderungen erreicht. Trotzdem passieren mir manchmal noch Fehler:
Ich halte mich nicht immer an Absprachen, halte mein Wort nicht ein, bin vergesslich oder nicht aufmerksam genug. Manchmal lüge ich in winzigen Kleinigkeiten, obwohl es völlig unnötig ist.
Und genau das kann er nicht akzeptieren.
Er möchte, dass ich die Verantwortung für mein Leben übernehme.
Ich möchte dazu sagen, er ist ein sehr leistungsorientierter, ehrgeiziger, verlässlicher, verantwortlicher Mensch und möchte eigentlich für seine Partnerin nur das Beste. Grundsätzlich sind das sehr schöne und positive Eigenschaften - aber für mich fühlt sich das in den Momenten nicht so an.
Durch die ständigen Streits wird unsere Beziehung immer instabiler. Dadurch suche ich aktiv nach Lösungen für das Problem. Gründe, warum es besser ist, sich zu trennen, benötige ich nicht.
Ich würde mich sehr über hilfreiche Tipps freuen.
Ich habe eine eigene Wohnung. Simon hat mit seiner Exfreundin ein Haus gebaut. Sie hat sich kurz vor der Fertigstellung nach ein paar Jahren Beziehung von ihm getrennt – ein paar Monate, bevor wir uns kennengelernt haben.
Von Anfang an gab es jedoch auch Probleme bei uns, vor allem beim Thema Ordnung und Haushalt. Simon ist ein sehr ordentlicher, strukturierter, direkter und ehrlicher Mensch. Ich hingegen komme aus einer schweren Vergangenheit mit mehreren Schicksalsschlägen. In dieser Zeit habe ich eine Depression entwickelt und phasenweise kaum die Kraft gehabt, meinen Alltag zu bewältigen. Das hat sich folgendermaßen geäußert:
Aus Scham, Angst und Überforderung habe ich in der Anfangszeit der Beziehung etwas getan, was ich heute zutiefst bereue:
Ich habe ihn elf Monate lang angelogen, weil ich ihn nicht in meine Wohnung lassen konnte. Ich habe es einfach nicht geschafft, Ordnung zu halten, und hatte panische Angst, ihn zu verlieren, wenn er das sehen würde.
Nach elf Monaten Beziehung, vielen Streits und mehreren Trennungen auf Zeit habe ich ihm schließlich alles gesagt. Ich war ein Messi geworden. Das habe ich ihm Griff. Ich mache eine Therapie, um die Dinge aufzuarbeiten, ich bin umgezogen in eine neue Wohnung und habe meinen Haushalt im Griff. Er hatte Verständnis für meine Situation, aber gleichzeitig hat es etwas in ihm zerstört: sein Vertrauen in mich. Er sagte, er habe das Gefühl, ich hätte mein Leben nicht im Griff und könne ihm nicht mehr ehrlich begegnen. Er kann mit dem Chaos und dem, was ich damals an mir hatte, nicht umgehen.
In dieser Zeit bin ich vor dem Problem weggelaufen und habe quasi bei ihm gewohnt und seinen Haushalt geführt. Das hat ohne Probleme funktioniert.
Im Januar letzten Jahres hat er sich deshalb von mir getrennt, weil ich ihm alles erzählt habe. Danach folgte eine lange On-off-Phase. Viele Menschen sagen, dass wir eigentlich ein sehr gutes Paar sind: Wenn wir uns nicht streiten, ist alles gut. Wir haben ähnliche Interessen, lachen viel miteinander und teilen ähnliche Vorstellungen vom Leben, vieles passt. Aber es gab immer nur kleine Situation, die gegen seine Werte fallen: Ordnung, Sauberkeit, Struktur, sich an sein Wort halten, Verlösslichkeit und Ehrlichkeit
Im September letzten Jahres haben wir beschlossen, es noch einmal miteinander zu versuchen.
Ich war und bin davon überzeugt, dass wir das schaffen können.
Es gibt auch schöne Phasen: Nähe, Liebe, Aufmerksamkeit und gemeinsame Momente, in denen alles leicht ist. Doch immer wieder geraten wir in dieselben Konflikte – oft wegen nur Kleinigkeiten.
Simon hat das Gefühl, dass ich mich nicht an Absprachen halte. Früher kam ich oft zu spät, das habe ich mittlerweile geändert. Trotzdem passieren immer wieder Dinge, die ihn extrem triggern. Er hat schon sehr konkrete Vorstellungen von einer Frau und einer Beziehung. Am Anfang war ich diesbezüglich auch verunsichert, aber ich habe gemerkt, dass ich diese Ziele und Vorstellungen auch teile. Allerdings gibt es immer wieder Kleinigkeiten, wo er das Gefühl hat, dass ich lange brauche, damit ein Lerneffekt eintritt, dass er mir manchmal das Leben erklären muss, dass ich mich nicht an mein Wort halte und das er mir manche Dinge so häufig erklären muss (als wäre ich ein kleines Kind) Folgende Beispiele:
– Ich kaufe etwas ein, obwohl ich mir nicht sicher bin ob er das meint - Die Absprache ist eigentlich, ich lasse es dann weg oder ich rufe ihn an bevor ich etwas falsches mitbringe
– Ich mache Dinge anders, als er sie logisch richtig findet (z. B. Milch eingießen, Flaschen ausspülen, Türen schließen, abspülen, Fenstergriffe im 90 Grad Winkel schließen, etc)
– Ich vergesse Kleinigkeiten oder Absprachen
– Ich bin manchmal schusselig - Beim Kochen spritzt etwas daneben, ich habe Essenreste an den Fingern beim Essen, ich habe etwas Schnott in der Nase, Ich koche und wasche mir nicht direkt die Hände - Essenreste landen dann an Griffen wo es eigentlich nicht hingehört ...
Wir verbringen aktuell die meiste Zeit bei ihm, weil sich dort unser gemeinsames Leben abspielt. Ich mache dort den Haushalt, kümmere mich um ihn und bin aufmerksam, weil ich mir genau so ein gemeinsames Leben wünsche. Parallel kümmere ich mich auch um meinen eigenen Haushalt, den ich inzwischen wieder im Griff habe. Ich bin in Therapie, arbeite meine Vergangenheit auf und gehe meine Depression aktiv an – und es klappt gut.
Trotzdem hat er das Gefühl, ich sei nicht ordentlich genug, nicht zuverlässig genug und dass er mir ständig erklären müsse, „wie man lebt“.
Ich empfinde mich selbst als normal: nicht perfekt, aber lernbereit. Ich nehme seine Kritik an und versuche wirklich, mich zu verbessern, weil ich es sehe und weil ich es möchte, weil ich merke, dass er Recht und vieles auch einfacher macht.
Mittlerweile eskaliert es jedoch fast jedes Mal, wenn so etwas passiert – und das beinahe täglich. Er wird sehr schnell wütend, fühlt sich überfordert und zieht sich zurück. Wir kommen aus dieser Dynamik nicht mehr heraus, und ihm geht es dann richtig schlecht, weil ihn das alles sehr belastet.
Wenn es ihm zu viel wird, braucht er Abstand.
Und genau damit kann ich nicht gut umgehen.
Abstand fühlt sich für mich wie Ablehnung an, wie Liebesentzug. Ich bekomme Angst und schreibe ihm Nachrichten, weil ich denke: Abstand kann doch nicht die Lösung sein.
Dann raufen wir uns wieder zusammen. Zwei Tage ist alles gut.
Und dann beginnt der Kreislauf von vorne.
In solchen Momenten hat er da Gefühl, er kann sich nicht auf mich verlassen, mir nicht vertrauen, ich kann es ja sowieso nicht oder er hat das Gefühl, er muss alles kontrollieren und für alles die Verantwortung alleine tragen. Und somit verschließt er sich gegenüber mir und vertraut mir auch immer weniger an.
Erschwerend kommt hinzu, dass seine frühere Freundin – seine einzige Beziehung vor mir, die fünf Jahre gedauert hat – all diese Dinge offenbar besser konnte. Und dass er meine Lüge bis heute nicht vergessen kann. Sie tut ihm immer noch weh. Auch, dass ich zwischenzeitlich wegen Kleinigkeiten noch lüge. Ich weiß, dass diese Lügen unnötig sind, aber manchmal denke ich nicht nach.
Ich weiß nicht mehr, was ich noch tun soll, um diese Beziehung zu retten und diese Dynamik zu verändern. Ich weiß nur, dass ich davon überzeugt bin, dass wir zusammenpassen – sonst würde ich nicht so sehr kämpfen. Ich weiß, dass ich auch alleine gut zurechtkomme, aber ich hatte bereits viele Beziehungen und merke einfach, dass er der Richtige ist. Aber wenn ich sage: Ich stelle all diese Fehler ab, ist eine Lüge, aber nur versuchen reicht ihm nicht. Er möchte, dass das Resultat stimmt. Und dabei gebe ich mir wirklich Mühe und sehe auch die Dinge. Ich verstehe, das was er sagt richtig ist und nehme es an. Aber ich brauche für manches einfach länger.
Ich möchte diese Dynamik verändern. Wir haben bereits so viele Gespräche geführt. Ich möchte es ändern, ich kann es ändern, und ich arbeite an mir. Allein im letzten Jahr habe ich viele positive Veränderungen erreicht. Trotzdem passieren mir manchmal noch Fehler:
Ich halte mich nicht immer an Absprachen, halte mein Wort nicht ein, bin vergesslich oder nicht aufmerksam genug. Manchmal lüge ich in winzigen Kleinigkeiten, obwohl es völlig unnötig ist.
Und genau das kann er nicht akzeptieren.
Er möchte, dass ich die Verantwortung für mein Leben übernehme.
Ich möchte dazu sagen, er ist ein sehr leistungsorientierter, ehrgeiziger, verlässlicher, verantwortlicher Mensch und möchte eigentlich für seine Partnerin nur das Beste. Grundsätzlich sind das sehr schöne und positive Eigenschaften - aber für mich fühlt sich das in den Momenten nicht so an.
Durch die ständigen Streits wird unsere Beziehung immer instabiler. Dadurch suche ich aktiv nach Lösungen für das Problem. Gründe, warum es besser ist, sich zu trennen, benötige ich nicht.