Angst vor erster Beziehung

Dabei
27 Okt 2019
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#1
Hallo Zusammen,

ich bin männlich, 20 Jahre alt und Single. Ich war mein ganzes Leben Single (bei meinem Alter auch nicht so schwer ;). Das hat mich auch bis vor ein-zwei Jahren nie wirklich gestört. Seit dem spüre ich aber phasenweise den starken Wunsch eine Partnerin an meiner Seite zu haben und eines Tages eine Familie zu gründen. In meinem Studium gibt es eine Frauenquote von ca. 76%, dass heißt man kommt zwangsläufig mit vielen Frauen in Kontakt. Auch wenn die meisten nett sind, gab es bisher erst zwei Frauen, die mich wirklich interessiert haben. Mit der ersten letztes Jahr hat es leider nicht geklappt (es kam nie zu einer Beziehung). Nun habe ich erneut jemand nettes und interessantes kennengelernt und das Gefühl, dass sie auch an mir interessiert ist. Beim letzten Mal hat es schätzungsweise nicht geklappt, weil ich zu zurückhaltend war. Eine Beziehung zu führen ist zwar ein Wunsch von mir, ich habe allerdings Angst vor der Verantwortung und davor die Frau zu verletzen, was selbst in den besten Beziehungen vorkommt...
Leider habe ich bisher nicht rausgefunden, wie ich damit umgehen soll. Ich bin im allgemeinen alles andere als schüchtern, aber das ist ein großer Schritt und ich wüsste gerne, woher ich weiß, dass ich bereit bin. Meine Angst ist folgende:
Wir lernen uns besser kennen, verstehen uns gut und kommen im besten Fall zusammen. Ich merke, dass ich noch nicht bereit bin, oder mich irgendwas anderes stört, und verlasse die Frau nach kurzer Zeit wieder. Vielleicht kommt auch alles ganz anders und man kann sowas nie vorher wissen, aber ich will keine Gefühle verletzen.

Nette Worte, auch von Frauen: Wäre es ein Abturner über solche Ängste zu sprechen. Kommt vielleicht am Anfang einer Beziehung nicht so gut ;)

Danke!!!
 
Dabei
27 Feb 2013
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#2
Hey Christoph, die Frage ist, woher kommen diese Ängste?

Wieso stellst du dir diese Fragen, wieso hast du Angst, jemanden zu verletzen oder gar vor der "großen Verantwortung"?

Weißt du, man wächst in sowas hinein. Und man ist sein Leben lang nicht gefeit davor, jemanden zu verletzen, auch nicht, selbst verletzt zu werden. Das ist manchmal unumgänglich. Die Frage ist auch, suchst du jetzt eine Frau an deiner Seite für die Ewigkeit?

Es ist nunmal so, dass man sich erstmal kennenlernen muss, um zu sehen, ob es passt, um daraus eine Beziehung werden zu lassen.

Und wenn es sich dann herauskristallisiert, dass es doch nicht passt, aus welchem Grund auch immer, dann ist es dem anderen gegenüber einfach nur fair, sich von ihm zu trennen, so paradox sich das jetzt erstmal anhört. Aber es ist besser, als man spielt ihm was vor, nur um nicht zu verletzen und vergeudet seine Zeit damit. Uns seine eigene natürlich auch.

Natürlich ist Schlussmachen unangenehm, egal in welcher Phase einer Verbindung. Aber man kann es ja in einem guten Ton mit so wenig Schmerz wie möglich machen, wenn das aber nichts hilft, muss man deutlicher werden.

Dir muss es gut gehen in einer Beziehung, du lebst dein Leben, nicht das eines anderen.

Du bist viel zu sehr verkopft, um diese schöne Zeit, die du jetzt erlebst, mit einer Leichtigkeit zu genießen. Es soll nämlich Spaß und Freude machen, jemanden kennen zu lernen. Tut es das nicht, ist es halt so und man lernt irgendwann wieder wen kennen - bis man jemanden trifft, wo es passt und mit dem man zusammen bleiben will.

Aber dennoch finde ich es schön, wie reflektiert du bist, wie tiefgründig du denkst und deinen Mitmenschen mit Respekt und Achtung gegenüber trittst.

Aber noch eins: die Kennenlernphase ist unverbindlich. Erst nach etwa einem halben Jahr entwickelt es sich zu einer richtigen Beziehung. Also nimm dir den Druck heraus, hier gleich Nägel mit Köpfen zu machen! ;)
 
Dabei
27 Okt 2019
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#3
Hey Christoph, die Frage ist, woher kommen diese Ängste?

Wieso stellst du dir diese Fragen, wieso hast du Angst, jemanden zu verletzen oder gar vor der "großen Verantwortung"?

Weißt du, man wächst in sowas hinein. Und man ist sein Leben lang nicht gefeit davor, jemanden zu verletzen, auch nicht, selbst verletzt zu werden. Das ist manchmal unumgänglich. Die Frage ist auch, suchst du jetzt eine Frau an deiner Seite für die Ewigkeit?

Es ist nunmal so, dass man sich erstmal kennenlernen muss, um zu sehen, ob es passt, um daraus eine Beziehung werden zu lassen.

Und wenn es sich dann herauskristallisiert, dass es doch nicht passt, aus welchem Grund auch immer, dann ist es dem anderen gegenüber einfach nur fair, sich von ihm zu trennen, so paradox sich das jetzt erstmal anhört. Aber es ist besser, als man spielt ihm was vor, nur um nicht zu verletzen und vergeudet seine Zeit damit. Uns seine eigene natürlich auch.

Natürlich ist Schlussmachen unangenehm, egal in welcher Phase einer Verbindung. Aber man kann es ja in einem guten Ton mit so wenig Schmerz wie möglich machen, wenn das aber nichts hilft, muss man deutlicher werden.

Dir muss es gut gehen in einer Beziehung, du lebst dein Leben, nicht das eines anderen.

Du bist viel zu sehr verkopft, um diese schöne Zeit, die du jetzt erlebst, mit einer Leichtigkeit zu genießen. Es soll nämlich Spaß und Freude machen, jemanden kennen zu lernen. Tut es das nicht, ist es halt so und man lernt irgendwann wieder wen kennen - bis man jemanden trifft, wo es passt und mit dem man zusammen bleiben will.

Aber dennoch finde ich es schön, wie reflektiert du bist, wie tiefgründig du denkst und deinen Mitmenschen mit Respekt und Achtung gegenüber trittst.

Aber noch eins: die Kennenlernphase ist unverbindlich. Erst nach etwa einem halben Jahr entwickelt es sich zu einer richtigen Beziehung. Also nimm dir den Druck heraus, hier gleich Nägel mit Köpfen zu machen! ;)
Hallo Peachy,

vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Das mit dem verkopft sein ist so ne Sache ^^
Ja, man kann sich wieder trennen, wenn es doch nicht funktioniert hat. Die Frage ist aber:
Ist es ein schlechtes Zeichen, dass ich bereits von vornherein solche negativen Gedenken/Gefühle habe?
Ich fänd es schön jemanden zu finden, mit dem ich diese Gedanken von Beginn an teilen kann, bin mir gleichzeitig aber darüber bewusst, dass ein solches Statement nicht so positiv bei meinem Gegenüber ankommen würde.
Das Thema Unsicherheit spielt bei mir definitiv eine große Rolle. Ich hatte bisher weder eine Beziehung noch Sex und jemanden auf den Mund habe ich auch noch nicht geküsst. Auch wenn sich diese Umstände nur ändern, wenn ich anfange sie auszuprobieren, so weiß ich lieber, was ich tue ;)
Hast du vielleicht einen Tipp, wie ich die Sache entspannter und lockrer angehen könnte, ohne die Gefühle der Frau außer Acht zu lassen?
Zu deiner Frage, ob ich jemanden für immer suche:
Ja, aber ich würde gerne erst einmal erfahren, wie das gemeinschaftliche Leben ist und Erfahrungen sammeln. ;)
Zu deinem Schlusssatz:
Ist es also vollkommen in Ordnung sich ein halbes Jahr Zeit zu lassen, bevor man sich fest bindet? Im Netz herrscht vornehmlich die Meinung, dass es nach 3-6 Wochen besiegelt wird, was mir, ehrlich gesagt, viel zu früh ist...
 
Dabei
6 Mrz 2013
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#4
Ich hätte so ähnliche Fragen gestellt wie Peachy und sowas Ähnliches geschrieben.

Wäre es ein Abturner über solche Ängste zu sprechen. Kommt vielleicht am Anfang einer Beziehung nicht so gut ;)
Einer potenziellen Partnerin solche "Ängste" zu berichten kommt wohl nicht so gut, aber wenn für die Frau deutlich wird, dass du nicht mit der Tür ins Haus fallen willst, dass du eher ein zurückhaltender Typ bist, dass du rücksichtsvoll usw bist, dann ist das doch eher positiv. Dir sollte halt nicht die nackte Panik im gesicht stehen :002:
Zu deiner Frage, ob ich jemanden für immer suche:
Ja, aber ich würde gerne erst einmal erfahren, wie das gemeinschaftliche Leben ist und Erfahrungen sammeln. ;)
Das ist doch genau der richtige Ansatz.
Im Netz herrscht vornehmlich die Meinung, dass es nach 3-6 Wochen besiegelt wird,
Du willst doch nicht ernsthaft nach irgendwelchen "Internetregeln" vorgehen :009: Wenn ja, hättest du ja auch schon Sex gehabt, denn "im Netz steht" sicher auch, dass man damit nicht bis 20 wartet. Also geh lieber nach deinen eigenen Bedürfnissen und deinem eigenen Tempo vor und such dir eine Frau, die auch in diesem Sinne zu dir passt.
 
Dabei
27 Okt 2019
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#5
Ich hätte so ähnliche Fragen gestellt wie Peachy und sowas Ähnliches geschrieben.


Einer potenziellen Partnerin solche "Ängste" zu berichten kommt wohl nicht so gut, aber wenn für die Frau deutlich wird, dass du nicht mit der Tür ins Haus fallen willst, dass du eher ein zurückhaltender Typ bist, dass du rücksichtsvoll usw bist, dann ist das doch eher positiv. Dir sollte halt nicht die nackte Panik im gesicht stehen :002:

Das ist doch genau der richtige Ansatz.

Du willst doch nicht ernsthaft nach irgendwelchen "Internetregeln" vorgehen :009: Wenn ja, hättest du ja auch schon Sex gehabt, denn "im Netz steht" sicher auch, dass man damit nicht bis 20 wartet. Also geh lieber nach deinen eigenen Bedürfnissen und deinem eigenen Tempo vor und such dir eine Frau, die auch in diesem Sinne zu dir passt.
Die Schwierigkeit liegt darin die Balance zwischen den beiden Extremen zu halten.
Wahrscheinlich ist so eine Unsicherheit beim ersten Mal normal, ich hatte irgendwie erwartet, dass es, wenn man bereit ist, einfacher wird ;)
Normalerweise nehme ich mir Internet Regeln auch nicht so zu Herzen, aber weil fast alle Seiten ähnlich schnelle Vorgehensweisen vorschlagen, wusste ich nicht, ob Frau vielleicht ein solches Tempo erwartet. Gedacht hatte ich mir das auch eher langsam, aber mann weiß ja nie...

@Twi-n-light:
Bist du also auch der Meinung, dass ich diesen machen und es "riskieren" soll?
 
Dabei
27 Okt 2019
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#7
Was hast du denn konkret vor?

Oder andersherum gefragt: Wo liegt hier denn das besondere Risiko? Du weißt doch niemals wie sich sowas entwickelt. Dann dürftest du überhaupt nie versuchen eine Frau näher kennen zu lernen.
Stimmt auch wieder...
Ich will herausfinden, ob es mit uns beiden funktioniert, ohne es auszuprobieren und möglicherweise einen Fehler zu machen.
 
Dabei
6 Mrz 2013
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#8
Ich will herausfinden, ob es mit uns beiden funktioniert, ohne es auszuprobieren
Das wäre dann diese Sache "wasch mir den Pelz aber mach mich nicht nass". Wenn du irgendwann mal eine Freundin haben willst, musst du dich irgendwann einer Frau langsam annähern. Und dabei kann sich natürlich rausstellen, dass es doch nicht passt. Und auch wenn es erst gepasst hat, kann es sein, dass es später nicht mehr passt. So ist das halt bei Beziehungen.

Wie gehst du mit unsicheren Situationen im Job um? Lähmt dich der Gedanke, einen Fehler zu machen, im Job auch? Oder machst du da halt einfach möglichst gut deine Arbeit, und wenn du einen Fehler machst, bügelst du ihn wieder aus?
 
Dabei
5 Jun 2015
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#9
Hallo Christoph
ich mußte über deinen letzten Satz sehr lachen.
Es ist wie schwimmen wollen ohne naß zu werden.
persönlicher Erfolg fällt nicht vom Himmel.
Und alles was du dir vom Leben wünscht, wirst du dir, wie alle anderen auch, erarbeiten müssen.
Natürlich ist es ok Risiko und Erfolgschanchen vor bestimmten Unternehmungen abzuwägen,
aber bei der Liebe wird das so, wie du es vorhast wohl kaum funktionieren.
Da kann dir niemand anderes raten, was für dich paßt.
Da bist du ganz allein verantwortlich und mußt ganz allein entscheiden, was gut und richtig für DICH ist.
Da geht es erst mal nicht um übliche Gepflogenheiten.
Da geht es um DEIN Bedürfnis.
Und dir wird es da gehen, wie allen anderen auch.
Entweder deine Vorstellungen stimmen mit denen deiner optionalen Bekanntschaft überein,
oder eben nicht.
Stell dir eine Beziehung vielleicht wie ein eigenes Wesen vor, das erst geboren wird, wenn zwei Menschen aufeinander treffen, die es miteinander versuchen wollen.
Dieses Beziehungs 'Dings' wird genau so sein, wie ihr es miteinander gestaltet.
Das fängt schon mit dem Kennen lernen an.
Es muß zu DIR passen.
Mut und Selbstbewustsein kannst du lernen.
Fange am besten mit ganz kleinen Schritten an.
Du schreibst von deiner Angst, eine Frau zu verletzen.
was genau könnte denn schlimmes passieren?
Hast du mal ein Beispiel, was du damit meinst?
Hast du Angst, du merkst, sie gefällt dir auf Dauer doch nicht und du kannst es ihr nicht sagen?
Da müssen ALLE durch. Es kann dir ja genau so passieren, das die Frau dich dann doch nicht lieben kann.
Nach meiner Meinung weiß man das erst nach ein bis zwei Jahren, wenn man auch das Allragsgesicht des Anderen kennt und all seine schwachen Seiten.
Wenn man da immer noch ja zueinander sagen kann, dann spreche ich persönlich erst von Liebe.
Alles andere vorher ist Testphase und gehört einfach dazu.
Und da trennt man sich auch schon mal wieder, wenn die rosarote Brille ab ist.

Du bist noch sehr jung und hast noch so viel Zeit ganz viele verschiedene Erfahrungen zu machen
 
Dabei
3 Jan 2019
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#10
Nur wer Fehler zu machen bereit ist, dem kann ein möglicher Fehler auch verziehen werden.

"Herausfinden ob es funktioniert" wirst Du nur, wenn Du es einfach wagst.
 
Dabei
27 Okt 2019
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#11
Das wäre dann diese Sache "wasch mir den Pelz aber mach mich nicht nass". Wenn du irgendwann mal eine Freundin haben willst, musst du dich irgendwann einer Frau langsam annähern. Und dabei kann sich natürlich rausstellen, dass es doch nicht passt. Und auch wenn es erst gepasst hat, kann es sein, dass es später nicht mehr passt. So ist das halt bei Beziehungen.

Wie gehst du mit unsicheren Situationen im Job um? Lähmt dich der Gedanke, einen Fehler zu machen, im Job auch? Oder machst du da halt einfach möglichst gut deine Arbeit, und wenn du einen Fehler machst, bügelst du ihn wieder aus?
Nein, im Beruf nehme ich gerne auch risikoreichere Projekte an, um meine Stärken zeigen zu können, sage meinem Chef aber vorher, dass es ein Risiko gibt und er mit seiner Entscheidung es trotzdem durchzuziehen auch die Verantwortung übernimmt.

@Cybele
Schön, dass ich dich amüsieren konnte. Es ist nicht so, dass ich schüchtern oder so bin. Eher im Gegenteil, wenn ich in einen Raum mit neuen Leuten komme, spreche ich sofort jemanden an und knüpfe neue Kontakte, auch mit Frauen. Ich flirte auch gerne, es ist aber ein Unterschied, ob ich auf einer Party nur mal so nen lockren Spruch lasse, oder ich ernsthaft interessiert bin.
Meine Angst rührt daher:
Wenn ich mit einer Frau zusammenkomme und nach kurzer Zeit trennt sie sich wieder von mir, würde ich mir benutzt und ver*rscht vorkommen. Da ich dieses Gefühl bei anderen nicht bewirken möchte, halte ich mich bisher immer zurück.
Deine Beschreibung mit dem Beziehungswesen fand ich sehr schön.
 
Dabei
6 Mrz 2013
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#12
Nein, im Beruf nehme ich gerne auch risikoreichere Projekte an, um meine Stärken zeigen zu können, sage meinem Chef aber vorher, dass es ein Risiko gibt und er mit seiner Entscheidung es trotzdem durchzuziehen auch die Verantwortung übernimmt.
Hm, nachdem du da offenbar die Verantwortung abgeben kannst, zählt das nicht, finde ich.
 
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