Trennung durchziehen? Bin am zweifeln...

T

Tem

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Okt. 2015
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Hallo zusammen,

es wäre sehr lieb, wenn irgendjemand einen Rat hätte, wie ich handeln soll.

Die letzten Monaten habe ich darüber nachgedacht, meine Beziehung zu beenden. Gründe dafür waren, dass ich meinem Partner nicht mehr vertrauen konnte und dass er nicht zeigen konnte, dass er für mich Gefühle hat (weil er möglicherweise auch keine hat).
Ich habe nach ca. 9 Monaten Beziehung nie von ihn gehört, dass er mich gern hat. Lediglich im Suff hat er ganz zu Beginn der Beziehung gesagt, er wäre verliebt. Danach war das Maximum an Gefühlen, die er in Worte packen konnte, dass er mich vermisst. Auch kriege ich nie irgendwelche Komplimente von ihm. Ich erwarte ja auch nicht, dass er mir täglich sagt, wie geil ich bin, aber wenigstens wenn ich mal 10kg abnehme, dass ihm das auffällt. Er war so ziemlich der einzige Mensch, der das nicht bemerkt hat. Als ich ihn darauf voller Freude hingewiesen habe, meinte er, stimmt...die Oberweite wirkt kleiner - ich sollte nicht noch mehr abnehmen.
Dementsprechend war auch sein Verhalten. Hinzu kommt noch, dass er so extrem uneifersüchtig ist, dass das schon merkwürdig ist. So hat er beispielsweise kein Problem damit, wenn ich bei einem Mann übernachte, der Interesse an mir hat. Wenn ich beim Weggehen mit anderen Männern abhänge, stört ihn das auch nicht. Lustigerweise hat er auch noch Erfolg mit diesem Denken, denn ich hatte nie die Gelegenheiten genutzt.

Ich habe ihn darauf angesprochen und er meinte, ich wäre seine erste Freundin, daher weiß er nicht wie das mit Gefühlen sein muss. Dass er keine Gefühle zeigt heißt nicht, dass er keine hat. Er wäre so wie es ist glücklich. Wobei ihm auffällt,dass auch ich nicht gerade Gefühle zeigen kann. Letzteres stimmt. Ich schließe daraus, dass er nicht unbedingt so viele Gefühle hat, wie ich das gerne hätte. Sonst haben wir uns gut verstanden.

Nun habe ich tatsächlich relativ spontan und aus schlechter Laune heraus das gemacht, was ich schon seit Monaten tun wollte und Schluss gemacht, womit er auch gerechnet hat. Aber ich schaffe einfach nicht,damit abzuschließen, obwohl ich mich schon monatelang darauf eingestellt habe. Insgeheim hoffe ich, dass er dadurch für sich feststellt, dass er irgendwelche Gefühle hat. Wobei dann immer noch das Problem mit Vertrauen da wäre.

Das Zweifeln macht mich fertig. In der Beziehung war ich traurig, weil ich den Eindruck hatte, ihm egal zu sein. Jetzt geht's mir aber auch nicht besser. Ich denke an ihn, ich vermisse ihn und will ihn in meiner Nähe haben.
Andererseits ist mir aber auch bewusst, dass es keinen Sinn macht, über eine Fortsetzung der Beziehung nachzudenken, wenn sich nichts ändert.
 
Nach einer Trennung kommen öfters Zweifel auf und man reflektiert alles nochmal.

So wie du deine Beziehung jedoch schilderst halte ich eine Trennung auch für besser. So wie du ihn beschreibst wird er dir wohl nie das geben können, was du willst.

Auch diese Gleichgültigkeit würde mich auf Dauer sehr belasten.

Halte an deinem Entschluss fest und blicke nach vorne.
 
Hallo Tem
er ist weg und nun ist da ein Loch
das tut weh, das ist ganz normal.

Du hast die richtige Entscheidung getroffen.
selbst, wenn ihr wieder zusammen kommen würdet,
würdest du bald am selben Punkt stehen.
denn es wird sich an seiner Art wenig ändern.
selbst wenn es kurzfristig zu irgendwelchen Liebesgeständnissen
aus Verzweifling käme,
wäre es auf Dauer, der selbe sehr unemotionale Mann,
mit dem du zu tun hast.

du bist selber offensichtlich nicht dir leidenschaftlichste Frau.
such dir mal jemanden, der dir ein bisschen mehr Feuer unterm Hintern macht.:mrgreen:
dann weißt du, was das Leben alles noch zu bieten hat
 
Heho Tem, nimm mal Dein Köpfchen hoch...

Ich denke genau wie Cybele, dass Du auf lange Sicht die richtige Entscheidung
getroffen hast und das Du mehr verdienst, als diesen phlegmatischen Knochensack :mrgreen:

Ihm ist es egal wie Du aussiehst, egal wo Du schläfst und da traut der sich über Gefühle
zu sprechen ? Der spinnt doch.

Tem, es wird bald Frühling...dann heißt es raus aus der Bude und sich für 10 Kilo weniger
mal schön ne Runde bewundern lassen und Gelegenheiten die sich Dir bieten, nutzen !

Gruss, Rapante
 
Vielen Dank für eure Einschätzung und eure Hilfe. Ihr habt alle absolut Recht damit, dass das richtig war, das zu beenden. Und das einzusehen, macht mich noch trauriger. So schwer fiel mir noch keine Trennung. Aber ich muss es positiver sehen.
Leider sieht man gerade nach der Trennung plötzlich die positiven Eigenschaften des anderen. Wir habe uns auch nicht im Streit getrennt, was es nicht einfacher macht.
Auch zweifel ich an mir selbst. Vielleicht wäre es anders gelaufen wenn ich mir mal an die eigene Nase gefasst hätte und es mal selbst über “ich vermisse dich“ gebracht hätte, wenn ich ihm mal gezeigt hätte, dass ich mich auf ihn freue und dass es schön mit ihm war. Aber naja jetzt ists zu spät.
 
Ich glaube Tem,
das was dich traurig macht,
ist mehr deine Einsicht über dein bisheriges eigenes Unvermögen,
verbal zärtlich zu sein, als der tatsächliche Verlust.
du kannst nun wunderbar die Zeit bis zu deiner nächsten Beziehung damit verbringen,
dir dieses Thema ganz in Ruhe mal anzuschauen.

gucken, wie es in eurer Familie früher war.
was du da mitbekommen hast, an Vorbildern.
so etwas kann man wunderbar 'nachrüsten'
denn Zärtlichkeit, wie auch immer in Wort und Tat,
ist etwas, was einen selbst zutiefst befriedigt,
auch wenn man der/ die Gebende ist.

lies mal doch mal moderne Liebesgedichte
höre Liebeslieder, schau Liebesfilme, lass dich mal eine Weile darauf ein,
ohne es als kitschig zu werten.
vielleicht kannst du die nächste Beziehung mit einem neuen Blickwinkel beginnen
und im Vorfeld schon besser selektieren.

fühl dich ganz tüchtig von mir gedrückt
 
Ich stecke auch gerade in einer durchaus ähnlichen Situation, aus ist es bei uns nicht, aber es kriselt sehr.
So wie es geschildert wird, ist es besser, es ist zu Ende.
Wenn er nie mal etwas Gefühl zeigt....
@Cybele: Deine Tipps und Analysen lese ich sehr gerne, sie sind sehr treffend, vor allem: Zärtlichkeit ist etwas, das auch die/den Gebenden zutiefst befriedigt.
Das kann ich voll bestätigen, es gibt nichts schöneres als z.B. einfach mal die Hand zu nehmen, ihr/ihm in die Augen zu schauen und zu sagen: "Habe ich dir heute schon gesagt, dass ich dich liebe?"
Wenn soetwas fehlt, dann fehlt für mich das meiste.
 
Das habe ich vergessen, ja da gibt es schöne, auch manchmal unkonventionelle Sachen, Liebeslieder, z.B. "Tausend Tränen tief" von Blumfeld, "Für immer und dich!" von Rio Reiser usw.
 
Oh je, ich habe das in letzter Zeit nicht mehr aus der Perspektive gesehen. Für mich war irgendwie Zärtlichkeit (vor allem in Wort) mehr geben als nehmen. Das ist eine Sache, an der ich etwas ändern muss.
Ich würde sagen, dass ich eigentlich gute Vorbilder in der Familie habe. Meine Eltern leben noch zusammen und ich habe nur sehr selten einen Streit mitbekommen. Auch schätze ich deren Verhältnis als lieb ein. Im meiner Gegenwart sind sie sehr aufmerksam zu einander, aber ich habe sie nur selten kuscheln und nie küssen sehen. Das will ich aber auch nicht sehen.
Ich habe mich schon oft gefragt, was in meiner Kindheit schief gelaufen ist, denn ich könnte mir keine bessere vorstellen, aber ich kann auch meinen Eltern nicht sagen, dass ich sie liebe, auch wenn es definitiv die wichtigsten Menschen in meinem Leben sind. Das konnte ich auch als Kind nicht. Jetzt wäre das besonders ungewohnt und komisch...so nach mehr als 20 Jahren.
Komischerweise fiel mir das bei meinem ersten Ex ganz leicht. Ist ja auch ein bisschen etwas anderes als den Eltern gegenüber. Nicht dass die noch einen Herzinfarkt bekommen, wenn ich damit nach 20 Jahren ankomme:086: Das macht es auch irgendwie viel besonderer wenn das nach so einer langen Zeit passiert und damit auch viel achwieriger für mich.

Nach diesem ersten Ex, den ich als einzigen Expartner positiv in Erinnerung habe, bin ich sehr oft auf Idioten hereingefallen. Und da habe ich es mir antrainiert, erst dann Emotionen zu zeigen, wenn der Typ das auch tut. Quasi als Belohnung. Und da kann man sich denken, dass es bei meinem letzten Freund nicht viel zu belohnen gab. Jetzt ist mir natürlich klar, dass das ein Fehler war.

Und der Exfreund meint auch, dass ich die wenigen subtilen Versuche seinerseits, mir etwas liebes (für seine Verhältnisse) zu sagen, nicht bemerke und stattdessen immer vom der schlimmstmöglichen Situation ausgehe. Das stimmt auch, habe aber nicht gedacht, dass das so auffällt. Wenn man vom Schlimmsten ausgeht, kann man halt nicht enttäuscht werden.

Auch denke ich mir, dass sich das vielleicht mit der Zeit gebessert hätte. Klar, die letzten Monate waren ein Rückschritt. Aber die Zeit davor hat er ganz kleine Fortschritte gemacht. Ganz am Anfang hat er in der Öffentlichkeit mich höchstens angeschaut. Meine ganzen Freunde wunderten sich immer, wenn ich sagte, dass das mein Freund ist bzw. war. Die dachten früher, es wäre ein Kumpel von einer anderen anwesenden Person.
Erst nach Monaten hat er dann von selbst angefangen, auch im nüchternen Zustand draußen meine Hand zu nehmen, mich von selbst zu umarmen, manchmal sogar einen kleinen Kuss zu geben. Das habe ich mir aber bis dahin schon zum Teil abgewöhnt, weil ich dachte, er mag es nicht.
Jetzt werfe ich mir natürlich vor, dass es sich vielleicht noch weiter gebessert hätte, wenn ich ihm Vertrauen entgegengebracht hätte und zärtlicher gewesen wäre und einfach geduldiger wäre.

Mich stört weniger mein generelles Unvermögen. Denn ich weiß, dass ich eigentlich ganz lieb sein kann, nur habe ich das in letzter Zeit aus einer ganz falschen Perspektive gesehen. Sicher kann ich noch einiges aus Gedichten und Filmen lernen, ich werde mich auch damit beschäftigen. Aber die Basics fehlen mir eigentlich nicht, das Problem war nur einzusehen, dass ich die Basics auch anwenden soll. Dass Mann sich das nichr erst verdienen muss und dass es auch für mich schön sein sollte.
Hinsichtlich meinen Eltern nervt mich tatsächlich mein Unvermögen. Und vor allem die Angst, dass die nach über 20 Jahren denken, dass da was nicht stimmt.
 
Moin,
das ist doch eine gute Selbstbeobachtung. Damit bist Du weiter als viele Andere. Zudem bist Du jung, dieser Reflektionsprozess ist gerade ganz normal. Die ersten Beziehungen sind gelaufen, Du ziehst Resume. Eigentlich sehr gut.

Viele kommen nie zu so einem Gedankengang.

Mach Dich deswegen also nicht nieder. Was Du geradxe durch machst ist eine gute und positive Entwicklung, wenn Du es als reifeprozess beachtest und Dich deswegen nicht fälschlicherweise fertig machst.

Zu Liebe im allgemeinen. Ist wie mit Geschenken. Man liebt, weil man sich danch fühlt, weil es toll ist und man idealerweise überquillt von Emotion die raus muss. ;) Man tut es nicht, um zu bekommen, zu manipulieren oder zu steuern. Zunäcxhst ist das selbstlos. Erst wenn man Diskrepanzen oder Unstimmigkeiten feststellt, sollte man drüber sprechen. Aber nicht manipulieren über Liebesentzug...

Das mit Deinen Eltern finde ich komisch. Haben Deine Eltern Dir denn gesagt, dass sie Dich lieben?

Grüße
 
Ich versuche das auf jeden Fall so zu sehen. Dann kann ich's nächstes mal besser machen.

Auch das mit dem Manipulieren leuchtet nachträglich ein. Das habe ich anfangs zwar bei anderen Männern noch bewusst gemacht, aber mit der Zeit lief das irgendwie dann automatisch. Mir hat schon vorher ein anderer Mann gesagt, dass er mich total lieb und süß findet, wenn er sieht wie ich mit Tieren umgehe. Aber wenn er sieht, wie ich mich Männern gegenüber verhalte, dann ist da nichts mehr von lieb und süß übrig.
Meine mum hat das auch schon angedeutet.
Ich hätte schon damals mal darüber nachdenken sollen.
Die Taktik hat kein einziges mal gefruchtet.

Meine Mum sagt mir schon manchmal dass sie mich liebt. Recht selten, man kanns im Jahr an einer Hand abzählen. Nie so nebenbei, sondern eher wenn es mir schlecht geht und sie mich unterstützen möchte.
Ich glaube, mein Vater hat das noch nie gesagt. Ich habe auch nur paar Mal in meinem Leben meinen Vater so richtig lachen sehen. Er lacht schon, aber es ist eben kein Lachanfall, sondern eher kontrolliert. Auch habe ich ihn noch nie wütend erlebt. Wenn er traurig ist, merke ich das vllt, aber ein Außenstehender merkt das nicht.
Trotzdem habe ich kein bisschen Zweifel daran dass meine Eltern mich lieben. Sie interessieren sich für mich, denken an mich, unterstützen mich und machen sehr viel für mich. Ich fühle mich sehr wohl mit meinen Eltern.
Ich würde sogar behaupten, dass es mit meinem Vater weniger anstrengend ist als mit einem emotionalen Menschen. Wir haben uns noch nie gestritten, während es mit meiner Mum schon mal jährlich kracht.

Lustigerweise könnte die Beschreibung von meinem Vater auch auf den Freund zutreffen, um den es hier geht. Man kann sich beide jetzt nicht wie Menschen vorstellen, die mit einem Pokerface unterwegs sind, aber es fehlen die “Extremen“.Andere Frauen würden das vielleicht als langweilig bezeichnen. Wobei mich nicht stört, dass es langweilig ist, sondern dass ich mich ungeliebt gefühlt habe.
Teilweise hat mein Freund auch auf auf eine andere Art seine Zuneigung zum Ausdruck gebracht, als das emotionale Menschen tun würden. Er zeigte mir schon, dass er an mich denkt. Er hat sich täglich freiwillig gemeldet, hat mir manchmal was zum Naschen mitgebracht, sehr oft für mich gekocht und machte einen sehr rücksichtsvollen Eindruck. Aber verbal oder körperlich (in der Öffentlichkeit) konnte er wenig zum Ausdruck bringen.
 
Moin,
schon mal auf die Idee gekommen, wenn Du das von zu Hause nicht kennst, dass Du nie gelernt hast, offen und frei mit Deinen Emotionen umzugehen?

Ist ja nicht böse gmeint. Bei Deinen Eltern "wusstest" Du es ja immer durch ihr Handeln. In einer Beziehung die am Anfang steht fehlt das, daher möglicherweise Dein Anspruch, diesen Beweis (den Du von zu Hause ja "kennst") vom Partner zu fordern....

Natürlich mag das keiner gerne. Denn man gibt ja gerne...

Grüße
 
Doch klar, das beruht schon teilweise darauf, dass ich es nicht anders gelernt habe. Aber ich glaube, dass der ausschlaggebende Punkt doch mehr die vergangenen Beziehungsversuche waren. Denn in der ersten Beziehung war ich "normaler". Zwar war ich da auch nicht der emotionalste Mensch, aber ich habe jedenfalls nicht manipuliert und alles dermaßen durchdacht.
Diesem Freund haben seine Eltern übrigens auch nie gesagt, dass sie ihn lieben. Und er hat das seinen Eltern auch nicht gesagt. Ich habe irgendwie gar nicht gedacht, dass das bei ihm die Ursache ist, obwohl es bei mir teilweise die gleiche Ursache ist.
 
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