Muss einfach mit jemandem reden

A

argh

Dabei
Feb. 2016
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Hallo ihr,

wisst ihr, ich kann mich gerade selber nicht leiden. Mein Kopf wird von einer Frau komplett in Beschlag genommen und ich steh dem ganzen recht hilflos gegenüber.

Die Vorgeschichte: bei uns in der Firma gibt es eine Frau, der ich zu Anfangs keine besondere Beachtung geschenkt hatte. Klar, bemerkt habe ich sie schon, schließlich
hatte sie nach mir in der Firma angefangen, aber: arbeit ist arbeit, stimmts? Nun gut, vor einiger Zeit ist dann etwas komisches passiert, sie saß in der Empfangshalle
und ich fragte sie im vorrübergehen, warum sie denn hier so herumsitzt und sie antwortete: ich habe ein Verabredung. In dem Moment war es wie ein Stich in's Herz
und ich war für einen kurzen Moment komplett verwirrt ... war das Eifersucht? Warum?

In den letzten Wochen haben wir uns mehr über unseren Chat (Kommunikation im Job läuft viel über unser Chat system) unterhalten, mehr als in den Jahren die sie
schon hier arbeitet, und nun kann ich es nicht länger leugnen: ich bin Hals über Kopf in sie verliebt. Das ist schon fast nervig, ich kann an nichts anderes mehr denken,
ich kann kaum Konzentration für meine Arbeit aufbringen. Ständig schaue ich zum Chat und hoffe das sie was schreibt. Mein Gott, ich bin fast 40 Jahre alt ... ich kann
mich nicht daran erinnern, so etwas schon einmal durchgemacht zu haben, und habe jetzt schon wieder Tränen in den Augen.

Warum Tränen? Ich bin seit fast 10 Jahren verheiratet, wir haben zwei Kinder, die Jüngste ist gerade ein Jahr alt. Ich entferne mich immer mehr von meiner Frau,
kann ihr nicht mehr sagen das ich sie liebe, das fühlt sich falsch an. Wenn sie mich berühren will, habe ich das Bedürfnis auszuweichen. Mehrmals schon wollte
ich meine Frau verlassen, es passt einfach nichts mehr, aber nun, mit unserer Kleinen? Ich will/kann meine Tochter nicht im Stich lassen.

Irgendwie, ist es ja auch schön. Ich hätte nicht gedacht das ich noch einmal so empfinden würde ... aber es darf einfach nicht sein. Es darf nicht. Ein erwachsener
Mann ... und alles was ich machen möchte ist heulen.

Ich bin auch nicht immer derjenige, der die Gespräche beginnt. Vor kurzem, als wir uns mal wieder Auge in Auge in ihrem Büro unterhalten hatten, ist sie während
des Gespräches drei mal rot geworden (nicht vor Zorn, nehme ich an). Ob sie etwas für mich empfindet kann ich nicht so wirklich einschätzen, das habe ich irgendwie
verlernt. Manchmal denke ich: ja, das tut sie ... aber meistens drücken meine Gedanke dagegen, weil es einfach nicht sein darf.

Klar denke ich darüber nach ihr mein verliebtsein einzugestehen ... aber was soll das bringen? Eine Affäre? Sie sucht jemanden der bei ihr bleibt ... ich kann das
nicht versprechen, zumindest noch nicht. Natürlich habe ich auch Angst davor, wie sie reagieren könnte ... es gibt so viel, das schief laufen könnte. Verdammt.

Ich könnte jetzt anfangen mit: "warum passiert mir das?" ... aber das ist irrelvant. Es gibt einfach niemanden mit dem ich darüber reden kann.

Wahrscheinlich muss ich das ganze einfach aussitzen ... aber es ist fürchterlich. Die Beziehung zu meiner Frau wird wohl nie wieder so sein wie früher ...

Danke, das es hier einen Platz gibt, an dem ich mein Herz ausschütten kann ... ich platze sonst noch.
 
Moin,
na ja, so was passiert. Es gibt immer viele Alternativen/ Optionen und Möglichkeiten.

Die Frage ist, was fehlt in Deiner Ehe und warum? Wenn was fehlt, was habt Ihr/ was hast Du getan, es zu verbessern?

Es gibt ja unterschiede in Beziehungen. Ist nur die Luft raus? Liebt man nicht mehr? Ist man selber zu bequem geworden? Was hat man jeweils getan, die Beziehung am Leben zu erhalten usw......

Bisher klingt es für mich nämlich ein wenig so, als hättest Du das schleifen lassen. Jetzt suchst Du das Neue, anstatt an Deiner Beziehung zu arbeiten. Du musst Dir klar machen, sollte das so sein, dass Du immer in einer Beziehung an den Punkt kommen wirst wo das anfängliche Feuer erloschen ist und Du ein Alternativmodell für die Partnerschaft brauchst....scheinst Du nicht zu haben.

Die ungünstigere Variante ist dann halt, weiter zu ziehen, wobei das ja nur temporär hilft, da Du mit der Neuen ja auch irgendwann da hinkommst.

Dasehalb Deine Kernfrage, ist es Bequemlichkeit, Faulheit und Passivität in Deiner Ehe, oder gibt es unüberwindbare Diferenzen? Wenn Differenzen, welche wären das und was hast Du zuvor versucht?

Grüße
 
Klar passiert so was, ich bin da nix besonderes, doch ist selber drinne stecken immer eine völlig andere Erfahrung.

Wir (meine Frau und ich) haben uns irgendwie auseinandergelebt. Ich kann nicht mal mehr ordentlich mit ihr reden,
immer wenn ich ihr etwas erzähle, hab ich bereits nach wenigen Sekunden den Eindruck, das es sie nicht interessiert.
Schon seit Jahren leben wir mehr oder weniger nebeneinander, aber kaum miteinander. Ich weiß nicht recht, wie sich
das so entwickeln konnte.

Mittlerweile will ich gar nicht mehr mit ihr reden. Wenn ich versuche zu erfahren was sie stört, blockt sie ab, und wenn
ich Dinge anspreche die mich stören, artet das immer in eine stundenlange, fruchtlose Diskussion aus.

Es passt nichts mehr, es fühlt sich an als wären wir beide komplett andere Menschen geworden. Ja, auch ich hab meinen
Teil dazu beigetragen, aber ich bin es langsam leid. Wir nerven uns gegenseitig mehr, als wir uns gut tun.

Ich glaube ich habe schon vor langem aufgegeben, diese Ehe am leben zu erhalten ... von meiner Frau kommt aus der
Richtung aber auch nichts mehr.

Das hat auch nicht mit weglaufen oder Flucht zu tun, es ist auch nicht so, das ich unbedingt eine Beziehung will. Hatte
schon häufiger den Eindruck das ich am besten alleine bleiben sollte. Verantwortungsgefühl ist es, was mich glaube ich
hier noch hält (ja, ich klinge wie ein Arschloch, vielleicht bin ich das ja auch).

Ich sehe keine Zukunft für meine Ehe, ich habe keine Kraft mehr, die ich da reinpacken könnte.
 
Wir (meine Frau und ich) haben uns irgendwie auseinandergelebt.
Schon seit Jahren leben wir mehr oder weniger nebeneinander, aber kaum miteinander..
:eusa_naughty:Aber um ein Kind zu zeugen(warum in aller Welt nun das) hat es doch noch gereicht!:eusa_think:
 
Ja, ich weiß. Aber sich darüber jetzt einen Kopf zu machen hift nix. Es ist nicht so als ob wir das geplant hätten,
ist aber auch völlig egal. Es ist wie es ist.
 
Moin,
ich will Dir efinitiv keinen Rat geben, was richtig oder falsch wäre. So etwas gibt es in solchen Fällen eh nicht. Alleridngs habe ich wohl Recht gehabt. Ihr habt Eure Ehe im Sande verlaufen lassen. Keinem von Euch war es wichtig genug, das anzupacken und wieder zueinander zu finden.

Ich denke mal, Du hast es auch nie wirklich Deiner Frau nahegebracht, wie beziehungsrelevant es ist, dass sie Dir zuhört und Ihr ein konstruktives Gespräch führt. Daher musste sie ja auch nie was ändern. Du hast zögerlich was gesagt, sie war anderer Meinung, Du hast zurückgesteckt und in Dich reingefressen. Wie konnte sie es letztlich je wissen? Wohl gar nicht....sie hatte zudem ihren eigenen Frust mit Dir.

In einem Großteil der Fälle führen somit leicht lösbare Partnerschaftssorgen zu Trennungsgründen. Aus falscher Bequemlichkeit, Angst vor Konfrontation usw.

Auch Deine jetztige Raktion. Du tust die Ehe halt ab. Macht alles keinen Sinn. Machte nie Sinn. Dabei rechtfertigst Du Dich (offensichtlich) auch für Deine eigene Untätigkeit, die Ehe am Laufen zu halten.

Das mußt Du Dir eben bewußt machen. Dir fehlt da viel im Bereich partnerschaftliche Kommunikation und Beziehungsabrbeit. Genau dieses Defizit wird Dich auch mit Deiner momentanen spannenden und aufregenden Schwärmerei an den selben Punkt bringen, wie jetzt in Deiner Ehe, solltet Ihr überhaupt zusammenkommen.

Ist eben Typisch, weiterziehen, anstatt mal vernünftig zu investieren. Du verwechselst den Reiz des Neuen mit einer besser zu Dir passenden Frau. Das mußt Du Dir klar machen, dass es aber eben Deine Defizite sind, die Dich dahin brachten, wo Du bist und es wieder tun werden.....



Grüße
 
Mein Ziel ist es auch nicht, mit meiner 'Schwärmerei' zusammenzukommen. Wie ich schon gesagt hatte, macht das wenig Sinn.

Das alles ist auch nichts wofür es eine Patentlösung für gibt, das ist genauso klar.

Sehr wahrscheinlich werde ich einfach so weiter machen wie bisher. Vielleicht schaffen wir es ja das Feuer wieder neu zu
entfachen, wer weiß.

Ich habe nur in den letzten Wochen erst so richtig bemerkt, was eigentlich los ist ... und fühle mich wie ein elender Verräter,
ein Betrüger ... dabei kann ich wohl kaum etwas dafür, das ich mich verknallt hab. Ist ja nicht so als ob ich das irgendwie
wollte. Aber wer weiß, vielleicht kann ich ja doch was dafür ... woher soll ich das wissen.

Meiner Frau kann ich wohl kaum sagen, das ich in meine Arbeitskollegin verknallt bin ... dann redet die gar nicht mehr mit mir.
 
Papatom nennt ja bereits die wichtigsten Punkte. Deswegen führe ich nur noch ein paar Punkte auf, auch zur potenziellen Problemlösung.

Der Fakt, dass du dich verliebt hast, ist nur die Konsequenz aus eurem Eheproblem. Du musst eine Entscheidung treffen: Ehe oder Trennung. Ob Zweiteres Sinn macht, hat ja Paptom schon aufgeführt.

Wählst du die Ehe, sagst du natürlich nichts über die entwickelten Gefühle. Aber du musst deiner Frau klarmachen, dass a) ein Problem vorhanden, b) es beziehungsrelevant ist und c) du gerne mit ihr zusammen dieses beheben willst.

Eine Paartherapie wäre sehr hilfreich um die Probleme zu erörtern, wenn ihr alleine keine konstruktiven Gespräche hinbekommt. Unternehmt wieder gemeinsam Abenteuer und Ausflüge, verändert euer Sexleben — so könnt ihr die Ehe erfrischen und alte Leidenschaften erwecken.

Eine Affäre mit der Arbeitskollegin ist nicht ratsam, eben WEIL sie eine Arbeitskollegin ist. Never fuck company..
 
Ich habe nur in den letzten Wochen erst so richtig bemerkt, was eigentlich los ist ... und fühle mich wie ein elender Verräter,
ein Betrüger ... dabei kann ich wohl kaum etwas dafür, das ich mich verknallt hab.

Moin,
in gewisser weise schon, denn man kann auch wegen Unterlassens einer Straftat angeklagt werden. ;) Du hast es eben unterlassen, was für Deine Beziehung zu tun, oder Dich zu trennen. Eins von beiden wäre konsequent gewesen.

Du hast aber ja weder noch gemacht. Jetzt verguckst Du Dich und jammerst. Das passt für mich nicht. Entweder tu was für Deine Ehe, oder trenn Dich. In beiden Fällen wäre Deine primäre Aufgabe aber, Dir zu überlegen, warum Du so passiv bist. War das immer so? Bist Du so ein bequemer Typ? Denkst Du, man könnte Beziehungsprobleme aussitzen? Warum läßt Du das so geschehen?

Und komm jetzt nicht mit "na ja, das kam halt so...", denn Du hast ja wohl offensichtlich gemerkt, dass Du unglücklich bist...

Grüße
 
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