Hallo liebe dili,
ich möchte nochmal darauf zurück kommen. Ja, es fällt mir auf, dass du hier (fast) immer eine optimistische, glückliche und positive Lebenshaltung verkörperst. Relativ unabhängig vom jeweiligen Thema.
Danke nic,
es ist wirklich so, dass ich ein sehr positiver Mensch bin. Meine Mitmenschen sagen auch ständig, dass ich eine sehr positive, kraftvolle und anziehende Ausstrahlung habe. Aber vielleicht ändert sich das, wenn ein absoluter Tiefpunkt kommt?!
Woran das liegt? Ob das was mit dem religiösen Glauben zu tun hat?
Ich denke schon. Irgendwo muss ja meine Kraft, meine Energie herkommen. Und ich habe auch schon viel erlebt - die Trennung meiner Mami von meinem leiblichen Vater, das Wegziehen meiner Familie nach Amerika, Tod lieber Verwandten... Ich sehe mich nicht anders als andere Menschen, aber wie oben geschrieben, sehen viele in mir etwas besonderes. Und ich glaube schon, das der da oben auf mich aufpasst und mich beschützt
Die Frage beschäftigt mich deshalb, weil ich auch aus einem christlichen Elternhaus komme, ich diese Prägung aber in schlimmer Erinnerung habe.
Das ist sehr schade, und etwas das ich an meinen Eltern sehr geschätzt habe. Mein Papa als Prediger und meine Mama haben mich nie zu etwas gezwungen - weder dazu, ständig in die Gemeinde zu gehen noch zu sonst irgendetwas. Deswegen wurde ich auch als Kind nicht getauft, weil sie wollten, das ich diese Entscheidung selbst treffe.
Trotzdem ist meine gesamte Familie, inklusive Oma, Opa, Tante , Onkel in unserer Gemeinde und da herrscht ein ganz anderer Umgangston als in anderen Familien. Da gibt es kein Alkohol, da wird nicht gesoffen, nicht geraucht, nicht gestritten, nicht geschlagen.
Mein Bruder hat sich mit 16 das Leben genommen. Und meine Mutter, eine sehr fromme Frau, ist an Schwermut gestorben.
Ich verstehe durchaus, das man durch Leid, Sorge, Enttäuschung, Wut durchaus seinen Glauben verlieren kann...
Ich hatte das Bedürfnis, mich von dieser christlichen Prägung zu befreien, sehe mich heute nicht mehr als gläubigen Christen.
Aber ich fühle mich in manchem christlicher Ethik durchaus verbunden. Zum Beispiel in dem, was du über die Liebe, jedenfalls in dieser Übersetzung, zitiert hast (hab in dem anderen Beitrag was dazu geschrieben, weil ich das zunächst überlesen hatte). Aber auch in anderen Fragen. Zum Beispiel, was das Neue Testament zu Armut und Reichtum sagt, zu unseren Fehlern, oder wie wir damit umgehen, wenn andere uns ein Leid zufügen.
Und im Endeffekt ist es doch so: Wenn es doch keinen Gott geben sollte, und ich lebe trotzdem nach der Bibel, geht es mir trotzdem gut. Das ist ja keine schlechte Philosophie ... würden alle danach leben, dann würde es uns gut gehen. Aber der Mensch ist egoistisch und misbraucht seine Macht immer und immer wieder ... womit wir wieder beim Thema (unglückliche) Liebe sind
Aber das ist, wie gesagt, ein weites Thema.........