Klammernde Mutter, was tun?

xymox

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Okt. 2010
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Hallo,

die Zeit bis zum Umzug nähert sich bei mir immer schneller und ich könnte eure Meinung brauchen, da ich damit sonst zu niemandem kann. Kurz zur Vorgeschichte:

Mein Vater ist vor 13 Jahren gestorben, damals hab ich mich mit 15 vorläufig volljährig erkläremn lassen, selbstständig gemacht und damit das Haus meiner Eltern abbezahlt (gut zur hälfte meine Kohle) und wohne seitdem im Obergeschoss, Haus gehört mittlerweile mir. Seit zwei Jahren wohne ich mit meiner Freundin zusammen. Jetzt bin ich erst 28 und bin aufgrund der Firma und meiner anderen verrückten Computer-Aktionen jetzt mit meinem Studium durch. Job ist (siehe dazu diesen gut ausgegangenen Thread) auch klar. Für den Job ist ein Umzug mit 400km Abstand zu meiner Mutter verbunden. Sie ist 64 und schwerbehindert (schlägt sich aber noch gut).

Sie fährt seit Jahren oft länger in Urlaub, so 6-10 Monate im Jahr. Als sie das letztemal wiederkam ist sie wegen meiner Arbeitsstelle aus allen Wolken gefallen. Eine Woche Stress und viele Erklärungen. Erklärungen und keine Rechtfertigungen meinerseits, denn ich weiss, dass ich nirgendwo anders mit 28 Abteilungsleiter werden kann. Kurz ich kann nicht anders.

Seitdem hat sie alle paar Wochen den Du-lässt-mich-alleine-Trip und ich weiss absolut nicht, wie ich damit umgehen soll.

Eigentlich sollte sie sich doch freuen, dass:
- Ich meine Diplomarbeit sehr gut durch hab
- Die Firma mit Gewinn verkaufen konnte
- Ich einen Preis für meine Leistung gewonnen hab
- Wir eine tolle Wohnung zu einem fairen Preis bekommen haben
- Die Firma mir ein Auto schenkt, damit ich komme

Aber es kommt regelmäßig nur, dass ich einer "der guten Sei" und "sich Qualität immer durchsetzt" und sie das so erwartet hätte. Sie selbst sagt von sich, sie hätte unser Eigentum hier für mich zusammengehalten und hätte einfach nur Angst vor der Zukunft jetzt.

Ist das denn so eine außergewöhnliche Situation
? Ich bin doch nicht der erste Sohn auf der Welt, der auszieht? Gut, ich ziehe später aus, als andere und hab sie mehr unterstützt, als andere. Aber so what? Sie kann doch nicht erwartet haben, dass ich hier wohnen bleibe, wenn ich was besseres haben kann, dass mich auch noch beruflich begeistert. Es geht auch garnicht ums finanzielle, was ja schonmal was ist. Wenn sie wollte könnte sie das Haus oder eine der Eigentumswohnungen haben. Ich häng nicht so an Geld, an meiner Mutter schon. Auf der Ebene ist auch alles klar, es geht scheinbar nur darum, dass ich halt weggehe.

Meine Freundin lässt das natürlich alles auch nicht kalt.

Was meint ihr, wie kann ich mit der Situation umgehen? Ich hätte mittlerweile große Lust sie links liegen zu lassen, mein Eigentum hier zu veräußern und erstmal 2-5 Jahre auf Funkstille zu machen. Natürlich mache ich das nicht, aber ich sehe keinen Weg, wie ich aus der Nummer hier rauskomme, ohne sie (aus meiner Sicht unbegründet) emotional tief verletzt zurück zu lassen.

Grüße
 
Hast du ihr mal genau das hier gesagt?
Ich hätte mittlerweile große Lust sie links liegen zu lassen, mein Eigentum hier zu veräußern und erstmal 2-5 Jahre auf Funkstille zu machen. Natürlich mache ich das nicht, aber ich sehe keinen Weg, wie ich aus der Nummer hier rauskomme, ohne sie (aus meiner Sicht unbegründet) emotional tief verletzt zurück zu lassen.
Sprich, ihr klargemacht dass sie mit ihrem Verhalten genau das Gegenteil von dem erreicht, was sie eigentlich will? Wenn ja, kannst du glaub ich nicht sehr viel mehr machen.
Klare Ansage: "Ich entscheide über mein eigenes Leben, und meine Entscheidung ist gefallen. Egal was su sagst oder tust, ich bleibe nicht hier." Immer und immer wieder. Nicht auf Diskussionen einlassen, keine trauernden monologe ertragen, immer wieder klare, kurze Ansagen.
 
Hey xymox

Ich befinde mich momentan in einer ähnlichen Situation, nur das ich noch etwas älter bin ;)

Ich bin mit meiner Ma letzes Jahr zusammen gezogen nachdem sie einen Schlaganfall hatte.
Mittlerweile gehts ihr wieder so gut das sie wieder normal arbeitet und so weiter.

Jetzt ist es so das ich nächste Woche in die Schweiz ziehe, weil ich da ein super Job Angebot habe
Sie sagt zwar das sie es mir gönnt und sie mich auch nicht aufhält aber ihr Unterton sagt natürlich was ganz anderes.

Sie versucht mir schlicht und weg einfach ein schlechtes Gewissen ein zu reden.
Habe ich aber nicht und ich werde auch keins bekommen, denn ich denke ich habe genug für sie getan
und ich habe ihr auch weiterhin finanzielle Unterstützung angeboten, da es natürlich für sie etwas eng werden könnte mit der grossen Wohnung.
Klar könnte man sagen "such dir was kleineres" Aber das soll und muss sie ja nicht.(Kann ja sein das es bei mir nicht klappt und ich erstmal wieder nach hause müsste :D)

Was ich sagen will ist
Bleib einfach Konsequent und sag ihr deine Meinung wenn dir was nicht passt und zieh dein Ding durch.
Ich finde jetzt den totalen Kontaktabbruch ein bisschen hart und ich glaube auch nicht das du das wirklich willst.

Wie gesagt du bist 28 und hast das Recht auf ein eigenes Leben also geh mit ruhigem Gewissen.
Sie wird es irgendwann akzeptieren weil sie muss.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

danke für eure beiden Antworten. Schlechtes Gewissen habe ich nicht, oder zumindest nur, solange sie redet. Wenn ich mal ganz ehrlich bin, denke ich, dass mein Weggehen nicht mein, sondern ihr Problem ist. Klar, ist doof für sie, aber es ist für mich alternativlos. Ich gehe auch nicht, weil ich müsste. Vielleicht bin ich da komisch, aber mein Beruf ist bei mir eine Berufung (oder so). Ich kann einfach nicht anders, weil ich was verändern muss und nur dort darf ich das in meinen jungen Jahren.

Ich will gehen, werde gehen und brenne für das, was jetzt kommt.

@Miki: Das weiss sie natürlich. So hart, wie ich es im ersten Post fomuliert hab, habe ich es ihr natürlich nicht gesagt. Dein Formulierungsvorschlag entspricht genau dem, was ich seit Monaten gebetsmühlenartig alle paar Wochen runterbete.

Also bin ich nicht der einzige mit diesem Problem (@meli). Das ist echt befreiend, was die ganze Grübelei angeht, kannst du dir nicht vorstellen. Danke :)

Grüße
 
Hallo,

Also bin ich nicht der einzige mit diesem Problem (@meli). Das ist echt befreiend, was die ganze Grübelei angeht, kannst du dir nicht vorstellen. Danke :)

Grüße
Nein,du bist nicht allein mit dem Problem :mrgreen:
Und glaube mir ich habe gegrübelt bis nur noch schwarzer Rauch aus meinem Kopf gekommen ist.

Aber ich denke so eine Chance bekommt man nicht an jeder Ecke und deshalb gehe ich auch auf jeden Fall.

Ich glaube die Mütter haben einfach angst alleine da zu stehen,weil mal eben grad keiner da ist wenn es Probleme gibt, sei es mal gerade einkaufen zu gehen oder sonstiges.
Ich verstehe das auch weil meine sich zb mehr oder weniger schon auf mich verlassen hat usw.
Aber wie gesagt jetzt ist es mal wieder Zeit an sich selber zu denken.

Glaub mir deine Mutter wird sich damit irgendwie schon abfinden.
 

....Was meint ihr, wie kann ich mit der Situation umgehen
? ...

Im Grunde ist dein Problem einfach: Du musst wissen, was du willst und dann dazu stehen und das verantworten, was du tust.

Ich weiß, man kann einwenden, das ist schneller gesagt als getan. Aber auch wenn du alle denkbaren Einwände lange hin und her überlegst, es kommt auf das gleiche zurück.

Denn wir leben nicht mehr in den Zeiten unserer Vorfahren, wo drei Generationen im gleichen Haushalt zusammen lebten. Weil sie existenziell aufeinander angewiesen waren.

So wie du es schilderst, hat deine Mutter die freie Wahl, wie sie den Rest ihres Lebens verbringt und einrichtet. Du bist dafür nicht verantwortlich.

Und alles, was sich dann ergibt, könnt ihr regeln.
 
Moin,
ich bin der Meinung, es ist immer sehr wichtig, seinen Weg zu gehen. In dem Zuge ist ein "Lösen" von den Eltern unumgänglich. Ganz normal das die meisten Eltern das nicht gerne sehen. Aus welchen Gründen auch immer. Mal passt der Partner nicht, dann der Job, wieder andere hatten andere Vorstellungen von der Zukunft des Kindes.

Wenn du für Dich, abgesehen von Deiner Mutter, gehen willst, musst Du gehen. Wenn Deine Mutter hauptsächlich aus Zukunftsangst und Sorge um sich will, dass Du bleibst, was ich bei einer Schwerbehinderung sogar nachvollziehen kann, wie siehst Du das? Willst und würdest Du Dich kümmern? Auch aus der Ferne? Ist sie Dir dahingehend eher egal? Was würde dagegen sprechen, wenn es Dir nicht egal ist, dass sie mitgeht und sich da ein Heim/ eine Einrichtung sucht

Ansonsten geh Deinen Weg. Das muss so sein und ist auch gut so.

Grüße
 
Das was man den Eltern "schuldet", zahlt man an die nächste Generation. Das ist der Kreislauf des Lebens. Alles andere sind persönliche Befindlichkeiten.
 
Hallo,

so schwer ist die Behinderung auch nicht und sie lebt damit seit 14 Jahren ganz gut. Würde ich mich um meine Mutter kümmern, so wie sie sich 10 Jahre um Ihre Mutter gekümmert hat, die im Haus gegenüber wohnte? Nein. Habe ihr damals vor 5 Jahren genug Geld geschenkt, damit sie ihre Mutter endlich ins heim stecken kann (3,8k/Monat, kein Senioren-Knast). Ist es mir leicht gefallen? Interessanter weise ganz klar ja. Eigentlich wollte ich davon zwei Eigentumswohnungen kaufen und hatte drei Jahre dafür geackert, aber ich konnte meine Mutter nicht leiden sehen. Das Verhältnis ist auch was existenzielle Dinge angeht sehr gut und sie akzeptiert, dass es nicht anders geht. Es ist dieses ewige rumgerätze alle paar Wochen. Vielleicht nimmt mich das auch genau deshalb mehr mit als es müsste, weil wir ansonsten ein sehr harmonisches Verhältnis haben. Ich hab die Firma "geleitet", sie hat die Finanzen und Personal gemacht.

Wie gesagt, kümmern im Sinne von Haushälterin bezahlen oder ambulanten Pflegedienst oder oder ist hier garnicht das Thema. Meine Mutter weiss, dass das Geld da ist und sie es sich von meinem Treuhandkonto für sie nur zu nehmen bräuchte. Würde sie bloß nie tun, sie ist sehr sparsam. Geht soweit, dass sie trotzt Netto-Einkommen >4k nicht an Pfandflaschen vorbeigehen kann, wenn sie welche sieht. Wir sind ursprünglich Schwaben und sie kommt nach eigener Aussage "nicht aus ihrer Haut raus". Emotional ist sie leider nicht sehr selbstreflektiert.

Es geht, denke ich, rein um die emotionale Sorge. Aber so wie ich euch verstehe, kann ich es ihr nicht wirklich einfacher machen.

Grüße
 
Moin,
nee, kannst Du nicht. Auch Eltern müssen lernen. Der schwierigste Lernprozess ist da, dass das "Kind" eben irgendwann seinen eigenen Weg geht. Gerade wenn wie bei Dir der Partner gefehlt hat.

Das ist aber ihre Aufgabe. kannst Du ihr nicht abnehmen

Grüße
 
Also ich finde, das es sowas normal ist bei meiner Schwester war es auch so, meinem Dad war es egal, aber meine Mutter konnte nicht glauben das sie ausgezogen ist xD, also Klartext ich denke das du dagegen nichts tun kannst, deine Mutter muss damit zurecht kommen denn du bist kein klein Kind mehr und kannst mittlerweile auf dich selbst aufpassen. So sind Mütter/Väter nunmal manchmal können sie nicht los lassen und dafür brauchen sie einfach Zeit. Du brauchst dich deswegen nicht schuldig zu fühlen du bist erwachsen und meiner Meinung nach musst du abwarten bis sie sich damit abfindet.
 
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