Eltern gegen Beziehung

S

shanny

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Dez. 2014
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Hallo,

ich bin neu hier und schreibe, weil ich alleine nicht mehr weiter weiß und hoffe, dass mir hier vielleicht jemand einen Rat geben kann.

Ich bin 22 Jahre alt und Studentin.
Ich fange jetzt mal von vorne an und entschuldige mich jetzt schon für die lange Geschichte. Vor 4 Jahren bin ich mit meinem Freund zusammengekommen, den ich damals schon 3 Jahre kannte (und meine Eltern auch). Er ist Asiate, lebt aber seit 15 Jahren in Deutschland (er ist jetzt 28). Meine Eltern (insbesondere meine Mutter) waren von Anfang an gegen ihn. Ihre Argumente: "Er ist Asiate - denen kann man nicht vertrauen, er wird dich immer belügen, die haben eine ganz andere Mentalität als wir, das kann nicht gut gehen. Er ist viel älter als du - er hatte viel mehr Frauen als er vor dir zugibt." Dazu muss man sagen, dass er natürlich seine Fehler hat, die er aber auch einsieht. Er weiß, dass seine Laune schnell umschlägt und er dann auch gemein werden kann. Das war bei mir noch nie der Fall, habe ich aber schon miterlebt und meine Eltern leider auch. Sie haben mich damals vor die Wahl gestellt: entweder ich trenne mich von ihm oder sie finden einen Weg uns zu trennen. Ich habe mich damals nach einem halben Jahr von ihm getrennt, da ich den Druck seitens meiner Eltern nicht mehr ausgehalten habe. Danach habe ich mein Abitur gemacht und bin zum Studieren ausgezogen. Nur, dass mein (Ex-)Freund am gleichen Ort studierte und wir uns wiedergetroffen haben. Wir sind wieder zusammengekommen, nur habe ich meinen Eltern dieses Mal nichts davon gesagt. Das ging auch lange gut. Nun ist es so, dass meine Mutter ein sehr überfürsorglicher Mensch ist und der Meinung ist, dass ihren Kindern (ich habe noch zwei Schwestern) etwas Schlimmes passiert, sobald sie nicht dabei ist und aufpassen kann. Deshalb müssen wir ihr auch immer scheiben, wenn wir die Wohnung verlassen, irgendwo ankommen, wieder wegfahren usw. Außerdem will sie immer wissen, wo genau wir sind und wer alles dabei ist. Sie ruft auch jeden Tag (mehrmals) an. Wenn man dann nicht gleich rangeht (ich spreche hier von einem Zeitraum von max. 15 Minuten, sie ruft dann immer wieder an), ruft sie alle Freunde und Bekannte an, um zu erfahren, wo derjenige ist. Sie begründet das alles mit ihrer Sorge um uns. Das wurde mir dann auch zum Verhängnis. Letzte Woche stand ich unter der Dusche, als sie anrief. Da ich dann 10 Minuten nicht ranging, rief sie meine Vermieterin(!) an, die unter mir wohnt und meinen Freund kennt. Diese sagte meiner Mutter dann, dass ich vielleicht grade meinen Freund abhole und sagte dabei natürlich seinen Namen. Damit war das Drama perfekt. Es folgte ein hysterischer Anruf meiner Mutter bei mir und ich bin wieder in der gleichen Situation wie vor 4 Jahren. Ich liebe meinen Freund über alles und werde ihn nicht wegen meiner Mutter verlassen. Ich liebe aber natürlich auch meine Familie und will sie nicht verlieren. Ich weiß wirklich nicht mehr weiter...

Verzweifelte Grüße,
shanny
 
Moin,
mal so ganz schlicht, warum lässt Du Dir das von Deinen Eltern bieten? Du wohnst doch alleine in einer anderen Stadt? Liebe hin und her, aber irgendwann ist ja mal gut. Liebe der Eltern kann ja nicht totalle Überwachung/ Kontrolle und Manipulation bedeuten. Das ist dann keine Liebe mehr, um Deiner selbst willen. Da darfst Du gerne einen Riegel vorschieben. Eltern müssen genau so lernen, dass "Kinder" ihre eigenen Wege gehen und das sie das akzeptieren müssen.

Wenn Deine Eltern nicht dazu lernen wollen, ist es besser Du bist konsequent und gehst erst mal Deinen Weg ohne sie....und das sage ich als 3 facher Vater.

Zmal was soll denn der Blödsinn?
"Er ist Asiate - denen kann man nicht vertrauen, er wird dich immer belügen, die haben eine ganz andere Mentalität als wir, das kann nicht gut gehen.

Wenn das das einzige "Argument" ist, dann würde ich auf so einer Basis überhaupt keine Diskussion zulassen. Du bist jetzt erwachsen und azu gehört, sich auch so zu verhalten. Auch und gerade gegenüber seinen Eltern.....

Alles Gute und viel Kraft

Grüße
 
Hallo Papatom,

zuerst einmal vielen Dank für deine unglaublich schnelle Antwort!

Du hast natürlich auf ganzer Linie Recht. Ich weiß eigentlich auch, dass ich mir das alles nicht bieten lassen sollte. Ich bin ein sehr harmoniebedürftiger Mensch und hasse es, wenn andere wegen mir unglücklich sind. Genau darum habe ich die Beziehung auch verheimlicht. Und wahrscheinlich aus Feigheit, meinen Eltern die Stirn zu bieten.

Wenn ich mir mit meinem Freund ein eigenes Leben aufbauen will, werde ich nicht darum herumkommen, meine Eltern zu ignorieren. Was unglaubliche Vorwürfe ihrerseits bedeuten wird. So wie ich meine Mutter kenne, werde ich der Grund sein, wieso sie sich in Therapie begeben muss (das sagt sie zumindest), sollte ich an ihm festhalten. Sie drückt dann immer sofort auf die Tränendrüse und sagt, dass sie sich wegen mir so viele Sorgen machen muss, weil er ja nicht gut für mich ist. Dass es mir mit ihm aber gut geht, wird ignoriert und auf meine Naivität und Unerfahrenheit geschoben.

Ich weiß, dass ich an meiner Einstellung arbeiten muss. Nur ist das so unglaublich schwer für mich, mich abzuwenden...
 
DAS was deine Mutter da treibt, ist alles aber garantiert keine "Sorgen um die Tochter machen".

Meine beiden Kinder eins zwei Jahre älter das andere 2 Jahre jünger als du, würden mir den Vogel zeigen und mir eine psychatrische und psychotherapeutische Behandlung empfehlen. Das solltest du bei deiner Mutter im übrigen auch tun.

Das was sie da treibt ist Kontrollsucht und "nicht loslassen können" im allerhöchsten Maße.

Du wirst nicht darum herumkommen in einem klärenden Gespräch auf den Tisch zu hauen und dich abzugrenzen.
Du mußt dich entscheiden, so weiter machen und sich kontollieren / bevormunden lassen wie ein Gefangener [ (bei dir fehlt nun noch die Fußfessel) aber dafür ist bei euch ja das Handy zuständig) ] oder für dein Recht auf Glück und "Fehler machen dürfen und daraus zu lernen" einzutreten.

DAS gehört nunmal zum erwachsen werden.
 
Vielen Dank, Engel71.

Ich habe unter Anderem auch in dieses Forum geschrieben, um mich darin zu bestätigen, dass nicht nur ich dieses Verhalten kontrollsüchtig finde.

Es ist ja nicht so, dass ich mit meiner Mutter darüber noch die gesprochen hätte. Ganz im Gegenteil, wir haben uns deswegen schon wirklich oft gestritten. Und auch eine Therapie habe ich schon öfters angesprochen.
Sie ist aber der festen Überzeugung, dass das durch ihre Sorge berechtigt ist und mir dadurch ja kein Nachteil enststeht (Zitat: "Deinen Freunden schreibst du doch auch ständig, warum dann nicht mir?") Nur bin ich leider so dumm und mache danach genauso weiter wie davor.

Ihe habt beide damit Recht, dass ich mich davon befreien muss und ich hoffe sehr, dass ich die Kraft dazu habe und nicht wieder einknicke.

Vielen vielen Dank für die seelische Unterstützung!
 
Moin,
mach Dir einfach klar, dass es Deiner Mutter gar nicht um Dich geht. Es geht ihr um sich selber. Sie will bestimmen. Eigentlich ist es lediglich ein Machtspielchen, um dich nicht gehen zu lassen. Im höchsten Maße manipulativ und total daneben....

Es mag sein, dass ihr das selber gar nicht so bewußt ist, warum sie es tut, aber am allerwenigsten "für Dich". Denk daran beim nächsten mal.

Übrigens: Emotionaler Druck, Vorwürfe und Schuldgefühle sind "Taktiken" im Streit, wenn man sachlich und faktisch eigentlich keine Argumente mehr hat (oder nie hatte). So was wie wenn ein 5 jähriger sich auf den Boden wirft und heult.....

Schade eigentlich. Denn auch wir Eltern müssen ja dazulernen, wenn die lieben "Kleinen" erwachsen werden, ist schwer, aber genau so unsere Verantowrtung, wie eben die Kiner lernen, erwachsen zu werden....

Belib stark

Grüße
 
Sie ist aber der festen Überzeugung, dass das durch ihre Sorge berechtigt ist und mir dadurch ja kein Nachteil enststeht (Zitat: "Deinen Freunden schreibst du doch auch ständig, warum dann nicht mir?")
Hi shanny
nur mit dem kleinem Unterschied,das dich die Freunde wohl kaum kontrollieren!
Eltern und Freunde sind zwei grundverschiedene Schienen,das muss deine Mutter wohl erst noch verinnerlichen!

Im Übrigem möchte ich mich @Papatom anschließen,
bin auch Vater von 3 erwachsenen Kindern,:eusa_naughty:das was deine Mutter da an den Tag legt,
ist "völlig neben der Spur"!
Wie wäre es denn mit einer anderen/neuen Handynummer,damit dieser Kontrollweg schon mal ausgeschlossen ist?
 
[...]
Du hast natürlich auf ganzer Linie Recht. Ich weiß eigentlich auch, dass ich mir das alles nicht bieten lassen sollte. Ich bin ein sehr harmoniebedürftiger Mensch und hasse es, wenn andere wegen mir unglücklich sind. [...]

Etwas ähnliches mache ich gerade selber durch (nur, dass ich noch nicht ausgezogen bin; allerdings sind meine Eltern bei Weitem nicht so krass).
Meiner Ansicht nach wirst du wohl oder übel deinen Eltern einen Riegel vorschieben müssen, auch wenn es sie unglücklich macht. Ich weiß halt selbst, dass es unmöglich ist, mit denen zu diskutieren und deshalb wirst du die Gefahr eingehen müssen, dass sie unglücklich werden, allerdings glaube ich, dass es für euch beide auf lange Sicht sehr viel besser sein wird.
Von Kommilitonen, die schon seit Jahren nicht mehr zu Hause leben, weiß ich, dass die Eltern teilweise immer noch nicht über den Auszug hinweggekommen sind, aber man ist ein eigener Mensch und wenn das jemand anderes nicht akzeptieren kann, dann kann man sich entweder dem beugen (so wie du es gerade machst) oder den eigenen Weg gehen.
Damit will ich nicht sagen, dass du komplett den Kontakt abbrechen sollst, aber du solltest trotzdem einige, wenn auch teilweise drastischen, Maßnahmen ziehen, wie eine neue Nummer.
 
Deine Mutter hätte (hat) ihre Kinder wie eine Marionette immer an der Hand und versucht sie zu lenken, dabei vergisst sie, dass ihr euer EIGENSTÄNDIGES Leben habt und selber für euch Entscheidungen trefft. Fürsorge hin oder her, aber mit den Kontrollanrufen geht das eindeutig zu weit und macht nicht sie, sondern eher dich langfristig gesehen zum psychischen Wrack.
Eine Therapie wäre wohl nicht schlecht, denn da bekommt sie zu 100 die Augen geöffnet dass nicht sie sondern du im Recht bist.

Hier solltest du schnell Konsequenzen aus dem Handeln deiner Mutter ziehen, auch wenn es anfangs schwierig wird den Kontakt zu minimieren, aber sie MUSS lernen euch eure eigenen Entscheidungen treffen zu lassen.
 
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