Abschiedsbrief an Freundin

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ascent86

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Okt. 2012
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Hallo zusammen,

vor einer guten Woche hat sich meine Freundin von mir getrennt. Über die Vorgeschichte möchte ich eigentlich nicht mehr reden. Ich kanns sowieso nicht mehr ändern.
In ca. zwei/drei Wochen fliege ich bis Weihnachten nach Neuseeland. In etwa eineinhalb Monaten wollte ich ihr einen ernst gemeinten Abschiedsbrief schicken. Vielleicht überlegt sie es sich nochmal anders. Ich bin im Moment auf jeden Fall am Boden zersört.

Liebe S.,

leider hatte ich nie die Gelegenheit mich von Dir zu verabschieden. Ich bin um die halbe Welt gereist und sitze jetzt hier in Neuseeland am Lagerfeuer. Ich kann Dir nur raten: Gönn Dir auch so eine geile Zeit nach dem Studium! Ich habe so viele neue Leute kennengelernt, so vieles erlebt und Spaß gehabt. Gestern habe ich einen Bungee-Sprung gemacht. Sowas Krasses habe ich noch nie erlebt.
Aber ich hatte auch viel Zeit zum Nachdenken die letzten Wochen. Ich habe aus blinder Liebe heraus furchtbare Fehler gemacht und Dir damit das Herz gebrochen, das weiß ich. Damit habe ich das Wertvollste verloren, das ich in meinem Leben hatte. Ich wünschte, ich könnte das alles rückgängig machen, aber das kann ich nicht, auch wenn ich Zukunft vieles anders machen würde und jetzt weiß, was ich falsch gemacht habe. Wie konnte ich nur zulassen, dass mein Vertrauen zu Dir gebrochen wurde?! Der Kummer, der Zorn und die Verzweiflung sind inzwischen gegangen. Geblieben sind nur noch die schönen Erinnerungen an unsere gemeinsame Zeit und für die möchte ich Dir aufrichtig danken. Das hast Du mehr als verdient. Ich werde unsere Urlaube und Ausflüge nie vergessen. Mit wieviel Energie Du biem Skifahren an mir vorbeigerauscht bist und ich Dich unten in die Arme genommen habe, oder wie ich Dich stehend von hinten eingeholt habe und umarmt habe. Auch den tollen Winterspaziergang im K. mit der Schlittenfahrt werde ich nie vergessen. Ich habe es immer geliebt, mit Dir zu tanzen und Dich zu führen. Auch die Besuche auf dem Weihnachtsmarkt in H. und dem Lagerleben werde ich nicht vergessen. All das und noch viel mehr (es ist unglaublich, wieviel wir zusammen durchgemacht haben) werde ich immer in Erinnerung behalten.
So möchte ich Dir danke sagen. Danke, dass ich durch Dich erfahren habe, was es heißt jemanden zu vermissen, für jemanden alles tun zu wollen und das Wichtigste: DANKE, weil ich jetzt weiß, was wahre Liebe wirklich ist. Ich werde Dein Lächeln und Deine Art voller Energie und Schwung nie vergessen. Die letzten zweieinhalb Jahre werden für mich unsterblich sein.
S., ich danke Dir von Herzen für die schönsten Jahre in meinem Leben. Ich wünsche Dir für Deine Zukunft nur das Allerbeste!

Haere ra
R

Klingt das nach echtem Abschied oder wieder nur Rumgeheule? Es soll sich wirklich nach Abschied anhören und in ihr Emotionen an unsere schönen Zeiten auslösen. Sie soll mich vermissen, aber das Gefühl haben, das ich mich wirklich verabschiede. Habt ihr schon mal Erfahrungen mit solchen Briefen gemacht? Wie ist es Euch damit ergangen? Wie findet ihr meinen Entwurf?
Ich bin Euch für jeden Beitrag dankbar.
 
Moin,
warum willst Du das überhaupt? Sie hat sich doch getrennt? Willst Du jetzt zeigen "Hey, ich komm gut ohne Dich klar"? Dafür zu viel "Rumgeheule". Willst Du Dich irgendwie "rächen" indem Du "Emotionen an Eure schöne Zeit" auslösen wilst?

Alles Kinderkram.

Wenn Du wirklich Souveränität zeigen willst, melde Dich gar nicht mehr und leb ein schönes Leben ohne Sie und ohne Spielchen.

Gruß
 
Na ja.. ich schätze der TE will versuchen, seine Ex wiederzubekommen.


Ob es zu viel Rumgeheule ist? Ob du dein Leben lebst und dich verabschiedest?
Schau mal, wie genau wirkt ein solcher Brief? Er zeigt, dass du nicht mit ihr abgeschlossen hast, weil du an sie und die Erinnerungen denkst. Denn wie Papatom bereits sagte, würdest du keinen Gedanken an sie verschwenden, wenn sie dich nicht mehr interessieren würde.. geschweige denn einen Brief schreiben, in dem du alle deine Fehler bekennst und von "wahrer Liebe" und dem ganzen Programm redest.

Ich wollte auch mal einen Brief schreiben. Aber habs dann doch gelassen. Einmal, weil ich davon loskommen wollte und zweitens, weil ich den Brief für mich und nicht für sie geschrieben hatte. Sie hat mich ja nicht darum gebeten. Ich fand es also fast schon "egoistisch" ihn ihr aufzudrängen.
Hab ihn dann einfach aufbewahrt und so genommen, als ob ich nur meine Gedanken niederschreiben musste.



Aber zu deinem Anliegen:
1)
auch wenn ich in Zukunft vieles anders machen würde
Da hat sich wohl ein Fehler eingeschlichen.

2) Ich finde du laberst zu viel über die Vergangenheit und dass du Fehler gemacht hast und diese nicht mehr machen willst und wie konntest du nur und geblieben sind nur... eindeutig zu viel!

3) Zu viel Danksagerei.

4)
Ich kanns sowieso nicht mehr ändern.
Da bist du schon so auf Tatsachen beruht und gar nicht verzweifelt. Die Sprache solltest du in den Text verpacken.
So was wie "Aber so ist es nun. Das Leben geht weiter, Menschen kommen und gehen. Die Erinnerungen aber, die werde ich behalten. Machs gut."
Mehr vollendete Tatsachen eben. Nicht du würdest es umbedingt rückgängig machen wollen. Nein. Sondern nach vorne schauen. Menschen sind fehlbar. Wir machen alle "Fehler". Und mit diesen machen wir viele wichtige Erfahrungen. Nimm es also als Gewinn und Fortschritt, nicht als unwiederbringlichen Verlust und etwas Begehrliches.
 
ja der Brief hört sich wirklich wie Abschied an...aber wenn du ihn ihr gibst...dann wühlt das noch einmal Hoffnung in dir auf...und das ist zeit aufwendig...also du sitzt wieder mit solchen Gedanken daheim und wünshct dir, dass sie sich bei dir meldet....also es würde den Prozess des los lassens verlängern, wenn sie dir das wert ist mit der Option, dass sie dich nicht zurück nimmt...dann schicke ihn ab...

Oder überlege dir gut, ob du das alles wieder aufrollen willst...eigentlich ist der Brief unnötig...so wie ich das mitbekommen habe...hast du ja schon mal versucht sie wieder rum zu kriegen...also sie weiss ja schon...dass du gerne mit ihr zusammen sein willst...

upps...aber du willst ihr ja das Gefühl stärken dass es für immer vorbei ist...es wäre vielleicht ein Weg sie zurück zu bekommen...aber wie gesagt schicke den Brief erst ab, wenn du wirklich darauf Bock hast, das ganze Hoffen, abwarten und womöglich wieder enttäuscht werden...dir Wert ist....

wünsche Dir alles Gute
 
Da man nicht weiß warum ihr Euch getrennt habt kann man den Brief auch nicht wirklich eindeutig bewerten.

-Warst Du der Grund, könnte es als Hohn interpretiert werden.
-War sie der Grund, als fehlender Stolz.

Unabhängig von beiden möglichen Gründen, und nur der Brief ansich bewertet:

Den Teil würde ich komplett weglassen:

So möchte ich Dir danke sagen. Danke, dass ich durch Dich erfahren habe, was es heißt jemanden zu vermissen, für jemanden alles tun zu wollen und das Wichtigste: DANKE, weil ich jetzt weiß, was wahre Liebe wirklich ist. Ich werde Dein Lächeln und Deine Art voller Energie und Schwung nie vergessen. Die letzten zweieinhalb Jahre werden für mich unsterblich sein.
S., ich danke Dir von Herzen für die schönsten Jahre in meinem Leben. Ich wünsche Dir für Deine Zukunft nur das Allerbeste!

Das ist defintiv zu dick aufgetragen.Lese Dir Deinen Text nochmal durch ohne diesen Absatz dann wirst Du erkennen das Dein Brief mehr aussagt, er endet plötzlich so wie vermutlich eure Beziehung.Mehr brauchst Du nicht zu schreiben sie wird im Kopf das Ende für sich "weiterlesen".
 
Von der Hoffnung die Du Dir machst ist der Brief doch eigentlich eins: Er ist nicht ehrlich!
Ich kenne Deine Fehler ja nicht, aber Vortäuschung einer falschen Tatsache ist der falsche Weg!
Hallo? Du bist um keine halbe Welt gereist und das Lagerfeuerchen kommt höchstens aus Deiner Kerze
auf dem Tisch!

Anstatt Dir heute Gedanken zu machen, was Du schreiben möchtest, wenn Du tatsächlich den Globus umflogen hast,
solltest Du es dann tun, wenn Du dort bist!
Wer weiß: Vielleicht denkst Du dann ganz anders als heute??

Aber bitte: Schreibe ihr nicht - ich habe Fehler gemacht und würde sie gerne rückgängig machen - in dem Du genau einen solchen damit tust: Falsche Tatsachen vortäuschen!

Besser noch: warte wirklich ab, was bis Dato sein wird. Vielleicht wird Dich die Reise nach Neuseeland selber emotional verändern, so dass es Dir gar nicht mehr wichtig ist einen solchen Brief zu schreiben.

Wenn Du heute das Bedürfnis hast, schreibe einen Brief - einen in dem Du auch und vor allem IHRE FEHLER aufschreibst, lies ihn danach durch und schmeiss ihn in die Tonne! Du wirst sehen, das hilft wahnsinnig!
Aber bitte: schick ihn nicht ab ;)
 
Du sprichst von einem Abschiedsbrief. Aber so wie du schreibst, ist das nicht klar. Willst du dich wirklich verabschieden, oder willst du sie durch die Hintertür zurückgewinnen?

Wenn du dich wirklich verabschieden willst, dann schreib ihr nur zwei Dinge: Dass du es respektierst, dass sie nicht mehr will. Und dass du jetzt dabei bist, dir dein Leben ohne sie einzurichten.

Wenn du wirklich an dich glaubst, wirst du die Erfahrung machen, dass du auch ohne sie klar kommst, und dass es dann nicht mehr so wichtig ist, was für einen Brief du ihr noch schreibst.
 
Der Brief is ja nur ein Entwurf und entspricht meinen jetzigen Gedanken. Ich weiß, dass ich ihn in Neuseeland anders schreiben werde.
Und mein eigentliches Ansinnen ist tatsächlich sie zum Nachdenken an die schöne Zeit anzuregen. Natürlich will ich sie dadurch zurückgewinnen. Aber es soll sich nicht nach Rumgeheule anhören, denn ich werde ihr nicht nachlaufen, auch wenn mir das furchtbar schwer fällt. Sie soll begreifen, was sie verloren hat und hoffentlich Das Ruder nochmal rumreißen. Zumindest zum jetzigen Zeitpunkt soll die Intension des Briefs eigentlich nicht ein wirklicher Abschied sein.
 
Moin,
na gut, denn mit so einem Inhalt wie oben läufst Du ihr in gewisser Weise nach

Gruß
 
Ich wieß nicht ob ihr euch im Streit getrennt habt oder nicht. Und wenn du der Grund für die Trennung bist, weiß ich nicht ob sie überhaupt was von dir hören will?! Vielleicht ist sie ziemlich wütend auf dich und denkt sich nur: was soll das überhaupt?
Dein Brief an sich ist sehr schön und ehrlich. Ich finde es nicht zu dick aufgetragen, sehr romantisch eben.
Nur wenn man nicht weiß wie das Verhältnis zwischen euch ist, kann man auch schlecht sagen ob du es überhaupt abschicken sollst
 
Ja ich habe auch mal so einen Brief geschrieben. Die Dame über mir hat mir dringend davon abgeraten. Ich wollte nicht hören. Ich habe in versandt. Aber nach einger Zeit habe ich in der Rückschau eins realisiert. Ich habe mich zum Oberdeppen gemacht. Lass es! Zum jetzigen Zeitpunkt. Warte bis Du etwas Abstand gewonnen hast! Dann wirst Du auch merken, dass das eine schlechte Idee gewesen wäre. Und dann bist Du wirklich bereit Dich zu verabschieden.

Eins zum Schluss:

Kennt hier irgendjemand einen, der von seinem Partner verlassen wurde, dann einen Bried geschrieben hat und aufgrund dessen ist der Partner zurückgekommen??? Ich kenne keinen einzigen!!!!
 
Was ich nicht verstehe ist warum du jetzt einen Brief entwirfst den du erst in ein paar Wochen schreiben willst?
Warum nicht jetzt?
Selbst wenn es eine Chance auf eine positive Reaktion gibt, machst du sie durch Distanz zu nichte.
Willst du sie damit beeindrucken, dass du in der Ferne an sie denkst?
Und was hast du getan dass ihr euch getrennt habt? Aus deinen Worten lässt sich ein Schuldbekenntnis entnehmen.
 
Aus deinen Worten lässt sich ein Schuldbekenntnis entnehmen.

Das ist ja in jedem solcher Brief so. Man macht sich immer kleiner, aber auch nicht attraktiver....und keine Frau will einen Jammerlappen!

Außerdem waren die mindesten 1.247 Danke etwas zu viel!
 
Macht Mann das? ;)
Schade eigentlich.
Ehrlichkeit ist stark.
Und ich denke jede Frau würde sich über einen einfachen ehrlichen Brief freuen.
Nicht dieses Geschnultze.
Auch wenn das nicht heißt, dass sie zurück kommt.
 
Was ich nicht verstehe ist warum du jetzt einen Brief entwirfst den du erst in ein paar Wochen schreiben willst? Warum nicht jetzt?.....
Ich spekuliere mal. Er ist in der Situation des unerfüllt verliebten. Und da kann er eben nicht klar denken, wird es irrational. Und da kommt er auf eine Idee (ein Brief), was er eigentlich gar nicht machen will, weil ihm klar ist, dass er sie nicht mehr gewinnen kann und es dann immer nach nachlaufen/klammern riecht.

Er muss sich entscheiden: Entweder um sie kämpfen. Dann lautet die Frage: Wie um eine Frau kämpfen, die vermutlich gar nicht mehr umkämpft sein will? Oder verabschieden: Dann lautet die Frage: Wie Verabschiedung in Würde?
 
Zuletzt bearbeitet:
Er ist in der Situation des unerfüllt verliebten. Und da kann er eben nicht klar denken, wird es irrational.

Genau in der Situation war ich auch mal. Und ich wollte keinen Nachteil an der Sache sehen. Schließlich ist es ja einen Versuch wert!?

ABER:
Er muss sich entscheiden: Entweder um sie kämpfen. Dann lautet die Frage: Wie um eine Frau kämpfen, die vermutlich gar nicht mehr umkämpft sein will? Oder verabschieden: Dann lautet die Frage: Wie Verabschiedung in Würde?
Sehr schön zum Punkt gebracht.
Genau das ist es. Er will sie zurück. Er will den Brief schreiben.. will sie diesen auch erhalten? Will sie überhaupt von ihm hören, noch etwas mit ihm zu tun haben oder gar noch mal alles überdenken? Das kann er nicht wissen. Und insofern handelt er ungewiss zu 50% egoistisch und zu 50% mit ihrer Zustimmung.

Zu dieser Ungewissheit, kommt eine weitere dazu: Wird sie seine Handlung - in irgendeiner Weise - beantworten? Reagiert sie überhaupt darauf? Denn das ist ja das Hauptziel seines Briefes. Er erwartet eine Reaktion.
Er macht sich also Hoffnung. Die ganze Zeit, bis er wieder Zuhause ist. Und schlimmer als zur Zeit würde sich eine Enttäuschung dieser Hoffnungen anfühlen.


Wie also - wie von dir gesagt - in Würde verabschieden? ..ohne sich zum "Oberdeppen" zu machen, wie Desertstrike sich von damals sieht.
Da sehe ich 2 Möglichkeiten.
- Er könnte einen Brief schreiben. Aber keinen emotionalen, sondern einen faktischen. Kein großes Danke, kein Schuldausteilung oder Schuldbekenntnis. Trotzdem würde das meine beschriebenen Ungewissheiten wecken. Deswegen wäre ein solcher Abschied wohl sinnvoller, wenn er weitgehend mit der Sache abgeschlossen hat. Die Frage: Will er die Sache dann wirklich selber wieder aus dem Grabe ziehen? (Das ist auch der Grund, weshalb ein solcher Brief immer ein hinterherlaufen bedeutet!)
- Er schließt mit ihr und der gesamten Sache für sich in Gedanken ab. Es wird etwas dauern, bis er das kann, aber sobald er rationaler denken kann, wird es kaum ein Problem mehr darstellen.
 
Er sollte das bitte lassen mit dem Brief, finde das sind Sachen, die nur nochmal zeigen sollen wir sehr man an dem andren hängt aber ins geheim nur noch hofft und irgendwie bettelt...und das kann erdrückend werden - glaubt mir. Es gibt nichts schlimmeres in der Liebe, als wenn man auf eine Reaktion von jemanden wartet, der einem etwas bedeutet und es kommt einfach nichts. Es wird nur noch schlimmer.

Was glaubt ihr wie es sich dann anfühlt falls sie ja sagt. Er wüsste garantiert nicht wie er sich nach den ganzen Textzeilen richtig verhalten soll ohne Angst zu haben wieder etwas falsch zu machen...
 
Das Problem ist, dass eben diese 2 veschiedenen Gefühlslagen gibt in dem man diesen brief schreiben kann. Wenn man noch an ihrnhängt läuft so ein Biref immer in die Hoffnung, dass es auf Mitleid und hinterherlaufen hinausläuft und da verpasst man dann die nötige Würde.

Und dann wie Insomnius sagt, wird eine würdevoller Abschied nur möglich sein, wenn man die nötige Distanz gewonnen hat. Aber in der Regel ist man dann schon soweit, dass einem die Ex schon so egal ist, dass man dann keinen Brief mehr schreibt...zu dem Zeitpunkt fragt man sich dann: Warum wollte ich der eigentlich nen Brief schreiben?"http://www.lovehelp.de/members/insomnius.html
 
Also erst mal vielen Dank für Eure ehrlichen Antworten. Ich will mir von Euch gerne helfen lassen. Deshalb hier die ganze Vorgeschichte:

Meine Freundin (21) und ich (26) waren 2,5 Jahre zusammen. Ich habe gerade mein Maschinenbaustudium abgeschlossen und sie ist vier Semester hinter mir. Sie war meine erste wirklich große Liebe und wir hatten die beste Zeit unseres Lebens: eine perfekte, harmonische Beziehung. Seit einem Jahr war ich mir sicher, dass sie die Frau ist, mit der ich meine Zukunft verbringen will. Auch sie wollte mit mir ihre Zukunft verbringen. Ich baue gerade meine eigene Wohnung um und sie wollte nach dem Studium zu mir ziehen.
Vor drei Wochen war sie abends mit einem Arbeitskollegen, von dem sie schon einige Male erzählt hat, weg. Als ich versucht habe sie anzurufen, geht sie vier mal nicht ans Handy. Zuhause hat sie auch keiner gesehen und keiner weiß was von ihr. Insgesamt habe ich sie achtmal angerufen. Ich habe ihr immer blind vertraut, aber da hat mich zum ersten mal die Angst beschlichen, dass sie micht betrügt. Am nächsten Tag, als ich sie darauf anspreche, sagt sie mir, dass sie mit ihm im Kino war und ihr Handy im Auto vergessen hat. Danach waren sie noch bei ihm und haben Fillme angeschaut. Mmmh.... Ich hab ihr gesagt, was ich dachte, und sie hat mir versichert, dass sie mich nie betrügen würde. Ich habe ihr beim Gehen noch eine kleine Nachricht dagelassen: "Wünsch Dir einen superschönen Tag und bleib mir treu
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" (Der größte Fehler, wie ich inzwischen weiß). Danach war eigentlich wieder alles gut. Aber dieser Gedanke und das Kopfkino hat mich nicht mehr losgelassen, es wurde immer schlimmer. Und die Angst, sie zu verlieren wuchs immer weiter. Es hat mich fast wahnsinnig gemacht.
Dann war sie eine Woche mit ihrer besten Freundin in Italien. Nach dem Wiederkommen ein herzlicher Empfang, alles passt. Doch von da an hat sie sich mir gegenüber anders verhalten. Irgendwie kühler. Und meine Zweifel waren wieder da. Als ich sie darauf angesprochen habe, wurde sie böse und hat geweint: ob ich ihr nicht mehr vertraue und ob sie jetzt nie mehr Männerbekanntschaften machen könne? Da haben wir uns wieder zusammengerauft. Einige Tage später sehe ich zufällig einen SMS-Fetzen von diesem Arbeitskollegen: "Du bringst zur Zeit ganz schön Chaos in mein Leben". Mehr habe ich nicht gelesen, ich spioniere ihr nicht hinterher. Als ich sie in der selben Nacht heimlich beim SMS schreiben auf dem Klo erwischt habe wars aus. Da wollte ich sie zur Rede stellen. Wieder die selbe Leier und Tränen. Am nächsten Tag war dann zum ersten Mal eine Tastensperre in ihrem Handy. Sie sei ein sehr freiheitsliebender Mensch und ließe sich nicht von mir kontrollieren. Was würdet ihr jetzt an meiner Stelle denken? Ich habe dann am nächsten Abend mir alles in einem Brief von der Seele geschrieben und bin mit diesem Brief zu ihr gefahren. In dem Brief gestehe ich ihr meine Liebe und flehe sie an, mir die Wahrheit zu sagen. Ansonsten habe ich ihr mit der Trennung gedroht. Nachdem sie den Brief gelesen hat, bricht sie in Tränen aus sagt mir dasselbe wie bisher. Anhand ihrer Reaktion habe ich gewusst, dass sie mir die Wahrheit sagt. So hab ich sie noch nie gesehen. Ich habs einfach gewusst. Sie hat mir immer die Wahrheit gesagt! Und da war auf einmal auch mein Vertrauen wieder hergestellt. Danach haben wir uns wieder vertragen.
Am Sonntag danach kommt sie zu mir und bittet um eine Beziehungsauszeit. Es würde ihr privat alles zuviel, sie braucht mehr Zeit für sich allein, mein Vertrauensbruch war zuviel für sie und sie muss sich über ihre Gefühle klar werden... Außerdem hätte ich im letzten halben Jahr angefangen zu klammern. Eine Woche habe ich den Kontakt völlig abgebrochen und mich nicht gemeldet. Wisst ihr, wieviel Kraft das kostet?
Letzten Samstag kam sie zu mir zum reden und hat Schluss gemacht. Sie hat es einfach nicht vertragen, dass ich ihr nicht mehr vertraut habe. "Lieber jetzt, als später in einer Ehe und wenn Kinder da sind." Sie könne so mit mir nicht mehr weiterleben. Als ich sie fragte, ob sie mich noch liebt, hat sie gesagt: "Ja, aber dafür reicht es nicht mehr." Hat ihre Sachen geholt und ist unter Tränen gegangen.
Ich habe ganz am Anfang einen schrecklichen Fehler gemacht, indem ich dachte, sie würde mich mit ihrem Kollegen betrügen. Danach hat sie mir die falschen Signale gesendet und ich musste zwangsweise diese Schlüsse ziehen. Ich habe um sie gekämpft. Aber ich habe nicht das Gefühl, dass sie um mich gekämpft hat. Sie hätte meine Zweifel so leicht beseitigen können. Aber sie ist einfach davongelaufen.
Ich habe ihr das Herz gebrochen, weil ich ihr nicht vertraut habe. Ich habe das wertvollste verloren, das ich im Leben besaß. Nur weil ich blind vor Liebe war. Dieses Ende hat mir das Herz gebrochen. Wir haben ohne Zweifel beide Fehler gemacht. Aber all das ist nur wegen Missverständnissen so weit gekommen.

Der Kontakt ist völlig abgebrochen. Ich werde das durchhalten und ich werde auch irgendwann über sie hinwegkommen, aber ich liebe sie immer noch.
In einer Woche werde ich bis Weihnachten nach Neuseeland verschwinden, um Abstand zu kriegen und meine Akkus wieder aufzuladen. Ich möchte ihr einen Brief über unsere Fehler schreiben und sie (indirekt) um eine zweite Chance bitten. Den bisherigen Entwurf des Briefs habt ihr oben gelesen. In der Hoffnung, dass sie in den nächsten Wochen einsieht, dass sie einen Fehler gemacht hat und mich vermissen wird. Sie hat ein getrenntes Elternhaus, schwierige Brüder, eine bornierte Mutter, die wahrscheinlich sehr viel Mitschuld trägt, und nur eine beste Freundin weit weg. Ich war immer ihre Stütze. Ich wünsche es ihr wahrlich nicht, aber ich hoffe, sie hat ein paar richtig beschissene Wochen, damit sie merkt, was ihr fehlt. Auch sie hat gesagt, dass es die schönsten zwei Jahre ihres Lebens waren.

Ich bin erstmal mit allem am Ende. Danke fürs Lesen. War viel, aber mir hats gut getan!

Was meint Ihr zu meinem Plan mit dem Brief? Habt Ihr was ähnliches erlebt? Könnte es möglich sein, nochmal das Ruder rumzureißen? Bin über all Eure Beiträge und Erfahrungen dankbar.
 
Hi,
Du hast schon einen Hang zum theatralischen...Du "flehst sie an" und die ganzen "danke danke danke". Ganz ehrlich, ich finde sie hat genauso Fehler gemacht wie Du. Seltsam, dass ihr da nicht normal drüber sprechen konntet. Wenn da wirklich nix war, hätte sie Dich doch einfach mit einbeziehen können, um Deine Zweifel zu beseitigen? Die die Gespräche/ SMS zeigen? Wenn ich meine Frau nachts auf'm Klo beim SMSen erwischen würde, würde ich mir auch Gedanken machen...

Weißt Du, es ist eine beliebte Taktik, wenn man erwischt wird, dem anderen Vertrauensbruch vorzuwerfen um von sich abzu lenken. Man muss nur lauter schreien und den Kampfplatz verlagern. Schon geht es nicht mehr darum ,dass sie Dich hintergeht, sondern, dass Du ihr nicht vertraust.....denk mal drüber nach.

Gruß
 
Normalerweise ist es ja so, dass man den Fehler und die Schuld gerne bei anderen sucht. Unglaublich faszinierend finde ich, dass die Liebe wohl das Gegenteil bewirkt.. selbst bei offensichtlichen Dingen will man es nicht wahrhaben.


Papatom hat das Beil genau auf die richtige Stelle geschlagen.
Ist doch klar, dass dein Vertrauen etwas erschüttert war und immer weiter abgebaut wurde, weil immer wieder was dazu kam. JEDER wäre da misstrauisch geworden.
Doch trotz Alldem, hast du gehandelt und versucht dein Vertrauen zu ihr wieder aufzubauen. DU hast an Problemen in der Beziehung gearbeitet, hast kommuniziert. So wie es auch sein sollte.
SIE dagegen heult ein bisschen hier, gesteht dir ihre Liebe ein bisschen dort.... und aktiviert eine Tastensperre.

Und was sagst du dazu?
Wie konnte ich nur zulassen, dass mein Vertrauen zu Dir gebrochen wurde?!
Wie konntest DU nur zu lassen, dass dein Vertrauen gebrochen wurde???? SIE hat es gebrochen und nie wieder aufgebaut. So war das!

..

Lass das mal eine Weile auf dich wirken. Na klar, an einem Konflikt sind immer beide beteiligt. Und rational gibst du das ja auch zu. Kurz und am Ende deines letzten Beitrags. Aber emotional suchst du die Schuld bei dir, redest davon, dass DU den "größten/furchtbaren Fehler" gemacht hast, "ihr das Herz gebrochen" hast und "alles rückgängig machen" willst, weil du jetzt weißt, was "DU falsch gemacht" hast.
 
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