PTBS und Depression hätten fast alles zerstört

Dabei
2 Nov 2020
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#1
Hallo ihr Lieben, ich versuche mich kurz zu halten ( Forumsregeln ) trotzdem ist das ein sehr komplexes Thema

ich habe folgendes Problem: Ich bin nun seit 6 Jahren mit meiner Freundin zusammen und die ersten 3 - 3,5 waren wirklich gut. Haben uns sehr geliebt, viel unternommen, gereist; es war wirklich toll. Danach verfiehl ich leider in deine Depression mit PTBS ( Hab viele schlimme Dinge erlebt )und war nicht mehr in der lage meine Gefühle wirklich zu zeigen. Versteht mich nicht falsch, ich war kein Unmensch, aber ich konnte kein Händchen mehr halten, ein Kuss am Tag war mir zuviel, Ich Liebe dich jeden Tag war mir zu oft, wollte nicht mehr im Bett schlafen und hab immer gesagt dass mir Heiraten unwichtig ist. Verurteilt mich bitte nicht dafür, ich war auch kurz davor mir das Leben zu nehmen, es ist schwer zu erklären.

Vor 3 Monaten sprach mich meine Freundin an und sagte mir, dass wir mehr miteinander unternehmen müssten, da wir nur noch eine " WG führen ". Den Grund warum ich seit ein Paar Wochen aus meiner Krankheit raus bin, verstehe ich selber nicht. Ich befinde mich momentan auch in psychologischer Behandlung. Vor 10 Tagen erfuhr ich einen gewaltingen Schub und ich bin wieder komplett in der Lage zu Lieben und kann auch verletzt werden. Ich bin wieder in der Lage Händchen zu halten und will wieder unendlich Küssen, es ist wie ein neues Leben für mich. Ich bin ihr auch unendlich Dankbar dafür, dass sie bei mir geblieben ist.

Meiner Freundin bin ich jetzt natürlich komplett Fremd - sie erkennt mich nicht mehr wieder und hat auch vergessen wie ich noch vor meiner Erkrankung war. ( Bin selber der Meinung dass ich so bin wie noch vor der Erkrankung ) Sie sagt, dass sie mich noch liebt und sich eine Zukunft ohne mich nicht vorstellen kann. Aber irgendwie auch nicht - weil sie mein neues Ich nicht mehr kennt und sie braucht einfach Zeit das Ganze zu verdauen. 1 mal die Woche schläft sie wohl bei ihrem einzigen Freund den sie nun seit 5 Monaten kennt und das macht mich wirklich eifersüchtig. Sie braucht das wohl damit sie abschalten kann und es ihr gut gehen kann. Sie sei auch glücklich, aber nicht extrem oder sehr glücklich momentan.

Wir reden momentan sehr viel das haben wir noch nie getan( wir wollen beide daran arbeiten und sie möchte gucken, ob ihre Gefühle mehr werden - natürlich kommt es momentan auch oft vor, dass ich sie bedränge obwohl ich das nicht will - es fällt mir momentan nur so schwer ), so streiten wir uns auch, was wir auch noch nie gemacht hatten. Aber sie kann mir momentan nur das allermindeste an Gefühlen zeigen. 1 - 2 Küsschen am Tag erwidern. Zeit möchte sie trotzdem mit mir verbringen. Aber sie vermisst mich auch nicht mehr auch wäre sie in Keinster Weise Eifersüchtig.
Heute hatten wir gekuschelt sie sagt sie hätte das ganze nicht so genossen wie ich und fragte sich ob die Gefühle nicht doch weniger geworden sind.
kam aber 5 min später und gab mir einen Kuss.
 
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Dabei
6 Feb 2017
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#2
Ich denke, dass es natürlich ist, dass liebevolle Gefühle zurückgehen, wenn der liebevolle Umgang wegfällt oder sehr gering wird. Vermutlich hat sie sich in der Zeit, in der du keine Gefühle äußern konntest, angepasst, um damit zurecht zu kommen, und sich dann auch daran gewöhnt. Und bestimmt hat sich dadurch auch ihre Gefühlswelt an diesen Armutszustand angepasst, dass sie selbst nicht mehr so viel Liebe empfindet, wie damals in der Zeit, als ihr Liebe noch offen geäußert habt. Und jetzt bist du auf einmal wieder auf 100% (wie auch immer das passiert ist) und sie weiß nicht, wo sie das auf einmal herholen soll.

Wenn ich einen Tipp geben müsste, wäre es, nicht da weitermachen zu wollen, wo ihr vor der Depression wart, sondern eher eine Art Neuanfang zu machen. Also nicht die ganze Zeit knuddeln und küssen und von heiraten reden, sondern eher flirten, sporadische Signale der Zuneigung senden, vielleicht auch mal ein Date organisieren oder sowas.
Das wäre zumindest meine Vorgehensweise :)
 
Dabei
2 Nov 2020
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#3
Ich denke, dass es natürlich ist, dass liebevolle Gefühle zurückgehen, wenn der liebevolle Umgang wegfällt oder sehr gering wird. Vermutlich hat sie sich in der Zeit, in der du keine Gefühle äußern konntest, angepasst, um damit zurecht zu kommen, und sich dann auch daran gewöhnt. Und bestimmt hat sich dadurch auch ihre Gefühlswelt an diesen Armutszustand angepasst, dass sie selbst nicht mehr so viel Liebe empfindet, wie damals in der Zeit, als ihr Liebe noch offen geäußert habt. Und jetzt bist du auf einmal wieder auf 100% (wie auch immer das passiert ist) und sie weiß nicht, wo sie das auf einmal herholen soll.

Wenn ich einen Tipp geben müsste, wäre es, nicht da weitermachen zu wollen, wo ihr vor der Depression wart, sondern eher eine Art Neuanfang zu machen. Also nicht die ganze Zeit knuddeln und küssen und von heiraten reden, sondern eher flirten, sporadische Signale der Zuneigung senden, vielleicht auch mal ein Date organisieren oder sowas.
Das wäre zumindest meine Vorgehensweise :)
Vielen Dank für den Tipp :) Ich weiss deine lange Antwort zu schätzen :)!
 
Dabei
6 Mrz 2013
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#4
1 mal die Woche schläft sie wohl bei ihrem einzigen Freund den sie nun seit 5 Monaten kennt und das macht mich wirklich eifersüchtig. Sie braucht das wohl damit sie abschalten kann und es ihr gut gehen kann.
Das finde ich ehrlich gesagt kontraproduktiv von ihr, falls sie eurer Beziehung noch eine Chance geben will. Da sollte ihre "Ablenkung zum Abschalten" (wenn es wirklich nur das ist) nicht unbedingt ein Mann sein. An deiner Stelle würde ich auch in Betracht ziehen, dass das ein potenzieller "Nachfolger" von dir sein könnte, nachdem du sie lange Zeit - krankheitsbedingt, das heißt natürlich nicht dass du was "dafür kannst", aber faktisch war es eben so - am ausgestreckten Arm hast verhungern lassen.

Ansonsten finde ich es immer schwierig, wenn beide Teile einer Partnerschaft unterschiedliche Entwicklungen durchmachen. Es ist leider häufig, dass dann einer aus der Kurve fliegt. Sie musste sich erst an deine "gefühllose Art" anpassen, und jetzt wie in der Achterbahn gehts plötzlich in die andere Richtung. Sie ist also gerade ganz woanders unterwegs als du. Und wenn es sich um Gefühle handelt, kann man auch nicht einfach so umsteuern.

Deswegen finde ich diesen Vorschlag richtig gut:
Wenn ich einen Tipp geben müsste, wäre es, nicht da weitermachen zu wollen, wo ihr vor der Depression wart, sondern eher eine Art Neuanfang zu machen. Also nicht die ganze Zeit knuddeln und küssen und von heiraten reden, sondern eher flirten, sporadische Signale der Zuneigung senden, vielleicht auch mal ein Date organisieren oder sowas.
 
Dabei
2 Nov 2020
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#5
Das finde ich ehrlich gesagt kontraproduktiv von ihr, falls sie eurer Beziehung noch eine Chance geben will. Da sollte ihre "Ablenkung zum Abschalten" (wenn es wirklich nur das ist) nicht unbedingt ein Mann sein. An deiner Stelle würde ich auch in Betracht ziehen, dass das ein potenzieller "Nachfolger" von dir sein könnte, nachdem du sie lange Zeit - krankheitsbedingt, das heißt natürlich nicht dass du was "dafür kannst", aber faktisch war es eben so - am ausgestreckten Arm hast verhungern lassen.

Ansonsten finde ich es immer schwierig, wenn beide Teile einer Partnerschaft unterschiedliche Entwicklungen durchmachen. Es ist leider häufig, dass dann einer aus der Kurve fliegt. Sie musste sich erst an deine "gefühllose Art" anpassen, und jetzt wie in der Achterbahn gehts plötzlich in die andere Richtung. Sie ist also gerade ganz woanders unterwegs als du. Und wenn es sich um Gefühle handelt, kann man auch nicht einfach so umsteuern.

Deswegen finde ich diesen Vorschlag richtig gut:
Vielen Dank für die Ideen und die Tipps :)
 
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