Ist er verwirrt oder was passiert?

Dabei
24 Aug 2019
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#1
Hallo Ihr Lieben,

ich bin momentan mit einem wundervollen Mann zusammen und wir haben die schoenste Beziehung zueinander. Alles ist sehr positiv und wohlwollend zwischen uns. Aber es gibt da ein grosses Problem.

Ich habe mich letztes Jahr von meinem Mann getrennt und die Scheidung laeuft gerade. Ich bin sehr froh da herauszukommen. Mein neuer Partner hat sich ein paar Monate nach mir (nicht wegen mir) auch von seiner Frau getrennt da sich alkohol-und kaufsuechtig ist. Er ist nun seit neun Monaten getrennt aber leider war er durch mich und unsere schoene Beziehung davon abgelenkt sich mit dem Trennungsschmerz auseinander zu setzen. Wir haben also vor etwa sechs Wochen eine Pause eingelegt damit er sich dem Verarbeiten widmen kann. Wir sehen uns weiterhin bei der Arbeit und sprechen ab und zu miteinander aber sehen uns privat nicht da es ihn weiter ablenkt. Er geht nun durch alle Trennungsphasen durch und es geht ihm recht schlecht. Er hatte mir haeufiger gesagt, dass da keine Liebe mehr fuer sie existiert da vor allem die letzten drei Jahre seiner 13-jaehrigen Ehe nicht gut waren. Er traf seine Frau vor zwei Wochen zum Gespraech und meinte auch danach, dass er keine Verbindung und keinen Drang spuerte wieder mit ihr zusammen zu sein. Aber ich glaube, er ist gerade in der Verhandlungsphase oder dem Gefuehlschaos der ganzen Trennung angekommen und ist total durcheinander. Er leidet und ist oft den Traenen nahe. Er sagt, wenn er mit ihr spricht spuert er schreckliche Wut und Trauer aber dass er mehr mit ihr sprechen muss um zu verstehen warum die Ehe kaputt ging. Er meinte auch, dass er sie in der Vergangenheit geliebt hat und verheiratet sein wolte und dass er daher mehr mit ihr sprechen muss. Daraufhin bekam ich etwas Angst und ich fragte ihn ob er sich vorstellen kann zu ihr zurueck zu gehen. Er meinte, dass er nicht wuesste was die Zukunft haelt. Ich kann mir, nach allem was er mir erzaehlt hat und wie wir zusammen sind, einfach gar nicht vorstellen, dass er wieder zurueck gehen wollen wuerde. Vor allem wenn er keine Liebe mehr empfindet. Ich habe das Gefuehl, dass er total ueberwaeltigt von seinen Gefuehlen ist und den Schmerz einfach stoppen will. Sein Stiefsohn ist in den Zwanzigern und will nichts von ihm wissen, obwohl die Mutter allen gesagt hat, dass es ihre Sucht war die ausschlaggebend war. Die Sache mit dem Stiefsohn tut meinem Partner sehr weh. Ausserdem muss er irgendwie das Haus verkaufen damit die Frau Geld fuer eine neue Wohnung in einer anderen Stadt hat. All das hat nicht gut geklappt und mein Partner hat sehr viel Stress im Kopf wegen allem.

Glaubt Ihr, dass er zu Ihr zurueck gehen wird oder eher, dass das Gefuehlschaos im Moment einfach zu schlimm ist und er gar nichts mehr weiss und versteht? Er meinte, jedes Mal wenn er ueber sie nachdenkt, empfindet er Wut und Trauer und wenn er ueber mich nachdenkt, ist er gluecklich. Er hat auch letztens zum ersten Mal einem Freund von mir erzaehlt, denn ansonsten mussten wir unsere Beziehung wegen der Arbeit geheimhalten. Er strahlte mich an und meinte, es was so schoen seinem Freund von mir zu erzaehlen und dass es ihn wirklich gluecklich gemacht habe. So bin ich total verwirrt. Warum konnte er nicht 100%ig sagen, dass er nicht wieder zu seiner Frau zurueck geht? Ueberlegt er sich das tatsaechlich und wird er das eventuell wirklich tun obwohl er sagt, da sind keine Gefuehle? Er ist kein Luegner oder Mensch der Spiele spielt, dafuer kenne ich ihn zu lange. Ich weiss also, dass er mir nichts vorgemacht hat. Aber ich verstehe die Phase in der er ist nicht und ich habe Angst, dass er einen grossen Fehler begeht und sich ungluecklich macht. Egal ob wir am Ende zusammen sind oder nicht, ich will einfach nur nicht, dass er sich ungluecklich macht indem er zu ihr zurueck geht. Sie hat ihr Verhalten nicht geaendert und ist nach wie vor nur auf das Geld aus.

Bitte, koennt Ihr mir helfen, ich habe wirklich Angst ihn zu verlieren und vielleicht nur deshalb weil er nicht weiter durch den Schmerz durchkaempfen will um endlich auf der anderen Seite herauszukommen. Oder meint Ihr, er braucht vielleicht einfach nur Antworten und will seine Wut bewaeltigen so dass er weiterkommt. Aber im Moment kann er einfach nichts ausschliessen weil er nicht mehr weiss was als naechstes passieren kann?

Danke!
 
Dabei
24 Sep 2017
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#2
Hey,
na klar ist er verwirrt. Na klar ist er unsicher. So direkt nach Ende einer Beziehung eine neue einzugehen kann gut sein, ist manchmal auch einfach gute Ablenkung (wobei sich das nicht widersprechen muss). Wenn die Beziehung schön ist und er sagt, dass er glücklich sei, dann gib ihm doch einfach Zeit und dränge ihn nicht. Mach was Cooles in der Zwischenzeit - und hey, wenn er sich dann doch entscheidet zu gehen hast du immerhin was Cooles gemacht... :)
 
Dabei
24 Aug 2019
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#3
Hey,
na klar ist er verwirrt. Na klar ist er unsicher. So direkt nach Ende einer Beziehung eine neue einzugehen kann gut sein, ist manchmal auch einfach gute Ablenkung (wobei sich das nicht widersprechen muss). Wenn die Beziehung schön ist und er sagt, dass er glücklich sei, dann gib ihm doch einfach Zeit und dränge ihn nicht. Mach was Cooles in der Zwischenzeit - und hey, wenn er sich dann doch entscheidet zu gehen hast du immerhin was Cooles gemacht... :)

Hallo :)

vielen Dank fuer Deine Antwort. Ich draenge ihn auf jeden Fall gar nicht, ich habe ihm gesagt, dass er soviel Zeit und Freiraum haben kann wie er will und er ist sehr dankbar und meint, ich mache alles bestens. Aber er ist halt total unten angekommen. Meine groesste Angst oder Verwirrung ist im Moment einfach warum er nicht mehr sagen konnte, dass er nicht zu seiner Ex-Frau zurueck will. Er hat in der Vergangenheit gesagt, dass seine Liebe erodiert sei da sie mit Ihrer Alkohol- und Kaufsucht und dem staendigen Geldausgeben einfach soviel kaputt gemacht hat. Und selbst jetzt hat er wieder gesagt, dass er einfach unglaublich wuetend war als sie ihn um Geld fuer seinen Stiefsohn gebeten hat weil er ja gerade damit kaempft genug Geld aufzubringen damit sie eine Wohnung kaufen kann weil sie das gerne will. Ich kann mir also einfach gar nicht vorstellen, dass jemand nach neun Monaten wieder zurueck gehen wuerde, wenn er nur Wut und Trauer empfindet und die schoene Vergangenheit seit einigen Jahren vorbei ist. Meinst Du er ist einfach im Moment so im Gefuehlschaos, dass er einmal Wut, Aerger, Trauer und dann wieder falsche Hoffnung und Verschoenigung der Ehe spuert? Gehen Menschen oft zurueck in solchen Phasen? Selbst wenn sie wissen muessten, dass sich wahrscheinlich rein gar nichts aendern wuerde?

Ich habe das Internet durchkaemmt um zu lernen wie sich der Verlassende in der Verhandlungs- bzw. Gefuehlschaos Trennungsphase fuehlt. Aber es gibt immer nur soviel fuer die Verlassenen. Ich will einfach nur besser verstehen ob da ein echtes Risiko besteht oder ob er einfach nur so durch den Wind ist, dass er seinen Gefuehlen gerade ueberhaupt nicht traut.
 
Dabei
3 Jan 2019
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#4
Warum hast Du zwei Threads angefangen?

Nun gut, es gibt IMMER ein Risiko. Was Du beschreibst (Alkohol- und Kaufsucht) ist bestimmt nur EINE Seite der Beziehung. Sicher gab es auch positives und es ist schwer, das alles hinter sich zu lassen. Aus meiner Erfahrung ist die Beziehung nach einer Trennung nie von langer Dauer. Zu viele Punkte, die es noch aufzuarbeiten gilt, zu viel Durcheinander - Gefühlschaos eben.

Was Menschen in solchen Phasen tun, kann man nicht wirklich beantworten. Es ändert sich bestimmt irgendetwas, aber ob das genau das ist, was DU gerne hättest, wird Dir niemand vorhersagen können. Hab' einfach Geduld, gib' ihm Zeit, sei für ihn da, hör ihm zu und sei ein echter Ratgeber, ohne Hintergedanken. Und ja, vielleicht geht es trotzdem schief. Tu's für ihn und nicht für Dich.
 
Dabei
27 Feb 2013
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#5
Hmmmm.... habe erst jetzt deinen Thread hier gelesen, nachdem ich auf den anderen geantwortet habe. Hier liegt also der Hase im Pfeffer.

Ich würde gerne erfahren wollen, wie lange ihr ein Paar seid und wie lange ihr euch kennt, weil du schreibst, seit 9 Monaten ist er getrennt und auf der anderen Seite du ihn schon so lange kennst um behaupten zu können, dass du ihn gut kennst.

Abgesehen davon kann ich dir aus einer Erfahrung mit einem sich kurz vor meiner Bekanntschaft mit ihm getrennten Mann erzählen, der sich während unserer Kennenlernphase auch scheiden ließ erzählen, dass er mir erzählt hat, dass er sich als Versager empfunden hat. Man heiratet ja nicht aus Jux und Tollerei (also in der Regel), sondern weil wirklich tiefe Gefühle bestehen und man mit diesem Menschen auch vorhalt, alt zu werden. Und dann klappt das doch nicht. Also so hat er mir das in etwa erklärt. Meiner hat das damals auch nie verarbeitet und ich hab vieles "büßen" müssen während der Beziehung, was sie quasi "verbrochen" hat. Deswegen würde ich niemals mehr etwas mit einem Mann beginnen, der sich erst kürzlich aus einer langen Beziehung gelöst hat.

Was deine Geschichte betrifft, einerseits wohl klug, ihm die Zeit einzuräumen, alles aufzuarbeiten und sich letztlich zu entscheiden. Andererseits überhaupt nicht klug, das alles mitzumachen. Das macht dich total fertig und hilft DIR gar nichts. Du bist nicht seine Therapeutin. Du spielst hier die falsche Rolle, wenn du ihm da zuhörst und beistehst. Also würde ich dir sehr dringend empfehlen, dich hier abzugrenzen.

Tust du das jetzt eh? Sind es nur deine Gedanken hiezu, die du erzählst oder redet ihr auf der Arbeit darüber?

Aber genauso gut und klug es war, ihm die Zeit einzuräumen, um alles zu verarbeiten, so schlecht und unklug finde ich sie gleichzeitig.

Vielleicht wäre hier ein richtiger Cut viel gesünder. Also Schluss machen, jeder lebt sein Leben und wenn es dann irgendwann passt, findet man wieder zueinander.

Weil jetzt fühlst du dich ja mit ihm verbunden, führst eigentlich ja noch immer eine Beziehung mit ihm, hast aber gar keine und verschwendest Zeit und siehst gar niemanden anderen.

Vielleicht wäre klüger, eine Freundschaft Plus zu führen. Also sich zu treffen, Spaß und Sex haben (der verbindet nämlich) und dieses Thema Ex einfach außen vor zu lassen. Darüber wird nicht geredet. Verarbeiten kann er ja dann trotzdem noch immer. Dich aber einfach rauslassen.

Aber so wie ihr das jetzt handhabt, ich weiß nicht. Das geht nur auf die Substanz, sonst nichts.
 
Dabei
24 Sep 2017
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#6
Es kann auch sein, dass er gerade lernt, dass man etwas vermissen kann ohne es zurück zu wollen. So oder so, es gibt nie den richtigen Zeitpunkt. Mehr bleibt dir im Moment leider nicht übrig, als ehrlich zu ihm (ich mag dich und fände schade, dich nicht mehr zu sehen), aber auch zu dir selbst zu sein (die Situation macht mich fertig, ich muss da raus).
 
Dabei
24 Aug 2019
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#7
Hallo Ihr Lieben,

tut mir leid, dass mit den zwei Threads. Hier in den australischen Foren ist das oft anders und da melden sich Leute auch nicht zurueck. Daher, ganz herzlichen Dank. Ich verstehe gut, dass Ihr mich alle warnt. Das Problem ist, dass ich einfach nicht aufgeben kann. Ich habe in der Vergangenheit schlimme Zeiten in meiner eigenen Beziehung gehabt und diese gut verarbeitet. Daher weiss ich nun auch besser, was ich will. Als es bei meinem neuen Partner und mir gefunkt hat, war das total unvorhergesehen. Wir haben seit drei Jahren zusammen gearbeitet und da war nie auch nur die geringste Idee, dass da etwas sein koennte. Aber dann, nach einer langen Arbeitsautofahrt bei der wir viel miteinander reden konnten, bin ich aus dem Auto ausgestiegen und bei uns beiden war etwas passiert. Wir haben danach einfach eine unheimlich starke mentale Verbindung gespuert, das war fuer mich noch nie so dagewesen. Und mit der Zeit wurde es eine ganz starke emotionale Verbindung. Alles passt einfach perfekt, ausser das Timing. Koerperlich haben wir die besten Erfahrungen unserer beider Leben bisher (und er ist schon in den Vierzigern, ich Ende dreissig), emotional ist es offen und wir kommunizieren wunderbar, es ist wohlwollend und sehr liebevoll.

Aber das Timing ist schlecht und ich moechte wirklich gerne warten bis nichts mehr geht, oder bis hoffentlich alles so kommt wie ich es seit dem Anfang gefuehlt habe. Ich verliebe mich nicht schnell und auch nicht Hals ueber Kopf. Ich hinterfrage oft vieles, daher bin ich eigentlich so sicher, dass wir etwas ganz Besonderes haben und das meine ich ohne Verklaerung und rosarote Brille. Wir haben unglaublich viel gemeinsam, sogar unsere Geburtstage sind nur einen Tag auseinander. Es ist, als haette ich einen Teil von mir gefunden. Da ich mich so fuehle, kann ich einfach nicht aufgeben. Ich gebe ihm Zeit und Raum aber ich kann nicht loslassen bis ich es muss. Und ich frage mich oft, ob so eine Verbindung nicht auch tatsaechlich am Ende ueberlebt, gerade weil sie so etwas Rahes ist.

Ich liebe ihn von ganzem Herzen, so sehr, dass ich mir einfach nur wuensche, dass er keinen Fehler begeht und sich in eine unzufriedene Beziehung zurueck begibt, nur weil er von den Herausforderungen, dem Schmerz oder vielleicht von Schuld uebermannt wird. Es ist so schlimm zu sehen, dass er eventuell nicht sieht, dass er auf dem richtigen Weg ist und wenn er nur durchhaelt, dann wird er es aus dem tiefen Tal rausschaffen. Er sieht woechentlich einen Psychologen, meint Ihr der wuerde ihm helfen falls der denken wuerde, dass er eventuell zu frueh aufgibt? Ich spreche da nicht aus Eigensucht, sondern einfach nur weil ich nicht will, dass er sein Leben lang ungluecklich ist. Er hat mir so viele traurige und schlimme Dinge erzaehlt, das hat er einfach nicht mehr weiter verdient. Das hatte er nie verdient, weil er ein wirklich lieber, besonnener und eigentlich so froehlicher Mensch ist.

Ich hoffe so sehr, dass er durchhaelt und dann merkt, dass auch der schlimmste Schmerz voruebergeht. Ich frage mich auch oft, ob er tatsaechlich darueber nachdenkt zurueck zu gehen oder ob das nur einer von den vielen Gedankenschwaellen ist, die man in dieser intensiven Gefuehlsphase hat. Ein Moment wo man denkt, es waere alles einfacher wenn man den Kampf beenden wuerde aber sich dann doch wieder daran erinnert warum man gegangen ist. So war es bei mir und ich bin standhaft geblieben weil ich wusste, dass sie das Verhalten meines Mannes nie aendern wuerde und ich immer wieder leiden wuerde. Ausserdem lese ich oft, dass Wut auch schon eine naechste Phase sein kann, also man schon wieder einen Schritt naeher an der Besserung ist. Ist das so?

Ach Mensch, bitte entschuldigt, das hoert sich wahrscheinlich alles verzweifelt an. Aber das bin ich eben auch.
 
Dabei
27 Feb 2013
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#8
Hey AussieGirl,

es ist mir (und den anderen wahrscheinlich auch) klar, dass du an ihm hängst und nicht einfach so loslassen kannst und willst. Du hast nach unseren Meinungen gefragt - also als Außenstehende, was uns hier in den Sinn kommt und das haben wir dir geschrieben.

Du bist aber noch immer nicht auf meine Frage eingegangen, wie lange ihr schon ein Paar seid bzw. seit wann ihr das wart.

Du schreibst nur "Aber dann, nach einer langen Arbeitsautofahrt".

Wann war die?

Und - bitte nimms mir nicht übel, ich schreibe nur ehrlich und direkt - ich habe bisher, wenn ich mich verliebt habe, immer gedacht, dass es etwas Besonderes ist - vor allem, weil ich so wie du mich nicht leicht verliebe und gerade da ist es dann besonders "gefährlich", weil man, wenn es dann endlich mal bei einem selbst einschlägt, was ja so selten ist, besonders glaubt, dass es was Besonderes sein MUSS, weil es ja so selten passiert.

Ich frage mich, wieso er in so einem tiefen Loch ist. Liebt er sie noch immer und es ist nur das Geld/die Kaufsucht und sonst war aber alles so, wie er es sich bei einer Frau vorstellt? Hat er nur aus Vernunftgründen Schluss gemacht, aber nicht, weil er sie nicht mehr liebt?

Aus einem Affekt heraus? Aus einer Art Lektion, die er ihr erteilen will, was passiert, wenn sie sich nicht ändert?

Mich irritiert so einiges an deiner Geschichte.

Warum leidet er so stark? Also zumindest wirkt es so auf mich, wie du es schilderst. Also hat er sich nicht getrennt, weil er sie nicht mehr liebt, sondern weil ihn ihre Geldverschwenderei rasend macht? Würde die vergehen, würde er wieder mit ihr zusammen sein wollen?

Pass bitte auf dich und deine Gefühle auf. Ich glaube dir, dass du ihn liebst. Um dich gehts mir gar nicht. Bei dir bin ich sicher. Aber ob das tiefe Gefühlsloch nicht eher darauf hinweist, dass er sich im Grunde gar nicht von ihr trennen will?

Wie schon erzählt, mein Ex-Lebensgefährte hat auch gelitten unter seiner Scheidung, weil er sich als Versager vorkam. Aber so ein tiefes Loch wie du es beschreibst hatte er nicht und hat auch nicht so dermaßen gelitten. Ich habe ihm damals sogar noch gesagt, also ganz am Anfang, er solle zu seiner Frau zurückgehen, das wollte er nicht.

Hat aber trotzdem nicht gehalten, ich wollte nur den Anfang erzählen.

Pass auf dich auf. Du solltest nicht leiden.

Vor allem... wie lang soll den diese Phase bei ihm dauern? Was ist für dich zumutbar?

Aber wie gesagt, interessant wäre, wie lange ihr ein Paar seid. Ein paar Monate nehm ich an.

Da kann man im Grunde auch noch nicht von Liebe sprechen... Verliebtheit schon.

Ich versteh dich. Aber es ist nicht gut, an etwas festzuhalten, was nur einseitig ist...
 
Dabei
5 Jun 2015
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#9
hallo AussieGirl
ich stimme meinen Vorrednerinnen hier auch in allen Punkten zu.
Was mir zu deiner Beschreibung eurer Charaktere noch aufgefallen ist,
das ist die Tatsache, das ihr euch in einigen Punkten vielleicht recht ähnlich seit,
Du wirkst stark und besonnen.
dein Stil strahlt Reife und Reflektion aus,
selbst jetzt, wo du sehr verzweifelt und hilflos bist.
Nun schau dir das Bild seiner Frau an.
Kindlichkeit und Hilflosigkeit.
Sie war vielleicht auf einer Ebene ' sein kleines Mädchen'
Warscheinlich war er der Reifere und Überlegenere in der Beziehung.
Vielleicht hat er sich bei Ihr stark, verantwortlich und männlich gefühlt,
Dann haben ihre 'Macken' ihn ausgetrickst.
Er hat die Überlegenheit und Kontrolle verloren.
Er hat begonnen mit ihr einen Kampf zu kämpfen, den er nicht gewinnen konnte.
Den Kampf mit einer Sucht.
Er hat ihn haushoch verloren und sein Bild von sich und sein Lebenskonzept sind zusammen gebrochen.
Das Gefühl von Niederlage, wie Peachy es berichtet, ist also noch immens höher, als bei einer 'normalen' Trennung.

Er muß vielleicht zu dem Punkt kommen, wo er begreift, warum er sich auf eine labile Partnerin eingelassen hat.
Und das hat erfahrungsgemäß immer mit der eigenen Entwicklungsgeschichte zu tun.
Es gibt wohl auch in seinem Leben Defizite und Verletzungen.
Sonst hätte er ihr Fehlverhalten nicht lange mitgemacht.
Ein starker und gesunder Charakter hat keinen Grund sich an eine Peson mit großem Suchtpotenzial zu binden.

Und wie ist es da mit dir?
Auch du hast dich in vorheriger Beziehung auf Partner eingelassen, die dir nicht gut taten.
Du bist darüber hinausgewachsen.
Scheinst mir aber nun eine Person mit ähnlichen Strukturen ( Verletzungen und Strategien)
gefunden zu haben, wie du sie hast.
Das könnte dir dieses Gefühl von ' Seelenverwandschaft' geben.
Meine Vermutung:
Du kannst diesem Mann Trost, Ablenkung und Sicherheit vermitteln.
Aber das Gefühl lieben zu können, wird er erst dann entwickeln,
wenn er seinen Selbstwert und seine Selbstliebe wieder findet und begreift, was ihm wiederfahren ist.
Das er sich therapeutische Hilfe gesucht hat, ist ein guter Weg.
Und ich glabe auch nicht, das er dort den Rat bekommt, diese Ehe fortzuführen.
Denn das wäre destruktiv, ehe sich die Frau nicht selbst Hilfe holt und sich ihrem Problem stellt.

Meine Meinung:
solche seelischen Prozesse dauern lange.
und ob sie 'erfolgreich' in deine gewünschte Richtung laufen, ist unvorhersebar.
Vielleicht wirst du nicht aufgeben wollen, weil dieser Mann in dir so viel aufgewühlt hat,
was nun unerledigt und unbefriedig in dir schmerzt.
ich würde dir das deshalb auch gar nicht erst raten.

Das wäre vielleicht auch für dich ein Gefühl von Niederlage.
Also was kannst du für dich tun?
Du kannst seine liebevolle Freundin sein.
Aber wenn du insgeheim darauf wartest, das er irgendwann auch deine Bedürfnisse nach Aufmersamkeit,
Sicherheit und Zärtlichkeit ausreichend befriedigt, dann bist du eine Gefangene deiner Vorstellungen.
Du kannst nicht mehr frei und spontan dich selber leben.
Besser ist es, für dich selbst zu sorgen und sich nicht an einen Menschen zu ketten, der sich gerade selber sucht.

Das heißt nicht, das du nicht in lockerem Kontakt bleiben kannst und ab und zu mal schauen, wo sein Weg ihn hinführt.
Ich glaube, je weniger etwas in dir bei ihm 'andockt' , desto leichter findet er zu seiner eigenen Position.
Denn die Geschichte mit dir muß ihn ja auch belasten und unglücklich machen.
Er weiß ja sicherlich recht viel von dir und deiner Sehnsucht.

Wenn du ihm vorleben könntest lockerer und spielerischer mit dem Thema ' Mann und Frau' umzugehen,
könnte ihm das sicherlich auch ein Stück entlasten und mutiger machen.

Ich wünsche dir viel Gelassenheit.
 
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