Hoffnungslos oder nicht?

J

*J*

Dabei
Sep. 2013
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Hallo,

ich weiß nicht mehr weiter bzw. was ich denken soll, meine Gedanken drehen sich im Kreis.
Also habe mich von meinem Freund getrennt, da mir aufgrund seines Verhaltens nichts anderes übrig blieb; aber eigentlich wollte ich es nicht tun.
Nachdem wir uns vorher schon kannten, haben wir uns irgendwann ineinander verliebt; ich wusste damals schon, dass er sehr schwierig ist und kein Beziehungsfan ist. Naja dann sind wir zusammengekommen. Wir hatten es in der Zeit nicht gerade leicht und mussten einige Probleme (die aber nichts mit unserer Beziehung zu tun hatten) lösen. Er ist immer hinter mir gestanden und hat mich in dieser Zeit nie alleine gelassen. Er meinte immer, dass er nie gelernt habe, was Liebe ist, aufgrund seiner Kindheit. Aber wenn er mit jemandem zusammen sein möchte, dann mit mir. Naja, dazu kam, dass sich seine Mutter immer in unsere Beziehung eingemischt hat und ihm immer alles schlecht geredet hat. Nach solchen Gesprächen war er dann immer sehr traurig. Oft ist er auch in meine Arme gefallen und meinte, dass er froh wäre bei mir zu sein. Er stand immer zwischen den Stühlen, sobald er bei mir war, meinte seine Mutter, dass sie jetzt ganz alleine wäre und sie gar nichts mehr von ihm hat. Habe nie irgendwas gegen sie gesagt, weil er das selber wissen muss. Und dann eines Tages kam es zum Streit zwischen seiner Mutter und uns. Er hat sie weinend seine Wohnung verlassen gesehen, und macht von einer Sekunde auf die andere mit mir Schluss, mit der Begründung: Er liebt mich nicht und er hat mir alles nur vorgespielt. War natürlich eine Katastrophe für mich. Jemand der so hinter mir stand, mich nicht verlässt, obwohl manche Situationen sehr schwierig waren und dann sowas.
Nach drei Tagen waren wir wieder zusammen, und er meinte, er habe das nicht ernst gemeint, es war eine Kurzschlussreaktion.
Dann wars eine Woche gut, alles hat gepasst und plötzlich war er eiskalt zu mir. Wir haben geredet und er meinte, dass er nicht glaubt, dass er mich liebt und er seine Freiheit möchte. Jedoch hat er ein wahnsinniges verantwortungsgefühl mir gegenüber und er muss mich beschützen, deshalb kann er nicht Schluss machen. Dann hab ich das ganze halt beendet, so sehr es auch weh tut, aber wenn dich einer nicht liebt, dann is eine Beziehung ja Unsinn.
Jetzt das, was ich nicht verstehe: Nun hat er seine Freiheit, könnte machen was er will, stattdessen ist er sehr sehr traurig, hängt nur zuhause rum, wenn wir telefonieren, sagt er, dass er sehr einsam ist. Einmal sagt er mach dir keine Hoffnungen, ich liebe dich nicht, dann ist er sich wieder nicht sicher, dann waren es doch nur die Umstände die alles kaputt gemacht haben. Ständig sagt er was anderes. Dann hab ich meine Sachen von ihm geholt und er hat geweint und wollte dass ich noch dableibe. Er hat eine bestimmte Verhaltensweise an der ich erkenne, dass das was er sagt, nicht stimmt. Und die hat er meistens wenn er behauptet, mich nicht zu lieben.
Also wenn ich behaupte, jemanden nicht zu lieben und die ganze zeit unglücklich gewesen bin (hat seine Mutter gesagt), wieso ist man dann traurig, dann müsste man doch froh sein endlich frei zu sein? Und einen Menschen für den ich nichts empfinde, muss ich doch auch nicht beschützen bzw. mich verantwortlich fühlen. Sobald es einem zu viel wird und man den Menschen nicht liebt,dann geht man doch einfach ohne wenn und aber. Er kann nicht schlafen weil ich ihm fehle, und seine letzten Worte waren, ich weiß es doch auch nicht.
Ich möchte die ganze Sache eigentlich abschließen, weil wenn er mich liebt, dann würde er doch auch kämpfen, aber irgendwas in mir lässt es nicht zu und so verbringe ich die Tage damit mir den Kopf zu zerbrechen. Wenn ich ihn konfrontiere, dann weiß er es wieder nicht. und dann bin ich kein Stück schlauer. Und er tut mir leid, weil ich genau weiß dass er genauso verzweifelt ist wie ich, er es aber aus irgendeinem Grund nicht zulassen kann zurückzukommen (denk ich)
Ihn einfach gehen zu lassen, fällt mir sehr schwer. Und dass er mich nicht, würde ich gerne glauben, dann hätte ich was in der Hand, passt aber zu allem anderen einfach nicht.
Sehr kompliziert alles und ich blick einfach nicht mehr durch, weil nichts von dem was er tut oder sagt, getan oder gesagt hat, zusammen passt. weiter kämpfen oder hoffnungslos.
Wie klingts für euch? Was tun?
 
Hi,
es klingt so, als hättest Du das Richtige getan. Das fällt manchmal schwer und tut weh, ist aber dennoch richtig. Warum er so ist kann man ja nur raten. Das kann viele Ursachen haben, aber normal ist es definitiv nicht und mit so einem Verhalten/ Problem ist er langfristig ja auch keine Beziehungsoption. Stell Dir so eine Einstellung mal gegenüber "Euren" potentiellen Kindern vor....

Wahrscheinlich gibt es keinen Vater? Das höre ich zumindest nirgends heraus. Das ist natürlich immer ein Problem, wenn nur ein Rollenvorbild vorhanden ist. Wenn dann auch keine andere männl. Bezugsperson auftaucht kann es zum Problem werden. Sollte jetzt noch die Mutter dem Sohnemann ungerechtfertigter Weise die Kindheit schwer machen und ihn als Partnerersatz missbrauchen (nicht sexuell, aber seelisch), oder über den Ex nur schlecht reden, kann ich mir gut vorstellen, warum er so unter der Fuchtel der Muter steht.

Solange er sich aber daraus nicht lösen kann, wird er nicht beziehungsfähig sein. Einsicht hat er ja noch nicht gezeigt, geschweige denn, Bereitschaft für eine Therapie.

Grüße
 
Es gibt einen Vater, der aber an der Erziehung nicht wirklich beteiligt war. Nach unserer Trennung hat er sich auch erstmal bei ihm verkrochen. Einsicht zeigt er schon, weil er nun versucht sich von seiner Mutter zu distanzieren. Auslöser für all das war unsere Trennung. Soll ich mit ihm weiterhin den Kontakt aufrechterhalten oder, so wie ich es jetzt tue, mich von ihm fernhalten. Nach dem Motto: was du liebst, lass frei. Und wenn es dich auch liebt kommt es zurück? Dabei Hoffnungen machen oder nicht.
Von ihm fernhalten ist nicht ganz einfach, weil wir die gleiche Arbeit haben und uns dadurch jeden Tag sehen.
 
Hi,
wissen mußt Du es letztlich selber. Ich persönlich würde mich distanziert halten, denn er ist so als Partner ja nicht tragbar. Das ganze ist auch seine Aufgabe. Er muss das für sich mit/ gegen seine Mutter lösen. nur dann kann er sich entwickeln. Du kannst ihm diese Aufgabe nicht abnehmen. Ich meine, so einen Prozess macht jeder mal durch (oder sollte) aber seine Reaktionen waren wesentlich mehr, als es "üblich" ist und Du erdulden solltest.

Wenn die Beziehung Bedeutung hat, belibt ja die Option, sich trotz der Probleme für die Partnerin zu entscheiden und das gemeinsam zu lösen. Das wollte/ konnte er aber nicht und das zeigt Dir, wie tief das bei ihm sitzt. Dementsprechend schwer wird es sein, das zu lösen. Möglicherweise ist es ohne Therapie gar nicht möglich.

Deshalb, lass ihn aber signalisiere ihm, wenn es Dir hilft, dass Du Dich unter den besagten Umständen gerne mal wieder auf nen Kaffe triffst. Aber erst wenn er was vorweisen kann. Denn Menschen ändern sich nur unter Druck, wenn es unbedingt sein muss. Wenn Du ihn zurück nimmst, dann geht der selbe Sch...eiß wieder von vorne los und es ändert sich nie was...

Grüße
 
Danke für die schnellen Antworten.
Das is so traurig, wenn Umstände es schaffen, sowas zu zerstören.
 
Hi,
ja, zumal man ja erstmal für seine kindliche Prägung nix kann. Allerdings hast Du ja nichts über Euer Alter geschrieben, denn ab Mitte 20 sollte Man(n) schon mal in der Lage zu sein, selbstkritisch zu reflektieren, oder?

Grüße
 
Stimmt. Ich bin Mitte 20, er zwei Jahre jünger. Das Alter war mir egal, weil einfach die Chemie stimmt.
Ich hab meine eigene Wohnung und manage mein Leben selber. Er hat auch eine eigene Wohnung, allerdings im Hause seiner Mutter.
Er musste sich vorher nie mit irgendwas auseinander setzen, hat ein sehr bequemes Leben. Und dann kam ich....Und plötzlich ist das Leben kein Ponyhof mehr. Hat sich aber oft genug als "Mann" gegenüber mir bewiesen. Vielleicht ist er überfordert und braucht Zeit sich zu ordnen. Wer weiß das schon. Im Leben gibt es meistens kein richtig oder falsch. Wüsste ich sicher, dass er mich nicht liebt, könnte ich ihn viel leichter gehen lassen. Anstatt dass es leichter wird, vermisse ich ihn von tag zu tag mehr und komm damit nicht klar, da ich bisher mit verlusten besser umgehen konnte.
 
Bei deinem Text sind mir 2 Dinge aufgefallen:

1) Bei dir dreht sich sehr viel um Liebe.
Ständig argumentierst du am Ende mit Liebe, die alles ermöglichen würde bzw ein bestimmtes Verhalten nicht begründet. Ich kann nur vermuten, dass das auch bei euch öfters in der Beziehung Gesprächsthema war — zumindest ja jetzt zum Ende hin.
Ich glaube, dass das leicht Druck erzeugen kann, nach dem Motto "liebe ich sie jetzt oder doch nicht??". Du hast geschrieben, dass es ihm schwer fiel das auszudrücken bzw er wusste gar nicht, was Liebe wirklich ist. Damit ist er natürlich noch anfälliger. Wenn dann seine Mutter ihn noch vollquatscht, kann das schnell mal zu viel werden.
Auch du kannst damit leicht Druck aufbauen. Besonders im Streit, wenn du genauso argumentiert hast wie jetzt hier.

2) Er hat eindeutig Altlasten, die nichts in einer Beziehung verloren haben und diese deswegen vergifteten.
Ob jetzt Druck hin oder her.. wie Papatom schon sagte, ist er so wie er ist nicht beziehungsfähig. Er weiß nicht sicher, wie er damit umgehen soll, und dich macht es ja sicherlich auch verrückt.

=> Ich komme deswegen fast zum gleichen Resultat wie Papatom. Du solltest Abstand gewinnen. Allerdings nicht sofort verfügbar sein, wenn er sich treffen will. Warte nicht auf ihn, mach dir keine Hoffnung. Er braucht auf jeden Fall erst mal Zeit um sich weiterzuentwickeln und Dinge in Bewegung zu setzen. Solltet ihr es gleich wieder versuchen, würde es nur ins alte Schema zurückfallen, was ja nicht Sinn der Sache ist.
 
Hi,

Hat sich aber oft genug als "Mann" gegenüber mir bewiesen.

also, ich weiß ja nicht nicht, was Du darunter verstehst? Nur Stehvermögen? Für mich ist jemand ein Mann, wenn er weiß, was er will und entsprechend dafür eintritt im Leben.

Deine war doch so ein weinerlicher Typ, der wegen Muttis Drängen mit Dir Schluss gemacht hat.....wo ist das männlich bitte?

Grüße
 
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