Eine Beziehung aufbauen bzw. wie mache ich das eigentlich richtig?

Dabei
5 Okt 2016
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#1
Hallo liebe Community,
in der heutigen Zeit ist man ja immer und überall (Smartphone und Whatsapp sei dank) erreichbar.
Ich bin nun schon eine ganze Weile Single und habe mich gefragt, wie das eigentlich geht, eine Beziehung richtig aufzubauen bzw. jemanden kennen zu lernen.

Wenn ich meine letzten Beziehungen so anschaue, war das immer recht schnell so, dass es zur Sache ging und man dann in einer Beziehung war. Ich habe mich natürlich gefragt, ob das Scheitern vielleicht auch daran lag, dass man sich nicht genug Zeit genommen hat, um sich erst einmal kennen zu lernen. Also nicht gleich in die Kiste hüpfen und aufeinanderhocken wie ne "Glucke".....etc.

Mittlerweile bin ich an einem Punkt angelangt, wo ich es gerne wieder versuchen würde, aber halt "richtig". Gibt es ein Richtig und ein Falsch?
Das mögen so einfache Dinge sein wie: Wie oft schreibt man eigentlich per Whatsapp am Tag? Was ist zuviel und wirkt "klebrig" und eher abschreckend und was zu desinteressiert? Irgendwo was zu finden, wo nützliche Dinge aufgeführt sind, die sich mit der Thematik befassen sind entweder schon 10 Jahre alt (da wird noch von SMS geschrieben) oder es sind eine Anleitungen, wie man jemanden in die Kiste bekommt, was ja nicht mein Ziel ist.

Wann wird es einem zuviel? Was ist ein Nogo? Sind Dinge wie 2 Dates okay bis man sich küsst? Ab wann darf ich jemandem sagen, dass ich sie vermisse, ohne dass sie sich überrumpelt fühlt?
Ich denke, dass ich das nie so richtig gelernt habe, langsam eine Bindung zu jemandem aufzubauen, sondern immer gleich "vollgas", was ich selbst aber nicht wirklich erklären kann. Ich selbst habe ein eigenes Leben mit Arbeit, Hobby und einem kleinen Freundeskreis.

Ich würde natürlich nicht fragen, wenn da nicht schon eine Frau im Spiel wäre. Gerade weil ich wieder ähnliche Nähebedürfnisse habe, wie "früher" habe ich große Angst, dass es zu schnell ist. Wie ticken denn "normale" Frauen, wenn sie einen küssen?

Das mag vielen vielleicht etwas pubertär vorkommen, aber ich mache mir halt einfach so meine Gedanken und möchte es nicht "versauen".

Danke für eure Anregungen und Ratschläge

Liebe Grüße
der Tingelheimer
 
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Dabei
4 Jun 2013
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#2
, war das immer recht schnell so,
dass es zur Sache ging und man dann in einer Beziehung war.
. Also nicht gleich in die Kiste hüpfen und aufeinanderhocken wie ne "Glucke".....etc.
Wenn es "schnell zu Sache geht",hat man deswegen aber noch längst keine Beziehung!

Denn eine Beziehung muss erst mal wachsen,weil davor die ~6 Monate(eventuell auch längere) Kennenlernensphase steht,...zu der selbstverständlich auch der Sex gehört!

Gleich ob jetzt in dieser Phase,oder auch späteren Beziehung ist das ständige zusammenkleben,auf Sicht ,über kurz oder lang, eh das Ende einer Beziehung!

Denn zu einer Beziehung gehören von Anfang an für beide Partner, auch die entsprechenden Freiräume,sei es alleine mit Freunden um die Häuser ziehen,einem Hobby oder sonstigem was man gerne alleine macht,etc.etc....nachzugehen!
 
Dabei
17 Jan 2016
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#3
Da gibt es kein richtig oder falsch, zu schnell zu langsam, zu viele Nachrichten oder zu wenige - das ist alles individuell. Bei mir ging es, wie bei dir auch, immer ziemlich schnell. Verabredung, Kiste, Beziehung. Geplanter ONS, noch ein ONS, Beziehung u.dgl. Die Beziehungen haben sogar richtig lange gehalten, dafür dass ich scheinbar alles falsch gemacht habe ;-) Meiner Ex (8 Jahre Beziehung) habe ich nach 1 Woche aus Spaß, als wir uns geneckt haben, gesagt, ich sei verliebt. Irgendwann, nach paar Jahren als wir über unsere Kennenlernphase sprachen sagte sie mir, dass sie es als ein ernst gemeintes "Ich liebe dich" aufgefasst hat. Stimmte natürlich nicht, so ernst habe ich es nicht gemeint - abgeschreckt hatte ich sie jedoch nicht, und sie war alles andere als ein bindungsfreudiger Mensch... Lass dich einfach treiben und denke nicht zu viel nach, es kommt sowieso alles anders als man plant. Das wichtigste ist, dass sie auch will - dann kann man eigentlich kaum was falsch machen...
 
Dabei
5 Okt 2016
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#4
Danke für eure Antworten.
@ Don Diro:
Ja da hast du natürlich auf der einen Seite recht, aber die Kennenlernphase ist doch ein Bestandteil einer Beziehung oder wie nennt man das denn sonst? Ich sage ja nicht zu jemand, dass ich in der Kennenlernphase bin, sondern in einer Beziehung.
Bezüglich des Zusammenklebens, ja das ist etwas, was ich sehr wichtig finde, dass jeder trotzdem seine Freiräume hat. Die Frage für mich stellt sich aber, im Moment noch, ist es schon zu klebrig, wenn ich sofort antworte, nachdem ich eine Nachricht in Whatsapp bekommen habe oder ob es okay ist, wenn man mal nicht eine gute Nacht wünscht oder ein Guten Morgen. Auf der einen Seite kann man ja so immer Kontakt halten, aber auf der anderen Seite möchte ich niemanden bedrängen oder gar stressen. Das einzuschätzen, das würde mich mal interessieren, wie man das lernt.

@Sepp:
Meine Beziehungen haben auch lange gehalten, waren aber immer ziemlich turbulent und ich glaube einfach (weil sich das in meiner Biographie wie ein Roter Faden durchzieht), dass es an mir liegt, dass ich die "Kennenlernphase" übersprungen habe? Ich habe keine Ahnung. Mir fällt es einfach extrem schwer, nachdem ich mit jemandem intim geworden bin, da unkompliziert zu beurteilen, ob es passt oder nicht. Krampfhaft habe ich dann versucht Konflikte zu unterdrücken oder einfach meine Bedürfnisse zu schlucken oder so.
 
Dabei
27 Feb 2013
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#5
Also beim Falschen macht man alles falsch, beim Richtigen alles richtig. Wenn Beziehungen scheitern, dann waren sie eine Weile richtig, aber eben nur eine Weile. Also einen Lebensabschnitt. Man entwickelt sich halt immer weiter, wenn da beide nicht ähnlich gleichziehen, lebt man sich auseinander oder kommt einfach mit der Zeit drauf, dass es doch nicht das wirklich Wahre war, dass noch etwas fehlt.

Aber jeder Partner war gut - weil er einen reifen lässt, man lernt sich selbst besser kennen.

Ich glaube prinzipiell ist das dein Fehler, der sich wie ein roter Faden zieht:

versucht Konflikte zu unterdrücken oder einfach meine Bedürfnisse zu schlucken oder so.
Du hast dich verstellt und verbogen, sowas geht nie lange gut.

Was das Schreiben angeht: ich hab weder whatsapp noch facebook oder Ähnliches.

Aus dem Grund: ich hab keine Zeit ständig zu chatten, ich finde das ziemlich öde, man kann sich da auch nie richtig ausdrücken. Für mich dienen Smsen und Telefonate (ich telefoniere auch nicht so gern und viel) zum Ausmachen einer Verabredung oder um Wichtiges zu komunizieren.

Diese ewige Schreiberei führt doch zu nichts und außerdem hat man da ja nichtmal die Chance, den anderen zu vermissen oder ihm später bei dem Treffen viel zu erzählen, denn man hat sich ja eh schon den ganzen Tag über geschrieben.

Ich brauch weder ein guten Morgen oder gute Nacht. Da ist es mir lieber, ich telefoniere kurz, wenn es mir ein Bedürfnis ist, weil ich lieber die direkte Ansprache habe - aber die natürlich am Liebsten im echten Leben.

Ich bin da vielleicht ein Exot - aber fahre gut damit.

Ich geh mit Don Diro konform, dass ich selbst auch erst nach einem halben Jahr von einer Beziehung spreche. Da hat man sich schon ganz gut kennengelernt und da kristallisiert sich schon heraus, ob es etwas Längerfristiges werden könnte.

Also verbieg dich in Zukunft nicht, sei authentisch, steh zu deiner Meinung. Nur so kannst du eine Frau finden, die auf deiner Wellenlänge schwimmt und mit der es angenehm und bereichernd ist.
 
Dabei
5 Okt 2016
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#6
Ich habe mir ja schon gedacht, dass es daran liegt, dass ich mich selbst unterdrückt habe, etc. Das möchte ich natürlich jetzt besser machen, aber ich hirne ja schon an der Anzahl der Nachrichten. Das ist echt ein Fluch und ich weiß halt nicht, ob es falsch aufgefasst wird, wenn ich plötzlich nichts mehr schreibe. So nach dem Motto: "Bis gestern hat er mir immer geschrieben und plötzlich kommt nichts mehr, bzw. kaum mehr was. Scheinbar interessiert er sich nicht mehr für mich". Das sind so Ängste, die ich habe, denn wenn wir uns sehen, dann fühlt es sich total gut an und das ist auf beiden Seiten so, das hat sie auch gesagt. Nur ich fange sofort an zu zweifeln, wenn nichts mehr kommt.
Ich glaube schon, dass ich mich da ganz schön reinsteigere, denn es dreht sich ja nicht alles darum, sondern man hat ja auch noch ein Leben. Dass ich eben mehr Zeit habe um sowas zu machen, das ist halt gerade so, ändert sich aber auch wieder.
Das Medium Handy nur für Verabredung und so zu nutzen, den Gedanken finde ich gar nicht schlecht. Ich hoffe ihr merkt, dass ich so gar keinen Plan habe, was normal ist und was nicht. Das möchte ich aber sehr gerne lernen und es wäre schön, wenn ich nicht mehr die ganze Zeit daran denke, dass dies oder dass das passieren könnte. Hat mir da jemand einen Rat, was ich machen kann?
 
Dabei
27 Feb 2013
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#7
Wegen dem Schreiben: kannst es mit ihr ja besprechen. Dass ihr euch eben nicht viel schreibt und lieber trefft und euch beim Treffen alles erzählt.

Es geht doch nur darum, dass man miteinander redet und sich was ausmacht. Na klar kommt es komisch rüber, wenn du plötzlich nicht schreibst. Aber wenn du mit ihr drüber redest, wird es okay sein.

Denk nicht so viel nach. Lass es laufen. Du zerdenkst dir alles und machst dich selbst nur fertig und angespannt.

Hab Vertrauen.
 
Dabei
4 Jun 2013
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#8
aber die Kennenlernphase ist doch ein Bestandteil einer Beziehung oder wie nennt man das denn sonst? ..
@Peachy hat es ja schon gut erklärt,
zudem steckt in dem Wort die Begriflichkeit "beziehen",ergo Kenntnisse beziehen,ob die Auserwählte zu mir (eventl. für ein ganzes Leben) auch passt.

In der Kennenlernensphase(~6 bis 12 Monate)
..kann jede/r von heute auf morgen gehen,weil er/sie in diese Phase erkannt hat,
(hat erkennen können)....dass man "nicht zusammen passt"
Dies Sinn und Zwecks des sich gegenseitigem Kennenlernens!
 
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Dabei
17 Jan 2016
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#9
Hallo nochmal,

wie es aussieht geht die Diskussion eher in die Richtung Beziehung halten und nicht in Beziehung aufbauen - beim Aufbauen hattest du ja keine Probleme, wenn sie einige Jahre gehalten haben. Dein Problem ist wohl, dass sie immer, wie aus heiterem Himmel, beendet wurden und dafür gibst du der sog. Kennenlernphase die Schuld. Das ist aber Quatsch. Eine langjährige Beziehung geht nicht wegen Sachen kaputt, die in den ersten Wochen/Monaten passiert sind. Stimmt in dieser Phase vieles nicht, wird gar nicht erst etwas ernstes draus - und wenn es was ernstes wurde, hat wohl vieles gepasst...

Deine Gedanken um die Nachrichten finde ich überflüssig. Tu es, oder tu es nicht - solage sie dir jedoch antwortet und immer wieder auch von selbst etwas schreibt ist die Menge ok. Das Verhältnis von gesendeten und empfangenen Nachrichten sollte aber 2:1 auf keinen Fall überschreiten - 1:1 ist natürlich optimal, aber wenn du einen Grenzwert möchtest: Hier ist er! Also, wir leben im 21. Jahrhundert, und solage sie mitmacht kannst du texten was das Zeug hält.
 
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