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Wechsel vom Projekt / der Arbeitsstelle - Will ich das?

  1. #1
    Klingel

    Standard Wechsel vom Projekt / der Arbeitsstelle - Will ich das?

    Hallo Forum-Community,
    ich weiß, das dieses Thema hier wenig reinpasst. Allerdings denke ich, das ich hier relativ "anonym" bleiben kann.

    Jetzt-Stand
    Momentan bin ich sehr zufrieden mit meiner Arbeitsstelle. Ich habe gute Kollegen, bin an meinem Standort gut angesehen, sehr erfolgreich und mein Gehalt ist für meine Tätigkeit weit überdurchschnittlich. Wenn ich nach Hause gehe, habe ich auch keine unguten Gedanken und habe Zeit für mein Privatleben. Das alles schätze ich alles sehr. Die Tätigkeit ist vom Anspruch (bezogen auf die Branche) im unteren Mittelfeld angesiedelt, was mich aber garnicht stört.

    Änderung:
    Nun ist mein neuer Chef auch sehr überzeugt von mir und möchte mir weiterhelfen, einen Karrieresprung zu machen. Deshalb wurde ich, aufgrund seiner Empfehlungen, von meinem obersten Chef zu einem Gespräch eingeladen. Er möchte mich mit Zertifikaten fördern, was toll ist - Allerdings ist dies alles auch mit einem Projektwechsel verbunden. Mein Team wird sich ändern, mein Umfeld, meine Arbeit und auch der Standort. (Bleibt aber in meiner Stadt)
    Eigentlich sollte ich mich glücklich schätzen, denn so würde ich an eine Arbeitsstelle kommen, an welche normalerweise Studierte sitzen. Das ohne bisherige Zertifikate und "nur" mit einem Ausbildungsberuf.

    Meine Problem:
    Das mag für viele jetzt blöd klingen, aber ich weiß nicht, ob ich das alles möchte.
    Es ist die Angst vor dem Unbekannten. Ich weiß nicht, ob mir die Tätigkeit Spaß machen wird - Eigentlich bin ich glücklich, mit meiner jetzigen Stelle. Ich weiß auch nicht, wie die Kollegen sein werden - Mein jetziges Team ist toll und ich habe dort auch gute Freunde kennenlernen dürfen. Und ich weiß nicht, wie viel Stress mich erwartet. Schließlich steigt der Anspruch weiter und ich weiß nicht ob ich diesen Ansprüchen genügen werde. Das letzte was ich auch will, dass mein Privatleben dadurch leidet...

    Natürlich könnte ich das Angebot ablehnen, aber dann würden die Türen erst einmal zugehen. Zudem fühle ich mich mir (persönliche Weiterentwicklung), meiner Partnerin (irgendwann werde ich Familie haben) und auch meinen Chefs gegenüber (welche sich die Mühe machten) verpflichtet, diesen Weg zu gehen. Deshalb gehe ich den Weg wohl, allerdings bin ich derzeit nicht glücklich mit der Situation.

    Was ich mit dem Thema bezwecken möchte, weiß ich nicht. Vielleicht hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht, Denkanstöße oder kluge Worte für mich? Es wäre auf jeden Fall toll, Meinungen zu meiner Situation und Sichtweise zu hören. Vielleicht ändert sich diese dadurch ja..


    Grüße
    Klingel

  2. #2
    idontknowaboutthis

    Standard

    Hmm.
    Also erstens glaube ich, dass du dich in jedem Team zurechtfinden könntest und in jedem Team Freunde finden würdest. Ich glaub eigentlich weißt du das auch, die Vorstellung bis es soweit ist, dass du dich da so eingelebt hast, ist nur vermutlich erstmal anstrengend.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass deine Freundin wegen Familienplanung wollen würde, dass du irgendeinen Job annimmst, nur weil er besser bezahlt ist. Der jetzige Job müsste da doch auch reichen?

    Ich finde das typisch Klingel, dass du überlegst was alle anderen von dir wollen könnten und du nicht undankbar sein willst und du dich dann versuchst dem anzupassen...
    Aber manchmal überlegst du dadurch vielleicht zu wenig, was du selbst nur für dich wählen würdest, weil es für dich sowieso schon wie eine finale Entscheidung wirkt - nur eben von anderen getroffen..?

    Wie ist denn das andere Projekt zu dem du wechseln würdest? Ist das inhaltlich interessant? Ist es etwas, was du gut kannst oder zumindest etwas, was du gerne lernen würdest?
    Freust du dich irgendwie auch auf die Herausforderung oder absolut gar nicht?

    Ich denke so oder so wirst du nicht enttäuschen. Wenn du dich dagegen entscheidest, wird das jeder auch irgendwie verstehen und wenn du das Projekt machst, dann wirst du da sicher nicht schlecht drin sein, glaub ich einfach nicht. Frage ist für mich nur, ob sich für das Projekt der Umfeldwechsel lohnt.
    Just do it, 'cause you're gonna do it anyway.

  3. #3
    YouKnowMyName

    Standard

    Also ich habe letztens einen Karrieresprung gemacht und dafür auch den Wohnort um 650 km verändert und muss sagen, ja mehr Geld ist gut,aber ich habe auch klar unterschätzt, was ich zurückgelassen habe an Freunden und Stabilität und außerdem bedeutet der neue Job auch mehr Stress. Ob ich es mit den heutigen Informationen nochmal so machen würde - weiß ich nicht.

    Bei dir ist es nicht ganz so heftig, du bleibst in der gleichen Stadt und somit wird sich dein privates Umfeld wohl nicht stark verändern? Dann kann man drüber nachdenken. Im Zweifelsfll abwägen, was dir wichtiger ist - wenn du auch jetzt schon gutes Geld verdienst und dir damit einen netten Lebensunterhalt leisten kannst und dir die Arbeit und die Kollegen eine wichtige Stabilität liefern, kannst du auch ablehnen. Wenn du höhere Ziele verfolgst und auch mental genug gefestigt und robust bist dir den zusätzlichen Stress anzutun, dann mach es.

    Bei so einer Entsheidung ist es ganz wichtig in dich selbst zu horchen (jeder tickt da anders) und dich nicht zu sehr von deinem Umfeld beeinflussen zu lassen, weil die Leute haben ja auch eine eigene Agenda. Hol dir auch auf jedenfall genug Infos von deinem Chef ein, um dir ein gutes Bild von der Lage machen zu können, was dich erwartet. Oder frage doch mal, ob du es auch ausprobieren und wieder zurückkommen könntest, wenn es dir noch nicht zusagt. Risikoloses Probieren sozusagen.
    I've looked under chairs
    I've looked under tables
    I've tried to find the key
    To fifty million fables

    They call me The Seeker
    I've been searching low and high
    I won't get to get what I'm after
    Till the day I die

  4. #4
    Papatom

    Standard

    Ich habe auch schon ein paar Arbeitgeber gewechselt. Man darf sich da nichts vormachen. Mittelfristig interessiert es nicht ob Du da bist oder nicht. Jeder ist ersetzbar. Aus den Augen aus dem Sinn. Klar funktioniert es gut Mitarbeiter einzubinden. Wer sich identifiziert arbeitet besser....mehr ist das aber auch nicht....
    Das größte Problem in der Kommunikation ist, dass wir nicht zuhören um zu verstehen, sondern um zu antworten...

  5. #5
    Peachy

    Standard

    Hallo Klingel,

    wie lange hast du denn Zeit für die Entscheidung?

    Was einem immer zu schaffen macht, ist die Angst vor dem Neuen, vor dem Ungewissen.

    Auch wenn du jetzt tolle Kollegen hast - das kann sich mit der Zeit auch ändern. Alles ist eine ständige Veränderung, Kollegen kommen und gehen, genauso wie Chefs. Das gute Arbeitsklima kann kippen und sich zu einer giftigen Atmosphäre entwickeln.

    Wie Idkat sagt, habe ich auch das Gefühl, dass du schaust, was die anderen wollen, was sie denken und willst es jedem irgendwie Recht machen, nicht undankbar erscheinen usw. Du bist doch nicht undankbar, nur weil du auf dein Herz hörst und das für dich Richtige entscheidest. Du kannst ja dankend ablehnen - und nicht undankbar ablehnen

    Ich befinde mich gerade in einer sehr viel extremeren Situation und habe viele Ängste durchgestanden, bis ich mich fragte, was das Schlimmste sein könnte, was mir passieren kann.

    Du fragst dich, ob dir die neue Tätigkeit Spaß machen würde. Was, wenn ja?

    Was wenn du dein volles Potenzial ausschöpfen kannst, über dich herauswachsen und unheimlich viel Spaß daran haben kannst?

    Es ist auch deine Entscheidung, wie du es angehst. Wenn du davon ausgehst, das wird nix - wird es das auch nicht. Weil du schon mit einer negativen Haltung dran gehst - und wie wir alle wissen, Negatives zieht Negatives an.

    Gibt es bei euch nicht so eine Art Dienstzuteilung, Probezeit? Also zb. drei Monate, wo sich der neue Chef und du entscheiden kannst, ob du bleibst oder doch wieder zurückgehst? Das müsste doch in einer so großen Firma möglich sein.

    Tu immer das, was DIR gut tut. Nichtmal, was deiner Freundin guttut. Weil selbst die kann gehen und statt ihr eine andere kommen.

    Die einzige Beständigkeit bist DU. Du hast dich dein ganzes Leben, sonst niemanden. Du allein musst glücklich sein, mit dem was du tust und wie du lebst. Alles andere sind Variablen.

    Deswegen solltest du es einzig und allein immer in erster Linie dir Recht machen.
    Alle sagten: "Das geht nicht".
    Dann kam einer, der wusste das nicht
    - und hat es gemacht.

  6. #6
    Twi-n-light

    Standard

    Da sind ja schon viele wichtige Aspekte genannt worden.

    Mir fällt vor allem dieser ein:

    Du bist noch jung, stehst ziemlich am Anfang deiner Berufslaufbahn. Jetzt passt vieles sehr gut: Du findest deine Arbeit interessant, du kommst mit deinen Kollegen gut aus, verdienst verhältnismäßig gut, der Arbeits- und Wohnort taugt dir, deine Beziehung und Freizeit nimmt genug Raum ein.

    Aber: Siehst du dich in 10 oder 20 Jahren immer noch da? Selbst wenn es keine externen Faktoren für eine Änderung gäbe - die gibt es aber bestimmt: Kollegen kommen und gehen, du wirst nicht immer dasselbe Projekt bearbeiten, die Firma wird sich umstrukturieren, usw - möchtest du dann immer noch dasselbe machen?

    Ich denke, an gewissen Änderungen führt sowieso kein Weg vorbei, und das ist auch gut so. Es ist jetzt "nur" die Frage, ob du dich jetzt aktiv verändern sollst, oder lieber warten bis was auf dich zukommt (vielleicht was Unfreiwilliges), oder bis du von dir aus was anderes machen möchtest. Und das musst du in dir abwägen, da finde ich den Tip mit dem Bauchgefühl ganz richtig. Auf andere würde ich da nur bedingt hören - wer weiß ob du in ein paar Jahren noch dieselben Kollegen, denselben Chef, dieselbe Freundin hast.

  7. #7
    soso

    Standard

    Hallo Klingel,

    Ich würde das Ganze durchziehen und schauen, ob es taugt. Wie Du schon sagst, nicht "jeder" bekommt die Chance mit der Qualifikation bzw. allgemein. Nutz die Chance und finde heraus ob es Dir taugt. Und wenn nicht, hast DU dich verbessert und bist dementsprechend auch mehr Wert und kannst danach noch immer einen anderen Weg einschlagen.

    Mach bitte nur nicht den Fehler und bleib stehen. Oder schlag Möglichkeiten aus. Ich habe Möglichkeiten ausgeschlagen damals und bereue es mittlerweile zum Teil.

    Gruß
    Man lebt nur einmal!

  8. #8
    Klingel

    Themenautor

    Standard

    Hallo Leute,

    heute sieht es nicht mehr so ganz düster aus, aber natürlich beschäftigt mich das Thema noch. Danke für die Antworten:

    @idkat:

    Danke für deine Antwort. Ich denke ehrlich gesagt auch, dass ich mit jedem relativ schnell zu Recht kommen würde. Hatte da auch nie Probleme in der Richtung und habe da eher Vorteile. ;-)
    Ich wechselte schon ca. drei mal die Firma bzw. den Arbeitsort. So gut wie hier, hat es mir nirgends gefallen. Und ich treffe auch immer wieder ehemalige Mitarbeiter meiner Abteilung, welche jedes mal sagen "Ach das war schon ne tolle Zeit hier". Das alles macht einfach nachdenklich.

    Zur neuen Tätigkeit: Die neue Truppe bzw. Abteilung wäre eine Art "Special Force" - lol. Mädchen für alles was wichtig und besonders ist. Ich könnte hier einiges lernen, hätte teilweise Einsätze in England und praktisch jeden Tag was neues. Ich wäre dem gewachsen, ich weiß nur nicht, ob mich das auf Dauer schlauchen würde.
    Persönlich interessiert mich dieser Werdegang tatsächlich wenig. Eigentlich will ich eine für mich stressfreie und interessante Arbeit, zu welcher ich parallel meine eigenen Projekte (Internetmarketing usw) laufen habe. Das alles habe ich bereits. Der weitere Erfolg von letzterem ist aber unsicher und braucht Zeit.
    Eine Weiterentwicklung in meinem jetzigen Beruf wäre "sicherer", würde aber in eine Richtung gehen, welche mich nicht interessiert.

    @YKMN:
    Danke für die Tipps. Mithilfe meines Chefs habe ich bereits für Montag einen Probe-Arbeitstag organisiert. Da sehe ich dann mehr ;-)
    Im Zweifelsfall könnte ich auch nach einem längeren Zeitraum wieder in mein altes Projekt zurückkehren. Das wurde mir bereits zugesichert, aber das Ziel ist dies natürlich nicht. :-)
    Wäre ein Umzug in eine andere Stadt damit verbunden, würde ich übrigens sofort ablehnen, da es in meiner Stadt genug interessante Arbeitsstellen gibt und mein Privatleben (+Umkreis) mir da heilig ist.

    @Papatom:
    Ja jeder ist ersetzbar. Ist das nun ein +1 fürs wechseln oder bleiben? ;-)

    @Peachy:
    Ja du hast Recht. Ich habe es gestern noch sehr negativ gesehen. Die Überraschung war noch sehr frisch.
    Heute sehe ich es positiver und habe nicht mehr die große Angst. Aber natürlich bleibt die Überlegung, ob dieser Weg sinnvoll für mich ist und mich "glücklich" macht.
    Mehr Verantwortung + mehr Arbeit + Zertifikate -> Mehr Stress erst einmal. Das alles lohnt sich nur, wenn ich auch dort bleiben möchte.

    @Twin:
    Aber: Siehst du dich in 10 oder 20 Jahren immer noch da? Selbst wenn es keine externen Faktoren für eine Änderung gäbe - die gibt es aber bestimmt: Kollegen kommen und gehen, du wirst nicht immer dasselbe Projekt bearbeiten, die Firma wird sich umstrukturieren, usw - möchtest du dann immer noch dasselbe machen?
    Vermutlich - Ich bin da sehr anspruchslos musst du wissen
    Nein, ich sehe es ja ähnlich. Ich weiß nicht, was in 5 bis 10 Jahren ist. Deshalb wird es sinnvoll sein, diesen Weg erst einmal zu gehen.
    Ehrlich gesagt interessiert mich die Branche aber generell wenig (Informatik), ich arbeite hier nur, um gutes Geld zu verdienen und mir Wissen anzueignen, welches praktisch ist. Nur mir stellt sich die Frage - Ist die zusätzliche Belastung es wert? Wie ich bei idkat andeutete, eigentlich plane ich andere Dinge. Der jetzige Job ist eher Nebensache, welcher mein Privatleben finanziert.

    Ich werde den Weg aber gehen, da es eben eine höhere berufliche Sicherheit bietet. Auch im Alter. Notfalls könnte ich auch zurückwechseln.

    @Soso:
    Nutz die Chance und finde heraus ob es Dir taugt. Und wenn nicht, hast DU dich verbessert und bist dementsprechend auch mehr Wert und kannst danach noch immer einen anderen Weg einschlagen.
    Mache ich! Wer weiß, vielleicht gefällt es mir ja auch ganz gut?

  9. #9
    Peachy

    Standard

    Ich denke, das Leben schickt dir jetzt etwas, wo du etwas lernen sollst, was du später brauchen wirst
    Alle sagten: "Das geht nicht".
    Dann kam einer, der wusste das nicht
    - und hat es gemacht.

  10. #10
    soso

    Standard

    Zitat Zitat von Klingel Beitrag anzeigen

    Mache ich! Wer weiß, vielleicht gefällt es mir ja auch ganz gut?
    Genau so schaut es aus! Gut das du JETZT zu dieser Erkenntnis gekommen bist und nicht erst dann, wenn der Zug abgefahren ist!
    Man lebt nur einmal!

  11. #11
    YouKnowMyName

    Standard


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    Ok, Dann halte uns mal mit deinem Erfahrungsbericht auf dem Laufenden
    I've looked under chairs
    I've looked under tables
    I've tried to find the key
    To fifty million fables

    They call me The Seeker
    I've been searching low and high
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