Was hält eine Beziehung aus?

Dabei
17 Okt 2018
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#1
Hallo zusammen,
ja, ich hab mich extra hier angemeldet, um diese Frage stellen zu können, momentan weiß ich nicht, wohin mit meinen Zweifeln...

Ich bin 22, mein Freund auch. Wir führen seit 3 Jahren eine glückliche Beziehung, es gab auch Probleme, Pausen, aber in letzter Zeit lief alles gut. Die schweren Zeiten, die wir durchgestanden haben, haben uns als Paar auch reifen lassen, so blöd es klingt. Oft wurden wir von Freunden als "Traumpaar" bezeichnet, weil wir einfach immer einen sehr vertrauten, offenen Umgang miteinander hatten.

Doch plötzlich ist etwas anders. Erst einmal haben wir seit einiger Zeit keinen Sex mehr, ich habe mit meinem Freund drüber geredet, er kann aber selbst nicht sagen, woran es liegt. Gut, damit kann ich im Moment noch leben, hoffe aber natürlich, dass wir da noch eine Lösung finden. Dann kommt dazu, dass ich vor ca. 1,5 Jahren wegen des Studiums in eine andere Stadt gezogen bin, ca. 45-60 Minuten von ihm entfernt. Deshalb sehen wir uns eigentlich nur am Wochenende.

Irgendetwas fehlt mir im Moment einfach. Ich hab das Gefühl, wir haben uns voneinander entfernt. Wir können eigentlich immer über alles reden und hatten auch erst neulich einen Streit, bei dem wir dann zu dem Schluss gekommen sind, dass wir wieder mehr miteinander unternehmen müssen, also nicht nur zuhause rumsitzen, sondern rausgehen und Sachen gemeinsam machen.

Das haben wir seitdem auch umgesetzt. Aber ich fühle mich trotzdem so weit weg von ihm, nicht nur vom Ort her. Mich nervt es gewaltig, dass wir uns nur am Wochenende sehen können. Oft habe ich aber auch das Gefühl, dass es ihm nicht so viel ausmacht. Er schreibt mir oft, ja, aber wirklich zu vermissen scheint er mich nicht. Vielleicht ist das auch nur in meinem Kopf so, ich weiß es nicht.

Ich habe ihm auch gesagt, dass ich manchmal das Gefühl habe, er wäre nur noch mit mir zusammen, weil es jetzt eben schon Gewohnheit ist, aber er meint, dem sei nicht so. Klar nimmt er sich ja am Wochenende auch Zeit und es ist ja nicht seine Schuld, dass ich weggezogen bin.

Ich will mich auf gar keinen Fall trennen. Ich liebe ihn wirklich, da bin ich mir sicher, und will eine gemeinsame Zukunft mit ihm. Ich möchte daran arbeiten, dass unsere Beziehung besser wird, und er auch. Ich finde, man sollte sich nicht wegen jeder Kleinigkeit trennen, sondern eine Lösung finden, die Beziehung reparieren anstatt bei jedem Schaden sofort nach etwas Neuem umsehen. Aber im Moment weiß ich nicht, wie viel eine Beziehung aushält...

Oder liegt schlussendlich alles nur an meinen hohen Erwartungen und eigtl ist alles gut?

Ich weiß nicht, was ich mir hier erhoffe. Jemanden, der mir Rat geben kann oder mir Mut macht. Wenn nicht, bin ich zumindest froh, dass hier einfach mal irgendwo mitzuteilen...

Danke fürs Lesen.
 
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Dabei
18 Okt 2012
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#2
Hallo,

also mir kommt es so vor, als habt ihr lediglich das Problem der Entfernung. Die Woche über macht jeder sein Ding und am WE, welches ja auch mal entspannt sein soll muss dann was passieren.

Dazu kommt, dass es nicht von Anfang an so war, sondern du erst nach 1,5 Jahren. Ihr führt ja jetzt mehr oder weniger eine Fernbeziehung. Wenn jetzt mal jemand am WE etwas anderes vor hat, dann seht ihr euch ja 2-3 Wochen nicht.

Da entzweit man sich unter Umständen schon etwas. Das kann nicht jeder.

Hinzu kommt auch noch, dass ihr sehr jung zusammen gekommen seid.

45 - 60 Minuten ist ja jetzt auch nicht so die Entfernung...Vielleicht kann man sich an einem Wochentag ja auch mal treffen?!?!
 
Dabei
30 Nov 2014
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#3
also mir kommt es so vor, als habt ihr lediglich das Problem der Entfernung.
Bei oberflächlicher Betrachtung ja. Meiner Erfahrung nach hat man jedoch insbesondere in einer Fernbeziehung, also wenn man sich nur am Wochenende oder noch seltener sieht, dann natürlich auch Bock auf Sex den man unter der Woche nicht hat.

Erst einmal haben wir seit einiger Zeit keinen Sex mehr, ich habe mit meinem Freund drüber geredet, er kann aber selbst nicht sagen, woran es liegt.
Hier könnte also das eigentliche Problem liegen, wobei "kein Sex" nur das Symptom ist, nicht die Ursache. Ein wenig mehr Informationen dazu wären natürlich hilfreich. Offenbar geht das sexuelle Desinteresse von ihm aus? Du willst Sex, aber er blockt ab oder wie soll man es sich vorstellen? Oder kriegt er keinen hoch?

Allgemein muss man bedenken, dass nicht jeder Mensch für eine Fernbeziehung geschaffen ist. Gerade bei dieser Konstellation, dass erst später eine Fernbeziehung daraus geworden ist, wird die Beziehung auf eine harte Probe gestellt. Vielleicht hat er damit ein Problem. Oder Stress an anderer Stelle.

Letztendlich muss er wissen, warum er keinen Bock auf Sex hat (falls es daran liegt). Ich kann mir schon vorstellen, dass er sehr wohl weiß, woran es liegt, dies dir aber nicht sagen will.
 
Dabei
18 Okt 2012
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#4
Ja, das Eine kommt dann vom Anderen. Denke ich zumindest.

Ein anderer Ansatz ist für mich immer noch das Alter. beide jung zusammen gekommen. Wahrscheinlich erste ernsthafte Beziehung und dann wird daraus eine Fernbeziehung. Das ist schwierig und entzweit glaube ich auch mit der zeit etwas. Erst teilt man sein Leben größten teils und jetzt nur noch 2 Tage (wenn es denn soviel ist) am Wochenende. Vielleicht verschwindet dadurch auch etwas die emotionale Bindung und natürlich auch der Bock auf Sex bzw. die Lust an der Beziehung.
 
Dabei
17 Okt 2018
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#5
Erst einmal vielen Dank für eure Antworten.
Ich habe auch schon daran gedacht, sich unter der Woche mal zu treffen. Allerdings ist dies ziemlich schwer, weil wir einen sehr unterschiedlichen Stundenplan haben und beide neben der Uni auch noch arbeiten. Ich werde aber noch einmal mit ihm darüber reden und versuchen, vielleicht doch irgendeinen Tag zu finden, an dem es möglich ist. Die Sache wäre halt auch, dass es einfacher wäre, wenn er zu mir käme, da er 1. ein Auto hat und es damit deutlich schneller geht als mit dem Zug und 2. seine Uni auch von meiner Wohnung mit dem Auto gut zu erreichen ist, wobei ich von ihm aus um einiges länger unterwegs bin. Allerdings möchte ich halt die Verantwortung auch nicht so auf ihn abwälzen oder von ihm erwarten, dass er mich besuchen kommt, nur weil er ein Auto hat und ich nicht. Vielleicht finden wir aber einen Kompromiss.

Okay, um ehrlich zu sein, haben wir schon ziemlich lange keinen Sex mehr, das war auch schon vor meinem Umzug ein Problem, damals dachte ich aber, es wäre nur vorübergehend. Als wir noch Sex hatten, war dieser immer sehr gut, für mich definitiv der beste Sex den ich bis dahin hatte.
Ja, das sexuelle Desinteresse geht von ihm aus. Ich versuche des Öfteren, ihn an bestimmten Stellen zu berühren oder spreche auch ganz offen aus, dass ich Lust auf Sex hätte, dann blockt er jedoch ab. Ich muss dazu sagen, dass ich auch eine Phase hatte, in der ich aus psychischen Gründen (die nichts mit ihm zu tun hatten, sondern mit meiner Vergangenheit) keine Lust auf Sex hatte, die hat aber bei weitem nicht so lange gedauert. Er hat damals als Grund für seine sexuelle Unlust angeführt, dass er Angst hätte, ich würde dann wieder keine Lust haben. Ich denke aber, dass inzwischen klar sein dürfte, dass ich durchaus Lust habe, das also nicht der Grund sein kann. Ich habe ihn schon mehrmals darauf angesprochen, doch auch beim Gespräch blockt er ab, sagt, er wüsste nicht woran es liegt. Ich hab ihm sogar gesagt, dass es für mich okay wäre, wenn er mit einer anderen Person schlafen würde, wenn er das denn will (kann ja auch wieder mehr Aufregung ins Sexleben bringen, ich bin was sowas angeht sehr offen...) Dazu sagt er nur, dass er das im Moment nicht will.
Ab und zu gebe ich ihm einen Handjob oder Blowjob, das kann er zulassen, allerdings auch nicht oft.
Ich kann mir durchaus Gründe vorstellen, ich habe zB Angst, dass er es abstoßend findet, weil ich in meinem Leben doch mit ziemlich vielen Leuten Sex hatte. Andererseits wusste er das ja auch schon vorher (denke ich) und es hat ihn nicht gestört.
Dazu kommt natürlich auch, dass ich, wenn wir uns eh so selten sehen, nicht jedes Mal mit so einem ernsten Gespräch anfangen will.

Ja, es stimmt auch, dass wir sehr jung zusammen gekommen sind, jedoch habe ich das nie als Problem gesehen. Ich hatte vorher bereits 2 mehr oder weniger ernsthafte, längere Beziehungen, die auch immer sehr eng waren. Für ihn bin ich allerdings die erste richtige Beziehung.
 
Dabei
30 Nov 2014
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#6
Er ist in 1,5 Jahren also nicht ein Mal auf die Idee gekommen, dich mit dem Auto zu besuchen? 1-2 Besuche im Monat mit dem Auto sollten doch überhaupt kein Problem sein - wenn man denn wollte.

Und er hat es in über 1,5 Jahren weder geschafft, die Ursachen für seine sexuelle Unlust zu ergründen, noch an der Situation etwas zu ändern?

Dass man nicht immer Lust hat ist klar, aber wenn es zu einem Dauerzustand wird macht es nicht unerhebliche Probleme deutlich. Und es gibt auch Menschen, die haben generell wenig Interesse an Sex, da es bei euch aber früher anders war kommt dies nicht in Betracht.

Ich möchte daran arbeiten, dass unsere Beziehung besser wird, und er auch.
Schöne Worte aber scheinbar ohne Taten folgen zu lassen. Wie kann er sonst nach so langer Zeit immernoch "weiss ich nicht" als Begründung für seine andauernde sexuelle Unlust nennen. Man kann jetzt wild spekulieren, woran es bei ihm liegt (er steht nicht mehr auf dich, unzufrieden in seinem Leben und/oder Beziehung, Depressionen) aber das bringt natürlich nicht viel. Es muss von ihm ausgehen. Aber er hat offenbar kein Interesse daran an der Situation etwas zu ändern. Interessant wäre zu wissen, wie es bei ihm mit Selbstbefriedigung aussieht, wenn auch da nichts passiert ist hat die geringe Libido womöglich körperliche Ursachen. Mit zarten 22 Jahren doch eher selten. Oder er masturbiert so oft, dass er keine Lust mehr auf Sex hat. Denke ich aber eher nicht.

Wenn ich raten müsste würde ich vermuten, dass er schon seit längerer Zeit in der Beziehung unzufrieden ist dies aber aufgrund von Unsicherheit, Unerfahrenheit und vielleicht auch zu wenig Selbstwertgefühl nicht ausspricht. Dass Beziehungen ein Ablaufdatum haben, aber trotzdem noch für Monate und teilweise Jahre weiter geführt werden aus diversen Gründen (ich will nicht alleine sein, ich will den Partner nicht verletzen, ich mag ihn/sie doch noch blablabla etc.) ist leider keine Seltenheit.

Ihm muss klar sein, dass die Beziehung ohne Sex den Bach runter geht. Aber ist ihm scheinbar egal. Um ein weiteres ernstes Gespräch wirst du nicht herum kommen. Wenn er sich weiterhin weigert sich zu öffnen und dir mitzuteilen wäre ein "Schuß vor den Bug" sinnvoll damit er merkt, dass Handlungsbedarf besteht.
 
Dabei
18 Okt 2012
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#7
Vielleicht finden wir aber einen Kompromiss.
Das ist doch schon mal die Richtige Einstellung...wenn er es denn auch möchte

Okay, um ehrlich zu sein, haben wir schon ziemlich lange keinen Sex mehr
Darf ich fragen seit wann und war es dann ne einmalige Sache. Also wann hattet ihr das letzte Mal regelmäßig Sex? Wann hat es aufgehört?


Ich hab ihm sogar gesagt, dass es für mich okay wäre, wenn er mit einer anderen Person schlafen würde
Das ist ja dann schon heftig

Ab und zu gebe ich ihm einen Handjob oder Blowjob, das kann er zulassen, allerdings auch nicht oft.
denkst du auch etwas an dich? Wie sieht es da aus, bekommst du das auch? Vielleicht solltet ihr damit mal wieder beginnen. Also den Sex bzw. eurer Intimität "neu lernen"

Ich kann mir durchaus Gründe vorstellen, ich habe zB Angst, dass er es abstoßend findet, weil ich in meinem Leben doch mit ziemlich vielen Leuten Sex hatte.
Könnte eine Rolle spielen aber ich sehe das wie du, vorher hat es auch geklappt. Anzeichen, dass er ne Andere am Start hat gibt es aber nicht.

Dazu kommt natürlich auch, dass ich, wenn wir uns eh so selten sehen, nicht jedes Mal mit so einem ernsten Gespräch anfangen will
Das stimmt aber über Sex zu reden muss ja nicht immer ernst sein. Man kann ja auch mal so über Sex/Intimität reden z.B. Ich hätte heute mal Lust mit dir zu Duschen/Baden, vielleicht mal was in Richtung SM ansprechen usw. also ohne Zwang oder Forderungen bzw. dieses plumpe - ich habe Lust auf Sex - du auch? - nee - gut


Schwul ist er aber nicht?
 
Dabei
18 Okt 2012
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#9
Wenn ich raten müsste würde ich vermuten, dass er schon seit längerer Zeit in der Beziehung unzufrieden ist dies aber aufgrund von Unsicherheit, Unerfahrenheit und vielleicht auch zu wenig Selbstwertgefühl nicht ausspricht.
.
Wäre auch meine Vermutung und da die TE über die Woche eh nicht da ist, ist das nicht mal so schwierig. Aber es nur eine Vermutung. Wir kennen ihn zu wenig.

Vielleicht steht er ja sexuell auch auf was ganz anderes, was sich in letzter zeit erst entwickelt hat...
 
Dabei
30 Okt 2012
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#10
Wenn ich raten müsste würde ich vermuten, dass er schon seit längerer Zeit in der Beziehung unzufrieden ist dies aber aufgrund von Unsicherheit, Unerfahrenheit und vielleicht auch zu wenig Selbstwertgefühl nicht ausspricht.
Das wäre leider auch meine Vermutung. Ich habe gerade hier mitgelesen und mich leider in deinem Freund etwas wiedererkannt. Ich habe auch mal so eine Wochenendbeziehung geführt. Zu Anfang haben wir uns noch viel häufiger gesehen, was dann leider durchs Studium schwierig wurde und das Ganze hat sich auf ein bis zwei Tage am Wochenende reduziert. Ich habe auch die Lust auf Sex mit ihm verloren, da mir einfach ansonsten die Nähe auch gefehlt hat um überhaupt sexuelle Lust aufzubauen. Außerdem hatte ich immer etwas das Gefühl was den Sex angeht unter Druck zu stehen, da er dann natürlich auch Sex erwartet hat wenn wir uns dann am Wochenende gesehen haben (ich weis nicht wie präsent das Thema bei euch ist und ob er sich vlt nicht auch unter Druck gesetzt fühlt). Da geht dann die Lust auch schonmal flöten.

Und ja es stimmt auch, das es einfach ist zu ignorieren, dass die Beziehung evtl tot ist und man eigentlich unzufrieden ist, wenn man sich die ganze Woche über nicht sieht und jeder seinen eigenen Alltag hat.

Telefoniert ihr denn wenigstens regelmäßig? Wie ist denn bei euch die Kommunikation unter der Woche?
 
Dabei
17 Okt 2018
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#11
Er ist in 1,5 Jahren also nicht ein Mal auf die Idee gekommen, dich mit dem Auto zu besuchen? 1-2 Besuche im Monat mit dem Auto sollten doch überhaupt kein Problem sein - wenn man denn wollte.
Doch, das natürlich schon. Früher ist er öfter auch mal unter der Woche gekommen, wenn es möglich war. Im Moment wechseln wir uns am Wochenende ab, bzw. schauen halt, was wir wo machen möchten. Es ging mir dabei eher um die Treffen unter der Woche.

Und er hat es in über 1,5 Jahren weder geschafft, die Ursachen für seine sexuelle Unlust zu ergründen, noch an der Situation etwas zu ändern?

Dass man nicht immer Lust hat ist klar, aber wenn es zu einem Dauerzustand wird macht es nicht unerhebliche Probleme deutlich. Und es gibt auch Menschen, die haben generell wenig Interesse an Sex, da es bei euch aber früher anders war kommt dies nicht in Betracht.
Ja, mir ist bewusst, dass das durchaus nicht normal ist. Eine Vermutung meinerseits sind durchaus Depressionen. Ich bin selbst mit Depressionen diagnostiziert und weiß daher, wie sowas aussieht. Er selbst hat auch schon öfter die Vermutung geäußert, dass er depressiv ist. Ob es aber nur daran liegt, weiß ich nicht. Insgesamt schien er auch vor der Beziehung mit mir nicht so großes Interesse an Sex zu haben.



Schöne Worte aber scheinbar ohne Taten folgen zu lassen.
Zu seiner Verteidigung muss ich sagen, dass er bis auf das Sexthema alles, was ich bei unserem letzten Streit kritisiert habe, auch angenommen hat und versucht hat, es umzusetzen. Deshalb habe ich auch nicht das Gefühl, dass ihm die Beziehung völlig egal ist.
Allerdings scheint er sich selbst sehr schwer zu tun, etwas zu kritisieren. Als wir gemerkt haben, dass wir im Moment beide unzufrieden sind, habe ich ihm klar die Punkte aufgezählt, die mich in dem Moment gestört haben. Als ich ihn dann gefragt habe, was ihn selbst stört, kam irgendwie nichts.

Ihm muss klar sein, dass die Beziehung ohne Sex den Bach runter geht. Aber ist ihm scheinbar egal. Um ein weiteres ernstes Gespräch wirst du nicht herum kommen. Wenn er sich weiterhin weigert sich zu öffnen und dir mitzuteilen wäre ein "Schuß vor den Bug" sinnvoll damit er merkt, dass Handlungsbedarf besteht.
Danke, ja, das wird wohl nötig sein. Ich werde es dieses Wochenende ansprechen.
 
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17 Okt 2018
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#12
Darf ich fragen seit wann und war es dann ne einmalige Sache. Also wann hattet ihr das letzte Mal regelmäßig Sex? Wann hat es aufgehört?
Okay, das ist jetzt eine etwas komplizierte Geschichte. Wirklich regelmäßig Sex hatten wir nur am Anfang der Beziehung, ich würde sagen so im ersten Jahr, vielleicht auch nur in den ersten paar Monaten. Ich kann es nicht genau sagen. Dann sind bei mir wieder ein paar Sachen von früher hochgekommen, weshalb ich nicht mehr so häufig konnte/wollte, das hat ebenfalls ein paar Monate gedauert, bis es sich wieder gelegt hat.
Dann ist mir ein Faux-Pas passiert und ich bin fremdgegangen, was natürlich scheiße von mir war. Ich habe es ihm erzählt und er hat daraufhin Schluss gemacht. Wir sind nach einigem Hin und Her wieder zusammengekommen aber seitdem war der Sex nicht mehr regelmäßig, damals meinte er auch, es läge an meinem Fehltritt. Im Laufe der Zeit hat es sich dann irgendwie eingeschlichen, dass wir gar keinen Sex mehr haben, wie lange genau weiß ich nicht, aber bestimmt seit diesen 1,5 Jahren.
Er hat aber seitdem mehrmals gesagt, dass er mir mein Fremdgehen verziehen hat. Könnte es trotzdem daran liegen, dass er daran denken muss, wenn er Sex mit mir hat?


denkst du auch etwas an dich? Wie sieht es da aus, bekommst du das auch? Vielleicht solltet ihr damit mal wieder beginnen. Also den Sex bzw. eurer Intimität "neu lernen"
Naja, ich kann es an einer Hand abzählen, als ich etwas bekommen habe. Ich möchte das irgendwie auch nicht fordern, auch wenn es mich natürlich schon stört...
Ja, ich denke, da sollten wir defintiv anfangen dran zu arbeiten. Ich hoffe halt, ich kann ihm das irgendwie vermitteln, die letzten Versuche haben ja nicht viel gebracht.





Schwul ist er aber nicht?
Ich habe auch schon darüber nachgedacht, denke aber nicht, da er schon eindeutig auf Frauen steht. (Höchstens bi, aber das tut ja nix zur Sache)
Ich habe auch schon vermutet, dass er asexuell sein könnte, was aber auch wieder nicht so ganz damit zusammen passt, dass wir am Anfang ziemlich guten Sex hatten und beide Spaß daran.
 
Dabei
17 Okt 2018
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#13
Das wäre leider auch meine Vermutung. Ich habe gerade hier mitgelesen und mich leider in deinem Freund etwas wiedererkannt. Ich habe auch mal so eine Wochenendbeziehung geführt. Zu Anfang haben wir uns noch viel häufiger gesehen, was dann leider durchs Studium schwierig wurde und das Ganze hat sich auf ein bis zwei Tage am Wochenende reduziert. Ich habe auch die Lust auf Sex mit ihm verloren, da mir einfach ansonsten die Nähe auch gefehlt hat um überhaupt sexuelle Lust aufzubauen. Außerdem hatte ich immer etwas das Gefühl was den Sex angeht unter Druck zu stehen, da er dann natürlich auch Sex erwartet hat wenn wir uns dann am Wochenende gesehen haben (ich weis nicht wie präsent das Thema bei euch ist und ob er sich vlt nicht auch unter Druck gesetzt fühlt). Da geht dann die Lust auch schonmal flöten.

Und ja es stimmt auch, das es einfach ist zu ignorieren, dass die Beziehung evtl tot ist und man eigentlich unzufrieden ist, wenn man sich die ganze Woche über nicht sieht und jeder seinen eigenen Alltag hat.

Telefoniert ihr denn wenigstens regelmäßig? Wie ist denn bei euch die Kommunikation unter der Woche?
Und wie ging das ganze aus? Ihr habt Schluss gemacht und das wars? Ich will halt schon versuchen, jetzt dieses 1 Jahr Studium, dass ich noch hab, irgendwie rumzubringen und die Beziehung weiterzuführen...
Nein, im Moment telefonieren wir gar nicht. Wir schreiben jeden Tag, was ich persönlich aber auch nicht so toll finde, da man übers Schreiben einfach ganz anders kommuniziert und irgendwie keine richtigen Gefühle im Spiel sind.
Ich habe aber auch schon überlegt, ihm vorzuschlagen, zumindest ab und zu zu telefonieren.
 
Dabei
30 Okt 2012
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#14
Ja wir haben viel miteinander Gesprochen gegen Ende und versucht die Beziehung zu retten aber die Gefühle sind mit der Distanz immer weniger geworden bis ich mir auf einmal nicht mehr sicher war ob ich ihn noch liebe. Wir haben dann eine Beziehungspause eingelegt um zu sehen ob da noch Gefühle sind, ob man den anderen vermisst, aber wir hatten uns bereits so weit auseinandergelebt, dass da nicht mehr allzu viel war.
Wir haben während der Fernbeziehung auch kaum telefoniert, da wir beide am Telefon nicht so die gesprächigsten waren aber ich denke das wäre wichtig gewesen. Vielleicht würde euch das wirklich helfen mindestens einmal die Woche miteinander zu sprechen.

Wie läuft das denn bei euch im Bett? Wer ergreift die Initiative? Versuchst du auch mal in aus der reserve zu locken?
 
Dabei
27 Aug 2012
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#15
Dann ist mir ein Faux-Pas passiert und ich bin fremdgegangen, was natürlich scheiße von mir war. Ich habe es ihm erzählt und er hat daraufhin Schluss gemacht. Wir sind nach einigem Hin und Her wieder zusammengekommen aber seitdem war der Sex nicht mehr regelmäßig
Hast du dir dann deine Frage nicht soeben selbst beantwortet? Der Wurm war drin, nachdem das passierte.

Übrigens, wenn Fremdgehen in deinem Wertesystem nur einen Fauxpas darstellt, verstehe ich noch besser, warum er sich zurückzieht :mrgreen: kleiner Hint: Ein Fauxpas ist sowas wie Socken zu Sandalen tragen. Oder ein Fischmesser für Steak nutzen. Wie du sicherlich merkst - nicht die gleiche Ebene^^
 
Dabei
17 Okt 2018
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#16
Ja wir haben viel miteinander Gesprochen gegen Ende und versucht die Beziehung zu retten aber die Gefühle sind mit der Distanz immer weniger geworden bis ich mir auf einmal nicht mehr sicher war ob ich ihn noch liebe. Wir haben dann eine Beziehungspause eingelegt um zu sehen ob da noch Gefühle sind, ob man den anderen vermisst, aber wir hatten uns bereits so weit auseinandergelebt, dass da nicht mehr allzu viel war.
Wir haben während der Fernbeziehung auch kaum telefoniert, da wir beide am Telefon nicht so die gesprächigsten waren aber ich denke das wäre wichtig gewesen. Vielleicht würde euch das wirklich helfen mindestens einmal die Woche miteinander zu sprechen.

Wie läuft das denn bei euch im Bett? Wer ergreift die Initiative? Versuchst du auch mal in aus der reserve zu locken?
Ich werde das auf jeden Fall mal vorschlagen, ich bin eigentlich auch nicht der Mensch, der gerne telefoniert, denke aber dass es in der Situation hilfreich sein könnte. Danke für den Vorschlag auf jeden Fall!

Naja, im Moment läuft ja gar nichts im Bett, aber wenn dann bin ich diejenige, die versucht, etwas zu machen. Ich bin da aber auch nicht so geschickt darin, glaube ich...
 
Dabei
17 Okt 2018
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#17
Hast du dir dann deine Frage nicht soeben selbst beantwortet? Der Wurm war drin, nachdem das passierte.

Übrigens, wenn Fremdgehen in deinem Wertesystem nur einen Fauxpas darstellt, verstehe ich noch besser, warum er sich zurückzieht :mrgreen: kleiner Hint: Ein Fauxpas ist sowas wie Socken zu Sandalen tragen. Oder ein Fischmesser für Steak nutzen. Wie du sicherlich merkst - nicht die gleiche Ebene^^
Okay, das mit dem Fauxpas war unglücklich formuliert. Aber wir haben lange darüber geredet und glaube mir, ich habe mir viele, viele Vorwürfe deshalb gemacht. Inzwischen weiß ich, woran es damals lag, dass es passiert ist und ich habe mir ein Stück weit, wenn auch nicht vollkommen, selbst verziehen.
Was mich verwundert ist, dass er meinte, er hätte mir verziehen und es würde für ihn keine große Rolle mehr spielen. Er hätte mir ja sagen können, wenn er noch nicht drüber hinweg ist, ich hätte das mehr als verstanden. Wie ich das nun hinbiegen kann, weiß ich nicht, aber ich werde ihn morgen mal darauf ansprechen.

Ich danke euch für eure Antworten, ich werde jetzt erst noch mal mit ihm reden und hoffen, dass sich eine Lösung finden lässt.
 
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18 Okt 2012
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#18
Dann ist mir ein Faux-Pas passiert und ich bin fremdgegangen, was natürlich scheiße von mir war. Ich habe es ihm erzählt und er hat daraufhin Schluss gemacht. Wir sind nach einigem Hin und Her wieder zusammengekommen aber seitdem war der Sex nicht mehr regelmäßig, damals meinte er auch, es läge an meinem Fehltritt. Im Laufe der Zeit hat es sich dann irgendwie eingeschlichen, dass wir gar keinen Sex mehr haben, wie lange genau weiß ich nicht, aber bestimmt seit diesen 1,5 Jahren.
Er hat aber seitdem mehrmals gesagt, dass er mir mein Fremdgehen verziehen hat. Könnte es trotzdem daran liegen, dass er daran denken muss, wenn er Sex mit mir hat?
Schade, dass du uns das erst so spät mitteilst aber das ist hier öfter so, dass man erst bohren muss.

Ich denke, das spielt immer noch eine große rolle bei ihm. Ich weiß nicht, was er für ein Mensch ist aber ich z.B. könnte das nicht verzeihen. Es würde mir immer durch den Kopf gehen. Gerade wenn es intim wird.

Vor allem das du vorher die Probleme mit deinen Depressionen hattest, dadurch euer Sexleben gelitten hat und dann, als alles wieder gut schien - gehst du mit nem Anderen ins Bett?

Was soll er davon halten? Sorry, no way.

Ich denke, dass belastet ihn immer noch und du stehst nicht mehr auf der Stufe für ihn, wie es ein Partner sein sollte - vor allem was Intimität und Sex angeht. Vielleicht schießt es ihm dabei immer durch den Kopf, wie du mit dem Anderen...
 
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17 Okt 2018
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#19
Ich wollte eigentlich gar nicht mehr schreiben, weil ich mir ein bisschen schäbig vorkomme, meine Liebesprobleme derart im Internet auszubreiten.
Aber nun gut.

Wir hatten gestern eigentlich einen schönen Abend (auch laut seiner Aussage). Als wir dann irgendwann im Bett lagen und gekuschelt haben, bin ich dann nochmal auf das Thema Sex zu sprechen gekommen. Ich habe ihn auch ganz offen darauf angesprochen, ob es doch noch an meinem Seitensprung damals liegen könnte. Er meinte dann, Nein, er denke da eigentlich gar nicht mehr dran, wenn dann wäre das vielleicht unterbewusst so. Er habe einfach kein sexuelles Verlangen und wenn er masturbiert, dann eher zum Druckabbau und nicht aus sexuellen Fantasien heraus.
Ich habe ihm dann auch erzählt, dass es mir die Woche über sehr schlecht ging, weil ich das Gefühl hatte unsere Beziehung sei nicht mehr so eng und wir hätten uns entfernt, das haben wir auch schon ein bisschen bei unserem Streit vor zwei Wochen angesprochen.
Er meinte, er sähe das genauso, wüsste aber nicht, was man da tun könne. Wir hätten ja jetzt mehr miteinander unternommen und unter der Woche treffen ist im Moment leider wirklich nicht möglich. Ich habe daraufhin gesagt, dass ich schon glaube, dass man etwas dagegen tun könne, zB mal unter der Woche telefonieren und dann nächstes Semester mal schauen, ob auch Treffen unter der Woche wieder besser gehen. Ich habe ihm auch gesagt, dass ich auf jeden Fall bereit bin, an der Beziehung zu arbeiten, aber wissen will, ob ihm ebenso viel daran liegt, da es ja nichts bringt, wenn ich daran arbeite, er aber nicht.
Er hat lange überlegt und nach einigem Hin und Her dann gemeint, dass er mich zwar immer noch lieben würde und sehr gerne Zeit mit mir verbringe, aber dass er mich nicht mehr so lieben würde wie früher. Klar, war das erstmal ein Schlag für mich. Aber, und das habe ich ihm auch gesagt, finde ich es durchaus normal, dass man nicht mehr so verliebt ist wie am Anfang (erstaunlicherweise hat dieses Gefühl sehr lange bei uns angehalten). Er hat gemeint, er wisse nicht genau, wie es "normal" sei, da er ja noch nie eine Beziehung gehabt hätte. Aber dieses Gefühl ist halt da. Ich habe dann gesagt, dass ich ihn immer noch lieben würde. Vielleicht hätte ich an dieser Stelle einwerfen sollen, dass ich auch manchmal meine Zweifel hab und das völlig normal finde, nach 3 Jahren Beziehung. Aber wer weiß, ob es etwas geändert hätte.
Nach einigem Hin und Her meinte er dann, er würde keine Möglichkeit sehen, irgendwas an diesem Gefühl zu verändern, es sei einfach so, auch wenn er es nicht will und lange versucht hätte zu verdrängen. Wenn er was mit mir macht, dann würde er nicht daran denken, aber ansonsten eben schon. Er würde nicht Schluss machen wollen, er würde mich noch lieben, aber es fühle sich einfach richtig an Schluss zu machen.
Ich hab ihn dann gefragt, ob er von sich aus das Thema überhaupt angesprochen hätte und er meinte nein.
Wir haben beide die ganze Zeit geweint, auch er, obwohl er wirklich sehr selten weint.
Lange Rede, kurzer Sinn: Er hat Schluss gemacht.

Ich bin gerade so verwirrt und aufgewühlt. Ich bereue es, das Thema überhaupt angesprochen zu haben, obwohl ich natürlich weiß, dass ich damit das Problem nur hinausgezögert hätte. Aber ich verstehe auch nicht, wie er völlig normal und liebevoll zu mir sein kann, Spaß mit mir hat, sogar Pläne für die nächsten Wochenenden schmiedet und kurz darauf einfach aus heiterem Himmel Schluss macht. Und ja, für mich kam das aus heiterem Himmel, weil eine schlechte Phase, die ohnehin (vom Sex abgesehen) noch nicht so lange anhält, nach 3 Jahren Beziehung für mich kein Grund ist, Schluss zu machen. Ja, klar, er kann nix für seine Gefühle. Aber vor einer Woche schreibt er mir noch mitten in der Nacht eine SMS wie sehr er mich liebt, ein paar Wochen zuvor sagt er mir noch Sachen wie, dass ich das Wichtigste für ihn sei und dann sowas. Und ich denke nicht, dass er ein Mensch ist, der solche Sachen leichtfertig sagt.

Ich habe ihn gefragt, was ich falsch gemacht hätte, was ihn gestört hätte, aber er meinte, es sei nichts. Es sei einfach ein Gefühl, das er hätte. Und dass er glaubt, dass es nicht nur an der Wohnsituation liegt, sondern "einfach so" so ist.
Ich habe ihn dann auch nochmal gefragt, ob er sich sicher sei, er hat dann länger überlegt und gesagt "Ich glaube schon".
Jo, mir gehts grad ziemlich scheiße. Ich wünschte, ich hätte einfach alles anders gemacht, aber ändern kann ichs nicht mehr...
Mir lag wirklich soviel an der Beziehung und ich hab's vergeigt und ach keine Ahnung...


Sorry für den langen Text, das musste grad raus.
 
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Dabei
30 Nov 2014
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#20
Das tut mir leid für dich. Aber so weisst du nun wenigstens woran du bist.

und kurz darauf einfach aus heiterem Himmel Schluss macht.
Für dich aus heiterem Himmel, für ihn nicht. Wie ich oben schon schrieb war er schon länger in der Beziehung unglücklich, hatte aber nicht die Eier vorher mit dir Schluss zu machen. Im Prinzip hatte er sie bis zum Ende nicht, denn du hast ihm seinen Trennungswunsch ja praktisch aus der Nase ziehen müssen. Die Beziehung war also schon längst tot, nur noch nicht beerdigt. Insofern muss man es positiv sehen, dass es vorbei ist und ihr beide nach vorne schauen könnt.

Er habe einfach kein sexuelles Verlangen und wenn er masturbiert, dann eher zum Druckabbau und nicht aus sexuellen Fantasien heraus.
D.h. er hatte schon Lust auf Sex - aber nicht mit dir. Dabei könnte er den Druck genau so bzw. eher besser abbauen.

Aber vor einer Woche schreibt er mir noch mitten in der Nacht eine SMS wie sehr er mich liebt, ein paar Wochen zuvor sagt er mir noch Sachen wie, dass ich das Wichtigste für ihn sei und dann sowas. Und ich denke nicht, dass er ein Mensch ist, der solche Sachen leichtfertig sagt.
Naja, rückblickend war diese Liebeskundungen wohl eher geheuchelt. Ohne Sexleben war eure Beziehung aber eh nicht mehr als eine innige Freundschaft.

Mir lag wirklich soviel an der Beziehung und ich hab's vergeigt und ach keine Ahnung...
Betrug ist für viele ein No-Go. Ist das Vertrauen erst mal zerstört ist es meist schwer bis unmöglich es wieder aufzubauen. Du hast die Beziehung aufs Spiel gesetzt und verloren. Da muss man nix schönreden. Aber ist halt menschlich und passiert vielen. Kann man nur für die Zukunft etwas draus lernen.
 
Dabei
3 Nov 2018
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#21
Hallo hittingdelete,

du möchtest dich zwar nicht von ihm trennen, tust aber eine ganze Menge dafür:

Wir können eigentlich immer über alles reden und hatten auch erst neulich einen Streit, bei dem wir dann zu dem Schluss gekommen sind, dass wir wieder mehr miteinander unternehmen müssen, also nicht nur zuhause rumsitzen, sondern rausgehen und Sachen gemeinsam machen.
Wenn ich raten dürfte, dann würde ich sagen, dass der Streit deswegen aufkam, weil du das Thema der Entfernung mal wieder auf den Tisch gebracht hast.

Mich nervt es gewaltig, dass wir uns nur am Wochenende sehen können. Oft habe ich aber auch das Gefühl, dass es ihm nicht so viel ausmacht. Er schreibt mir oft, ja, aber wirklich zu vermissen scheint er mich nicht.
Was erwartest du? Er hat das Recht so zu sein, wie er ist. Wenn du gerne hättest, dass er dir öfter schreibt, dass er dich vermisst, verlangst du eine Verhaltensänderung von ihm, die du subtil auch immer wieder zum Ausdruck bringst, indem du, wie oben, Streit mit ihm anfängst, warum die Situation so ist wie sie ist, aber er dir ja "mal öfter sagen könnte, wie sehr er dich vermisst"...

Ich habe ihm auch gesagt, dass ich manchmal das Gefühl habe, er wäre nur noch mit mir zusammen, weil es jetzt eben schon Gewohnheit ist, aber er meint, dem sei nicht so.
Und daraus resultiert dann sowas. Da stellen sich mir, ehrlich gesagt, die Nackenhaare, wenn ich soetwas lese. Das sind DEINE Gedanken, DEINE Ängste und DEINE Befürchtungen. Wenn du diese in die Beziehung trägst, dann wundere dich nicht, dass deine Ängste und Befürchtungen sich eines Tages bestätigen werden.

Bitte entschuldige den harten Ton, aber das musste einmal raus. Ich versuche mich nun etwas vershnlicher auszudrücken :oops:

Was ich glaube, ist, dass viele Menschen der Meinung sind, dass man über Ängste und Gefahren in Beziehungen sprechen sollte. Das ist auch in einem gewissen Maße in Ordnung. Was ich aber auch glaube ist, dass der Partner damit versucht, eine Verhaltensänderung von dem anderen zu erzwingen. In deinem Fall wäre dass, dass du möchtest, dass er dir z.B. öfter schreibt, dass er dich vermisst.

Ich befürworte dass auch sehr, dass du versuchst mit deinem Partner Lösungen zu finden, aber du kannst nicht erwarten, dass dein Partner sich verändert. Ich sehe Beziehungen wie ein Art Gleichung: Partner A und Partner B ergeben Beziehung C. Nun ist A nicht mehr zufrieden mit C. Probleme entstehen genau dann, wenn dann A versucht über B einfluss auf C zu nehmen, also eine Verhaltensänderung erzwingen möchte: "Wenn du mir mehr zeigen würdest, wie sehr du mich vermisst, wäre die Situation nicht mehr so schlimm". Aber der einzige Weg, wie A auf C Einfluss nehmen kann ist über A selbst.

Das bedeutet im Klartext: Was kannst du selbst tun, um besser mit der Situation klarzukommen!?

Fakt Nr. 1:
Ihr seid nunmal 60 min. auseinander. DAS IST SO! Das kannst weder du noch dein Partner ändern, es sein denn, jemand wagt den Schritt des zuziehens. Wie will man also mit so einer Situation umgehen? Akzeptieren. Da gibt es keine geheime Zauberformel oder irgendetwas, was dir diese Last annimmt. Aber mit jedem einzelnen Tag, mit dem du daran festhälst, wie schlimm es ist, dass ihr auseinander gezogen seid, verschwendest du damit, daran festzuhalten.

Fakt Nr2:
Du glaubst, dass es ihm nichts ausmacht. Das ist reine Spekulation deinerseits. Wir Menschen neigen dazu, wenn es uns eh schon schlecht geht, die Menschen um uns rum so zu konstruieren, dass es uns noch schlechter geht. Was ist denn, wenn er dich mindestens genauso vermisst wie du ihn, wenn nicht sogar noch mehr, es aber einfach nicht so ausdrücken kann, wie du? Und dann zwingst du ihn noch, es mehr zum Ausdruck zu bringen! Das fairste was du hier tun kannst, ist, ihn so zu nehmen, wie er ist. Das bedeutet für mich Partnerschaft.

Zusammngefasst will ich dir sagen, akzeptiere die Dinge, die du nicht ändern kannst und ändere die Dinge, die in deiner Macht liegen. Und das könnte der eigene Umgang, die Wahrnehmung von und mit dieser Situation!

Ich wünsche dir das Beste!

LG
Julian
 

Zilani

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Wie geht es denn bei dir weiter ?
Ich meine, wenn man schon in einem solchen Dilemma steckt dann muss man wirklich bedacht an die weiteren Schritte denken und schauen, dass man die richtige Wahl trifft.
Ich für meinen Teil habe auch schon einige problematische Beziehungen hinter mir und habe auch diverse Wege gesucht um es einfach besser zu machen aber in den meisten Fällen hat es einfach gar nichts gebracht.

Aus dem Grund habe ich dann irgendwann auch Ratgeber gesucht, Videos angeschaut und auch mit verschiedenen Freunden über diese Sache gesprochen.

Unter anderem habe ich auch bei Werbelink entfernt richtig gute Tipps gefunden. Kann man sich auswählen wie man will, ob man es mit sich selbst ausmacht oder sich Hilfe sucht.

Jedenfalls aber muss man immer schauen, dass man selber glücklich ist und das Herz entscheiden lassen.
 
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