Unsicherheit und unerfüllte Bedürfnisse in der Beziehung

Dabei
19 Nov 2018
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#1
Hallo liebe Forenmitglieder.

Ich habe mich angemeldet, weil ich gerne mal eure Meinungen und Gedanken zu meinen Sorgen hören würde.

Hoffentlich gelingt es mir, mich präzise auszudrücken, leider ist es etwas länger geworden:

Seit Juli in ich in der Beziehung mit einem Mann (er 32, ich 31, er aus einem asiatischen Land, sein Bruder hatte eine arrangierte Ehe, seit 5-6 Jahren in Deutschland, seine Eltern wissen nichts von uns). Ich bin seine zweite Beziehung. Seine erste dauerte ca. 10 Monate. Getrennt hat erst sie sich, dann nach kurzer Zeit er. Grund war wohl für sie u.a. sein Alkoholkonsum, und dass sie zusammenziehen wollte und er aber eine Wohnung für eine WG mit einem Kumpel gesucht hatte. Laut seiner Angabe hatte er fast bei ihr gewohnt und sogar daran gedacht, sie zu heiraten.

Ich selbst hatte schon einige Beziehungen, zum Teil auch mehrere Jahre. Seit ein paar Jahren habe ich jedoch größere Probleme in Beziehungen: fühle mich nicht sicher, nicht geborgen, keine ausreichende Nähe, fühle mich unsicher und gehemmt im Handeln … Gründe sind u.a. in meiner Kindheit zu finden, aber sicher auch in einer 1,5jährigen Beziehung, in der ich sehr unglücklich war. Sie war offen, obwohl ich das nicht mehr wollte. Ich fühlte mich sehr handlungsunfähig, ohnmächtig, klammerte stark, bis er am Schluss die Beziehung beendete (danach gab es noch ein paar On-Off-Versuche, bis ich irgendwann nicht mehr wollte bzw. konnte, weil er keine Beziehung mehr wollte). Eine 2,5jährige Psychotherapie habe ich hinter mir und gerade mit einer Verhaltenstherapie angefangen, weil ich mich weiterentwickeln möchte.

Meine jetzige Beziehung ist nicht offen, aber mir fehlt trotzdem so einiges: mehr Zweisamkeit, Sicherheit (v.a. durch gemeinsame Pläne und Zukunftsplanung (nicht vorhanden) und den Einbezug in sein Leben, Kennenlernen seiner Freunde (auch nicht wirklich vorhanden). Bisher habe ich zweimal ganz kurz seine Freunde getroffen, einmal davon war er betrunken und hatte mich spontan gefragt, ob ich dazustoßen möchte. Schlage ich vor, ob er doch mal was Gemeinsames mit mir und ihnen plant, kommen immer Ausflüchte (Dann müsste er sich erst neue Freunde suchen; dem einen Freund vertraut er nicht. Etc.) Oft sagt er, er sollte dies und jenes tun, passieren tut jedoch nix.

Zwischendrin war unsere Beziehung auch für ca. 3 Wochen in einem On-Off-Status, weil er sie beendete, wir wieder zusammenkamen, er sie beendete … wobei er jedoch zu dieser Zeit immer wieder Kontakt aufnahm und beim letzten Mal auch meinte, er möchte die Beziehung mit mir, On-Off sei nicht gut, ich muss ihm Zeit geben, weil es ihm gerade nicht so gut ging. Er braucht weniger Gewicht auf der Beziehung, erst muss das Fundament (seine Psyche, er, sein Leben) passen. Ok, ich habe mich dann auch etwas zurückgezogen und die Initiative von ihm abgewartet. So ca. 1,5 Wochen lief es ganz gut.
Ich habe mich dann in letzter Zeit einmal mit einem Freund getroffen zum Abendessen (möglicherweise auch als Trotzreaktion, um mich auch unabhängiger zu fühlen). Auf die Neugierde und Fragerei meines Freundes hin, habe ich ihm bestätigt, dass ich mal was mit besagtem Freund hatte, aber mich getroffen habe, weil mir die Freundschaft von damals wichtig sei (kennen uns seit 4 Jahren und hatten vielleicht 2 Wochen lang was miteinander…). Ich bin bei so was ehrlich, weil ich nicht lügen kann und mag. Das hat ihn ziemlich getroffen, er war wütend und eifersüchtig, meinte aber am nächsten Tag, er vertraut mir.

Ich hatte mich daraufhin wirklich schlecht gefühlt und auch etwas Angst bekommen, weshalb ich wieder mehr Initiative zeigte. Witzigerweise zieht er sich dann immer mehr zurück, wenn von mir was kommt und ich Vorschläge mache hinsichtlich unser Freizeitplanung. Er fühlt sich dann schnell unter Druck gesetzt … Das macht die ganze Beziehung wirklich schwierig, da mir zu wenig von ihm aus kommt, wir uns meist ohne Planung und spontan treffen (er möchte das so) und ich oft wie auf Eierschalen laufe und mich nicht frei fühle in meiner Art zu sein (bin von Natur aus sehr aktiv und plane gerne Aktivitäten; er ist eher passiv und lässt sich mitziehen, jedoch nicht von mir ..).

Wir sehen uns zwar so 1 bis 3 mal die Woche, aber unsere Beziehung wird nicht tiefer. Ich fühle mich nicht in sein Leben integriert. (Er kennt meine Freunde, ich seine wie gesagt kaum). Hauptsächlich schreiben wir uns tagsüber, aber seit der Phase, wo kurz Schluss war, weniger. Er fühlte sich wohl gezwungen, jeden Morgen „guten Morgen“ zu schreiben (das hatte ich damals gespürt, aber nie eingefordert), deshalb hat er es lassen, was ich im Prinzip auch nicht schlecht finde, denn gezwungene Nettigkeit brauche ich auch nicht.

Es fühlt sich für mich einfach an wie eine Freundschaft plus und ich verliere die Verbindung zu ihm, wenn wir uns nicht sehen. Ich bin dann traurig und auch sehr wütend, weil ich gar nicht so richtig weiß, wie ich an ihn rankomme, ob ich anrufen kann, ob ich auch aktiv sein kann? (schließlich soll ich ihm Zeit geben, habe aber auch meine Bedürfnisse.)

Wenn wir uns aber sehen, fühle ich mich ihm sehr nah und die Verbindung ist wieder sehr stark.

Deshalb habe ich wohl noch Hoffnung und möchte ihm Zeit geben, sich etwas „zu finden“. Ich hoffe darauf, dass er sich dann ganz und voll auf mich einlassen kann.
Allerdings gibt es einige Zweifel meinerseits, dennoch frage ich mich gleichzeitig, ob ich nicht darauf aus bin, Probleme zu suchen und deshalb auch zu finden?

Die Dinge, die sich komisch für mich anfühlen sind z.B.: Ich plane ein Abendessen bei mir, wo er und meine Freunde eingeladen sind. Sein Kommentar dazu: „Wenn du zu dir einladest bin ich natürlich dabei, allerdings wollte ich am Tag davor einen Kurzurlaub an dem Wochenende machen. Aber wenn ich da sein sollte, bin ich dabei. Das entscheide ich spontan.

„Ich fahre über Neujahr mit einem Freund in den Urlaub für eine Woche, bin aber an Weihnachten da.“ - Ich bin durchaus offen, dass er mit einem Freund in den Urlaub fährt, ich unternehme auch viel mit meinen Freunden, mit mir plant er jedoch so was nicht bzw. wird es auf das nächste Monat verschoben, wenn ich einen Ausflug anspreche.

Weitere: „Du denkst zu viel.“ Wenn ich z.B. auch frage, wie er sich gefühlt hat bzw. sich jetzt fühlt.
Oder: „Möchtest du zu der Geburtstagsfeier mitkommen?“ – Am nächsten Morgen wurde ich wieder ausgeladen: „Ich muss mich dort um meinen Kumpel kümmern (der verlassen wurde). Ich sag dir Bescheid, wenn ich dich dabeihaben möchte.“ ….

„Ich habe keine Kondome daheim, aber es ist auch nicht so wichtig.“

Letztens schrieb ich u.a., dass ich ein bestimmtes Gericht für uns gekauft hätte, von dem ich weiß, dass er es so mag... - Keine Reaktion. :(

Mein Vertrauen ist echt angeschlagen, zumal ich weiß, dass er manchmal lügt, um Diskussionen zu entgehen. Es waren bisher nur kleine Sachen, aber immerhin.
Ich habe in dieser Beziehung nie sein Handy durchschnüffelt, weil ich weiß, dass davon nichts Gutes kommt.

Heute früh jedoch, ich war noch länger bei ihm, er war schon in der Arbeit, habe ich auf seiner Kommode ein Zugticket gesehen von einem Trip, den er samstags zu einem Kumpel gemacht hat. Er sagte zu mir vor dem Wochenende, er würde seinen Kumpel in Stadt X treffen, dem Ticket (Bayernticket) lag jedoch eine Reiseverbindung bei (sehr wahrscheinlich vom Schalter ausgestellt), auf der stand „ihre Reiseverbindung von Y nach W“. (Stadt W liegt auf dem Weg und zwischen Stadt Y nach Stadt X, dort kann man umsteigen, es hätte aber auch einen Zug direkt von Stadt Y nach X gegeben). In der Früh vor dem Ausflug schrieb er mir noch, ob ich wisse, wo seine Nagelschere sei. Vielleicht sehr hochgegriffen, aber warum waren seine Nägel für das Treffen mit dem Kumpel so wichtig?

Das Ganze hinterlässt bei mir gar kein gutes Bauchgefühl. Ich finde es sehr komisch, dass seine Reiseverbindung einfach nicht durchgängig bis Stadt X angegeben wurde. Ich frage mich, ob er mich angelogen hat und wenn ja, warum? Und wäre es dann nicht leichter für ihn, einfach zu sagen, er trifft seinen Kumpel in Stadt W, auch wenn er dort was anderes (evtl. ein Date?) geplant hätte?

Ihr seht schon, ich verliere mich in Mutmaßungen und bin einfach sehr unsicher… Würdet ihr die „seltsame“ Reiseverbindung ansprechen? Oder soll ich lieber schweigen, aber weiterhin kritisch beobachten?

Ich weiß, Sicherheit gibt es nie, aber ich möchte ihm auch nicht 2-3 Monate Zeit geben, um am dann herauszufinden, dass sich eh nichts ändert und v.a. ich die ganze Zeit nur netter Zeitvertreib war und mich habe verar***** lssen, weil er mich betrügt im schlimmsten Fall. ☹
Ich weiß auch, dass der kulturelle Unterschied sicher ein großer Einflussfaktor ist und er Druck von seinen Eltern hat, endlich zu heiraten, was alles noch schwieriger macht.

Allerdings mache ich natürlich mit diesen vielen Fragen und Diskussionen die Beziehung sehr schwer, aber meine Bedürfnisse bleiben auf der Strecke.

Habt ihr Ideen dazu, wie ich wieder unabhängiger reagieren kann und weniger agiere? Ich fühle mich nicht so frei zu sein, wie ich bin. (Das hatte ich teilweise in Beziehungen davor auch schon.)

Ich komme mir so langsam irgendwie immer kleiner und wie eine Bittstellerin vor. Ich bin frustriert und verliere immer mehr die positiven Gefühle für ihn.
Außerdem versuche ich Sicherheit und Nähe durch "geben" herzustellen. Z.B. habe ich deshalb, und auch aus praktischen Gründen, ihm meinen Hausschlüssel angeboten, den er nicht wollte. So langsam bin ich am Verzweifeln.

Über eure Meinungen, Ideen und Anregungen wäre ich sehr dankbar.
 
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Dabei
6 Mrz 2013
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#2
Grund war wohl für sie u.a. sein Alkoholkonsum
Was darf man sich darunter vorstellen? Dich stört dieser Alkoholkonsum nicht?


erst muss das Fundament (seine Psyche, er, sein Leben) passen
Wenn das nicht passt, dann passt doch absolut überhaupt nichts. Was ist denn konkret damit gemeint? Was ist mit seiner Psyche, mit ihm und seinem Leben nicht in Ordnung? Wie sieht diesbezüglich die Perspektive aus?

Das macht die ganze Beziehung wirklich schwierig, da mir zu wenig von ihm aus kommt, wir uns meist ohne Planung und spontan treffen (er möchte das so) und ich oft wie auf Eierschalen laufe und mich nicht frei fühle in meiner Art zu sein (bin von Natur aus sehr aktiv und plane gerne Aktivitäten; er ist eher passiv und lässt sich mitziehen, jedoch nicht von mir ..).
(...)

Die Dinge, die sich komisch für mich anfühlen sind z.B.: Ich plane ein Abendessen bei mir, wo er und meine Freunde eingeladen sind. Sein Kommentar dazu: „Wenn du zu dir einladest bin ich natürlich dabei, allerdings wollte ich am Tag davor einen Kurzurlaub an dem Wochenende machen. Aber wenn ich da sein sollte, bin ich dabei. Das entscheide ich spontan.
Deine Beschreibungen lesen sich für mich überhaupt nicht wie eine Beziehung. Außerdem scheint ganz allein er zu entscheiden was gemacht wird und was (das scheint deutlich häufiger zu sein) nicht gemacht wird.
Was ist das denn für ein Leben - für dich ?!

ich weiß, dass er manchmal lügt
(...)
Ihr seht schon, ich verliere mich in Mutmaßungen und bin einfach sehr unsicher… Würdet ihr die „seltsame“ Reiseverbindung ansprechen?
Ach, und lügen tut er auch noch!
Nö, die Reiseverbindung würde ich nicht ansprechen. Das ist doch nur ein kleines Detail, für das er schon irgendeine Erklärung finden wird, und dann kann er sich zusätzlich echauffieren dass du hinter ihm herspionierst.


Habt ihr Ideen dazu, wie ich wieder unabhängiger reagieren kann und weniger agiere?
Ich würde mir an deiner Stelle, vielleicht im Gespräch mit der einen oder anderen guten Freundin, die praktischerweise ihn auch kennt, klar werden, was ich von diesem Mann wirklich will. Wenn du mehr als eine F+ willst, sieht das für mich schlecht aus. Wenn du mit einem lockeren Ding gut leben kannst, würde ich mich künftig nicht mehr von SEINEN spontanen Launen abhängig machen. Gestalte dein Leben wieder eigenverantwortlicher, also näher an einem Single-Leben, und wenn es dann für euch BEIDE passt, könnt ihr ja was zusammen machen.
 
Dabei
19 Nov 2018
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#3
Danke für deine Antwort!

Was darf man sich darunter vorstellen? Dich stört dieser Alkoholkonsum nicht?
Doch schon, nur bekomme ich davon selbst weniger mit, weil er meistens mit seinen Kumpels und Kollegen weggeht. Es ist auf jeden Fall schon so, dass Alkohol für ihn wichtig zu sein scheint. Wie viel er genau trinkt, darüber habe ich keinen genauen Überblick, aber sicher so jedes Abend 1-2 Bier und auch mal an 2 Abenden die Woche mehr? Letztens mit 3 Kollegen 2,5 Wodkaflaschen, was ich als sehr viel erachte.:?

Was mich stört ist, dass er z.B. Samstag Abend heimwollte, weil er müde war und bei sich dann noch auf zwei Bier in die Bar gegangen ist, obwohl ich fragte, ob er Lust hat, zu mir zu kommen.


Wenn das nicht passt, dann passt doch absolut überhaupt nichts. Was ist denn konkret damit gemeint? Was ist mit seiner Psyche, mit ihm und seinem Leben nicht in Ordnung? Wie sieht diesbezüglich die Perspektive aus?
Er meinte damit, dass er wissen muss, was er im Leben will. Er ist mit seinem Job nicht so zufrieden und auch Sport hat er vernachlässigt. Wohl auch durch die Beziehung, weil er dann lieber zu mir wollte, als Sport zu machen. Wobei ich sagen muss, dass ich ihm immer Freiraum gelassen habe und z.B. wusste, dass er an einem bestimmten Tag immer Fußball spielt. Wenn ich da was vorgeschlagen hatte, dann, dass ich beispielsweise nach dem Fußball zu ihm komme. Außerdem habe ich auch vorgeschlagen, ob wir mal zusammen Sport machen.

Was ich so bemerkt habe bei ihm ist, dass er recht viele große und tolle Ideen hat, aber selbst davon wenig umsetzt bzw. seine Meinung ständig ändert. Also das betrifft gar nicht nur unsere Beziehung, sondern auch seine eigene Urlaubsplanung. Er wirkt manchmal so ein bisschen orientierungslos auf mich?

Eine Familie will er schon gründen und viele Kinder habeb. Das ist auch was, was ich mir sehnlichst wünschen würde, aber ich wüsste gar nicht, wie das mit ihm umzusetzen wäre :eusa_think: Dafür müsste er eigentlich viel mehr Eigenverantwortung, Kontinuität und Stabilität bieten. Und auch dieser Alkoholkonsum mit Kindern ... Finde ich sehr bedenkenswert.

Bei seiner Ex war es wohl ähnlich. Sie hat ihn wohl mal nachts rausgeworfen, als er betrunken ankam. Außerdem hat sie niemals auch nur einen Freund von ihm kennengelernt.

Er hat schon ein paar Mal davon geredet, dass es, wenn er sich ganz sicher ist, bei ihm dann ganz schnell gehen wird (Stichwort Heirat da andere Kultur). Wir hatten auch schon mehrere Abende, wo er angetrunken war und viel geweint hat und von seinen Ängsten erzählte, dass Ehen hier nicht halten und wenn er sich entscheidet, es nicht aushalten würde, irgendwann verlassen zu werden und er denkt, ich mag ihn weniger als er mich.

Das hat mich immer sehr verwirrt zurückgelassen.

Natürlich werde ich ihn irgendwann verlassen, wenn er sich auf die Beziehung nicht einlässt. Und er kann sich wohl erst einlassen, wenn wir verheiratet wären. Eine Heirat schließt sich für mich aber aus, wenn ich in einer so oberflächlichen Beziehung bin. So würde ich ja die Katze im Sack kaufen.

Was aber schön ist, und mich noch an ihm hält, ist, dass er seine Zuneigung sehr zärtlich ausdrückt. Sprich: Er ist sehr verkuschelt und liebevoll, auch ganz unabhängig vom Sex. In so Momenten ist dann auch jeder Ärger verflogen, weil ich seine Verletzlichkeit und Zartheit sehe.

Wir hatten auch gestern ein Gespräch darüber, dass ich mir mehr Nähe und Sicherheit wünsche. Er hatte auch nachgefragt, wie das für mich aussieht und gibt sich gerade mehr Mühe.
 
Dabei
6 Mrz 2013
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#4
Doch schon, nur bekomme ich davon selbst weniger mit, weil er meistens mit seinen Kumpels und Kollegen weggeht. Es ist auf jeden Fall schon so, dass Alkohol für ihn wichtig zu sein scheint. Wie viel er genau trinkt, darüber habe ich keinen genauen Überblick, aber sicher so jedes Abend 1-2 Bier und auch mal an 2 Abenden die Woche mehr? Letztens mit 3 Kollegen 2,5 Wodkaflaschen, was ich als sehr viel erachte.:?

Was mich stört ist, dass er z.B. Samstag Abend heimwollte, weil er müde war und bei sich dann noch auf zwei Bier in die Bar gegangen ist, obwohl ich fragte, ob er Lust hat, zu mir zu kommen.
Ich finde diesen Alkoholkonsum für sich genommen bedenklich - nicht nur dass er sich lieber ein paar Bier reinzieht als sich mit dir zu treffen (bei dir trinkt er dann nichts oder weniger?)

Er meinte damit, dass er wissen muss, was er im Leben will. Er ist mit seinem Job nicht so zufrieden und auch Sport hat er vernachlässigt.
Das ist doch keine Erklärung dafür, dass das "Fundament (seine Psyche, er, sein Leben)" nicht passt. Was passt mit seiner Psyche nicht?
Ist es das?:
Er wirkt manchmal so ein bisschen orientierungslos auf mich?
---------------------
Und er kann sich wohl erst einlassen, wenn wir verheiratet wären. Eine Heirat schließt sich für mich aber aus, wenn ich in einer so oberflächlichen Beziehung bin. So würde ich ja die Katze im Sack kaufen.
Allerdings, das ist doch Schwachsinn. Und Ehen gehen ja auch in die Brüche.

Was aber schön ist, und mich noch an ihm hält, ist, dass er seine Zuneigung sehr zärtlich ausdrückt. Sprich: Er ist sehr verkuschelt und liebevoll, auch ganz unabhängig vom Sex.
Das finde ich äußerst wenig als Basis für eine Beziehung.

Auf mich wirkt der Mann aus deiner bisherigen Schilderung ziemlich unreif.
 
Dabei
18 Okt 2012
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#5
Also alles habe ich jetzt nicht gelesen. Aber ich schließe mich Twin an. Dieser Mann ist zu unreif für eine Beziehung und zwar in so vielen Belangen. Das wäre mir zu stressig. Auch mir so viele Gedanken zu machen und Anstrengungen zu unternehmen um ihn "zu erziehen" sind der falsche Weg.

Zu dir: du verlangst nach ca. 3 Monaten Beziehung (mit 3 Wochen Pause :eusa_doh:) bereits gemeinsame Pläne und Zukunftsplanung. Wenn du dir dann so ein Wesen, welches in der Vergangenheit mehr oder weniger frei und unabhängig in seinem Handeln und Leben war (beziehungstechnisch) suchst - geht das freilich in die Hose. Das passt dann einfach nicht.

Ich würde die Nummer beenden, bevor sie richtig angefangen hat und mir jemanden suchen, der auf meiner Wellenlänge in Bezug auf Zweisamkeit, Zukunftsplänen und Charakter liegt.

Gruß
 
Dabei
17 Jan 2016
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#6
Hallo Annabella,

ich weiß nicht was du da mit ihm hast, aber eine Beziehung ist es nicht. Und ich schließe mich den anderen hier mal nicht an - du bist diejenige die unreif ist, wenn du dieses "Irgendwas" mit ihm als Beziehung bezeichnest.

Kann es sein, dass er sich so von dir fern hält, weil du sehr früh damit anfängst zu klammern? Zwischen euch ist gar nichts und du schreibst hier als wärt ihr ein Paar - das seid ihr nicht. Und wenn er sich mal bei dir ausheult, bedeutet das noch lange nicht dass er sich in dich verliebt hat. Jeder braucht mal ne Schulter zum Ausweinen - da ist er nicht der Einzige...

Ich glaube fast, dass dein Selbstbewusstsein so niedrig ist und dass du so verzweifelt nach einer Beziehung suchst, dass du dir bei jedem Kerl der dir mal etwas zu tief in die Augen schaut, eine Beziehung ausmalst... Du solltest an deinem Selbstbewusstsein arbeiten damit du die Dinge so akzeptieren kannst wie sie sind. Und zwar, dass du zur Zeit niemanden hast, dass du einfach nur Single bist... Und nein, im Wein (oder auch Wodka) liegt nicht die Wahrheit. Jemand kann dir in besoffenen Zustand 1000 Liebesschwüre schwören, ohne dass er dich wirklich liebt - das ist wirklich so...

Grüße
 
Dabei
27 Aug 2012
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#7
aber sicher so jedes Abend 1-2 Bier und auch mal an 2 Abenden die Woche mehr? Letztens mit 3 Kollegen 2,5 Wodkaflaschen, was ich als sehr viel erachte.:?
Also ehm..*hust* ich hätte jetzt gesagt, dass das ja gar nicht sooo schlimm ist, :lol: bis auf den Wodka vllt in den Mengen..naja, dann bin ich wohl auch Alkoholiker :razz:

Egal, zum Thema: Ihr seid nicht lange zusammen und schon soviel Drama. Das lässt nichts Gutes für die Zukunft verheißen. Er ist sich mit dir anscheinend sehr unsicher, will dich nicht richtig als Teil seines Lebens integrieren und du bist halt komplett anders gepolt (was auch nicht gesund ist). Das knartscht gewaltig. Ich sehe da keine reellen Chancen für euch, sorry.
 
Dabei
6 Mrz 2013
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#8
Also ehm..*hust* ich hätte jetzt gesagt, dass das ja gar nicht sooo schlimm ist, bis auf den Wodka vllt in den Mengen..naja, dann bin ich wohl auch Alkoholiker
Anscheinend ist er immer wieder "angetrunken", das find ich das Massgebliche (und gar nicht so OT). Er verträgt halt weniger als du, aber sowas sollte man bei der Menge die man trinkt halt berücksichtigen :002:
 
Dabei
19 Nov 2018
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#9
Danke, für eure Antworten.

Ich finde diesen Alkoholkonsum für sich genommen bedenklich - nicht nur dass er sich lieber ein paar Bier reinzieht als sich mit dir zu treffen (bei dir trinkt er dann nichts oder weniger?)
Doch, schon. Anfangs ist es mir nicht so aufgefallen, aber es ist eigentlich immer so, dass Abends 1-2 Bier oder 1-3 Gläser Wein getrunken werden, auch wenn ich da bin. Ich habe auch das Gefühl, dass Unternehmungen mit ihm leichter gehen, wenn es dort Alkohol gibt. Also für einen Restaurant- oder Bar-Besuch ist er fast immer zu haben. Das ist das, was micht stört: Alkohol scheint sehr wichtig in seinem Leben zu sein.


Twi-n-light hat gesagt.:
Das ist doch keine Erklärung dafür, dass das "Fundament (seine Psyche, er, sein Leben)" nicht passt. Was passt mit seiner Psyche nicht?
Ist es das?:
"Er wirkt manchmal so ein bisschen orientierungslos auf mich?"
Das mit der "Psyche" habe ich erwähnt, weil ich zwischen erhöhtem Alkohlkonsum und bestimmten Verhaltensweisen einen Zusammenhang vermute. Also z.B. trinken, damit Gefühle zugelassen werden können bzw. unterdrückt werden. Zumindest hab ich so was bei ihm beobachtet und auch, dass er dann wirklich teilweise ein komplett anderer Mensch ist.

Als wir uns nach der Beziehungs-Pause wieder trafen, lief es in etwa so ab, dass er sagte, er möchte diese Beziehung und er weiß auch, wie eine "richtige" Beziehung funktioniert, aber er muss sich gut dazu fühlen. Dieses "On-Off" sei nicht gut und wir haben eine gute und tiefe Verbindung miteinander. Allerdings sollten wir etwas weniger Fokus auf die Beziehung legen, mehr auf uns selbst. Ich solle ihm Zeit geben. - Ich denke, er fühlte sich stark überfordert...


Goodbrother hat gesagt.:
Zu dir: du verlangst nach ca. 3 Monaten Beziehung (mit 3 Wochen Pause :eusa_doh:) bereits gemeinsame Pläne und Zukunftsplanung. Wenn du dir dann so ein Wesen, welches in der Vergangenheit mehr oder weniger frei und unabhängig in seinem Handeln und Leben war (beziehungstechnisch) suchst - geht das freilich in die Hose. Das passt dann einfach nicht.
Mit Plänen und Zukunftsplanung meine ich eigentlich so viel, wie gemeinesame Unternehmungen planen à la "nächste Woche gibt es dort diese und jene Ausstellung, hast du Lust, dorthin zugehen?", klar und vielleicht auch nen Wochenendtrip... Selbst das gestaltet sich schwierig. Ich spüre dann so einen Widerstand bei ihm. Zieh ich mich allerdings zurück, dann kommt meistens mehr von ihm.

Natürlich sind wir beziehungstechnisch nicht auf einem Level: Ich wünsche mir viel Nähe, er ist ein Freigeist und sehr spontan (was ich auch an ihm mag und etwas bewundere), und diese Frage geistert auch viel in meinem Kopf, ob das so überhaupt Sinn macht. Allerdings halte ich nicht so viel von der heutigen Attitude der Wegwerfgesellschaft "einfach schluss machen, es kommt jemand Besseres". Denn: komischerweise war ich bisher mit jedem Mann unzufrieden und es war mir nicht "genug". Und in meiner längsten Beziehung hab ich es irgendwann nicht mehr ausgehalten, weil es mir zu langweilig und unaufregend wurde.

Mag sein, dass ich dafür dann eher zu lange an Beziehungen festhalte und daran "klammere", wie auch Sepp geschrieben hat und ich in anderen Beziehungen bereits tat. Das wurde mir auch in der Therapie schon vor Augen geführt. Das ist nicht leicht zuzugegeben, weil da für mich immer ein starkes Schamgefühl mitschwingt.

Wobei ich es anmaßend finde, zu sagen, wir hätten nichts. Jede Beziehung ist individuell und ich kann hier nur einen Ausschnitt darstellen. Ich bin sicher gutgläubig, aber nicht naiv, dass ich mir eine Beziehung einbilde, wo keine ist. Sie ist auf jeden Fall nur leider nicht so tief und verbindlich, wie ich sie mir wünschen würde.

Er mag noch zu "unreif" sein. Ich glaube jedoch daran, dass man in einer Beziehung zusammen wachsen und sich entwickeln kann, falls beide das wollen und die Kommunikation funktioniert. Die Frage ist, ob ich ausreichend Geduld aufbringen und weniger fixiert und zwanghaft sein kann, denn nur dann kann ich ihm die Möglichkeit geben, auf mich zuzugehen und sich einzulassen, wenn er das möchte. Es fällt mir definitiv nicht leicht, v.a. nach einigen schlechteren Beziehungserfahrungen und mit einem Vater, der als Kind wenig für mich da war, das locker anzugehen. :?

Ich sehe es erst mal als Aufgabe an mich, da etwas mehr loszulassen, mich um mich zu kümmern, wenn meine Verlustängste hochkommen und nicht immer so aktiv zu sein, in dem Sinne, dass ich viel initiere und die Beziehung damit so schwer mache.
Z.B. ist mir jetzt auch wieder bewusst geworden, dass ich oft versuche, fixe (Beziehungs)-Vorstellungen durchzuziehen, auch wenn der andere noch nicht bereit dazu ist und es sich im Nachhinein betrachtet gar nicht richtig anfühlt, auch für mich. :(
 
Zuletzt bearbeitet:
Dabei
19 Nov 2018
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#10
@Sepp:

Ich habe gerade in einem anderen Beitrag gelesen, dass du die Qualität einer Beziehung an der Häufigkeit der Treffen fest machst. So sehe ich das nicht zwangsläufig. Natürlich: einmal in der Woche ist schon recht mager, allerdings bei uns eher die Ausnahme.
Es gibt allerdings auch Zeiten, wo mehr einfach nicht drin ist: Ich schreibe gerade meine Masterarbeit und arbeite nebenbei. Außerdem möchte ich auch nicht Hobbies und Freundschaften der Beziehung wegen aufgeben oder einschlafen lassen und halte das auch nicht für gesund.

Mir geht es eher um eine gemeinsame Perspektive und ein größeres Sicherheitsgefühl in der Beziehung.
Aber, wie schon geschrieben, werde ich selbst mal versuchen mehr Raum für dieses mögliche Wachstum zu geben. Auf mehr Sicherheit habe ich schon die letzten Monate verzichtet, ein bisschen weiter geht das dann auch noch. ;)

Bisher hat sich meine Geduld und Zurückhaltung in dieser Beziehung immer als positiv erwiesen.
 
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