Ich liebe sie aber begehre sie nicht mehr

Dabei
26 Jan 2020
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#1
Hallo

ich, m (39) bin 17 Jahre mit meiner gleichaltrigen Parterin zusammen. Vor 6 Jahren haben wir geheiratet, vor 3 Jahren sind wir Eltern geworden. Es war für mich ein absolutes Wunschkind (sie wollte nie Kinder). Ich liebe unsere Tochter abgöttisch. Allein schon aus diesem Grund käme eine Trennung niemals in Frage. Jedoch befinden wir uns momentan in der schlimmsten Ehekrise die wir je hatten. Meine Frau hat viele psychologische Probleme und ist auch in Behandlung und Therapie (schon über 10 J. - Verlustängste, Kaufsucht, Impulsivität, Trauerbewältigung (ihre Mutter ist vor 5 Jahren plötzlich gestorben, notorisches Lûgen). Sie hat mich schon so oft angelogen und es ist danach aufgeflogen. Ich kann ihr beinah nicht mehr vertrauen. Muss ständig kontrollieren. Ich bin ihr Vater, Freund, Retter und Therapeut. Aber nicht ihr Ehemann. Ich muss sie immerzu ansteuern, sie ist ohne mich zu nichts zu Stande. Pragmatisch.

Wenn ich nicht alle Fäden in der Hand habe läuft alles schief. Auch finanziell. Sie geht nur noch Teilzeit. Sie konnte mental nicht mehr mehr arbeiten. Ich muss immerzu schauen: das sie nicht zuviel ausgibt, das Kind richtig erzieht, den Haushalt macht.....Ich bin so ausgelaugt. Will nicht stets nur der Versorger sein. Es gibt sehr oft Streit bei uns. Sex passiert seit 4 Jahren nur noch um die 4-6 Wochen. Ich begehre sie durch alle Vorfälle nicht mehr, sehe sie nicht mehr als starke begehrenswerte Frau, obwohl ich sie sehr liebe. Sie ist gutherzig, lieb. Eine ganz wunderbare und sogar schlaue Person. Aber die Liebe ist eher wie unter Geschwistern. Wir können nicht ohne einander. Das will ich nicht. Ich möchte die Beziehung nicht aufgeben, aber sehe auch nicht wie wir da noch beide zusammen rauskommen. Ich fühle mich nicht glücklich, sexuell auch unbefriedigt. Spiele sogar mit dem Gedanken fremd zu gehen (was ich noch nie gemacht habe). Wir verbringen wenig Zeit mit einander (ich arbeite viel), aber wenn wir das tun, dann ist alles ok. Haben wir Spass. Wie Geschwister, wir lachen, wir versorgen einander...ich kann mir nicht vorstellen sie jemals verlassen zu müssen. Daran würde sie kaputt gehen. Ich spreche auch mit ihrer Psychologin.

Ich frage mich ob unsere ehe noch zu retten ist?
 
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Dabei
27 Feb 2013
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#2
Sie wollte nie Kinder und für dich ist es das absolute Wunschkind, bist aber kaum zuhause, weil du viel arbeitest - das heißt, sie wurde in eine Mutterrolle gedrängt, die sie nie wollte.

Mir scheint, dass du die Fäden nicht in der Hand haben musst, sondern willst. Also dass alles so passieren muss, wie du es willst.

Ich hatte mal so einen Partner, der, wenn es nicht so geschah wie er wollte, mich sehr unter Druck gesetzt hat. Die Folge war, dass ich unsicher wurde und somit tatsächlich aus lauter Unsicherheit alles falsch machte, vergesslich wurde, einfach total schrecklich. Immer die Angst zu haben, dass das jetzt schon wieder nicht richtig ist, was ich tue.

das Kind richtig erzieht, den Haushalt macht.....
Total schlimm. Sie muss etwas machen, was sie so nie wollte. Und die Käufräusche ergeben sich dadurch, dass sie eine innere Leere ausfüllen will.

Klar lügt sie, um nicht schon wieder ertappt zu werden, dass sie etwas nicht nach deinen Maßstäben gemacht hat.

Du wirkst auf mich wie ein Kontrollfreak, der ihr keine Luft zum atmen lässt.

Wieso bleibst du nicht zuhause bei deinem Wunschkind oder gehst eben Teilzeit und lässt sie ihre Karriere machen?

ch bin ihr Vater, Freund, Retter und Therapeut.
Hör auf damit!
 
Dabei
26 Jan 2020
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#3
Ich habe das erste Jahr nach der Geburt 1 Jahr lang Elternzeit genommen und war rund um die Uhr für die Kleine da! Ich glaube meine Frau ist jetzt auch sehr froh mit unserem Kind. Sie hatte eine gute Schwangerschaft und sich sehr auf das Baby gefreut. Früher wollte sie keine Kinder. Sie hatte mehrere Fehlgeburten und letztendlich ist unsere Tochter geborgen. Die Kaufsucht und psychologischen Probleme hatte sie bereits vor der Geburt. Schon jahrelang......
 
Dabei
26 Jan 2020
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#4
bist aber kaum zuhause, weil du viel arbeitest
Peachy: jemand muss doch Geld verdienen. Wir haben uns auf ihren Wunsch hin geeinigt, daß sie weniger arbeiten geht weil sie nicht mehr konnte. Schon vor der Geburt war das. Ich arbeite viel um ihr das Leben zu ermöglichen das sie will (Villa, 2 Autos....wir sind finanziell abgesichert).
 
Dabei
6 Apr 2016
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#5
Wenn ich das lese, bin ich wirkich sehr froh, Single zu sein. Menschen in eine Rolle zu drängen, in die sie nicht wollen, KANN nicht gut sein. Mir ist nicht wohl dabei, wenn ich deine Zeilen lese. Ich spüre ein unsichtbares Korsett, welches mich einschnürt. So fühlt sich deine Frau vielleicht auch.
 
Dabei
27 Feb 2013
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#6
Wenn ich das lese, bin ich wirkich sehr froh, Single zu sein. Menschen in eine Rolle zu drängen, in die sie nicht wollen, KANN nicht gut sein. Mir ist nicht wohl dabei, wenn ich deine Zeilen lese. Ich spüre ein unsichtbares Korsett, welches mich einschnürt. So fühlt sich deine Frau vielleicht auch.
Da sind wir einer Meinung :)
 
Dabei
30 Nov 2014
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#8
Villa, 2 Autos....wir sind finanziell abgesichert).
Scheinbar der klassische "goldene Käfig" - für euch beide.

Solange du eine Trennung kategorisch ausschließt bringt die Diskussion eigentlich nichts. Dann kannst du nur resignieren und dich mit der Situation abfinden. Ob das, auch für eure Tochter sinnvoll ist, sei dahingestellt.

Viele Paare reden sich ein, für die Kinder um jeden Preis zusammenbleiben zu müssen. Das Kind nimmt die kaputte Beziehung jedoch wahr und in Folge dessen womöglich Defizite bei der emotionalen Entwicklung erleiden. Was die Erfahrungen in der prägenden Phase des Lebens für Auswirkungen haben können (meistens liegen dort ja bekanntlich die Ursachen für Verhaltensstörungen) sieht man an deiner Frau.

Die einfachste und wahrscheinlich auch beste Vorgehensweise wäre meiner Meinung nach, die Probleme offen und ehrlich bei der Frau anzusprechen. Das scheint bei euch die einzige Chance zu sein, dass sich etwas zum positiven verändert.

Ist man man an einem "ich habe alles versucht"- Punkt muss man sich entscheiden - trennen oder damit abfinden und bleiben.
 
Dabei
26 Jan 2020
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#10
Tatsächlich fühle ich mich auch wie in einem goldenen Käfig. Ich habe auch immer gesagt, daß wir Seelenverwante sind. Ich könnte nicht ohne meine Frau leben, sie würde durch die Trennung kaputt gehen. Finanzielle wäre das nur halb so schlimm. Ich habe einen guten, sicheren Job.

Gespräche haben schon tausendfach stattgefunden. Ich hoffe immer darauf das wir die Kurve wieder kriegen, wenn unsere Kleine etwas älter ist. Wir finden momentan nicht zu einander, haben auch keine Zeit für einander. Das Kind geht natürlich vor und das ist gut so. Ich würde mir sogar noch mehr Kinder wünschen. Leider darf meine Frau keine mehr bekommen. Wir haben uns sogar zur Adoption angemeldet.

Halte ich an einem Traumbild fest? Wird es nie mehr so werden wie es einmal anfangs war? Kann ich das noch 10 Jahre so weiterführen und dann folgt doch die Trennung. Meine Frau wirft mir vor sie wäre nicht gut genug für mich. Hinzu kommen unsere Familien die uns beide jeweils von beiden Seiten Rat geben, sich sogar vermehrt in unsere Ehe einmischen (vorallem ihr Vater)......

Der sagt ihr immer: ich hätte mir für Dich einen anderen Mann gewünscht. Meine Mutter sagt mir: ich hätte Dir eine bessere Ehe gewünscht. Sehen alle die Wahrheit und wir bleiben blind? (Ich?).....verschliesse ich mich davor weil ich es nicht wahrhaben will das wir bereits am Ende stehen.

Allein schon die Tatsache das ich übers Fremdgehen nachdenke, macht mir selber Angst. Ich bin körperlich sehr unbefriedigt, meine Frau scheint zufrieden zu sein mit dem wenigen Sex. Sie ist sehr prüde, will nicht über Sex reden.

Ich hab ihr tausendfach gesagt, das sich was ändern muss. Das sie ihre psychischen Probleme in den Griff bekommen muss oder unsere Ehe geht kaputt. Ich weiss das sie krank ist und nichts dafür kann, aber ich kann das nicht mehr lange tragen. Ich habe ihr tatsächlich schon vorgerechnet wie alles laufen würde wenn wir uns scheiden lassen. Das ich ausziehe, sie dort im Haus bleibt, ich ihr Unterhalt bezahle. Das möchten wir beide nicht
 
Dabei
26 Jan 2020
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#11
Denkt ihr wir haben eine Co-Abhängigkeit? Sie ruft mich 3x am Tag an, auf Geschäftreise 5-10x am Tag. Will wissen wo ich bin, was ich esse, welche Socken ich an habe......sie hat panische Angst mich als Partner zu verlieren. Und doch, es ist eine sehr liebenswerte, schlaue Person. Sie macht alles um es mir recht zu machen. Ich wünsche sie würde das einfach mal nicht tun. Sich selbst sein. Eine Meinung haben. Selber Verantwortung übernehmen und Entscheidungen treffen.


Meine Frau macht mir Kaffee, auch nachts um 4. Sie versorgt mich gut. Ich habe nichtmal eine Bankkarte. Sie holt das Geld von der Bank und gibt mir etwas wenn ich es brauche. Das ist ok für mich. Damit kontrolliert sie mich aber auch. Ich kann nichts ausgeben ohne das sie weiß für was es war. Ich fühle mich unfrei. Flüchte in meine Hobbys in meine Arbeit, geh Joggen.
 
Dabei
19 Mrz 2008
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#12
Verheiratet mit Kind, selbstbeschränkt durch Abgabe der Kontenkontrolle. Ja klar, Du bist unfrei. Sind wir alle, aber in besonderem Maße die, die sich für eine eigene Familie und die damit verbundene Aufgabenteilung und die erforderlichen Kompromisse entscheiden. Das fällt dir nach sechs Jahren Ehe, drei davon mit Kind auf. Das verflixte 7. Jahr, sagt man. Das hat aber weniger mit deiner Frau zu tun, sondern eher mit fast zwangsläufigen Entwicklungen, würde ich meinen. Und seitdem die klassischen Rollen nicht mehr gelebt werden, fällt ein Fügen in die eigene, nun diffus gewordene Rolle schwerer. Ich denke, insbesondere Männer haben damit Probleme.

11 Jahre hast Du vor deiner Ehe mit dieser Frau verbracht. So schlimm kann es nicht sein. Man kann sich übrigens auch räumlich trennen, ohne sich zu trennen. Da müssen sich natürlich beide einig sein, zu den Wurzeln zurückzukehren, sozusagen.
 
Dabei
26 Jan 2020
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#13
Danke Doc Brown. Meine Frau würde mich niemals gehen lassen. Und ehrlich gesagt: natürlich liebe ich sie und unser Kind. Nur, es ist eine andere Art von Liebe geworden. Eine Bruder Schwester Liebe. Sie sieht mich als ihren Beschützer oder Retter. Vorallem durch ihre psychologischen Probleme ist es in letzter Zeit immer schlimmer. Wir leben nebeneinander her. Ich muss mich zum Sex mit ihr zwingen. Ich finde sie körperlich nicht mehr anziehend, schon lange nicht, schon 10 Jahre nicht mehr. Eigentlich war sie nie besonders passionell. Aber sie hat andere Qualitäten. Ich mag unsere Routine, wie wir zusammen leben. Es fällt mir schwer, das aufgeben zu müssen. Nicht mal wegen dem Geld. Das würde alles klappen. Ich will meiner Tochter auch ein Vater bleiben, sie abends ins Bett legen. Das würde alles verloren gehen.

Ich befinde mich im Zwiespalt. Meine Gedanken gehen soweit, dass ich sogar denke eine Geliebte könnte alles retten. Mich glücklich machen und mir die sexuelle Befriedigung geben und ich könnte dann den Rest meines Lebens "beide Frauen" haben.......Meine Frau durfte davon aber niemals erfahren......dann jedoch frag ich mich was wäre wenn ich mich in die Geliebte verliebe und meine Frau liebe. Ich möchte niemanden verletzen.......bin ich schon auf dem "Absprung" wenn ich das alles so sehr und so oft überdenke?
 
Dabei
26 Jan 2020
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#14
Man kann sich übrigens auch räumlich trennen
das ist denke ich bei uns beinah bereits so. wir essen und schlafen zwar immer zusammen. Schauen zusammen fern und gehn auch in den Urlaub (oftmals begleitet uns dann aber ein Familienmitglied. Wir sind also niemals unter uns zweien im Urlaub.....Warum? Weil sie es so will. Das nervt manchmal oft).

Ansonsten bin ich arbeiten, oder ich bin in meinem Büro, beim Sport, sie geht weg zu ihren Hobbys, mal pass ich auf die Kleine auf, mal sie oder die Oma/Opa.......gemeinsame Aktivitäten finden die letzten Jahre noch selten statt. Ich gebe zu, es ist oftmals eine räumliche Flucht, obwohl ich eigentlich sehr gern Zeit mit ihr verbringe. Sie ist sehr liebenswert. Manchmal auch sehr naiv.

Oftmals gibt es einfach, täglich, Streit. Erziehungsfragen. Immer wieder die selben Probleme. Wir sind uns nicht einig in der Erziehung. Sie ist zu soft, kann sich nicht durchsetzen als Mutter. Bald tanzt die Kleine ihr auf der Nase herum. Das ärgert mich masslos. Aber auch vor dem Kind gab es soviele Fälle. Ich hab sie niemals aufgegeben. Sie hat mich sooft belogen, die grössen Lügen sind aufgeflogen. Geld was sie ausgab für Dinge, die sie gehortet hat. Lügen über Lügen. Sogar in der Therapie hat sie monatelang gelogen. Ich bezahle die Therapie. Ich komm mir verarscht vor. Oft denke ich: sie brauch mich nur fürs Geld, für ihren Lebensstandard.
 
Dabei
6 Mrz 2013
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#15
Deine Frau ist kaufsüchtig und du überlässt ihr die Kontrolle über deine Finanzen??
Ihr habt dermaßen massive Probleme und wollt ein weiteres Kind durch Adoption??
Da fehlt es so grundlegend dass ein Forum das sicher nicht richten kann.
 
Dabei
24 Sep 2017
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#17
Ich würde sagen, Du traust dich nicht, überhaupt irgendeine Veränderung in Angriff zu nehmen.
Das glaube ich leider auch.
All die 'Gründe', warum du nichts ändern möchtest... und mit Geschwistern erzieht man keine Kinder, die trifft man auf Familienfesten und ruft ab und zu an.
Hast du gehofft, jemand würde dir raten, dir eine Geliebte anzulachen?
 
Dabei
31 Jul 2011
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#19
Vorallem....

Denkst du wirklich das eine Geliebte deine Ehe rettet?

Nein es wird nur ein viel langsamer Tod für deine Ehe werden.

Ich habe damals auch den Fehler gemacht lange an einer Beziehung wegen unserem Sohn festzuhalten. Heute knapp 10 Jahre später sage ich nie wieder. Nie wieder würde ich wegen einem Kind oder finanzielle Sicherheit mit jemandem zusammen bleiben.
Kinder merken wenn Eltern unglücklich sind.

Ich denke nicht das es wirklich noch liebe zwischen euch ist sondern Gewohnheit und Gewohnheiten gibt man ungerne auf.

Ich habe damals lange gebraucht um die Beziehung zu verarbeiten. Ich wollte lange nichts festes und war 5 Jahre die Geliebte eines verheirateten Mannes. Ich bereue es keine Sekunde denn es war schön, schön für mich weil ich frei war und es trotzdem jemanden gab der mir alles gegeben hat soweit es ihm möglich war. Schön für ihn weil ich ihm das gegeben habe was ihm in seiner Ehe gefehlt hat. Trotzdem gibt es Schattenseiten die wird es immer geben sobald du dich in eine Affäre stürzt.

Mein Rat
Überlege gut ob du wirklich an der Ehe festhalten willst. Eine Ehe die nur noch aus Gewohnheit und wenn man ehrlich ist , Bequemlichkeit besteht.
Oder ob es besser ist einen Schlussstrich zu ziehen und sich frei zu fühlen?

Dann muss man sich auch keine Gedanken darüber machen ob man sich ne Geliebte sucht oder nicht . Du kannst tun und lassen was du willst ohne sich noch zusätzlich Gedanken über die Geliebte zu machen wo du doch schon genug mit deiner Ehe zu tun hast .
 
Dabei
30 Nov 2014
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#20
Sie ruft mich 3x am Tag an, auf Geschäftreise 5-10x am Tag. Will wissen wo ich bin, was ich esse, welche Socken ich an habe......sie hat panische Angst mich als Partner zu verlieren.
Den "Partner" in der Form zu terrorisieren halte ich nicht für besonders schlau. Schlau wäre, diesen Kontrollwahn zu unterlassen weil jeder normale Mann so einen Psychoscheiss nicht lange mitmachen würde. Sie wird es nur machen weil sie genau weiss, dass du so mit dir umspringen lässt.

Nichts für ungut, aber klingt mir nach einem sehr krankhaften Miteinander. Und dazu gehören immer zwei.
 
Dabei
26 Jan 2020
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#21
Danke an alle für die zahlreichen Nachrichten und Ratschläge. Ich denke nicht das eine Affäre meine Ehe rettet, ich bilde mir nur ein das es meine Situation etwas "erträglicher" machen würde. Ich sage mir immerzu: "ich werde meine Frau nicht verlassen". Warum? Es würde ihr ganzes Leben, ihr Weltbild zerstören. Ich möchte sie nicht verletzen. Aber mein Mitgefühl kennt Grenzen. Ich bin furchtbar müde. Kann nicht immer nur weiterkämpfen. Das Mass ist langsam voll.

Ich behandele sie trotzdem noch sehr liebevoll, bemühe mich. Das Schlimmste ist beinah was der Psychologe beim letzten Gespräch sagte. Wir gehen oftmals zusammen zur Therapie. Ich mach das schon 10 Jahre mit, Leute! 10! Jahre Therapie, damit es ihr besser geht. Aber es wird nicht besser, oder nur in wenigen kleinen nicht messbaren Schritten.

Ihr Psychologe sagte klipp und klar: Meine Frau müsse was ändern an ihrem Verhalten oder die Beziehung wäre jetzt zu Ende. Er sprach das aus, was ich mich niemals trauen würde. Ich war beinah geschockt wie hart er das gebracht hat: "Herr M.* wenn ihre Frau nun nicht schnell etwas ändert, dann müssen sie gehen. Nehmen Sie Ihre Beine unter die Arme und rennen sie soweit weg wie es nur geht". Meine Frau sass wie schockiert da. Sagte garnichts mehr. Seitdem Gespräch merke ich das sie sich vermehrt bemüht, doch ändert das nichts an meinem Gefühl für sie.

Ich empfinde Zuneigung für sie, Verbundenheit. Sie ist wirklich ein guter Mensch, ist mir eine gute Frau. Aber alle Probleme von aussen und von ihr innendrinn belasten uns so sehr. Ich will nicht das meine Tochter in einer zerrütteten Ehe aufwächst.

Wisst ihr was: ich möchte aber auch nicht alleine sein. Ich könnte das, aber ich möchte das nicht. Die Vorstellung mich zu trennen, alleine zu wohnen, mein Kind das hin- und hergeschoben wird. Es beängstigt mich. Das sage ich natürlich niemandem. Ich bin ein gestanderner Mann in gehobener Führungsposition. Diese Blöse kann ich mir nicht geben. Manchmal will ich einfach nur schwach sein, nicht mehr der Kämpfer sein.
 
Dabei
24 Sep 2017
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#22
Und 'Blöse [sic!]' geben heißt, sich nicht mehr vor Veränderungen zu fürchten, die Kraft kosten? 'Kämpfen' heißt alles zu lassen wie es ist?
 
Dabei
26 Jan 2020
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#23
Nein, kämpfen heißt für mich, immer wieder beisteuern, immer wieder das Ruder rumreißen, immer wieder Diskussionen führen und sorgen das nicht alles aus den Nähten platzt. Immer wieder motivieren. Schauen, daß sie auf dem richtigen Weg bleibt. Ich muss sie dabei "kontrollieren", ihr helfen. Sie schafft es scheinbar nicht alleine. Sie kann so lieb sein, in anderen Momenten so unheimlich egoistisch, jähzornig. Dann fallen auch sehr böse (beleidigende) Worte untereinander. Ich schäme mich dafür, auch das unser Kind das mitkriegt. Hinzu kommt dann täglich die Einmischung von ausserhalb. Der manipulative Schwiegervater. Ich würde beinah sagen, meine Frau ist ihm hörig. Die 2 spinnen Lügen miteinander aus, die ich dann immer erst im Nachhinein durchschaue. Er spielt sie gegen mich aus.....

Ich habe sogar schon überlegt ob wir wegziehen sollen. Nur daß wir mal als Paar leben können. Ohne Einmischung. Wir streiten täglich durch diese Situation. Ich leide sehr darunter, daß wir unsere Ehe nicht in den Griff bekommen. Wir treiben immer weiter auseinander. Ich hoffe immer, daß es besser wird wenn unsere Kleine mal älter ist....daß wir dann wieder zueinander finden.


Ich bin nicht fehlerfrei. Das ist mir bewusst. Ich bin Perfektionist. Auf der Arbeit, im Alltag, im Haushalt. Ich denke ich verlange von mir uns ihr, daß unsere Ehe perfekt ist, auch nach aussen hin. Jedoch ist sie seit Jahren nicht in Ordnung. Ich bin am Ende meiner Kräfte aber will, kann nicht aufgeben. Was könnte mir helfen? Brauch ich eine Auszeit? Soll ich mich alleine in Therapie begeben?
 
Dabei
5 Jun 2015
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#24
hallo Rinno
das was ich hier von dir lese gibt kein rundes Bild
Es passt für mich hinten und vorn nicht zusamen.
deine Frau wollte nie Kinder, hat auf deinen Wunsch eins bekommen und ihr führt eine Katastophenehe,
und seid für ein Adoptivkind angemeldet?
Du sagst deine Frau bekommt überhaupt nichts auf die Reihe, sie ruft dich äber ständig an und kontroliert dich und weiß welche Socken du trägst?
Du sagst deine Frau ist lieb und schlau?
Aber du mußt dich um alles kümmern?
Und nun ist der Schwiegervater schuld?
Und es wird alles besser wenn das Kind größer wird?
Ein Kind das heute mitbekommt, das das mit den Eltern so gar nicht funktioniert,
wo unterschwellig Krieg herrscht?
Ein Opa, der kein gutes Haar am Papa läßt?
Was für einen Mann hätte sich dein Schwiegervater denn für seine Tochter gewünscht?
Was wird dir denn vorgeworfen?
Wenn so offensichtlich ist, das deine Frau psychisch krank ist, dann müßten doch alle glücklich sein, das du sie so 'heldenhaft' unterstützt, wie du das hier beschreibst.
Wo mußt du das Ruder herum reißen?
Was mußt du beisteuern?
Was ist genau so falsch am Handeln deiner Frau?
Was sollte sie in deinen Augen anders machen?
Das einzige konkrete war hier der ' Kaufrausch'
dem ist ja mit einer Veränderung in der Haushaltsführung rasch ein Riegel vorgeschoben.
Dann begehrst du sie nicht mehr, aber was kann sie tun, dass das anders wird?
Hat sie da überhaupt eine Chance?
Das eine Frau, die sich nicht mehr begehrt von ihrem Partner fühlt, irgendwelche Konsequenzen daraus zieht, finde ich 'normal' das kann sich in sehr vielen Formen von Emotionen ausdrücken.
Und Zorn und egoistisches Verhalten passen da gut in das Schema.
 
Dabei
26 Jan 2020
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#25
Cybele ich verstehe das ich wirr klinge. Die psychischen Probleme meiner Frau gab es von Anfang an. Wo wir uns kennenlernten schon, nur damals hat sie das "vertuscht". Ich habe es nicht gemerkt. Wir waren jung, naiv. Mit dem Tod ihrer Mutter ist alles viel schlimmer geworden. Kam vieles ans Licht. Sie hatte über Jahre Geld weggesteuert um ihren Kaufrausch zu befriedigen. Damals waren wir noch nicht mal verheiratet, hatten kein Kind.

Sie hat die Sachen auf dem Dachboden versteckt, im Keller bei ihren Eltern. 1000 Artikel, verpackt, neu. Nahrung, Kosmetika, Kleider. Es ist egal was es ist. Sie muss kaufen. Es ist ein Zwang. Ich bin mir bewusst, daß dies eine Krankheit ist. Als dies rauskam war ich erstmal schockiert. ICH habe das dann alles aufgeräumt, weggeworfen und entrümpelt und ihr versprochen das ich ihr helfe diese Sucht zu besiegen. Zusammen haben wir sie zur Therapie angemeldet (die ich bezahle, das ist mir nicht zuviel wirklich nicht, ich will das es ihr besser geht). 10! Jahre ist das her. Im Laufe der Therapie hat sich immer mehr rausgestellt. Sie hat Verlustängste, ist sehr eifersüchtig. Sie will mich am liebsten im goldenen Käfig halten. Ich habe mittlerweile beinah keine Freunde mehr. Bin nur mit ihr, meinem Beruf und unserer kleinen Familie beschäftigt.

Um ihr zu beweisen das ich zu ihr stehe, habe ich sie vor einigen Jahren geheiratet. Ich gebe zu nicht aus tiefer Liebe sondern um ihr Sicherheit zu geben, in der Hoffnung, daß es ein weiterer Schritt auf unserem Weg ist. Ganz unverhofft kam dann unsere Tocher zu Welt. Nach einigen Fehlgeburten und jahrelangem probieren. Eine sehr schwere Zeit. Meine Tochter ist mein Traum und auch meine Frau ist mittlerweile sehr glücklich ein Kind zu haben, auch wenn sie das erst nicht wollte.

Fazit ist jedoch: nach 10 Jahren hat sich ihre Situation nicht verbessert. Wenn ich nicht beisteuer (zusammen einkaufen gehen, sagen was wir kaufen, Rechnungen und Konten kontrollieren, teilweise muss ich ihr sogar sagen was sie der Kleinen zum Essen machen soll). Sie ist sehr pragmatisch, hilflos. Ohne Anweisung weiß sie manchmal nicht wie sie einen Apfel schneiden soll. Es hört sich lächerlich an. Sie hat einen Schulabschluss, Arbeit, sie ist sehr intelligent, auf anderer Weise aber einfach zu "dumm" um die einfachsten Dinge geregelt zu bekommen und das soll nicht respektlos klingen, ich weiß nicht wie ich das anders ausdrücken soll. Sie ist dann wie gelähmt, ihr Verstand geht auf null. Blackout. Ich befürchte beinah das dies mit ihrer Psyche zusammenhängt. Sie wirft mir oft vor: Ich bin nicht gut genug für Dich

Ich probiere zu helfen


Ihr Vater? Findet mich nicht gut genug. Er hätte sich einen Anwalt, Chirurgen, Richter etc für seine Tochter gewünscht. Ich verdiene sehr gut, wir haben alles. Doch bin ich als Person nicht gut genug. Ich komme nicht aus "gutem Hause" obwohl man mir das nicht anmerkt. Meine Eltern hingegen sehen das genau andersrum: sie finden meine Frau zu verwöhnt. Machen sich Sorgen darüber, daß sie mich ausnützt, auf ihren finanziellen Vorteil aus ist. Sich ein leichtes Leben an meiner Seite gewählt hat in dem sie nicht arbeiten muss, in einer Villa wohnt und gleichzeitig ich mich noch um ihre psychische Gesundheit kümmer und ansonsten auch unser ganzes Leben "schmeisse" weil sie es nicht auf die Reihe kriegt (so die Worte meiner Mutter.......sie findet meine Frau keine Hausfrau und Mutter). Ich verteidige meine Frau immer, möchte nur das wir wieder glücklicher werden


Ob sie was ändern kann das ich sie wieder begehre? Nein. Es liegt nicht an ihrem Körper, der ist immernoch so wie früher. Sie ist nicht dick geworden oder sowas. So einfach ist es nicht. Es ist mental. Durch die ganzen Geschichten, die Lügen, alles was je gesagt wurde fühle ich mich nicht mehr angezogen. Ich habe ein Stück weg den Respekt verloren, etwas in mir hat Klick gemacht und ich sah sie auf einmal nur noch als "Opfer".......und ich kann keinen heißen Sex mit jemandem haben, der so verletztlich ist. Sie ist zudem sehr prüde. Über Sex wird nicht gesprochen. Das war immer so. Ich hab sie nie besonders anziehend gefunden in sexueller Hinsicht, aber das störte mich früher nicht. Ich war verliebt in sie als Mensch. Aber das Bild das ich hatte, hat Risse bekommen.......somit sind diese Gefühle auch weniger geworden. ......
 
Dabei
5 Jun 2015
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2.052
#26
ok, das ist schon etwas übersichtlicher.
Ich würde dir vorschlagen, das du dir Hilfe suchst.
Nicht für deine Frau, nicht für deine Beziehung, sondern für dich.
Das du dich deinen Ängsten und deinen Sehnsüchten stellen kannst.
Das du jemanden hast, der dir hilft, Schritt für Schritt wieder aus dem Dschungel herauszufinden in dem du dich da verrannt hast.
Du hast viel zu viell Verantwotung auf dich genommen und mußt lernen das wieder loszulassen und abzugeben.
Du bist nur für dich und dein Kind verantwortlich, nicht für deine Frau.
Du mußt lernen, mit der vermeintlichen 'Niederlage' zu leben, das dein Konzept nicht aufgegangen ist.
Das du deine Frau nicht retten kannst.
Das du nicht dazu da bist, das ihr Weltbild nicht zusammen bricht.
Du gibst so deiner Frau keine Chance, je selbstständig und gesund zu werden.
Ich sage nicht, das sie es werden kann, wenn du sie verläßt, dass weiß niemand.
Aber es ist ihre Entscheidung, ihr Weg.
So wie ihr jetzt in CoAbhängigkeit lebt, kann keiner von euch weiter wachsen, etwas neues lernen.
Ihr seit in einer Sackgasse.
Ihr habt beide große Angst. Das ist normal und verständlich.
Doch was kann schlimmer sein, als täglich zu hadern, zu zweifeln, unerfüllt und unbefriedigt zu sein?
Das ist ein schleichendes Gift, das die Persönlichkeit und die Gesundheit ruiniert.
Du bist im Job ein erfolgreicher Mann, sagst du.
Da magst du Angst vor Gesichtsverlust haben, auch vor dir selbst.
Aber sehe es nicht als Niederlage, sondern als falsches Objekt.
Kein Mensch kennt das Ziel seines Weges, man kann nur laufen und schauen, wo man ankommt.
Wenn man da nicht zufrieden ist, wo man landet, geht man den nächsten Weg.
Aber manchmal braucht man einen Scout, wenn man sich auf allzu unwegsames Gelände vorgewagt hat.
Jemanden der den Überblick behält.
Jemanden der mitdenkt.
Du bist ja Therapieerfahren, mach was daraus!!!!
 
Dabei
26 Jan 2020
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#27
Persönlichkeit und die Gesundheit ruiniert.
Danke für die aufbauenden Worte. Tatsächlich habe ich mir überlegt "alleine" in Therapie zu gehen.

Wegen meiner Gesundheit= Du hast so Recht. Das letzte Jahr war so schwer, durch die private Situation war ich auch beruflich sehr unentspannt. Kam es zu Reibereien. Ich habe sogar die Stelle gewechselt. Meine Gesundheit macht mir seit einigen Monaten schwer zu schaffen. Ich habe eine chronische Magen-Darm Entzündung, Schlafprobleme. Mein Immunsystem ist geschwächt. Es geht von Erkältung, über Hustenanfälle bis Muskelschmerzen. Dann wieder Kopfschmerzen. Ich weiß das ich überlastet bin. Ich muss mir dringend auch mal selber helfen.
 
Dabei
26 Jan 2020
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#28
Ich weiß auch nicht genau was mit mir los ist. Meine Gedanken gehen in alle Richtungen. Ich spiele auch oftmals durch wie es wäre eine Geliebte zu haben. Als "Ersatzfrau". Das klingt total verrückt, aber ich bilde mir ein, daß ich mich durch so jemand wieder besser fühlen könnte. Wieder Mann füheln würde. Ich träume auch von einem Neuanfang, sogar von noch einem Kind mit einer anderen Frau. Die Adoption, das ist schon Jahre her. Wir hatten uns angemeldet weil es nicht klappte. Dann kam unsere Tocher. Meine Frau darf aus anatomischen Gründen keine Kinder mehr bekommen. Sie ist bei der Geburt beinah gestorben. Das war alles sehr traumatisierend. Doch habe ich für mich das Gefühl, daß ich gerne noch weitere Kinder zeugen möchte.

Schon sehr früh sah ich mich in der Vaterrolle, habe ich mir viele, mehrere, also 2,3 oder 4 Kinder gewünscht. Meine Frau ist Einzelkind. Ich habe 4 Geschwister. Vielleicht nagt auch dieser Gedanke an mir. Das es bei einer Tochter bleiben wird, die ich sehr liebe. Ich würde mir so gerne Geschwister für sie wünschen, dennoch weiß ich das unsere Situation alles andere als normal ist.

Manchmal frage ich mich, ob ich mich mit diesen Gedanken langsam "verabschiede". Ob ich Gründe suche warum eine neue Beziehung, eine andere Partnerin besser für mich wäre.

Immer war ich derjenige der an die ewige Liebe glaubte. Es gibt für mich nichts schöneres als mit einem Partner zusammen alt zu werden
 
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