Freundin nur noch aggressiv seitdem sie schwanger ist...Was soll ich tun?

Dabei
12 Sep 2011
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#1
Guten Abend! Ich wende mich hier mal in dieses Forum, weil ich in einem Thema nicht mehr wirklich weiter weiß und es mir gerade vielleicht sehr gut tut mir das alles mal von der Seele zu schreiben und vielleicht einen Tipp oder Rat von euch zu bekommen. Meine Freundin ist in der 8. Woche schwanger, was auf ein absolutes Wunschkind von uns zurückzuführen ist. Nach einer Fehlgeburt im letzten Jahr haben wir vor 4 Wochen endlich das positive Ergebnis nach dem Besuch beim Frauenarzt bekommen und seitdem hat sie sich aber sehr stark verändert. Sie ist bereits Mutter von 2 Kindern und weiß sicherlich, wie sich so eine Schwangerschaft anfühlt und ich dachte, dass man sich gemeinsam freut und das auch deutlich zu spüren ist. Seit Tagen aber vermittelt sie mir das Gefühl, dass ich sie nur noch störe. Egal was ich mache, was ich sage wird als falsch ausgelegt und sie reagiert dann sehr gereizt. Ich habe mir dann mittlerweile angewöhnt besser weniger oder mal auch gar nichts zu Ihren Aussagen zu sagen, weil ich ja auch keinen Stress produzieren möchte. Den ganzen Tag, die ganze Woche hört man nichts anderes, als dass es ihr schlecht geht und ständig fast nur negatives in Bezug auf ihr Wohlbefinden in der Schwangerschaft. Sie meint immer, dass sei alles hormonell bedingt und das es eher noch schlimmer wird anstatt besser. Für mich ist es dann immer ein schmaler Grad, zwischen Aushalten und Geduld in den Dingen zu üben, aber auch manchmal möchte ich einfach Grenzen setzen. Die letzten 2 Tage habe ich mich um den Haushalt gekümmert und bin mit ihrem 5jährigen Sohn nach draußen gegangen und das hat richtig gut getan. Sie wollte an dem nicht teilhaben und hat eigentlich den ganzen Tag nur im Bett verbracht, außer zum Frühstück und zum Abendessen hat sie mit uns gemeinsam am Tisch gesessen. Heute abend wollte ich mir zu ihr ins Bett legen aber sie fing wieder damit an dass ich ja so ruhig wäre und ich etwas hätte, obwohl ich gar nichts auszusetzen hatte an diesem Tag oder an ihr. Irgendwie hat sich die Beziehung seit einigen Tagen verändert...aber das kann doch alles nicht an den Hormonen liegen!? Ich habe im Internet mal nach dem Phänomen gegoogelt und es kommt wohl bei einigen gerade in den ersten Wochen der Schwangerschaft vor, dass sie Ihren Partner auf einmal nicht riechen oder ausstehen können ohne es selbst begründen zu dürfen. Ich erwarte ja nichts von ihr, aber es ist halt ein deutlicher Unterschied und kein schönes Gefühl, wenn man der Frau die man liebt und die schwanger ist gegenüberliegt und sie abweisend ist und den ganzen Tag nur negatives zu berichten hat. Es macht mich irgendwie traurig, weil ich auch nicht weiß wie ich mit ihr darüber reden kann, ohne dass sie sich gleich persönlich angegriffen fühlt...

Begründet wird immer alles mit ihren Hormonschwankungen, was man als Mann sicherlich überhaupt nicht nachempfinden kann und man sich sicherlich eine Art und Weise zurechtlegen muss, wie man damit umgeht...Aber es ist teilweise kaum mehr erträglich, sodass ich mich heute auch dazu entschieden habe in meinen eigenen 4 Wänden zu bleiben um eine räumliche Trennung von ihr zu haben und ich merke gerade, dass es mir sehr gut tut mal abzuschalten. Auch in den letzten 2 Tagen, war ihr alles nicht Recht, was ich getan habe. Dabei habe ich mich um ihren Sohn gekümmert und habe mit ihm einen schönen Tag verbracht, weil sie dauernd müde ist. Irgendwie möchte ich ihr die ganze Zeit beistehen und die Entwicklung der Schwangerschaft mitbekommen, aber alles ist wie verdreht. Beim Telefonieren habe ich Sie heute kurz nicht verstanden, weil der Empfang weg war, da rastete Sie wieder völlig aus und fing an mich zu beschimpfen...da ist irgendwann eine Grenze erreicht, wo ich mich frage ob ich mir das gefallen lassen muss und ob alles wirklich durch die Hormone zu entschuldigen ist. Ich gebe unsere Beziehung nicht auf und werde kämpfen, aber ich muss ihr denke ich auch Grenzen setzen. Sie hat in mir einen werdenden Vater, der sich auf das Kind freut und alles für Sie, ihre anderen Kinder und das Neugeborene tun wird, sie muss es einfach nur annehmen. Wenn es ihr schlecht geht, möchte ich Sie trösten, ihr was gutes tun...dann sagt sie plötzlich Sie riecht mich momentan nicht gerne weil sie alles so stark riechen würde, selbst als ich aus der Dusche kam und frisch geduscht war! Nähe kann Sie auch nicht wirklich zulassen...wenn ich Sie umarmen möchte sieht man schon an ihrem Gesichtsausdruck, dass Sie das eher stört als es ihr gefällt...Vor der Schwangerschaft war das alles so wie es sich für eine intakte Beziehung gehört...

Habt ihr eine ähnliche Erfahrung gemacht? Habt ihr Tipps?
 

Papatom

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Dabei
12 Sep 2012
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#2
Moin,
hm.....also nach 3 Kids habe ich auch alle möglichen Varianten durch, aber trotz aller Hormone war zumindest eine Gespräch möglich. In ruhigen Momenten konnte meine Frau sehr wohl reflektieren, dass sie ein wenig durcheinander war.
Das was Du beschreibst klingt nach einem Extrem....und ich frage mich da wie Du, ob man alles ausleben muss. Denn trotz Hormonen hat man doch noch ein wenig Restverstand würde ich denken.

Grüße
 
Dabei
23 Jun 2016
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#3
Ihr habt zwei getrennte Wohnungen?

Deiner Freundin geht es offenbar nicht gut, wenn sie andauernd im Bett liegt. Solche Phasen hatte meine Frau teilweise auch. Ihr war schlecht usw...hat mich auch ab und an angemeckert, aber so extrem, wie Du ews schilderst, war es bei ihr bei weitem nicht.

Ich kann Dir nur raten, Geduld zu haben...

Biete ihr an, ihr gerne zur Seite zu stehen und zu helfen, setze aber Grenzen, dass Du Dich nicht beschimpfen lassen wirst.
 
Dabei
12 Sep 2011
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#4
Wir sind seit 2 Jahren in einer Beziehung und wohnen getrennt, was für uns aber eine Entscheidung war die für unsere Beziehung nicht relevant war. Natürlich sollte sich das in Zukunft ändern, wenn unser gemeinsames Kind da ist. Das ist natürlich auch ein Ziel, was aber ein gemeinsames Ziel sein sollte. In der momentanen Situation ist von Gemeinschaft oder gemeinsamen Zielen recht wenig zu spüren. Ich kann nicht mehr tun, als zu meinem Wort zu stehen und möchte für das Kind ein guter Vater und für Sie ein guter Partner sein. Doch es liegt an ihr das zuzulassen oder nicht. Ich glaube mittlerweile, dass sie versucht bei mir die Grenzen auszutesten, weil sie von dem Vater der anderen beiden Kinder geschieden lebt und er sich nur finanziell durch den Unterhalt um seine Kinder kümmert, aber nicht für sie persönlich da ist, was meiner Meinung nach viel wichtiger wäre. Aber da möchte ich mich nicht einmischen, aber es macht mir schon bedenken mittlerweile warum das so ist. Wenn Sie doch weiß wie es ist, dass der Vater sich nicht um seine Kinder kümmert und sie alles alleine machen musste, dann sollte sie mich als Partner der genau so nicht handeln möchte doch zu schätzen wissen.

Es ist heute mal ein kleiner Schritt gewesen, dass sie am Telefon wenigstens vernünftig mit mir geredet hat, aber ich merke auch dass mir etwas Abstand zu ihr sehr gut tut. Ich muss nebenbei auch noch arbeiten und kann diesen Stress auch nicht immer auf der Arbeit ausblenden. Ich werde ihr nicht weglaufen sondern kämpfen für unsere gemeinsame Zukunft, aber Sie muss es endlich mal zulassen. Ich verstehe auch dass es momentan für sie eine hormonelle Veränderung oder auch Belastung ist, aber das sollte denke ich den Verstand oder das Herz eines Menschen nicht ausser Kraft setzten.
 

Papatom

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Dabei
12 Sep 2012
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#5
Moin,

was sagt sie denn gaenau, wenn Du sie mit Deinen Bedenken konfrontierst?

Grüße
 
Dabei
23 Nov 2016
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#6
1. Hormone können den Verstand ausschalten. Tatsache. Hormone bestimmen ganz oft unser Verhalten, Denken und Fühlen. Unser Hormon- und das Nervensystem bestimmen, wie wir uns verhalten. Wer soll das denn bitte sonst tun? Der liebe Gott? Beide Systeme sind eng miteinander verknüpft. Wenn du sagst, du hast Verständnis für die hormonellen Schwankungen, dann hab gefälligst auch Verständnis und rede nicht nur davon.

2. Du fängst jetzt mit Misstrauen ihr gegenüber an. Das ist ein toller Zeitpunkt dafür!

3. Noch toller finde ich aber, dass ihr "ein absolutes Wunschkind" zeugt, obwohl ihr noch nie zusammengewohnt habt. Das wollt ihr dann machen, wenn das Kind kommt, damit das Chaos perfekt wird.

Na herzlichen Glückwunsch.
 
Zuletzt bearbeitet:
Dabei
12 Sep 2011
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#7
Sicherlich habe ich auch Verständnis dafür, dass ihre Hormone sich deutlich verändern und es nicht gerade schön ist wenn einem den ganzen Tag schlecht ist etc. Für mich ist die Situation Vater zu werden auch neu, aber dafür haben wir uns beide nach langen Gesprächen gemeinsam entschieden und ich finde, wenn man sich so entscheidet sollte man die Schwangerschaft auch gemeinsam erleben. Es ist manchmal nur mehr als unverständlich wenn sie sagt, dass sie mich nicht sehen möchte z.B. ich ihr dann die Zeit für sich gebe und Ruhe bewahre und ich mir am nächsten Tag anhören kann dass ich Sie alleine gelassen hätte. Das kann nicht nur durch die Hormone ausgelöst werden denke ich mal und wenn es so sein sollte dann muss ich mein Wissen und Verständnis dafür deutlich erweitern. Ich möchte für Sie da sein, möchte wissen wie es ihr geht...die Entwicklung weiter mitbekommen aber Sie entscheidet sich ja dafür dass Sie Zeit für sich braucht. Da ist es denke ich normal, dass man anfängt die ganze Situation zu hinterfragen...Es ist ein absolutes Wunschkind und die Wohnsituation sollte sich auch bald ändern in dem wir zusammen ziehen...aber mittlerweile weiß ich gar nicht mehr wie ich mich verhalten soll...Irgendwie suche ich Rat oder einen Tipp wie ich mich noch anders verhalten kann, aber ich gebe ihr ja schon alles was sie möchte...ich bin trotz der ganzen Situation auch ruhig in meiner Art und Weise weil ich jeglichen Stress vermeiden will.
 
Dabei
23 Nov 2016
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#8
Wenn sie vorher "normal" war und sich seit der Schwangerschaft so extrem verhält, ist es aber doch offensichtlich, dass es an den Hormonen liegt und die Wahrscheinlichkeit, dass sie nach der Schwangerschaft, also wenn sich der Hormonhaushalt wieder normalisiert hat, wieder ausgeglichener ist, ist sehr hoch.

Es gibt "Bilderbuch-Schwangerschaften", die genau so ablaufen, wie du es dir erhofft hattest: die Frau ist happy, kaum Beschwerden, man teilt die Freude gemeinsam mit dem Partner etc. Aber es gibt auch genauso die "Horror-Schwangerschaften", die du gerade erlebst. Es gibt die ganze Bandbreite. Ich hatte 2 Bilderbuch-Schwangerschaften, bei einer sehr guten Freundin von mir, die zeitgleich schwanger war, waren es 9 Monate Schwerstarbeit. Ihr war nur übel, sie ist kaum aus dem Bett gekommen, 9 Monate lang. Und das, obwohl sie auch schon 1 Kind hatte und die erste Schwangerschaft total problemlos war. Nach der Geburt hat es sich wieder normalisiert und sie ist immer noch glücklich mit ihrem Mann.

Man kann es sich nicht aussuchen. Und Hormonschwankungen können zu ganz üblen Stimmungsschwankungen führen, unter denen deine Freundin wahrscheinlich genauso leidet wie du. Sie kann dich in einem Moment ablehnen und im nächsten vermissen.

Ja, da musst du wohl deinen Erfahrungshorizont erweitern.

Tipps, was du tun kannst:

1. Verabschiede dich von der nicht erfüllbaren Erwartung "Bilderbuch-Schwangerschaft". Schraube deine Erwartung herunter, denn das ist euch von Mutter Natur eben nicht vergönnt. Kann aber auch keiner von euch beiden etwas dafür.

2. Mach dir immer wieder klar: Ja, Hormone können seeeehr fies sein. Sie beeinflussen das Empfinden deiner Freundin. Auch wenn sie das selbst nicht will.

3. Fange nicht an, etwas in ihr irritierendes Verhalten hineinzuinterpretieren (vgl. Misstrauen!)

4. Alles hat ein Ende! Es ist nur eine Phase. Kann natürlich eine lange Phase von immerhin 9 Monaten sein. ABER: Alles geht vorbei, deine Freundin bleibt jetzt nicht für immer so. Wichtig ist natürlich, dass es innerhalb dieser Phase nicht zu ernsthaften emotionalen Verletzungen beiderseits kommt. Da müsst ihr beide tierisch aufpassen.

5. Reden ist in eurer Situation wichtig. Aber bitte ohne Vorwürfe. Auch bitte keine sinnlosen erzieherischen Maßnahmen (denn es sind ja die Hormone). Bleibt in kommunikativem Kontakt. Sage ihr, wie es dir geht, was dich irritiert und zeige ihr trotzdem deine Unterstützung.

6. Wenn's nicht anders geht, nimm dir deine kleinen Auszeiten. Aber sage / erkläre ihr das (bleibe kommunikativ) und sichere ihr gleichzeitig deine Unterstützung zu.
 
Dabei
27 Mrz 2012
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#9
@Badesalz
Es ist nicht das Nervensystem, sondern die Psyche, die mit dem Hormonhaushalt verbunden ist. Und dein Beitrag #8 klingt doch deutlich schöner als ein schnippisches "Na herzlichen Glückwunsch."...

@TE
Beschimpfen solltest du dich nicht lassen. Und die körperliche Distanzierung von ihr ist emotional für dich natürlich schwierig, aber ich fürchte, da wirst du durch müssen.

Aber abgesehen davon hört ich das gar nicht so schlimm an. Du darfst dich jetzt eben in Geduld üben. Lass dich nicht wegen eines Gesichtsausdruckes demotivieren. Geh weiter zu ihr hin. Langsam eben, aber dennoch stetig. Umarme und streichle sie immer mal wieder.

Es ist allgemein ja leichter abzulehnen und wegzustoßen, als die Initiative zu ergreifen und auf den Partner zuzugehen. Letzteres ist besonders dann schwierig, wenn kurz vorher bereits Ablehnung verteilt wurde.
Durch Vorwürfe kann sie natürlich leicht körperliche oder räumliche Nähe indirekt einfordern. Aber wenn es ihr schlecht geht oder sie schlecht gelaunt ist, wird ein "nimm mich bitte in den Arm" oder "bleib bei mir" immer schwerer über die Lippen kommen — als ein Wegstoßen, wenn sie gerade keine Nähe möchte.

Also ist eine Ablehnung immer besser als demotivierte Flucht — solange du sie natürlich nicht penetrant damit belästigst. Rede weiterhin mit ihr. Überbewerte ihre Aussagen nicht. Sie fühlt sich vielleicht so hilflos wie du dich...
 
Dabei
23 Nov 2016
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#10
@Badesalz
Es ist nicht das Nervensystem, sondern die Psyche, die mit dem Hormonhaushalt verbunden ist...
Mh, und was genau ist "die Psyche"? Die Amygdala? Die würde ich jetzt aber doch zum Nervensystem zählen ...

Hast aber ansonsten wieder mal Recht, auch mit deiner Kritik (und das war jetzt nicht schnippisch gemeint!!)
 
Dabei
12 Sep 2011
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#11
Es ist langsam zum verzweifeln...die letzten 2 Tage haben wir uns vernünftig unterhalten, alles lief gut und heute morgen dreht sie direkt wieder durch nur weil ich mein Foto bei WhatsApp gewechselt habe, was ihr angeblich nicht gefällt. Danach wieder die totale Ablehnung und nur Beschimpfungen. Dann versucht sie mich zu provozieren in dem Sie sagt, dass Sie heute auf das Schützenfest geht damit Sie endlich mal Spass am Leben hat etc. Bei mir ist die Grenze langsam erreicht...da kann man doch nicht miteinander klar kommen, wenn man jetzt schon so provoziert wird...habe mich so sehr auf das Wochenende gefreut und dann wieder sowas...es fühlt sich an als hätte ich ihr mit der Schwangerschaft etwas angetan...so schlimm sich das auch anhört...aber sie vermittelt mir das Gefühl...
 
Dabei
23 Jun 2016
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#12
Darf ich mal fragen, wieso ihr erst Nachwuchs bekommen wollt und danach erst zusammenziehen möchtet?

Die Reihenfolge ist doch eigentlich so, dass man zusammenzieht, um zu sehen, ob der Alltag klappt und dann über Kinder nachdenkt...
 
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