Also, da mein Freund einen ganz besonderen Beruf hat, ist es etwas schwierig unsere Liebe in die Welt zu posaunen. Das heißt, dass meine lieben Freunde und Schulkameraden davon ausgehen, ich sei Single. Ich könnte mich beömmeln vor Lachen, wenn sie mich immer wieder zu verkuppeln versuchen und ich mir ständig anhören muss: "Du bist doch so süß, eine Schande, dass du keinen Lover hast!"
Bei meinen Freundinnen war es anfangs schwer, dicht zu halten, aber mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt, den Single zu mimen.
Meine Eltern "ahnen" natürlich auch etwas. Sie nennen ihn grundsätzlich, wenn sie etwas über ihn sagen "dein Freund". Früher habe ich mich empört und geantwortet: "Du meinst sicherlich Herrn ... und der kommt nicht mit."
Aber mittlerweile antwortete ich eifach nur: "Nee, "mein Freund" kommt nicht mit, der kann wohl heute nicht".
Sein Titel gibt ihm einen gewissen Schutz. Es ist nur manchmal etwas schwierig, weil wir in der Öffentlichkeit besser nicht zu häufig gesehen werden sollten. Wir fahren häufig in andere Städte, wenn wir ins Theater oder so gehen, da kennt uns hoffentlich keiner.
Mein Problem ist aber das Geld: er will mich immer einladen, schenkt mir kleine Aufmerksamkeiten und möchte immer alle Tickets bezahlen.
Ich hab deswegen ein etwas schlechtes Gewissen. Wären wir gleichaltrig, dann würde ich darauf bestehen, dass wir die Rechnung teilen, so komme ich mir vor, als würde ich ausgehalten.
Kennt ihr das Problem und wie managed ihr es?
Zu unreif komme ich mir nicht vor. Ich bin natürlich jünger, auch was das Denken und die Erfahrung betrifft, aber ich schätze, wäre ich ein spätpubertäres Kind, das trotzig, verspielt und kindisch ist, dann würde ich mich nicht zu einem (älterem) Mann hingezogen fühlen.
Wir haben viele Gesprächsthemen, wir unterhalten uns auch über Dinge, wie Kultur und Politik und dadurch, dass ich in der Schule ständig über diese Themen auf dem Laufenden gehalten werde und es mein Job als Schüler ist, quasi alles zu wissen, fühle ich mich ihm in unseren Gesprächen auch nicht unterlegen. Natürlich betrachtet er die Dinge aus einem anderen Blickwinkel und spricht manchmal Aspekte an, auf die ich nie kommen würde, das ist bei anderen Themen auch andersherum.
Ich finde, wir ergänzen uns prima!
die ihr-wisst-schon
