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Warum ich einsam bin

  1. #1
    Jetho

    Standard Warum ich einsam bin

    Vorab muss ich sagen, dass ich einfach meine Gedanken niedergeschrieben hab. Es ist also kein wirkliches Gedicht aber eine Lebenseinstellung die wieder in mir geweckt worden ist. Hoffe es ist ok, wenn ich es hier verfasse.


    Warum ich einsam bin

    Ich habe genug Menschen in meinem Leben getroffen. Menschen die ich gut kannte. Zumindest dachte ich, dass ich sie kennen würde. Ich denke, dass ich seit meiner Geburt schon einsam war, weil mich niemals jemand wollte. Dieses Gefühl habe ich von jeder Seite aus vermittelt bekommen. Akzeptiert zu werden, sei es von der eigenen Familie oder anderen Personen, die dir nahe stehen, ändert nichts an der Tatsache, dass ich immer einsam war. Die Nähe eines anderen ändert nichts an der Tatsache, dass du einsam bist. Wann ich nicht einsam wäre? Ich denke, solange es nicht jemanden auf dieser Welt gibt, der dieselben Empfindungen und Gedanken wie ich hat, werde ich immer einsam bleiben. Diesen Jemand wird es aber nie geben. Und da ich weiß, dass es nur Menschen gibt die dich verstehen oder dir sagen, dass sie dir die Einsamkeit abnehmen möchten, wird man trotzdem irgendwann wieder einsam sein. Einsam aus dem Grund, weil man nie so akzeptiert wird, wie man ist. Ich wurde schon als Kind oft genug im Stich gelassen oder ich habe oft gehört, dass ich eigentlich nicht hätte existieren sollen. Es gibt Menschen, die ich als Familie bezeichnen kann. Aber weder Familie noch sonst jemand auf dieser Welt, können mich aus dieser Einsamkeit entreißen. Jedes mal, wenn ich das Gefühl hatte, der Einsamkeit zu entkommen, ihr zu entkommen weil ich das Gefühl hatte, bei jemanden zu sein, der mich für eine Zeit lang glauben ließ ich wäre nicht einsam, ist aus meinem Leben verschwunden. Kein Vater, keine Mutter, keine Akzeptanz, kein Verständnis, keine tiefgründige Gemeinsamkeit, kein Lachen, kein Weinen. Alles was mir an Gefühlen geblieben war, war das Gefühl, einsam zu sein. Neue Gefühle entwickeln sich zwar, machen dir aber nur etwas vor. Sie machen dir vor, du könntest glücklich sein, könntest über alles was passiert ist hinweg kommen, könnten sogar diese Einsamkeit mit sich nehmen. Doch warum habe ich das alles gedacht? Warum ist dieses Gefühl der Einsamkeit für eine kurze Zeit verschwunden, wenn es eigentlich immer da war? Dieses Gefühl kommt jedes Mal wieder, wenn dir klar wird, dass deine Gefühle dir einen Streich gespielt haben. Verkommen ist die Menschheit. Verkommen darum, weil heute niemand mehr das fühlt, was ich fühle. Und alles was ich noch fühle, alles was eigentlich eine Illusion ist, außer der Einsamkeit, ist die Hingabe zu einem anderen Menschen. Es tut so weh einsam zu sein. Kein Mensch kann wirklich wissen, was die Einsamkeit ist, weil fast jeder Mensch sich versucht vorzumachen, er wäre nicht einsam. Sich anderen Menschen hinzugeben um sich dann sagen zu können “Ich bin nicht einsam“. Man merkt nicht, dass man immer einsam ist, egal wie viele Menschen man kennt. Egal wie lange man mit einem Menschen zusammen lebt. Einsamkeit zieht dich runter, vermittelt dir, dass deine Existenz nur ein Augenblick ist, der jeden Moment zu Ende sein kann. Und jeden Augenblick den du erlebst, versuchst du dir einzureden du wärst nicht einsam. Es könnte ja eines Tages einen Menschen geben, mit dem du nicht einsam wärst. Wärst du dann wirklich nicht einsam? Ich bin einsam, weil meine Gefühle mir gesagt haben, dass es jemanden auf dieser Welt gibt, mit dem man nicht mehr einsam ist. Und weil diese Gefühle nur eine Illusion sind, zeigt mir die Einsamkeit, dass ich auf diese Illusion reingefallen bin. Ich bin einsam und das wird sich nicht ändern. Die Einsamkeit kann man auch nicht ändern, man kann nur versuchen sie zu akzeptieren. Und wenn ich mich eines Tages wieder von einer Illusion verführen lassen sollte, darf ich nie vergessen, dass die Einsamkeit immer da sein wird. Sie ist das einzige Gefühl das ich noch habe. Und dieses Gefühl ist und war immer die Realität.
    “Versuche in einer Illusion zu leben, damit das Leben lebenswerter wird. Nur solltest du nie vergessen; Du bist einsam und das wirst du immer bleiben“
    Was aus Liebe getan wird, geschieht immer jenseits von Gut und Böse

    Friedrich Nietzsche

  2. #2
    Pseudoanonym
    Gesperrt

    Standard

    verstehen: JA. Helfen ? Nein!

    mir geht´s nicht wirklich anders. Ich weiß was du meinst!


    Aber per PN ...

  3. #3
    DocBrown

    Standard

    Man bleibt alleine, solange man nicht gelernt hat, alleine nicht einsam zu sein. Die negative Ausstrahlung, auf die dein Text hindeutet, haftet an wie ein Zettel mit der Aufschrift "Uninteressant".

    Du sprichst davon, Einsamkeit zu akzeptieren. Darf ich provozierend schreiben, dass das klingt, als würdest Du dir im Selbstmitleid gefallen? Du kannst still leiden, darüber schreiben, oder einen Ausweg suchen. Eine Erfolgsgarantie bekommst Du nicht. Ich garantiere dir aber weiterhin die Einsamkeit, wenn Du aus deinem emotionalen Loch nicht heraus kommst.
    Do be do be do -Sinatra

  4. #4
    Jetho

    Themenautor

    Standard

    Naja, vielleicht haftet sie an dir wie ein Zettel mit der Aufschrift "Uninteressant" aber genau darüber wunder ich mich nicht. Ich begrüße diesen Optimismus und Hey, ich bin eigentlich immer von Natur aus ein Optimistischer Mensch gewesen. Ich bemitleide mich nicht selbst sondern sehe, wie Dinge im Leben ablaufen und kann keine positive änderung feststellen. Ich hab nie etwas schlecht gemacht und wenn etwas schlecht war, habe ich es zu akzeptieren versucht. Ich finde persönlich, dass ich nicht in einem Loch bin aus dem ich versuchen sollte zu kommen. Ich denke mal, dass die ganze Welt sich in einem Loch befindet, aus dem sie nicht mehr heraus kommt. Überall wo man hinsieht, versucht jeder immer alles schön zu reden oder zu verbessern. Da bleibe ich doch lieber ehrlich mir gegenüber und sage, dass ich es lieber vorziehe in einer gewissen Art von Einsamkeit zu leben, weil man sich heutzutage auf echt nix mehr verlassen kann.
    Was aus Liebe getan wird, geschieht immer jenseits von Gut und Böse

    Friedrich Nietzsche

  5. #5
    Pseudoanonym
    Gesperrt

    Standard

    @DocBrown: dem kann ich nicht ganz zustimmen! Ich hab´s gelernt "einsam" bzw alleine zu sein, aber nicht einsam ... nur wenn es jemanden gibt, zu dem ich einen intensiven Kontakt habe, entsteht die Einsamkeit. Aber nicht wenn sie da ist, sondern wenn sie (für mich durchaus voraussehbar aber dennoch plötzlich) alles abbricht und quasi "flüchtet".
    Also, solange ich meine Gefühle für mich behalte, ist alles ok. Denn alleine oder einsam sein, kann ich sehr gut. Nur die Gedanken und die Erinnerung ... die würde ich gerne löschen können. Ansonsten komme ich pers. gut mit meinem Leben klar, bin unabhängig, frei und nicht grad unkommunikativ.

    So ganz kann ich deinen Einwand @DocBrown nicht akzeptieren. Ist eher ein Einwand von jemanden der es nie kennengelernt hat (??), bei dem alles "normal" (gesellschaftlich normal) verlaufen ist ?

    @Jetho: wer vieles "richtig" macht oder sich ständig bemüht, wird paradoxerweise eher gemieden! (naturgemäß alleine gelassen ?? weil jeder denkt "der schafft das! der kann´s ja auch sonst alleine" ?

  6. #6
    Beka

    Standard

    Jeder trägt immer ein kleines Stückchen Einsamkeit in sich, denn es gibt immer Dinge, die man mit niemandem teilen kann. Man kann die Einsamkeit nicht ausschalten, aber man kann sie minimieren, auch ohne sich etwas schön zu reden. Man muss nur die richtigen Menschen finden. Es gibt nicht EINEN Menschen mit dem man nicht mehr einsam ist, das wäre perfekt, zu schön um wahr zu sein. Damit meine ich nicht, dass die Einsamkeit weniger wird, umso mehr Menschen man kennt. Das wäre ein Trugschluss. Nein, es ist eher so, dass die Einsamkeit weniger wird, umso mehr man den (wenigen) Menschen die man wirklich kennt vertraut UND dieses gegenseitig ist.
    Liebe Grüße, Beka

  7. #7
    DocBrown

    Standard

    Zitat Zitat von Pseudoanonym Beitrag anzeigen
    So ganz kann ich deinen Einwand @DocBrown nicht akzeptieren. Ist eher ein Einwand von jemanden der es nie kennengelernt hat (??), bei dem alles "normal" (gesellschaftlich normal) verlaufen ist ?
    Ich spekuliere *hier* nicht unfundiert. Wenn ich es irgendwo mache, kennzeichne ich es auch ;-).

    Ich war alleine einsam, auch einsam in Zweisamkeit. Den Weg da heraus habe ich gefunden. Nicht, dass mich manchmal nicht auch nerven würde, worüber der TE da schreibt, ich gehe nur anders damit um. Er verteidigt seine Position recht forsch ("Naja, vielleicht haftet sie an dir wie ein Zettel mit der Aufschrift "Uninteressant" aber genau darüber wunder ich mich nicht.") und definiert die Norm ("Ich denke mal, dass die ganze Welt sich in einem Loch befindet, aus dem sie nicht mehr heraus kommt."). Das zeigt, dass einfach nur, dass sich ein Mensch langsam von der Realität verabschiedet.
    Do be do be do -Sinatra

  8. #8
    Jetho

    Themenautor

    Standard

    Oh bitte *augen verdreh*

    Zunächst einmal redest du so von mir als wäre ich ein Forschungsobjekt. Du hast deinen Weg aus der Einsamkeit gefunden. Das ist doch schön. Es bleibt doch jedem überlassen, wie er mit seinem Leben weitermachen möchte. Ich verteidige mich nicht, ich lass mir nur nicht gerne sowas an den Kopf schmeißen =)
    Darum sagte ich auch, dass es mich nicht wundert von manchen nicht verstanden zu werden, weil sie sich in eine andere Richtung bewegen. Das ist nicht verkehrt aber dann muss man auch die Gegenseite akzeptieren und nicht glauben, dass nur weil jemand eine andere Ansicht hat und die objektiv gesehen negativ ist, dass man dieser person einreden sollte, dass es falsch ist wie sie denkt. Und was würdest du denn als Realität bezeichnen? Ich entferne mich nicht von der Realität sondern wurde eher wachgerüttelt. Ich weiß jetzt einfach, dass ich mit nix im Leben zu rechnen brauche, weil ich immer auf mich allein gestellt bin. Und das aus dem Grund, weil keiner mich so gut kennt wie ich mich
    Was aus Liebe getan wird, geschieht immer jenseits von Gut und Böse

    Friedrich Nietzsche

  9. #9
    Pseudoanonym
    Gesperrt

    Standard

    eben! jeder hat da seine Art & Weise mit umzugehen. Es gibt keine einzig wahre Wahrheit! Und wenn jemand trauert oder jammert dann trauert oder jammert er halt. Ja, es ist sogar "gesund" !!! Ich denke das gehört dazu und ... naja, es ist die Gesellschaft die auch heute noch lernt, lehrt, das Männer nicht jammern oder trauern dürfen, zumindest nicht offiziell. Ist ja auch seltsam. Zugegeben.

    Aber das ist das wieso Frauen es im Grunde emotional ... ach ne, sag ich jetzt nicht, sonst gibt das wieder Proteste oder ich schreib´s so: freier damit umgehen!!

  10. #10
    Lil03

    Standard

    ich gebe DocBrwon total recht! Dieser Satz sagt alles:
    und ist so wahr: Man bleibt alleine, solange man nicht gelernt hat, alleine nicht einsam zu sein!

    Man bleibt solange allein und einsam, wenn man immer draußen, d.h. bei anderen sucht.Man man das gefühl "nicht einsam zu sein" von anderen abhängig macht,so wie "pseduo" schreibt:
    >>>Aber nicht wenn sie da ist, sondern wenn sie (für mich durchaus voraussehbar aber dennoch plötzlich) alles abbricht und quasi "flüchtet".

    Erst wann man soweit mit sich selebr zurechtkommt, sich annimmt, dann wird man erkennen, dass man nicht allein und einsam ist, auch wenn niemand da ist: weil man immer noch sich selebr hat!
    Erst wenn man sich selber genug ist, erkennt man, dass Einsamkeit zum Leben dazugehört und jeder sich so ab und zu so fühlt...aber das es kein grund ist in ihr unterzugehen!

    ich geh sogar soweit zus agen, dass es an einem selber liegt, ob man sich einsam fühlt oder nicht. Wenn ich mich einsam fühle, ist das nagend, schmerzhaft, aber HEY, ich ahb imemr noch mich udn mti mir selber kann ich auch was anfangen.Und das andere kommt von allein!

  11. #11
    Pseudoanonym
    Gesperrt

    Standard

    also ich kann nur sagen/schreiben das ich Jetho durchaus verstehe, auch was DocBrown sagen will, aber ich kann nur für mich sprechen und da gilt halt: solange ich nicht verliebt bin ... ist es durchaus so, das es mir vollkommen egal ist, ob jemand da ist oder nicht. Ja, ich gehe mal soweit das ich behaupten möchte, ich will gar keine Partnerin, aber ... weil es mir zuviel wäre auf Dauer.

    So gesehen war mein Bezug zu "meiner" Di, genau richtig. Wir waren ja nie "zusammen". Und doch war sie immer da. Das hat leider einen sehr großen Platz eingenommen und nun ... na, die Lücken füllen sich langsam. Das ist halt der Unterschied zu Jetho: er hatte seine Beziehung! Und doch kann ich das Grundproblem nachvollziehen.

    @Lil03: auf mich bezogen; für mich ist eine gewisse Form der "Einsamkeit" quasi "überlebensnotwendig". Und so sehe ich das auch. Auch wenn´s jetzt wieder vll vedreht wird. Aber ich sehe mich nicht im Jammertal, im Gegenteil. Es fordert mich lediglich auf ... naja, schwer zu sagen, ... alles rauszulassen. Auch ihr gegenüber! Aber als jammern sehe ich das nicht. Auch nicht als Wut ... sagen wir Dammbruch ... emotionaler. Aber nun ist eigentlich der Damm wieder geflickt!

    Nachtrag: ich bin also nicht verärgert darüber das sie mich "abgebrochen" hat, sondern wie und mit welcher Begründung. Ist für mich alles absurd und eben zweifelhaft, als Schutzmaßnahme, aus Angst ...

  12. #12
    Sunnyx

    Standard

    Zitat Zitat von Jetho Beitrag anzeigen
    “Versuche in einer Illusion zu leben, damit das Leben lebenswerter wird. Nur solltest du nie vergessen; Du bist einsam und das wirst du immer bleiben“
    zu viel schopenhauer gelesen?
    spass beiseite. ich verstehe auch, das jetho meint. verstehen ja, nachvollziehen nein.
    n gewissem maße hast du sogar recht. oder nein, du hast recht.
    aber was bringt dir dieses wissen?
    verstehst du, was ich meine?
    du denkst, du bist einsam, wirst es immer bleiben, stellst unterschwellig die freundschaft und die liebe in frage.
    ich hingegen bin ein idiot. ich lasse mich auf meine mitmenschen ein, und vielleicht bin ich insgeheim einsam?
    gelebte nicht-einsamkeit führt nicht zur nicht-einsamkeit. jedoch gibt es mir ein gutes gefühl. ja, ich fühle mich gut dabei, mir vorzustellen, dass ich freunde habe, oder generell, menschen, die mich lieben.
    auch wenn es nicht die realität ist. ich fühle mich gut. ich bin glücklich. warum sollte ich nicht glücklich sein?
    hör auf dich einsam zu fühlen, und gib dich der irrealen liebe hin. kriegst auch nen keks.
    Geändert von Sunnyx (28.03.2008 um 20:33 Uhr)


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