Hallo!
Ich bleibe heute mal anonym, da hier manchmal eine Person im Forum rumschwirrt, die den Text nicht unbedingt lesen soll.
Es geht kurz gesagt um das Vertrauen in einer Beziehung. Ich bin noch nicht so alt, habe aber schon zwei verschiedene Erfahrungen zu diesem Thema gemacht. Vor ein paar Jahren traf ich eine Person, der ich sofort und bedingungslos vertrauen konnte, ohne Wenn und Aber. Im Laufe der Zeit wurde das Vertrauen sowie die Gefühle zerstört. Er ist fremdgegangen. Ich weiß nicht, wie oft, weiß selber nur von einem Mal. Die Liebe zu ihm hat er damit und mit anderen Sachen komplett zerstört, da ist auch nichts mehr mit Aufwärmen.
Seit vier Jahren kenne ich auch einen anderen Mann, den ich vom ersten Augenblick an geliebt habe, den ich "haben" wollte. Drei Jahre habe ich auf ihn gewartet, ehe ich ihn kennen gelernt habe und ehe wir die Beziehung eingegangen sind. Nur waren wir zu diesem Zeitpunkt sehr jung und in der Zeit, in der das Vertrauen zu einem Menschen aufgebaut wird, ist sehr viel Mist passiert, mit dem ich heute noch zu kämpfen habe. Trotzdem liebe ich ihn, seit sieben Jahren, immer noch wie am ersten Tag, wenn man davon absieht dass sich die Schwärmerei in Liebe gewandelt hat.
Um nun wieder zum Thema zu kommen: Mit der ersten Person habe ich weit weniger Zeit verbracht als mit der zweiten, aber trotzdem war das Vertrauen zu person 1 viel größer und tiefer!
Ich weiß nicht, woher mein Misstrauen kommt, mein Freund(Person2) gibt mir keinen Grund dazu, er flirtet nicht, geht nicht allein zu fremden Mädls in die Wohnung, geht selten feiern, betrinkt sich nie, geht nicht fremd. Das komplette Gegenteil von Person1. Ich habe ihm all das aber auch nie verboten (lassen wir das Fremdgehen mal außen vor), er tut es aus freien Stücken. In der Anfangszeit unserer Beziehung hat er mit meinen Gefühlen gespielt wie mit einem Spielzeug, es war "cool" eine Freundin zu haben. Mehr nicht. Das ist drei Jahre her, in der Zeit ist viel passiert, er hat sich geändert, weiß was er will und steht dazu: Zu mir.
Aber ich habe das Gefühl, dass mein Vertrauen auf diesem Stand geblieben ist. Ich werde total unsicher wenn er abends mit Freunden weggeht und erst nach Mitternacht irgendwann wieder zu Hause ankommt, wenn ich dann im Nachhinein erfahre dass sie spontan in eine Disko gegangen sind oder ein Kumpel sie und paar Mädls zu sich nach Hause eingeladen hat. Mein Kopf weiß aber genau, dass er zu mir steht und auch alle seine Freunde wissen von mir und seine engsten Freunde kenne ich persönlich. Es ist diese Unsicherheit,wenn er von mir weg ist. Ist er bei mir, sehe ich alles klar und bin mir total sicher.
Hinzu kommt, dass ich auch ein wenig von seinem Vertrauen zu mir eingebüßt habe. In einer der etlichen Trennungen unserer Beziehung habe ich kurz etwas mit einem Anderen angefangen (nur paar Tage). Es ist böse, ich weiß, aber davon mal abgesehen: Es kennt besimmt jeder die Situation wo man sich einem Menschen um den Hals wirft weil man Angst hat dass der Schmerz einen zerstört, weil man nicht alleine sein will. Frei von Liebe, nur aus Einsamkeit. Mehr war bei mir auch nicht der Grund zu diesem "Sprung". Mein Freund zweifelt seitdem aber an meiner vollkommenen Liebe zu ihm. Er dachte immer, dass er der einzige Mann in meinem Leben sei und mein Herz komplett ihm gehöre. So war und ist es auch. Schwärmereien hat jeder mal, sowas ist normal. Aber solche Gefühle wie ich für ihn habe, gibt es bei mir nur einmal. Sicher könnte man sich über sein Verhalten lustig machen, aber für ihn stellt es ein echtes Problem dar und das merke ich auch.
Wir haben also beide unsere Probleme mit dem Vertrauen zueinander und ich war der Meinung, dass er daran arbeiten muss. Nun ist mir aber klar geworden, dass es nur längerfristig etwas werden kann, wenn wir beide daran arbeiten und uns bemühen. Ich weiß auch, dass man einen Menschen von seiner Liebe nicht mit einer Tat oder einem Tag überzeugen kann, dass es nur die Zeit zeigen kann, aber gibt er mir noch so viel Zeit bzw. sein Herz?
Dieses Vertrauensproblem hindert uns daran, weitere Schritte in unserer Beziehung zu gehen, z.B. das Zusammenziehen. Wir wollen zwar beide, aber etwas hindert uns daran.
Es ist für mich unbegreiflich, dass ich zu Person 1 nach all der Scheiße wieder so viel Vertrauen aufgebaut habe (wir sind Freunde), ich es bei meinem Freund jedoch nicht auf die Reihe bekomme. Dazu kommt, dass ich zu Person 1 nichts außer freundschaftliche Gefühle hege, mit meinem Freund aber mein restliches Leben verbringen will.
Wie ist sowas möglich?
Ich weiß nicht direkt, was ich euch fragen soll, ich weiß nicht ob ihr mein Problem versteht und mir vielleicht den ein oder anderen Tipp geben könnt.
Ich verstehe es einfach nicht, wie so ein Mist passieren kann.


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