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Ungleichgewicht in Beziehung - ist da noch was zu retten?

  1. #1
    Unregistriert
    Gast

    Unglücklich Ungleichgewicht in Beziehung - ist da noch was zu retten?

    Hallo,

    ich brauche dringend Rat. Ich weiß nicht, ob ich für meine Beziehung kämpfen soll oder nicht.
    Wir sind seit 4 1/2 Jahren zusammen und die Krise, die wir gerade haben, haben wir nicht zum ersten Mal. Es sind Phasen in denen ich mir nicht sicher bin, ob ich mit meinem Freund zusammenbleiben will oder nicht, weil ich dass Gefühl habe, dass ich alles bestimme. Das komische daran ist, dass ich mir darüber sogar mehr Sorgen mache als er.

    Ich bin seine erste Beziehung und er hat sich schon immer sehr nach mir gerichtet. Am Anfang habe ich das als persönliche Freiheit empfunden und war glücklich darüber, alles tun und lassen zu können und trotzdem in einer Beziehung zu sein. Seine Bewunderung gab mir zusätzlich Selbstbewusstsein. Mit der Zeit fühlte ich mich aber immer mehr eingeengt und fühlte mich durch seine "Ich-tue-alles-für-Dich-Art" bevormundet und unselbstständig. So ist es im Moment auch wieder.
    Ich bestimme unsere Beziehung sehr, aber mir wird das zuviel. Ich will nicht immer alle Entscheidungen treffen müssen. Wir unternehmen oft auch nur Dinge, weil ich es will und wir gehen dort lang, wo ich es will. Wenn er ein bisschen selbstbestimmter wäre, würde ich vielleicht gar nicht erst immer versuchen, alles zu bestimmen. Aber ich krieg ihn immer rum und er ist nie konsequent. Wenn ich nicht sofort auf einen Vorschlag von ihm anspringe, wird daraus nichts. Für ihn ist solange alles in Ordnung, in der ich mich nicht beschwere. Ich möchte, dass er sich mit mir unterhält. Wenn ich kein Gespräch anfange, dann reden wir nicht. Auch wenn wir versuchen über unsere Beziehungsprobleme zu sprechen, dann muss ich meist anfangen und erzählen dann, und muss ihm alles aus der Nase ziehen. Er überfordert mich ja auch, wenn er von mir erwartet, für alles eine Lösung zu haben oder am Besten noch ihm zu sagen, was er tun soll; am besten manchmal noch, was er sagen soll. Denn wenn ich ihn ihn z.b. etwas frage, dann fühlt er sich in die Ecke gedrängt und traut sich nicht, irgendwas zu sagen, aus Angst was falsches zu sagen und dass ich ihn dann weniger liebe. Aber es gibt ja nix falsches. Ich will dass er weiß wer er ist und nicht das wird oder ist, was ich aus ihm gemacht hab.
    Es bringt ihm doch auch nichts, wenn er mir alles recht macht und dann in zwei Jahren feststellt, wer er ist und sieht, dass wir überhaupt nicht zusammenpassen. So ehrlich muss er doch zu sich sein. Ich hab das Gefühl er macht alles, hauptsache er ist mit mir zusammen.
    Für mich haben einige Sachen auch keinen Wert mehr, wenn er es nur macht, um mich zu halten. Oft aber tut er trotzdem nicht. Er arbeitet nicht und studiert auch nicht. Er wollte schon seit 2 Jahren mit seiner Diplomarbeit anfangen, aber tut es einfach nicht. Dadurch ist er immer zu Hause und wenn ich dann auch mal öfter da bin, nevt das sehr, weil ich nie allein bin. Diese ständige Nähe und dieses ständige Nichtstun machen ihn für mich immer unattraktiver und er verliert immer mehr an Selbstbewusstsein und empfindet meine Wünsche als Angriff. Ich verstehe aber nicht, warum er sich um mich keine Mühe gibt und meine "Beschwerde" als Anlass nimmt, was zu tun. Ich brauche mehr, als nur zu hören, dass ich toll bin. Habe das Gefühl, dass an meiner Stelle auch ne andere sitzen könnte. Habe mich sogar schon beim Fremdflirten erwischt. Er stand daneben und macht gar nichts. Er hat mir nicht mal gesagt, dass er eifersüchtig war, weil er mir die Stimmung nicht vermiesen wollte. Ich weiß nicht, worauf er wartet. Wenn er jetzt nicht aktiv wird (egal in welcher Beziehung, ob Studium oder Partnerschaft), wann denn dann? Oder erwarte ich einfach zuviel?

    Wir verstehen uns eigentlich super, aber sexuell läuft nix; eigentlich küssen wir uns nicht mal mehr richtig. Einfach auch weil ich das Gefühl habe, ihm dermaßen überlegen zu sein (unabhängig davon, ob es zutrifft oder nicht). Ich wünschte er wäre weniger lethargisch. Ich möchte außerdem auch mal Familie haben und möchte nicht ewig auf ihn warten (werde eher mit Studium fertig sein). Aúßerdem wüsste ich nicht mal, ob nicht dann alles an mir hängenbleiben würde, weil er z. B. einfach zu langsam ist, frühs aufzustehen und z.B. Brote fürs Kind zu schmieren. Er braucht für alles immer viel Zeit, das nervt mich oft an. Ich weiß was ich will und wer ich bin, er aber leider nicht.

    Ich weiß nicht weiter und vor allem nicht, ob es Sinn macht, zusammen zu bleiben, weil ich mich regelmäßig über das alles beschwere und ihn mit meinen Wünschen überfordere.
    Ich war diesmal wirklich kurz vor der Trennung und er bemüht sich immer noch nicht.
    Manchmal lege ich viel Wert auf seine Meinung und finde es toll, was er alles macht. Aber im Grunde spiele ich tatsächlich oft seine Mutti, weil mir viele Sachen einfach nicht gefallen, was er macht und versuche ihn dann zu "erziehen". Oft fällt mir auf, dass ich dabei sehr gemein bin. Was mir dann natürlich sehr leid tut.

    Ich weiß aber auch nicht, wie ich mich "entspannen" kann. Ich hab manchmal sogar das Gefühl, dass er mich kopiert und kleine Gesten von mir übernimmt. Ich will nicht, dass er sich eine Identität aufbaut, die er bei mir abgeguckt hat.

    Bin total verzweifelt und habe auch Angst, dass unsere Beziehung Zeitverschwendung ist.

    Habt ihr einen Rat oder könnt meine Situation einschätzen? Danke für eure Antworten.

  2. #2
    Unregistriert
    Gast

    Standard warum bist du denn noch bei ihm?

    Ich habe ein vergleichbares Problem, dein Freund scheint meinen jedoch noch zu toppen. Mir sind in einer Beziehung neue Impulse sehr wichtig und eigentlich suche ich oft kleinere "Machtkämpfe", aus denen sich die sexuelle Lust dann aufbaut. Ein grundsätzlich unterliegendet Mann ist in der Tat nicht gerade spannend.
    Ich frage mich gerade was dich bei deinem Freund hält. Wenn du seine tollen Eigenschaften hier verschwiegen hast, solltest du überlegen warum du dich in ihn damals verliebt hast und was dich an ihm doch fasziniert, immerhin kann so eine lange Beziehung nicht auf nichts aufbauen. Wenn es jedoch nichts mehr gibt was du bewunderst und was dich zu ihm zieht, dann solltest du dir tatsächlich überlegen ob ihr nicht nur noch aus Gewohnheit zusammen seid.

  3. #3
    paul_

    Standard gib deiner beziehung kreative impulse zu veränderungen...

    hi,
    wenn in deiner gelebten beziehung dinge dir nicht mehr gefallen hast du die möglichkeit veränderungen anzuregen. anregen, aufregen, bewußt machen, lösungen sich wünschen sind ein möglicher weg zu verädnerungen damit mehr freude , mehr wohlbehangen sich einstellen.

    dann kann dein freund vielleicht mal mehr eigeninititative hinzulernen und ein reifer, erwachsener, gebender mann ohne, mama-mutti-macht-schon-alles-für-mich-rollenverhalten zu werden. entweder steckt er unbewußt in einer rolle fest die ihn bezugspersonen aus der herkunftsfamilie vorgelebt haben, oder er hat viele ängste aus anderen beziehungen mitgebracht in eure beziehunge. fragen froschen suchen hiflt da. reden und forschen in sich und in der wurzeln der herkunftsgeschichte...

    letztlich sind die wenigste in beziehungen reif wirklich erfüllte gleichberechtigte beziehungen, faire beziehungen, stressfreie beziehungen zu führen. beziehungen dienen der seelenheilung, herzheilung, der persönlichen weiterentwicklung, der reifung. mal reift man gemeinsam, mal reift man getrennt, da ist es egal ob man in beziehung steht oder alleine ist.... das leben bringt reife für den der reifen und wachsen will. wer nicht sucht wird nichts finden.

    auf grund der beherigen gemeinsamen zeit wäre es für dich , für ihn nützlich ein offenes gespräch zu suchen und möglichkeiten zu erforschen, zu suchen damit ihr eure persönlichen entwicklung, eure wünsche besserumsetzten könnt. mit liebesbriefe schrieben kannst du bewutßheit auch auf unvergesslichen papier ausdrücken und damit manifestieren.

    einen versuch ist es allemal wert. besser etwas konstruktives kreatives zu erzeugen, als in lethargie, im abwarten, im nichts tun zu versauern und weiterhin unglücklich zu sein. beizehungen wollen mit freude geführt und gestaltet werden damit sie freude und geben.

    hört in euch hinein. sucht und findet lösungen die euch weiterbringen. viel glück damit es gelingt. jeder hat das recht glücklich zu sein.

    vg paul_

  4. #4
    Unregistriert
    Gast

    Standard

    wie wärs mit getrennten Wohnungen bis er seine Diplomarbeit fertig bekommt, dann kann er sich auch wieder dran gewöhnen einen eigenen Haushalt zu führen und aktiver werden.

  5. #5
    SergioLeone

    Standard

    Hallo Frau Namenlos.

    Ich bin dir wirklich dankbar für diesen Beitrag, denn endlich bestätigt hier mal ein weibliches Wesen meine Philosophie. Das Verhalten deines Freundes ist genau das, was ich hier immer mal wieder kritisiere, wenn männliche User sich selber so beschreiben.

    Ich finde das wirklich gut, dass du dich und deine Beziehung so präzise hinterfragen kannst. Deine Beschreibung finde ich glaubwürdig und nachvollziehbar.

    Das Problem ist: Du wirst ihn nicht ändern können. Er muss sich von alleine ändern und das wird er nicht tun, da es ihm an Hintergrundwissen fehlt. Er weiss nicht, dass sein gesamtes Verhalten ziemlich unattraktiv und somit kontraproduktiv für eure Beziehung ist. Er ist davon überzeugt, dass du dich gut in der Beziehung fühlst, weil du sein zentraler Lebensinhalt bist und er alles für dich stehen und liegen lässt. Wie du selber schon sagst - es ist nicht so.

    Das ist auch das, was ich hier so oft schon gepredigt habe: Als Mann sollte man möglichst selbstbewusst sein, seine eigene Träume haben und verwirklichen, sein Leben nicht nur auf die Beziehung ausrichten. Frauen stehen auf Typen die noch wirkliche Ziele im Leben haben. Und ein klare Linie haben - eigene Regeln, eine eigene Meinung.

    Selbst wenn du ihm das sagen wirst, wird sich, denke ich, kaum was ändern

  6. #6
    Unregistriert
    Gast

    Unglücklich :-( :-( :-(

    Leider habe ich auch die Befürchtung, dass sich nicht wirklich etwas ändern wird. Schließlich ist es auch nicht das erste Mal, dass es mir so schlecht deswegen geht.
    Immerhin geht es hier meiner Meinung nach auch nicht mehr nur um eine Krise sondern eher um eine Störung der Grundbasis, nämlich ob wir auf Dauer zusammen passen oder nicht. Zu einer wirklichen Entscheidung bin ich noch immer nicht gekommen. Könnt nur noch heulen.
    Ich weiß ja, dass Beziehung oft auch manchmal nur praktisch sind und im Alltag nicht immer Zeit für einander bleibt. Aber das will ich ja auch und manchmal klappt das mit ihm eben ganz gut. Aber mir fehlt eine "richtige" Person an meiner Seite, mit der ich auch wachsen kann und zu der auch ich mich zugehörig fühle.
    Habe im Moment aber Angst eine Entscheidung zu treffen; habe Angst vorm Alleinsein grad (ich weiß, dass ist kein Grund mit jemandem zusmamenzubleiben) und irgendwie Angst davor, später festzustellen, dass es die Beziehung, die ich mir wünsche eigentlich gar nicht gibt (ich weiß dass in Beziehungen nicht immer alles rosig ist, aber egal was ist, man sollte doch wissen, wo man hingehört und warum...oder ist es etwa normal dass man regelmäßig alles in Frage stellt?).

    Dass er mit seinem Verhalten alles nur noch schlimmer macht, merk ich bei allem was er tut. Er will einfach nur nett sein, oder jetzt grade besonders nett. Mir gibts eher den Rest :-( Verstehe aber auch nicht, warum er es nicht versteht.

  7. #7
    Unregistriert
    Gast

    Standard Nachtrag zum letzten Post

    An neuen Impulsen mangelt es uns eigentlich überhaupt nicht. Ich war ein 3/4 Jahr im Ausland und bin seit gut 3 Monaten wieder hier. Wir haben viel telefoniert in der Zeit und er hat mich auch öfter besucht. Wir waren im Urlaub. Ich hab ihm davor noch einen Liebesbrief geschrieben, den ich in der leeren Eisbox im Eisfach versteckt hatte. Ich hatte ihm ein schönes selbstgebasteltes Geschenk gemacht, als ich ins Ausland bin. Ich bin da sehr kreativ. Habe mir dabei schon oft auch Gedanken gemacht, aber auch viel verdrängt. Und in den letzten Wochen hab ich bei allem ein unglückliches Gefühl, egal was wir machen. Und wenn ich ihm jetzt einen Liebesbrief schreiben würde beispielsweise, wäre das alles gelogen.
    Von ihm hab ich schon lange nichts mehr persönliches bekommen. Das fehlt mir natürlich auch. Aufmerksamkeit ist für mich nicht nur, dass er Sex haben will oder mir nen Tee kocht. Oder ist das zuviel verlangt? Habe grade viel Zeit über unsere oder mein Problem nachzudenken und bin mir manchmal noch nicht mal mehr sicher, ob ich meine jetztige Unzufriedenheit nicht einfach nur auf ihn projeziere und er gar nicht so doll der Grund ist.
    Denn eigentlich könnte alles perfekt sein...

  8. #8
    SergioLeone

    Standard

    Was ich jetzt nicht ganz verstehe:

    Auf der einen Seite willst du seine NetterTyp-Masche nicht, der für dich alles stehen und liegen lässt. Du würdest dir wünschen, dass er unabhängiger, eigenständiger, direkter, konsequenter, dominanter wäre. Das ist nachvollziehbar, denn so wie du deinen Freund beschreibst, scheint er wirklich ein sehr anhänglich-passiver Typ zu sein, der dir alles Recht machen will.

    Auf der anderen Seite forderst du mehr Aufmerksamkeit von ihm ein. Eigentlich solltest du von ihm doch Aufmerksamkeit in Masse bekommen. Warum dieser Gegensatz?

    Wie du schon gesagt hast: Er will dich unbedingt halten und tut fast alles dafür. Er vernachlässigt sogar sein gesamtes Leben nur für die Beziehung. Dass das nicht gut ist, wissen wir beide.

    Im Moment gehe ich davon aus, dass ihr euch mittelfristig trennen werdet. Du bist eine selbstbewusste Frau und brauchst einen starken Gegenpol. Keinen Typen der andauernd zurücksteckt.

  9. #9
    Unregistriert
    Gast

    Standard

    Ich weiß, dass hört sich irgendwie widersprüchlich an. Aber mir geht es um die Art der Aufmerksamkeit. Ich will ja nicht einfach nur "versorgt" werden. Das ist es was mich stört. Mir ist aufgefallen, dass ich einiges schon dramatisiere, weil ich gerade auch etwas Orientierung suche in meinem Leben. Stehe vor meinem Abschluss und da müssen viele Entscheidungen in der nächsten Zeit getroffen werden. Im Moment weiß ich noch nicht so richtig, wo alles hinläuft. Und dadruch dass ich dann keine Orientierung und keinen Halt in der Beziehung finde, fühle ich mich ganz schön verloren.
    Wir werden die nächsten Tage noch getrennt verbringen. Vielleicht wird mir dann alles klarer. So mach ich mich total verrückt.


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